Kolumbien: Sexueller Mißbrauch steigt an, ungewöhnlich viele Frauen sind Täterinnen

Im Verlauf der ersten fünf Monate des Jahres 2013 wurden in Kolumbien insgesamt 2.456 Fälle des Missbrauchs von Minderjährigen registriert: das bedeutet 16 Opfer pro Tag Dies geht aus einer Studie des Instituts für Rechtsmedizin hervor, die dokumentiert, dass für die Aggressionen oft die Eltern der Opfer verantwortlich sind. In insgesamt 33% der Fälle ist der Vater der Täter, in 28% der Fälle die Mutter und in 9% der Fälle andere Verwandte. Die Tendenz ist steigend und 70% der Fälle bleiben unbestraft, weil keine Anzeige erstattet wird.

Die Verantwortlichen der einheimischen Kinderschutzorganisation „Pandi“ beklagen mangelndes Interesse der Regierung. Sexueller Missbrauch ist jedoch nicht die einzige Form der Gewalt gegen Minderjährige. Es kommt zu Misshandlungen jeder Art. Die Studie dokumentiert 728 Fälle der Kindesmisshandlung im Alter von 0 bis 4 Jahren. In der Altersgruppe von 5 bis 9 Jahren werden 1.115 Misshandlungsfälle gemeldet. Bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren kam es in 6.949 Fällen zu Misshandlungen und in der Altersgruppe von 15 bis 17 Jahren werden 15.523 Fälle gemeldet.

Quelle: katholischer Fidesdienst


Thüringen: Kindesmißhandlungen in der Kita „Spatzennest“ in Altenburg aufgedeckt

Dem Mann ist der Schock förmlich anzusehen. Volker Kibisch kann es nicht fassen, was in der Kita der Volkssolidarität in Altenburg passiert ist.

Offenbar über Monate hinweg haben in der Einrichtung drei Erzieherinnen hyperaktive Kleinkinder zum Mittagsschlaf in Decken gewickelt „verpuppt“, wie Kibisch sagt  –  und dann mit Bändern und Windeln darin „fixiert“. Die Kinder konnten sich nicht bewegen.

Kibisch muss die Vorfälle als Geschäftsführer der „Volkssolidarität Altenburger Land“, die die Kita betreibt, (…) erklären.

Gut 160 Kinder besuchen die in einem Plattenbaugebiet im Altenburger Südosten gelegene integrative Kita. Erst vor anderthalb Jahren war die Einrichtung für mehr als eine Million Euro renoviert worden, 30 Erzieherinnen kümmern sich um Kinder mit und ohne Behinderung. 

Mit welchen zweifelhaften Methoden drei von ihnen die Kinder mittags zum Schlafen bringen wollten, ist allerdings erst am vergangenen Mittwoch bekannt geworden. Ans Licht kam die Praxis durch eine Schülerin, die im Oktober ein Praktikum in der Kita absolvierte. Die Schülerin präsentierte an ihrer Schule Fotos der in Decken fixierten Kinder in einem Bericht über ihr Praktikum.

Auf die Hinweise der Schule habe die Kita sofort reagiert, die Erzieherinnen mit den Anschuldigungen konfrontiert – und ihnen noch am Mittwoch die Kündigung zugestellt, sagt die Leiterin der Einrichtung, Veronika Schneider. Kibisch berichtet, die Frauen hätten die Vorwürfe zunächst nicht abgestritten, schwiegen aber mittlerweile.

Auch wenn die Kinder offenbar keine körperlichen Schäden erlitten haben, hat die Volkssolidarität  –   Schneider zufolge   –  eine Selbstanzeige wegen Gefährdung des Kindeswohls beim Jugendamt eingereicht. (…)

Kibisch erläutert allerdings auch, dass sogenannte Verpuppen sei keineswegs unüblich: In Decken gewickelt sollen vor allem hyperaktive Kinder „sanft in den Schlaf finden“. Die drei Erzieherinnen hätten ihre Schützlinge aber zusätzlich in den Decken festgebunden und alleine gelassen.

Quelle und Fortsetzung des Artikels aus der „Thüringer Allgemeine“ hier: http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Erzieherinnen-entlassen-Kinder-beim-Mittagsschlaf-gefesselt-961797067