Bayern: Der ABC-Kreis ermahnt die EKD

Pressemitteilung des Arbeitskreises Bekennender Christen in Bayern (ABC):

Angesichts sinkender Kirchenmitgliederzahlen haben der Nürnberger Regionalbischof Dr. Stefan Ark Nitsche und der ABC-Vorsitzende Till Roth zu mehr missionarischem Engagement aufgerufen.

Bei einer Veranstaltung des evangelikalen ABC in Nürnberg ermutigte Nitsche dazu, die christliche Botschaft klarer zu bekennen: „Wir trauen uns häufig nicht zu dem zu stehen, was unsere Botschaft ist. Aber wenn die Menschen zu uns kommen, erwarten sie, dass wir zu dieser Botschaft stehen.“

Er verwies darauf, dass der Prozess „Profil und Konzentration“ (PuK) der bayerischen Landeskirche als erste Aufgabe benenne, Christus zu verkündigen.

Roth, der Dekan im unterfränkischen Lohr am Main ist, hob den Aufbau eines missionarischen Gemeindeaufbaus hervor: „Viele Menschen werden getauft und haben dennoch keine Verbindung zum Evangelium.“

Kirchenaustritte, so Roth, seien in der Regel die Folge einer inhaltlichen Distanz. Dem könnten nicht allein Pfarrer entgegenwirken, vielmehr müssten alle Gläubigen ermutigt werden, den Glauben in ihrem Umfeld weiterzutragen – dies müsse im Zentrum des Gemeindeaufbaus stehen.

Man müsse zwar die gesellschaftlichen Trends zur Kenntnis nehmen, die eine schnelle Veränderung bei der Mitgliederentwicklung der Kirchen nicht erwarten ließen. Doch zugleich gelte: „Wo Menschen zum lebendigen Glauben an Christus kommen, wo sie umkehren, werden Prognosen durchkreuzt.“

Regionalbischof Nitsche zeigte sich offen für Überlegungen, die Kirchensteuer für junge Erwachsene zu reduzieren. Im Alter zwischen 20 und 30 würden Menschen häufig erstmals mit der Zahlung der Kirchensteuer konfrontiert, während sie in der Kirche keine attraktiven Angebote für sich erkennen könnten.

Nach Einschätzung des ABC-Vorsitzenden Roth wären Eingriffe bei der Kirchensteuer lediglich ein Kurieren an Symptomen. Entscheidend für die Kirchenmitgliedschaft seien inhaltliche Fragen.

Unterschiedliche Positionen bezogen Nitsche und Roth in der vom Chefredakteur des Evangelischen Sonntagsblatts, Helmut Frank, moderierten Diskussion auch in der Frage, wie politisch Kirche auftreten soll.

Nach Einschätzung des ABC-Vorsitzenden Roth ließen sich viele Veröffentlichungen wie zuletzt nach der EKD-Synode in Dresden kaum von dem unterscheiden, was auf Parteitagen gesagt werde. Mit Blick auf die Thematik Krieg und Frieden, die bei der EKD-Synode behandelt wurde, fragte er: „Wo bleibt das Wort vom Frieden, den Christus durch seinen Tod am Kreuz zwischen Gott und den Menschen gestiftet hat?“

Besonders kritisch sei, so Roth, wenn Amtsträger wie Bischöfe sich mit eindeutigen Positionen in das politische Tagesgeschäft einmischen würden.

Demgegenüber sagte Regionalbischof Nitsche, dass sich aus dem Frommsein auch politische Konsequenzen ergeben würden. Allerdings müsse bei politischen Aussagen der Kirche der Bezug zur befreienden Botschaft von Christus immer deutlich werden.

In der konkreten Diskussion um eine Unterstützung der Seenotrettung durch die EKD rief er dazu auf, die Breite der Argumente aufzunehmen, die es dazu innerhalb der Kirche gebe.

Infos zum ABC Bayern: http://www.abc-bayern.de


Missbrauch: Überzogene Summen bei Opferentschädigungen sind kontraproduktiv

Von Felizitas Küble

Laut Vorschlag einer Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz soll künftig pauschal jedes Opfer von sexuellem Missbrauch eine Entschädigung von 300.000 Euro erhalten. Zu dieser Kommission gehören auch Bischöfe – ebenso wie Betroffene.

Derart hohe Beträge kennt man sonst nur aus den USA, die ein grundsätzlich anderes Schadensersatzrecht haben als wir Deutschland und Europa.

Bislang erhält ein Opfer von der Kirche 5000 Euro oder mehr – bei den Regensburger Domspatzen waren es bis zu 20.000 Euro.

Die geplante Entschädigungssumme ist nicht zuletzt deshalb problematisch, weil sie indirekt zu Falschanzeigen ermutigt. Daß solche unwahren Beschuldigungen gegen Priester immer wieder vorkommen, ist längst eindeutig erwiesen und liegt in der Natur der Sache. Durch solche Falschanzeigen leidet aber auch das Ansehen der tatsächlichen Opfer – und genau hier liegt das Problem!

Dieser Einwand gilt ebenso für den zweiten Vorschlag der Arbeitsgruppe, je nach Schwere des Übergriffs zwischen 40.000 und 400.000 Euro zu zahlen. 

Der staatliche Entschädigungsfond, den der „Runde Tisch“ beschlossen hat, sieht höchstens 10.000 Euro vor – und dies normalerweise nur als Sachleistung (Therapiekosten usw).

Das Netzwerk B  –  eine  “Initiative Betroffener von sexualisierter Gewalt” – kritisierte in seinem Positionspapier vom 24.2.2012, daß die Höchstgrenze staatlicher Entschädigungszahlungen lediglich bei 10.000 € liegt.

Hingegen hat zum Beispiel das Kloster Ettal meist 10.000 und bisweilen bis zu 20.000 € Entschädigung pro Opfer von Missbrauch oder körperlichen Misshandlungen (Schlägen usw.) ausgezahlt. (Siehe hierzu diese Ettaler Stellungnahme: https://charismatismus.wordpress.com/2011/09/06/freiwillige-hohe-entschadigungszahlungen-durch-kloster-ettal/

Nun zum früheren Hätschelkind der Linken und Grünen, nämlich der Odenwaldschule, die immerhin eine UNESCO-Modellschule war:

Dieses hessische Landschul-Internat entschädigte seine 132 Missbrauchsopfer zunächst mit einer Gesamtsumme von 50.000 €, wie die Wochenzeitung “Die Zeit” vom 11.4.2011 berichtete   –  also weit unter 400 Euro pro Person. Später wurden durch die nahestehende Stiftung „Brücken bauen“ insgesamt 300.000 € an die 132 Geschädigten ausgezahlt.

Somit liegt der jetzt kirchlich vorgeschlagene Betrag je Opfer fünfzig-mal über der staatlichen Höchst-Summe von 10.000; noch größer ist der Abstand zur Odenwaldschule.

Dazu kommt das Problem, dass diese Entschädigungsleistungen  – zumindest teilweise  –  aus der Kirchensteuer-Kasse entnommen werden, was sich bei dieser Höhe gar nicht vermeiden läßt.

Es ist aber nicht leicht einzusehen, dass die „Solidargemeinschaft“ der Kirchenmitglieder überhaupt für die Geschädigten aufkommen soll (dazu könnte auch ein Fond aus Beiträgen hoher Geistlicher – vor allem Bischöfe  –  errichtet werden). Dies gilt erst recht für derart hohe Beträge, die weit über das hinausgehen, was der Staat oder andere Institutionen wie die Odenwaldschule bereitstellen.

 


Münster: Bischof Genn will mit feministischer „Maria 2.0“ weiter im Gespräch bleiben

„Wir bleiben miteinander im Gespräch“, verspricht Bischof Felix Genn den Damen der bundesweiten Intiative „Maria 2.0“, die in der Pfarrei Heilig Kreuz in Münster ihren Ursprung hat, weiß der Pressedienst des Bistums Münster am 26.9.2019 zu berichten.

Dr. Felix Genn (siehe Foto) erklärt weiter: „Die Bewegung hat gezeigt, dass viele Frauen, die bisher nicht sprechen konnten, jetzt gesprochen haben.“

Hat es ihnen bislang die Sprache verschlagen  –  oder mussten sie sich erst verbal aufrüsten (lassen) durch Vorreiter[innen] ihrer Verbände, die „mehr Demokratie, Transparenz und Gerechtigkeit [fordern], um unheilvolle Strukturen aufzubrechen“?

In welchem Verhältnis steht dazu die „Sorge engagierter Frauen und Männer um die Zukunft der Weitergabe eines lebendigen Glaubens auch an die nächsten Generationen“? Bedarf es da einer „Machtverteilung“? Wo bleiben Gebet, würdige Feier der Liturgie und Einsatz für glaubenstreuen und fundierten Religionsunterricht und Katechese?

Wie will man sich auf diesem Hintergrund „von der Frohen Botschaft, das [sic!] Zentrum des christlichen Glaubens“ leiten lassen?

Hat Jesus Christus denn ein „synodales Mitwirkungsgremium“ geschaffen? Sind die Apostel auf sein Geheiß hin nicht „ohne Geldbeutel und zweites Hemd“ hinausgezogen und für ihren Einsatz zu Tode gemartert worden? 

Konnten sie sich auf Steuer-Pfründe stützen, die sie den Kirchenmitgliedern „abgezwungen“ haben? Oder hat etwa ein hl. Petrus Canisius erst eine kirchliche Gemeinschaft zum Zweck der Kirchensteuerzahlung gegründet, um dann mit diesen Geldern seinen Katechismus zu finanzieren als Grundlage seiner Arbeit gegen den massenhaften Abfall der Menschen vom katholischen Glauben?

BILD: Proteste von „Maria 2.0“ in Münster gegen die „patriarchalische“ Kirche

Es wird höchste Zeit, dass diesen innerkirchlich „Macht ertrotzenden“ Damen seitens der Bischöfe die geldlichen Subventionen gestrichen werden, damit diese lernen, dass allein ihr uneigennütziger persönlicher Einsatz dem Auftrag Jesu, „der Weitergabe des lebendigen Glaubens“ zu dienen, gerecht wird  – und zwar im Verzicht auf Ansehen und „Macht“ und ohne zuerst zu verlangen, dass man seitens der Hierarchen finanziell „ausgehalten“ wird!

Wer glaubt, in der Kirche Macht beanspruchen zu dürfen, sollte erst bewiesen haben, dass es ihm mit einem Leben aus dem Glauben nach dem Vorbild des HERRN und Seiner heiligsten Mutter erkennbar ernst ist.

Es muss Schluss sein mit der Banalität zeitgeistiger Plattitüden und Worthülsen, die im Grunde nur den Glauben der Kirche aushöhlen und verflachen (wollen).

BILD: Gertrud Dörner ist Vorsitzende der „Marianischen Liga“ und widerspricht Bischof Genn

Die Initiator[inn]en sollten die Kirchengeschichte zur Kenntnis nehmen, und dort gerade die Frauen, große Heilige, die mit bescheidensten materiellen Mitteln im Vertrauen auf Jesu Zusage dauerhaften Beistands großartige Werke geschaffen haben. Die wirklichen „Machthaber“ der Kirche sind eben nur die Heiligen!

Für uns gilt das Wort des HERRN: „Geh und handle genauso“! Denn nur eins ist wichtig: Jesu Wort zu hören und zu befolgen!

Reinhard Dörner, Vorsitzender des Zusammenschlusses papsttreuer Vereinigungen eV.
Gertrud Dörner, Bundesvorsitzende der Marianischen Liga eV.

 


Falsche Signale für Priesteranwärter: Deutsche Bischöfe auf Abwegen

Mathias von Gersdorff

Bekanntlich ist die Situation der Priesterberufungen in Deutschland katastrophal. Deutschlands katholische Seelsorge kommt zunehmend in die Hände von ausländischen Priestern, was wahrscheinlich noch eine Rettung für die katholische Kirche in Deutschland ist.

Denn hiesige Zuständige für Priesterberufungen und Berufungspastoral interessieren sich nur noch für ein Thema: Homosexualität.

So kann man im Informationsportal der Bischofskonferenz namens katholisch.de folgende Schlagzeilen lesen:

31. März 2019: Auch Münsteraner Regens sagt: Homosexuelle können Priester werden

29. Januar 2019: Erzbistum Paderborn: Homosexuelle dürfen offiziell Priester werden

28. Januar 2019: Overbeck gegen Ausschluss von Schwulen vom Priesteramt

Papst Benedikt XVI. hatte eindeutig festgelegt, dass Personen mit tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen nicht zum Priesteramt zugelassen werden dürfen.

Dass ist aber diesen deutschen Priesterausbildern egal. Dabei ist wichtig zu beachten, dass die deutschen Seminare leer sind. Das Kalkül der „Homo-Versteher“ ist offensichtlich: Wenn wir homosexuelle Personen zur Priesterausbildung zulassen, werden wir mehr Berufungen haben.

Das Ergebnis wird aber ein ganz anderes sein: Seminare, die Homosexuelle aufnehmen, werden bald nur noch Homosexuelle anziehen. „Normale“ Katholiken werden sich nie und nimmer dorthin verirren.

Der Grund ist einfach: Schon jetzt haben sich Bischöfe wie Franz-Josef Bode (Osnabrück) und Franz-Josef Overbeck (Essen) zu Lobbyisten der Homosexuellen innerhalb der Kirche gemacht.  Weitere Gleichgesinnte kleineren Kalibers (Dekane, Pfarrer etc.) gibt es zuhauf.

Wenn nun offiziell Homosexuelle in die Priesterseminare zugelassen werden und diese dann auch noch geweiht werden, kann dieser Lobbyismus nur anwachsen. Schon jetzt haben diejenigen, die gegen Gender, gegen Homo-Ehe und für das traditionelle Lehramt eintreten, einen schweren Stand.

Mit wachsender Zahl Homosexueller in den Seminaren wird das Mobbing gegen heterosexuelle Priesteramtskandidaten weiter ansteigen. „Normale“ Katholiken mit Priesterberufung, die die Sexualmoral und das katholische Lehramt ernst nehmen, werden nicht mehr in die Seminare eintreten (können).

Sie werden auf ihre priesterliche Berufung verzichten oder auswandern. Die katholische Kirche in Deutschland wird auf diese Weise zu einer LSBTIQ-Kirche mutieren.

Sicherlich werden die Bischöfe einen Trick finden, um trotzdem die Kirchensteuer aus den Gläubigen herauszupressen.

Unser Autor Matthias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ – hier die Webpräsenz : https://kultur-und-medien-online.blogspot.com/


Bischof Hanke stellt Kirchensteuer infrage

Der Eichstätter katholische Oberhirte Gregor Maria Hanke kann sich vorstellen, „eine ärmere Kirche zu wagen“ und „über die Zukunft der Kirchensteuer nachzudenken“.

Bischof Hanke (siehe Foto) erklärte auf dem Neujahrsempfang des Diözesanrats der Katholiken zudem, „echte Reform“ wachse aus „mehr Nachfolge Jesu“ und „mehr Zeugenschaft – und vielleicht weniger Institution und Verfasstheit“.

Man müsse darüber nachdenken, „auf die institutionalisierten gesellschaftlichen Möglichkeiten der Einflussnahme der Kirche in der heutigen Breite zu verzichten“, erklärte der Würdenträger.

Dies gelte, obwohl die Kirche vielfältige Pflichten und Verantwortung gegenüber Mitarbeitern habe und nicht von heute auf morgen aus dem gewachsenen System aussteigen könne.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2019-01/hanke-bischof-eichstaett-deutschland-abschaffung-kirchensteuer.html


Bischof Bode debattiert öffentlich über eine Segnung homosexueller Partnerschaften

Mathias von Gersdorff

Vor der vatikanischen Bischofssynode im Herbst 2015 waren es einige deutsche (liberale) Bischöfe, die am stärksten die Aufweichung der katholischen Lehre über Ehe, Familie und Sexualität gefordert haben.

Von Anfang an ging es ihnen nicht „nur“ um die Zulassung von wiederverheiratet-Geschiedenen zur Kommunion, sondern darum, einen umfassenden Paradigmenwechsel zu vollziehen.

Doch rasch erhob sich Widerstand aus Osteuropa und Afrika, teils auch aus den USA  – und die ehrgeizigen Pläne des deutschen Progressismus blieben auf halber Strecke liegen.

Nun sieht wohl Bischof Franz-Josef Bode aus Osnabrück die Gelegenheit gekommen, mit der Demolierung der katholischen Sexualmoral fortzufahren: Er fordert allen Ernstes eine Debatte über die Segnung homosexueller Partnerschaften.

So berichtet die liberal-katholische Bistumszeitung „Kirche und Leben“ am 10. Januar 2018, Bischof Bode sei der Auffassung sei, „Schweigen und Tabuisieren führt nicht weiter und verunsichert“. Denn: „Ist da nicht so viel Positives, Gutes und Richtiges, dass wir dem gerechter werden müssen?“

Auf der Internetseite seines Bistum wird sogar eine allgemeine „Neuorientierung“ gefordert:

„Die katholische Kirche muss sich nach den Worten von Bischof Franz-Josef Bode in verschiedenen Bereichen neu orientieren. Das betreffe Ehe, Familie, Sexualität und Lebensformen sowie das Verhältnis von Körper und Geist, von Leib und Seele, sagte Bode in seiner Silvesterpredigt im Osnabrücker Dom.“

Lehramtstreue Katholiken sollten sich auf manches Abwegige gefasst machen: Der deutsche Progressismus will nicht nur hier und da ein paar Änderungen, sondern die katholische Lehre letztlich ganz einstampfen und im Grunde eine Art neue Religion fabrizieren.

Bischof Bodes jüngste Einlassungen könnten eine neue Zerstörungsphase einläuten.

Der „normale“ Katholik bleibt perplex und fragt sich: Wie weit kann die katholische Kirche in Deutschland diesen Weg der Zerstörung voranschreiten und zugleich noch als „katholisch“ bezeichnet werden? Wann wird die Verweigerung der Kirchensteuer sogar zur moralischen Pflicht?

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ sowie die Initiative SOS Leben –  und er veröffentlicht viele seiner Beiträge hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

Fotos: M. v. Gersdorff, Dr. Bernd F. Pelz

 


TV-Moderator Peter Hahne kritisiert „volle Kassen und leere Kirchen“

Kritik an der Kirchensteuer hat ein ehem. Mitglied der EKD-Rates, der Fernsehmoderator Peter Hahne, geübt. Die Kirche könne auch ohne die Kirchensteuer arbeiten.

„Alle Kirchen der Welt machen uns das vor. Das Steuer-Schlaraffenland gibt es fast nur noch in Deutschland“, sagte Hahne in einem Interview mit der Tageszeitung „Frankenpost“. Er stimme Papst Benedikt XVI. hinsichtlich seiner Bedenken gegenüber der Kirchensteuer zu. Hahne: „Die Kirche erstickt an ihrem Geld. Volle Konten und leere Kirchen, das ist doch ein wahnsinniger Widerspruch.“

Zur Frage, was sich ändern soll, sagte der Theologe und Journalist: „Arm werden und unabhängig vom Wohlstand der Welt.“

Die Kirche solle sich auf ihr Kerngeschäft von Verkündigung, Mission und Seelsorge konzentrieren. Es gebe „viele lebendige Kirchengemeinden und tolle Pfarrer“, an denen man sich ein Beispiel nehmen könne, vor allem in Oberfranken.

Man müsse „endlich Schluss machen mit der Theologie der leeren Kirchenbänke. Nur was sich auch am Sterbebett bewährt, taugt fürs Leben.“

Quelle: http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/hahne-kritisiert-kirchensteuer-die-kirche-erstickt-an-ihrem-geld-101258.html


Bistum Essen: Was die Propsteigemeinde in Bochum sich unter „Pastoralplan plus“ vorstellt

Von Felizitas Küble

Seit dem Jahr 2010 steigen die Kirchensteuereinnahmen beider Konfessionen regelmäßig und ununterbrochen. (Die FAZ hat hierüber bereits am 5.10.2014 berichtet: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/rekord-einnahmen-bei-den-kirchen-13189915.html

In den letzten beiden Jahren gab es erneut Rekord-Einnahmen für die katholischen und evangelischen Kassen  –  und dies trotz sinkender Kirchenmitglieder. Der Grund: Die günstige Situation auf dem Arbeitsmarkt bzw. bei den Löhnen und Gehältern.

Die anhaltende finanzielle Sprudelquelle hindert aber viele Bischöfe keineswegs daran, eine Kirche nach der anderen zu schließen bzw. das Gotteshaus für andere Zwecke umzugestalten.

Dies zeigt sich besonders deutlich im Bistum Münster (dort verwenden regionale Tageszeitungen seit Jahren den Ausdruck „Kirchensterben“ in ihren Überschriften) sowie im Ruhrbistum Essen. (Hier eine Auflistung profanierter Kirchen in Essen: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_profanierter_Kirchen_im_Bistum_Essen)

Drastische Mittelkürzung durch die Bistumsleitung

Zur Diözese Essen gehört auch die Stadt Bochum mit ihrer Propstei-Großpfarrei, einer Fusion von früher acht verschiedenen Gemeinden.

Im neuesten „Info-Brief Nr. 5“ dieser Mega-Pfarrgemeinde wird der „Pastoralplan plus“ erwähnt, über den kürzlich eine Gemeindeversammlung diskutiert habe. Sodann heißt es wörtlich:

„Aufgefordert zu diesen Aktivitäten wurden alle Pfarreien unseres Bistums durch eine neuerliche Ankündigung der Beschränkung finanzieller Mittel im Zeitraum 2017 bis 2030 um mindestens 30%, später 50%. Diese Mittelkürzung betrifft vor allem den Etat zur Unterhaltung und Instandhaltung unserer Kirchen und kirchlichen Gebäude.“

Das muß man sich doppelt auf der Zunge zergehen lassen:

Bischof Franz-Josef Overbeck von Essen hat trotz steigender Kirchensteuereinnahmen eine drastische Mittelkürzung für die Pfarrreien seiner Diözese verfügt – und damit nicht genug, dieser Einschritt betrifft vor allem die Gotteshäuser und kirchl. Gebäude.

Obwohl im Bistum Essen schon unter der vorherigen Amtsführung von Bischof Felix Genn (heute Oberhirte von Münster) über 70 Kirchen abgerissen, geschlossen, umgewidmet, zweckentfremdet oder sonstwie profaniert wurden, soll das Kirchensterben in diesem kleinen Bistum offenbar munter fortgesetzt werden  –  als ob die seelenlose Zusammenlegung früher selbständiger Pfarrgemeinden zu unübersichtlichen Mega-Pfarreien nicht schon schlimm genug wäre.

Kirchen auch für „Karneval und Kaffeeklatsch“

Passenderweise heißt es in dem erwähnten „Info-Brief“ der Bochumer Propstei-Gemeinde, geplant sei für die Zukunft der „regelmäßige Wechsel aller Priester in allen Kirchen (und Krankenhäusern)“.

Das bedeutet: Die Gläubigen haben in ihrem jeweiligen Kirchort keinen regelmäßigen Geistlichen als Ansprechpartner. Der Pfarrer ist nicht mehr der „Vater seiner Pfarrei“, zuständig und vertraut für seine „Schäflein“, sondern es erfolgt ein ständiges Kommen und Gehen der Priester, was seelsorglich das Allerletzte ist  –  und so etwas nennt sich dann „Pastoralplan plus“, obwohl es „minus“ heißen müßte!

Das „Pastoralteam“ dieser Großpfarrei entwickelt unter dem Druck der Sparmaßnahmen von oben weitere merkwürdige Vorschläge.

So heißt es zunächst an sich zutreffend, man wolle „möglichst viele unserer Kirchen für das Pfarreileben erhalten und eher Gemeinderäume schließen als Kirchen“. – Tatsächlich wäre dies das kleinere Übel.

Aber was dann folgt, macht diese Überlegung zum Eigentor: „Auch müssten Kirchen dann ggf. umgestaltet oder aufgeteilt werden, so dass ie auch Raum böten für Begegnungen und Sitzungen, für Karnevel und Kaffeeklatsch.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


INSA-Umfrage: Zwei Drittel gegen Kirchensteuereinzug durch den Staat

Das Erfurter INSA-Institut wollte von den Befragten wisssen, ob der Einzug der Kirchensteuer durch den Staat abgeschafft werden soll. Ergebnis: Knapp zwei Drittel (65 %) sprechen sich für eine Abschaffung aus.

Evangelische Kirche in Augsburg Blickt man auf das Alter der Befragten, zeigt sich, dass vor allem die 55- bis 64-Jährigen (73 %) dieser Ansicht zustimmen. Auch die 35- bis 44-Jährigen (67 %) und die über 65-Jährigen (66 %) plädieren deutlich für eine Abschaffung.

16 Prozent der Befragten stimmen gegen eine Abschaffung. Darunter ist der Anteil bei den 25- bis 34-Jährigen mit 19 Prozent und bei den über 65-Jährigen mit 18 Prozent am höchsten.

Interessant ist auch ein Blick auf die Wähler der einzelnen Parteien. Insbesondere die Wähler der AfD (78 %), der Linken (75 %) und der SPD (71 %) sprechen sich dafür aus, dass der Einzug der Kirchensteuer durch den Staat abgeschafft werden soll. Die größte Ablehnung äußern die Befragten der FDP (27 %), der CDU/CSU (26 %) und der Grünen (24 %).   

Hier geht es zum erwähnten INSA-Institut: www.insa-consulere.de


Überlegungen zur Neuerscheinung „Letzte Gespräche“ mit Papst Benedikt

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Das Interview „Letzte Gespräche“ von Peter Seewald mit Papst Benedikt XVI. ist nur die Ouvertüre zu einer umfassenden Biographie über diesen Papst. Aus ihr lässt sich aber schon erahnen, dass die ganze Zeitepoche, die das Leben Benedikts umfasst, aufscheinen wird. 0000009699_3

Wer global denkt, wie der Papst der Weltkirche, kann sich nicht zu lange mit Details aufhalten. Ein solches ist die katholische Kirche in Deutschland und ihr aktueller Zustand. Trotzdem werden auch Details aus „Letzte Gespräche“ in der großen Biographie wie in einem Vergrößerungsglas noch einmal auftauchen.

FOTO: Prof. Gindert leitet das „Forum Deutscher Katholiken“ und den Kongreß „Freude am Glauben“

Auf Fragen von Peter Seewald hat Papst Benedikt XVI. in knappen, treffsicheren Aussagen zur Situation der katholischen Kirche in Deutschland Stellung bezogen. Das hat einigen Lordsiegelbewahrern des Status Quo, wie Daniel Deckers von der FAZ, nicht gefallen.

Andreas Batlock SJ, Chefredakteur von „Stimmen der Zeit“, meinte sogar: „Dieses Buch sollte es nicht geben“. Er sah in der Aussage Benedikts ein „stilloses und taktloses Verhalten“. Erzbischof Gänswein konterte darauf: „Getroffene Hunde bellen“.

Womöglich hat Batlock beim Buch „Letzte Gespräche“ an die angekündigte Gesamtbiographie gedacht, die  –  wie zu erwarten ist  –  auf der Bestsellerliste erscheinen wird, nach seiner Meinung aber auf den Index der verbotenen Bücher gehört.  images

Die Aussagen in „Letzte Gespräche“ räumen zunächst mit verbreiteten Märchen auf, die in Deutschland von der säkularen Presse und von trendkonformen Katholiken für ihre Ziele instrumentalisiert werden. Gemeint ist das angeblich angespannte und schwierige Verhältnis zwischen dem em. Papst und dem regierenden Papst Franziskus, als ob die „Chemie“ zwischen beiden nicht stimmen würde.

Auf die Frage von Peter Seewald „Sie sehen also nirgendwo einen Bruch zu Ihrem Pontifikat?“, antwortete Benedikt XVI.:

„Nein. Ich meine, man kann natürlich Stellen missdeuten, um dann zu sagen, jetzt geht es ganz anders herum. Wenn man Stellen herausnimmt, isoliert, kann man Gegensätze konstruieren, aber nicht, wenn man das Ganze sieht. Es gibt vielleicht neue Akzente, natürlich, aber keine Gegensätze.“

Peter Seewald weiter: „Nun, nach der bisherigen Amtszeit von Papst Franziskus sind Sie zufrieden?“  –  Benedikt verdeutlicht: „Ja. Eine neue Frische in der Kirche, eine neue Fröhlichkeit, ein neues Charisma, das die Menschen anspricht, das ist schon etwas Schönes“. (S. 58/59)

Jesus hat in nicht überbietbarer Kürze und Deutlichkeit klargestellt, was für die gilt, die ihm nachfolgen wollen: „Niemand kann zwei Herren dienen“ und „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“. Das ist zugleich eine Aufgabenbeschreibung für seine Kirche.

Hier drängte sich die Freiburger Rede Benedikts auf. Peter Seewald griff sie mit den Worten auf: „In Ihrer großen Rede in Freiburg forderten Sie eine Entweltlichung der Kirche, die notwendig sei, damit der Glaube wieder seine Wirkstoffe entfalten könne… die Rede wurde vielfach fehlinterpretiert, z.T. ganz bewusst, auch von Kirchenleuten. Wie war das überhaupt möglich?“

Darauf Benedikt: „Das Wort Entweltlichung ist offenbar den Menschen sehr fremd… aber ich meine, die inhaltliche Aussage, die war deutlich genug, und wer Radio Vatikansie verstehen wollte, hat sie auch verstanden“. (S. 245)

Um von dieser „revolutionären Aussage“ (Seewald) des Papstes abzulenken, wurde nach Freiburg die Frage, ob der Papst damit die Abschaffung der Kirchensteuer gemeint haben könnte, in den Vordergrund geschoben.

„Exkommunikation von Kirchensteuerverweigerern nicht haltbar“

Auch zur Kirchensteuer hat Benedikt XVI. eine dezidierte Meinung geäußert: „Ich habe in der Tat große Zweifel, ob das Kirchensteuersystem so, wie es ist, richtig ist. Ich meine damit nicht, dass es überhaupt eine Kirchensteuer gibt. Aber die automatische Exkommunikation derer, die nicht zahlen, ist meiner Meinung nicht haltbar“. (S. 246)

Papst Benedikt hat in Freiburg mit der „Entweltlichung“ nicht die Kirchensteuer gemeint, die manche als die Hauptstütze der katholischen Kirche in Deutschland sehen, sondern etwas viel Wesentlicheres: flyerstralsund2

„Um ihrem eigentlichen Auftrag zu genügen, muss die Kirche immer wieder die Anstrengung unternehmen, sich von dieser ihrer Verweltlichung zu lösen und wieder offen auf Gott hin zu werden… Das missionarische Zeugnis der entweltlichten Kirche tritt klarer zutage. Die von materiellen und politischen Lasten und Privilegien befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden, wirklich weltoffen sein.“ (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, Nr. 189, S. 148/149)

Das „missionarische Zeugnis“ fehlt der verweltlichten Kirche. Peter Seewald bezieht sich darauf mit der Feststellung: „Auch das katholische Etablissement fiel in Deutschland nicht unbedingt durch Engagement auf, etwa für die Neuevangelisierung, auch wenn der Glaubensverlust hierzulande dramatische Ausmaße erreicht hat“. (S. 247)

„Hochbezahlter Katholizismus in Deutschland“

Papst Benedikt XVI. ergänzt dazu: „In Deutschland haben wir diesen etablierten und hochbezahlten Katholizismus, vielfach mit angestellten Katholiken, die dann der Kirche in einer Gewerkschaftsmentalität gegenüber treten. Kirche ist für sie nur der Arbeitgeber, gegen den man kritisch steht. Sie kommen nicht aus einer Dynamik des Glaubens, sondern sind eben in so einer Position. Das ist, glaube ich, die große Gefahr der Kirche in Deutschland, dass sie so viele bezahlte Mitarbeiter hat und dadurch ein Überhang an ungeistlicher Bürokratie da ist.“ (S. 247)

Diese Feststellung Benedikts infrage zu stellen, kann nur aus Ignoranz über die Fakten oder einer bewussten Verschleierung einer dahinsterbenden Kirche kommen, die sich damit zufrieden gibt, dass die Kirchensteuerquellen noch kräftig sprudeln. Das ist aber kein Zeichen von Vitalität. RadioVatikan

Wer die Fakten kennt, weiß z.B., dass die Aufforderung von Papst Franziskus zur Neuevangelisierung beim Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe kein Echo ausgelöst hat. Insider wissen, dass sich die jährlichen Kirchenaustritte zwischen 180.000 und 200.000 bewegen. Sie wissen, dass an den Sonntagen knapp 10% der Katholiken den Weg zur Kirche finden, die Beichtpraxis bei 1% – 2% der Gläubigen liegt und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) mit ihren Mitgliederverbänden in Gesellschaft und Politik bedeutungslos sind.

Für große Teile Europas hat Joseph Ratzinger schon in den 50er Jahren einen „enormen Glaubensverlust“ vorausgesagt. Diese „Entweltlichung“ geht weiter. (S. 261) Das veranlasste Peter Seewald die Frage zu stellen: „Wie sehen Sie heute die Zukunft des Christentums“?

Auf diese in die Zukunft gerichtete Frage gibt Benedikt die Prognose:

„Dass wir nicht mehr deckungsgleich mit der modernen Kultur sind, die christliche Grundgestalt nicht mehr bestimmend ist, das ist offenkundig. Heute leben wir in einer positivistischen und agnostischen Kultur, die sich gegenüber dem Christentum zunehmend als Intolerant zeigt. Insofern wird die westliche Gesellschaft, jedenfalls in Europa, nicht einfach eine christliche Gesellschaft sein. Umso mehr werden sich die Glaubenden bemühen müssen, dass sie das Wertebewusstsein und das Lebensbewusstsein weiterhin formen und tragen. Wichtiger wird eine entschiedenere Gläubigkeit der einzelnen Gemeinden und Ortskirchen. Die Verantwortung wird größer“. (S. 261)

Der Realismus des Papstes hat Benedikt schon früher den „Ruf eines Pessimisten“ eingebracht. Auch das war eine falsche Etikettierung. Denn Benedikt hat immer auf die Bedeutung „kreativer Minderheiten“ hingewiesen, die sich in Ländern wie Italien oder Spanien häufig zu Massenbewegungen weiterentwickelt haben, in Deutschland aber kleine Gruppen geblieben sind.