„Hilfe zum Leben“ fordert von Kretschmann die Einführung eines Betreuungsgeldes

Kleinkinder brauchen erst Bindung, dann Bildung

In einem Brief an baden-württembergischen Ministerpräsidenten, den auch alle Landtagsabgeordneten erhielten, fordert die im deutschsprachigen Raum tätige Organisation „Hilfe zum Leben“ Kretschmann auf, ein Landesbetreuungs- bzw. Landeserziehungsgeld einzuführen. Stand_Kirchentag

Zwar habe das Bundesverfassungsgericht das Bundesbetreuungsgeld für verfassungswidrig erklärt, allerdings nur, weil eine solche Gewährung Landessache sei.

Dabei verweist der Vorsitzende, Reinhard Klein, auf die von Kretschmann so sehr proklamierte Bürgernähe: „Sie geben sich jetzt gerade wieder bei Ihrer Tour durchs Ländle sehr bürgernah. In Ihrem Koalitionsvertrag heißt es: „Für uns ist die Einmischung der Bürgerinnen und Bürger eine Bereicherung. Wir wollen mit ihnen im Dialog regieren und eine neue Politik des Gehörtwerdens praktizieren.

Auf Ihrer Homepage habe ich gelesen: 

„Der Ministerpräsident auf Sommertour sucht den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Auf seinen Wanderungen durch unser schönes Baden-Württemberg möchte er mit den Menschen ins Gespräch kommen und erfahren, was sie bewegt.“

Da wir uns nicht treffen werden, möchte ich auf diesem Wege das Gespräch mit Ihnen suchen. Gern nehme ich Sie beim Wort und lade ich Sie nach Pforzheim ein, um uns Gehör zu schenken. Bitte überdenken Sie Ihre ablehnende Haltung gegenüber einem Landesbetreuungs- bzw. Landeserziehungsgeldes und öffnen Sie sich dieser Forderung.

Sie sind Ministerpräsident für alle Baden-Württemberger und nicht nur für einen bestimmten Personenkreis. Rund 110.000 Familien in BW haben von dem Anspruch auf Betreuungsgeld Gebrauch gemacht. Wie viel sind Ihnen diese ca. 300.000 Personen wert?“

Der Vorsitzende von „Hilfe zum Leben“ fährt fort: DSC_0048

„Wir fordern die Landesregierung auf, für den genannten Personenkreis eine Ersatzlösung in Form eines Landesbetreuungs- bzw. Landeserziehungsgeldes zu schaffen und sich mit uns dafür einzusetzen, dass die Bundesregierung die eingesparte fast eine Milliarde Euro den Ländern nur für diesen gleichen Zweck zur Verfügung stellt.“

In seinem Brief weist Klein darauf hin, dass jedes Kind einen Anspruch hat auf die individuell zu ihm passende Betreuung, über die nur die Eltern wirklich selbst entscheiden können. Die tatsächlichen Gegebenheiten würden aber aus der verfassungsrechtlich den Familien zugesicherten Wahlfreiheit die Vorgabe machen, sich so frühzeitig wie möglich, am besten bereits während des Elterngeldjahres, den Zwängen des Arbeitsmarktes anzupassen und sich sofort dort wieder einzugliedern.

In der öffentlichen Diskussion werde in den Stellungnahmen vieler Politiker die Frauen als Mütter zweiter Klasse degradiert, die vorübergehend zu Gunsten ihrer Kinder auf eine Erwerbstätigkeit verzichten, weil ihnen das Wohl ihrer Kinder wichtiger ist.

Eine solche Ungleichbehandlung sei unsozial, ungerecht und widerspreche dem Gleichheitsgrundsatz, sie sei diskriminierend und gegen Familien gerichtet. 008_Index - Kopie

Sodann schreibt Klein weiter: „Mit Erschrecken müssen wir die ideologischen Aussagen von Personen wie z.B. Katrin Göring-Eckardt (..unsinnigen und teuren Maßnahme, die am Familienbild des letzten Jahrhunderts festhält“) zur Kenntnis nehmen. Wer hat das Recht, Menschen vorzuschreiben, wie sie leben sollen? Welche Verachtung gegenüber Andersdenkenden spricht aus solchen Worten.

Wenn Frauen nun einmal nicht wie Göring-Eckardt und andere Grüne leben wollen, ist das ihre persönliche Entscheidung. Aber die Grünen wollen unbedingt über Jahrhunderte in der Regel positive Erfahrungen zerstören, weil es nicht in ihr Weltbild passt.“

In dem Brief an Kretschmann heißt es zudem:

„Sie selbst werden in diesem Zusammenhang zitiert, dass die Leistung eher Mitnahmeeffekte ausgelöst habe, die den Zielen guter Bildung und Betreuung nicht dienten. So etwas aus Ihrem Munde zu hören ist enttäuschend und schmerzt. Eine solche Argumentation zeigt, wie weit Sie von der Realität entfernt sind.

Dabei ist die Anzahl der Bezieher des Betreuungsgeldes in BW recht hoch und spricht für sich. Wir kennen sehr viele Frauen und Familien, die auf den Betrag – wenn er auch viel zu niedrig ist – angewiesen sind.

Vielleicht können Sie mir einmal erklären, wie Säuglingen und Kleinstkindern Bildung vermittelt werden kann. Kinder in diesem Alter brauchen noch keine Bildung, sondern zuallererst Bindung, nämlich an ihre Eltern, damit sie einmal gesunde Beziehungen aufbauen können. Wer eine gute Bindung aufbauen kann, wird auch eine gute Bildung erfahren.“   

  • Kontaktdaten: Reinhard Klein, Vorsitzender von „Hilfe zum Leben“
  • Beratungsstelle Aus-WEG?!
    Westliche-Karl-Friedrich-Straße 31 in 75172 Pforzheim, Tel: 0152 29 29 00 82
  • http://www.ausweg-pforzheim.de/

 


„Verband Familienarbeit“ übt scharfe Kritik am Diakonischen Werk

Die Diakonie der Evangelischen Kirchen in Deutschland hat sich schon mehrmals gegen das Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kleinkinder selbst betreuen, gewandt.*

Der stellv. Vorsitzende des Verbands Familienarbeit und Facharzt für Psychiatrie, Dr. Johannes Resch, erklärt dazu:

„Die Ablehnung des Betreuungsgelds wurde bisher auch von der Diakonie mit dem von der Wirtschaftslobby in die Welt gesetzten Märchen begründet, die Betreuung in Kinderkrippen diene der `frühkindlichen Bildung`, was angeblich für Kinder aus `prekären` Verhältnissen besonders wichtig sei. baby_hand_abtreibg_cdl11_a4357ad790

Dieses `Märchen` wurde neuerdings vom Sprecher des Diakonischen Werks in Rheinland-Pfalz, Pfarrer Albrecht Bähr, wieder aufgewärmt.**

Bähr ignoriert offensichtlich die zahlreichen seriösen wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass die Trennung von den vertrauten Bezugspersonen für Kinder unter drei Jahren ein erhebliches Risiko für die spätere soziale Entwicklung bedeutet.

Solange sich das `Urvertrauen` von Kleinkindern noch nicht gefestigt hat, werden Trennungen als Gefahr erlebt, die die Entwicklung von persönlicher Sicherheit erschwert.

Die Folgen sind oft mangelndes Neugierverhalten, was Bildungsfähigkeit und in der späteren Jugend den Bildungswillen („Null Bock auf Schule“) beeinträchtigt bis hin zu Lebensunzufriedenheit und Depression.

Namentlich für Kinder aus prekären Verhältnissen, die ohnehin schon einer stärkeren Belastung ausgesetzt sind, bedeutet der zusätzliche Krippenstress eine besonders hohe Gefährdung.

Wer wie Bähr  –  der herrschenden, von der Wirtschaft diktierten Staatsideologie folgend –   behauptet, die 150 € Betreuungsgeld seien in einer Krippe besser aufgehoben als bei betreuenden Eltern, sieht offensichtlich nur noch die Interessen der dortigen Arbeitnehmer/innen und hat die Empathie für Kinder und Eltern verloren.

Aus der Diakonie, die einmal Helfer für Menschen in Not sein wollte und es lange Zeit auch war, ist ein Sozialkonzern geworden, der zunehmend von der Zerstörung der Familie und auf Kosten von Eltern und Kindern lebt.“

* vgl. Pressemeldung des Verband Familienarbeit vom 7. Mai 2012 („Diakonie diffamiert die Eltern!“): http://familienarbeit-heute.de/?p=2141
** Evangelischer Kirchenbote der Pfalz vom 17.8.2014, S. 3

Dr. Johannes Resch
Stellv. Vorsitzender des Verbandes Familienarbeit e.V.
www.familienarbeit-heute.de  
  

Foto: CDL

 


Sprechen auf Erwachsenenniveau fördert die Lernfähigkeit der Babys

Wer mit seinem Kleinkind wie mit einem Erwachsenen spricht, fördert die Lernfähigkeit am besten. Eine zu geringe Ansprache in den ersten beiden Lebensjahren ist oft ein Grund, weshalb Kinder im Einschulungsalter um bis zwei Jahre hinter ihren Altersgenossen herhinken. IMG_9180 - Kopie

„Die Sprache muss reich und komplex sein“, sagte eine der Autorinnen, die Psychologin Prof. Erika Hoff von der Florida Atlantic University.

Das menschliche Gehirn entwickelt sich in den ersten Jahren unglaublich schnell: Bis zum Alter von drei Jahren bildet es tausend Billionen Neuronenverbindungen.

„Die frühkindlichen Erfahrungen spielen eine zentrale Rolle bei der Frage, ob die Verbindungen stärker oder schwächer werden“, sagte Prof. Kimberly Noble, Neurologin an der Columbia University.

Prof. Noble verglich mit ihren Kollegen die Gehirne von Kindern aus schwierigem Umfeld und aus Familien mit hohem Bildungsstandard. Am stärksten waren die Unterschiede bei den Hirnstrukturen, die für die Sprachentwicklung zuständig sind. Mit zunehmendem Alter setzen Kinder mit hohem sozioökonomischen Hintergrund diese Regionen stärker ein.

Die Psychologin Prof. Anne Fernald von der Stanford University untersuchte, was eine Gruppe Kinder aus Spanisch sprechenden Geringverdiener-Haushalten den ganzen Tag zu hören bekommt.

Dabei fanden sie heraus, dass die Kinder nicht viel von dem mitnehmen, was ihre Eltern oder andere Bezugspersonen untereinander sprechen. Echtes Lernen stellte sich nur ein, wenn die Kinder direkt angesprochen wurden.

Es sei daher äußerst wichtig, Eltern dazu zu bringen, dass sie sich Zeit nehmen, mit ihren Kleinkindern zu reden. Prof. Hoff zufolge ist es meist sinnvoller, wenn Einwanderer-Eltern ihre Muttersprache mit dem Nachwuchs sprechen. Eltern können ihren Kindern eine Zweitsprache nur dann wirklich beibringen, wenn sie sie selbst sicher beherrschen. Ansonsten lernen Kinder nur ein begrenztes Vokabular, was wiederum ihre allgemeinen sprachlichen Fähigkeiten einschränkt.

In Kitas mangelt es an direkter Ansprache der Kinder

Die Erwartung von Eltern, dass ihre Kleinkinder in Krippen und Kitas gebildet würden, zerplatzt schon allein daran, dass in diesen Einrichtungen bei einem mangelhaften Betreuungsschlüssel gar keine Zeit bleibt für eine direkte Ansprache der Kinder:

„Die Qualität der Kita-Betreuung und die Qualität der Einrichtungen sind nach aktuellen Studien nur mittelmäßig“, erklärt der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Dr. Wolfram Hartmann.

Die Förderqualität liegt sogar nur im unteren Drittel der Qualitätsskala. „Krippen und Kindergärten gelingt es derzeit nicht, sozial benachteiligte Kinder angemessen zu fördern und damit die Chancengleichheit auf einen quali􀏐izierten Schulabschluss und eine gute Sozialprognose zu erhöhen“, erläutert Dr. Hartmann weiter.

Infomationsquellen:
Fernald, A. et al.: Talking to Children Matters: How Early Language Experience
Shapes Later Life Chances. AAAS Annual Meeting. Chicago 14.2.2014.
Hartmann, W.: Deutsches Ärzteblatt, 31.7. 2013

Quelle für diesen Artikel: VERANTWORTUNG FÜR DIE FAMILIE: www.vfa-ev.de/


Studien belegen: Dauerhaftes Stillen von Kleinkindern fördert soziale und sprachliche Vorzüge

„Wir haben herausgefunden, dass Kinder, die länger und ausschließlich gestillt wurden, im Alter von drei Jahren für Sprache empfänglicher sind und einen höheren verbalen sowie nonverbalen Intelligenzquotienten aufweisen“, lautet das Fazit des Teams von Dr. Mandy Belfort vom Boston Childrens Hospital an der Harvard Medical School nach ihrer Untersuchung von 1312 Müttern und ihren Kindern.  IMG_1421

Weitere Studien bestätigen, dass Stillen die Intelligenz und die soziale Kompetenz der Kinder fördern. So attestieren die Studien von Deoni und Christakis Stillkindern lebenslange soziale Vorteile, bzw. Kleinkindern, die als Babys gestillt wurden, eine intensivere Hirnentwicklung als Flaschenkindern.

Eine signifikant bessere Sprachentwicklung bei Kindern konnte durch Bild- und Vokabeltest für 3-Jährige nachgewiesen werden, die länger gestillt worden waren.

Daher empfehlen die WHO (Weltgesundheitsorganisation) sowie die Nationale Stillkommission des Bundesinstituts für Risikobewertung, Babys bis zum 6. Monat ausschließlich zu stillen und danach mindestens bis zum 12. Lebensmonat weiterzustillen.

Dr. Dimitri Christakis vom Seattle Children’s Research Institute fordert daher umfangreiche, intensive und anhaltende Anstrengungen zur Unterstützung des Stillens auf allen Ebenen: „Es ist klar, dass ein Teufelskreis entstehen kann, wenn ausbleibendes Stillen einen niedrigeren IQ und das wiederum einen niedrigeren sozioökonomischen Status zur Folge hat, was die Wahrscheinlichkeit herabsetzt, dass die nächste Generation gestillt wird“, schreibt Dr. Christakis.

Kognitive Fähigkeiten seien zudem für viele Mütter überzeugender als andere gesundheitliche Vorzüge der Muttermilch. Das Problem ist nicht, dass die meisten Frauen nicht anfangen zu stillen, sondern dass sie nicht dabei bleiben.

Quelle und weitere Studien hier: http://www.vfa-ev.de/index.php?id=6

Quellen:
BELFORT M.B. et al: Infant Feeding and Childhood Cognition at Ages 3 and 7 Years. Effects of Breastfeeding Duration and Exclusivity. JAMA Pediatr, 29.7.2013.
SACKER A. et al: Breast feeding and intergenerational social mobility: what are the mechanisms? Arch DisChild 24.6.2013.
CHRISTAKIS D.A.: Breastfeeding and Cognition. Can IQ Tip the Scale? JAMA Pediatr 29.7.2013.


Kita-Erzieherin stellt klar: Was Kinder brauchen, können Krippen nicht gewährleisten

Hedwig von Beverfoerde

Mit Hochdruck und enormen finanziellen Mitteln werden seit dem von der Leyenschen Krippenausbau-Beschluß Krippenplätze aus dem Boden gestampft, damit auch noch das letzte Kleinkind institutionell betreut werden kann.

H. von  Beverfoerde

H. von Beverfoerde

Schon jetzt gibt es auch bei uns die 24Stunden-Kita, haben Krippen vom Morgengrauen bis in den späten Abend geöffnet, können Säuglinge bereits mit 8 Wochen in Krippen abgegeben werden  – und immer mehr Eltern nutzen diese Angebote.

Vor einigen Wochen bekam ich eine Mail von einer Krippenerzieherin. Darin kritisierte sie die massive Fehlinformation in der öffentlichen Krippendebatte:

„Eltern werden“, so schrieb sie mir, „über Erziehung und Bildung in der Krippe in die Irre geführt und falsch informiert“. –  Wir haben diese Erzieherin daraufhin um ein Interview gebeten. Unter Pseudonym konkretisiert sie darin ihre Kritik und spricht Klartext über ihren Alltag in einer deutschen Kinderkrippe: Lesen Sie hier das vollständige Interview.

Welche Bedeutung und welche Auswirkungen die Zunahme außerhäuslicher Betreuung für unsere Kinder und für die Gesellschaft haben, ist auch das Thema der empfehlenswerten Fachtagung „Was kommt, wenn Familie geht“ am 25. Mai 2013 an der Universität Frankfurt, veranstaltet vom Familiennetzwerk e.V. in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bindungswissenschaften.

Quelle: www.familien-schutz.de


OFFENER BRIEF an Katja Dörner, Grünen-Sprecherin für Familienpolitik: „Ein Kleinkind braucht Verläßlichkeit, Sicherheit und Geborgenheit“

Von Almut Rosebrock

Sehr geehrte Frau Dörner!                                           
Auf Ihre Presseerklärungen zum Betreuungsgeld möchte ich gerne antworten: Sie wollen Millionen dafür ausgeben, dass ein- und zweijährige Zwerge fernab von ihrer Mama „gefördert“ und „gebildet“ werden.

Wie sind Sie selbst aufgewachsen? Finden Sie es wirklich erstrebenswert, diese kleinen, zarten Wickelkinder, die gerade Laufen und Sprechen lernen, in Gruppen von „Professionellen“ betreuen zu lassen, damit die Mütter endlich wieder „was Richtiges“ arbeiten können?  

Almut Rosebrock

Almut Rosebrock

Ich hätte meine Zwerge (die inzwischen 11 und 13 Jahre sind) in dem zarten Alter  n i e  abgegeben!  Ab 2,5 oder 3 Jahren (die Kinder reagieren auch hier unterschiedlich!) sind sie dann von sich aus in der Lage und bereit, eine Weile ohne die vertraute Bezugsperson zu bleiben und den „Schutzraum Familie“ zu verlassen.

Freiwillig! Nicht gezwungen!

Zählt für Sie die Freiheit der persönlichen Entscheidung von Eltern (und auch den Kindern) nichts? –  Müssen Frauen dafür, dass sie von Ihnen als „vollwertige Menschen“ anerkannt werden, in Erwerbsarbeit stehen? Wollen Sie Menschen zu ihrem „Glück“ zwingen?

Ich finde das eine sehr einseitige Sicht der Dinge – denn liebevoll, qualitätsbewusst und individuell für seine eigenen Kinder verantwortlich da zu sein, ist Arbeit und eine große Herausforderung – die leider gesellschaftlich  –  auch unter Ihrer Führung  –  keinerlei Achtung mehr erfährt. 

Bei der Geburt hat ein Baby ca. 30 % der Gehirnzellen  –  mit dem 3. Geburtstag sind es ca. 90%!
Es liegen wahnsinnig komplexe Wachstums-, Vernetzungs-  und Entwicklungsvorgänge in diesen ersten 3 Jahren – die aber auch äußerst anfällig auf Störung reagieren! Ein Kleinstkind muss ja erstmal zu seinem eigenen „ICH“ finden, seinen „Platz“ in der Welt finden und einnehmen.

Dafür braucht es Verlässlichkeit, Sicherheit und Geborgenheit. Menschen, die es von Herzen lieben –  und als SCHATZ genauso annehmen, wie es ist, auch wenn die Windel schon wieder vollgekackt ist, auch wenn es gar nicht in unser „System“ von Normalität passen will, ständig schreit, sich nicht von der MAMA lösen will, gerne „trödelt“ und  –  in geborgener Umgebung –  auf eigene Faust die kleine Welt um es Schritt für Schritt erkunden will  – und schon wieder hinfällt. Aber MAMA ist ja da (die es von der Zeugung an „kennt“!)

Die Geborgenheit, die Liebe (in vielfältigen Signalen im Streicheln, Reden, Trösten, Füttern, alltäglichen Miteinander), das lebendige Miteinander, ob vor der Waschmaschine, beim Türmchenbauen, beim „Ausräumen“ der Tupper-Schublade in der Küche, beim mühsamen Einschlafen oder Aufwachen, beim Kuscheln, beim Trösten nach Hinfallen oder bei „Bauchweh“, etc., beim gemeinsamen Lachen, Spazierengehen, Wegrennen und Einfangen, beim ermutigenden Loben, Ansehen, Unterstützen, Auffangen  –  alles sind bedeutende Signale für die Entwicklung zum komplexen Menscheneine Riesenanzahl sich bildende Vernetzungen der Nervenzellen im Gehirn –  und zur Persönlichkeit, die 70, 80 oder 90 Jahre auf dieser Erde vor sich hat!

Unter STRESS und Unsicherheit geht der Körper in einen Nothaushalt: Verteidigung, Abwehr, Totstellen sind natürliche Schutzreflexe, die das Überleben sichern. Komplexe Vorgänge – wie es das Wachstum und die Neubildung von Nervenzellen sind – werden da zurückgestellt.

Man hat bei Krippenkindern erheblich höhere Cortisolwerte („Überträgerstoff“ von Stress) messen können. Dieser Stress löst die Schutzreflexe aus – und beeinträchtigt somit die ungestörte Entwicklung des Gehirns. Mit dem Zeitfenster von 3 Jahren hören jedoch die Fähigkeiten zur Zellvermehrung im heranwachsenden Menschlein  auf.  DorisBub (2)

Studien von vernachlässigten Kindern in rumänischen Waisenhäusern zeigen eine mangelnde Zelldichte (regelrechte „Löcher“) gerade an Stellen, an denen komplexe Reaktionen und Emotionen verarbeitet werden – im Präfrontalen Kortex. Die Kinder sind später regelrecht „verkümmert“ – die (Reiz- und Liebesmangel-) Schäden sind irreparabel bzw. nur mit sehr großem Aufwand später zu bearbeiten!

Diese Gehirn-Zentren sind für die komplexe Verarbeitung von Erfolg, Misserfolg und zentralen Emotionen, Bindungsfähigkeit verantwortlich –
aggressive Reaktionen werden hier „moduliert“ (reguliert).

Wer in der frühen Kindheit (auch schon vorgeburtlich besteht Sensibilität!) Stress ausgesetzt ist, bei dem ist die Stressverarbeitung im späteren Leben (bis ins Jugend- und Erwachsenenalter) beeinträchtigt. Es treten vermehrt Abwehrreaktionen / Aggressivität / Gewalt sowie „Fehlverarbeitung“ im Sinne von Suchtverhalten, Abhängigkeit und geringem Selbstwertgefühl auf! Darum ist diese frühkindliche Phase so prägend wichtig, mit ihren vielen Eindrücken, „Erfolgen“, Emotionen.

In der politischen „Krippen-Diskussion“ werden die Grundbedürfnisse der Kleinstkinder (Entwicklungspsychologie!) „ausgeklammert“. Man will den „besseren Menschen“ schaffen. Im Zentrum stehen die „Bedürfnisse“ der Gesellschaft (Ideologie) bzw. der Frauen („Emanzipation“, Quote), der Wirtschaft (billige Arbeitskräfte) und der Politik (Steuergelder).

Um doch noch „für die Kinder“ (pro forma) zu sprechen, wird „frühkindliche Bildung“ als neuer Begriff eingeführt und propagiert.

Das Baby braucht den Schutzraum Familie

Die tatsächliche „Bildung“, die ein Kleinstkind braucht, ist verlässliche, vertrauens- und liebevolle frühkindliche Bindung an die engsten Bezugspersonen in der Familie! Aus der Sicherheit und Geborgenheit heraus im „Schutzraum Familie“ (natürlich sind die Verhältnisse nicht überall optimal, dahingehend müsste man Eltern schulen und auch konstruktiv unterstützen!) kann der Nachwuchs nach und nach in kleinen „Ausflügen“ die Welt erkunden. Immer wieder, bis ins Erwachsenenalter hinein, wird es die Rückversicherung und den Rückhalt des „Schutzraumes Familie“ suchen und benötigen.

Kinder ohne Schutzraum bekommen keine festen Wurzeln, keinen festen Halt. Sie suchen sich Halt – wo und wie auch immer. Die Gefahr, dass sie in den Armen „falscher Freunde“ (Missbrauch, Sex, Drogen, Alkohol) landen, ist deutlich erhöht.

Es ist für die Entwicklung wichtig, die Eltern (bzw. Mutter)-Kind-Bindung zu fördern und zu stärken. Fremdbetreuung von Kleinstkindern und Zwingen von jungen Müttern in Erwerbsarbeit ist jedoch das Gegenteil dessen! Der (gesellschaftlich gewollte) Druck, der auf Müttern lastet, schwächt das Einfühlungsvermögen und die LIEBE zueinander (Zerbruch von Ehen!).

Gelingende Beziehung braucht ZEIT –  und Kinder brechen als „zeitlose Wesen“ in unsere durchrationalisierte Welt ein. Kinder in dieses“SYSTEM“ zu zwängen, und das frühestmöglich (es geht dann weiter mit (Zwangs-)Ganztagsschule, Erfolgs- und Lerndruck, Funktions- und Arbeitsdruck- bis zum Tod) ist eine Gefährdung für die gesunde, kreative, freiheitliche Entwicklung der gesamten Menschheit!

Das Elterngeld, mit dem der Politik Kinder von Vielverdienern viel mehr Geld wert sind als die von nicht verdienenden Müttern, ist eine große Ungerechtigkeit!

Auch hierdurch wird die soziale Ungleichheit verstärkt und zementiert.

Das früher dem Mutterschaftsgeld (einkommensabhängig, 14 Wochen gezahlt) folgende Erziehungsgeld wurde „sozial“ für 2, in einigen Bundesländern über 3 Jahre in einem festen Betrag (300 Euro,  n i c h t  auf Sozialleistungen angerechnet) gezahlt:
Großverdiener bekamen es gar nicht, Menschen mit mittlerem Einkommen nur für 6 Monate und Menschen mit geringem Verdienst für 2 bzw. 3 Jahre. Das ermöglichte allen verantwortliche elterliche Sorge für die ersten Jahre.

Das vielgepriesene „Elterngeld“ war ein großer Einbruch für Familien –  und für weniger „betuchte“ Eltern eine klare Verschlechterung (nur noch ein Jahr!)  – bis dahin, dass ganz arme Eltern (Hartz 4) es gar nicht bekommen; denn es wird als „Einkommen“ den Eltern zugeschlagen, so dass weniger Hartz 4 fällig wird (nachträglich berechnet und zurückgefordert, wenn es bereits ausgegeben ist).

Babies und Kleinkinder von armen wie von reichen Eltern haben dieselben Bedürfnisse: Sie brauchen liebevolle und verlässliche Rund-um-die-Uhr-Betreuung und Fürsorge! Es ist nicht einzusehen, warum reiche Eltern dafür mehr Geld bekommen sollen als arme!

Kinder armer wie reicher Eltern haben dasselbe Grundbedürfnis nach Fürsorge durch die vertraute und geliebte Mutter! Arme wie reiche Mütter / Eltern sollten das Anrecht haben, ihre Kinder in den ersten 3 „sensiblen“ Jahren eigenverantwortlich zu betreuen!

Es ist nicht zu akzeptieren, dass Erwerbsarbeit von Frauen / Müttern  w i c h t i g e r  als das Wohl der Kleinstkinder sein soll!  Dass man die Fremdbetreuung mit tausenden Euros fördert –  und die selbst ihre Kinder betreuenden Mütter (wie es Millionen von Jahren in der Menschheitsgeschichte gewesen ist) leer ausgehen lässt!

SELBSTBESTIMMTES LEBEN hat für mich oberste Priorität!  – FREIHEIT, VERNUNFT und auch TRADITION stehen klar  v o r  Ideologie und Zwang!

Ich empfinde wie viele andere Menschen das Betreuungsgeld als positives Signal der Anerkennung und Wertschätzung an verantwortliche Eltern, die sich mit gutem Recht für die eigenverantwortliche Betreuung ihrer kleinen Kinder entscheiden (WAHLFREIHEIT).

Ich wäre dafür, das Betreuungsgeld bei hohen Familieneinkommen nicht oder abgestuft zu zahlen. Ärmere Eltern sollten nicht benachteiligt, sondern in ihrer Entscheidungsfreiheit und Elternliebe (Menschenwürde!) akzeptiert werden! Das erfordert natürlich ein gewisses Vertrauen (evtl. Bildung) in ihre Fähigkeiten – was heutzutage ein „wunder Punkt“ ist.

Es ist wichtig, mehr für die Eltern- und vor allem Mütterbildung zu tun!
Die Sorge für Haushalt und Kinder (gesunde Ernährung, Organisation, wirtschaftliches (sparsames!) Handeln und Entscheiden) wird einem nicht in die Wiege gelegt – es ist harte Arbeit! Man wächst an den Herausforderungen!

Gender Mainstreaming und „Emanzipation“ sorgen in ihrer Verachtung bzw. Negierung des Mutterseins für eine Überlastung und weitere Ungleichbehandlung der FrauenDas OPFER sind die KINDER  –  denen in dieser „modernen Zeit“ die Ganzheitlichkeit der Mutter vorenthalten wird! Aber auch die Frauen / Mütter, die sich zwischen Beruf  – „Karriere“ und Kindern – Familie quasi „zerreißen“ müssen. Um ihr Kleinstkind in die Krippe zu bringen, muss eine Mutter den angeborenen Schutzinstinkt für ihr Kinder aktiv bekämpfen und niederringen!

Familien und Kinder sind die Zukunft unsere Gesellschaft!

Diejenigen, die dort die Arbeit tun (und das sind nach wie vor zumeist die FRAUEN!) brauchen dafür ANERKENNUNG! Wichtig und zu fördern (nicht zu erzwingen!) ist auch die Partnerschaftlichkeit von Vätern und Müttern in der Verantwortung für die Kinder!
Mit freundlichen Grüßen
Almut Rosebrock, Apothekerin und Mutter, Aktionsbündnis „Gerne leben mit Kindern“, www.glmk.de

Mein Offener Brief an Gerhard Schröder und S. Gabriel zur „Herdprämie“ vom August 2012

Almut Rosebrock, Rheinblick 1, D – 53343 Wachtberg


Getränk „Bubble-Tea“ ist trendy, birgt aber Gesundheitsrisiken für Kleinkinder

Bubble-Tea hat sich zu einem Trendgetränk entwickelt, das vor allem bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt ist. Das bunte Getränk besteht aus gesüßtem grünen oder schwarzen Tee und wird mit Milch und Fruchtsirup versetzt.

Als Besonderheit werden dem Getränk Kügelchen (Bubbles) aus Stärke zugesetzt, die mit einer süßen Flüssigkeit gefüllt sind. Bubble-Tea wird mit einem breiten Strohhalm getrunken, durch den auch die Bubbles in den Mund gesaugt werden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass Bubbles in die Atemwege eindringen können. „Insbesondere bei Kindern bis zum Alter von vier Jahren besteht die Gefahr, dass sie versehentlich Fremdkörper in die Lunge verschlucken“, erklärt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Und genau das kann passieren, wenn Bubbles mit einem Strohhalm eingesaugt werden.“

Nach Einschätzung des BfR sind solche Fälle vorhersehbar. Berichte in der Presse über erste Notfälle sind vom BfR bisher nicht verifiziert, werden jedoch als plausibel eingeschätzt. Daher empfiehlt das BfR, dass beim Verkauf von Bubble Tea deutlich sichtbar auf dieses Gesundheitsrisiko hingewiesen wird.

Beim Verzehr von Bubble-Tea können die Stärkekügelchen versehentlich in die Lunge eindringen. Die Bubbles, die mit einem breiten Strohhalm eingesaugt werden, sind etwa 10 bis 15 mm groß, haben eine elastisch-weiche Konsistenz und sind mit einer Flüssigkeit gefüllt.

Werden Fremdkörper in die Lunge verschluckt, spricht man von „Aspiration“. Verschiedene Faktoren begünstigen solche Aspirationsunfälle.

Dazu gehört das Saugen mit einem Strohhalm, weil dabei durch den Unterdruck, der im Rachenraum entsteht, auch der Kehlkopfdeckel angehoben werden kann. Dadurch wird die beim Schlucken normalerweise verschlossene Luftröhre geöffnet und Flüssigkeiten oder Feststoffe können leicht in die Lunge gelangen.

Zudem ist bekannt, dass Fremdkörper, die so groß sind wie Erdnüsse, gerade von Kindern bis zum Alter von vier Jahren besonders leicht in die Lunge verschluckt werden. Die in Bubble Tea verwendeten Kügelchen haben eine ähnliche Größe.

Bislang sind dem BfR keine Aspirationsunfälle durch Bubble -Tea gemeldet worden. Allerdings werden solche Unfälle in Deutschland auch nicht systematisch erfasst. Ein gesundheitliches Risiko für Kleinkinder ist jedoch vorhersehbar.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesinstitutes für Risikobewertung vom 3.8.2012