Münster: Das Bistumsblatt würdigt den CSD

Von Felizitas Küble

Das Bistumsblatt von Münster mit dem schönen Titel „Kirche und Leben“ (KuL) befindet sich seit Jahrzehnten auf einem strammen Linkskurs – sowohl theologisch wie politisch.

Die Online-Ausgabe der Zeitung stellt das derzeit wieder handfest unter Beweis: Am heutigen 3.6. veröffentlichte KuL einen Jubelartikel über die Beteiligung des katholischen Dechanten Strickmann und seiner St.- Andreas-Gemeinde am homosexuellen CSD-Marsch – und das ausgerechnet im stockkatholischen Cloppenburg (Südoldenburg – nördlich des Münsterlandes).

Unter dem Titel „Die St.-Andreas-Gemeinde beteiligt sich zum dritten Mal“ wird angekündigt, daß es im Vorfeld des „Christopher Street Day“ (CSD) einen ökumenischen Gottesdienst am 17. Juni in der Kreisstadt gibt. Das sei seit dem Jahre 2016 schon die „dritte kirchliche Feier“ im Umfeld des CSD, der zudem „wachsenden Zulauf“ verzeichne, freut sich die Bistumszeitung.

Ebenso angenehm überrascht zeigt sich der katholische Dechant: „Schon über die erste Anfrage nach einer Beteiligung der St.-Andreas-Gemeinde habe ich mich sehr gefreut und sofort zugesagt.“

Abschließend wird unter dem Stichwort „Kirche und Homosexualität“ erklärt:

„Der Welt-Katechismus stellt zwar fest, dass homosexuelle Frauen und Männer „diese Veranlagung nicht selbst gewählt“ haben und warnt, „sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“. Ihnen sei vielmehr mit „Mitleid und Takt zu begegnen“. Homosexuelle Handlungen bleiben jedoch „in sich nicht in Ordnung“.“

Die Kirchenzeitungs-Redaktion hinkt hierbei um Jahrzehnte hinterher, denn jener erst-zitierte Satz („diese Veranlagung nicht selbst gewählt“) steht keineswegs im heute gültigen „Katechismus der Katholischen Kirche“ (KKK), sondern befand sich nur in einer ersten Ausgabe, die vom Vatikan längst korrigiert wurde. (Statt von „nicht selbst gewählter Veranlagung“ ist jetzt in Nr. 2358 von „tief sitzenden Tendenzen“ und einer „Neigung, die objektiv ungeordnet ist“ die Rede.)

Abgesehen davon sind wir katholischerseits weit (herab)gekommen, wenn sogar die den Lesben nahestehende Zeitschrift EMMA den CSD kritischer beurteilt als ein Kirchenblatt.

Das Feministinnenjournal von Alice Schwarzer beschwerte sich bereits in der Juli-August-Ausgabe 2009 über sexistische Entgleisungen bei den Paraden. „Hat der CSD noch einen Sinn?“, so heißt es im Titel und danach unumwunden, daß der CSD „doch heute oft fragwürdig daherkommt“.

Das Frauenmagazin wird noch konkreter: „Der Kampf um die Menschenwürde von Homosexuellen ist auf vielen CSD-Paraden längst verkommen zum Kommerz- und Porno-Spektakel: Sauna-Werbewagen, öffentlich kopulierende Männerpaare sowie eine massive Präsenz homo- wie hetereosexueller Sado-Maso-Anhänger, die ihre „Sklavin“ an der Kette durch die Straßen führen, sind an der Tagesordnung.“    

Sodann informiert EMMA darüber, daß sich das „Kölner Beratungszentrum für Lesben und Schwule“ ebenfalls über die „Sexualisierung der Parade“ beschwert habe.  (Der Artikel ist auch online abrufbar: https://www.emma.de/artikel/debatte-hat-der-csd-noch-einen-sinn-264026)

 

 


Münster: Freckenhorster Kreis wünscht Homo-Segnung – Bistumsblatt reagiert wohlwollend

Von Felizitas Küble

Wie nicht anders zu erwarten, setzt sich der liberal-katholische Freckenhorster Kreis für die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren ein.

Es handelt sich dabei – eigenen Angaben zufolge – um eine „Reformbewegung“ im Bistum Münster. Die Gruppierung wurde 1969 gegründet, zunächst von einigen dutzend progressiven Priestern, später kamen Laien dazu; die meisten von ihnen sind bereits im vorgerückten Alter.

Der Freckenhorster Kreis schreibt in seiner Stellungnahme vom 3. Oktober 2017, der kirchliche Segen werde „in verschiedenen Lebenssituationen zugesprochen“.  – Sodann heißt es: „In jedem Fall geht es darum, etwas Neues zu beginnen und diesen Anfang „in Gottes Namen“ zu wagen.“

Es gibt in Wirklichkeit durchaus auch Segnungen ohne Neuanfang, wenn zB. eine Silber- oder Goldhochzeit gefeiert wird.

Zudem erläutert die Erklärung, gleichgeschlechtliche Paare wollten mittels einer Segnung „ihren Glauben bezeugen“, dem sie „in ihrer Partnerschaft Raum geben“ und auf den sie ihre Beziehung „gründen“ möchten.

Sündhafte Verhältnisse kann man aber nicht auf den Glauben „gründen“, geschweige kann  man ihn damit „bezeugen“. Das gilt für alle sexuellen Kontakte außerhalb der Ehe, sei es Ehebruch, vorehelicher Hetero-Sex oder gar gleichgeschlechtliche Beziehungen.

Die erwähnte „Reformbewegung“ denkt freilich auf einer ganz anderer Wellenlänge; sie stellt die rhetorische Frage: „Wer maßt sich an, darüber urteilen zu wollen und einen Segenswunsch in dieser Situation verweigern zu wollen?“

Das „maßt“ sich Gott selber an, der die Ehe von MANN und FRAU im Paradies gestiftet und damit seinen allerersten Auftrag an die Menschen verknüpfte: „Wachset und mehret euch!“ 

Durch Christus wurde die Ehe zur Würde eines Sakramentes erhoben, zu einem heiligen Zeichen, das Gottes Gnade und Huld wirksam vermittelt; damit hilft dieses Sakrament den Eheleuten, in ihrer Liebe und Treue zu wachsen, sich also gegenseitig zu „heiligen“.

Zur theologischen Begründung seines „reformerischen“ Unterfangens schreibt der Kreis: „Denn biblisch segnet Gott Menschen. Und diese geben mit ihrem Leben Antwort, weil sie den Segen Gottes miteinander teilen und so Bild der Liebe Gottes sind.“

Die Ehe zwischen Mann und Frau ist ein „Bild der Liebe Gottes“, nicht jedoch homosexuelle Beziehungen, die zudem gegen die Schöpfungsordnung Gottes verstoßen.

Überdies ist die Ehe auf Fruchtbarkeit angelegt  –  so wie auch die Liebe des Allmächtigen fruchtbar ist, nicht zuletzt durch seine Schöpfung. Die Ehe ist ein wirksames Zeichen der Liebe zwischen Christus und der Kirche – und auch diese Liebe ist fruchtbar, nämlich durch Mission und Apostolat.

Nun wundert man sich beim Freckenhorster Kreis über nichts, schon gar nicht über diese zeitgeistliche Stellungnahme. 

Vielsagend ist allerdings die Reaktion von „Kirche und Leben“, der amtlichen Bistumszeitung von Münster in ihrem Online-Artikel vom 11. Oktober: https://www.kirche-und-leben.de/artikel/freckenhorster-kreis-fuer-segnung-homosexueller-paare/

Mit dem großen Bild eines lesbischen Paares, das sich in Frankreich kirchlich-protestantisch segnen läßt, wird schon die Richtung gewiesen. Auch die  beiden Titel und die Zwischenüberschrift wirken auf den Leser denkbar freundlich. Der Beitrag von Markus Nolte berichtet insgesamt unkritisch bis wohlwollend über diese Freckenhorster Erklärung; es wird ihr nirgends widersprochen.

Darin liegt der springende Punkt: Nicht so sehr die Freckenhorster Stellungnahme ist das Problem, sondern die Streicheleinheiten der offiziellen Bistumszeitung, deren Herausgeber Bischof Dr. Felix Genn ist.

Fotos: Dr. Bernd F. Pelz, Archiv, Evita Gründler


Kirchenzeitung: Ein „Machtwort“ des Papstes allein löst noch keine Probleme

Die katholische Kirchenzeitung „Tag des Herrn“ mit Sitz in Berlin ist das gemeinsame amtliche Bistumsblatt für die Diözesen Berlin, Dresden, Erfurt, Görlitz und Magdeburg, also für die neuen Bundesländer.

Unter dem etwas ironischen Titel „Wirbel im Vatikan  – Supermann kriegt auch Gegenwind“ veröffentlichte deren Online-Ausgabe am 8. Juli einen z.T. kritischen Artikel über jüngste Vorgänge im Vatikan, darunter die Entlassung Gerhard Müllers als Präfekt der Glaubenskongregation: http://www.tag-des-herrn.de/content/supermann-kriegt-auch-gegenwind

Daß  z.B. Kardinal Müller den Laufpaß bekam, komme  – so Autor Roland Juchem  – einem „Erdbeben gleich“ und verweise auf „grundlegende Probleme“ für den Papst, der in der Kirche für „Wirbel“ sorgen wolle. Allerdings sei seine Theologie „innerkirchlich umstritten“:

„Nicht nur Kardinal Müller hat verschiedentlich klar gemacht, dass er theologisch anders denkt als der aktuelle Nachfolger des Petrus. Vor kurzem war bekannt geworden, dass die vier Kardinäle Burke, Caffarra, Meisner und Brandmüller, die bereits im Herbst 2016 Teile von Franziskus’ Ehelehre in „Amoris laetitia“ anzweifelten, erneut um eine Audienz ersuchen. Sie wollen dem Papst über gravierende Zweifel und drohende Spaltungen in der Kirche berichten.“

Danach heißt es, so „schnell“ werde der Pontifex „stark konservative Kräfte oder andere Kritiker nicht ruhigstellen“ – zumal ein „bloßes Machtwort“ dafür nicht ausreiche  – auch nicht das eines Papstes.

Zudem sei „unsicher“, wie die von Franziskus angepeilte Kurienreform sich weiter entwickle.


Nach dem DBK-Papier fordern Progressisten weitere „Reformen“ in der Kirche

Mathias von Gersdorffgersdorff

Eines muss man dem Progressisten lassen: Sie haben nicht den Hang, sich mit wenig zu begnügen; sie streben stets nach maximalen Zielen. 

So auch nach der Veröffentlichung des Wortes der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) mit dem Titel: „,Die Freude der Liebe, die in den Familien gelebt wird, ist auch die Freude der Kirche‘. Laut diesem Papier sollen wiederverheiratete Geschiedene unter gewissen Bedingungen zur Kommunion zugelassen werden.

Dass dies dem Progressismus nicht reichen würde, war von vornherein klar. Die Kirchenzeitung des Bistums Limburg hat wenige Tage nach der Veröffentlichung des DBK-Schreibens die Frage aufgeworfen, ob nun nicht auch Ausnahmen für homosexuelle Paare und wilde Ehen gewährt werden müssten.

Aber das ist noch längst nicht alles in der „reformkatholischen“ Agenda:

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ ist nun der Auffassung, das Diakonat und Priesteramt müsse für Frauen geöffnet und der Zölibat abgeschafft werden.

Es sei nämlich an der Zeit, „die Siebenmeilenstiefel zu schnüren, falls die Kirche wieder in Kontakt zu den Gläubigen treten will. Sonst sind nämlich bald keine mehr da“, prophezeit die FAS.

Das klingt zwar überheblich und anmaßend, doch so haben deutsche progressistische Kirchenleute selber argumentiert: Man müsse die Lehre mit der Realität in Harmonie bringen. Manche Bischöfe, katholische Medien, wie etwa katholisches.de (Internetportal von Bischofskonferenz) und Organisationen wie das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ haben gebetsmühlenartig diese These wiederholt.

Kann man sich dann wundern, dass auch viele Leute im Kirchenvolk  –  oder eben die FAZ  –  nicht mehr die christliche Wahrheit, sondern die abweichende Praxis in den Mittelpunkt stellen?

Jene deutschen Bischöfe, denen die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland noch am Herzen liegt, müssen jetzt handeln und zwar energisch.

Die Geschichte zeigt ganz klar: Wenn man hinsichtlich der Lehre kleine Zugeständnisse gewährt, kommt man nicht umhin, immer mehr und größere zu machen. Irgendwann ist vom katholischen Glauben nichts mehr übrig und es hat sich eine andere Denomination gebildet. Historische Beispiele gibt es genügend, gerade in Deutschland.

Es ist dringend nötig, dass in dieser Krisensituation glaubenstreue Bischöfe ihre Stimme gegen die rasante Zerstörung der katholischen Kirche und des katholischen Glaubens erheben.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist katholischer Publizist und leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“; er veröffentlicht seine aktuellen Kommentare hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/


Erinnerungen an den „Löwen von Fulda“

Von Hans-Joachim Stoehr

33 Autoren schreiben in einem Gedenkband über Erzbischof Johannes Dyba

„Der Löwe von Fulda“ lautet der Titel eines Gedenkbands über Erzbischof Johannes Dyba. Zu den Autoren gehören Bischof Heinz Josef Algermissen, Erzbischof Ludwig Schick und Dybas Neffe Professor Cornelius Roth.  Fürs CF verwenden

In mehreren Beiträgen des Bandes wird Erzbischof Johannes Dybas Wirken mit dem apostolischen Eifer des heiligen Bonifatius verglichen. Andere erinnert die Person Dybas an den heiligen Thomas Morus, den Lordkanzler von England, der für sein Ja zur Heiligkeit und Unauflöslichkeit der Ehe sowie für seine Liebe zur Einheit der Kirche den Märtyrertod starb.

Eine der Autorinnen ist die kürzlich gestorbene Johanna Gräfin von Westphalen. Sie war die Großnichte von Kardinal Clemens August Graf von Galen. Der „Löwe von Münster“ setzte sich in der NS-Diktatur für vom Massenmord bedrohte Behinderte ein.

Als „eichenfällenden Mut des heiligen Bonifatius“ bezeichnet Gräfin von Westphalen in dem Buch Dybas Entscheidung im Jahr 1993, als Bistum aus dem staatlichen System der Schwangerschaftskonfliktberatung auszusteigen – als erster und einziger Bischof in Deutschland. Dybas Ziel, so von Westfalen: die Kirche „aus unchristlichen Zwangsjacken zu befreien.“

„Wenn ich an meinen Vorgänger als Bischof von Fulda, den vor nunmehr 15 Jahren plötzlich verstorbenen Erzbischof Johannes Dyba zurückdenke, bin ich noch immer voll Bewunderung für seinen Einsatz für den Lebensschutz.“ 

Mit diesen Worten würdigt Bischof Heinz Josef Algermissen seinen Vorgänger. Dyba habe für die Würde des menschlichen Lebens immer wieder – ob gelegen oder ungelegen – eindrucksvoll seine Stimme erhoben und sich besonders zum Anwalt der ungeborenen Kinder gemacht, die zu den Schwächsten in unserer Gesellschaft zählen.791000 Dyba

Erzbischof Ludwig Schick, ein weiterer Autor, wurde von Dyba zum Bischof geweiht und war dessen Generalvikar. Er erinnert an Dybas Überzeugung: „Des Teufels liebstes Möbelstück ist die lange Bank.“ – Schick: „Wenn er etwas für richtig hielt, wollte er es sofort realisiert haben.“

Nicht nur beim Lebensschutz sah er Gefahren für die Gesellschaft – auch bei anderen Entwicklungen. Dann pflegte Dyba im Scherz zu sagen: „Heute stehen wir am Abgrund, morgen sind wir ein Stück weiter.“

Professor Cornelius Roth von der Theologischen Fakultät Fulda ist der Neffe Dybas. Er erinnert an den Humor des Erzbischofs. Etwa wenn er Alice Schwarzer bei einer Talkshow fragte, ob sie bei einer möglichen Liaison zwischen ihm und ihr lieber „Dyba-Schwarzer“ oder „Schwarzer-Dyba“ heißen wolle. Roth: „Immer war er ein humorvoller und geistreicher Unterhalter mit einem Hang zur Situationskomik.“

Dabei behielt er aber immer eine geistliche Tiefe. „ Ich habe bisher noch keinen Menschen kennen gelernt, der so tief und unerschütterlich glauben konnte, der so fest davon überzeugt war, dass Gott da ist und er uns liebt, und der deshalb auch so klar und mutig den Glauben verkünden konnte“, so Roth.

Erzbischof Dyba hatte fünf Sekretäre. Einer von ihnen war Dr. Dagobert Vonderau, seit 2012 Pfarrer in Neuhof. Er erinnert daran, wie ihm Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen am Herzen lagen. „Gern entsprach Erzbischof Dyba Anfragen von Erstkommunion- und Firmgruppen und anderen Jugendgruppen, die dann den großen Festsaal des Bischofshauses bevölkerten. Damit diese es sich auch richtig bequem machen konnten, wurden eigens Sitzwürfel angeschafft. Die jungen Leute konnten freimütig Fragen stellen, die der Bischof bereitwillig beantwortete.“

Buch-Daten: Felizitas Küble (Hg.): Der Löwe von Fulda: Ökumenische Würdigung eines guten Hirten. Komm-Mit-Verlag Münster. 208 Seiten, 14,80 Euro

Diese Besprechung erschien kürzlich in der Ausgabe Nr. 8/2016 der Kirchenzeitung „Bonifatiusboten“ aus dem Bistum Fulda


Münster: Bistumszeitung diffamiert das Bundesland Sachsen als „Mistbeet für die AfD“

Von Felizitas Küble

Seit Jahrzehnten segelt „Kirche und Leben“ (KuL), die Kirchenzeitung für das Bistum Münster, auf einer stramm linken  Welle, was vor allem bei Artikeln von Chefredakteur Dr. Hans-Josef Joest deutlich wird, der das diözesane Blatt theologisch dem Modernismus zugeführt und es zugleich politisch auf einen rotgrünen Kurs gebracht hat.

In der jüngsten Ausgabe der KuL (Nr. 36 vom 6.9.15)) zieht Dr. Joest in seinem Kommentar „Wohin geht Sachsen?“ derart massiv gegen dieses Bundesland zu Felde, daß selbst die SPD-Parteizeitung sich solch pauschale Rundtimthumbumschläge nicht erdreisten würde.

Sachsen wird  – so wörtlich  – als „gutes Mistbeet für rechtsradikale und rechtspopulistische Gruppierungen wie die NPD, AfD und Pegida“ verunglimpft, wobei es den Autor nicht zu stören scheint, eine konservative Partei wie die AfD mit einer rechtsextremen wie der NPD in denselben Topf zu werfen. Eine solche Vorgehensweise verharmlost (!) den tatsächlichen Rechtsradikalismus, weil sie ihn nämlich mit dem bürgerlichen Spektrum identifiziert und damit logischerweise verniedlicht.

„Brauner Wildwuchs im Hinterland“?

Der Verfasser beschwert sich sodann, daß „konservative Landespolitiker“ hinsichtlich des vermeintlichen „Mistbeets“ angeblich „beschwichtigt“ hätten, „wo längst mutiges Anprangern und klare Kante geboten gewesen“ sei.  –  Man beachte die rabiate Ausdrucksweise und frage sich, was daran wohl „mutig“ wäre, beispielsweise AfD-Wähler oder Pegida-Demonstranten ganz dem Zeitgeist gemäß „anzuprangern“.
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Im letzten Satz wird die Kanzlerin aufgefordert, dem „braunen Wildwuchs im Hinterland“ zu wehren.

Also haben wir es beim Bundesland Sachsen gleichsam mit Dunkeldeutschland zu tun, „Hinterland“ sowieso, das „Mistbeete“ bietet für „braunen Wildwuchs“ usw…

Auch der Beginn des geharnischten Artikels klingt nicht viel freundlicher: „Was in jüngerer Zeit von Sachsen ins Land und darüber hinausstrahlt, sind pöbelnde Populisten und aggressive Ausländer- und Fremdenfeinde.“ – Danach bekommt Frau Dr. Petry eins übergebraten, denn die „sächsische Frontfrau Frauke Petry steht für den Rechtsruck der AfD“.

Dr. Joest schreibt, der „Argwohn gegenüber Fremden und Ausländern“ sei ein „Erbe der DDR-Zeit“.  – Aber gerade sein Bistumsblatt war keineswegs antikommunistisch ausgerichtet, als die innerdeutsche Mauer noch stand und im Ostblock die Menschenrechte massiv verletzt wurden. Wo war denn jene „harte Kante“, die der Herr Chefredakteur hinsichtlich der AfD einfordert, damals gegenüber kommunistischen Gewaltsystemen?

Felizitas Küble leitet hauptamtlich den KOMM-MIT-Verlag und ehrenamtlich das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Die Kirchenzeitung des Bistums Münster agitiert gegen Erzbischof Müller

Kirche und Leben ist ein im großen Zeitungsformat erscheinendes Bistumsblatt des Bischofs von Münster mit gelungener Gestaltung; es fährt allerdings inhaltlich seit Jahrzehnten einen modernistischem Kurs, nicht zuletzt dank ihres Chefredakteurs Dr. Hans-Josef Joest.  

Passend dazu veröffentlichte die Kirchenzeitung  in ihrer jüngsten Ausgabe vom 15. Juli 2012 eine Reihe ironischer bis rabiater Seitenhiebe gegen den neuen Chef der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard L. Müller (siehe Foto). 0012

Auf Seite 8 findet sich dort ein ganzseitiger Artikel unter dem Titel „Glaubenshüter und Slumbürger“ von Markus Nolte.

Bereits im Untertitel kann man das „Kommende“ ahnen, heißt es dort doch süffisant über den Glaubenspräfekten: „Daheim hat er nicht nur Freunde. Womöglich prädestiniert ihn das für Rom.“

Folgendes Zitat aus dem Artikel ist in Großbuchstaben wie ein quadratisches Kästchen hervorgehoben: „Was heißt das, wenn sich Gerhard Ludwig Müller einerseits im Stil der alten Meister, andererseits in Trainingsanzug und Badelatschen porträtieren läßt?“

In dem ausführlichen Beitrag wird Erzbischof Müller in mancherlei Hinsicht durchaus gewürdigt: so wird seine theologische Kompetenz erwähnt, auch seine Freundschaft mit einem Befreiungstheologen, ebenso seine Sprachbegabung und seine mitunter leutselige Art des Umgangs mit dem Kirchenvolk.

Doch insgesamt gerät der Artikel des Kirchenblatts zu einem massiven Rundumschlag gegen den neuen Glaubenspräfekten.

Hier folgen einige Ausschnitte dessen, was die Münsteraner Kirchenzeitung dem bisherigen Oberhirten von Regensburg zur Last legt:

„Erst Ende April bot Müller während einer Pontifikalvesper anlässlich des 85. Geburtstags von Benedikt XVI. und des siebten Jahrestags von dessen Papstwahl einen Einblick in seine Sicht der Kirche hierzulande: 

„Auch in unserem deutschen Katholizismus gibt es Kräfte bis hinein in manche Gremien – Gott sei Dank ist das in unserem Bistum nicht der Fall – , wo man meint, einen antirömischen Affekt pflegen zu können. Man hält sich für kritisch und reformerisch. In Wirklichkeit aber ist man nur oberflächlich und will sich dem Zeitgeist anpassen.“

Außerdem mißfällt dem Bistumsredakteur folgende Klarstellung Müllers in seinem jüngsten Fastenhirtenbrief:

„Im Fastenhirtenbrief dieses Jahres  – mitten im von der Bischofskonferenz beschlossenen Dialogprozess  –  unterstellt er Gläubigen, die einen „Reformstau“ in der Kirche beklagen, „dass sie dadurch den Tempel Gottes entweihen und die Kirche Jesu Christi verweltlichen.“

Vor allem wird beanstandet, daß er „engagierte Laienvertreter vor den Kopf gestoßen“ habe; hier folgt das „Sündenregister“ aus Sicht der Münsterschen Kirchenzeitung:

„Den Deggendorfer Dekanatsratsvorsitzenden setzte er wegen seiner Mitgliedschaft in einer Reformgruppe ab, ließ Bistumszahlungen für das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) ruhen, setzte einen wegen sexuellen Missbrauchs eines Ministranten verurteilten Kaplan ohne Information der betroffenen Gemeinde als Pfarradministrator ein, rückte die Medien auf dem Höhepunkt der Missbrauchsskandale in die Nähe von Joseph Goebbels, organisierte die Laienvertretung im Bistum komplett um – vatikanisches Rechtsverfahren inklusive –  und verbot dem angesehenen langjährigen ZdK-Präsidenten Hans Maier eine Lesung aus dessen Autobiographie in seinem Bistum, weil Maier die Schwangeren-Beratungsorganisation „Donum Vitae“ unterstützt.“

Das Bistumsblatt läßt freilich unerwähnt, daß der Papst selber den Verein „Donum Vitae“ ausdrücklich ablehnt, weil die dortigen Beratungsstellen  schwangeren Frauen jenen staatlich geforderten Schein ausstellen, der eine straffreie Abtreibung ermöglicht.

Abschließend weiß die Kirchenzeitung zu berichten, daß Erzbischof Müller „die Theorie, Verteidigung, Bewahrung und Verkündigung der Lehre näher zu sein scheint als ihre Übersetzung in die Realität von Zeitläufen und Christenleben und deren Wahrnehmung. Damit freilich entspricht er dem Profil der Glaubenskongregation genau wie sein Vorvorgänger Joseph Ratzinger“.

Damit bekommt der Papst selber auch noch einen indirekten Seitenhieb von „Kirche und Leben“ verpaßt, dem amtlichen Bistumsblatt der Diözese Münster.

Ob das die neue Art bzw. Unart der „Mitbrüderlichkeit“ sein soll?

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Foto: Pressestelle des Bistums Regensburg