Causa „Homo-Ehe“: Bekenntnisbewegte KSBB widerspricht dem EKD-Chef

Die evangelische „Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern“ (KSBB) wendet sich in einer Pressemeldung gegen Äußerungen des EKD-Vorsitzenden, Landesbischof Bedford-Strohm, der sich für eine Öffnung der „Ehe für alle“ aussprach und sich hierbei auf die „Goldene Regel“ (Was Du willst, das die anderen dir tun, das tue auch ihnen) berief.

Dem widerspricht der theologisch konservative, evangelikale KSBB-Verband folgendermaßen: b (8) - Kopie

Vier Thesen der KSBB zur Behauptung des EKD-Ratsvorsitzenden, das zentrale biblische Gebot der Goldenen Regel gebiete eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften.

1.) Die Nutzung der Goldenen Regel als Aufruf zum Bruch der Gebote ist ein Missbrauch.

1.1) Jesus fasst das Gesetz und die Propheten nicht in der Goldenen Regel, sondern im Doppelgebot der Liebe zusammen (Mt 22,37-39).
1.2) Dieses, abgeleitet aus dem Glaubensbekenntnis Israels, stellt über alles die Liebe zu Gott (5 Mo 6,4-7).
1.3) Danach folgt die Liebe zum Nächsten, die der Selbstliebe gleichgestellt ist.
1.4.) Die Liebe zu Gott drückt sich in der Nachfolge Christi aus und diese im Halten der Gebote (Mt 10,38; Joh 14,21).
1.5.) Die Theologie kennt diese Folgerung als usus tertius, den dritten Gebrauch des Gesetzes. Er ist Teil des lutherischen Bekenntnisses, auf das alle Pfarrer und damit Bischöfe, die gemäß der Kirchenverfassung Pfarrer sind, ordiniert sind.
1.6) Wer der opponenten Argumentation folgt, verliert die Nachfolge aus dem Blick.

2.) Die Behauptung, die Ehe verlöre nichts durch eine Öffnung für gleichgeschlechtliche Partnerschaften, irrt in mehrfacher Hinsicht:

2.1) Die Exklusivität der Ehe als Institut zwischen Mann und Frau wird erweitert. Dadurch verliert sie ganz klar an Exklusivität.P1020947
2.2) Zudem kommt es zu einem Verlust der Präzision in der Sprache. Wer Begriffe erweitert, macht sie unbrauchbar. Konsequent angewendet, führt diese rückwärtsgewandte, entdifferenzierende Art des Sprachgebrauchs zum Sprach- und damit zum Kulturverlust.
2.3) Wenn der Begriff „Ehe“ sowohl die Verbindung zwischen Mann und Frau, Frau und Frau, Mann und Mann umfasst, wären neue Begriffe nötig, um diese Verbindungen zu diskriminieren (unterscheiden!), denn jede dieser Verbindungen ist offensichtlich ungleich zu den anderen.
2.4) Wer das Argument, die Ehe verlöre nichts, als zentral betrachtet, vergisst, dass es für Christen in erster Linie um die Nachfolge Christi und nicht um den Ehe-Begriff geht. Die Nachfolge und wahrhaftiges Jünger sein jedoch hängen am Wort Gottes (Joh 8,31).

3.) Wer sich auf die opponente Argumentation einlässt, kann, gleich einem Lotto-Spiel, in dem es nur Nieten gibt, nur verlieren.

3.1) Er verliert das Wort Gottes aus dem Auge und damit den, der es gesprochen hat.
3.2) Er verliert eine präzise Sprache. DSC06228
3.3) Er verliert das Institut der Ehe.
3.4) Er verliert die rechte Nachfolge, die Christus über alles eigene Begehren stellen soll (Mt 16,24).
3.5) Er verliert seine Geschwister in Christus, denn er diskriminiert sozial diejenigen, die von Homosexualität betroffen sind, aber enthaltsam Jesus und seinem Wort nachfolgen wollen. Das geschieht auf dem ev. Kirchentag, der diese Christen ausschließt, während Nicht-Christen herzlich willkommen sind.
3.5.1) Er trägt damit zur Spaltung der Gemeinde Christi sichtbar bei. Auch ökumenisch ist die Belastung überdeutlich.
3.5.2) Er redet Sündern ein, ihr Verhalten sei keine Sünde, und gefährdet damit ihre Beziehung zu Jesus und letztlich ihr Heil. Denn Vergebung folgt aus der Sündenerkenntnis, dem Sündenbekenntnis und der Reue des Herzens.

4) Von der Teilnahme an einer solchen Lotterie, die keine Gewinne, aber einen Totalverlust bietet, kann nur abgeraten werden.

Infos über die KSBB: www.ksbb-bayern.de


Führender Evangelikaler beklagt fehlende Ökumene mit der katholischen Kirche in sittlichen Fragen

Pastor Ulrich Rüß: Bibeltreue statt Zeitgeist ist angesagt!

Die größte Gefahr droht der Kirche nicht von außen durch ihre Gegner, sondern von innen durch eine selbst herbeigeführte Verweltlichung.

Das schreibt der Vorsitzende der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, der Hamburger Pastor Ulrich Rüß, im Blatt dieser theologisch konservativen Vereinigung. kt2012-p1110153

Pfarrer Rüß ist auch Präsident der Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands.

Der Einsatz für gesellschaftliche Themen wie Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sei in der evangelischen Kirche wesentlich stärker ausgeprägt als „die leidenschaftliche Bezeugung und Weitergabe des Evangeliums auch bei denen, die nicht Christen oder nicht mehr Christen sind“.

Die Hauptursache sieht Rüß darin, dass die Bindung an die Heilige Schrift und die altkirchlichen Bekenntnisse weithin der Bibelkritik und der Orientierung am gesellschaftlichen Meinungsstrom gewichen seien.

Dafür führt Rüß mehrere Beispiele an, etwa das neue Pfarrerdienstrecht, das gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften im Pfarrhaus ermögliche, „wohl wissend, dass die Bibel sich eindeutig gegen praktizierte Homosexualität ausspricht“.

Früher habe die evangelische Kirche für die Stärkung von Ehe und Familie eingestanden, heute stelle sie diese anderen Lebensformen gleich, auch der sog. „Homo-Ehe“.

Verantwortlich seien der Feminismus und das „Gender Mainstreaming“ (Gleichstellung der Geschlechter auf allen Ebenen). In ethischen Glaubensfragen zum Schutz des Lebens habe die evangelische Kirche keine Gemeinsamkeit mehr mit der katholischen.

Trotz dieser „Säkularisierung, Relativierung und Anpassung an den Zeitgeist“ gebe es in der evangelischen Kirche noch „lebendige, bibel- und bekenntnistreue Gemeinden“. Doch die Gesellschaft brauche verstärkt auch eine „bibeltreue, bekenntnisfreudige, nicht dem Zeitgeist angepasste Kirche“.

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA: http://www.idea.de


Evangelikale gratulieren Gerhard Ulrich, dem neuen Landesbischof der evang. „Nordkirche“

Angesichts des „starken Säkularisierungsdrucks“ braucht die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) einen Bischof, „der mutig die Lehre der Kirche schützt und der Irrlehre wehrt“.

Diese Überzeugung hat die theologisch konservative Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in ihrem Gratulationsschreiben an Landesbischof Gerhard Ulrich zum Ausdruck gebracht.

Der 61-Jährige   –   auch Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD)   –   war am 21. Februar 2013 in Lübeck mit 144 von 153 abgegebenen Stimmen zum ersten Landesbischof der „Nordkirche“ gewählt worden; sie zählt 2,25 Millionen Mitglieder und ist im vorigen Jahr aus der Vereinigung der nordelbischen, mecklenburgischen und pommerschen Kirchen entstanden.

Der Vorsitzende der evangelikalen Sammlung, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg), gratulierte Ulrich zu der „beeindruckenden Wahl“. Die Vereinigung wünsche ihm „die Kraft des Heiligen Geistes für die geistlichen Entscheidungsprozesse im Sinn von Schrift und Bekenntnis, wie sie in der Bekenntnisschrift, der Confessio Augustana, vorgezeichnet sind“.

Pastor Rüß: „Wir erwarten mit Ihnen einen guten lutherischen Bischof, der die VELKD und die ‚Nordkirche’ vor einer EKDisierung schützt.“   – Ulrich habe bisher schon eine „gute Gesprächskultur“ mit der Sammlung gepflegt; man hoffe auf eine „vertiefende Fortführung des Dialogs“.

Quelle: http://www.idea.de