Anmerkungen zum Evangelischen Kirchentag

Von Reinhard Wenner

In der Predigt beim Abschlussgottesdienst des Evangelischen Kirchentages am 23. Juni 2019 in Dortmund hat die evangelische Pastorin Sandra Bils gesagt: „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“

Meines Erachtens ist dieser Satz zu ergänzen: Man lässt keine Kinder abtreiben. Ausrufezeichen!

Man lässt nicht Millionen von Christen durch islamische und atheistische Staaten verfolgen. Ausrufezeichen!

Der Präsident des Evangelischen Kirchentages, Hans Leyendecker, wird mit den Sätzen zitiert: „Pilatus wusch sich die Hände in Unschuld. Europäische Politikerinnen und Politiker waschen sie in dem Wasser, in dem Flüchtlinge ertrinken“.

Herr Leyendecker könnte gefragt werden, ob er und einige evangelische Präsides sowie einige Pastoren und Pastorinnen ihre Hände in dem Wasser waschen, in dem Mediziner in Deutschland nach hunderttausendfacher Abtreibung pro Jahr jeweils die blutigen Instrumente säubern.


Kirchentag – die Intoleranz der „Toleranten“

Vertreter der AfD wurden im Gegensatz zu Repräsentanten anderer Parteien nicht zu Podiumsdiskussionen an dem am Mittwoch beginnenden Evangelischen Kirchentag in Dortmund eingeladen.

Kirchentagspräsident Leyendecker will damit verhindern, „dass eine Veranstaltung des Kirchentags ein Podium für Propaganda für Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie bietet.“

Auch EKD-Ratspräsident Bedford-Strom rechtfertigt dies damit, dass „Radikale … kein Podium bekommen sollten“.

Volker Münz (siehe Foto), der kirchenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, kritisiert die Aussagen beider Kirchentagsverantwortlichen:

„Die Erfahrungen, die mit AfD-Politikern auf bisherigen Kirchentagen zu machen waren, widersprechen den vorgeblichen Befürchtungen Leyendeckers und Bedford-Strohms. Weder konnte man der früheren Vorsitzenden der Bundesvereinigung ‚Christen in der AfD‘, Anette Schultner, auf dem Evangelischen Kirchentag 2017 noch mir auf dem Katholikentag im letzten Jahr vorwerfen, die jeweiligen Podien für Hetze oder Propaganda genutzt zu haben.

Diese Erfahrungen und Diskussionen mit anderen AfD-Vertretern zeigen vielmehr: Diese diskutieren kontrovers, aber fair.   

Die Unterstellungen Leyendeckers und Bedford-Strohms grenzen an Verleumdungen und verstoßen gegen das Gebot, nicht falsch Zeugnis wider seinen Nächsten zu reden.

Die Haltung des Kirchentagspräsidiums ist außerdem scheinheilig. Auf der einen Seite wird der Kirchentag von den Veranstaltern als Ort der Vielfalt und Toleranz, wo verschiedene Meinungen aufeinandertreffen sollen, bezeichnet. Auf der anderen Seite wird der Dialog mit Mitgliedern der größten Oppositionsfraktion im Deutschen Bundestag verweigert.

Hingegen bestehen zu Repräsentanten umstrittener Organisation wie dem türkisch-islamischen Moscheeverband DITIB, die in Comics für Kinder sogenannte Märtyrer verherrlicht hat, offenbar keine Berührungsängste.

Leyendecker, Bedford-Strohm und andere Verantwortliche missbrauchen den Kirchentag als Instrument im parteipolitischen Wettbewerb und entwerten ihn damit. Statt der gebetsmühlenartig geforderten Offenheit verweigert der Kirchentag selbst den Dialog, verschließt sich vor Kritik und macht aus dem Kirchentag eine Wagenburg zur Verteidigung der politischen Interessen der etablierten Parteien.

Der Kirchentag hat mit Kirche leider nicht mehr viel zu tun. Hier wird mehr der Zeitgeist als der Heilige Geist verherrlicht. Veranstaltungen wie ‚Vulven malen‘ und ‚Gottes Segen in der Transition (Geschlechtsumwandlung) spürbar erleben‘ sind einfach skandalös.“

Volker Münz, der auch Kirchengemeinderat und Bezirkssynodaler in der Evangelischen Landeskirche ist, lädt zusammen mit anderen AfD-Abgeordneten aus dem Bundestag, dem Europa- und den Landesparlamenten am Donnerstag und Freitag (20. – 21. Juni) außerhalb des Kirchentagsgeländes zu Gesprächen ein. Dazu ist auf dem Sonnenplatz am Rande der Dortmunder Innenstadt ein Informationspavillon der „Christen in der AfD“ eingerichtet.

„Alle interessierten Menschen laden wir herzlich ein, sich über die AfD-Fraktion zu informieren und mit Christen in der AfD zu diskutieren“, bekräftigt Volker Münz. 

 


Heute fand der dreitägige Kirchentag der SELK seinen feierlichen Abschluß

Mit einem festlichen Gottesdienst endete am heutigen Mittag im Messe-Congress-Center in Erfurt der 9. Lutherische Kirchentag der theologischen konservativen SELK (Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche). Die Konferenz hatte am Freitag begonnen und unter dem Thema „Salz der Erde. Licht der Welt. Lutherische Kirche in unserer Zeit“ gestanden.

Der Gottesdienst griff inhaltlich aus dem Motto des Kirchentages das Bild vom „Licht der Welt“ auf. SELK-Bischof Hans-Jörg Voigt erläuterte in der Predigt diesen Zuspruch Christi an die Gläubigen.

Das Bild von der Wirksamkeit des Lichtes zeige, dass der christliche Glaube „extrovertiert“ sei, also darauf ausgerichtet, sich zu zeigen und hilfreich einzubringen. Allerdings sei nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, was tatsächlich ein „gutes Werk“ sei: „Wir leben in einer verunsichernden, verstörenden Welt“, so der leitende Geistliche.

Wie können wir angesichts der Herausforderungen dieser Zeit und Welt zur Klarheit kommen? Grundsätzlich gelte, dem eigenen Gewissen zu folgen. Doch dürfe man nicht vergessen, dass auch das Gewissen der Sünde unterliege und darum irren könne. 

Es sei darum unabdingbar, das Gewissen an Gottes Wort auszurichten: „Lasst uns wieder verstärkt zur Heiligen Schrift zurückkehren, die Bibel lesen, die das Gewissen schärft“, so der Bischof: „Lasst uns in Demut und Achtsamkeit nach Gott fragen, dann folgen die guten Werke.“ 

Allerdings entstehe mit diesem Hinweis „keine neue Last.“ Der Mensch bleibe auf seinen Wegen, Licht zu sein, gute Werke zu tun, nicht auf sich allein gestellt. Es sei wie bei der Wohnzimmerlampe, die nur leuchten könne, wenn der Stecker in der Steckdose stecke: So könnten auch Gläubige nur als „Licht der Welt“ wirken, wenn sie angeschlossen seien an die Energie, die ihnen von Jesus Christus selbst zukomme.

Diese Verbindung sei grundlegend in der Taufe gelegt und lebe in der Beziehung zu Christus: Sein Wort schärfe die Gewissen, seine Kraft ermögliche es, als Licht der Welt Gutes zu wirken.

Quelle: SELK-Pressemeldung – Webseite: http://www.selk.de/


Berlin: Diözesanrat der Katholiken mit neuer Geschäftsführerin auf grüner Wellenlänge?

Unter dem Titel „Diana S. Freyer neue Geschäftsführerin des Diözesanrates“ verschickte der Diözesanrat am 25. Oktober eine Pressemeldung, in der verkündet wird, die erwähnte Theologin trete zum 1. November dieses Jahres ihre Stelle an.

Über den beruflichen Werdegang der 40-Jährigen heißt es, sie habe von 2004 bis 2014 als „Referentin für Christa Nickels und Katrin Göring-Eckardt im Deutschen Bundestag gearbeitet“ und sich dort u.a. mit „kirchenpolitischen Grundsatzfragen“ befaßt.

Nicht allein für die in der EKD-aktive Grünen-Politikerin Göring-Eckardt war die Dame zugange, sondern auch für das „Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland“. Laut Pressemitteilung „unterstützte sie die Präses der Synode, Dr. Irmgard Schwaetzer, in ihren Aufgaben“.

Frau Freyer war zuletzt beruflich aktiv   – so heißt es weiter  –  als „persönliche Referentin der Präsidentin des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentages Berlin – Wittenberg 2017, Prof. Dr. Christina Aus der Au.“

Zweifellos wohl etwas ungewöhnlich, wenn eine neue Geschäftsführerin des Diözesanrats der KATHOLIKEN im Erzbistum Berlin bislang hauptsächlich in grünen und/oder evangelischen Zusammenhängen aktiv war.

Das Gremium hat  – eigenen Angaben zufolge – u.a.  „die Aufgabe, die Entwicklung im gesellschaftlichen, staatlichen und kirchlichen Leben zu beobachten und die Anliegen der Katholiken des Erzbistums in der Öffentlichkeit zu vertreten.“

Ach so  –  und Frau Freyer äußert sich in der Pressemeldung wie folgt: „Ich bin sicher, dass katholische Laiinnen und Laien dabei mehr denn je gefragt sind, mit dem Selbstbewusstsein, Gemeinde zu sein und diese auch eigenverantwortlich zu gestalten.“

Selbst das Wort „Laien“ muß heutzutage offenbar „gegendert“ werden: „Laiinnen und Laien“ – wie wäre es bittschön mit „Menschinnen und Menschen“?!

 


Evangelikale sind uneins über Beteiligung am Evangelischen Kirchentag

Peter Hahne: „Finger weg vom Kirchentag!“

Sollten sich Pietisten bzw. Evangelikale am Evangelischen Kirchentag beteiligen? Um diese Frage ist es bei einem Christustag in Stuttgart am 15. Juni zu einem Schlagabtausch gekommen.

Vor rund 800 Zuhörern der von der Christus-Bewegung Lebendige Gemeinde organisierten Konferenz sagte der Fernsehmoderator und Bestsellerautor Peter Hahne, Pietisten sollten nicht bei dieser Veranstaltung mitmachen: „Finger weg vom Kirchentag!“Die Presse habe das letzte Protestantentreffen Ende Mai in Berlin als „belanglos“ kritisiert. 

BILD vom Kirchentag in Hamburg

Hahne zufolge geht es dem Kirchentag nicht darum, Jesus sichtbar zu machen und zur Nachfolge einzuladen. Das sei aber die eigentliche Aufgabe von Christen.

In einem Zwischenruf während Hahnes Ansprache sagte der Geschäftsführer der Christus-Bewegung, Pfarrer Rainer Holweger, dass sich seine Organisation am Kirchentag beteiligt habe, „damit die Besucher Jesus sehen“.

Nach Hahnes Vortrag erläuterte er, dass die Kirchentagsleitung die Christus-Bewegung gebeten habe, im Rahmen des Gesamtprogramms eine eigene Veranstaltung durchzuführen. Offensichtlich hätten die Macher eine Vielfalt geistlicher Angebote gewünscht, so Holweger.

Darauf entgegnete Hahne, dass man unterschiedliche Meinungen respektieren solle. Er habe „trotz der Möglichkeit, in den größten Hallen zu sprechen“, noch nie an einem Kirchentag mitgewirkt und werde es auch nie tun. 

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/christustag-schlagabtausch-um-pietistische-beteiligung-am-kirchentag-101427.html


Peter Hahne kritisiert geplanten Auftritt Obamas auf dem Evgl. Kirchentag

Der Fernsehmoderator und Bestsellerautor Peter Hahne hat seine Kritik am Auftritt des ehem. US-Präsidenten Barack Obama (siehe Foto) beim Dt. Evangelischen Kirchentag Ende Mai in Berlin bekräftigt. Das habe nichts mit kirchlichen Themen zu tun, sondern sei „reinste Polit-Show“, sagte er dem Mindener Tageblatt.

Obama wird am 25. Mai am Brandenburger Tor mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Thema: „Engagiert Demokratie gestalten – Zuhause und in der Welt Verantwortung übernehmen” diskutieren.

Zudem sagte Hahne: „Warum diskutiert Obama nicht zum Beispiel mit jungen Christen über Jesus, Glauben. Bibel, Luther? Warum Merkel und Politik?“  

Der Kirchentag findet vom 24. bis 28. Mai in Berlin und Lutherstadt Wittenberg statt. Er steht im Zeichen von 500 Jahren Reformation.

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/hahne-bekraeftigt-kritik-an-geplantem-kirchentagsauftritt-obamas-100639.html

Foto: Fox-News, Dr. E. Breburda


Stuttgart: Judenchristen können sich am Evangelischen Kirchentag 2015 beteiligen

Am Deutschen Evangelischen Kirchentag 2015 in Stuttgart kann sich die messianisch-jüdische Bewegung beteiligen. Ihre Mitglieder sind Juden, die an Christus als den im Alten Testament angekündigten Erlöser des Volkes Israel glauben. 0018

Sie verstehen sich als Teil des jüdischen Volkes und seiner Traditionen und nennen sich daher „messianische Juden“.

Beim nächsten Großtreffen des deutschen Protestantismus werden sie die Möglichkeit haben, in fairen Gesprächen ihre Meinung darzustellen und ihr Glaubenszeugnis zu zeigen, sagte der württembergische evang. Landesbischof Frank Otfried July am 5. Juli vor der in Stuttgart tagenden Landessynode.

Nachdem Mitarbeiter des Kirchentags das Programm vorgestellt hatten, betonte der Bischof: „Messianische Juden haben Platz und Stimme auf dem Kirchentag. Darauf kommt es an.“

Damit widersprach July einem Beschluß des Kirchentagspräsidiums, wonach „messianische Gruppen nicht zur aktiven Mitwirkung zugelassen“ werden. Davon ist insbesondere der Evangeliumsdienst für Israel (EDI) betroffen, der messianisch-jüdische Gemeinden in Deutschland unterstützt.

Der Kirchentag wirft ihnen vor, durch missionarische Aktivitäten unter Juden den christlich-jüdischen Dialog zu gefährden.

Landesbischof July zufolge richtet sich der Kirchentagsbeschluss vor allem gegen ihre Mitwirkung auf dem „Markt der Möglichkeiten“. Über die Berechtigung dieser Haltung könne man unterschiedlicher Meinung sein, da es auf dem „Markt der Möglichkeiten“ eine große Bandbreite sehr unterschiedlich ausgerichteter Organisationen gebe, so July.

Quelle: http://www.idea.de