Parlamentarier Ehrhorn fordert Konsequenzen wegen Malvina-Sendung im KiKa-TV

Die bundesweit ausgestrahlte KiKa-Sendung ˈRespekt für meine Rechte! Schau in meine Welt – Malvina, Diaa und die Liebeˈ vom November 2017 führt bei dem Bundestagsabgeordneten Thomas Ehrhorn (AfD) zu scharfer Kritik.  

Die Sendung ist der breiten Öffentlichkeit bekannt geworden, nachdem sich der Sender aufgrund zahlreicher Beschwerden korrigieren und einräumen musste, dass Diaa, der mit der damals angeblich sechzehnjährigen Malvina seit längerem liiert ist und wohl eigentlich Mohammed heißt,  bei Aufzeichnung mindestens neunzehn Jahre alt gewesen ist und nicht siebzehn, wie ursprünglich zum Film angegeben.

Ehrhorn, der in der AfD-Bundestagsfraktion für Medienpolitik zuständig ist, erklärt: „Ich fordere die Verantwortlichen des KiKa und des Hessischen Rundfunks, der diesen Film produziert hat, auf, umgehend von ihren Posten zurückzutreten.“ – Für Ehrhorn ist es völlig unverständlich, wie das Thema eines jugendlichen Mädchens, das sich in einen inzwischen erwachsenen Flüchtling aus dem muslimischen Raum verliebt hat, ausgerechnet im Kinderprogramm derart harmlos und unkritisch dargestellt werden könne.

„Jeder Erwachsene sieht sofort, dass das Mädchen völlig naiv ist und aufgrund ihrer Glücksgefühle über ihre erste Liebe eine rosarote Brille aufhat.

All die Vorgaben ihres erwachsenen Freundes, der nicht ertragen kann, wenn ˈseine Frauˈ kurze Kleider trägt oder Freunde sie umarmen, seine Aussage, dass sie ihm gehöre sowie, dass seine Religion ihm die Regeln des Lebens vorgäbe, er sie gerne sofort heiraten würde, seine Frage, ob sie sich vorstellen könne, zum Islam zu konvertieren und ein Kopftuch zu tragen, ihr Verzicht auf Schweinefleisch sowie ihre Aussage, dass sie häufig stritten, sie aber am Ende meistens nachgäbe und ihr Problem damit, oft von ihm in eine Richtung gelenkt zu werden, in die sie gar nicht kommen möchte, zeigten, dass hier ein dramatisches Konfliktpotential in der Luft liegt, dem das unbedarfte Mädchen überhaupt nicht gewachsen ist.“

Die Gefahr, dass das Mädchen von dem gläubigen Mann in die Unfreiheit eines strengen Islams geführt wird, sei mit Händen zu greifen.

„Der schreckliche Mord von Kandel hat gerade gezeigt, wie tödlich so eine Unbekümmertheit enden kann. Es sind auch andere Fälle bekannt, in denen solche Beziehungen im Kampfeinsatz für den IS für die Mädchen geendet haben oder in der Zwangsprostitution“, hob der Parlamentarier hervor.

„Es kann nicht sein, dass die ARD vor kurzem erst im Abendprogramm den Film ˈIch gehöre ihmˈ ausgestrahlt hat, der das sehr reale Risiko junger Mädchen, ausländischen Loverboys anheimzufallen, thematisierte, und ausgerechnet der Kinderkanal in derart riskanten Konstellationen seinen jungen Zuschauern die „große Liebe“ vorgaukelt. Ich verlange deshalb gerade von einem öffentlich-rechtlichen Kindersender, dass er Kinder und Jugendliche unmissverständlich vor diesen bekannten Gefahren warnt, statt sie in solche Fallen zu locken“, mahnte der Bundestagsabgeordnete an.

Foto: Michael Leh

 

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Medienexperten kritisieren Programm und Finanzgebaren des öffentlich-rechtlichen TVs

Anläßlich der Klage gegen den ZDF-Staatsvertrag vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe haben führende deutsche Medienwissenschaftler scharfe Kritik an Aufsichtswesen, Programmgestaltung und Finanzgebaren von ARD und ZDF geübt.

„An die heilige Kuh der Aufsicht öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten wagt sich keiner heran, da haben zu viele die Finger drin“, sagte Gabriele Goderbauer-Marchner, Professorin für Print- und Internet-Journalismus an der Universität der Bundeswehr München, gegenüber der  Tageszeitung „Die Welt“. pc_pi

„Es würde einen Mut erfordern, den ich heute noch nicht sehe, die vorhandene Organisation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Fernsehens in moderne Strukturen des 21. Jahrhundert zu überführen. Es fehlt zum Beispiel an dem Mut, kleinere Sender zu schließen bzw. in größere Einheiten zu integrieren“, so die langjähriges Jurorin beim Bayerischen Fernsehpreis.

Zur Kontroverse um die fortlaufende Programmvermehrung, speziell die Diskussion um einen weiteren Jugendkanal von ARD und ZDF, sagte die Medienexpertin:

„Warum brauchen wir den Kinderkanal? Ich meine angesichts der fragwürdigen Qualität des Programms, aber auch in Hinblick auf die Skandale um die Geschäftsführung des Senders, dass man ihn auch einfach schließen könnte.“

Henk Erik Meier, Professor der Sozialwissenschaft an der Uni Münster, kritisierte die veränderten Prioritäten von ARD und ZDF:

„Über die Jahre haben die öffentlichen-rechtlichen Sender in Deutschland ganz massiv Programmmittel umgeschichtet: Weg von Kultur- und Informationsprogrammbestandteilen hin zu Spielfilm- und Sportangeboten“, erklärte der langjährige Mitarbeiter der Kommission für die Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) der „Welt“.

Namentlich eines dieser Spartenprogramm, der Kinderkanal, erfülle sicherlich nicht in allen Programmanteilen den erhobenen, hohen Qualitätsanspruch. „Hier wird einfach kommerzielle Massenware gezeigt“, sagte Prof. Meier.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur