„Ehre den Vater, achte das Recht der Mutter“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Buch Jesus Sirach 3,2-6.12-14:

Denn der HERR hat den Kindern befohlen, ihren Vater zu ehren, und die Söhne verpflichtet, das Recht ihrer Mutter zu achten. Wer den Vater ehrt, erlangt Verzeihung der Sünden, und wer seine Mutter achtet, gleicht einem Menschen, der Schätze sammelt. polskaweb

Wer den Vater ehrt, wird Freude haben an den eigenen Kindern, und wenn er betet, wird er Erhörung finden. Wer den Vater achtet, wird lange leben, und wer seiner Mutter Ehre erweist, der erweist sie dem HERRN.

Mein Sohn, wenn dein Vater alt ist, nimm dich seiner an, und betrübe ihn nicht, solange er lebt. Wenn sein Verstand abnimmt, sieh es ihm nach, und beschäme ihn nicht in deiner Vollkraft!

Denn die Liebe zum Vater wird nicht vergessen, sie wird als Sühne für deine Sünden eingetragen.


Mobbing, Mißbrauch, Mißhandlungen: Täter werden rücksichtsloser, das Spektrum der Gewalt gegen Kinder breiter

Die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ berichteten am 20. März 2013 über die Arbeit von Annelie Dunand. Sie berät seit 20 Jahren junge Opfer von Mobbing oder Mißbrauch und warnt dabei vor den Tätern, denn immer seltener könnten Opfer mit der Hilfe ihres Umfelds rechnen.

Immer rücksichtsloser werden Kinder und Jugendliche in Schulen oder im Internet angegriffen, gemobbt und vorgeführt, erklärt die Leiterin Frau Annelie Dudand der Beratungsstelle des Sozial-Therapeutischen Instituts Berlin-Brandenburg mit Sitz in Kleinmachnow.

Hänseleien, Prügeleien bis hin zu entblößenden Filmaufnahmen, das Spektrum physischer und psychischer Gewalt ist breiter geworden. Deshalb warnt Frau Dunand: Niemand darf wegschauen, Lehrer müssen Vorbilder sein und Eltern ihre Kinder schützen – nicht nur vor Mobbing.

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

In der Beratungsstelle konnten im vergangenen Jahr 652 Fälle behandelt werden  –  vom Mißbrauch bis zum Mobbing. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern kümmert sich Dunand seit 20 Jahren um junge Mobbingopfer, unterbreitet Präventionsangebote an Schulen, bildet Lehrer und Sozialarbeiter fort und sorgt auch für Kinder und deren Familien, die sexuellen Mißbrauch und Mißhandlungen erleben mußten.

Die Schicksale, die sie vor Ort bearbeitet, seien nicht mehr oder weniger geworden  –  aber die Täter brutaler und rücksichtsloser. Immer seltener könnten Mobbingopfer mit wirksamer Hilfe ihres Umfelds rechnen, zieht Dunand eine traurige Bilanz.

Obwohl das Thema in der Gesellschaft längst kein Tabu mehr ist, fällt es gerade Mißbrauchsopfern schwer, dem Teufelskreis zu entkommen. Je mehr über sexuellen Mißbrauch oder Mißhandlungen gesprochen werde, desto vorsichtiger gingen die Täter vor, berichtet Dunand.

Täter mit pädosexueller Neigung halten Kontakt zu den Opferfamilien. Nicht mehr auf dem Spielplatz werden die Kinder angesprochen, sondern in den Familien. Sie bieten sich als Partner, Freund oder Helfer an, sind z.B. Nachhilfelehrer oder Sporttrainer.

„Sie isolieren das Opfer“ und setzen es unter Druck, beschreibt Dunand die Situation: „Ein Junge hatte panische Angst, dass ihm seine Eltern nicht glauben, ihn beschimpfen oder bestrafen“. Solche Fälle häufen sich: „Viele Kinder haben Angst und Schuldgefühle, die ihnen der Täter einredet.

Erst mit der Verbreitung des Internets könnten Pädosexuelle sich auch dort auf die Suche nach leichtgläubigen Opfern begeben. „Eltern sollten sich deshalb für die Interessen ihrer Kinder stärker interessieren“, rät Dunand. Sie sollten wachsam sein, denn ihre wichtigste Erkenntnis lautet: Viele Täter ziehen sich zurück, wenn sie mitbekommen, daß Eltern aufpassen.

Es sind aber nicht nur Pädosexuelle, die das Internet ausnutzen: Auch immer mehr Jugendliche hätten mit Cyber-Mobbing oder dem sog.  Hand Slapping  –  dem Filmen von Prügeleien mit dem Mobiltelefon  –  zu kämpfen. Dabei werden Opfer nicht nur in der Schule vorgeführt, sondern auch im Internet.  Viele haben Angst und es fehlen Vorbilder, Lehrer, Erwachsene oder Mitschüler, die sofort eingreifen. Der Begriff Opfer sei auf dem Schulhof zum Schimpfwort geworden. Mitgefühl gäbe es kaum noch, sagt Dunand.

Quelle: Kultur und Medien – online