Jutta: Warum ich zur Kirche zurückkehre

Wie das PRO-Medienmagazin berichtet, hat die evangelische Bischöfin für Hamburg und Lübeck, Kirsten Fehrs, folgendes erklärt:

„Die Kirchenlehre ist nicht gesetzt, sondern entwickelt sich immer neu, das Evangelium ereignet sich im Dialog – so zumindest die Theorie. In der Praxis brauchen Sie dafür viel Kondition.

Eben diesen Standpunkt verstehe ich nicht und genau deshalb kehre ich zum katholischen Glauben zurück, in den ich auch hineingeboren wurde und dem ich über 35 Jahre lang den Rücken gekehrt hatte – und zwischendurch evangelisch und evangelikal war.

Am KKK – dem Katechismus der Katholischen Kirche – und an vielem anderen kann man sich „abarbeiten“ und das ist gut so. Ich habe selten etwas so Fundiertes – und ich habe viel gelesen, natürlich nicht als Theologin – und Klares, eindeutig Ausformuliertes und Tröstliches gelesen wie in diesem KKK.

Ich habe dort nichts gefunden, was mir nahelegen würde, mein Heil etwa woanders als bei Jesus Christus zu suchen – oder das aussagen würde, dass ER gar eine Miterlöserin hätte oder dass die menschlichen „Werke“ überdimensional zählen sollten.

Ich habe vielmehr in der katholischen Literatur gelernt, dass man Maria, die Gottesmutter, nicht anbeten darf, aber dafür freiwillig verehren kann.

Ich lese gerade ein Buch über Joseph, den Nährvater Jesu – und bin so bewegt und habe mir vorher niemals die Hl . Familie wirklich im Geiste genau angeschaut – und Joseph, genau wie Lazarus, bei dessen Tod Jesus weinte, spricht kein Wort. Aber der Allmächtige hat ihn erwählt als den gesetzlichen Vater seines Sohnes.

Ich möchte nicht immer neu verhandeln müssen, was das Evangelium bedeutet. Ich möchte nicht basisdemokratisch glauben. Die Basisdemokratie funktioniert noch nicht einmal in der Politik, dazu ist der Lobbyismus zu stark.

Mein Evangelium steht in der Bibel, ich entdecke auch die katholische Übersetzung, die ebenfalls bewegend und sehr verständlich ausgedrückt ist.

Und nein – ich bin nicht für Frauen im Bischofsamt. Es geht auch nicht darum, wer was besser leisten könnte. Der Allmächtige will es nicht und Gehorsam bringt Segen.

Frauen sind so wichtig und unendlich wertvoll, auch und vor allem, wenn sie nicht meinen, sie müssten überall mithalten können. Aber man sieht ja an Eva, der es auch schwerfiel, zu gehorchen.

Aber diskriminiert fühle ich mich nicht, weil ich als Frau nicht Priester werden darf – und dass Gleichgeschlechtliche ebenso wie Alleinlebende – neudeutsch: Singles – enthaltsam bzw. zölibatär leben sollen, wäre für die Apostel und die frühen Gläubigen nie in Frage gestellt worden. Gottes Wort sagt das in aller Liebe.

Ich habe lange in der Welt gelebt, aber das Leben in der Welt, in der man anscheinend alles ausleben darf, macht überhaupt nicht glücklich, vielleicht momenteweise, aber der „Fels“ fehlt komplett.

Das wird nur überdeckt durch die angebliche Buntheit und das Wegschieben, dass Leid und Tod zum Leben gehören. Und das Problem gibt es nicht erst, seitdem die katholische Kirche ins Strudeln geraten ist. Bei der evangelischen Kirche ist es trotz aller ihrer Liberalität noch schlimmer.

Der vollständige Name und die Anschrift von Jutta S. ist unserer Redaktion bekannt


Erklärung des „Forum Deutscher Katholiken“ zur Segnung homosexueller Paare

Am 9. Mai 2021 fanden Segnungsgottesdienste für homosexuelle Paare in Deutschland statt. „Über 100 katholische Gemeinden im gesamten Bundesgebiet haben ihr Mitwirken angekündigt“. (Vgl. Augsburger Allgemeine Zeitung, 10.5.2021, S. 4)

Die von den Initiatoren angekündigten Segnungsfeiern für homosexuelle Paare stellen den Protest gegen das Schreiben der Glaubenskongregation („Responsum ad dubium“) vom 22. Februar 2021 dar. Der zentrale Inhalt des Dokuments: Die Kirche hat nicht die Vollmacht, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts (mit sexueller Konnotation) zu segnen.

Den Initiatoren dieser Segnungsfeiern ist klar, dass es sich hier um einen Akt der Auflehnung gegen das Lehramt der Kirche handelt.

Die Schöpfungstheologie spricht eindeutig davon, dass Gott Mann und Frau erschuf. Nur diese können Gottes Auftrag „Macht euch die Erde untertan“ und „Wachset und mehret euch“ erfüllen. Das können keine homosexuellen Paare, weder männliche noch weibliche.

Somit anerkennen gleichgeschlechtliche Paare weder den Auftrag unseres Schöpfers noch werden sie ihrer Verantwortung gegenüber dem Gemeinwohl gerecht. Die Aussagen in unserem Katechismus (KKK) und in der christlichen Soziallehre dazu sind zweifelsfrei.

Insofern kann man solche Partnerschaften nicht mit der heterogenen Ehe gleichsetzen, die als Sakrament – zurecht – eine herausragende Bedeutung hat. Die kirchliche Segnung eines Homosexuellen in einer persönlichen Angelegenheit ist jederzeit möglich, aber nicht die einer solchen Partnerschaft, die mit einer heterogenen Ehe gleichgesetzt werden will.

Wenn die Bischöfe der deutschen Ortskirche diese Segnungsgottesdienste für homosexuelle Paare tatenlos hinnehmen, wird unter den Gläubigen die Meinung aufkommen, dass Schreiben der Glaubenskongregation nicht zu beachten sind und sich jeder von der Morallehre der Kirche das aneignen kann, was ihm entspricht.

Forum Deutscher Katholiken                                                              
Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender


Homosex: Kölner Domradio auf Abwegen

Von Ursula Zöller

Der Chefredakteur des Kölner Domradios, Ingo Brüggenjürgen, hat sich in einem Kommentar über die Papstaussagen zur Homosexualität geoutet. Nicht als Homosexuellen, denn er hat (vorsichtshalber?) seine Kinder erwähnt, sondern als jemand, der offenbar nichts von dem hält, was die Kirche zur Homosexualität lehrt.

Er lobt den Papst für Äußerungen, die nun kursieren, und spricht ihm Mut zu. Ob Franziskus sich darüber freut?

Allerdings vermischt Herr Brüggenjürgen Dinge, die er als Chefredakteur eines katholischen Mediums unterscheiden können müsste. Er macht aus der unbestritten richtigen Aussage des Katholischen Katechismus, dass homosexuelle Menschen „nicht in irgendeiner Form ungerecht zurückgesetzt“ werden dürfen, die Unterstellung, dass praktizierte Homosexualität folgerichtig in Ordnung wäre.

Er müsste doch die alte kirchliche Lehre kennen, dass man den Sünder lieben muss, die Sünde aber nicht lieben darf. Und dieser selbe Katechismus, den er für seine Meinung zitiert, sagt eben auch, homosexuelle Handlungen „sind in keinem Fall zu billigen.“

„Die Kirchenwelt wird ein wenig regenbogenbunter – und das ist gut so“, findet der Journalist und fährt dann in geradezu lästerlicher Art fort: „Man denkt Familie nicht mehr länger nur als `Heilige Familie´ mit Vater, Mutter, Kind.“

Und es wird noch schlimmer: Herr Brüggenjürgen spricht von seiner Familie, dass für die Großeltern Homosexualität noch widernatürlich war, dass aber seine Generation längst begriffen habe, „ dass Homosexualität keine Sünde sein kann – und für meine Kinder ist Homosexualität Gott sei Dank `so normal wie Kaugummi kauen´“.

Gott für diese Ansicht heranzuziehen scheint mir – wie der ganze Kommentar – ziemlich abwegig. Und wenn schon vom Kaugummi kauen die Rede ist: Ich finde, sein Kommentar ist so unangebracht wie Kaugummi unter dem Schuh.

Erstveröffentlichung des Beitrags unserer Autorin hier: https://frauenundkirche.wordpress.com/2020/10/26/von-homosexualitat-und-kaugummi-kauen/


Erklärung des „Forum Deutscher Katholiken“ zu Papstaussagen über Homosexualität

Medienberichte verunsichern lehramtstreue Katholiken. Sie sehen darin den Versuch, unter den Gläubigen Verwirrung zu schaffen.

So schrieb die „Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ) vom 23.10.2020 auf der Titelseite unter der Überschrift „Papst bestärkt Homosexuelle“ und zitiert Papst Franziskus aus einem Dokumentarfilm: „Homosexuelle haben das Recht, in einer Familie zu sein. Sie sind Kinder Gottes, sie haben das Recht auf eine Familie.“
Weiter: „Wir müssen ein Gesetz für zivile Partnerschaften schaffen.
Sie haben das Recht, rechtlich abgesichert zu sein.“

In der gleichen Ausgabe der AZ (S. 5) wird Franziskus unter der Überschrift „Papst unterstützt homosexuelle Paare“ mit einer früheren Aussage zitiert:
„Wenn eine Person homosexuell ist, Gott sucht und guten Willen hat, wer bin ich, über sie zu urteilen.“

Folgendes sagt der Katechismus der katholischen Kirche, der die Lehre der Kirche (KKK) zur Homosexualität wiedergibt:

Ziffer 2357: „Gestützt  auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, dass homosexuelle Handlungen in sich nicht in Ordnung sind.
Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz,
denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen.
Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.“

Und in Ziff. 2358 heißt es: „Ihnen (den Homosexuellen) ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen.“

Die Lehre der Kirche unterscheidet also deutlich zwischen „homosexuellen Handlungen“ und homosexuell veranlagten Menschen.

Die Aussagen von Papst Franziskus beinhalten keine Rechtfertigung der Homosexualität. Sie beziehen sich auf die Behandlung Homosexueller als Menschen  und Glieder der Zivilgesellschaft.

Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken


Paderborner Priesterkreis hält Entscheidung von Erzbischof Becker für „unannehmbar“

Erklärung

Der Priesterkreis Communio veritatis hat sich intensiv mit dem Vorstoß Erzbischof Beckers befasst, der den Kommunionempfang für protestantische Partner in einer konfessionsverschiedenen Ehe in sogenannten Einzelfällen ermöglichen will.

Wir stellen einmütig fest, dass diese Weisung unannehmbar ist.

Unsere Vereinigung erklärt dazu folgendes:

1. Grundsätzlich gilt: „Um die heilige Kommunion zu empfangen, muss man der Katholischen Kirche voll eingegliedert sein und sich im Stand der Gnade befinden“ (KKK 291).

2. In der Enzyklika Ecclesia de Eucharistia des hl. Papst Johannes Paul II. lesen wir: „Die Ablehnung einer oder mehrerer Glaubenswahrheiten über diese Sakramente […] hat zur Folge, dass der Bittsteller nicht für ihren rechtmäßigen Empfang disponiert ist“ (EdE 46). Es gehört zum Wesen des Protestantismus, nicht den vollen katholischen Eucharistieglauben zu haben.

3. Bezüglich Kanon 844 § 4 CIC kann kein Diözesanbischof die Situation in einer konfessionsverschiedenen Ehe zur schweren Notlage erklären, um eine Interkommunion zu ermöglichen. (Kardinal Brandmüller sagte zur Deutung der schweren Notlage: „dass der Kanon sich auf Extremsituationen, wie sie in Krieg, Verfolgungen, auch Deportationen und Naturkatastrophen entstehen, bezieht“ (kath.net, 25.6.2018).

4. Kanon 844 § 4 des katholischen Kirchenrechts stellt für den Kommunionempfang eines nichtkatholischen Christen unter anderem die notwendige Bedingung, dass ein Spender der eigenen Gemeinschaft nicht aufgesucht werden kann.

5. Die in Nummer 1401 des Katechismus der Katholischen Kirche beschriebene rechte Disposition schließt notwendig auch das Freisein von schwerer Sünde ein. Daraus ergibt sich, dass der Protestant in einer echten Notlage zunächst zum Bußsakrament geführt werden müsste.

6. Im Hinblick auf das ewige Heil gibt es in ziemlich seltenen Ausnahmefällen die Möglichkeit, einzelne nichtkatholische Christen zum Bußsakrament, zur Krankensalbung und zur Eucharistie zuzulassen. Das setzt jedoch voraus, dass bestimmte, außergewöhnliche, durch genaue Bedingungen gekennzeichnete Situationen (siehe oben 2 bis 5) – wobei alle Punkte zutreffen müssen – gegeben sind. Es ist die Pflicht eines jeden, sich treu daran zu halten (vgl. Papst Benedikt XVI., Sacramentum Caritatis, 56).

Der Priesterkreis Communio veritatis bleibt fest entschlossen, in allem Jesus Christus und dem beständigen Lehramt der Katholischen Kirche zum Heil der Seelen treu dienen zu wollen.

Quelle und Erläuterungen hier: http://www.kathnews.de/treue-zu-jesus-christus-und-dem-lehramt-der-katholischen-kirche


Die katholische Kirche kann und darf Homo-Partnerschaften nicht segnen

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

In der katholischen Kirchenzeitung von Augsburg (20./21. 01. 18, S. 15) ist ein Artikel mit „Bald Segen für Homo-Paare?“ überschrieben. Der Untertitel lautet: „Osnabrücker Bischof Bode denkt mögliche Öffnung an“. Weiter unten steht: “Das gefällt nicht jedem, findet aber Zuspruch bei homosexuellen Aktivisten und beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken“.

Im Interview mit der Osnabrücker Zeitung sagte Bode: „Man kann z.B. über eine Segnung nachdenken – die nicht zu verwechseln ist mit einer Trauung… Wir müssen in der Kirche ausführlicher darüber diskutieren. Schweigen und Tabuisieren führt nicht weiter, verunsichert“.

Bode ist stellv. Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Er erklärte: „Auch wenn sich die ‚Ehe für Alle‘ vom Eheverständnis der Kirche unterscheide, sei diese nun politische Realität. Wir müssen uns daher fragen, wie wir denjenigen begegnen, die diese Verbindung eingehen und die sich ja zum Teil in der Kirche engagieren. Wie begleiten wir sie pastoral und liturgisch?“

Bode weiter: „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir eine Beziehung zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Menschen differenziert bewerten… Ist da nicht so viel Positives, Gutes und Richtiges, dass wir dem gerechter werden müssen?“

Dass „Ehe für Alle“ mit der Abstimmung im Bundestag im November 2017 „politische Realität“ geworden ist, bindet die Kirche in keiner Weise.

Die Politik hat schon viele neue „Realitäten“ gesetzt, z.B. die „rechtswidrige, aber straffreie Abtreibung“, um nur eine zu nennen. Aufgabe der Nachfolge der Apostel ist es, das Evangelium Jesu zu verkündigen, aber nicht vor den Wölfen des Zeitgeistes davonzulaufen und die Herde allein zu lassen, wie das Bode tut.

Natürlich sollen die Bischöfe nicht „schweigen“ oder „tabuisieren“, sondern die Lehre der Kirche verkünden – sei es gelegen oder sei es ungelegen – , wie sie im Katechismus der katholischen Kirche von 1992 enthalten ist.

Offensichtlich kennt sie Bode nicht. Dort steht, wie Homosexuellen zu „begegnen“ und wie wir ihnen „gerecht werden können“ und wie Homosexualität „differenziert“ zu bewerten ist. Im Katechismus heißt es: „Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“ (KKK, Ziff 2358).

Das hebelt aber nicht aus, was Bode mit „Eheverständnis der Kirche“ bezeichnet. Denn das ist das „Eheverständnis“ Jesu!

Die Lehre der Kirche lautet: „Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, ‚dass die homosexuellen Handlungen‘ in sich nicht in Ordnung sind. Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.“ (KKK, Ziff 2357)

Dass das ZdK praktizierte Homosexualität und den Vorstoß von Bischof Bode begrüßt, zeigt nur, wie weit diese Institution gekommen ist.

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und ist Herausgeber der Monatszeitschrift DER FELS


Kontroverse um Pfarrer Karl Tropper: Kennt das Bistum Graz den KKK nicht ?

Lehräußerungen des kath. Weltkatechismus (KKK) zur Homosexualität

Bereits seit einigen Jahren laufen in der österreichischen Presse diverse Medienkampagnen gegen den konservativ ausgerichteten Gemeindepfarrer Karl Tropper aus St. Veit am Vogau (Bundesland Steiermark).

Dabei sind vor allem seine inhaltsreichen Pfarrblätter ein häufiger Stein des Anstoßes, zumal der in seiner Pfarrei beliebte Geistliche darin deutlich vor dem Islam warnt und dessen Gefahren aufzeigt. Kürzlich organisierte er in seiner Pfarrgemeinde eine Tagung mit Sabatina James, einer bekannten Buchautorin, die einst als Muslima zum Christentum übertrat und seitdem im Untergrund lebt, um sich vor Racheakten radikaler Moslems zu schützen.

Neuerdings geriet Pfarrer Tropper in der Alpenrepublik auch deshalb unter Beschuß von Medien und kirchlichen Stellen, weil er in seinem Pfarrbrief einige Artikel gegen Homosexualität publizierte, darunter einen längeren Beitrag des kath. Publizisten Dr. Felix Bentz.

Es gab danach einige Anzeigen gegen den Geistlichen (siehe Foto) wegen angeblicher „Volksverhetzung“; die zuständige Staatsanwaltschaft sieht aber durchaus keinen Anlaß für eine Anklage-Erhebung. Dennoch gingen die öffentlichen Anfeindungen weiter, was mehrfach auch die Kirchenleitung auf den Plan rief, die sich – wie oft üblich  – vom Druck des Medienrummels einschüchtern ließ. Pfr.Tropper

Das Bischöfliche Ordinariat der Diözese Graz-Seckau veröffentlichte im „Sonntagsblatt“ vom 31.3.2013 eine „Erklärung zum Konflikt mit Pfarrer Tropper“, worin es einleitend immerhin zutreffend heißt: 

„Die zwei komplexen Fragen, wie die katholische Kirche dem vielgestaltigen Islam und homosexuell orientierten Personen begegnen soll, sind bleibend wichtig und dürfen nicht verharmlost werden.“

Sodann schreibt Generalvikar Dr. Heinrich Schnuderl  –  der in Pfr. Troppers Gemeinde über Ostern die Festmessen übernahm  – in seiner Stellungnahme weiter:

„Was den Islam betrifft, erwarten viele Menschen in- und außerhalb der Kirche von der Kirchenleitung mit Recht, dass damit verbundene Probleme nicht verschwiegen oder schöngeredet werden. Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari hat dazu seit Jahren wiederholt öffentlich klar und differenzierend Stellung genommen.“

Wenn sich der Bischof selber so „klar“ äußert, sollte dies ein Pfarrer vor Ort wohl auch tun dürfen, müßte man meinen, doch ihm wird im weiteren Verlauf der Erklärung mangelnde „Differenzierung“ vorgehalten, als ob ein Pfarrbrief eine Doktorarbeit mit Fußnoten sei.

Das nächste Themenfeld erstaunt jedoch, denn nun wird folgendermaßen argumentiert:

„Was Fragen betreffend das Thema Homosexualität angeht, lehrt die katholische Kirche besonders auch im Weltkatechismus, dass so orientierte Personen nicht diskriminiert werden dürfen:

„Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen sind homosexuell veranlagt. Sie haben diese Veranlagung nicht selbst gewählt; für die meisten von ihnen stellt sie eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen.(Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 2358)“

Zugleich kann die Kirche eine homosexuelle Praxis nicht als regulär anerkennen. Angesichts dieser Spannung muss homosexuell aktiven Personen kirchlicherseits seelsorglich einfühlsam begegnet werden.“

Es erstaunt allerdings, daß in dieser Stellungnahme nicht der amtlich gültige Passus (Absatz 2358) des Katholischen Weltkatechismus (KKK) zum Thema Homosexualität zitiert wird, sondern eine längst veraltete Version noch vor ihrer Korrektur.

Hierzu sei zunächst Folgendes erläutert:

Die erste Fassung des KKK wurde 1992 in französischer Sprache veröffentlicht; von dieser Ausgabe wurden danach diverse landessprachliche Übersetzungen angefertigt.

1997 erschien die maßgebliche lateinische Ausgabe des KKK (mit einigen  korrigierten  Stellen); diese definitive bzw. nummehr gültige Fassung wurde 2003 endlich in deutscher Übersetzung veröffentlicht. WeltkatN

Dabei wurde in puncto Homosexualität eine „strengere Gangart“ eingeschlagen, also deutlicher formuliert als in der vorigen Fassung.

Nun enthält aber diese Grazer Bistums-Stellungnahme noch die unkorrigierte Erstfassung des KKK in Sachen Homosexualität, in der dreimal der unsinnige Ausdruck „Veranlagung“ bzw. „veranlagt“ vorkommt.   

In der amtlich-gültigen Version ist hingegen zu Recht keineswegs von einer „nicht selbstgewählten Veranlagung“ die Rede, sondern vielmehr von einer „tiefsitzenden homosexuellen Tendenz“.

Zudem wird diese Neigung jetzt entsprechend der biblischen Botschaft und der kirchlichen Lehre als „objektiv ungeordnet“ bezeichnet, denn sie entspricht nicht der Schöpfungsordnung Gottes.

Die Redeweise von einer homosexuellen „Veranlagung“ ist schon rein wissenschaftlich betrachtet haltlos, zumal es kein „Homo-Gen“ und auch weiter kein Indiz für eine Vererbung des homosexuellen Empfindens gibt.

Führende Köpfe der modernen Psychologie betrachten diese Ausrichtung als eine meist in Kindheit oder Jugendzeit erworbene „sexuelle Abirrung“ (Sigmund Freud); C.G. Jung bewertete homosexuelle Tendenzen als „unreife Form des erotischen  Ausdrucks“. 

Besonders Alfred Adler  –  er begründete die Individualpsychologie  –  lehnte die Vorstellung von einer „Veranlagung“ strikt ab; er führte die Entstehung der Homosexualität vielmehr auf Konfliktfelder im Elternhaus, in der Erziehung und zusätzlich auf Probleme der Selbsterziehung zurück. 

Doch die Erklärung der Bistumsleitung zitiert nicht nur eine veraltete Fassung des KKK, sondern unterläßt es auch, den vorhergehenden Abschnitt des gültigen KKK zu zitieren, der sich ebenfalls zur Homosexualität äußert.

Darin heißt es unter Nr. 2357 mit Hinweis auf die Heilige Schrift, daß „Homosexualität eine schlimme Abirrung“ sei, daß „die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind“, daß sie „gegen das natürliche Gesetz verstoßen“ und „in keinem Fall zu billigen sind“.   

Stattdessen heißt es jedoch in der „Grazer Erkärung“ des bischöflichen Ordinariats in reichlich weichgespülter Weise, die katholische Kirche könne eine homosexuelle Praxis nicht als regulär anerkennen“.   –   Ein schwerwiegender Verstoß gegen die göttlichen Gebote und das natürliche Sittengesetz soll lediglich „nicht regulär“ sein?  – Eine klare kirchliche Verkündigung und Wegweisung sieht sicherlich anders aus!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Unser Artikel zu den Angriffen auf Pfarrer Tropper vor einem Jahr: https://charismatismus.wordpress.com/2012/04/15/aufregung-in-osterreich-vom-grosen-fernsehen-bis-zur-kleinen-zeitung/

ERGÄNZENDER ARTIKEL aus einer österreichischen Webseite: http://www.andreas-unterberger.at/2013/04/bischof-kapellari-verteidiger-des-islam-und-der-praktizierten-homosexualitaetij/