Maria 2.0: Hiwis für eine „andere Kirche“

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Daniel Wirsching von der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ) beschwört seit Jahren die Notwendigkeit von „Reformen“ für die katholische Kirche, um sie „menschlicher“ zu machen.

Der Redakteur braucht für sein Werk Hiwis. Lenin hat sie zu seiner Zeit als „nützliche Idioten“ bezeichnet. Wirsching hat solche nun in der „Reformbewegung“ Maria 2.0 entdeckt. Siehe sein Artikel „Maria, hilf der katholischen Kirche! – weitgehend unfähig zu Reformen, braucht sie immer wieder Anstöße. Zum Beispiel von den engagierten Frauen der Initiative Maria 2.0.“ (Untertitel, AZ 20.2.2021)

Die Präsentation von Maria 2.0, die 2019 zu einem Kirchenstreik aufgerufen hatte, macht die Strategie von Wirsching sehr transparent: Nach ihm sind die Maria 2.0-Frauen „engagierte, gläubige Frauen… auch wenn die Bewegung sich u.a. für die Zulassung von Frauen zu allen Ämtern der Kirche einsetzt… nicht, um der Amtskirche, diesem Männerclub, zu schaden. Sondern sie menschlicher (!) zu machen“.

Sie zählen „zu der treuesten Mitglieder-Gruppe der Kirche“, die „durch ihr Engagement Gemeindeleben vieler Orts überhaupt erst möglich“ macht. „Selbst sie jedoch fragen sich, was sie in der Kirche hält… auszutreten wäre deutlich leichter und ist doch keine Option für diese Frauen.“

Wirsching und seinen Maria 2.0-Frauen ist klar: Eine andere Kirche zu schaffen, hat in der Kirche eine bessere Chance mit dem medialen Rückenwind von außen und durch die Unterstützung von katholischen Frauenverbänden sowie der KNA, Kirchenzeitungen und der Sympathie von Bischöfen wie Kohlgraf etc., wie sich das beim Anschlag der sieben Thesen an Kirchentüren gezeigt hat.

Mit den Thesen fordert Maria 2.0 alles, was wir schon von den Kirchenveränderern des „Synodalen Wegs“ kennen.

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN und die Monatszeitschrift DER FELS


Inkonsequenter „Kirchenstreik“ der KFD-Frauen: Warum werden sie nicht evangelisch?

Von Rainer Kochinke

Es mag sein , dass sich manche Frauen besonders mutig vorkommen, wenn sie in einer spektakulären medienwirksamen Aktion ihre Kirche „bestreiken“. Aber gehört zu wirklichem Mut nicht auch konsequentes Handeln?

Wenn die streikenden KFD-Frauen ohnehin nicht mehr an die-   von Papst Joh. Paul II bekräftigte  –  definitive Lehrentscheidung glauben, dass die Kirche unter keinen Umständen ermächtigt ist, Frauen zu Priesterinnen zu weihen und dass eine solche Weihe von vornherein ungültig wäre, wenn sie also das kirchliche Lehramt eindeutig ablehnen, müsste ihnen eigentlich klar sein, dass sie sich damit selbst außerhalb der Glaubensgemeinschaft der Kirche stellen und nur noch Namens-Katholikinnen sind. 

Tatsächlich erheben sie ja in diesem Zusammenhang die gleichen Forderungen wie Martin Luther vor 500 Jahren, mit dem Unterschied, dass die evangelischen Pastorinnen erst verspätet kamen, aber zeitgeistig unproblematisch, weil es eine Priesterweihe auch für ihre männlichen Kollegen nicht gibt.

Konsequent wäre es nun, wenn die nicht mehr katholisch glaubenden KFD-Frauen diese „unzeitgemäße“ katholische Kirche verlassen und sich in protestantischen Gemeinschaften z.B. als Pastorinnen engagieren würden, wo sie ihre Forderungen bereits verwirklicht finden und auch – angesichts des dramatischen Mitgliederschwunds – mit offenen Armen aufgenommen werden würden. 

Papst em. Benedikt XVI. hat unlängst die wirkliche Ursache der Kirchenkrise angesprochen, den Verlust des Glaubens.

Denn wer Jesus Christus nicht mehr als den Sohn Gottes bekennt und das Evangelium nicht als die verbindliche Weisung Gottes an die Menschen guten Willens, der hat sich innerlich auch von dem Rest des christlichen Glaubens verabschiede

Einen selektiven Glauben, der sich aus dem Angebot ein paar Rosinen herauspickt, kann es nicht geben. Das gilt für Laien und Geweihte, für Männer und für Frauen gleichermaßen.

Unser Gast-Autor Rainer Kochinke ist Religionslehrer i. R. und wohnt in Rheine (nördliches Münsterland)


Das „Forum Deutscher Katholiken“ kritisiert den Kirchenstreik des KDFB

Die Vor­sit­zende des „Ka­tho­li­schen Deut­schen Frau­en­bun­des“ (KDFB) der Di­ö­ze­se Rot­ten­burg-Stutt­gart, Ka­rin Wal­ter, ruft die Ka­tho­li­kin­nen vom 11. bis 18. Mai zum „Kir­chen­streik“ auf. Die Frau­en sol­len ge­gen se­xu­el­len Miss­brauch durch Geist­li­che und ge­gen den Aus­schluss von Frau­en zum Pries­ter­amt pro­tes­tie­ren, in­dem sie sich statt zu den Got­tes­diens­ten vor den Kir­chen­tü­ren ver­sam­meln (vgl. Ka­tho­li­sches Sonn­tags­blatt, 31.3.2019). 

Hier wird in durch­sich­ti­ger Wei­se der se­xu­el­le Miss­brauch in­stru­men­ta­li­siert, um das Frau­en­pries­ter­tum durch­zu­set­zen. Ein Auf­ruf zum Boy­kott von Got­tes­diens­ten be­deu­tet ei­ne neue Qua­li­tät in der Aus­ein­an­der­set­zung in­ner­kirch­li­cher Kräf­te ge­gen die Leh­re der ka­tho­li­schen Kir­che.

BILD: Prof. Gindert leitet das Forum Deutscher Katholiken

Da nicht be­kannt ist, dass die Bun­des­lei­tung des KDFB ge­gen die Ini­tia­ti­ve des Di­ö­ze­san­ver­ban­des von Rot­ten­burg-Stutt­gart kor­ri­gie­rend ein­ge­grif­fen hat, ru­fen wir die Mit­glie­der des KDFB, die sich der Leh­re der ka­tho­li­schen Kir­che ver­bun­den füh­len, auf, aus dem „Ka­tho­li­schen Deut­schen Frau­en­bund“ aus­zu­tre­ten und ei­ne neue glau­bens­treue Or­ga­ni­sa­tion für Frauen zu grün­den.

Prof. Dr. Hubert Gindert, Spre­cher des Forums Deut­scher Ka­tho­li­ken