Bald ist Allerheiligen da: Die Heiligen sind glaubensstarke Menschen in der Spur Christi

Von Dr. Axel Bernd Kunze

Viele Heilige sind auch in einer zunehmend säkular gewordenen Kultur populär geblieben. Denken wir nur an Nikolaus oder Martin. Andere Heilige kennen wir, weil ihr Bild häufig zu sehen ist: Der heilige Johannes Nepomuk steht an zahlreichen Brücken, das Bild des heiligen Florian findet sich an vielen Feuerwehrhäusern.

Andere Heilige wiederum sind als beliebte Namenspatrone im Gedächtnis: Peter und Markus, Georg oder Franz, Maria und Barbara, Anna oder Christoph.

Am Allerheiligentag, den wir bald begehen, feiert die Kirche nicht in erster Linie die großen, bekannten Gestalten des Heiligenkalenders, sondern gerade die vielen, die uns namentlich gar nicht oder nicht mehr bekannt sind.

Das Fest rückt gerade das Vermächtnis der ungezählten Namenlosen in den Blick, die nicht im Rampenlicht der Geschichte standen, deren Erinnerung bereits für immer aus dem Gedächtnis der Lebenden gelöscht ist und deren Gräber schon längst von dieser Erde verschwunden sind.

Doch bei Gott sind sie nicht vergessen. Wir wissen sie in der ewigen Gemeinschaft bei Gott.

Allerheiligen ist ein zutiefst solidarisches Fest. An diesem Tag gedenken wir als Christen besonders auch jener Gläubigen, deren Lebensentwurf quer zu gesellschaftlichen oder auch – vielleicht häufiger als vermutet – kirchlichen Vorstellungen ihrer Zeit lag, denen womöglich zu Lebzeiten sogar der Himmel abgesprochen wurde oder deren Leben nach menschlichen Maßstäben gescheitert ist. Und doch waren sie auf dem Weg zu Gott, sind sie letzten Endes von Gott bejaht und gerechtfertigt worden.

Am Allerheiligenfest dürfen gerade jene Männer und Frauen einmal im Mittelpunkt stehen, die ihren christlichen Lebensentwurf in der schlichten Alltäglichkeit gelebt haben, in Familie und Beruf, in Routine und Unauffälligkeit, als Alleinstehende oder Vereinsamte, als Gescheiterte oder an den Rand Gedrängte, als Querköpfe oder Bescheidene, als Verlachte oder Verkannte …

Heilige sind keine Ausnahmegestalten. Sie sind überall dort zu finden, wo Christen ihren Glauben ernst nehmen und in der Spur Jesu ihr Leben gestalten.

Allerheiligen ruft uns ins Gedächtnis, dass sich Heiligkeit nicht mit menschlichen Maßstäben messen lässt. Die Glückwunsche Jesu in den Seligpreisungen, die wir im Evangelium gehört haben, kehren die üblichen Maßstäbe um, nach denen Ansehen, Erfolg oder Wohlergehen gewichtet werden. Sehr häufig verwirklicht sich das Lebenszeugnis der Heiligkeit ganz unspektakulär, ohne viel Aufhebens oder Aufsehens – auch heute noch, mitten unter uns.

Und das Lebenszeugnis der Heiligen vermag die Welt zu verändern. Wer in sich die Sehnsucht nach Gottes Gerechtigkeit wach hält und diese Sehnsucht durch sein Leben spürbar macht, verändert diese Welt, der macht Gottes Liebe in dieser Welt sichtbar.

Der Weg zur Heiligkeit ist vielfältig, hier gibt es kein Einheitsmuster. Denn letztlich geht es um eine Liebesbeziehung zwischen Gott und Mensch. Und Liebe ist immer wieder von neuem kreativ und überraschend. Oder wer könnte sagen, in der Liebe schon alles getan zu haben!?

Erstveröffentlichung des Beitrags auf dem Blog des Autors: https://bildung-und-ethik.com/2021/10/24/allerheiligen-ein-fest-der-heiligen-des-alltags/


Australien: Kirche verteidigt Beichtgeheimnis – Erzbischöfe verweigern sich einem Staatsgesetz

Der Erzbischof von Perth, Timothy Costelloe, verurteilt ein neues Gesetz, das Priester in Westaustralien bei Missbrauchsfällen zum Bruch des Beichtgeheimnisses verpflichten soll.

Dadurch werde eine „wesentliche Dimension der Ausübung des katholischen Glaubens durch Priester kriminalisiert“, betont er in einem Hirtenbrief, der am Sonntag in den Kirchen von Westaustralien verlesen wird. Zudem sei der Bruch des Beichtgeheimnisses keine Garantie für einen besseren Schutz von Kindern vor Missbrauch.

Als „besonders besorgniserregend und beunruhigend“ bezeichnet es Costelloe, dass sich das Parlament von Westaustralien über die Empfehlung eines von der Regierung eingesetzten Ausschusses hinweggesetzt habe, der sich mehrheitlich gegen eine gesetzliche Verpflichtung zum Bruch des Beichtgeheimnisses bei Missbrauchsfällen ausgesprochen habe.

Ähnliche Gesetze sind bereits in den Bundesstaaten Südaustralien, Victoria, Tasmanien und im Stadtstaat Canberra in Kraft. Zuletzt hatte Queensland im Juli Priester per Gesetz zu Anzeige von Sexualdelikten an Kindern, von denen sie während der Beichte erfahren, verpflichtet.

Die Erzbischöfe der betroffenen Bundesstaaten hatten angekündigt, das Gesetz nicht befolgen zu wollen.

Quelle und vollständige Nachricht hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2021-10/australien-beichtgeheimnis-kirche-staat-gesetz-bischof-perth.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Debatte um Beichtsiegel auch hierzulande

In Frankreich ist im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen eine Debatte um das Beichtgeheimnis entfacht worden. Der Priester und Rechtsexperte Oliver Rothe hält eine Aufweichung des Beichtsiegels durch den deutschen Staat für ausgeschlossen.

Das Beichtgeheimnis sei „integraler Bestandteil des Grundgesetzes“, erklärte er gegenüber dem Münsteraner Portal kirche-und-leben.de.

„Der Staat schützt das sogenannte Beichtsiegel insbesondere durch das Zeugnisverweigerungsrecht des Priesters.“ – Diesen Schutz habe der Staat vertraglich gegenüber dem Vatikan zugesichert – eine Verpflichtung, die er nicht einseitig auflösen könne.

Das Zeugnisverweigerungsrecht leite sich aus dem Recht auf private Lebensgestaltung sowie aus dem Recht auf freie Religionsausübung ab.

Ein Eingriff in diese Grundrechte sei unverhältnismäßig – außer wenn nachgewiesen würde, dass ein lockereres Beichtsiegel Kindesmissbrauch verhindern würde. Wenn Priester jedoch das in der Beichte erlangte Wissen weitergeben müssten, dann würden weder Täter noch Opfer das Beichtgespräch suchen.

Zudem „entfiele dadurch die einzigartige Möglichkeit des Priesters, sich in einem Beichtgespräch dafür einzusetzen, dass der Täter sich den Ermittlungsbehörden stellt.“ – Statt das Beichtsiegel auszuhöhlen, müsse die Kirche effektive Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt durch Priester ergreifen.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2021-10/deutschland-kirche-beichtgeheimnis-debatte-missbrauch.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE

Foto: Felizitas Küble


Streiflichter von der Synodenversammlung: Wer stoppt den Irrweg nach Absurdistan?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Der Chefredakteur der Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt, Michael Heberling, schrieb in seinem Editorial mit der Überschrift „Vergiftetes Klima“ u.a.:

“Die Wortwechsel im Vorfeld der zweiten Vollversammlung… haben wenige Tage vor deren Beginn allerdings eine Schärfe angenommen, die selbst wohlmeinendste Beobachter einigermaßen fassungslos machen muss.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, selbst Synodale und bekanntermaßen mit dem Vorgehen der Versammlung und den bislang diskutierten Inhalten so unzufrieden, dass er auf einer eigenen Plattform eine Paralleldiskussion führt…

Sein Vorwurf, der ‚Synodale Weg‘ versuche, entsprechend einer Hermeneutik der Vielfalt ohne Dogma die katholische Kirche nach dem Vorbild evangelischer Kirchenordnungen umzugestalten… Dass der ‚Synodale Weg‘ eine Instrumentalisierung des Missbrauchs betreibe und kritiklos Missbrauchsstudien dogmatisiere, muss man als eine Unterstellung gröberer Art betrachten.

Das leugnet Anlass und Begründung, mit der die Bischöfe selbst den Prozess des ‚Synodalen Wegs‘ für notwendig erachtet und initiiert haben. An diesem Punkt der vergifteten Auseinandersetzung angekommen, scheint es fast unmöglich, dass die Versammlung fruchtbringend arbeiten kann.“

Für Heberling geht es gemäß Cancel Culture darum, jemanden (Bischof Voderholzer) zum Schweigen zu bringen, andere Positionen will man nicht anhören.

Der Passauer Bischof Stefan Oster äußerte folgendes (Passauer Bistumsblatt, 10.10.21): „Die Atmosphäre war gut“… Dennoch hat sich Bischof Oster in der ‚kuriosen Lage‘ befunden, „dass er „die geltende Lehre der Kirche aus tiefer persönlicher Überzeugung bejahen und vertreten kann, aber mich letztlich damit – auch unter den Bischöfen – in einer deutlichen Minderheit befinde. Kurios empfinde ich das deshalb, weil wir Bischöfe mit der Hand auf dem Altar versprochen haben, die Lehre der Kirche zu lehren und zu verteidigen – und dem Papst zu folgen“.

Was den Ausgang des ‚Synodalen Weges‘ in Deutschland angeht, bleibt Bischof Stefan Oster skeptisch: “Wir werden am Ende des Synodalen Weges Texte haben, die in Rom mit einiger Sicherheit nicht angenommen werden. Was dann kommt, kann ich wirklich nicht vorhersagen“.

Eine „gute Atmosphäre“ haben nicht alle Teilnehmer empfunden. Der Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke, äußerte folgendes (Kirchenzeitung der Diözese Eichstätt 10.10.21): Schwierig für ein respektvolles miteinander „sei es“ hingegen, „rote Karten im Plenum zu zücken, wenn bestimmte Redner zu Wort kommen oder gar bei Redeinhalten, die einfach die kirchliche Lehre abzubilden versuchen“.

BILD: Bischof Rudolf Voderholzer von Regensburg verteidigt die Glaubenslehre der Kirche

Hanke fragt, „ob wir Wandel durch Umbau von Strukturen und Entscheidungsebenen in der Kirche gestalten wollen oder ob wir durch Umkehr, durch Vertiefung der Jüngerschaft… einem neuen Geist des Miteinanders Raum geben wollen, der dann Strukturen verwandelt und prägt“.

Dr. Bettina-Sophia Karwath, zuständig für Fort- und Weiterbildung im Bistum war erstaunt „über den rüden Ton“ in manchen Debatten.

Ein weiterer Delegierter des Bistums, Dr. Christian Klenk registriert, dass in den sozialen Medien „ein sehr rauer Tonfall herrscht und Andersdenkende auch persönlich diffamiert werden“. Zum „Synodalen Weg“ in Frankfurt: „Es gab auch Momente, in denen die Stimmung gekippt ist“. Nachdenklich macht ihn, „dass nicht alle synodalen Mitglieder bei der gemeinsamen Eucharistie mitgefeiert haben“.

Die in Verbänden organisierten deutschen Katholiken – sie bilden unter den Synodalen die große Mehrheit der 216 Delegierten – stimmten über dreizehn der vorliegenden sechzehn Papiere ab. Kein Text wurde abgelehnt, alle erhielten eine hohe Akzeptanz von rund 180 zu 30 Stimmen.

Ludwig Ring-Eifel (KNA) äußert dazu (Passauer Bistumsblatt 10.10.21):

„Die Mehrheitsverhältnisse bei der zweiten Synodalversammlung waren sehr konstant. Einer konservativen Minderheit von 30 – 40 Delegierten, die in fast allen Abstimmungen deutlich unterlag, stand eine reform-orientierte Mehrheit von 160 bis 170 Stimmen gegenüber. In dieser Gruppe wiederum gab es eine radikale Minderheit von etwa 40 Delegierten, die in Einzelfällen auch für noch weitergehende Reformideen stimmten“.

Die Gruppe, die an der Lehre der Kirche festhielt, betrug rund 15% der Delegierten. Die Mehrheit lag erheblich über der Zweidrittelmehrheit (154).

Worüber stimmten die Delegierten ab?

„Neben Tradition und Lehre rücken die ‚Zeichen der Zeit‘ immer mehr in den Vordergrund“ (Konradsblatt, 10.10.21). Die Texte bezogen sich auf die vier Foren des „Synodalen Prozesses“: „Macht und Gewaltenteilung“, „Priesterliche Existenz“, „Frauen in Diensten der Kirche“, „Leben in gelingenden Beziehungen“.

Im Einzelnen: „u.a. sollen die Gläubigen ein Mitspracherecht bei Bischofswahlen erhalten und ein synodaler Rat von Bischöfen und Laien eingerichtet werden“. Er könnte dann über die Umsetzung der Beschlüsse wachen.

Die Delegierten stimmten auch darüber ab, „ob der Fokus auf Evangelisierung stärker in der Präambel des ‚Synodalen Weges‘ betont werden sollte“. – Das Ergebnis war 94 Ja-Stimmen, bei 86 Gegenstimmen und 15 Enthaltungen.

Der Vorsitzende der DBK, Bischof Bätzing, und der Präsident des ZdK, Prof. Sternberg, betonten, der „Synodale Weg“ wolle keine „Deutsche Nationalkirche“ gründen. Vor der Presse sprach aber Bätzing von einer „Deutschen Kirche“ statt von einer „Kirche in Deutschland“.

Die Delegierten stimmten auch darüber ab, ob die Frage zugelassen werden solle, ob es „das Priesteramt überhaupt braucht“. Dafür stimmten 95, dagegen 94. – Neun enthielten sich der Stimme.

Ptiesterweihe Dom St. Peter 2016 Foto: altrofoto.de

Dazu Bätzing: „Es ginge dabei beileibe nicht um eine Abschaffung des Priesteramtes“. „Umstand sei, dass  die Stellung des sakramentalen Amtes des Priesters angefragt ist durch die Missbrauchskrise und auch durch den Mangel an Priestern“.

Der Grundlagentext des Forums „Leben in gelingenden Beziehungen“ wurde mit der Mehrheit von 168 Ja-Stimmen bei insgesamt 214 Teilnehmern angenommen, obwohl er die Sexualmoral als überholt erklärt (Deutsche Tagespost, 7.10.21). Diese Textvorlage sieht auch die Segnung homosexueller Paare vor.

Für den Bundesvorsitzenden der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Gregor Podschun, war „der Beschluss, an dem Alleinstellungsmerkmal der sakramentalen Ehe als Lebensbund allein zwischen Mann und Frau festzuhalten… eine große Enttäuschung“ (Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt 10.10.21). Ein Antrag forderte, das Predigtrecht für theologisch gebildete Laien zu öffnen. Auch Bischöfe sprachen sich dafür aus.

Die sexuellen Missbrauchsfälle hätten „systemisch begünstigende Faktoren für Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche gezeigt und die Notwendigkeit, die kirchlichen Strukturen auf Fragen von Macht, Leitung und deren Kontrolle zu untersuchen“ (Konradsblatt, Nr. 41, S. 6).

Dazu äußerte Bischof Voderholzer: „Was ich ablehne, ist eine Emotionalisierung und das unfehlbare Lehramt der Betroffenen.“

Die Beschlüsse der Frankfurter Versammlung müssen noch in den kommenden Synodenversammlungen in zweiter und dritter Lesung verabschiedet werden. Nach den Regeln können die Bischöfe mit einem Drittel ihrer Stimmen (Sperrminorität) jede Vorlage am Ende zu Fall bringen. Es ist zu hoffen, dass eine Sperrminorität den Weg der katholischen Kirche in Deutschland nach Absurdistan stoppen kann.

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN und die Monatszeitschrift DER FELS


Englischer Bischof will Anerkennung der Sterbesakramente als „Notfalldienst“

Der katholische Bischof Mark Davies aus dem westenglischen Shrewsbury richtete einen Appell an die Behörden, nachdem die Polizei Berichten zufolge einen Priester abgewiesen hatte, der dem katholischen Parlamentsabgeordneten Amess am Tatort die Sterbesakramente erteilen wollte.

„Jeder katholische Christ hofft, in der letzten Krise seines Lebens die Sakramente zu empfangen und vom Gebet der Kirche begleitet zu werden“, so der Oberhirte (siehe Foto).

Er fuhr fort: „Dies ist etwas, das in Krankenhäusern und Pflegeheimen gut verstanden wird, doch die Ereignisse nach dem mörderischen Angriff auf Sir David Amess zeigen, dass dies in Notfallsituationen nicht immer verstanden wird.“

Pater Jeff Woolnough begab sich am 15. Oktober zur Kirche, nachdem er erfahren hatte, dass Amess dort während eines Treffens niedergestochen worden war.

Berichten zufolge verwehrten Polizisten dem Priester den Zutritt zu dem sterbenden Katholiken. Stattdessen betete der Geistliche außerhalb der Polizeiabsperrung den Rosenkranz für Sir Amess.

Auf Nachfrage betonte die Polizei von Essex, dass es „von größter Wichtigkeit ist, dass wir die Integrität eines Tatorts bewahren und es den Rettungsdiensten ermöglichen, sich um die Bedürftigen zu kümmern.“

Die Journalistin Melanie McDonagh kritisierte die Entscheidung der Polizei, Pfarrer Woolnough nicht zum sterbenden Gläubigen zu lassen.

„Das beunruhigendste Element der Polizei-Erklärung ist, dass die Polizei ‚den Rettungsdiensten erlauben wollte, sich um die Bedürftigen zu kümmern‘. Auch und gerade ein Priester ist eine Rettungskraft, leistet Notdienst“, schrieb sie in der britischen Wochenzeitung The Spectator.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://de.catholicnewsagency.com/story/englischer-bischof-fordert-die-anerkennung-der-sterbesakramente-als-notfalldienst-9356

Foto: Mazur/catholicchurch.org.uk.







Bischof Voderholzer: Anpassung der Kirche an den Zeitgeist ist nicht angesagt

Im Rahmen einer Pontifikalvesper im Dom eröffnete Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am heutigen Sonntag den von Papst Franziskus ausgerufenen weltweiten Synodalen Prozess für das Bistum Regensburg.

In seiner Predigt betonte der katholische Oberhirte das Anliegen des Papstes: Die ganze Weltkirche und alle Ebenen in diesen Austausch einzubeziehen, ist ein ehrgeiziges Unterfangen, das viel Disziplin erfordert.

Gemäß dem Auftrag von Kardinal Grech hat der Bischof nach Veröffentlichung des Fragebogens alle Synodalen Gremien des Bistums angeschrieben und eingeladen, sich auszutauschen, auch mit dem Bischof selbst, und dann ihm die Ergebnisse zu übermitteln.

Die synodalen Gremien im Bistum Regensburg sind der Diözesanpastoralrat, der Priesterrat, das Domkapitel, und das Diözesankomitee, erklärte der Bischof. „Darüber hinaus sind alle Gremien, Ordensgemeinschaften, Bewegungen, etc. eingeladen, mir ihre Gedanken und Überlegungen zukommen zu lassen“, so der Aufruf von Bischof Voderholzer.

Weiter hob der Bischof hervor, dass Papst Franziskus nie einen Zweifel daran gelassen habe, dass er vom katholischen Verständnis von Synode ausgehe, dass er die Verantwortung und Entscheidung beim Papst und bei den Bischöfen sieht.

Eines stehe im Blick auf die erhoffte Reform der Kirche in unseren Tagen fest, erklärte der Regensburger Bischof:

„Es hat in der Geschichte der Kirche Erneuerung immer dort gegeben, wo intensiver auf das Wort Gottes gehört, leidenschaftlicher gebetet wurde und wo man hingebungsvoller sich den Kranken, den Leidenden zugewandt in den sozial-caritativen Werken. Noch nie habe ich gehört, dass die Kirche sich erneuert hätte durch Anpassung an die Forderungen des jeweiligen Zeitgeistes“, so der Bischof abschließend.

Quelle: Bistum Regensburg – Foto: Jakob Schoetz


Liturgie ist stärkster Ausdruck des Glaubens

Die Liturgie sei keine „Show“, sondern „der stärkste Ausdruck des lebendigen Glaubens der Kirche“, das Werk Christi selbst, der uns durch sie „zum Eintritt in sein Ostergeheimnis aufruft“. Dies bekräftigte der irakische Kardinal Luis Raphael Sako, Patriarch der chaldäischen Kirche, in einer Erklärung zum laufenden Prozess der liturgischen Erneuerung dieser altorientalischen Kirche.

Sako beschreibt das Wesen der heiligen Messe und ihre zentrale Bedeutung.

„Die Liturgie“, betonte der irakische Kardinal, „ist die Feier der Gegenwart Christi in seinem österlichen Geheimnis, auf eine freudige Weise. Es ist bedauerlich zu sehen, dass wir bei einigen liturgischen Praktiken das Gefühl haben, in Trauer zu sein oder auf der Bühne eines Schauspiels, und nicht in der Freude, die Gegenwart des verherrlichten Christus zu feiern, dem Unterpfand unseres ewigen Lebens“.

Gerade die Bedeutung der Liturgie „bringt die Notwendigkeit mit sich, die Feier gut vorzubereiten“, indem man sich an die liturgischen Zeiten des Kirchenjahres hält und „geeignete Gebete, Lieder und Lesungen vorsieht„:

„Dieses tägliche Leben, das von den Zeiten und Momenten der Liturgie geprägt ist“, so der Patriarch „ist das, was unsere Heiligen und Märtyrer gelebt haben, und wonach wir auch heute noch streben müssen“.

Quelle: Fidesdienst


Reform-Manifest statt „Synodaler Weg“

Von Dr. Axel Bernd Kunze

Der Synodale Weg, den die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken begonnen haben, ist mehr eine Funktionärsveranstaltung als ein Instrument synodaler Beratung in der Kirche.

Nur mühsam können die kirchlich Verantwortlichen noch den Anschein einer gelungenen Gesprächskultur erwecken und die Gefahr des Scheiterns kleinreden, seit die letzte Vollversammlung vorzeitig abgebrochen wurde. Teilnehmer berichten von einer aufgeheizten Stimmung wie auf einer politischen Kundgebung.

Der Arbeitskreis Christliche Anthropologie hat nun ein Reformmanifest vorgelegt, mit dem ein am Evangelium orientierter, kirchlicher verantwortlicher Neuanfang und Reformprozess möglich werden sollen.

Das Manifest kann unter folgendem Link unterzeichnet werden:

Reform-Manifest neuer Anfang

Quelle des Beitrags von Dr. Kunze: https://bildung-und-ethik.com/2021/10/05/neu-anfangen-das-reform-manifest/


Bischof Rudolf Voderholzer besorgt über Verbürgerlichung in Kirche und Priesterstand

Das katholische Priesteramt ist „hochmodern und hochaktuell“, sagt der Bischof von Regensburg, Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto).

„Vielleicht müssen wir noch mehr Wert auf die Einheit der drei evangelischen Räte legen“, räumte er in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) ein.

Wörtlich sagte der Oberhirte: „Oft ist aufgrund der finanziellen Möglichkeiten der Zölibat das einzig Jesuanische, und von Gehorsam und Armut ist dann weniger die Rede. Darin sehe ich eine viel größere Chance, glaubwürdig zu sein.“

Er glaube nicht, „dass wir weiterkommen, wenn wir noch mehr verbürgerlichen“.

In dem Interview erläuterte er auch, was er mit „Verbürgerlichung“ meint: „Das machen, was halt alle machen: wie Junggesellen leben, den Wohlstand genießen und nebenbei das Evangelium verkünden.“

Da wirke der Zölibat wie ein Fremdkörper: „Nach meinem Kenntnisstand hat sich die Kirche immer dann erneuert, wenn sie auf Jesus gehört und seine Provokationen im Hinblick auf jegliche Moderne ernst genommen hat.“

Quelle: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2021-10/deutschland-voderholzer-nzz-interview-priesteramt-hochaktuell.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Augsburger Bischof besorgt über Synodale Irrwege: Keine kath. Kirche ohne Priester!

Läuten wir uns selbst die Sterbeglocke?

Der Augsburger Oberhirte Dr. Bertram Meier hat angesichts der jüngsten Beschlüsse im Gesprächsforum Synodaler Weg davor gewarnt, in der Kirche mit „nationalen Sonderwegen zu liebäugeln“.

In einer Predigt anlässlich der Investitur der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem betonte der katholische Bischof am Sonntag im Augsburger Dom: „Nie habe ich Weltkirche als Handicap oder Korsett erfahren. Im Gegenteil: Ich sehe sie als Privileg. Die Weltkirche hat meinen Horizont weit gemacht.“

Das Gesprächsforum „Synodaler Weg“, in dessen zweiter Vollversammlung am vorvergangenen Wochenende mehrheitlich beschlossen wurde, den Sinn des sakramentalen Priestertums zum Diskussionsthema zu machen, betrachtet der Bischof „mit Sorge“:

„Trägt uns nicht mehr die gemeinsame Überzeugung, dass ein sakramental verstandenes Volk Gottes – die Kirche – ein sakramental verortetes Weiheamt notwendig braucht? Es ist konstitutiv für die katholische Kirche. Daran sollte auch eine Synode weder rütteln noch sägen.…Wenn wir ernsthaft eine Kirche ohne Weiheamt anstreben, läuten wir uns selbst die Sterbeglocke.“

…..Priesterweihe in Regensburg – Foto: altrofoto.de

Wer eine Kirche ohne sakramentales Amt wolle, breche ihr das Genick. Sie hätte keine Kraft mehr, gegen den Strom zu schwimmen und würde mitgerissen werden von den Wellen der gängigen Meinungen.

Auch gegenüber den im Synodalen Weg vertretenen Vorstellungen, basisdemokratischen Elementen bei Bischofernennungen eine gewichtige Rolle zu geben und diese Ämter ggf. zeitlich zu begrenzen, zeigte Bertram sich skeptisch:

„Wollen wir unsere Hirten künftig nur noch demokratisch wählen und auf Zeit einsetzen, um ihnen bei Bedarf ebenso per Mehrheitsvotum wieder das Vertrauen entziehen zu können? Bischöfe auf Zeit?!…Denken wir es weiter! Müsste ein Pfarrer, ein Bischof, der Papst sein Wirken an den Applaus von Mehrheiten knüpfen, wohin würde das führen?

Stellen wir uns vor, wie es unserem Erlöser im Heiligen Land ergangen wäre, wenn er bei den Aposteln vorher hätte abstimmen lassen, ob er den Kreuzweg gehen soll. Mein Kirchenpolitbarometer liefert mir die Prognose: 12 zu 1 gegen Jesus. Der Heiland hat aufs Votum verzichtet; er hat sich fürs Kreuz entschieden – und uns dadurch erlöst: Im Kreuz ist Heil!“

Quelle: Pressemitteilung der Diözese Augsburg