Bischof Bätzings Reise nach Rom: Bekam er wirklich ein Schulterklopfen vom Papst?

Von Dr. Gero P. Weishaupt

Bischof Bätzing war im Vatikan zur Audienz beim Papst. Danach gab der Vorsitzende der Deutschen Bischofkonferenz (DBK) über den Verlauf eine kurze Presseerklärung, in der er u.a. Folgendes mitteilte:

Ausführlich habe ich den Papst über den Stand des ‚Synodalen Weges‘ informiert und dabei deutlich gemacht, dass kolportierte Zuschreibungen, wonach sich die Kirche in Deutschland auf Sonderwege begeben wolle, aus der Luft gegriffen sind. Papst Franziskus hat uns ermutigt, den eingeschlagenen Synodalen Weg weiterzugehen, die anstehenden Fragen offen und ehrlich zu diskutieren und zu Empfehlungen für ein verändertes Handeln der Kirche zu kommen.“

Mit dieser Erklärung hinterläßt der DBK-Vorsitzende der Öffentlichkeit den Eindruck, als ob der Papst den Standpunkt eines „Weiter so!“ vertrete und dem Oberhirten aus Limburg auf die Schulter geklopft habe.

Doch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Bischof Bätzing die tatsächliche Krise der Kirche in Deutschland, die gerade durch den Synodalen Weg verschärft worden ist, in seiner Presseerklärung erheblich heruntergespielt hat.

In Wirklichkeit ist die kirchliche Lage in Deutschland dramatisch und hat das Potential zur Kirchenspaltung angesichts der gegenwärtigen Polarisation durch den höchst umstrittenen Synodalen Weg und der ihn flankierenden Aktionen des Ungehorsams gegen den Papst durch Segnungen von homosexuellen Paaren, verbotene Gottesdienstgemeinschaft und Laienpredigten in der Eucharistiefeiern. Der deutsche Sonderweg ist gerade nicht „aus der Luft gegriffen“.

Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Gerade diese rebellischen Aktionen, Provokationen und Verstöße gegen geltendes Kirchenrecht der letzten Wochen sind Ohrfeigen gewesen, die man in Deutschland dem Papst erteilt hat.

Hat der DBK-Vorsitzende zur Kenntnis genommen, dass aus Empörung über die Rebellion der Kirche in Deutschland und aus Sorge um die  Einheit der  Kirche gläubige Katholiken jüngst ein Dubium nach Rom gesandt haben, um klären zu lassen, ob tatsächlich ein Schisma in Deutschland vorliegt?

Ein „Weiter so, Bischof Bätzing!“ kann der Papst kaum gemeint haben. Betreibt der DBK-Vorsitzende hier Schönfärberei über eine in Wirklichkeit sich spaltende Kirche in Deutschland?

Liest man vor diesem Hintergrund noch einmal den Brief, den der Papst 2019 den deutschen Bischöfen geschrieben hat, dann tut man sich schwer mit dem Inhalt der Presseerklärung des DBK-Vorsitzenden.

Die Öffentlichkeit erfährt nur über diese Presseerklärung etwas über den Inhalt der Audienz. Eine amtliche Verlautbarung des Apostolische Stuhles gibt es bislang nicht. Was hat der Papst tatsächlich gesagt?

Die Öffentlichkeit hat aber den Brief des Papstes von 2019 vorliegen. Darin mahnt der Pontifex schon vor zwei Jahren angesichts der spalterischen Tendenz des Synodalen Weges zur Einheit mit der Kirche und ruft zur Evangelisierung auf. Unter anderem schreibt der Papst den deutschen Bischof ins Stammbuch:

Es ist Aufgabe dieses Prozesses, gerade in diesen Zeiten starker Fragmentierung und Polarisierung sicherzustellen, dass der Sensus Ecclesiaeauch tatsächlich in jeder Entscheidung lebt, die wir treffen, und der alle Ebenen nährt und durchdringt. Es geht um das Leben und das Empfinden mit der Kirche und in der Kirche, das uns in nicht wenigen Situationen auch Leiden in der Kirche und an der Kirche verursachen wird.

Die Weltkirche lebt in und aus den Teilkirchen[, so wie die Teilkirchen in und aus der Weltkirche leben und erblühen; falls sie von der Weltkirche getrennt wären, würden sie sich schwächen, verderben und sterben. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Gemeinschaft mit dem ganzen Leib der Kirche immer lebendig und wirksam zu erhalten.“

Die Bischöfe und die Verantwortlichen für den Synodalen Weg haben den Brief bislang ignoriert und nicht umgesetzt. Die Folge: Die kirchliche Lage in Deutschland hat sich seitdem zugespitzt.

Die Hetzkampagne gegen den Kölner Erzbischof –  medial wirksam sogar noch angefeuert – muss vor dem Hintergrund der Ziele des Synodalen Weges verstanden werden.

Doch mit der jüngsten Einbindung des Synodalen Weges in den in die Bischofssynode von 2023 einmündenden weltkirchlichen Synodalen Prozess hat der Papst selber die Zügel in die Hände genommen. So könnte ein Hineinreiten des Synodalen Weges in ein Schisma verhindert werden. Denn mit dessen kirchenspaltenden Programm würde sich die deutsche Teilkirche tatsächlich von der Weltkirche trennen, sie würde sich selber „schwächen, verderben“ und schließlich „sterben“.

Quelle und Fortsetzung des Artikels von Dr. Weishaupt (Kirchenrechtler) hier: https://www.kathnews.de/betreibt-bischof-baetzing-schoenfaerberei


Kirchenrechtler benennt Motiv der Kampagne: Kardinal Woelki ist „stockkonservativ“

Von Dr. jur. can. Gero P. Weishaupt

Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller offenbart in einem Interview die wahren Hintergründe der Medien-Kampagne gegen den Kölner Kardinal Woelki. Ist er einer der Drahtzieher? Ein Interview in der Münsteraner Bistumszeitung „Kirche und Leben“ legt den Verdacht sehr nahe.

Seit Wochen tobt in den Medien eine Hetze gegen den Kölner Kardinal. Dieser hatte im vergangenen Jahr das methodisch und rechtlich höchst angreifbare Münchner Gutachten zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Erbistum Köln nicht zur Veröffentlichung freigegeben. Stattdessen hat er bei der Kölner Anwaltskanzlei Gercke ein neues in Auftrag gegeben, das gestern in Köln vorgestellt worden ist.

Das Zurückhalten des Erstgutachens aus München führte zum erneuten Vorwurf des Vertuschens gegen Kardinal Woelki. 

Ein Interview mit dem Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller beim Onlineportal der Münsteraner Zeitung „Kirche und Leben“ scheint nun die eigentlichen, die wahren Hintergründe dieser Kampagne zu offenbaren:

Man will – entsprechenden den Zielen des Synodalen Weges – eine Veränderung der Glaubens- und Sittenlehre der Kirche. Schüller wirft dem Kölner Kardinal hingegen „stockkonservative Positionen“ vor. Auch deswegen habe der Kardinal das Münchner Gutachten zurückgewiesen.

Auf die Frage, ob Kardinal Woelki durch das zweite Gutachten nun vollständig entlastet sei, meinte Schüller:

Das wird man so sehen müssen. Er hat nicht selbst missbraucht, er hat nicht aktiv vertuscht wie seine Vorgänger Meisner und Höffner. Aber er ist nicht raus bei der Frage nach den systemischen Ursachen.

Er hat ja das Münchner Gutachten u. a. nicht veröffentlicht, weil ihm dessen Empfehlungen zu einer veränderten Sexualmoral und einer anderen Priesterausbildung nicht passten. Da bleibt er bei seinen stockkonservativen Positionen.

Jetzt hat er ein rein abstraktes juristisches Gutachten, das diese Themen gar nicht aufgreift.

Der Auftrag war allerdings ein anderer, es sollte nämlich vor dem Hintergrund des Selbstverständnisses der Kirche geprüft werden. Bei dieser moralisch-ethischen Dimension hat der Kardinal noch Hausaufgaben zu erledigen.…

Das Münchner Gutachten geht tatsächlich in seinen Empfehlungen an die systemischen Ursachen heran: Wir brauchen eine Revision der überkommenen Sexualmoral, eine positive Einstellung zu Homosexualität, wir brauchen eine Stärkung der Rechte der Frauen. Das will Kardinal Woelki natürlich nicht hören.

Erstveröffentlichung dieses Beitrags des Priesters und Kirchenrechtlers Dr. Weishaupt: https://www.kathnews.de/muensteraner-kirchenrechtler-thomas-schueller-laesst-katze-aus-dem-sack

HIER ein weiterer Beitrag zu den Äußerungen von Prof. Schüller: https://www.kathnews.de/schueller-merken-sie-sich-diesen-namen

HIER unsere Artikel der letzten Monate mit Kritik an dem Jagdtreiben in Medien und Kirche gegen Woelki: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Kardinal+Woelki


Missbrauch der Beichte: Was ich einst im Zimmer eines indischen Paters erlebte

Von Cordula Mohr

Es war im Oktober des Jahres 2005. Ich war eine Familienmutter mit drei Kindern, darunter ein Säugling.

Damals bewegte ich mich in der charismatischen Szene, die ich etwa ein Jahr später endgültig verlassen habe, worin mich Felizitas Küble bestärkte. Ich war hinterher froh, ein bodenständiges, nüchternes und trotzdem glaubensfrohes Christentum zu leben, was sich bis heute nicht geändert hat.

Als ich noch regelmäßig Medjugorje-Gruppen und die charismatische „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ besuchte, erlebte  ich folgendes:

Eine erscheinungsbewegte Frau organisierte ein Pilgerbusfahrt nach Wigratzbad im Allgäu, das damals in dieser Szene sehr beliebt war (später kam eine neue Wallfahrtsleitung und dann war Schluss mit den „Schwärmerseminaren“).

Damals wollte ich einen jungen Bekannten besuchen, der Kandidat im Priesterseminar St. Petrus war und heimlich nach Medjugorje fuhr (sein Regens durfte das nicht wissen).

Die Pilger-Leiterin fragte erst eine „begnadete Seele“, ob es in Ordnung sei, daß ich mit zweien meiner Kinder nach Wigratzbad mitfahre. Erst als die „Seherin“ ihre Zustimmung gab, wurde mir das Einverständnis zur Mitfahrt übermittelt. Ich war damals in meiner schwärmerischen Naivität ganz „gerührt“ davon, dass ich von dieser „Begnadeten“ grünes Licht für eine Teilnahme erhalten habe. Heute lache ich natürlich darüber!

BILD: Cordula Mohr als Helferin an unserem Infostand beim Kongreß „Freude am Glauben“

Doch was ich dann im Wallfahrtsbetrieb von Wigratzbad (der aber nichts mit dem Priesterseminar St. Petrus zu tun hat) erlebt habe, verstört und erschüttert mich im Grunde noch heute:

Ein indischer Pater Paul M., der in einer westfälischen Stadt promovierte, war der geistliche Pilgervater von uns und fuhr im Bus mit. 

Er bekam dann in Wigratzbad ein Pilgerzimmer zugewiesen, das auch für Beichtgespräche verwendet wurde. Ich ging zu ihm zur Beichte, weil ich Rücksicht auf meinen Säugling und seine Schlafzeiten nehmen wollte und von daher nicht gut zu den fest ausgeschriebenen Terminen in der Kirche beichten konnte.

Ich war schon seltsam gestimmt, als mir beim Eintreten klar wurde, dass es sich um sein Schlafzimmer handelte. Zudem wurde der Geistliche immer aufdringlicher. Ich konnte es noch halbwegs einordnen, daß er das Rollo vom Fenster herunterließ und bezog dies auf die Privatsphäre der Beichte.

Ich hätte es auch noch verkraftet, wenn er meine auf dem Tisch liegende Hand kurz berührt hätte, aber er hat ständig an mir herumgefingert bis an den Oberarm herauf. Ich beschwerte mich und sagte, ich wolle das nicht und könne mich zudem unter diesen Umständen nicht auf die Beichte konzentrieren.

Er stellte sich dumm: „Nix verstehen – was sagst Du?“ 

Dann wollte er mich hinter sein Bett lotsen unter dem Vorwand, man wolle gemeinsam zum dortigen Kreuz hingehen. Aber auch dort wollte er mir immer näher kommen. Ich habe mir dann noch die Lossprechung geholt und bin ganz schnell aus dem Zimmer herausgelaufen.

Die restlichen drei Tage war ich in Wigratzbad innerlich völlig geschockt von diesem entsetzlichen Erlebnis, das mir nicht mehr aus dem Kopf ging. Mir wurde immer klarer, dass dieser Pater die Beichte für seine sexuellen Anwandlungen mißbraucht hat – und mich sowohl in geistlicher wie in menschlicher Hinsicht  beeinträchtigt hat.

Seitdem gehe ich nur noch in einen Beichtstuhl mit Gitter.

Als ich mich bei einer Bekannten über diese Erfahrung beschwerte, erklärte sie mir, das wisse sie, er habe auch sie angebaggert, doch sie meinte nur beschwichtigend: „So sind eben diese Inder!“

Von einem  befreundeter Klosterbruder, bei dem ich mich aussprach, erfuhr ich, er wisse von einer Frau aus Münster, daß diese dasselbe bei diesem Priester erlebt hat. 

Der Pater hat mich hinterher sogar noch angerufen und mich allen Ernstes nach Indien eingeladen. Er hatte die Liste der Teilnehmer und daher auch meine Telefonnummer. Ich habe natürlich sofort abgelehnt, zumal ich noch zuhause wochenlang unter einem inneren Schock stand.

Ich konnte kaum noch schlafen und hatte Probleme mit dem Beten. Das befremdliche Erlebnis konnte ich nicht einfach wegstecken.

Ich wandte mich einige Zeit später  – als ich schon aus der Charismatik raus war  –  an Felizitas Küble, die mir sagte, das sei ein Missbrauch der Beichte und man solle einen solchen Vorgang der kirchlichen Obrigkeit melden. Soviel sie wisse, werde man auch im Kirchenrecht dazu aufgefordert. Sie wolle aber noch mit einem promovierten Kirchenrechtler sprechen, den sie gut kenne –  und ihn um Rat fragen. Später sagte sie mir, dieser Priester habe empfohlen, den Vorgang beim Bischof anzuzeigen.

Ich sagte, ich sei bereit dazu, damit der indische Pater nicht weiter sein Unwesen treiben kann, ich würde aber noch etwas Zeit benötigen, um innerlich mit der schrecklichen Erfahrung klarzukommen.

Doch einige Wochen später erfuhr ich, dass dieser Pater sich auch bei einem Nonnenkloster in einer westfälischen Großstadt übergriffig verhalten habe, vor den Bischof von Münster bestellt worden sei und dann nach Indien zurückgeschickt wurde. Damit hatte sich eine Anzeige für mich erledigt, obwohl ich diese Art der „Problemlösung“ seitens der Bistumsleitung unzureichend finde. Meine seelische Verstörung war damit sowieso noch lange nicht beendet.


„Wasser des Lebens“ von Dr. Wolfgang Rothe jetzt in dritter, aktualisierter Neuauflage

Anfang 2016 veröffentlichte der auch als „Whisky-Vikar“ bekannte Münchener Priester Dr. Dr. Wolfgang F. Rothe im EOS-Verlag der Benediktinerabtei Sankt Ottilien sein erstes Buch über die „Spiritualität des Whiskys“.

„Wasser des Lebens“, so der Titel des Buches, erlebte eine Nachfrage, die sogar Verlag und Autor völlig überraschte. Bereits nach kurzer Zeit war die Erstauflage vergriffen.

Mittlerweile hat sich „Wasser des Lebens“ vom Bestseller zum Longseller entwickelt. Die im November 2016 erschienene Zweitauflage ist inzwischen ebenfalls komplett ausverkauft.Um der anhaltenden Nachfrage gerecht werden zu können, hat sich der Verlag entschlossen, noch vor dem diesjährigen Weihnachtsfest eine dritte, aktualisierte Auflage in Druck zu geben. Insofern dürfte es zu keinen Lieferengpässe kommen.

Das Buch „vermittelt handfestes Grundwissen über Whisky, begleitet von interessanten Denkanstößen für bewusst erlebte Whiskymomente“ (The Highland Herold). Mit mehr als 50 Farbbildern ist es „ein Buch zum Verschenken und sich selber Schenken, bei dem der Genuss – auch ohne einen Tropfen Alkohol – bereits beim Lesen beginnt“ (Bistumszeitung „Kirche + Leben“).

Zum Autor: Wolfgang F. Rothe wurde 1967 geboren. Er ist katholischer Priester sowie Doktor der Theologie und des Kirchenrechts. Als Experte für schottischen Whisky ist er auch unter dem Beinamen „Whisky-Vikar“ bekannt.

Quelle: https://whiskyexperts.net/pr-wasser-des-lebens-von-wolfgang-f-rothe-jetzt-in-3-aktualisierter-neuauflage/?theme=app-theme

Buch-Daten: Wolfgang F. Rothe, Wasser des Lebens – Einführung in die Spiritualität des Whiskys
EOS-Verlag, Sankt Ottilien, 19,95 EUR, ISBN 978-3-8306-7766-6


Wolfratshausen: Vortrag von Dr. Rothe zur „Spiritualität des Whiskys“ am 9. November

Der katholische Priester, Theologe und Publizist Dr. Wolfgang Rothe spricht am Donnerstag, dem 9. November, ab 19 Uhr in der Stadtbücherei von Wolfratshausen über die „Spiritualität des Whiskys“.

Der im Sauerland gebürtige Kirchenrechtler und Pfarrvikar in München verknüpft die Liebe zum Glauben mit der Wertschätzung des edlen Whisky. Der Eintrittspreis von 15 Euro beinhaltet u.a. auch die Verkostung von zwei Whiskys.

BILD: Dr. Rothe überreicht Papst Benedikt sein Buch „Liturgische Versöhnung“ (darin würdigt er dessen Motu proprio zugunsten der überlieferten Liturgie bzw. „alten Messe“).

Der Geistliche schrieb zu diesem Thema bereits ein fundiertes Buch mit dem Titel „Wasser des Lebens“ und erläutert darin die Entstehung des Getränks in den schottischen Klöstern des Mittelalters.

Näheres dazu hier: https://www.amazon.de/Wasser-Lebens-Einf%C3%BChrung-Spiritualit%C3%A4t-Whiskys/dp/3830677669

Interview des Kölner Domradios mit Dr. Rothe: https://www.domradio.de/themen/%C3%B6kumene/2017-10-30/whisky-und-reformation


Prälat Georg May wird heute 90 Jahre alt

Von Felizitas Küble

Der glaubenskonservative Professor und Prälat Dr. Georg May (siehe Foto) kann heute sein 90. Wiegenfest feiern, wozu wir ihm herzlich gratulieren, alles Gute und Gottes reichen Segen wünschen.images

Der katholische Theologe und Kirchenrechtler ist am 14. September 1926 in Liegnitz (Schlesien) geboren. Er lehrte jahrzehntelang an der Universität Mainz Kirchenrecht und kirchl. Rechtsgeschichte. Er lebt in Budenheim bei Mainz und schreibt nach wie vor an weiteren Büchern und Veröffentlichungen.

Auf Anregung von Kardinal Gerhard Müller wurde der Priester und Gelehrte im Jahre 2011 von Papst Benedikt zum Apostolischen Protonotar ernannt.

Prof. Georg May publizierte zahlreiche Werke zu liturgischen, kirchengeschichtlichen und kanonischen Themen, darunter ein umfangreiches Sachbuch über die Verfolgung der katholischen Kirche unter der nationalsozialistischen Diktatur.

Der Prälat äußerte sich in Vorträgen und Veröffentlichungen kritisch zur Liturgiereform bzw. positiv über die überlieferte hl. Messe. Er befaßte sich ohne Umschweife mit dem Niedergang des Glaubens vor allem in den deutschsprachigen Ländern   – und mit der weitgehenden Nichtbeachtung des kirchlichen Wächteramts durch die Hierarchie.

Zurück zur päpstlichen Ehrung für Prof. May: Die Ernennungs-Urkunde zum Protonotar übersandte ihm der damalige Regensburger Bischof Gerhard Müller, heute vatikanischer Glaubenspräfekt, auf dessen Vorschlag hin die Würdigung erfolgte. Radio Vatikan

In seinem Begleitbrief schrieb Müller: „Zu dieser hohen Auszeichnung, mit der die Kirche ihre Wertschätzung für Ihr jahrzehntelanges akademisches und pastorales Wirken, Ihr standhaftes sentire cum ecclesia und Ihre gewissenhafte Verkündigung des unverkürzten katholischen Glaubens zum Ausdruck bringt, gratuliere ich Ihnen sehr herzlich.“

In seiner Schrift „Die andere Hierachie“, die 1997 erschien, erklärt der Kirchenrechtler Folgendes:

„Es ist eine offenkundige und unbestreitbare Tatsache: Die Bischöfe sind die Hauptverantwortlichen für den unaufhörlichen dramatischen Niedergang der Kirche. Selten in der Geschichte hat eine Führungsschicht in so ungeheurem Ausmaß versagt wie die Mehrheit des Bischofskollegiums nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil.

Um es genau zu sagen: Die deutschen Bischöfe haben sich als unfähig erwiesen, die letztlich entscheidenden Aufgaben der katholischen Kirche in Deutschland adäquat zu lösen: den Glauben zu erhalten und zu verbreiten, die Sitten zu heben und zu bessern, den Gottesdienst zu fördern und zu schützen.“

Fotos: Summorum pontificum, Radio Vatikan

 

 


„Feinde des Kreuzes Christi“ gibt es auch unter den Gläubigen

Wir veröffentlichen hier leicht gekürzt die ersten Abschnitte einer gehaltvollen Predigt des Kirchenrechtlers Prof. Dr. Georg May mit dessen ausdrücklicher Erlaubnis. Dieser Priester und Prälat ist für seine klare Ansage in Büchern und Vorträgen seit Jahrzehnten bekannt. jesus in der synagoge von nazareth

Ausgangspunkt seiner folgenden Bibelauslegung ist dieser Abschnitt aus den Paulusbriefen:

„Ich habe euch schon oft gesagt, was ich jetzt unter Trä­nen wie­der­hole: Viele wan­deln als Feinde des Kreu­zes. Ihr Ende ist Ver­der­ben, ihr Gott ist der Bauch, ihr Ruhm besteht in ihrer Schande, ihr Sin­nen geht auf das Irdi­sche. Unser Wan­del aber ist im Him­mel.“ (Phil 3,18 ff)

„Das Christentum ist die Religion des Kreuzes“

Pau­lus spricht hier von den Fein­den des Kreu­zes Christi. Wer ist damit gemeint  – und was ist unter dem Kreuz zu ver­ste­hen?

Unter dem Kreuz ver­ste­hen wir zunächst ein­mal die Bal­ken, an denen der HERR auf­ge­hängt und zu Tode gebracht wurde. Aber vor allem ver­ste­hen wir unter dem Kreuz die Lei­den, die der HERR in sei­ner Pas­sion und in sei­nem Ster­ben durch­lit­ten hat. Wir ver­ste­hen unter dem Kreuz das hei­lige Lei­den, durch die der HERR Jesus uns unsere Erlö­sung ver­dient hat.(…)

Das Kreuz ist seit­dem der Inbe­griff des Chris­ten­tums. Es schließt alle Gnade und Wahr­heit, alles Leben und alle Ver­hei­ßung, alle Gebote, aber auch alle Dro­hun­gen in sich. Das Chris­ten­tum ist die Reli­gion des Kreu­zes.
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Als Kreuz wer­den schließ­lich auch die Lei­den bezeich­net, die uns auf die­ser Erde auf­er­legt wer­den. Sie sind not­wen­dig, ja unent­behr­lich, denn der Christ muss am Kreuze Christi Anteil gewin­nen, wenn er das Heil erwer­ben will. Der HERR hat es deut­lich aus­ge­spro­chen: Wir kön­nen nur seine Jün­ger sein, wenn wir unser Kreuz auf uns neh­men und ihm nach­fol­gen.

Chris­ten­tum ohne Kreuz wäre ein Buch ohne Inhalt, ein Leib ohne Seele, ein Leben ohne Ziel. (…) Wer das Kreuz aus dem Leben des Chris­ten ent­fer­nen will, der zer­stört das Chris­ten­tum. So unglaub­lich es klingt: Das ist wie­der­holt von Theo­lo­gen ver­sucht wor­den. 

Von dem berühm­ten evan­ge­li­schen Theo­lo­gen Adolf von Har­nack stammt das Wort: „Tod und Auf­er­ste­hung Jesu gehö­ren nicht zum Wesen des Chris­ten­tums.“  

Aber Tod und Auf­er­ste­hung Jesu sind der Inhalt des Kreu­zes. Wer also Tod und Auf­er­ste­hung aus dem Chris­ten­tum ent­fernt, der ent­fernt das Kreuz aus dem Chris­ten­tum.

„Viele“, so klagt Pau­lus, „wan­deln als Feinde des Kreu­zes.“  –  Es ist ein Wider­sinn, die wahre Reli­gion ohne Kreuz haben zu wol­len. Und Pau­lus ist mit Schmerz erfüllt: „Ich sage es jetzt unter Trä­nen, dass es Feinde des Kreu­zes unter den Chris­ten gibt.“

Er meint näm­lich nicht zuerst die Ungläu­bi­gen und die Hei­den, nein, er meint Chris­ten, die als Feinde des Kreu­zes wan­deln. Und er zählt vier Merk­male auf, wel­che die Feinde des Kreu­zes kenn­zeich­nen:

  • 1. ihre Welt­an­schau­ungcropped-bergatreute-dsc_0868.jpg
  • 2. ihre Lebens­weise
  • 3. ihr Den­ken und
  • 4. ihre Aus­sicht.

Ers­tens: Ihre Welt­an­schau­ung. Das Ent­schei­dende, was den Feind des Kreu­zes aus­macht, ist eine Vor­stel­lung von Gott, die falsch ist. Der hei­lige Pau­lus sagt es klar und deut­lich: „Ihr Gott ist der Bauch.“

Was meint er damit?  – Nun, zunächst ein­mal sind damit die Men­schen gemeint, die nur an Essen und Trin­ken, Ver­gnü­gen und Arbeit den­ken und sonst nichts ande­res haben.(…)  „Bauch“ ist natür­lich auch eine Bezeich­nung für die geschlecht­li­che Aus­schwei­fung, die ja in unse­rer Gesell­schaft maß­los gewor­den ist: So früh wie mög­lich, so oft wie mög­lich, so lange wie mög­lich. media-443490-2

„Bauch“ ist aber auch ein Gott für jene, die sich von Gott und der Kir­che nichts sagen las­sen, die sel­ber bestim­men, was gut und böse ist. Der hei­lige Pau­lus ver­ur­teilt alle, die sich selbst für Gott hal­ten, alle, die glau­ben, die Erlö­sung sich selbst ver­schaf­fen zu kön­nen.

Feinde des Kreu­zes sind jene, die ihre eige­nen Vor­stel­lun­gen vor die objek­tive Wahr­heit stel­len, die ihren Wil­len höher als das Gebot Got­tes stel­len, die ihre Ansich­ten für ein Gesetz hal­ten. Wer so zu den­ken anfängt, der ist in Gefahr, dass der „Bauch“ sein Gott wird.

Man kann alle­mal sagen: Der Feind des Kreu­zes passt die objek­tive Wirk­lich­keit sei­nen Wün­schen an. Das ist genau, was die bei­den Kar­di­näle Kas­per und Marx tun. Sie wol­len die sitt­li­chen Nor­men den schlim­men Ver­hält­nis­sen, wie sie nun ein­mal sind, anpas­sen.

QUELLE und Fortsetzung der Predigt hier: http://www.glaubenswahrheit.org/predigten/chrono/2014/20141116/

Hinweis auf einen früheren Artikel über den Prediger: https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/06/papst-ernennt-konservativen-deutschen-theologen-zum-apostolischen-protonotar/

Fotos: Dr. Bernd F. Pelz

 


Papst ernannte konservativen deutschen Theologen zum Apostolischen Protonotar

Bischof Gerhard L. Müller würdigt das Lebenswerk von Prof. Dr. Georg May

Der 85-jährige Schriftsteller und Theologe Dr. Georg May ist gebürtig aus Niederschlesien (Bistum Breslau) und wirkte lange an der Universität Mainz als Professor für Kirchenrecht und kirchliche Rechtsgeschichte.

Der Geistliche wurde nun von Papst Benedikt zum Apostolischen Protonotar ernannt.

Die Ernennungs-Urkunde übersandte ihm der Regensburger Bischof Gerhard L. Müller, nicht der an sich zuständige Mainzer Erzbischof Karl Lehmann (Prof. Georg May wohnt in Budenheim und ist im Bistum Mainz inkardiniert, also kirchenrechtlich dort zugehörig).

Die hohe Ehrung für Prof. May war auf Antrag von Bischof Müller erfolgt.

In seinem  (von „kath.news“ veröffentlichten) Beischreiben würdigt der Regensburger Oberhirte das Lebenswerk des kirchentreuen Theologen:

„Zu dieser hohen Auszeichnung, mit der die Kirche ihre Wertschätzung für Ihr jahrzehntelanges akademisches und pastorales Wirken, Ihr standhaftes sentire cum ecclesia und Ihre gewissenhafte Verkündigung des unverkürzten katholischen Glaubens zum Ausdruck bringt, gratuliere ich Ihnen sehr herzlich.“

Kirchenrechtler Georg May befaßt sich seit Jahrzehnten in Büchern, Vorträgen und Aufsätzen  ohne Umschweife mit dem Niedergang des Glaubens vor allem in den deutschsprachigen Ländern   – und mit dem Verfall kirchlicher Führung und Autorität.

Die Hauptursache für die Mißstände, auch in liturgischer Hinsicht, sieht der Theologe in der Unfähigkeit und mangelnden Konsequenz vieler Bischöfe, zumal im deutschsprachigen Raum.

In glaubenstreuen Kreisen ist Prälat Georg May auch bekanntgeworden wegen seiner vielzitierten Feststellung: „Die Krise der Kirche ist eine Krise der Bischöfe.“  (Ursprünglich stammt die Aussage von Franjo Kardinal Seper, dem Amtsvorgänger von Kardinal Ratzinger als Glaubenspräfekt.)

In seiner Schrift „Die andere Hierachie“, die 1997 erschien, schreibt der Kirchenrechtler glasklar Folgendes:

„Es ist eine offenkundige und unbestreitbare Tatsache: Die Bischöfe sind die Hauptverantwortlichen für den unaufhörlichen dramatischen Niedergang der Kirche.

Selten in der Geschichte hat eine Führungsschicht in so ungeheurem Ausmaß versagt wie die Mehrheit des Bischofskollegiums nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil.
Um es genau zu sagen: Die deutschen Bischöfe haben sich als unfähig erwiesen, die letztlich entscheidenden Aufgaben der katholischen Kirche in Deutschland adäquat zu lösen: den Glauben zu erhalten und zu verbreiten, die Sitten zu heben und zu bessern, den Gottesdienst zu fördern und zu schützen.“