Irak: Der IS zerstörte ca 100 Kirchen bzw. jesidische Tempel in Mossul & Ninive

Mindestens 100 Kultstätten wurden im Stadtgebiet von Mossul und in der Provinz Ninive seit dem Vormarsch des Islamischen Staates (IS) im Juni 2014 geschändet oder demoliert.

Orientalische Ikone

Dies teilt der Sprecher des Ministeriums für Religiöse Angelegenheiten der Autonomen Provinz Kurdistan, Mariwan Naqshbandi, mit. Er nannte damit vorab einige Details aus einem Bericht über die Verbrechen des IS in diesen Regionen.

Der Bericht, so der Sprecher der kurdischen Regierung, weist darauf hin, dass es sich bei einem Großteil der verwüsteten Kultstätten um christliche Kirchen und jesidische Tempel oder Kultstätten anderer religiöser Minderheiten handelt.

Die Kommission, die den Bericht über die Verbrechen des IS untersucht, sammle Informationen mithilfe der kurdischen Peschmerga-Einheiten, die an der Befreiung der Gebiete vom IS beteiligt sind. Die Kommission sammle auch Daten zur Gewalt gegen Frauen, insbesondere Jesidinnen, während der Besetzung.

Quelle: Fidesdienst


FAS: Kirchen laufen dem Zeitgeist hinterher

Scharfe Kritik am Zustand der beiden großen Kirchen in Deutschland hat der Journalist und Autor Markus Günther geübt. Wie er in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (25. Dezember) schreibt, gibt es eine Entfremdung zwischen den Kirchen und den Menschen. zeitungen

Umfragen zufolge akzeptierten die meisten Deutschen die zentralen Inhalte des Christentums nicht mehr. Nur eine Minderheit der Kirchenmitglieder glaube an die Auferstehung der Toten. Viele lehnten auch die Vorstellung von einem Jüngsten Gericht ab.

Die Reaktion der Kirchen darauf hält Günther für falsch: „Der finanzielle Reichtum und die spirituelle Armut führen zu einem blindwütigen Aktionismus, der auf gesellschaftspolitischen Nebenkriegsschauplätzen den Boden gutmachen will, der auf dem zentralen Schlachtfeld des Glaubens verlorengegangen ist.“

Die evangelische Kirche arbeite sich etwa an einem „integrierten Klimaschutzkonzept“ ab. Im Auftrag der EKD hätten sich ferner „geschlechterbewusste Exeget_innen“ Bibeltexte kritisch angeschaut und die Frage aufgeworfen, ob die zwölf Jünger Jesu wirklich Männer waren.

Der Journalist schlussfolgert: „Sosehr sich auch beide Kirchen darin überbieten, dem Zeitgeist nachzulaufen, die Abwärtsbewegung haben sie nicht stoppen können.“

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/vorwurf-kirchen-ueberbieten-sich-darin-dem-zeitgeist-nachzulaufen-99398.html


Warum erschöpft sich das „Wort zum Sonntag“ in substanzloser Sozialkritik?

OFFENER BRIEF an Beauftragte der evang. und kath. Kirche über das „Wort zum Sonntag“

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Jahrzehnten gehört das „Wort zum Sonntag“ zu den Garanten im deutschen Fernsehen: Weiterhin sind jeden Samstag hunderttausende Zuseher vor den Geräten, mittlerweile auch an den digitalen Empfängern, um das „Wort zum Sonntag“ als einen Impuls für den bevorstehenden Feiertag mit in die Nacht zu nehmen. Riehle, Dennis_5

Auch ich gehöre zu diesen Interessierten, die sich regelmäßig einen christlichen Blick auf unser Zeitgeschehen wünschen. In einem ansprechenden Format, kurz und prägnant, modern und doch seriös – das sind die wesentlichen Eckpunkte einer mehrminütigen Sendung, die zeigen soll, welche Kultur und welche religiösen Traditionen unser Land auch im 21. Jahrhundert fortdauernd prägen.

Die Gedanken, die uns die evangelischen und katholischen Sprecher mit auf den Weg geben, sollen persönlich, aber auch für die Zuschauer in ihr jeweiliges Leben übertragbar sein. Sie sollen wirklichkeitsnah, aber eben nicht dem Zeitgeist hinterherrennend sein. Und sie sollen fundamental im besten Sinne, nämlich den Wurzeln lebendigen Christentums nah, sein.

Das geschieht am sinnvollsten durch die Bibel. Als Heilige Schrift ist sie das wesentliche Instrument, um Menschen zu erklären, was unsere Religion ihnen sagen möchte. Sie ist Grundlage für eine Existenz nach all unseren Werten, den Überzeugungen und den klaren Botschaften christlicher Verkündigung, die die Sendung sein soll:

Keine Kurzpredigt im dogmatischen oder belehrenden Verständnis, sondern ein ganz vitaler Anstoß, der freudig, aber eben nachdenklich machen soll, sich mit dem eigenen Glauben wieder neu kritisch und ermahnend gleichsam auseinanderzusetzen.

Doch wo ist dieses Werk geblieben? Wie oft fragte ich mich in der letzten Zeit, wodurch sich das „Wort zum Sonntag“ noch von dem Kommentar unterscheidet, den ich kuchristusrz davor in den „Tagesthemen“ sah. Denn von der Bibel war keine Rede. Viel eher ein recht weicher Meinungsbeitrag zu aktuellen Themen, dem es an jedwedem christlichen Inhalt fehlte.

Nein, Sozialkritik ist in einem Sendungsformat, das sich explizit mit dem religiösen Verständnis unserer Gegenwart befassen möchte, nicht möglich, solange es an einem Bezug zu einer biblischen Stelle fehlt. Friedensappelle werden in einem solchen Rahmen wertlos, wenn nicht Gottes Vergebung ihre Erwähnung findet. Und finanzpolitische Einordnungen bleiben dann unglaubwürdig, wenn sie im „Wort zum Sonntag“ ohne ein Gleichnis aus dem „Buch der Bücher“ auszukommen vermögen.

Standpunkte, Gutdünken oder Besserwisserei – für sie brauchen wir keine drei Minuten des Samstags. Sie können wir täglich in den sozialen Netzwerken, aber auch im Alltag erleben.

Das „Wort zum Sonntag“ ist viel zu wertvoll, um zu einem Sendeplatz zu verrohen, an dem substanzlose Einordnung dessen geschieht, was ohnehin schon jeder von uns weiß. Die Themen der Bibel, sie sind genauso präsent wie unser Heute – nutzen wir doch dieses Alleinstellungsmerkmal, das „Tagesschau“, Wissensmagazine und Talksendungen eben nicht zu bieten haben:

Die Betrachtung aus diesem Blickwinkel des Religiösen, des Christlichen, der eben doch einzigartig ist, wenn man die Chance nicht vergibt, ihn mit  geistlicher Nahrung jeden Samstag neu zu füttern und in Erinnerung zu rufen, wozu wir uns bekennen und worauf wir uns beziehen dürfen.

Mit dieser Ermutigung und den besten Segenswünschen
grüße ich Sie herzlich

Dennis Riehle, Martin-Schleyer-Str. 27 in 78465 Konstanz
Webpräsenz: http://www.Dennis-Riehle.de

 


Regensburg: Bischof Voderholzer hat die Heilige Pforte der Barmherzigkeit geschlossen

Am heutigen Christkönigssonntag endete das Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Bischof Rudolf Voderholzer schloss die Heilige Pforte bei der Kirche St. Joseph des Karmelitenklosters in der Regensburger Altstadt und feierte im Anschluss mit den Gläubigen im Dom St. Peter ein Pontifikalamt. 161120_pforte-1

Im Laufe der Liturgie ließ der Bischof die Heiligen Pforten Roms in Erinnerung an die Bistumswallfahrt nach Rom vor dem geistigen Auge der Gläubigen Revue passieren:

  • Die Heilige Pforte an der Lateranbasilika mit der ältesten Taufkapelle der Welt. Sie stelle uns die Taufe als Eintrittspforte in die Gemeinschaft der Kirche vor Augen.
  • Die Heilige Pforte der Basilika St. Paul vor den Mauern führe in die Kirche, in der sich das Grab des großen Völkerapostels Paulus befinde. Er habe sein Leben ganz in den Dienst des Evangeliums gestellt.
  • Die Heilige Pforte am Petersdom lasse die Gläubigen auf den heiligen Petrus schauen.
  • Die Heilige Pforte der Basilika Maria Maggiore habe den Blick dabei in besonderer Weise auf die Gottesmutter gelenkt. Durch sie konnte Jesus Christus, die Barmherzigkeit Gottes, unter den Mensch werden, erklärte der Regensburger Oberhirte

Heilige Jahre, wie das nun zu Ende gehende seien wichtige Zeichen, Höhepunkte im Fluss der Geschichte, hob Bischof Rudolf in seiner Predigt hervor. Das zu Ende gehende Jahr der Barmherzigkeit wollte den Gläubigen erneut die Gewissheit einpflanzen, dass die Türen des Herzens Gottes immer offen stünden, auch wenn die symbolische Pforte wieder geschlossen wurde.

Dankbar habe der Bischof auch die Rückmeldungen aus den Pfarreien vernommen, dass das Thema Barmherzigkeit das Leben und Beten in den Pfarreien geprägt habe. Die leiblichen und die geistlichen Werke der Barmherzigkeit hätten wir ein roter Faden die geistlichen Worte und Ansprachen durchzogen.  Mancherorts wurden die 14 Stationen der Kreuzwegandacht mit den 14 Werken der Barmherzigkeit in Verbindung gebracht. Ob das Jahr der Barmherzigkeit auch die Beichtpraxis belebt habe, lasse sich noch nicht abschließend sagen.

Heilige Pforten erstmals auch in den Bistümern

Im Dezember 2015 eröffnete Papst Franziskus das außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit, das weltweit, und so auch im Bistum Regensburg, gefeiert wurde.  Mehr als 450 Gläubige aus dem Bistum pilgerten Ende März zusammen mit Bischof Rudolf nach Rom, um dort durch die Heiligen Pforten zu gehen und die heilige Messe zu feiern.

Erstmals in der Geschichte der Heiligen Jahre durften nach Weisung des Papstes auch in den einzelnen Diözesen Heilige Pforten geöffnet werden. In Regensburg gab es neben der Pforte des Karmelitenklosters und in der Gnadenkapelle des Schönstattzentrums in Kösching acht weitere Hl. Pforten, die von Ostern bis Pfingsten geöffnet hatten. Diese waren in Amberg, Aufhausen, auf dem Bogenberg, in Cham, Mindelstetten, Neustadt a. d. Waldnaab, Tirschenreuth und Vilsbiburg.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg


Wirkt eine islamfreundliche Multikulti-Ideologie wie Opium für das Volk?

Von Hanna Jüngling

So hysterisch unsere „Eliten“ auf einheimische Faschismen und eine schimärische „Rechte“ reagieren, so hysterisch reagieren sie auf solide Kritik am evidenten, unbezweifelbaren islamischen Antifeminismus, Antijudaismus, Antizionismus, Antimodernismus, an seiner Homophobie, Demokratiefeindlichkeit, einem Menschenbild, das Ungläubige mit Tieren gleichsetzt, und an seiner Antichristlichkeit. IGFM_Scharia

Was auf der Hand liegt, was jeder mit Leichtigkeit nachlesen könnte, wird ignoriert, mit Hilfe eines Kultur-Relativismus, der logischen Widersprüchen einen Persilschein zur rasanten Einfahrt ins eigene Haus ausgestellt hat, schöngeredet oder womöglich vollständig verleugnet.

Der Islam ist jedoch vor allem eine Anti-Religion. Er ist defensiv und offensiv zugleich. Er hat uns nichts Positives zu sagen, er ist der „Geist, der stets verneint“ und der seine Anhänger in einen spirituell angestrichenen, materialistischen Feindschaftsmodus treibt.

Es gibt keine Religion, die eine so ausgeprägte Feindesnotwendigkeit aufweist. Ein Islam ohne einseitig erklärten irdischen Feind oder wenigstens eine irdische Rivalität bricht in sich selbst zusammen. Folgerichtig gehen alle rein islamischen Gesellschaften zugrunde.

Ohne Feind, den man (im besten Fall) unterwerfen, (im schlimmsten Fall) vernichten kann, sind sie dem Untergang geweiht. „Islam“ heißt nicht nur „UnterwerfuMoschee-Bonn-4ng“, sonder meint auch „Unterwerfung“. Wenn alle nicht-islamischen Feinde vernichtet sind, steht als finaler Akt die endgültige Zerstörung der Frau an.

Wir sind Zeitzeugen dieser Zerstörung der Frau. Unsere Feministinnen sind allerdings, von wenigen Ausnahmen abgesehen, zu beschränkt, um das zu erkennen.

Ein Niqab oder eine Burka ist eine Art lebendiges Grab. Die Frau soll, wie in der Gnosis, „sterben“, geistlich sterben, wie es im Thomas-Evangelium aufscheint, das die Kirche u.a. deswegen verworfen hat. Vorläufig ist sie noch notwendig, um als „Saatfeld des Mannes“ zu dienen.

Wären postmoderne Europäer nicht solche ausgewachsenden Religions-Ignoranten, würden sie das mit Leichtigkeit sehen können, denn auch unsere schwarze Priestersoutane oder der Nonnen- und Mönchshabit bedeutete stets genau dies: das Absterben für die Welt.

Nur wurde dies niemandem aufgezwungen, sondern tatsächlich und per definitionem freiwillig von wenigen ergriffen.

Das „Absterben“ für diese Welt wurde im übrigen auch niemals einseitig der Frau auferlegt, während der Mann darin seine weltliche Macht fundiert. Das christliche „Absterben“ für diese Welt ist Grundhaltung für jede Seele in einem persönlichen und vor allem gerade nicht im Rahmen der Ehe stattfindenden Sonderraum: dem Kloster oder dem Weiheamt. Foto 1 - Leh für PAZ - Burkas schn DSC_0305

Damit und durch die dem Mann ebenso wie der Frau auferlegte Monogamie war trotz allem die Ehe eine vergleichsweise herrschaftsfreie Zone geworden.

Anders als im Islam zeichnete das Christentum mit dieser Kleidung eher eine spirituelle Arkandisziplin aus, an der einer oder eine Anteil hatte, die dem normalen Sterblichen gerade nicht abverlangt werden durfte!

Zu stark wirkt im fahrlässig „aufgeklärten“ Europa außerdem das Narkotikum Lessings von den drei angeblich ununterscheidbaren Ringen nach. Aufklärung könnte man in Sachen Religion auch als Ignoranz, als eine regelrechte „selbstverschuldete Unmündigkeit“ hinsichtlich eines fundierten und großen Religionswissens bezeichnen.

„Aufklärung“ heißt heute, man findet Religion überflüssig und doof  –  und man ist stolz darauf, darüber nichts zu wissen  –  eine dumpfe Haltung, die sich bitter rächt und all jene, die sich so positioniert haben, eiskalt erwischt.

Die Aufklärung hat eine notwendige einheimische Religionskritik hervorgebracht, die im letzten Ende aber zur Ignoranz hinsichtlich der Religion geführt hat. Nicht nur Religion kann Opium für das Volk sein, sondern jede Weltdeutung, die die Wachsamkeit und das Unterscheidungsvermögen betäubt.

Insofern wurde auch die Aufklärung zum Opium für das Volk. tuerkei-flagge-100_01

Es liegt auf der Hand, der Vernunft gut sichtbar, dass Religion nicht gleich Religion ist, auch dann nicht, wenn einige Strukturmerkmale übereinstimmen sollten. Nicht nur eine angemessene Religionskritik gegenüber dem Islam steht an, sondern auch eine fundierte Entmythologisierung der Aufklärung.

Das heißt im Klartext für den Ist-Zustand unserer einheimischen „Eliten“:

Aufgeklärte „Antifaschisten“ stellen faktisch eine verschleierte, neo-faschistische Führerschicht dar, die nun, nachdem sie in Politik und Medien das gesamte Feld für sich erobert und hermetisch nach außen hin abgeriegelt hat, nach und nach ihre Hüllen fallen lässt und die Nacktheit, all die Versäumnisse, die sich die Moderne einerseits selbst zuschreiben muss und in die andererseits ein aggressiver kirchlicher Antimodernismus sie seit 200 Jahren getrieben hat, sichtbar werden lässt.

Dem Volk wird eben jene Frauenverachtung, jener Judenhass, die Sexualisierung des Menschseins, die Verachtung des anderen plötzlich als ein schützenswertes Gut serviert, und dies sowohl seitens unserer pseudoliberalen, in Wahrheit aber reaktionären Eliten, als auch seitens offener abendländischer Traditionalisten.

Unsere Autorin Hanna Jüngling ist Musikerin und Künstlerin; ihren vollständigen Artikel lesen Sie hier: http://zeitschnur.blogspot.de/2016/11/spataufklarerische-religions-ignoranz.html


Die Bürgerschaft in Münster stimmte mehrheitlich für den „freien Sonntag“

Wie bereits  HIER berichtet, wurde am heutigen Sonntag (6. November) in der westfälischen Metropole Münster per Bürgerentscheid darüber abgestimmt, ob an den ersten beiden Adventssonntagen und am Hansetag in einigen Teilen der Großstadt die Geschäfte geöffnet sein dürfen oder nicht. scannen0012

Inzwischen liegt das Ergebnis vor, wenngleich etwas knapp:

Eine Mehrheit von 52,8% stimmte für den „freien Sonntag“, also gegen Ladenöffnungen an den erwähnten Sonntagen. Die Wahlbeteiligung war mit 22 Prozent relativ schwach.

FOTO: Plakat der Initiative „Freier Sonntag“

Damit hat sich die „Initiative Freier Sonntag Münster“ durchgesetzt, die vor allem von christlichen Kirchen, katholischen Verbänden wie KAB (Kath. Arbeitnehmerbewegung) und Gewerkschaften getragen wurde.

Jener Beschluß des Rates der Stadt, wonach die erwähnten Sonntage verkaufsoffen sein dürfen, ist damit per Bürgerentscheid gekippt worden. Allerdings hatten einige Gerichte in NRW in den letzten Wochen eine Öffnung von Geschäften am Sonntag ohnehin untersagt.

Nähere Infos über Pro und Contra hier: https://charismatismus.wordpress.com/2016/11/05/muenster-buergerentscheid-um-den-freien-sonntag-am-6-november-2016/

Foto: KOMM-MIT-Verlag

 


Münster: Bürgerentscheid um den „freien Sonntag“ am 6. November 2016

In Münster, der katholisch geprägten Metropole Westfalens, findet am Sonntag, den 6. November 2016, ein Bürgerentscheid statt. scannen0011

Schon zuvor gab es ein erfolgreiches Bürgerbegehren (Unterschriftensammlung), worin gefordert wurde, daß die vom Rat der Stadt Münster am 11. Mai 2016 beschlossene Einführung von zwei verkaufsoffenen Adventssonntagen rückgängig gemacht wird. Zwei der drei Leiter dieser Initiative sind Pfarrer aus Münster.

Der Stadtrat stellte fest, daß das Bürgerbegehren rechtlich zulässig ist, beharrte aber dennoch auf seiner vorigen Entscheidung.

PLAKAT in Münster für Verbot verkaufsoffener Advents-Sonntage: „Es reicht – Lasst den Sonntag in Ruhe“

Deshalb bleibt als Ausweg zur Klärung der Streitfrage nur noch ein Bürgerentscheid, also eine Art Volksabstimmung in der Stadt Münster: www.stadt-muenster.de/wahlen/buergerbegehren…

Es geht beim Entscheid konkret um den Hansetag sowie den 1. und 2. Adventssonntag von 2016 bis 2019. Einige weitere Infos dazu auf  nrw.mehr-demokratie.de/muenster.html

Das Bürgerbegehren argumentiert mit mehr Zeit für Familie, Sport, Freizeit, Erholung, Religion. Es wird von den christlichen Kirchen, der SPD und von den Gewerkschaften unterstützt – zudem von katholischen Verbänden wie zB. der KAB (Kath. Arbeitnehmer-Bewegung).

Hier erklärt eine katholische Ladenhaberin und vierfache Familienmutter, warum ihr Kleidergeschäft am Sonntag immer geschlossen ist: http://www.kab-muenster.de/aktuelle-nachrichten/1084-sinn-kostprobe-nr-104-mein-geschaeft-bleibt-sonntags-geschlossen/dea4eef50222920a8ea1dbe738a7eee3/

Die in Münster regierende CDU befürwortet verkaufsoffene Sonntage mit Blick auf die Wirtschaftsförderung; zudem argumentiert sie mit der Attraktivität der Stadt, die durch ein Verbot beeinträchtigt werde. Sodann verweist die CDU darauf, daß es in katholisch geprägten Ländern wie Italien und Spanien überhaupt keine Einschränkungen für Ladenöffnungszeiten gäbe. Zudem dürften die Geschäfte in Münster an jenen Sonntagen ohnehin erst ab 13 Uhr öffnen, so daß der Kirchgang nicht gestört werde.

Inzwischen haben einige Gerichte die verkaufsoffenen Sonntage gekippt. Dies ist vielleicht ein Grund, warum sich das Interesse der Münsteraner am Bürgerentscheid in Grenzen hält. Viele denken vermutlich, es sei wegen jener Gerichtsentscheidungen sowieso alles in Butter.