Die psychische Ursachen der Fettleibigkeit liegen oft in der frühen Kindheit

Von Christa Meves

Das Robert-Koch-Institut in Berlin hat mithilfe einer neuen Untersuchung einmal mehr festgeschrieben: Hierzulande sind  15,4 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren  zu dick, 5,9 Prozent sogar fettleibig (1). Die Dunkelziffer ließe sich sicher verdoppeln, wie sich besonders den Aussagen von Grundschullehrern entnehmen lässt. 

Haben wir durch das neu installierte Gesundheitsministerium nun vielleicht endlich die Chance, dass dieser verheerenden Zahl nachgegangen wird? Denn das ist der Medizin längst bekannt: Fettleibige Menschen sind im Erwachsenenalter öfter krank, mit Herz-Kreislauf-Bluthochdruck- und Diabetesleiden im physischen Bereich, im psychischen zunehmend vor allem  mit Depressionen.

Öffentlich bekannt scheinen bisher allein oberflächliche Ursachen: Die Mehrzahl der Kinder nimmt zu viele Kalorien auf, sie bewegt sich zu wenig. Und eine Überwindung der Fettleibigkeit während des Längenwachstums und im jungen Erwachsenenalter gelingt immer weniger. Auch Spezialeinrichtungen mit Abspeckprogrammen verzeichnen zwar kurzzeitig Erfolg, doch im allgemeinen wird eine zähe Rückfälligkeit ins alte Körpergewichts nach wenigen Monaten beklagt.

Besorgte Mütter schildern in der psychotherapeutischen Praxis: „Wir haben es nach vielen vergeblichen Versuchen aufgegeben, in dieser Hinsicht bei unseren Kindern etwas zu erreichen. Sie sind zwar keineswegs widersetzlich, sie möchten selbst die Pfunde los sein. Häufig werden sie sogar deswegen gemobbt, sie trinken auch brav Smoothies und nagen an rohen Mohrrüben – aber die Körperrundungen wollen und wollen sich nicht vertreiben lassen.“

Eine gut beobachtende Mutter sagte zu Recht: „Ich habe sogar das Gefühl, dass das ewige Thematisieren beim Essen für die Kinder kontraproduktiv ist. Einerseits werden sie darüber träge und unlustig, und andererseits steigert es die Esslust.“ 

Über sich selbst enttäuscht resümiert eine andere Mutter: „Das Gegenteil, ein ganz schlimmes stattdessen, habe ich erreicht.“  – Sie habe nämlich herausfinden können, dass ihr Sohn am Kiosk neben der Schule heimlich Süßigkeiten kaufe. Darauf habe sie ihn angesprochen. Aber er leugne das hartnäckig; ihre Recherchen hätten also nicht nur nichts, sondern ein schräges Verhältnis zu ihrem kleinen Sohn erbracht.

Ein solches Verhalten ist typisch für Kinder, die bereits in einer Esssucht gefangen sind. Sie können ihre Abhängigkeit davon nicht zugeben, sie verdrängen stattdessen manchmal sogar das Bewusstsein darüber; denn der damit verbundene Verlust ihres eigenen Willens ist für sie unerträglich.

Analytisch arbeitenden Psychotherapeuten sind die tieferen Ursachen bei einer Vielzahl von fettleibigen Menschen längst bekannt:

Es ist der seelische Mangel im Bindungsbereich der so fest prägenden frühen Kinderjahre, der das Bedürfnis nach viel Essen, Naschen und süßen Getränken so übermächtig aktiviert. Es handelt sich bei diesen unerkannten Störungen letztlich um die unbewusste Ersatzbefriedigung eines lebensnötigen seelischen Verlangens.

Deshalb bleibt die eigentliche seelische Sättigung aus, ja, im Gegenteil: Sie wird durch die Dezimierung des Ansehens in der Gruppe noch vermindert und das seelische Defizit dadurch geradezu angeheizt. Das Naschen von Chips beim Fernsehen löscht infolgedessen bei diesen Kindern nicht den eigentlichen Durst ihrer Seele!

Es ist besonders verheerend, dass dieser Mangel sich in den ersten drei Lebensjahren einschleicht, in einer Phase, in der die Bindung an die pflegende Hauptperson (und das ist normalerweise die Mutter) einen Reifungsschritt von unermesslicher Wichtigkeit darstellt:

Denn durch die erlebte Bindung sprießen im noch unausgebildeten Gehirn die Synapsen. Daraus ergibt sich ein grundlegendes Gefühl von Zufriedenheit. Wenn diese fehlt, entsteht bei unverwahrten Kindern sehr viel öfter eine gesteigerte Esslust und darauf aufbauend Fettleibigkeit. Denn sie haben lange schon versucht, ihre Unzufriedenheit über den Mangel an Gemeinsamkeit mit einem Du auf diese Weise zu beseitigen.

Und etwas Verheerendes tritt darüber hinaus als Folge auf, wenn der Weg erst in die Ersatzbefriedigung eingeschlagen ist: Solche Versuche machen nur sehr kurzfristig zufrieden! Sie wecken stattdessen ein Bedürfnis nach mehr, mehr und mehr.

Dahinter aber gähnt eine unglücklich machende Falle für das gesamte Leben: Die unbewussten Selbstheilungsversuche machen süchtig, später dann aber in aller Verzweiflung nicht nur mithilfe von heimlich Genaschtem, sondern mit nur scheinbar Besserem: mit Zigaretten, mit Alkohol und schließlich mit einem noch schlimmeren Verfallensein, mit Rauschgiften, also mit einem noch größeren Verlust der Willensfreiheit.

Längst lässt sich bei Langzeitbeobachtungen erfahren, dass hier Verläufe mit vielfältigen Aufsplitterungen vorliegen, die ihre Ursache in einer einzigen fundamentalen, das Leben letztlich schwerst beeinträchtigenden Störung haben. Mit dem eigenen Willen ist bei manchen dann längst nichts mehr zu machen, und erst recht ist dann das wichtigste Lebenselement des Menschen kaputt: das eigene Selbstwertgefühl.

Unsere dicken Grundschulkinder suchen in der Tiefe ihrer Seele nicht den Döner, sondern die Liebe, die Anerkennung einer, der EINEN wichtigsten Person! Dass diese sie mag, dass diese sie seelisch satt macht! Dass diese ihnen durch ihre Gegenwart signalisiert: Ich freue mich, dass du da bist, du bist mir wert, du bist mir teuer!

Aber Klassenlehrer mit 20 bis 30 Schulkindern, mit häufigem Wechsel obendrein, können nicht in der Lage sein, solche Defizite bei immer mehr Kindern aufzulösen, zumal die Störung deren Leistungsfähigkeit mindert. Das ist auch mit ein Grund, warum unsere 10-Jährigen dann insgesamt nur ein so jämmerliches Unterrichtsniveau erreichen.

Erfahrene Kinderpsychotherapeuten kennen solchen Hintergrund unruhiger, unkonzentrierter, „fauler“ Kinder längst. Die unerkannte seelische Not unserer scheinbar noch glücklichen Kinder hat bisher in unserer Gesellschaft ungehört zum Himmel schreien müssen; denn im Grunde ist der Mensch „von Kopf bis Fuß auf Liebe programmiert“ – jeder von uns!

Diese Erkenntnis der tiefsten Ursachen bei den meisten fettleibigen Kindern lässt ein weiteres Ergebnis des Robert-Koch-Institutes in einem besser erklärenden Licht erscheinen: Die Untersuchungen des Instituts hatten bereits ergeben, dass Kinder aus sozial schwachen Familien eher zu Übergewicht neigen als ihre Altersgenossen aus besser gestellten Familien (2).

Nun zeigt sich, dass es vor allen Dingen die weniger direkt bewahrten Kleinkinder sind, die diesen Mangel später durch orale Ersatzbefriedigungen auszugleichen suchen. Und eine weitere Praxiserfahrung lässt sich hinzufügen: Kinder, die in heile Familien eingebunden sind, haben eher Chancen, übersteigerte Esslust auf ein gesundes Maß zu reduzieren.

Müssen diese  Beobachtungs- und  Forschungsergebnisse denn nun aber nicht endlich einmal zu echt wirksamen  sanierenden Maßnahmen führen?

Bilanz: Ein weiteres Kurieren an den Symptomen wird Zeitverschwendung bleiben. Die Voraussetzung zu einer Heilung dieser Störung im Urbereich des Menschen kann nur

a) mit einer Einstellungsänderung über das Wesen von uns Menschen beginnen.

b) Es bedarf der gesellschaftlichen Voraussetzungen, die es den Müttern möglich macht, bei den Kleinkindern gegenwärtig zu sein, sodass diese den fundamentalen Reifungsschritt zur Bindungsfähigkeit vollziehen können.

c) Denn nur so wird es einer Vielzahl von Vertretern der jungen Generation ermöglicht, gesunde, leistungs- und liebesfähige Erwachsene zu werden.

d) Das setzt voraus, dass es der modernen emanzipierten Mutter nach der „Kinderphase“ durch gesellschaftliche Maßnahmen ermöglicht wird, dass sie  auch ihr Recht auf ein verselbstständigtes Leben durch Erwerbstätigkeit und Rentenversorgung erreichen kann.

Quellenangaben:
(1) https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/FactSheets/JoHM_01_2018_Adipositas_KiGGS-Welle2.pdf?__blob=publicationFile
(2) https://www.mamiweb.de/familie/studie-arme-kinder-sind-haeufiger-dick/1

 Gemälde: Evita Gründler


Ursachenbekämpfung von Gewalt beginnt in der Kindheit

Von Christa Meves

Zu Recht zeigt Bundesinnenminister Thomas de Maizière in aller Öffentlichkeit sein Entsetzen über die Zunahme der Gewalt. Auch Günther Jauch macht das in seiner Talkshow zum Thema. Christa Meves

Aber beim Rest aller Verlautbarungen und Diskussionen bleibt eine große Ratlosigkeit; denn allein mit der Aufstockung von mehr Polizei, mit mehr Geld für die entsprechenden Institutionen, ist das Problem der schwindenden Sicherheit der Bürger in unserem Land nicht gewährleistet.

Die Ursachen müssten in breiter Analyse auf den Tisch, um vorbeugende Aktivitäten entfalten zu können, statt hinterherlaufend das Pferd vom Schwanz her aufziehen zu wollen.

Eindrucksvoll kam die offenbar ignorante Hilflosigkeit zum Ausdruck, als Günther Jauch in seiner Sendung einen angeblichen Fachmann nach der Ursache der Aggression fragte und dieser antwortete, sie sei eben genetisch bedingt. Aber was für eine Genexplosion müsste hierzulande in den letzten Jahrzehnten erfolgt sein, wenn diese Unabdingbarkeit der Weisheit letzter Schluss wäre?

Man braucht z. B. kein Experte zu sein, um zu ahnen, dass vor allem das jetzt sehr in den Mittelpunkt gerückte Bandenwesen mit Schwerpunkt Einbruch in Wohnungen, deren Besitzer abwesend sind, etwas mit der Einwanderungspolitik zu tun hat. Das ist in der Tat ein brennendes ungelöstes Problem der Verantwortlichen. 

Aber damit ist das Phänomen der Aggression doch nicht ausgelotet. Auch Inländer sind mehr als reichlich an der Zunahme gewalttätiger Handlungen beteiligt, die Halbwüchsigen in erschreckend zunehmender Anzahl. 0022

Wer oder was bereitet diese 12 bis 15-Jährigen denn zu so viel roher Brutalität vor, wie sie uns dann mit Sensationsmanier zu unser aller Entsetzen öffentlich vorgeführt wird?

Hier scheint mir ein gar nicht erst angesprochenes und doch nicht unlösbares Problem zu liegen: Der Mensch lernt in seiner Kindheit vornehmlich durch Nachahmung. Wie soll es da ohne Wirkung bleiben, wenn bei den vielen täglichen Kriminalfilmen im Fernsehen Brutalität pur vorgemacht wird?

Werden grundsätzlich neugierige Kinder nicht zur Nachahmung geradezu dressiert, wenn man sie massenhaft Killerspielen aussetzt? Und wird hier auch nur hinreichend der Frage nachgegangen, warum das vornehmlich die Jungen sind, die der Schießfaszination nicht entgehen können?

Die Gewaltstatistik bringt dieses dann rigoros auf den Punkt: Es ist das männliche Geschlecht, in dem das gefährliche Übel Gewalt beheimatet ist. Genetisch bedingt, zwecks Züchtung von machtversessenen Frauenschindern? Nein, das ist gewiss feministische Übertreibung wohl meist aus persönlichen Verwundungen geboren…..

Die Hormonwissenschaft macht das Testosteron, das männliche Geschlechtshormon, für die größere Gewaltbereitschaft der Männer verantwortlich. In der hinreichenden Quantität wird es bereits im Fötus installiert und zwar als ein Potential, das durch die damit verknüpfte Möglichkeit zur Ausbildung größerer Quantitäten an Muskelkraft in der Lage ist, Frauen, Kinder und Heimat gegen Feinde zu verteidigen.

Mit dieser Einsicht rückt zumindest die eigentliche Ursache der Aggression ins Blickfeld: Sie ist eine notwendige Eigenschaft zur Lebensverteidigung in der Schöpfungsordnung: 

Die Aggression unterliegt unserem natürlichen Lebenstrieb, und sie funktioniert in Tier und Mensch mit einem gesunden Automatismus: Angegriffen antwortet das Lebewesen mit einem mächtigen Impuls zu seiner Überlebensverteidigung, mit Erfolg auch, wenn es stark genug ist.

Der Trieb antwortet mit Abwehr durch Gegenangriff; denn das Gegenüber hat sich durch die Art seiner Annäherung als Feind und damit automatisch als Lebensbedrohung geoutet. Beim Menschen können bereits Worte den Mechanismus auslösen, angegriffen zu sein oder sich angegriffen zu fühlen.

Sich nicht zu wehren, bedeutet deshalb eine nur schwer erlernbare Einschaltung des Bewusstseins in ein sich automatisch abspulendes Funktionsgefüge. Diese hormonell bedingte Bereitschaft zur Aggression existiert bereits, wenn wir zur Welt kommen.

Die Übersteigerung dieser Grundgegebenheit zur Gewalt entspringt dem aus den Fugen geratenen Selbstbehauptungstrieb. Und das wird durch das Einwirken der Umwelt hervorgerufen. Das kann durch Armut, durch das Fehlen von Existenzmöglichkeiten  –  zu Revolutionen eskalierend  –  hochschwellen und so Totschlagimpulse großen Stils hervorrufen.
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Aber das ist bei den Gewalttätern unserer Region glücklicherweise nur erst selten das Hintergrundmotiv. Ein gewalttätiger Charakter hierzulande hat in den meisten Fällen die Ursache in den Erlebnissen des Kindes und zwar besonders in der Phase seiner Kindheit, in der die normale Fähigkeit zur Selbstbehauptung ihr Zeitfenster hat und von dem Kind entwicklungsbedingt eingeübt wird.

Dort, in der Zwei- bis Fünfjährigkeit, werden seine Erfahrungen damit in dem sich konstituierenden Gehirn festgeschrieben. Ein Amokläufer z. B. ist ein Mensch, dessen vulkanartiges Aggressionspotential durch Umwelterfahrungen hervorgerufen wurde, die ihn fortlaufend zum Loser machten  –  und ihm damit bei entsprechender Vitalität den Impuls zur Selbstzerstörung wie auch zur rächenden Totalvernichtung seiner Umwelt eingab, da die Aggression in ihm übermächtig geworden war.

„Gewalt erzeugt Gewalt!“, rufen Entwicklungspsychologen deshalb mit Nachdruck den Eltern von Kleinkindern zu: „Gib deinem Kind im Vorschulalter Spielraum, damit es seelisch kraftvoll werden kann, zeige ihm gewiss auch seine Grenzen auf, und übe es darin verständnisvoll und mitfühlend ein, aber ohne ihm in deiner mentalen Übermächtigkeit Gewalt zuzufügen!“

Dass die wild wuchernden Schösslinge der natürlichen Aggression keinen Nährboden finden, das sollte sich eine weise Pädagogik zum Ziel machen.

Deshalb sollte eine einsichtige, kluge Politik den Schwerpunkt darauf legen, der Familie größte Beachtung zu schenken, indem sie ihr gute Lebensbedingungen und weitreichende Lernmittel zur Verfügung stellt; denn daraus nur erwachsen die Bedingungen für eine gesunde Zukunft.


Der neue Perfektionswahn: „Trimm dich früh“ statt unbeschwerter Kindheit

Von Birgit Kelle (Vorsitzende von Frau 2000plus)

Einfach nur spielen war gestern. Kindsein ist heute ein Fulltime-Job  –  was nicht passt, wird passend gemacht. Unvorstellbar müssen die Zustände früher gewesen sein. Die Kinder kamen einfach, wann sie wollten. Manche waren Jungs, manche Mädchen, man wusste es vorher nicht einmal.

Sie schliefen ohne Durchschlafsprechstunde. Manche schliefen auch nicht und brüllten, die hat man dann eben länger wach gelassen, getragen oder im Elternbett abgelegt. Sie aßen, was auf den Tisch kam, schafften ohne Ritalin die Schule und wenn sie sich geprügelt hatten, gab es Nachsitzen.

Sie spielten auf der Straße, mit Freunden, die sie sich selbst aussuchten, vergaßen ihre Hausaufgaben und haben trotzdem die Schule geschafft.

Heute sind wir endlich weiter, wir haben die Vorgänge optimiert, jedes Kind weiß heute, was es abzuliefern hat. Es wird nicht weiter Lebenszeit mit sinnlosem Rumgespiele verplempert, jede Sekunde wird genutzt. Am besten schon im Bauch. Zeit ist Geld. Und wenn es nicht funktioniert, ist klar, wer Schuld hat: Die Eltern, sie haben es versaut.

Das ideale Kind lässt sich zeugen, wenn der ideale Zeitpunkt da ist. Es kommt nicht ungelegen/in der Ausbildung/im Studium oder gar überraschend oder gar nicht. Das ideale Kind gibt schon in der Schwangerschaft klar und deutlich sein Geschlecht zu erkennen, damit die Ausstattung passend gekauft werden kann. Es ist schon im Mutterleib gesund. Strampelt, wenn es mit Beethoven beschallt wird. Es wächst nach seinen Wachstumskurven, bewegt sich, wenn es soll, aber bitte nicht zu viel.

Es kommt pünktlich nach errechnetem Geburtstermin auf die Welt, notfalls wird ihm mit einem geplanten Kaiserschnitt ein Hinweis gegeben. Das ideale Kind isst gut und wächst weiter nach seiner Wachstumskurven. Es lässt sich stillen, aber auch von Papa/Oma/Opa/Freundin mit der Flasche füttern.

Es schläft gut und nachts durch, es schreit wenig und schon gar nicht sinnlos, beides würde schließlich sein Umfeld zu sehr aus der Bahn werfen. Es arbeitet mit in der Pekip-Gruppe und beim Babyschwimmen.

Es hat keine Angst vor Wasser und erfreut sich an pädagogisch wertvollem Spielzeug. Es ist begeistert vom Baby-Englisch-Kurs und der frühmusikalischen Grundausbildung. Es spielt nicht mit dem Essen, liebt salzfreien Möhrenbrei und selbst gekochte Pastinaken mit vielen Vitaminen…

Den ganzen Text und die Möglichkeit zu kommentieren, finden Sie hier:

http://theeuropean.de/birgit-kelle/12308-das-maerchen-vom-perfekten-nachwuchs


Ex-Minister Norbert Blüm (CDU) kritisiert die wachsende „Enteignung der Kindheit“

„Vor allem die Ganztagsschule hält die Kindheit im Klammergriff“

Der frühere Bundesminister Norbert Blüm (siehe Foto) äußerte sich in der Wochenzeitung „Die Zeit“ sehr klarsichtig und fundiert über die Enteignung der Kindheit  – auch durch Ganztagsschulen – und die zunehmende Verstaatlichung der Familie.

Hier folgt ein treffender Ausschnitt :

„Kindheit und Schule sind eine Liaison eingegangen, die zu keiner Zeit so fest war wie heute. Die Schule hält die Kindheit im Klammergriff. Die Schule verwaltet die Kindheit. Die Eroberung der Kindheit durch die Schule als den alles umfassenden Ort, in dem Kindheit stattfindet, kulminiert in der Ganztagsschule.

Für Kindheit bleiben nach diesem »ganzheitlichen« Schulkonzept lediglich die Nacht sowie der kümmerliche Rest zwischen Tag und Nacht.

Frühmorgens ziehen die Kinder noch halb ausgeschlafen in die Schule und kommen spätnachmittags müde und ausgelaugt an den familiären Rest- und Rastplatz zurück; zur Not wird hier noch Nachhilfe untergebracht.

Kinder sind auf diese Weise immer in einen außengesteuerten Betrieb integriert.

Selbstgesuchte Liebhabereien und eigene Beschäftigungen finden keine Zeit mehr und keinen Raum.

So werden die Kinder frühzeitig für den Rhythmus der Erwerbsgesellschaft abgerichtet, in den ihre Mutter und ihr Vater schon voll eingespannt sind. So fügt sich eines zum anderen.“

Den ganzen Artikel finden Sie hier: http://www.zeit.de/2012/12/C-Bluem

Besten Dank für diesen Hinweis an die christliche Publizistin und Lebensrechtlerin Birgit Kelle