“Sturheit” in puncto Moral ist realistisch…

Von Prof. Dr. Hans Schieser

Eine Bitte an den Heiligen Geist in der bekannten Pfingstsequenz lautet: „Flecte quod est rigidum…“  – „Biege, was erstarret ist…“

Ja, das wäre doch notwendig, die Erstarrung („Sturheit“) in der Katholischen Kirche bei Themen wie z.B. der Ehemo131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72cral endlich „flexibel“ zu machen  –  das fordern heute viele Leute.

Auch wenn es Viele meinen und sogar glauben, lässt es doch eher auf eine Erstarrung der Intelligenz dieser „Vielen“ als auf  Sturheit der Kirche in Sachen der Moral schliessen.

Wie oft soll man noch erklären, was der Begriff „Moral“ bedeutet?  –  Die lateinische Sprache bezeichnet „mores“ als etwas, das „üblich ist“.  –  im Griechischen heisst es „Ethos“  =  So ist es einfach („realistisch“).

Ja, so ist das einfach, auch in der Moral: Dass es Dinge gibt, die „selbst-verständlich“ sind. Wie die Amerikaner in ihrer Unabhängigkeitserklärung sagen: „We hold these truths to be self-evident…“  –  Das heisst: es gibt Dinge, die keiner Erklärung bedürfen, sondern „einfach so sind“. Zum Beispiel, dass zweimal zwei vier ist, und alle Menschen gleich sind als Geschöpfe Gottes. image001

Es ist neu in der Menschheitsgeschichte, dass auch das „hinterfragt“ wird: „Wer sagt das überhaupt, dass zweimal zwei gleich vier ist?“

Wenn etwas selbstverständlich ist, bedarf es keiner Erklärung, aber man kann zeigen, welche Folgen eintreten, wenn die Wirklichkeit nicht angenommen, sondern falsch interpretiert oder gar ignoriert (= nicht zur Kenntnis genommen) wird.

Bei Gesetzen, die von Menschen gemacht wurden (zB. dass man bei uns auf den Straßen rechts fährt), kann man von Fall zu Fall „Ausnahmen“ zulassen, wenn es notwendig erscheint und man dadurch Schaden vermeiden kann. In der Moral enden jedoch die „Ausnahmen“ immer in der Sackgasse: „No exit!“ – Da gibt es keinen „Ausweg“!  – Also doch starr und stur?

Wer von der (katholischen) Kirche verlangt, die Moral „zu lockern“ oder vielleicht sogar eines der Gebote Gottes (zB das sechste) abzuschaffen, leidet vermutlich unter einer (unheilbaren) “Geisteskrankheit” (→lateinisch „Stupor“ = Erstarrung / → „Stupiditas“ = Dummheit); es wäre genauso unsinnig, vom Papst zu verlangen, das Einmaleins zu ändern.

Unser Autor Prof. Dr. Hans Schieser lehrte die Grundlagen der Humanwissenschaften an der DePaul-University in Chicago (USA)


Der Wonnemonat MAI ist MARIA geweiht

Neues Madonnen-Poster des ECCLESIA-Plakatdienstes aus dem KOMM-MIT-Jugendverlag in Münster:

1573


Johann G. Herder: Du Morgenstern, Du Licht vom Licht – Du Lebensquell, wir danken Dir!

Du Morgenstern, du Licht vom Licht,

das durch die Finsternisse bricht,

du gingst vor aller Zeiten Lauf

in unerschaffner Klarheit auf.

 Du Lebensquell, wir danken dir,

auf dich, Lebend’ger, hoffen wir;

denn du durchdrangst des Todes Nacht,

hast Sieg und Leben uns gebracht.

Du ewge Wahrheit, Gottes Bild,

der du den Vater uns enthüllt,

du kamst herab ins Erdental

mit deiner Gotterkenntnis Strahl.

Bleib bei uns, HERR, verlaß uns nicht,

führ uns durch Finsternis zum Licht,

bleib auch am Abend dieser Welt

als Hilf und Hort uns zugesellt.

Johann Gottfried Herder (1744 – 1803)

 


Ein Kirchenlied zum Neuen Jahr: “Streck aus, o Gott, die milde Hand…”

 
1. Das alte Jahr vergangen ist, wir danken dir, Herr Jesus Christ,
ach, nimm sie an, die kurze Zeit, schenk uns dafür die Ewigkeit
 
2. Vernichte, was vom Bösen war, des Guten Frucht mach offenbar;
befrei´ die armen Seelen all, hol sie zu deiner Heilgen Zahl
 
3. Im neuen Jahr, nach deiner Treu uns wieder Hilf und Rat verleih,
daß alles, was wir fangen an, durch deine Gnad´ sei recht getan.
 
4. Streck aus, o Gott, die milde Hand auf unser liebes Vaterland,
und segne gnädig Land und Leut´, halt fern all Not und schwere Zeit.
 
5. Behüte uns im ganzen Jahr, vor allem Schaden uns bewahr;
gib jedem, HERR, den besten Teil und allen einst das ewge Heil!
 
6. Gelobt sei und gebenedeit die heiligste Dreifaltigkeit,
Gott Vater, Sohn und Heilger Geist, von nun an bis in Ewigkeit!

Bamberger Kirchenlied nach Heinrich Bone

 


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 322 Followern an