Mit Pujats unterschreibt erneut Würdenträger die Ehe-Erklärung der Bischöfe Kasachstans

Mathias von Gersdorff

Mit der Unterschrift von Kardinal Janis Pujats aus Riga sind es inzwischen drei Oberhirten, die das „Bekenntnis zu den unveränderlichen Wahrheiten über die sakramentale Ehe“ der drei Bischöfe aus Kasachstan unterstützen.

Nach der „Dubia“ der Kardinäle Meisner, Brandmüller Burke und Cafarra ist dies nun die wichtigste Stellungnahme kirchlicher Würdenträger, die Sorge über die Verwirrung äußern, die nach der Veröffentlichung des päpstlichen Schreibens Amoris laetitia entstanden ist, besonders hinsichtlich der Kommunionzulassung von geschieden-wiederverheirateten Katholike .

Zuvor hatten bereits die Erzbischöfe Luigi Negri und Carlo Maria Viganò die Erklärung  unterschrieben.

Diese Stellungnahme der Bischöfe Tomash Peta (Metropolit der Erzdiözese in Astana), Jan Pawel Lenga (Erzbischof und Bischof von Karaganda) und Weibischof Athanasius Schneider bekräftigt die überlieferte katholische Lehre zu Ehe und Familie.

Vor allem wird das Aufweichen der Sakramentendisziplin kritisiert, die manche Bischofskonferenzen, vor allem Malta und Deutschland, vorantreiben.

Die Erklärung appelliert vor allem, die Richtlinien des päpstlichen Schreibens „Familiaris consortio“ von Johannes Paul II. zu befolgen, die die Spendung der Kommunion an sog. „wiederverheiratete Geschiedene“ verbietet. 

Die Klarstellung der Bischöfe Kasachstans wurde am 2. Januar 2018 veröffentlicht und erhielt großen Wiederhall in katholischen Medien. 

„Reformkatholische“ und progressive Medien versuchten, den Sachverhalt auf eine Pro/Kontra Haltung gegenüber Papst Franziskus zu reduzieren. Dazu erklärte der kath. Kirchenrechtler Dr. Gero Weishaupt in seinem Facebook-Profil:

„Kasachische Bischofsgruppe widerspricht nicht dem Papst. Nichts im Text weist darauf hin. Die Bischöfe distanzieren sich von Bischofskonferenzen, die Amoris Laetitia nicht im Sinne der kath. Glaubenslehre über die Unauflöslichkeit der Ehe interpretieren und umsetzen. AL kann nur im Sinne von FC und dem bisherigen Lehramt umgesetzt werden unter Berücksichtigung der in AL nicht geänderten Normen des can. 915 CIC/1983.

AL legt mehr als das bisherige Lehramt den Akzent auf die subjektive Seite der Sünde, ohne die objektive Seite zu leugnen. AL huldigt keiner Situationsethik. Darum gilt: Nach AL ist vor AL.“

Es ist zu wünschen, dass diese mutige Erklärung der Bischöfe Kasachstans Bestrebungen in Teilen des deutschen Episkopats beendet, die Lehre der Kirche zu Ehe und Familie völlig aufzuweichen. Das Chaos in der Sakramentenpastoral (mit den damit verbundenen unzähligen Sakrilegien) muss gestoppt werden.

Insbesondere hierzulande macht sich eine gigantische Verwirrung breit, die in Zukunft nur durch tiefgreifende katechetische Programme zu beheben sein wird.

Erstveröffentlichung des Beitrags unseres Autors Mathias von Gersdorff hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2018/01/kardinal-janis-pujats-unterschreibt.html

Advertisements

Dekret des Erzbischofs von Brindisi verhängt kirchliche Maßnahmen gegen „Seher“ Mario

Glaubenskongregation steht hinter Erzbischof Caliandro

Am 15. März 2015 veröffentlichte Domenico CALIANDRO, Erzbischof des Bistums Brindisi-Ostuni in Süd-Italien, ein Dokument, das aus zwei Teilen besteht:

Zunächst aus einem Dekret, das die kirchenamtlichen Maßnahmen gegen den selbsternannten Visionär Mario D´ Ignazio (siehe Foto) und seine Mitarbeiter aufzählt, darunter das Interdikt (Ausschluß vom Sakramentenempfang). Außerdem werden die Gläubigen davor gewarnt, diesen „Seher“ moralisch oder finanziell zu unterstützen.

Der Oberhirte beruft sich bei seinen Verfügungen darauf, daß die vatikanische Glaubenskongregation (damals geleitet von Kardinal Gerhard Müller) ihn dazu bevollmächtigt hat. Sowohl das römische Dikasterium wie auch der Erzbischof erklären, daß die „mystischen Erfahrungen“ Marios nicht authentisch (echt) sind und daher zur Verwirrung unter den Gläubigen führen, weshalb die kirchlichen Strafen verfügt werden.

Solch deutliche Beschlüsse gegen die Verbreitung von Privatoffenbarungen sind in den letzten Jahrzehnten in der Kirche selten vorgekommen. Zwar wurde zahlreichen „Erscheinungen“ die Zustimmung verweigert bzw. Distanzierungen veröffentlicht, die jedoch nicht mit Strafmaßnahmen gegen vermeintlich „begnadete“ Personen verknüpft worden sind.

Der zweite Teil des bischöflichen Dokumentes begründet in seitenlanger, gründlicher Ausführlichkeit, warum das Strafdekret gegen den Seher und sein Team verfügt worden ist. (Eine Übersetzung dieser erzbischöflichen Erläuterungen folgt noch in unserem CHRISTLICHEN FORUM.) Wir haben in den letzten zwei Jahren bereits vier kritische Artikel über die irrgeistigen „Botschaften“ dieser angeblichen Marien- und Christus-Visionen veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/mario-aus-brindisi-italien/

Hier geht es zunächst zum Original-Dekret des Erzbischofs (auf italienisch): http://www.diocesibrindisiostuni.it/dichiarate-non-autentiche-le-esperienze-mistiche-del-sig-mario-dignazio/

Da eine amtliche Übersetzung ins Deutsche leider nicht vorliegt, haben wir uns selber in unserem Freundeskreis um eine qualifizierte Übersetzung bemüht, die wir nachfolgend veröffentlichen:


DOMENICO  CALIANDRO  –  Erzbischof von BRINDISI-OSTUNI

Seit 2009 bis heute befasst sich die Erzdiözese von Brindisi-Ostuni  mit  einigen mystischen Phänomenen, die mit der Angelegenheit der mutmaßlichen Erscheinungen der seligen Jungfrau Maria dem Herrn Mario D’IGNAZIO, besser bekannt als „il piccolo della Quercia (der Kleine von der Eiche), zu tun haben.

2010 hat die Resonanz in den Medien über das Phänomen und die verständliche Verwirrung einiger Gläubigen meinen Vorgänger, Mons. Rocco Talucci, dazu veranlasst, genaue Informationen über die erwähnten Marienerscheinungen einzuholen.

Das Ergebnis dieser ersten Untersuchung wurde in der Folgezeit der Glaubenskongeration übergeben, um diesen Fall zu bewerten. Kürzlich hat dieses Dikasterium mit dem Brief vom 12. Februar 2015 (Protokollnummer 122/2011-48990) seine eigene Meinung zum Ausdruck gebracht und es hat dem unterschreibenden Ordinarius uneingeschränkte Vollmacht erteilt, die notwendigen Maßnahmen zu treffen.

Deshalb nehme ich die mir gewährte Vollmacht der Glaubenskongregation in Anspruch und erkläre kraft meiner allgemeinen Befugnis aufgrund der vorangegangenen notwendigen Beratungen
HIERMIT,
DASS DIE MYSTISCHEN ERFAHRUNGEN NICHT AUTHENTISCH SIND.

Da ich eine ehrliche Rückkehr der Gläubigen zur normalen Praxis des christlichen Lebens fördern möchte, ordne ich gleichzeitig Folgendes an:

  1. Kraft des Kanons 1319 § 1 CIC ist es Herrn Mario D’IGNAZIO verboten, Inhalte, welche die mutmaßlichen Erscheinungen betreffen, sowie „Botschaften und Geheimnisse zu verbreiten, egal mit welchen Mitteln. Die Folge einer Missachtung ist das Interdikt latae sententiae und der darauf folgende Ausschluss von den Sakramenten (cann. 1331 §1 n.2, 1332 CIC).
  2. Für Herrn Mario D’IGNAZIO und seine engen Mitarbeiter ist mit dem Interdikt der Ausschluss von jeglichen Aufgaben in der Erzdiözese Brindisi-Osturi entschieden.
  3. Alle kultischen Akte, die direkt oder indirekt auf die Erscheinungen zurückzuführen sind, sind als untersagt zu betrachten  –  und gleichzeitig ist jede Art von kirchlicher Unterstützung verboten.
  4. Allen Gläubigen ist das Leisten jeglicher materieller und moralischer Unterstützung der Tätigkeiten, die zu dem Seher einen Bezug haben, verboten. Der Verstoß führt zum Interdikt latae sententiae, s. Punkt 1.
  5. Die Überwachung dieses Beschlusses wird den hochwürdigen Pfarrern der Erzdiözese anvertraut; wir behalten uns im Bedarfsfall unser Eingreifen vor.

Alle vorstehend aufgeführten Entscheidungen, die von unserer Sorge für den richtigen Glauben und die Vollständigkeit des Glaubens herrühren (cann. 386 §2, 823 CIC), treten ab dem heutigen Datum in Kraft, auch wenn anderweitige gegenteilige Entscheidungen vorliegen.

Gegeben beim Ordinariat der Erzdiözese Brindisi, den 15. März  2015
+ Domenico CALIANDRO,
Arcivescovo di Brindisi-Ostuni
Sac. Claudio CENACCHI, Cancilliere, Cancelliere arcivescovile


Vatican-History-Newsblog übt Kritik an der Entlassung Kardinal Müllers

Der deutschsprachige Vatican-History-Newsblog befaßt sich in einem analytischen Artikel sachlich und zugleich kritisch mit der Entlassung von Kardinal Gerhard Müller mittels einer 1-Minute-Audienz beim Papst, also im Schnellverfahren.

Am Freitagmittag voriger Woche erfuhr der Glaubenspräfekt, daß er am Montag nicht mehr zur Arbeit in seiner Kongregation anzutreten brauche, seine Amtszeit werde nicht verlängert. Punkt – und keinerlei Begründung.

Daß Franziskus rein kirchenrechtlich betrachtet derart gewöhnungsbedürftig vorgehen kann, ist unumstritten, denn er besitzt den sog. Universalprimat des Papstes als höchste Autorität der katholischen Weltkirche.

Offen bleibt gleichwohl die Frage, ob eine solche Vorgehensweise angemessen, fair und „brüderlich“, geschweige „barmherzig“ ist. Gerade weil Franziskus die Latte der von ihm propagierten Ideale so hoch hält, sind auch die Erwartungen entsprechend geprägt.

Die erwähnte Internetseite, die vor allem kirchengeschichtlich orientiert ist, schreibt, die päpstlichen Personalentscheidungen „geben dem Beobachter unlösbare Rätsel zu knacken, oder stehen in eklatantem Widerspruch zu bestehenden Dekreten und Richtlinien“  –  an eben jene ist das Kirchenoberhaupt zwar wiederum nicht strikt gebunden, doch halten sich die Päpste in der Regel daran.

Blog-Autor Martin Marker erklärt weiter, der päpstliche Umgang mit Kardinal Müller sei „einzigartig in der Kirchengeschichte“, denn er stelle „in mehrfacher Hinsicht einen Affront dar“.

Um dies anschaulich darzustellen, schreibt der Verfasser: „Man stelle sich bitte einmal vor, man selbst sei in einer hohen beruflichen Position und erfährt am Freitag von seinem Chef, dass man am Montag seinen Posten nicht mehr anzutreten braucht. Allein diese Tatsache beweist, welche Führungsqualitäten Franziskus in Personalentscheidungen praktiziert.“

Außerdem wundert sich der Vatican-History-Newsblog darüber, daß es unter den deutschen Bischöfen „keine einzige Stellungnahme“ zur Entlassung Müllers gegeben habe. Immerhin war der ehem. Glaubenspräfekt vorher zehn Jahre lang Bischof von Regensburg: „Nicht mal der Leiter der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, hatte auch nur ein Wort zu sagen. Soviel zur Kollegialität des Deutschen Episkopats.“

Foto: Bistum Regensburg

 


In Münster finden sechs Yoga-Kurse im Altarraum einer Kirche statt

Von Felizitas Küble

Der Kirchort St. Sebastian in Münster-Amelsbüren gehört zur Großgemeinde St. Clemens in Münster-Hiltrup; er sorgt seit einigen Wochen für kontroverse Debatten unter den Gläubigen in der Gemeinde und darüber hinaus.038_35

Der Anlaß hierfür ist ungewöhnlich genug, hat doch der zuständige Pfarrer Mike Netzler seine Gläubigen in einem Werbeschreiben vom 3. Mai 2016 zu sechs „Meditationsabenden mit Yoga“ in die Sebastians-Kirche von Amelsbüren eingeladen.

Abgesehen davon, daß Yoga eindeutig aus dem Hinduismus stammt und insofern Bestandteil einer heidnischen Vielgötter-Religion ist, fragt man sich, wie solch ein Kurs ausgerechnet in einem katholischen Gotteshaus stattfinden kann, noch dazu im Altarraum (!) der Kirche, genauer: zwischen dem früheren Hochaltar und dem Volksaltar – und damit direkt vor dem Tabernakel mit dem Allerheiligsten.

Nun versucht der Geistliche, seinen Schäflein diese reichlich ungewöhnlichen Vorgänge schmackhaft zu machen, indem er Yoga entsprechend verharmlost, ja sogar ausdrücklich ins Positive wendet und den Eindruck zu erwecken versucht, als sei dieses Ritual problemlos vereinbar mit der christlichen Frömmigkeit  – und diene sogar der Bereicherung unseres Glaubens, denn Yoga könne, so schreibt er gar, „Zugänge erschließen für Menschen, die auf der Suche sind nach weiteren Wegen, die sie neu öffnen für die göttliche Dimension ihres Daseins“. Camberg-Peter-Paul-DSC_0342

Geht es wirklich nur um entspannende Körperübungen?

Zunächst wird in dem Einladungsschreiben des katholischen Pfarrers suggeriert, es handle sich bei Yoga lediglich um Körperhaltungen und Entspannungsübungen. Dabei wird der Hinduismus  –  immerhin die Wurzel des Yoga – mit keiner Silbe genannt, stattdessen wird erwähnt, auch der Leib des Menschen wolle „ins Gebet einbezogen“ werden.

Ist dies etwa in den christlichen Gebetshaltungen (Stehen, Knien, Sitzen, Händefalten, Kreuzzeichen usw) nicht schon längst der Fall? Bedürfen wir hierfür neuerdings der Anleihen aus fremden Religionen?

Im Zusammenhang damit hört man bisweilen den Einwand, das „westliche“ Yoga sei nicht identisch mit der fernöstlich-hinduistischen Form.

Natürlich gibt es unterschiedliche Varianten, doch es handelt sich hierbei um verschiedene Zweige desselben Stammes, denn Yoga läßt sich durchaus nicht von seiner hinduistischen Wurzel trennen.

Hinduismus – Esoterik – Versuch der Selbsterlösung

Zudem ist auch die europäische Form von Esoterik durchtränkt, was nur einen unwesentlichen Unterschied zum „Original“ darstellt. So oder so wird mit Hilfe von Yoga versucht, jenseits von Christus (und ohne IHN) letztlich zur Selbsterlösung zu gelangen.

Daß es sich auch bei der europäischen Variante des Yoga nicht etwa nur um neutrale Entspannungsübungen oder „Körperhaltungen“ handelt, belegt die Rückseite des Werbeschreibens von Pfarrer Netzler selbst.

Dort läßt er Barbara Vennemann-Rinker zu Wort kommen, welche jene Kurse im Altarraum der Kirche leitet. Zugleich führt die Yoga-Lehrerin, die von Haus aus Physiotherapeutin ist, nunmehr beruflich ein Yoga-Zentrum namens „Atempause“ in Amelsbüren. (Hier eine Übersicht über ihre Kurse: http://atempause-amelsbueren.de/#workshops-preise)

Somit kann sie die sog. „Meditationsabende“ in der Kirche zumindest indirekt nutzen, um auf ihre entsprechende Berufstätigkeit in derselben Ortschaft aufmerksam zu machen. Die Einladungen zum Yoga in der Kirche lagen zudem auch in weltlichen Geschäften von Amelsbüren aus. Immerhin wird ihre Yoga-Arbeit nun sogar von der 027_24kirchlichen Gemeinde anerkannt, ja unterstützt, wenn sie sich als Yoga-Lehrerin im Altarraum des Gotteshauses präsentieren kann. 

Dies war auch gestern Abend  – am Montag, den 13. Juni  – der Fall, als dort um 18 Uhr ihr sog. „Meditationsabend“ begann, der vierte in der Reihe von sechs Kursen. Etwa 20 Teilnehmer (fast alles Frauen, darunter eine Muslima) brachten ihre Gymnastikmatten mit, sogar zwei Grundschulkinder beteiligten sich am Yoga-Ritual; die meisten Besucher hatten ein Teelicht mitgebracht.

Frau Vennemann-Rinker animierte die Anwesenden   –  direkt vor dem Allerheiligsten stehend  – eine Stunde lang zu verschiedenen Versenkungen und „Meditationen“, Leibesübungen und „Gebetshaltungen“ (darunter auch die bekannte islamische Form mit dem Kopf auf die Erde).

„Philosophischer Überbau“ oder heidnischer Unterbau?

In ihrem Werbeschreiben auf der Rückseite der Pfarrers-Einladung schreibt die Dame ganz eindeutig: „Yoga ist viel mehr als eine besondere Form körperlicher Übungen. Es ist ein komplexes, sehr altes System mit philosphischem Überbau“   – und damit wird eingeräumt, daß es durchaus nicht allein um „Leibesübungen“ geht.

Freilich stellt es eine irreführende Verharmlosung dar, von seinem „philosophischen Überbau“ zu sprechen, wo es in Wirklichkeit um einen hinduistischen – und damit heidnischen – Unterbau geht.

Der Hinduismus ist nicht etwa lediglich eine „Philosophie“, sondern ein dem Christentum völlig entgegengesetzter Vielgötter-Glaube, dessen bekanntester Religionsausdruck eben das Yoga darstellt, mit dessen Hilfe man sich auf dem sog. „achtgliedrigen Pfad“ selbst befreien und erlösen möchte, was das Heil in Christus offensichtlich „überflüssig“ macht.

Auch in moralischer Hinsicht paßt der Hinduismus nicht zum christlichen Ethos (man denke z.B. an die massenhaften Darstellungen sexueller Akte in Hindu-Tempeln  – oder an das menschenverachtende Kastensystem mit der Ausgrenzung der Dalits, der sog. „Unberührbaren“).flyerstralsund2

Gottes Geist wirkt mit dem Verstand

Zudem wirkt der Heilige Geist im Christentum niemals gegen den Verstand; unser Glaube strebt keine „Leere“, kein Nirwana an (weder in der Vernunft noch insgesamt in der Persönlichkeit). Vielmehr gehört der Verstand zu den Sieben Gaben des Hl. Geistes, die uns im Sakrament der Firmung geschenkt werden.

Stattdessen geht es bei Yoga neben dem geistig-seelischen „Leerwerden“ um vermeintliche Energiefelder im Körper, auch „Chakren“ genannt (wovon auch in der Amelsbürener „Atempause“ die Rede ist), auf die sich die Aufmerksamkeit von Esoterikgläubigen konzentriert.

Neuer Zugang zur Kirche durch Yoga?

Gleichwohl schreibt die Frau Vennemann-Rinker in ihrer Einladung, sie wolle mit ihrem Kurs „vielen interessierten Menschen einen neuen Zugang zur Kirche verschaffen“.

Man reibt sich die Äuglein und fragt erstaunt: Läßt sich die Verwirrung noch weiter steigern?  – Ein eindeutig aus dem Hinduismus stammendes Ritual als „neuen Zugang zur Kirche“?  – Spielt das erste Gebot Gottes („Du sollst keine fremden Götter neben mir haben“) keine Rolle mehr?!

Abgesehen davon: Selbst wenn es sich bei den sechs Kursen tatsächlich nur um „Körperübungen“ handeln würde (was ja auch nach Aussage der Yoga-Lehrerin durchaus nicht der Fall ist), so ist ein christliches Gotteshaus schließlich keine Turnhalle  –  dafür könnte man allenfalls das Pfarrheim nutzen.

Wir wollen nicht vergessen, daß Christus die Geldwechsler sogar mit Gewalt aus dem Tempelbezirk trieb, obgleich es sich dabei nicht einmal um den eigentlichen Tempel, sondern lediglich um den Tempelvorraum handelte. Auch hier stellte Christus unmißverständlich klar, daß es sich um eine Stätte des Gebetes handle, nicht um eine „Räuberhöhle“. Um wieviel mehr gilt dies für den Bereich des Altarraumes  – noch dazu direkt vor dem allerheiligsten Altarsakrament! DSC_1185-3

Dieser Baum läßt sich nicht von seiner Wurzel trennen

Der Baum des Yoga läßt sich eben nicht absägen von seiner hinduistischen Wurzel. Frau Vennemann-Rinker schreibt immerhin in ihrer Einladung selber, daß es sich hierbei um „viel mehr“ handelt als nur eine „besondere Form körperlicher Übungen“.

Selbst wenn jemand dennoch glaubt, Yoga gleichsam als „neutrale“ Form der Versenkung nutzen zu können, so ist dies ähnlich einer Einstiegsdroge nicht selten der Beginn für weitere esoterische bzw. okkulte Praktiken.

Der Appetit entsteht bekanntlich beim Essen – und die Sehnsucht nach „außersinnlichen“ Erfahrungen, der Wunsch nach tieferen „Trance-Erlebnissen“ führt leicht zu weiteren Sumpfblüten auf dem unerschöpflichen Markt der Esoterik.

Wie diese Vorgänge sich in der Praxis entwickeln können, beschreibt Marga Lauer in ihrem informativen und erschütternden Buch „Die Yoga-Falle“ (Miriam-Verlag). Die frühere Yoga-Lehrerin weiß aus eigener Erfahrung sehr genau zu berichten, wie verhängnisvoll es sich auswirkt, wenn man naiverweise glaubt, Yoga und christlicher Glaube seien vereinbar.

Wie steht es mit dem Kirchenrecht?

In Münster-Amelsbüren sorgen die Yoga-Abende im Gotteshaus weiter für kritische Debatten unter den Gläubigen. Manche Katholiken betrachten ihre Pfarrkirche durch diese Kurse als entweiht und wollen sie nicht mehr betreten, bis der Bischof sie per Bußritus und neuer Weihe erneut einsegnet.

Immerhin legt das Kirchenrecht fest, daß das Gotteshaus wegen seines Zwecks und der Kirchweihe durch den Bischof grundsätzlich jeder unpassenden Nutzung entzogen und allein für Gebet, Liturgie, Sakramente und Gottesdienst bestimmt ist. P1020947

Daher erwähnt das Kirchenrecht bzw. der CIC in Can. 1210, daß an einem geweihten Ort nur zugelassen werden darf, was dem Kult, der Frömmigkeit und der Ausübung und Förderung der Gottesverehrung dient  –  und daß auch bei einer Einzelfall-Sonderregelung durch den Bischof klar sein sollte, daß von einem Gotteshaus „ferngehalten wird, was mit der Heiligkeit des Ortes unvereinbar ist“, wofür „alle, die es angeht“, zu sorgen haben, wie das Kirchenrecht klarstellt.

Laut can. 1211 CIC steht grundsätzlich fest, daß heilige Orte –  also auch Kirchen – durch „schwer verletzende, mit Ärgernis für die Gläubigen verbundene Handlungen“ geschändet werden. Erkennt der Ortsordinarius (Bischof) eine solche Entweihung, darf dort laut Can 1211 erst wieder Gottesdienst gehalten werden, wenn das Sakrileg durch einen Bußritus behoben ist. (Etwas Anderes wäre es nur dann, wenn es sich um eine profanierte, durch den Bischof „außer Dienst gestellte“ Kirche handeln würde.)

Wie wird der Bischof von Münster auf diese ihm gestellte Herausforderung reagieren?

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Aufgeklärtes Mittelalter: Der „Kanon Episcopi“ warnte eindringlich vor dem Hexenwahn

Von Felizitas Küble

Oft wird im Zusammenhang mit der Hexenverfolgung vom „finsteren Mittelalter“ besprochen, was aber historisch unsinnig ist, denn die systematische Ermordung der vermeintlichen Hexen begann erst Anfang des 16. Jahrhunderts und damit in der frühen Neuzeit. Von Julia Kesenheimer geschickt

Hingegen erwies sich das Mittelalter (vor allem das frühe Mittelalter und weitgehend auch das Hochmittelalter) nicht nur als immun gegenüber dem Hexenwahn, sondern bekämpfte ihn ausdrücklich  –  und zwar amtskirchlich-offiziell.

Erst im Spätmittelalter begann die Situation zu „kippen“. Die päpstliche „Hexenbulle“ von 1484, auf die sich der berüchtigte Hexenjäger Heinrich Kramer in Innsbruck (teilweise zu Unrecht) berief, vertrat zwar eine Bestrafung (Verhaftung) von Hexenmeistern und Zauberinnen, nicht jedoch ihre Ermordung.

Der Dominikanerpater Kramer  –  merkwürdigerweise ein glühender „Marienverehrer“  –  ging in seinem Fanatismus sehr viel weiter, zumal er vor allem das weibliche Geschlecht als hexenhaft verdächtigte; von diesem Inquisitor stammt jenes verhängnisvolle Buch mit dem Titel „Hexenhammer“, das den Hexenprozessen zugrundelag.

Dabei entstand dieses Buch als Rechtfertigungsschrift des Autors, denn zuvor hatte ihn der Bischof von Brixen, Georg Golser († 1489), des Landes verwiesen, weil er ihn und seine Hexenverfolgungen für verrückt hielt. Um sich gegen den kirchlichen Widerstand zu verteiden, schrieb Heinrich Kramer  – genannt „Insistoris“  –  also den „Hexenhammer“.

Ausgerechnet diese Erfahrung einer Niederlage führte also den Hexenmörder zum Verfassen seiner fatalen Schrift, die übrigens niemals kirchlich anerkannt wurde.

Der verirrte Geistliche hätte sich besser an der wahren, biblisch bezeugten Madonna orientieren sollen, die auf der Hochzeit zu Kana im Hinblick auf ihren göttlichen Sohn erklärte: „Was ER euch sagt, das tut!“  –   Jener merkwürdige Marienkult, der sich nicht an Christus und seinen Geboten orientiert, geht unfehlbar in die Irre.

Rein kirchenrechtlich gesehen war die „Hexenbulle“ allerdings nicht von Bedeutung (ganz zu schweigen vom absurden „Hexenhammer“). Das Schreiben von Papst Innozenz VIII. war ohnehin keine lehramtliche Erklärung, geschweige ein Dogma (sondern der Tendenz nach eine Verwaltungsverordnung)  –  und sie gelangte nicht in die Sammlung kirchlicher Rechtsvorschriften  –  sehr im Unterschied zum positiven „Canon episcopi“ aus dem Frühmittelalter, der sich eindeutig gegen den Hexenwahn ausspricht und diesen kirchlich bestraft sehen will. 038_35

Der Glaube an Hexen wird hier als unsinnige Einbildung und als ein vom Teufel verursachtes Wahngebilde abgelehnt, inbesondere der sog. „Hexensabbat“, wonach angeblich Frauen nachts mit dämonischer Kraft durch die Lüfte fliegen.

Diese Kirchenordnung war bis 1918 (also über tausend Jahre lang) Bestandteil des Kirchenrechts. (Bei der Kirchenrechtsreform 1918 hatte sich das Thema längst erübrigt.) Hingegen taucht die „Hexenbulle“ in keinem einzigen kanonischen Verzeichnis auf. (Gleichwohl ist ihre Wirkungsgeschichte natürlich äußerst schlimm und  verhängnisvoll.)

Zurück zum Kanon Episcopi bzw. „Canon episcopi“:

Diese kirchlichen Rechtsvorschriften aus dem 10. Jahrhundert fordern die Bischöfe und Priester auf, jene irrgläubigen Personen zurechtzuweisen und in hartnäckigen Fällen durch Ausschluß aus der Kirchengemeinschaft zu bestrafen, die den Glauben an Hexen verbreiten. Es werden darin „frevelhafte Frauen“ erwähnt, die sich einbilden (!) würden, „zusammen mit einer großen Anzahl anderer Frauen im Gefolge der heidnischen Göttin Diana auf Tieren nächtliche Flüge über große Strecken hinweg unternommen zu haben.“ bischof

Dieses frühmittelalterliche Werk verurteilt also den Hexenglauben und bezeichnet ihn sogar als teuflisch (er sei durch dämonisch inspirierte Einbildungen und Traumgesichte entstanden). Durch heidnische Vorstellungen und Wahngebilde würde, so wird in dem Dokument beklagt, dem Unglauben und Aberglauben im Volke Vorschub geleistet. 

Das ausgesprochen feministische und zudem sehr kirchenkritische Buch „Hexen“ von Erika Wisselinck würdigt diesen Kanon Episcopi als eine „für Jahrhunderte verbindliche kirchliche Rechtssprechung“ (S. 19). Dämonenangst und Zauberei-Wahnvorstellungen hätten daher als „heidnischer Aberglaube“ gegolten: „Sie hatten keinen Platz in der christlichen Lehre“. Insofern sei die „Haltung der mittelalterlichen Kirche eindeutig“ gewesen, stellt die Autorin positiv fest.

Im  Internetlexikon Wikipedia heißt es zum Stichwort „Hexenverfolgung“ ebenfalls: „Die alte Kirche war an Verfolgungen nicht beteiligt und lehnte die mit Hexerei verbundenen Ansichten und Praktiken als Aberglaube ab.“   – Es wird hinzugefügt: „Im karolingischen Frühmittelalter gab es keine Hexenverfolgung.“ 

Hingegen kannten bereits die heidnischen Germanen eine Verbrennung von angeblichen „Schadenszauberern“. Das Christentum bzw. die mittelalterliche Kirche hat dann mit derartigen Irrlehren und Praktiken aufgeräumt.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hexenverfolgung)

Thomas von Aquin befand sich hierbei auf Abwegen

Leider ist der sonst meist lobenswerte Kirchenlehrer Thomas von Aquin an der späteren Kehrtwende hin zum Hexenwahn nicht ganz unschuldig. Viele Hexenverfolger beriefen sich auf seine Äußerungen über Hexenluftfahrt, Schadenszauber, über Incubi und Succubi (also angeblichen Sex zwischen Menschen und männlichen/weiblichen Dämonen). Dabei orientierte sich der Philosoph zum Teil an einigen Vorstellungen des antiken Kirchenvaters Augustinus.

Zudem wurde im Mittelalter bisweilen nicht genügend zwischen Psycho-Krankheit und Besessenheit unterschieden. Wenn geistig verirrte oder hysterische Personen fabulierten, sie hätten Sexkontakt mit dem Teufel, wurde dies von manchen als ein vermeintliches „Selbstbekenntnis“ für bare Münze genommen. 

Noch hundert Jahre vor dem hl. Thomas waren Kirchenführer hier oftmals nüchterner: So hatte z.B. Bischof Burkard von Worms Kirchenstrafen für jene angedroht, welche dem Hexenwahn verfallen sind  –  und Bischof Johannes von Salisbury, der Oberhirte von Chartres im 12. Jahrhundert, warnte vor irrgeistigen Einflüssen des Satans, der die Genarrten zu heidnischem Aberglauben verführe: „Das erste Heilmitteln gegen solche Krankheit ist, daß man sich recht fest an den Glauben hält, seinen Lügen kein Gehör schenkt und solche jammervollen Torheiten in keiner Weise der Aufmerksamkeit würdigt.“

Diese Mahnung ist auch heute noch sehr aktuell: mögen sich die äußeren Formen wahngläubiger Vorstellungen auch geändert haben, so leider nicht die bleibende Faszination magischer, abergläubischer und falschmystischer Ideen und Praktiken.

Ergänzender Beitrag von Dr. Josef Bordat: https://charismatismus.wordpress.com/2013/03/29/dauerbrenner-hexenverfolgung-fakten-statt-legenden/

 


Ein Gotteshaus ist keine passende Stätte für Gastmähler und weltliche Aktivitäten

Von Felizitas Küble

Immer öfter liest oder hört man von merkwürdigen Veranstaltungen in Pfarrgemeinden (z.B. aktuell jetzt in der Erpho-Kirche in Münster), bei denen ausgerechnet Kirchenräume für Gastmähler benutzt werden  –  und dies bisweilen zudem für einen hohen Eintrittspreis.

Ist es wirklich „christlich“, nämlich dem Vorbild Christi entsprechend, das Gotteshaus für eine Essensveranstaltung zu vereinnahmen und diesen heiligen Ort für weltliche Aktivitäten zu verfremden? – Hat man vergessen, daß Jesus einst die Geldwechsler aus dem Tempel trieb und ihre Tische umwarf?! flyerstralsund2

Hat man zudem erfolgreich verdrängt, daß Christus im Tabernakel der Kirche sakramental gegenwärtig ist? Wo bleibt hier ein Mindestmaß an Ehrfurcht vor dem Allerhöchsten?!

Wie sollen Ungläubige und Agnostiker uns Christen noch ernst nehmen, wenn Gotteshäuser den Eindruck von Wirtshäusern erwecken?  – Wie mag es wohl auf Kirchenferne wirken, wenn sie erleben, wie wenig Respekt heute selbst Geistliche vor einem geweihten Kirchenraum haben?

Das Gotteshaus selbst ist durch die Kirchweihe jeder unpassenden Nutzung entzogen und allein für Gebet, Liturgie, Sakramente und Gottesdienst bestimmt.

Daher erwähnt das Kirchenrecht bzw. der CIC in Can. 1210, daß an einem geweihten Ort nur zugelassen werden darf, was dem Kult, der Frömmigkeit und der Ausübung und Förderung der Gottesverehrung dient  –  und daß auch bei einer Einzelfall-Sonderregelung durch den Bischof klar sein sollte, daß von einem Gotteshaus „ferngehalten wird, was mit der Heiligkeit des Ortes unvereinbar ist“, wofür „alle, die es angeht“, zu sorgen haben, wie das Kirchenrecht klarstellt.

Laut can. 1211 CIC steht grundsätzlich fest, daß heilige Orte –  also auch Kirchen – durch „schwer verletzende, mit Ärgernis für die Gläubigen verbundene Handlungen“ geschändet werden. Erkennt der Ortsordinarius (Bischof) eine solche Schändung, darf dort laut Can 1211 erst wieder Gottesdienst gehalten werden, wenn das Sakrileg durch einen Bußritus behoben ist. (Etwas Anderes wäre es nur dann, wenn es sich um eine profanierte, durch den Bischof „außer Dienst gestellte“ Kirche handeln würde.)

 


Familiensynode in Rom: Niederlage für die Thesen der Kardinäle Kasper, Marx & Co.

Mathias von Gersdorff

Gestern Abend veröffentlichte der Vatikan den Schlussbericht der Familiensynode, über den am selben Tag abgestimmt wurde. Alle 94 Punkte erhielten die notwendige 2/3- Mehrheit.0653a-bildungsplan-demo-1-2-1448b12b252812529

Diese „Relatio finale“ ist kein lehramtliches Dokument, sondern ein Empfehlungsschreiben der Synodenväter an den Papst. Dieser kann den Text in der Art und Weise verwenden, wie er es für richtig hält. Er könnte den Schlussbericht also auch komplett ignorieren, wovon allerdings nicht auszugehen ist.

Der Text ist sehr lang und komplex. Er behandelt die mannigfaltigen Probleme moderner Familien auf der ganzen Welt. Eine richtige Einschätzung bedarf also einer ruhigen Lektüre und eines sorgfältigen Studiums.

Was die Agenda der „reformerischen“ deutschen Delegation anbelangt, kann jetzt schon gesagt werden, dass die deutsche Vertretung (Kardinal Marx, Erzbischof Koch und Bischof Bode) einen kräftigen Dämpfer erhalten hat.

Wie hier schon mehrfach ausgeführt wurde, gehörte die Delegation der Deutschen Bischofskonferenz klar zum progressistischen Flügel und brachte eine markant liberale Agenda im Gepäck mit nach Rom; sie erreichte aber wenig. Die Vorschläge von Kardinal Walter Kasper wurden im Schlussbericht praktisch nicht berücksichtigt, wenngleich einige Medien das Gegenteil behaupten.

Vor allem enthält das Dokument keine generelle Aussage zur Frage der Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur hl. Kommunion.  Foto T. Schirrmacher

Das wichtigste Ziel der deutschen Seite war von vornherein, eine allgemeine und möglichst liberale Regel in der Frage der Zulassung dieser Personen zu den Sakramenten der Buße und der Eucharistie zu finden.

Doch ob wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zugelassen werden dürfen, ist im Text direkt nicht erwähnt.

Allerdings übernimmt der Schlussbericht den Vorschlag der deutschen Sprachgruppe, den Themenbereich „gescheiterte Ehen“ dem „forum internum“ zu überlassen (§ 84 ff). Das bedeutet, dass diese Betroffenen ihre konkrete Situation mit dem Beichtvater und ggf. mit dem Ortsbischof besprechen sollen.

BILD: Die Kardinäle Müller (Glaubenspräfekt) und Kasper unterhalten sich in der Synoden-Pause (Foto: © Thomas Schirrmacher)

Rein theoretisch  –  das ist der Knackpunkt  –  existiert die Möglichkeit, dass jemand, der fortlaufend in schwerer Sünde lebt, sich subjektiv nicht in dieser Situation sieht. Dann könnten  –  weiter rein theoretisch gesprochen  –  solche Personen eventuell zu den Sakramenten zugelassen werden. Aus der „Relatio finale“ folgt das aber nicht unmittelbar. Das müsste so (hinein-)interpretiert werden.

Diesen Umstand könnten modernistische Bischöfe zum Anlass nehmen, eine sehr liberale Praxis zuzulassen (was vielerorts in Deutschland ohnehin schon der Fall ist). Das wäre allerdings entsprechend der „Relatio finale“ ein klarer Missbrauch des Konzepts „forum internum“.

Es geht also letztendlich um die Auslegung. Es ist davon auszugehen, dass in nächster Zeit manches zu diesem Thema publiziert wird. 

Die Paragraphen, die diesen Sachverhalt behandeln, sind lang, kompliziert und mit vielen Zitaten aus dem Kirchenrecht bespickt. Die Mitglieder des Redaktionskomitees wollten wohl verhindern, dass man ihnen vorwirft, sie hätten eine laxe Disziplin in der Spendung der Sakramente gefördert.

Die Frage der Homosexualität wurde nur am Rande behandelt. Es gab schlichtweg kein entsprechendes Klima, um dieses Thema zu erörtern. 

Wie die deutschen Bischöfe nun reagieren, muss abgewartet werden. Eigentlich können sie gar nichts unternehmen, solange sich der Papst nicht äußert. Auf der Pressekonferenz der deutschen und österreichischen Teilnehmer am 24. Oktober jedenfalls vermittelten Marx, Koch und Bode nicht den Eindruck, dass sie nun auf Biegen und Brechen herumtricksen würden, um doch noch ihre Agenda durchsetzen zu können.

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Buchautor; er leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ in Frankfurt und die Internetseite „Kultur und Medien online“

WEITERER KOMMENTAR aus einer katholischen Frauen-Weblog: http://beiboot-petri.blogspot.de/2015/10/klarstellungen.html