Regensburg: Bischof Rudolf Voderholzer taufte 14 Gläubige in der Osternacht

14 Menschen hat Bischof Rudolf Voderholzer während der Feier der Osternacht im Hohen Dom St. Peter in Regensburg getauft. Seit den Uranfängen gehört die Taufe in die Osternacht.

Die Auferstehung Christi ist ein geschichtliches Ereignis, sie ereignet sich aber auch in der Gegenwart: in der Taufe. Und in der Osternacht selbst feiert die Kirche die Auferweckung Jesu von den Toten.

In der Osternacht ab 21 Uhr war der Dom vollbesetzt mit Gläubigen, die Kerzen und Osterspeisen mitgebracht hatten. Die Domspatzen gestalteten auf höchstem musikalischem Niveau die Feier des Höhepunkts der drei Heiligen Tage, des Triduums.

Bewegt dankte der Bischof den Neugetauften  –  13 Erwachsenen und einem Kind  –  für ihr Zeugnis, das sie durch das Bekenntnis zur Gemeinschaft der Kirche ablegen. „Sie machen uns allen hier im Dom viel Mut“, sagte der Oberhirte von Regensburg. Auch die bereits Christen seien, bedürften dieser Ermutigung und Stärkung auf dem Weg durch ihr Leben.

Dieser Ostersonntag, 16. April, ist der Geburtstag von Papst em. Benedikt XVI. Bereits während der Osternachtfeier wurde seiner gedacht, denn der Folgetag bricht mit seinem Vorabend an; so auch an diesem Abend.

Bischof Voderholzer, Gründungsdirektor des Institut Papst Benedikt XVI. in Regensburg, erinnerte an die Tatsache, dass der 16. April 1927 ein Karsamstag war, an dem Joseph Ratzinger in der Frühe in Marktl am Inn geboren wurde.

Mit den Täuflingen dieses Abends hat er gemeinsam, dass sie alle mit Osterwasser getauft wurden. In der Liturgie vor der Reform wurde die Auferstehungsfeier bereits am Samstagmorgen gefeiert. Joseph Ratzingers Eltern wollten ihm das „Ewige Leben gleichsam schon in die Wiege legen“, erläuterte der Bischof; deshalb erfolgte die Taufe gleich noch an diesem Tag – mit Osterwasser, das in der Auferstehungsfeier gesegnet worden war. Die anwesende Klosterschwester sprang als Taufpatin ein.

Die Taufe ist die Aufnahme in die große Familie der Kirche, sagte Dr. Voderholzer in der Predigt weiter. In der Taufe bekommt der Christ den dreieinigen Gott und die Kirche geschenkt, deren Abbild Maria, die Mutter des HERRN ist. Der Täufling wird beschenkt mit neuem, unzerstörbarem Leben. In der Kirche, so Bischof Rudolf, gibt es keine Ausländer.

Die Liturgie hatte vor dem Dom mit der Segnung des Osterfeuers begonnen. Der Bischof sprach die Gebete, die ins Innere des Doms übertragen wurden. Entzündet wurde die Osterkerze, Symbol für Christus, das Licht.

Anschließend zogen der Bischof, Weihbischof Reinhard Pappenberger, die Mitglieder des Domkapitels, die Mitglieder des Priesterseminars und die Domspatzen in den finsteren Dom ein. Dort verkündete der Diakon Christus als das Licht – und das Feuer der Kerze verbreitete sich im ganzen Gotteshaus unter den Gläubigen, bis der gesamte Innenraum erhellt war.  

Dann trug der Diakon den jubilierenden Hymnus auf die Besonderheit der Nacht vor, in der Christus von den Toten erstanden ist: „Frohlocket, ihr Chöre der Engel …“

Die erwachsenen Neugetauften erhielten die weiteren Sakramente der Firmung und der Eucharistie, der neun Jahre alten Sarina werden diese Sakramente zu gegebener Zeit in ihrer Heimatpfarrei gespendet.

Wie bereits am Gründonnerstag verwendete Bischof Voderholzer bei der Feier der Eucharistie in dieser Osternacht die Hostiendose, die ihm der evangelische Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss im Rahmen des Versöhnungsgottesdienstes im März überreicht hatte. Dies tat der Bischof als sichtbares Zeichen für den gemeinsamen Weg zur Einheit.

Auf der Hostiendose sind Vorausbilder für die Eucharistie dargestellt, darunter der Manna-Regen, die Brotgabe vom Himmel während der Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste.

Nach der Osternachtsfeier gab der Bischof einen Sektempfang im „Domplatz 5“ für die neuen Christen und ihre Patinnen und Paten. Jedem Neugetaufte überreichte er die Heilige Schrift in der neuen Einheitsübersetzung.

Quelle (Text/Fotos): Bistum Regensburg


Die Herkunft von Osterei und Eier-Bemalung

Die übertriebene Rücksichtnahme auf den Islam und Fixierung auf Geschäftsinteressen geht in England inzwischen soweit, daß die Firma Cadbury ihre Ostereier nicht mehr so nennt, um sie auch an Anhänger anderer Religionen zu verkaufen. Kritik daran kommt von Kirchenvertretern und Politikern. (Näheres hier: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/eiersuche-bei-cadbury-nur-nicht-ostern-erwaehnen-14965158.html)

Wobei das Osterei erst im Laufe einer längeren Zeit zum christlichen Symbol geworden ist. Es galt zunächst in vielen Religionen  – zum Beispiel im alten Ägypten oder Phönizien  – als Zeichen für neues Leben oder Wiedergeburt, denn aus einem – wie es scheint – leblosen Gegenstand schlüpft ein Küken und erwacht somit neues Leben.  

FOTO: Eine Volkskünstlerin dekoriert Eier in Münster bei einem Osterbasar

Die Kirche übernahm diese altertümlichen Traditionen und gab ihnen zugleich eine neue Bedeutung. Der Sinngehalt „neues Leben“ paßte gut zu Ostern, zum Fest der Auferstehung Christi.

Auch für das Färben und Dekorieren der Eier gibt es eine christliche Legende aus der griechisch-orthodoxen Sagenwelt. Demnach habe Maria Magdalena nach Christi Auferstehung dem römischen Kaiser von diesem Wunder aller Wunder berichtet. Dieser widersprach und meinte, Jesus sei genauso wenig auferstanden wie diese frisch gelegten Eier vor seinen Augen eine rote Schale aufweisen würden. In diesem Moment färbten sich diese Eier rot, um Christi Auferstehung zu bezeugen.

 Foto: Felizitas Küble

 


Kardinal Müller zu Medjugorje: Die Seelsorge nicht auf falschen Grundlagen aufbauen

Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Müller, hat eine „womöglich noch lange Wartezeit“ auf eine endgültige Entscheidung des Vatikan über eine Anerkennung der berichteten Marienerscheinungen von Medjugorje in Aussicht gestellt.

Ein pastorales Phänomen dürfe nicht auf falsche Grundlagen gebaut sein, sagte er im Interview mit der polnischen kath. Nachrichtenagentur KAI.

Die Glaubenskongregation würde die behaupteten rund 42.000 bisherigen Erscheinungen seit 1981 derzeit genau und im Hinblick auf eine Entscheidung durch den Papst untersuchen, sagte Müller. Es gäbe keine Fristsetzung für einen Abschluss der Forschungen über den übernatürlichen Charakter der Ereignisse von Medjugorje. Seine Kongregation werde sich dabei nicht unter Druck setzen lassen. Eine „nuancierte Position“ aus dem Vatikan sei dringendst nötig.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: http://de.radiovaticana.va/news/2017/04/11/kard_m%C3%BCller_entscheid_zu_medjugorje_k%C3%B6nnte_noch_dauern/1304968


Blutiger Palmsonntag für Kopten in Ägypten

Zu Beginn der Karwoche fanden am Palmsonntag zwei Gottesdienste in den beiden nordägyptischen Städten Tanta und Alexandria ein jähes Ende. Sprengsätze rissen jüngsten Meldungen zufolge über 40 Menschen in den Tod.

Die Anschläge reihen sich ein in eine Serie tödlicher Angriffe auf Christen in dem Land am Nil. Am 20. Februar hatte der IS in einem Video alle ägyptischen Christen als „Ungläubige“ bezeichnet, die sterben müssten. „Kairo wird befreit werden“, hieß es dort unter anderem.

Im Januar und Februar wurden auf dem Nord-Sinai sieben Christen kaltblütig in ihren Wohnungen ermordet. Wegen der Zunahme der Gewalt und der Ankündigung weiterer Bluttaten auf dem Nordsinai flohen fast alle Christen aus der Stadt Al Arish.

Nach Einschätzung des christlichen Hilfswerks Open Doors sollen Anschläge wie am Palmsonntag die Christen in Angst und Schrecken versetzen und womöglich gewaltsame Gegenreaktionen provozieren. Doch trotz des großen Leids, das die ägyptischen Christen immer wieder erleben, reagieren sie nicht mit Hass und Gewalt.

Stattdessen setzten sie nach dem letzten Attentat auf eine Kairoer Kirche am 11. Dezember 2016 (29 Tote) ein besonders Zeichen: „Heute Nacht haben wir in unserer Kirche für die gebetet, die die Bombe in der Kirche versteckt haben. Wir Christen in Ägypten beten für unsere Verfolger, damit sie Christus kennen lernen.“

Quelle: Das überkonfessionelle christliche Hilfswerk Open Doors


Pater Gerstle warnt vor Sucht nach Wundern und Erscheinungen: „Esoterik auf katholisch“

In der aktuellen Zeitschrift der „Petrusbruderschaft“ vom April 2017 (siehe Foto) wird eindringlich vor „Wunder- und Erscheinungsucht“ gewarnt.

Pater Bernhard Gerstle von der traditionsorientierten Priesterbruderschaft St. Petrus bezeichnet den Drang nach „Botschaften vom Himmel“ und ähnlichen äußergewöhnlichen Phänomenen schon im Titel seines Artikels als eine spezielle „Versuchung der Frommen“  –  und er stellt fest, diese Anfechtung gründe letztlich in einem „Mangel an Glauben“, denn Christus habe bereits verkündet: „Selig, die nicht sehen und doch glauben“ (Joh 20,29).

Wir dokumentieren hier die wesentliche Auzüge aus seinem lesenswerten Beitrag:

„Heilige, wie Teresa von Avila (+1582) oder Johannes vom Kreuz (+1591), beide Kirchenlehrer in Sachen Mystik, empfehlen bei vermeintlichen Erscheinungen oder inneren Stimmen, eine abwehrende Haltung einzunehmen. Aus Erfahrung wissen sie nämlich um die Täuschungsmanöver des bösen Feindes und die Möglichkeit einer krankhaften Phantasie.

Leichtgläubige Menschen sind mehr gefährdet, manipuliert und Opfer von Betrügern zu werden. Sie lassen sich schneller von einer Sache überzeugen, doch sie wechseln auch eher die Seite und sind leichter geneigt, eine Überzeugung wieder aufzugeben.

Ihre Bekehrungen sind nicht selten ein Strohfeuer, das wieder erlischt, sobald die erste Begeisterung abgeklungen ist.

Entscheidend ist aber die Liebe zur Wahrheit. Ihr stehen häufig ein Wunschdenken und das Suchen des eigenen Vorteils im Weg.

Ein Musterbeispiel der unbestechlichen Suche nach Wahrheit sowie der treuen Beständigkeit im Glauben trotz aller Widrigkeiten ist für mich der selige Kardinal John Henry Newman (1801 – 1890). In langen inneren Kämpfen und intellektuellen Auseinandersetzungen unter dem Verlust zahlreicher Freunde und Weggefährten konvertierte er als hoch anerkannter anglikanischer Pastor und Gelehrter zur katholischen Kirche.

Dort wurde er zunächst alles andere als mit offenen Armen empfangen. Misstrauen und Neid schlug ihm von hohen Kirchenfürsten entgegen. Doch diese menschlichen Enttäuschungen konnten ihn nicht mehr von den gewachsenen und im Gebet erkannten Überzeugungen abbringen.

Von solchem Glauben gilt es, zu lernen. Weder menschliche Enttäuschungen, auch nicht von Priestern, noch das Versagen kirchlicher Autoritäten ändert etwas an der Wahrheit des katholischen Glaubens. Glaubenserfahrungen sind schön, wenn sie echt sind. Fromme Gefühle beim Gebet können besonders am Beginn eines religiösen Lebens eine Hilfe sein, den Weg des Glaubens treu zu gehen. Aber sie ersetzen nicht den Glauben selbst, der sich nicht auf Zufälligkeiten gründet, sondern auf die Wahrheit Gottes selbst.

Als ein königlicher Beamter um die Heilung seines kranken Knechtes bat, der im Sterben lag, beklagte sich Jesus: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht!“ (Joh. 4,48)

Diese kritische Bemerkung des Herrn ist sicherlich an die Adresse jener gerichtet, die in ungeordneter und übertriebener Weise ihr Interesse auf außerordentliche Dinge richten. So erlebt die Esoterikbranche heutzutage einen wahren Boom und macht damit Millionenumsätze.

Aber auch im katholisch-traditionellen Milieu müssen wir eine weit verbreitete Wunder- und Erscheinungssucht beklagen. Die Gefahren, die von zweifelhaften und erst recht von ganz offensichtlich falschen „Botschaften vom Himmel“ ausgehen, sind gerade in unseren Kreisen nicht zu unterschätzen. 

Es bedarf neben eines soliden Glaubenswissens heutzutage vor allem einer guten Portion nüchternen Urteilsvermögens sowie einer übernatürlichen Unterscheidungsgabe, um diesen Gefahren zu entgehen.

Eine reservierte und vorsichtige Haltung gegenüber scheinbar übernatürlichen Phänomenen einzunehmen, entspricht daher einer klugen Einstellung und ist ein großer Schutz vor manch törichten Ideen.

Vielleicht sollten wir aber wieder mehr den Sinn für die kleinen Wunder und Zeichen schärfen, durch die Gott zu uns spricht. Dies entspricht einem Leben aus der Vorsehung Gottes. Das schließt auch Phasen ein, in denen sozusagen „Funkstille“ herrscht und Gott uns scheinbar vergessen hat. Wer hier der Versuchung widersteht, sich menschlichen oder irdischen Trost zu suchen, wird im Glauben wachsen.

Jene, die sich vertrauensvoll auf die göttliche Vorsehung einlassen, dürfen dann nicht selten im Rückblick erkennen, wie „von oben“ entscheidende Begegnungen gefügt und Weichen in ihrem Leben gestellt worden sind. Auch ohne heidnische oder katholische Esoterik.“

Internetpräsenz der Petrusbruderschaft: http://www.petrusbruderschaft.de/


Kardinal Robert Sarah über liturgische Erneuerung und die „Reform der Reform“

Auf der „Liturgischen Tagung“ in Herzogenrath (Bistum Aachen) wurde das vielbeachtete Eröffnungsreferat von Kardinal Robert Sarah verlesen, der selber auf dieser Veranstaltung (29. März bis 1. April 2017) nicht persönlich anwesend sein konnte.

Der Würdenträger (siehe Foto) ist Präfekt der vatikanischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung.

Sein Vortrag in Herzogenrath entstand anläßlich des 10. Jahrestages der Veröffentlichung von „Summorum Pontificum“, jenem päpstlichen Schreiben (Motu proprio) von Benedikt XVI., in dem die Feier der „alten Messe“ (amtlich als „Außerordentliche Form des römischen Ritus“ bezeichnet) erhebliche Erleichterungen erhielt.

Die „Tagespost“ dokumentierte am 30. März 2017 online die Rede des Kardinals, aus dem Französischen übersetzt von Katrin Krips-Schmidt.

Wir veröffentlichen hieraus einige wesentliche Auszüge:

„Wie Sie wissen, war das, was man zu Beginn des 20. Jahrhunderts als „liturgische Bewegung“ bezeichnete, der Wunsch des heiligen Papstes Pius X. – der sich in einem anderen Motu proprio mit dem Titel Tra le sollicitudini äußerte –, die Liturgie zu erneuern, um deren Schätze zugänglicher zu machen, damit sie so erneut zur Quelle eines wahrhaft christlichen Lebens werden.

Daher stammt auch die Definition der Liturgie als „Höhepunkt und Quelle des Lebens und der Mission der Kirche“, wie es in der Konstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium des Zweiten Vatikanum (Nr. 10) dargelegt wird. Man kann gar nicht genug wiederholen, dass die Liturgie als Höhepunkt und Quelle der Kirche ihr Fundament in Christus selbst findet.

So ist unser Herr Jesus Christus tatsächlich der einzige und endgültige Hohepriester des Neuen und Ewigen Bundes, da er sich selbst zum Opfer gab und „durch ein einziges Opfer hat er für immer jene, die geheiligt werden sollen, zur Vollendung geführt“ (vgl. Hebr 10,14).

So erklärt der Katechismus der katholischen Kirche: „In ihrer Liturgie verkündet und feiert die Kirche dieses Mysterium, damit die Gläubigen daraus leben und es in der Welt bezeugen“ (Nr. 1068).

In diesem Rahmen der „liturgischen Bewegung“, deren eine der schönsten Früchte die Konstitution Sacrosanctum Concilium war, empfiehlt es sich, das Motu proprio Summorum Pontificum von 7. Juli 2007 zu betrachten, über dessen Feier des 10. Jahrestages seiner Veröffentlichung wir große Freude und Dankbarkeit empfinden.

Es kann also festgestellt werden, dass die vom heiligen Papst Pius X initiierte „liturgische Bewegung“ nie unterbrochen war und dass sie infolge eines neuen Impulses, der ihr von Papst Benedikt XVI. verliehen wurde, noch bis heute fortdauert.

In diesem Zusammenhang seien die besondere Sorgfalt und die persönliche Aufmerksamkeit genannt, die er bei der Feier der heiligen Liturgie als Papst an den Tag legte, sodann seine häufigen Verweise in seinen Ansprachen in Bezug auf die zentrale Stellung der heiligen Liturgie im Leben der Kirche und schließlich seine beiden Lehrschreiben Sacramentum Caritatis und Summorum Pontificum. Mit anderen Worten: Das, was man das liturgische Aggiornamento nennt, ist in gewisser Weise durch das Motu proprio Summorum Pontificum von Papst Benedikt XVI. vervollkommnet worden.

Worum handelt es sich dabei?

Der emeritierte Papst etablierte die Unterscheidung zwischen zwei Formen desselben römischen Ritus: eine so genannte „ordentliche“ Form, die die nach den Vorgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils überarbeiteten liturgischen Texte des römischen Messbuchs betreffen, sowie eine als „außerordentliche“ bezeichnete Form, die der Liturgie entspricht, die vor dem liturgischen Aggiornamento gültig war…

In dem das Motu proprio begleitenden Brief an die Bischöfe stellte Papst Benedikt XVI. klar, dass seine Entscheidung, die beiden Missale nebeneinander bestehen zu lassen, nicht nur das Ziel verfolgte, den Wunsch bestimmter Gruppen von Gläubigen zu erfüllen, die den liturgischen Formen vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil anhingen, sondern auch die gegenseitige Befruchtung der beiden Formen desselben römischen Ritus zu ermöglichen – das heißt, nicht nur ihre friedliche Koexistenz, sondern durch eine Hervorhebung der besten Elemente, die sie kennzeichnen, auch noch die Chance, die beiden Formen zu vervollkommnen.

In dem Brief schrieb er: „Im Übrigen können sich beide Formen des Usus des Ritus Romanus gegenseitig befruchten: Das alte Messbuch kann und soll neue Heilige und einige der neuen Präfationen aufnehmen… In der Feier der Messe nach dem Missale Pauls VI. kann stärker, als bisher weithin der Fall ist, jene Sakralität erscheinen, die viele Menschen zum alten Usus hinzieht.“

Mit diesen Worten also brachte der emeritierte Papst seinen Wunsch zum Ausdruck, die „liturgische Bewegung“ wiederzubeleben. In den Gemeinden, in denen das Motu proprio umgesetzt werden konnte, bescheinigen die Pfarrer sowohl den Gläubigen als auch den Priestern die größte Inbrunst, wie Pfarrer Rodheudt selbst es bestätigen kann.

Darüber hinaus hat man eine Auswirkung und eine positive geistliche Entwicklung auf die Art und Weise feststellen können, die Eucharistiefeiern gemäß der ordentlichen Form mitzuerleben, insbesondere die Wiederentdeckung der Gebetshaltungen vor dem Allerheiligsten: Knien, Kniebeuge…, sowie eine stärkere Andacht, die durch diese heilige Stille gekennzeichnet ist, die die entscheidenden Augenblicke des heiligen Opfers der Messe prägen muss, damit den Priestern und Gläubigen das hier gefeierte Geheimnis des Glaubens zu verinnerlichen ermöglicht werde.

Es trifft ebenfalls zu, dass eine liturgische und geistliche Ausbildung nachdrücklich unterstützt und in die Tat umgesetzt werden muss. Ebenso sollte eine vollkommen richtig orientierte Pädagogik gefördert werden, um einen gewissen zu formellen „Rubrizismus“ zu überwinden, indem die Riten des tridentinischen Missale denjenigen erklärt wird, die es noch nicht kennen oder es zu bruchstückhaft kennen… oder ihm zuweilen nicht objektiv gegenüberstehen…

Die Liturgie muss sich daher ständig reformieren, um ihrer mystischen Essenz immer getreuer zu werden. Doch meistens ist diese „Reform“, die an die Stelle der wahren, vom Zweiten Vatikanum gewollten „Restauration“ oder „Erneuerung“ getreten ist, mit einem oberflächlichen Geist und auf der Basis eines einzigen Kriteriums durchgeführt worden: Man wollte unbedingt ein als vollkommen negativ und überholt wahrgenommenes Erbe beseitigen, um eine Kluft aufzutun zwischen dem, was vor und dem, was nach dem Konzil existierte.

Doch schon ein Blick in die Konstitution über die heilige Liturgie und eine erneute aufrichtige Lektüre – ohne Verfälschung des Sinns – reichen aus, um zu erkennen, dass die wirkliche Absicht des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht darin bestand, eine Reform einzuleiten, die Anlass zu einem Bruch mit der Tradition werden könnte, sondern ganz im Gegenteil, um die Tradition in ihrer tiefsten Bedeutung wiederzufinden und zu bestätigen.

Tatsächlich ist das, was man die „Reform der Reform“ nennt und was man vielleicht noch genauer als „gegenseitige Befruchtung der Riten“ bezeichnen sollte, um einen Ausdruck des Lehramts von Benedikt XVI. aufzugreifen, eine vor allem geistliche Notwendigkeit.

Und sie betrifft selbstverständlich die beiden Formen des römischen Ritus. Die besondere Sorgfalt und die Hochachtung, die der Liturgie entgegengebracht werden sollen, die Notwendigkeit, an ihrer Schönheit, ihrer Sakralität und der Aufrechterhaltung eines ausgewogenen Gleichgewichts zwischen der Treue zur Tradition und einer legitimen Veränderung mitzuwirken und damit die absolute und radikale Zurückweisung jeglicher Hermeneutik des Bruchs und der Diskontinuität: Dies sind das Herzstück und die essenziellen Elemente jeder unverfälschten christlichen Liturgie.

Kardinal Joseph Ratzinger hat unermüdlich wiederholt, dass die Krise, die die Kirche seit etwa 50 Jahren, hauptsächlich seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, erschüttert, mit der Krise der Liturgie verbunden ist  –  und somit mit der Respektlosigkeit, mit der Entsakralisierung sowie mit der „Horizontalisierung“ der wesentlichen Elemente des Gottesdienstes.

Ich bin überzeugt“, schrieb er, „dass die Kirchenkrise, die wir heute erleben, weitgehend auf dem Zerfall der Liturgie beruht.“

Fortsetzung und vollständige Ansprache des Kardinals: http://www.die-tagespost.de/dossier/art4507,177426

Hier ein Video des Vortrags, verlesen von Dr. Matthias Schmidt: http://www.bonifatius.tv/home/robert-kardinal-sarah-summorum-pontificum-u-die-erneuerung-d-liturgie-d-latein-kirche_5557.aspx


Ausstellung des Erzbistums München klärt Migranten über Kondom-Details auf

Die Erzdiözese München und Freising sorgt sich um die „sexuelle Gesundheit für Menschen mit Fluchthintergrund“. Aufklärung bringen soll deshalb eine Wanderausstellung mit dem Titel: „Only Human. Leben. Lieben. Mensch sein.“  

Dabei soll es um Frauen- und Männergesundheit, HIV und weitere sexuell übertragbare Krankheiten sowie Beziehungen und Geschlechterrollen gehen. „In den Gesellschaften, aus denen viele der Flüchtlinge kommen, sind Sexualität und die damit verbundenen Fragen stark tabuisiert“, begründet Regina Lange, Leiterin der psychosozialen AIDS-Beratungsstelle der Caritas, die Notwendigkeit der Ausstellung.

Aber auch beim Thema Kondome steht die bayerische Diözese denen, die „noch nicht so lange hier leben“, mit Rat und Tat zur Seite:

„Zum Beispiel die verschiedenen Kondomgrößen war ein Anliegen aus dem Asylbereich. Sie haben gesagt, ihr müßt das zeigen, denn diese Standard-Normgrößen funktionieren nicht“, erklärt Lange und fügt hinzu: „Es wäre ja grob fahrlässig, wenn wir darauf nicht hinweisen.“

Ansonsten sei die Ausstellung selbsterklärend und verzichte weitgehend auf Sprache. Eine Waage, auf der auf der einen Seite ein männliches und auf der anderen Seite ein weibliches Spielzeug-Figürchen stehen, sollen ohne Worte plausibel machen: Alle Menschen sind gleich viel Wert.

Auch Generalvikar Peter Beer ist von der Idee begeistert: „Wir müssen mal zur Kenntnis nehmen, die Menschen, die zu uns ins Land kommen, sind nicht alle Katholiken, sondern es sind Menschen aus ganz anderen Kulturkreisen, mit anderen Gewohnheiten.“

Finanziert wird die Ausstellung vom erzbischöflichen Ordinariat München und dem bayerischen Gesundheitsministerium.

Quelle und vollständiger Text hier: https://jungefreiheit.de/kultur/2017/katholische-kirche-klaert-einwanderer-ueber-kondomgroessen-auf/

Foto: Dr. Bernd F. Pelz