Der Synodale Irrweg will eine andere Kirche

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die sexuellen Missbrauchsfälle sind für manche Medienleute der Hebel, um die katholische Kirche in eine an die Wünsche der „Welt“ angepasste Institution zu transformieren.

Die Mehrheit des „Synodalen Weges“ hat sich diesen Aufhänger zu eigen gemacht.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband FORUM DEUTSCHER KATHOLKEN

Bischof Rudolf Voderholzer von Regensburg hat in seiner persönlichen Erklärung vom 25.9.2019 über das Statut des „Synodalen Prozesses“ geäußert:

„Ich bin auch der Meinung, dass an der Wiege des ‚Synodalen Prozesses‘ eine Unaufrichtigkeit steht. Aus den Fällen des sexuellen Missbrauchs den Schluss zu ziehen, dass es bei der Erneuerung um die genannten Themen ‚Ehelosigkeit (der Priester), Machtmissbrauch, Frauen in der Kirche und Sexualmoral‘ gehen müsse, ist angesichts fehlender wissenschaftlicher Studien… nur als pseudowissenschaftlich anzusehen“.

Nun gibt es Medienleute wie Daniel Wirsching, die als „kritische Beobachter“ jedes Maß an Objektivität, Gerechtigkeit und Fairness fehlen lassen. Aus ihrer Kritik spricht blanker Hass gegen die katholische Kirche, die sich immer noch nicht auf das gewünschte Maß einplanieren lässt.

Wirsching wirft ihr in seinem Artikel „Die Kirche verweigert die Übernahme von Verantwortung“ (Augsburger Allgemeine Zeitung, 21.9.2021) „begangene massenhafte psychische, körperliche und sexualisierte Gewalt“ vor.

Weiter: „Der weltweite Missbrauchsskandal der katholischen Kirche ist ein Jahrhundertskandal. Er überschattet alles und führt dazu, dass die Glaubwürdigkeit dieser ‚moralischen Institution‘ und das Vertrauen in sie erodieren… solange der Missbrauchsskandal nicht unabhängig aufgearbeitet ist und spürbare Konsequenzen erfahren hat, solange wird diese Institution weder Glaubwürdigkeit noch Vertrauen (zurück-)gewinnen. Ihre Zukunft entscheidet sich am Umgang mit Missbrauchsfällen“.

Daniel Wirsching sagt kein Wort zu den Missbrauchsfällen in der evangelischen Kirche und in der Gesellschaft, d.h. in Sportvereinen, Klubs und in den Familien. Ginge es Wirsching um die Missbrauchsgeschädigten, müsste er auch dazu Stellung beziehen! Missbrauch in der Familie, z.B. durch den eigenen Vater, ist nicht weniger schwerwiegend als durch einen Priester.

Der Autor hält der katholischen Kirche im o.a. Artikel vor, „um Betroffene und Gerechtigkeit geht es allerdings kaum. Kleriker erfahren Barmherzigkeit, Betroffene können damit nicht rechnen. Sie erfahren Kälte und die Selbstgerechtigkeit einer nach wie vor einflussreichen und sehr weltlichen Institution“… „In Fulda wird auch der Kölner Kardinal Woelki predigen, Inbegriff kirchlicher Demutssimulation“.

Wer verfolgt hat, was Daniel Wirsching Kardinal Woelki in den vergangenen zwei Jahren zu Unrecht vorgeworfen hat, sollte zur Kenntnis nehmen, was Peter Henselder, Missbrauchsbetroffener, Mitglied im Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln und Fernsehprojektleiter von „For Disabled People TV Berlin“ gegenüber der Tagespost (23.9.2021) geäußert hat:

„Kardinal Woelki hat die Aufarbeitung soweit betrieben wie kein anderes Bistum, ist eigentlich der Aufklärer schlechthin… kein anderes Bistum hat das bisher gemacht. Nach der Veröffentlichung (Gercke-Gutachten) habe der Beirat Forderungen gestellt, die berücksichtigt worden seien und Zug um Zug umgesetzt würden“.

Bischof Voderholzer

Kardinal Woelki ist zusammen mit Bischof Voderholzer das geistige Haupt der Minderheitenfraktion im „Synodalen Prozess“, die den Durchmarsch zu einer „anderen Kirche“ verhindern.

Hätte Papst Franziskus Erzbischof Woelki abgesetzt, wären die glaubenstreuen Katholiken im „Synodalen Weg“ erheblich geschwächt worden. Die Wut der Kirchenveränderer ist von daher zu verstehen.

Der Stil von Medienleuten wie Daniel Wirsching erinnert an Marat, wie ihn Alphonse de Lamartine in den „Gestalten der Revolution“ (Portraits de Revolutionaires) porträtiert hat:

„Marat rächte sich an allem, was groß war… das Geniale war ihm nicht weniger verhasst als das Aristokratische. Überall, wo er etwas hervortreten oder glänzen sah, verfolgte er es wie einen Feind. Er hätte die ganze Schöpfung einebnen mögen. Die Gleichheit war sein wütendes Streben, weil die Überlegenheit sein Martyrium war. Er liebte die Revolution, weil sie alles bis in seine Reichweite erniedrigte.“

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Tagung über christliche Existenz unter Hammer und Sichel in Südosteuropa

Von Stefan P. Teppert

Zum dritten Mal widmete sich in diesem Jahr eine Tagung des St. Gerhardswerks in Stuttgart der Geschichte der katholischen Kirche in Südosteuropa.

Während die beiden Vorgänger-Tagungen sich auf die Zwischenkriegszeit konzentriert und Aufbruchsbewegungen sowie Antworten auf den Fortschritt und gesellschaftliche Herausforderungen thematisiert hatten, wurde diesmal die Situation der Kirche in Ungarn, Jugoslawien und Rumänien von 1944/45 bis ca. 1950, also unter kommunistischen Diktaturen vergleichend untersucht.

Wie in den Jahren zuvor leitete Prof. Dr. Dr. Rainer Bendel (siehe Foto) auch die Vorträge und Diskussionen am 17. Juli 2021 im „Weltzentrum der Donauschwaben“ in Sindelfingen.

Als Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft katholischer Vertriebenenorganisationen (AKVO), Lehrbeauftragter für Kirchengeschichte an der Universität Hohenheim und Vorsitzender des Instituts für Kirchen- und Kulturgeschichte der Deutschen in Ostmittel- und Südosteuropa, hatte er das Programm wieder konzipiert und als Kooperationsveranstaltung des St. Gerhardswerks mit dem Verein Haus der Donauschwaben ermöglicht.

Einleitend plädierte Bendel dafür, das Thema so offen wie möglich zu halten, ohne weltanschauliche Prämissen wie die metaphysische Einordnung und Kategorisierung nach Wesensmerkmalen bis in die 70-er Jahre.

Heute stelle sich die Frage, ob auch andere Ebenen der erschließenden Betrachtung Erkenntnisgewinn versprechen, etwa mit Blick auf die Alltagssituation der Menschen, auf lokale Bereiche, Einzelschicksale und allmähliche Entwicklungen.

Es gehe lediglich um Sonden in das weite Themenfeld, nicht um eine erschöpfende Behandlung.

Eine erste Schneise schlug aus der Perspektive der katholischen Kirche im jugoslawischen Sozialismus der 1966 geborene Prof. Dr. Aleksandar Jakir (siehe Foto), der seit 2007 Zeitgeschichte lehrt an der Abteilung für Geschichte der Philosophischen Fakultät der Universität Split (Kroatien).

Bei der Machteroberung der jugoslawischen Kommunisten habe in einem hasserfüllten Abrechnungsfuror die exzessive Gewalt mit ca. 80.000 Todesopfern bei Kriegsende ein exorbitantes Ausmaß erreicht, wobei der Terror als Revolution zur Überwindung der bürgerlichen Klassengesellschaft legitimiert wurde.

Wie in anderen kommunistischen Staaten führte auch in Jugoslawien ein Polizei- und Geheimdienst nach sowjetischem Vorbild im Dienst der Partei Listen derjenigen, die es zu liquidieren galt, vor allem Vertreter der Intelligenz, Bourgeoisie, Industriellen, reichen Landbesitzer und Kulaken, aber auch der Kirchen.

Religion wurde als falsches Bewusstsein und ideologische Waffe der Ausbeuter begriffen und zur Privatsache des Einzelnen degradiert. In der katholischen Kirche sah das neue Regime unter Marschall Tito einen der stärksten Pfeiler der reaktionären Kräfte, von Anfang an war das Verhältnis zu ihr durch offene Feindseligkeit geprägt, obwohl sich gegen die Gewaltpolitik des Ustaša-Regimes kirchlicher Protest erhoben hatte und Widerstand auch aus den Reihen der Kleriker unterstützt worden war.

Dennoch entzog der Staat der Kirche zentrale Instrumente ihres sozialen Einflusses, verbot Kirchenpresse und katholische Organisationen, schloss Schulen und Lehranstalten, konfiszierte einen Großteil kirchlichen Bodens und andere Besitztümer, besteuerte Priester übermäßig und behinderte sogar karitativ-humanitäre Institutionen. Zahlreiche Priester waren schon während des Krieges interniert und getötet worden, nicht wenige aber auch im Terror der Nachkriegszeit, insgesamt wurden über 180 Geistliche ermordet. Verhaftungen katholischer Kleriker fanden in den 50-er Jahren unausgesetzt statt.

Am 17. Dezember 1952 brach Jugoslawien sogar seine Beziehungen zum Heiligen Stuhl ab, nachdem Papst Pius XII. den Zagreber Erzbischof Alojzije Stepinac in den Kardinalsrang erhoben hatte. Mit der Verurteilung von Stepinac, der eine konsequent antikommunistische Haltung einnahm, zu 15 Jahren Haft wollte die KP ein Exempel statuieren.

Ohne Gewalt, Terror und Unterdrückung, die sie als legitime Mittel der Politik begriff, hätte die KP weder die Macht erobert noch sie bewahren können. Erst ab Mitte der 50-er Jahre, als Jugoslawien mit dem Stalinismus bereits gebrochen hatte und sich dem Westen annäherte, endete die Zeit der akuten Verfolgung und nahm langsam die Konzessionsbereitschaft gegenüber der Kirche zu. Nach der „Konfrontation“ begann eine Phase der „Koexistenz“, wie Jakir den Titel seines Referats formuliert hatte.

Robert Pech M.A. (siehe Foto) aus Leipzig verdeutlichte „Seelsorge unter kommunistisch-revolutionären Bedingungen“ am Fallbeispiel des 1914 in Filipowa in der Batschka geborenen Jesuitenpaters Wendelin Gruber, der nach seiner Priesterweihe in Rom am erzbischöflichen humanistischen Gymnasium in Zagreb Sprachen lehrte, bevor er Anfang 1946 illegal in verschiedene Internierungslager der Woiwodina ging, wo seine deutschen Landsleute massenhaft an Hunger und Krankheiten starben. Er betreute sie pastoral, organisierte Arznei- und Lebensmittel und verhalf ihnen zur Flucht, ständig in Gefahr, verhaftet zu werden.

Tatsächlich wurde Gruber 1948 zu 14 Jahren Zuchthaus und Zwangsarbeit verurteilt. Sein Lagertagebuch wurde dabei konfisziert. Auf Betreiben Konrad Adenauers wurde er Ende 1955 begnadigt und nach Deutschland abgeschoben. Pech stellte einen kurzen Lebenslauf Grubers an den Beginn seines Vortrags und ordnete den Quellenwert des Buches „In den Fängen des roten Drachen“, das Gruber nachträglich in Deutschland aus der Erinnerung und mit Hilfe von Fachliteratur und Zeitungen über seine Aufenthalte in den Vernichtungslagern, seinen Prozess und seine Gefangenschaft schrieb, als „Mischung aus Erlebtem und Fiktion“ ein.

Die Ursprungsversion mit breitem Akzent auf dem Autobiografischen und dem Verfall christlicher Werte bei der heranwachsenden Jugend sei aber durch Streichungen im gedruckten Text von 1986 auf die Darstellung der Leiden der Jugoslawiendeutschen reduziert worden.

Nach einer Darstellung der politischen Rahmenbedingungen während des revolutionären Terrors der jugoslawischen Kommunisten ging Pech auf Grubers selbstlosen Einsatz in den Lagern ein und kam zu dem Resümee, dass Grubers Erinnerungen eine Anklageschrift gegen den Umgang des jugoslawischen Staats mit der deutschen Minderheit seien. Gruber habe sich zusammen mit seinen Landsleuten als Opfer einer gottlosen, gewalttätigen Diktatur gefühlt, seine Erlebnisse in den Lagern ließen ihn das Schicksal der deutschen Minderheiten im Südosten vor allem als religiösen Konflikt deuten.

Die Diktion des Antikommunismus präge sein antipodisches Denken und seine Sprache zwischen christlichem Abendland und kommunistischem Ostblock, die auf historische und psychologische Einordnungen verzichte und daher für den Historiker in dieser Ausschließlichkeit nicht haltbar sei.

Doch angesichts des nach wie vor eingeschränkten Zugangs zu den Akten des Belgrader Innenministeriums müssten die Aussagen der Historiker über Pläne, Ziele und Maßnahmen der jugoslawisch-kommunistischen Bevölkerungs- und Nationalitätenpolitik unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch vorläufig bleiben.

Dr. Gábor Bánkuti war über Videokonferenz aus Pécs/Fünfkirchen zugeschaltet, wo er an der Fakultät für Neuere Geschichte Universitätsdozent ist. Er arbeitete in seinem Vortrag die Ähnlichkeiten und Unterschiede heraus, die in „Programm und Wirkung der kommunistischen Kirchenpolitik in Ungarn und in Rumänien zwischen 1945 und 1950“ bestanden.

BILD: Dr. Gábor Bánkuti (rechts oben)Dr. Andor Lénár (links oben) – Prof. Dr. Rainer Bendel (unten)

Zunächst zeigte er an Hand von Schaubildern den Anteil der Nationalitäten wie auch der Konfessionen während der Zwischenkriegszeit nicht nur in Ungarn und Rumänien, sondern auch die besondere Situation in den ehemals ungarischen, durch Gebietsabtretungen (Trianon) an Rumänien verlorenen Gebieten (Nationalitäten in Ungarn:

89,6 % Ungarn, 6,9 % Deutsche, Konfessionen: 64 % röm.-kath., 21 % calv., 6,2 % ev.; Nat. in Rumänien: 71 % Rumänen, 4.1 % Deutsche, Konf.: 72,6 % griech.-orth., 7,9 % griech.-kath., 6,8 % röm.-kath.; Nat. in den ehem. ung. Gebieten in Rumänien: 58,3 % Rumänen, 29,7 % Ungarn, 9,8 % Deutsche, Konf.: 35 % griech.-orth., 25 % griech.-kath., 17 % röm.-kath.)

Hl. Gerhard

Bánkuti machte dann die staatlichen Maßnahmen des kommunistischen Regimes in Ungarn namhaft, beginnend im März 1945 mit der Enteignung kirchlichen Grundbesitzes ohne Entschädigung über die Auflösung des kirchlichen Schulwesens sowie der katholischen Vereine, dann 1948/49 die Verhaftung Kardinal Mindszentys mit nachfolgendem Schauprozess bis Mai 1952 mit der Einrichtung des Staatlichen Amtes für Kirchliche Angelegenheiten sowie dem forcierten Amtseid der Bischöfe auf die neue Verfassung der Volksrepublik.

Ebenso nannte Bánkuti die Reihe der Maßnahmen gegen die Kirche in Rumänien von 1948 bis 1950, zu denen die Verstaatlichung aller privaten und kirchlichen Schulen sowie die Aussiedlung und Zwangsumsiedlung aller Ordensmitglieder in Klöstern gehörte.

BILD: Der hl. Gerhard ist Namensträger des St.-Gerhardswerks

Die Konfessionen konnten ihre Tätigkeit nur noch mit staatlicher Erlaubnis ausüben. Die griechisch-katholische Kirche wurde im Oktober 1948 aufgelöst, am 1. August 1949 wurden 15 von damals 25 katholischen Orden verboten. Nur noch je zwei Diözesen lateinischen und griechischen Rituals waren erlaubt.

Dr. Andor Lénár, der seine Dissertation an der Eötvös-Loránd-Universität Budapest über den Vacer Bischof Árpád Hanauer geschrieben hat, war aus der ungarischen Hauptstadt zugeschaltet. Sein Thema war die Tätigkeit von József Pétery (1890 – 1967), des Bischofs von Vác (Waitzen), im Schatten der kommunistischen Diktatur. In der Zeit der kurzen Koalitionsphase (1945 – 1948) lösten die von der Sowjetunion beeinflussten Kommunisten die ungarischen demokratischen Institutionen Schritt für Schritt auf.

Die bürgerlichen Parteien wurden zerschlagen, ihre Leiter entweder verhaftet oder ins Exil gezwungen. Schließlich ergriffen die Kommunisten 1948 völlig die politische Macht. So entstand das Rákosi-System, die ungarische Version der stalinistischen Diktatur.

Begleitet von zahlreichen interessanten Fotos und Dokumenten, auch aus dem Archiv der ehemaligen ungarischen Staatssicherheitsdienste, stellte der Referent Werdegang und Leben Péterys dar, der 25 Jahre lang im Dienst der Priesterausbildung und der Gläubigen in Eger stand, dann 1939 Pfarrer in der Kathedrale von Eger und schließlich 1942 Bischof in Vác/Waitzen wurde. Pétery hatte schon 1919 vor Chaos und Anarchie des Kommunismus gewarnt, den er als das „Rote Gespenst“ bezeichnete.

Seine Bemühungen um eine Reform der theologischen Ausbildung in Ungarn und seine wissenschaftliche Tätigkeit machten ihn landesweit bekannt. Die Protestbriefe, die Pétery ab 1946 an die unterschiedlichen Ministerien richtete, beweisen, so Lénár, „dass er wirklich alles tat, was möglich war, seine unschuldig verhafteten Priester zu befreien“. Er geriet ins Fadenkreuz der Staatssicherheit, wurde verhört und gezwungen, ein konstruiertes Protokoll zu unterschreiben.

Als 1950 die Friedensbewegung der katholischen Priester gegründet wurde, war Pétery der einzige unter den Mitgliedern der ungarischen Bischofskonferenz, der die Teilnahme an der Gründungsversammlung für die Priester seiner Diözese eindeutig verbot. Pétery wurde daraufhin in der Presse als „Agent des Imperialismus“ und „Kriegshetzer“ angeprangert. Sein Widerstand mündete in Hausarrest und Psychoterror, später zusammen mit anderen Geistlichen in die Verbannung nach Hejce, wo er bis zu seinem Tod 1967 interniert blieb.

An József Péterys Schicksal können die wechselvollen Methoden des kommunistischen Terrors untersucht werden, mit denen die stalinistische Parteiführung die katholische Kirche als ihren größten ideologischen Feind zu vernichten suchte. Pétery habe sich durch seine kompromisslose Haltung und Standhaftigkeit in schwerer Zeit und durch seine mit Geduld und tiefer Spiritualität ertragene Internierung als würdig erwiesen, schloss Lénár seinen Vortrag, dass die Nachwelt sein Andenken in Ehren bewahrt.

Kardinal Mindszenty und Bischof Pétery sei die Gnade der „heiligen Heldenhaftigkeit“ gegeben worden, damit sie auf ihre Art tapfer für die christlichen Werte einstanden.

Dr. Katalin Gajdos-Frank (siehe Foto) war aus der ungarischen Hauptstadt angereist. Ihr Forschungsthema ist die deutsche Minderheit in Ost- und Mitteleuropa im 20. Jahrhundert. Seit 2011 leitet sie das Jakob-Bleyer-Heimatmuseum in Budaörs, das unter den besten sechs Museen Ungarns rangiert, ist ungarndeutsche Abgeordnete in der Deutschen Selbstverwaltung, gehört seit 2014 dem Vorstand der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen an und ist seit 2019 Mitglied des Stiftungsrates der Deutschen Schule Budapest.

Ihr Thema war „Die Rolle der katholischen Kirche in Ungarn 1944/45 – 1950 am Beispiel der Ungarndeutschen“.

Die katholische Kirche sei seit der Ansiedlung der Ungarndeutschen die Institution gewesen, die den Rahmen für die gesellschaftlichen Normen vorgab und für die Ungarndeutschen eine ungebrochene Kontinuität sicherte. Der katholische Glaube war ein wichtiges Element der ethnischen Identität und diente zur Aufrechterhaltung des schwäbischen Selbstbewusstseins bis 1944.

Danach jedoch haben die gesellschaftlichen und politischen Hindernisse das Leben der Ungarndeutschen völlig verändert, zumal nicht nur die Ungarndeutschen, sondern auch Geistliche entrechtet, enteignet und zu Feinden der neuen kommunistischen Ordnung gemacht wurden. Bei den Maßnahmen zur Sowjetisierung spielte der ungarische Staatssicherheitsdienst eine entscheidende Rolle.

Ab Dezember 1945 wurde das ganze Ungarndeutschtum mit Zwangsarbeit, Deportation in die Sowjetunion, Enteignung und Vertreibung kollektiv bestraft. Für die in Ungarn gebliebenen Schwaben diente der Glaube, die katholische Religion nach 1944 als Überlebensstrategie: die Ungarndeutschen durften ihre Muttersprache nicht benutzen, Deutschsein war nicht mehr positiv, und so blieb die Kirche die einzige Institution, die alle Mitglieder der Gruppe verband.

Der katholische Glaube spendete nach 1944 auch für die verschleppten, internierten und vertriebenen Ungarndeutschen Halt und Zuversicht. Die Referentin betonte die identitätsstiftende, Kirche und Heimat verbindende, Begegnungen schaffende Bedeutung der Wallfahrten, etwa der Gelöbniswallfahrt nach Altötting.

Nach Auflösung ihrer Dorf- und Kirchengemeinschaften blieb für sie Glaube und Kirche „Heimat” – in Ungarn, in Deutschland und auch in der Gefangenschaft. Zusammenfassend sagte Gajdos-Frank, dass die katholische Kirche der deutschen Minderheit in Ungarn in den Jahren ihrer schlimmsten Diskriminierung 1944 bis 1950 nach Kräften half und besonders in der Nachkriegszeit ein stabilisierender Faktor war.

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Offener Brief an Bischof Gerber über den KFD-„Predigerinnen-Gottesdienst“ in Fulda

Der katholische Familienvater und Lebensrechtler Hartmut Kullmann (siehe Foto) hat uns erlaubt, seinen offenen Brief an den Fuldaer Bischof Gerber und weitere Geistliche dieser Stadt zu veröffentlichen:

Als gebürtiger Fuldaer habe ich auch heute noch Verbindungen in meine alte Heimat. So erfuhr ich auch von dem „Predigerinnen-gottesdienst der KFD (Kath. Frauenbund Deutschlands) in der Fuldaer Stadtpfarrkirche“.

Die Ausbildung von Frauen zu Predigerinnen geht wohl auf einen Beschluss der Bischofskonferenz zurück. Vom Ansatz her unverfänglich, wenn er für „Wort-Gottes-Feiern“ und für „Andachten“ vorgesehen war.

Bedenklich ist mir sowohl die Wortwahl „Predigerinnengottesdienst“ wie auch des genannten Trägers „KFD“. Selbst Heilige Messen werden heutzutage „Gottesdienste“ genannt. Daher weiss man im Einzelfall nicht, ob es sich bei dem etwas verwirrenden Begriff „Gottesdienst“ um eine Wort-Gottes-Feier, eine Andacht oder um eine Heilige Messe handelt. Und die KFD zählt zu jenen, die das Amtspriestertum für Frauen fordern.

Sie wissen als Theologen, dass Frauen nach der Ordnung unserer Mutter Kirche keine Priester werden können. Wenn es sich bei dem sogenannten „Predigerinnengottesdienst der KFD“ um eine Heilige Messe mit Fürbitten und Predigt für die Zulassung des Frauenpriestertums und/oder für die Zulassung der Frauen als „Diakoninnen“ handeln sollte, dann ist dies ein Verstoß gegen unsere kirchliche Ordnung. Sollten Sie dies zulassen, sind Sie ungehorsam gegenüber Rom.

Auch wir Laien sehen, dass die Römisch-Katholische Kirche in Deutschland vor dem „Zweiten Schisma“ steht. Der klerikale Missbrauch Einzelner wurde von den innerkirchlichen Veränderern und Verfälschern des Glaubens dazu benutzt, um ihre Forderungen gegenüber weichen Hirten zu erheben.

Jetzt haben wir eine Situation, an der auch die Abstimmungen in der Kath. Bischofskonferenz Deutschlands nicht unschuldig sind.

Uns Laien ist sowohl CHRISTUS DOMINUS vom 28.10.1965 als auch die kirchenrechtliche Regelung nach dem CIC von 1983 bekannt. Wären umstrittene Beschlüsse der Bischofskonferenz in Deutschland anders ausgefallen, wenn die Weihbischöfe kein Stimmrecht gehabt hätten? Wir registrieren eine innerkirchliche Unterwanderung.

Sollte es zu einem Schisma kommen, dann werde ich weiterhin der Römisch-Katholischen Weltkirche angehören. Die Schismatiker werden sich aber einmal vor dem Richterstuhl unseres Herrn dafür verantworten müssen.

In ernster Sorge
Hartmut Kullmann


Der „Synodale Prozess“ als Ereignis im Vergleich mit der Französischen Revolution

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die drei ersten Tage des „Synodalen Weges“ vom 30. Januar bis 1. Februar 2020 in Frankfurt brachten Weichenstellungen, die eine „andere Kirche“ zum Ziel haben.

Es ging nicht um Neuevangelisierung oder ein vertieftes Verständnis unseres Glaubens. Mit der Zustimmung von 87 % der abstimmungsberechtigten Mitglieder können bei den weiteren Beratungen auch Beschlussvorlagen, die sich gegen die Lehre der Kirche richten, aufgegriffen und abgestimmt werden. Das ist ein revolutionärer Schritt!

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Wie sich die „Revolutionäre“ dieser kirchlichen Versammlung weiter verhalten werden, nachdem Papst Franziskus mit seinem nachapostolischen Schreiben zur Amanzonassynode die ausgesprochenen Ziele: Lockerung des Zölibats für Priester, Frauenpriestertum etc. durchkreuzt hat, bleibt eine spannende Frage. Die ersten Reaktionen der „Reformer“ reichen von Enttäuschung und Wut bis zu „jetzt erst recht“.

Wie Revolutionen ablaufen – die Mehrheit der Synodalteilnehmer agiert wie ein politisches Gremium – kann man an historischen Beispielen studieren, insbesondere am großen Vorbild, d.h. an der Französischen Revolution von 1789.

In Frankreich wurden von Ludwig XVI. die sogenannten „Generalstände“ (Adel, Geistlichkeit, Dritter Stand) einberufen. Der Staat war zahlungsunfähig geworden.

Der Auftrag an die Generalstände war, die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen. Vor dem Zusammentreten der Generalstände wurden im ganzen Land heftige emotionale Diskussionen geführt, bei denen es weniger um den eigentlichen Auftrag, sondern vielmehr um die künftige Machtaufteilung im Staat ging. Das weitverbreitete Flugblatt von Abbé Sieyes stellte die Frage: „Was ist der Dritte Stand“? und beantwortete sie mit: „Bisher war er nichts, in Zukunft wird er alles sein“!

Vor Beginn des „Synodalen Weges“ wurden im ZdK und in den katholischen Frauenverbänden, bei Maria 2.0 und im BDKJ ebenfalls heftig gegen die Lehre der katholischen Kirche (Zölibat, die Priesterweihe von Frauen), mit dem Rückenwind der Medien, polemisiert und die eigenen Forderungen deutlich genannt: Es ging darum, mit dem Synodalen Weg „eine Kirche zu schaffen, nachdem nichts mehr so sein wird, wie es war“, merkte ein Bischof an.

Am 5. Mai 1789 trafen sich die französischen Abgeordneten zu ihrer ersten Sitzung; sie befassten sich nicht mit ihrem Auftrag, die Staatsfinanzen zu sanieren, sondern mit der Neuaufteilung der Macht im Staat, d.h. mit der Verfassung.

Die Mehrheit der Synodenvertreter in Frankfurt griffen nicht das auf, was ihnen Papst Franziskus in seinem Schreiben an das „pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ aufgetragen hatte. Das konnte angesichts des desaströsen Zustandes des Glaubenswissens und der Glaubenspraxis nur die Glaubensvertiefung und Neuevangelisierung sein. In Frankfurt ging es aber um die Weichenstellungen, mit den vorher deutlich artikulierten Forderungen eine neue Kirche zu etablieren.

Die französische Versammlung umfasste 1214 Teilnehmer (Klerus 305, Adel 285, Dritter Stand 621). Nach der bisherigen Ordnung saßen die drei Stände in getrennten Räumen. Damit die Beschlüsse Geltung erlangten, mussten sie in allen drei Ständen die Mehrheit haben.

Der Dritte Stand verlangte nun gemeinsame Sitzungen in einem Raum. Damit wäre ihnen mit 621 Abgeordneten immer die Mehrheit gesichert gewesen. Der Streit in dieser Frage dauerte acht Wochen. Am 17. Juni 1789 verabschiedete der Dritte Stand eine Resolution und erklärte sich zur Nationalversammlung, das heißt zur Vertretung der französischen Nation. Das war ein revolutionärer Akt, der alle Standesunterschiede beseitigte.

Die Organisatoren des ZdK verlangten, dass die Laien auf „gleicher Augenhöhe“ mit den Bischöfen und Klerikern stehen müssten. Dabei ging es nicht um die selbstverständlich gleiche Würde, sondern um die Mitbestimmung in allen Fragen, die anstehen, obwohl das Zweite Vatikanische Konzil bekräftigt hat, dass die Bischöfe und die Weltchristen ganz unterschiedliche Aufgaben und Kompetenzen in Kirche bzw. Gesellschaft haben.

Die Bischöfe haben die ZdK-Forderung hingenommen. Das ist ein eigenartiges Selbstverständnis. Das „Genossentum“ ging sogar einen Schritt weiter. Es wurde der Antrag gestellt, Rangunterschiede und Titel aufzugeben. Alle sollten sich nur mit dem Nachnamen ansprechen. Selbst ein solcher Antrag bekam eine stattliche Anzahl von Stimmen.

Am 23. Juni berief Ludwig XVI. alle Stände zusammen und ordnete weiterhin getrennte Sitzungen an. Aber der König hatte schon zulange gezögert. Am 24. Juni schlossen sich über die Hälfte des geistlichen Standes und 47 Adelige dem Dritten Stand an. Schon vorher waren Adelige wie Graf Mirabeau oder Geistliche wie Abbé Sieyes Wortführer des Dritten Standes geworden. Der König musste nachgeben.

Wir können Ähnliches bei Bischöfen und Pfarrern feststellen, die sich zu Sprechern radikaler Laienforderungen machen, z.B. zu den Zielen von Maria 2.0 oder der Segnung homosexueller Paare etc..

Der weitere Ablauf der französischen Revolution ist bekannt. Die Nationalversammlung griff immer stärker in die Rechte der Kirche ein.

So wurde am 4. August 1789 der Kirchenzehnt („Kirchensteuer“) abgeschafft. Der Kirche wurde der Landbesitz weggenommen. Die Nationalversammlung blieb aber nicht bei der Trennung von Kirche und Staat stehen. Sie versuchte vielmehr, 1790 eine Staatskirche einzurichten mit vollständiger Kontrolle über sie. Die Pfarrer wurden zum Treueid gezwungen. Zwei Drittel aller Pfarrer und sämtliche Bischöfe –  außer sieben – verweigerten den Treueid.

Im weiteren Verlauf wurde der König abgesetzt und hingerichtet. Die radikale Minderheit der Jakobiner terrorisierte die gemäßigte Mehrheit. Am Ende spalteten sich selbst die Jakobiner und es entstand das Terrorregime.

Es bleibt abzuwarten, wie nach den Weichenstellungen von Frankfurt der „Synodale Prozess“ weitergehen wird.


Bistum Rottenburg: 22 Ermittlungsverfahren gegen katholische Priester eingestellt

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Die Staatsanwaltschaft (StA) Tübingen hat 22 Ermittlungsverfahren gegen Geistliche des Bistums Rottenburg-Stuttgart wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs eingestellt.
Dabei handelte es sich um 22 Akten, die zuvor überwiegend Gegenstand der Aufarbeitung durch die kirchlich-diözesan Kommission „sexueller Missbrauch“ waren.
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Die süddeutsche Diözese habe alle wichtigen Akten übergegen und volle Kooperationsbereitschaft signalisiert, lobte die StA das Verhalten des bischöflichen Ordinariats. Die Auswertung der Akten habe ergeben, dass in keinem Fall ein strafrechtlich verfolgbares Verhalten gegeben sei.
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Im Oktober hatten sechs Juristen in allen deutschen Bistümern Strafanzeigen wegen Missbrauch gestellt. Für Rottenburg-Stuttgart wurden nun sämtliche Ermittlungen eingestellt.
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Warum die Thesen von Prof. Schockenhoff theologisch in die Irre führen

Von Rainer Kochinke

Die Thesen des Vortrags von Prof. Eberhard Schockenhoff bei der Frühjahrsvollversammlung der DBK lesen sich streckenweise wie ein Glaubensbekenntnis des zeitgenössischen Hedonismus.

Er fordert die Kirche zu einem radikalen Bruch mit der noch geltenden Lehre zur Sexualmoral auf. Auf den Seiten 6 und 7 verlangt er, die Kirche solle sich insbesondere die Kategorien des Luststrebens und Lustgewinns, des sexuellen Verlangens als anzuerkennende Prinzipien der sexuellen Partnerschaft zu eigen machen und in einem beliebigen Kontext aufwerten.

Die von Schockenhoff bemühte „Lebenswirklichkeit“ zeigt aber, dass die von ihm empfohlenen Kategorien ohnehin schon bei der großen Masse der Taufschein-Katholiken in der Lebensführung umgesetzt werden. Und die zweite Hälfte dieser Lebenswirklichkeit sind die katastrophalen Auswirkungen dieses von der kirchlichen Ethik losgelösten Sexualverhaltens.

Sexuelles Verlangen und Begehren sind ihrer Natur nach kurzlebig und können rasch den Adressaten wechseln. Das bewusste Streben nach Lustgewinn macht nicht nur egoistisch und rücksichtslos, sondern nutzt sich ab und verlangt nach Steigerung der auslösenden Reize.  Pädosex und Pornographie gedeihen auf diesem Nährboden.

Um aus diesem Teufelskreis ausbrechen zu können, bedarf es der Orientierung an der von der Kirche gelehrten göttlichen Schöpfungsordnung, in der auch die Beziehung der Ehegatten von einer keuschen Liebe getragen wird. Das bedeutet, dass die geistig-seelische Dimension der Partnerschaft, also das, was jenseits der körperlichen Attraktivität vom Willen gelenkt Beständigkeitscharakter hat, den Vorrang vor der leiblichen Komponente haben muss und somit die sexuelle Lusterfahrung nicht mehr und nicht weniger als eine sinnvolle Begleit-erscheinung der liebenden Hingabe ist.

Bei Schockenhoff kommt der Begriff „Keuschheit“ nicht vor, also das Schlüsselwort für das Gelingen einer beständigen und krisenfesten Partnerschaft, die nicht von der schwankenden Attraktivität des Partners abhängt.

Statt dessen liefern seine Thesen die Menschen gerade jenen Verhaltensweisen aus, die letztlich für das Elend der betrogenen Ehegatten, der Scheidungswaisen, der alleinerziehenden Mütter und der Patchworkfamilien verantwortlich sind.

Wie kann man angesichts der Tragödien einseitig erotisch geprägter Beziehungen, die rasch aufflammen, ebenso rasch verglühen und zu Asche werden, die Augen verschließen?

Prof. Schockenhoff zieht angebliche neuere Erkenntnisse der Humanwissenschaften, die oft genug nach wenigen Jahrzehnten ihre Irrtümer eingeräumt und durch neue Fragwürdigkeiten ersetzt haben, der geltenden kirchlichen Lehre vor.

Er beruft sich dabei auf die Meinung einer „gegenwärtigen theologischen Ethik“ und unterstellt, dass Gottes Geist die Kirche durch 2000 Jahre im Stich bzw. im Irrtum verharren ließ.

Der Theologe tritt nun als der Befreier von den „normativen Fesseln der traditionellen Sexualmoral“ auf (S. 6) und diffamiert dadurch die bisherige Orientierung an der geoffenbarten göttlichen Schöpfungsordnung als schädliche Beschneidung der Freiheit und der Lebensqualität.

Deshalb lässt er auch das traditionsgemäße Offenbarungsverständnis nicht gelten. Folgerichtig wird Gottes Gebot keine absolute, sondern nur eine relative Verbindlichkeit zugebilligt.

Dazu verwendet er den Taschenspielertrick, man solle bei der katholischen Ehelehre nicht von „Alleingeltung“, sondern von „Höchstgeltung“ reden. Um besser gegen den kirchlichen Standpunkt polemisieren zu können, entstellt er die tatsächliche Lehre der Kirche und baut auf Seite 6 einen Popanz auf.

So stellt er das Eheleben mit NER oder im unfruchtbaren Alter als von der Kirche unerlaubt dar, was den Tatsachen nicht entspricht. Aber im Gegensatz zu den tatsächlichen und den von ihm konstruierten Einschränkungen fordert er die Bischöfe auf, die aus seiner Sicht „positiven Gestaltungsmöglichkeiten der Bedürfnisfülle menschlicher Sexualität“  zu bejahen, das heißt wohl im Klartext, kirchlich beinahe alles abzusegnen, was bisher als sexuelle Verfehlung und schwere Sünde galt.

In nächster Zeit wird es sich ergeben, ob jetzt die auf progressiv getrimmten „engagierten Katholiken“ Deutschlands im Laien- und Klerikerstand bereit sind, Schockenhoffs Forderungen zu übernehmen und sich damit gleich den Lemmingen in den theologischen Abgrund zu stürzen.

Unser Gast-Autor Rainer Kochinke ist Religionspädagoge und wohnt in Rheine (Westfalen)


Wie und warum das Beichtsiegel die Gläubigen vor seelsorglichem Missbrauch schützt

Von Felizitas Küble

In der Öffentlichkeit wird viel über sexuellen Missbrauch diskutiert, doch für das Seelenleben vieler Menschen ist auch der geistliche Missbrauch äußerst verstörend und führt oft zu jahrelangen psychischen Problemen, nicht selten auch zu einer Abwendung vom Glauben.

Mir ist dies durch Gespräche mit Betroffenen seit Jahrzehnten bekannt.

Vor allem in sektiererischen und schwarmgeistigen Gruppierungen ist die Gefahr des religiösen Machtmissbrauchs groß, inbesondere dann, wenn sich eine charismatische Gründer- oder Führergestalt (sie kann auch weiblich sein) als besonders gottbegnadet präsentiert und von seinen Anhängern strikten Gehorsam verlangt.

Oft ist diese „Forderung“ nicht einmal nötig, weil sich die leichtgläubigen Schäflein von sich aus um ihren selbsternannten „Propheten“ scharen usw….

BILD: Der hl. Johannes Nepomuk  – hier seine Statue am Aasee in Münster – starb für das Beichtgeheimnis

Ein wirksamer Schutz vor geistlichem Missbrauch ist natürlich das Beichtsiegel, das für katholische Priester so strikt gilt, daß selbst der Papst einen Geistlichen nicht davon dispensieren (befreien) kann, auch nicht in einem Falle, in dem er sonst  – etwa in einer Diktatur – den Tod erleidet.

Allein das Beichtkind selber kann den Priester von seiner absoluten Schweigepflicht entbinden.

Allerdings ist nicht allen Katholiken klar, wie es um einige Einzelheiten steht, die mit dem Beichtsiegel verbunden sind.

Daher seien zwei wichtige Punkte erwähnt, die zum Schutz des Gläubigen vor spirituellem Missbrauch gehören:

  1. Vor Jahrzehnten berichtete mir eine Mitarbeiterin unseres Verlags folgendes: Ein Ordenspriester sagte ihr, sie möge sich bei der eigentlichen Beichte strikt auf das Sündenbekenntnis beschränken. Alle weiteren Themen und Fragen – etwa zu ihrem geistlichen Leben – möge sie nach Ablauf des Bußsakramentes mit ihm erörtern.  – Die junge Frau hielt sich leider an diese Aufforderung. Die Folge war, daß dieser Kleriker mit anderen Personen aus seiner geistlichen Gemeinschaft darüber sprach, denn sie hörte später von diesen Leuten entsprechende  Anmerkugnen. Da sie über gewisse innere Schwierigkeiten nur mit ihm gesprochen hatte, war klar, daß er ihr Vertrauen verletzt hatte.  Nun hat der Kleriker natürlich das eigentliche Beichtsiegel nicht verletzt, da es sich um Äußerungen n a c h  der Beichte handelte,  a b e r  er hat das Seelsorgsgeheimnis nicht eingehalten, das man auch als „Berufsgeheimnis“ (ähnlich der ärztlichen Schweigepflicht) bezeichnen könnte.  – Daher sei hiermit davor gewarnt, einer solchen Bitte nachzukommen, zwischen eigentlicher Beichte und „geistlichem Gespräch“ zu unterscheiden. Etwas anderes ist es, wenn der Gläubige von sich aus solch eine Trennung wünscht, aber auch dann sollte er sich vergewissern, ob der Priester wirklich vertrauenswürdig ist.
  2. Vor etwa 12 Jahren sagte mir ein Kaplan eher beiläufig, als wir uns über das Thema „geistliche Begleitung“ unterhielten, er halte es nicht für hilfreich, wenn Gläubige ihre Fragen und Erörterungen ins Beichtgespräch „reinpacken“, statt mit ihm außerhalb des Bußsakramentes darüber zu sprechen. Auf meine Rückfrage, warum er dies denn nicht so gut fände, antwortete er: Für die geistliche Leitung sei es bisweilen besser, wenn man auf das früher schon Besprochene später gegenüber dem Gläubigen „zurückgreifen“ könne. – Ich ahnte zwar, was er meinte,  erkundigte mich dann aber genauer über die kirchlichen Vorschriften. Es geht hierbei um folgendes: Dem Priester ist es strikt verboten, außerhalb der Beichte in irgendeiner Weise – und seien es nur Andeutungen – auf Inhalte zurückzukommen, die ihm zuvor von dem/der Betreffenden gebeichtet worden waren. Der Geistliche ist also nicht nur gegenüber anderen Personen zum Stillschweigen verpflichtet, sondern auch gegenüber dem Beichtkind selber. Nur dieses kann ihn hiervon entbinden und ihm erlauben, außerhalb der Beichte über etwas zu sprechen, das er nur durch eine vorherige Beichte wissen kann. 

Zum Schluß sei noch angemerkt, daß das Beichtsiegel in gewisser Weise auch für Nicht-Priester gilt. Man darf zwar über das mit anderen sprechen, was man selber gebeichtet hat, auch darüber, was der Priester gesagt oder empfohlen hat, man darf aber auf keinen Fall darüber reden, was man zufällig aus einer Beichte mitgehört hat, etwa wenn jemand im Beichtstuhl zu laut gesprochen hat.


Bischof Morlino von Madison verstorben

Der katholische Bischof von Madison im US-Bundesstaat Wisconsin, Robert Morlino, ist gestern Abend im Alter von 71 Jahren verstorben. Er war ein glaubensstarker Oberhirte und erregte vielfach den Widerspruch zeitgeistgelenkter Medien.  Liturgisch stand er der überlieferten Messe nahe und zelebrierte sie öfter.

Morlino (siehe Foto) erblickte am 31.12. 1946 das Licht der Welt. Vor seiner Ernennung zum Bischof von Madison war der Bioethik-Experte bereits Oberhirte in Helena Montana.

Sein Generalvikar James Bartylla veröffentlichte noch gestern Vormittag einen „dringenden Gebetsaufruf“ an die Priester seines Bistums.

Zunächst habe man Hoffnungen auf eine gesundheitliche Besserung beim Bischof haben dürfen, doch dies habe sich zerschlagen und die Dinge hätten sich „zum Schlimmsten“ gewendet. Die Geistlichen wurden aufgefordert, für eine wunderbare Heilung zu beten und auch dafür, daß „unser geliebter Bischof, wenn die Zeit kommt, die Gnade eines glückseligen Todes erhält“.

Am 18. August veröffentlichte der unbeugsame Bischof einen Hirtenbrief an seine Diözesanen, also an die Gläubigen seines Bistums, zur Mißbrauchskrise: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/21/us-amerikanischer-bischof-morlino-warnt-vor-schwul-klerikaler-subkultur-in-der-kirche/

Darin hat er das Problem einer homosexuellen Subkultur unter Klerikern klar beim Namen genannt  – was in Deutschland bislang kein Oberhirte gewagt hat.

Bereits im Vorjahr forderten homosexuelle Organisationen seinen Rücktritt. Unsere deutsch-amerikanische Autorin Dr. Edith Breburda hatte im CHRISTLICHEN FORUM darüber berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2017/10/31/homo-aktivisten-in-den-usa-fordern-den-ruecktritt-von-bischof-morlino/

Beten wir für den Bischof, auf daß der HERR ihn aufnehme in die ewige Seligkeit und ihm seine Mühen und allen Einsatz für das Gottesreich belohne.


Kirche in der Krise: Warum die Ärgernisse?

Die folgende Stellungnahme zur Mißbrauchskrise stammt von Pater Franz Schmidberger, dem Regens des traditionsorientierten Priesterseminars der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Zaitzkofen (Bistum Regensburg). Wir dokumentieren die nachdenkenswerte Erklärung im vollen Wortlaut: 

Seit ungefähr 15 Jahren erschüttern regelmäßig Berichte in den Massenmedien über Missbrauchsfälle von Priestern und Ordensleuten sowie deren Vertuschung durch Bischöfe und Kardinäle die Kirche. Um das Jahr 2005 stand der Klerus in den USA im Kreuzfeuer, zwei Jahre später sah sich die Kirche in Irland entsprechenden Angriffen ausgesetzt.

2010 war es Deutschland, jetzt gelten die Angriffe wiederum der Kirche in den USA und in Irland.

Solche Missbrauchsfälle sind schmerzliche und beschämende Tatsachen, und jeder Fall ist ein Fall zu viel, ein Verbrechen an Kindern, Jugendlichen oder Untergebenen. Oft sind die Opfer für ihr ganzes Leben geschädigt, ja, es ist sogar der eine oder andere Suizid zu beklagen.

Christus selbst hat solche schlimme Taten vorausgesagt: „Wehe der Welt um der Ärgernisse willen! Es müssen zwar Ärgernisse kommen; doch wehe dem Menschen, durch den das Ärgernis kommt!“ (Mt 18,7)

Unmittelbar davor spricht er insbesondere das Kindern angetane Unrecht an: „Wer einem diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis zur Sünde gibt, für den wäre es besser, dass ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde“ (Mt 18,5).

Warum müssen Ärgernisse kommen? Weil des Menschen Herz vom Sündenfall unserer Stammeltern an zum Bösen geneigt ist, und die Diener in der Kirche sind davon nicht ausgenommen, auch sie sind Söhne Adams.

Denken wir daran: Der HERR selbst hatte einen Verräter unter den 12 Aposteln, und Petrus verleugnete ihn in schändlicher Weise dreimal in der Leidensnacht.

Indes sind wir über die Häufung solcher Vorkommnisse in den letzten 50 Jahren im Klerus nicht allzu sehr erstaunt; hat doch das II. Vatikanische Konzil in seinem uferlosen Heilsoptimismus einen deutlichen Aufruf zu Buße, Aszese und Bekehrung versäumt.

So sehr Missbrauchsfälle unter dem Klerus zu verurteilen sind, so darf aber auch nicht vergessen werden, dass solche Taten in den Familien und Jugendvereinen sehr viel häufiger vorkommen. Man denke an die Odenwald-Schule bei Heppenheim in Südhessen, die lange Zeit als die Vorzeigeschule der Linken galt, bis vor ungefähr 10 Jahren ungeheuerliche sittliche Verfehlungen an dieser Einrichtung bekannt wurden, so dass sie schließlich schießen musste. Freilich spricht davon heute niemand mehr.

Der jetzige Skandal:

Seit längerer Zeit war das sündhafte Verhalten des früheren Kardinal-Erzbischofs von Washington/USA, Theodore Edgar McCarrick, bekannt. 2006 trat er als residierender Bischof der Diözese aus  Altersgründen zurück, Papst Benedikt XVI. belegte ihn in der Folge mit verschiedenen Strafen:

Er musste das Seminar verlassen, wo er sich des sündhaften Umgangs mit Seminaristen und Priestern schuldig gemacht hatte, jegliches öffentliche Auftreten war ihm verboten, insbesondere zu predigen und Vorträge zu halten. Stattdessen sollte er zurückgezogen leben und Buße tun. Sein Nachfolger wurde Donald William Kardinal Wuerl.

Näheres über den Fall erfahren wir von dem heute 77-jährigen italienischen Erzbischof Viganò, der bis 2011 im Vatikan tätig war und dann als Nuntius in die USA entsandt wurde. Sehr bald wurde er mit den dortigen Missbrauchsfällen konfrontiert und unterrichte Kardinal Wuerl über die Taten seines Vorgängers, der ihm versicherte, er wisse darüber Bescheid.

Papst Benedikt XVI. hatte nun noch vor seinem Rücktritt für Juni 2013 ein Treffen mit allen Nuntien in Rom ins Auge gefasst. Papst Franziskus, der am 13. März 2013 den päpstlichen Stuhl bestieg, hielt an diesem Treffen fest. Es kam tags darauf ein Treffen zwischen dem neuen Papst und Erzbischof Viganò, wobei der Heilige Vater über die Untaten McCarricks informiert wurde. Trotzdem ernannte er ihn zum Leiter der China-Delegation des Vatikans und betraute ihn mit einer offiziellen Reise nach Zentralafrika.

Die von Benedikt XVI. ergriffenen Strafmaßnahmen waren offensichtlich außer Kraft gesetzt. Außerdem hatte McCarrick einen großen Einfluss bei den Bischofsernennungen in den USA, insbesondere bei der Besetzung des Stuhles von Chicago. Es wurden Kandidaten erwählt, welche die Homolobbys mit viel Nachsicht behandelten.

Im Juni dieses Jahres wurden nun weitere Missbrauchsfälle von McCarrick bekannt, worauf dieser, jetzt 88 Jahre alt, seinen Rücktritt aus dem Kardinalskollegium anbot. Dieser Rücktritt wurde von Rom sofort angenommen.

Am 22. August schrieb Erzbischof Viganò ein 11 Seiten umfassendes Memorandum, in dem er dem Papst selbst, dann aber auch die früheren Kardinalstaatssekretäre Sodano und Bertone sowie den jetzigen Kardinalstaatssekretär Paroli der Mitwisserschaft bezichtigt und allen den Rücktritt nahelegt. Besonders involviert in dieses Decken von Missetätern scheint auch Kardinal Maradiaga aus Honduras zu sein, einer der vertrautesten Freunde des Papstes.

So ergeben sich jetzt zwei Fronten: Die eher konservativen Kräfte in der Kirche, insbesondere Bischöfe und Kardinäle, geben Erzbischof Viganò in seiner Veröffentlichung recht, weil die Eiterbeule aufgeschnitten werden musste. Der linksliberale Flügel bezichtigt Viganò der Rachsucht und des klerikalen Neides, weil er ab 2011 nicht mehr jene Karriere gemacht hat, die er hätte erwarten können oder erwartet hat.

Freilich geht es nicht um die Motive von Erzbischof Viganò bei der Veröffentlichung seines Dokumentes, sondern allein um die Frage, ob seine Enthüllungen der Wahrheit entsprechen oder nicht.

Der frühere Pressesprecher des Vatikans, der Jesuitenpater Lombardi, behauptet, in diesem Bericht sei Wahres mit Falschem vermischt, ohne jedoch die falschen Punkte konkret aufzulisten. Auch die amerikanischen Bischöfe sind gespalten; einer von ihnen fordert gar die Stornierung der Jugendsynode, die im nächsten Monat Oktober in Rom stattfinden soll, weil die Kirche jegliche Glaubwürdigkeit verloren habe.

Folgerung:

  1. Für die Massenmedien sind die Missbrauchsfälle im Klerus der willkommene Anlass, auf die Kirche einzudreschen und sie vor der Welt zu diskreditieren. Verantwortungslose Kleriker haben den Feinden des geheimnisvollen Leibes Christi selber die Waffen geliefert.
  2. Nicht jeder Bischof, der nicht sofort gegen Missbrauchsfälle eingeschritten ist, hat sich von vorneweg schuldig gemacht. Es galt, eine genaue Untersuchung zu führen, gab es doch auch Anklagen, die sich im nachhinein als falsch und verleumderisch erwiesen haben. Ein Priester, dem solches widerfahren ist, ist für den Rest seines Lebens in seinem Ruf geschädigt, sein seelsorgerliches Wirken ist praktisch zunichte gemacht. 
  3. Nicht selten sind jene, die den Klerus unter Generalverdacht stellen, Freunde der Homolobbys und -seilschaften. In 80% der Missbrauchsfälle mit Kindern handelt es sich um Knaben. Hieraus wird sichtbar, dass Homosexualität und Pädophilie aus demselben Übel erwachsen: Der Sünde des Fleisches, die allein die Gnade Jesu Christi überwinden kann. Und weil der Gebetsgeist und auch das Aufsuchen des Beichtsakramentes im Klerus seit 50 Jahren auf einen Tiefstpunkt gesunken ist, deshalb verwundern uns die sittlichen Verirrungen nicht allzu sehr.
  1. Wir lassen uns in unserm Glauben an die Kirche, die eine, heilige, katholische und apostolische, nicht irre machen, weil Autoritätsträger in ihr ihr Angesicht beschmutzen und ihr Ansehen herabsetzen. Die Kirche ist eine göttliche Stiftung, sie ist die unbefleckte Braut des geschlachteten Lammes  –  mögen die Menschen in ihrem Schoß noch sehr Sünder sein. Kirchenaustritt ist sicher nicht die richtige Lösung.
  2. In dieser tragischen und beschämenden Lage der Kirche braucht diese vor allem das Gebet ihrer Söhne und Töchter. Wir dürfen nicht vom Krankenbett unserer schwer darniederliegenden Mutter fliehen, sondern müssen sie in Liebe und Hingabe pflegen. Vor allem sind Priesteramtskandidaten mit gleichgeschlechtlichen Neigungen unbedingt abzuweisen. Ein Kreuzzug der Buße und Sühne wäre von höchster Stelle aus auszurufen, damit die Kirche ihre Glaubwürdigkeit in der Welt wiedergewinnt.

Quelle: http://civitas-institut.online/?p=205


Homosexualität, Mißbrauch und Päderastie: Sollen aus Tätern jetzt Opfer gemacht werden?

Von Felizitas Küble

Unter dem Titel „Auch Priester müssen über ihre Sexualität reden können!“ veröffentlicht das Portal der Dt. Bischofskonferenz namens „Katholisch.de“ am heutigen 26. September einen  Artikel ihres Redakteurs Björn Odendahl, in dem dieser sich auf homophile Weise zur Mißbrauchskrise äußert und ein progressives „Umdenken“ in der Kirche fordert. 
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Zunächst stellt er zutreffend fest, daß die Mißbrauchsopfer in der Kirche „zum großen Teil“ männlich waren – genau genommen sogar 80% und somit mehr als 3/4 der Betroffenen.
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Im amtlichen John-Jay-Report  – der bekanntesten Mißbrauchs-Studie in den USA  –  wurde bereits im Jahre 2002 festgestellt, daß 81% der Geschädigten männlich sind; die meisten Opfer sind zwischen 11 und 17 Jahre alt.
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Ähnliches schreibt der aktuelle Pensylvannia-Bericht: Die „meisten“ (!) Opfer sind Jungen. (Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/Mehr-als-300-Priester-missbrauchten-Kinder-article20573472.html)
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Auch bezüglich der Strafakten in der Studie der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) werden 80% der betroffenen Minderjährigen als männlich bezeichnet.
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Es geht also logischerweise in erster Linie um ein Problem homosexueller Angehöriger im Klerus bis hinauf zu Bischöfen und Kardinälen, die sich pädosexuell (Kinder als Opfer) bzw. päderastisch (männliche Jugendliche als Opfer) betätigten.
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Doch für den Autor Odendahl ist das kein Grund, Homosexualität als „Risikofaktor für Missbrauch“ anzusehen, ganz im Gegenteil: Er plädiert für eine Willkommenskultur gegenüber schwulen Priestern.
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Sein Abwehr-Argument Nr. 1: „Untersucht wurden die Jahre 1946 bis 2014. Und bis in die jüngste Vergangenheit waren Ministranten, Internatsschüler und Heimkinder überwiegend männlich.“
Erstens geht es bei der DBK-Studie um Weltpriester und um Ordenspriester im diözesanen Dienst, also gerade nicht um pädagogische Ordensinstitute (Heimkinder, Internatsschüler).
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Zweitens: Hinsichtlich der Meßdiener gibt es seit rund dreißig Jahren in den meisten Pfarrgemeinden Ministrantinnen.
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Würde die Logik des Verfassers zutreffen, dann hätte es ab der Einführung von Meßdienerinnen weitaus weniger männliche Opfer geben müssen, was aber nicht der Fall ist.
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Das zweite Gegenargument des Autors zur Verteidigung eines homosexuellen Klerus lautet  hinsichtlich der Priesteramtskandidaten:
„Wer sich nicht mit der eigenen Emotionalität und Sexualität auseinandersetzt, bleibt in seiner Persönlichkeitsentwicklung zurück. Die Konsequenz: Der Umgang mit gereiften Personen, Erwachsenen fällt ihnen schwerer. Kinder und Jugendliche werden dann im wahrsten Sinne zum „Opfer“ überforderter Priester.“
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Natürlich ist der Mißbrauch von Minderjährigen Ausdruck einer unreifen Sexualität   – nur erklärt das in keiner Weise die 80% männlichen Opfer. Der Herr Verfasser psychologisiert komplett an den Fakten vorbei – und hält der Kirche auch noch vor, daß sie homosexuelle Priester ablehne, was bei ihnen zu Doppelleben und Zwiespalt führe: Um dem Willen der Kirche zu entsprechen, wird schließlich die eigene Sexualität abgewehrt und verleugnet.“
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Die eigene Sexualität wird seitens übergriffiger Priester gerade nicht „verleugnet“ und „abgewehrt“, sondern munter praktiziert.
Mit pseudo-psychologischen Verrenkungen wird die Verantwortung gleichsam der Kirche zugeschustert – und damit die Täter indirekt entlastet, denn die armen Kerle  – schluchz  – befanden sich ja im „Zwiespalt“ mit ihrem Doppelleben…
Doch für Odendahl gibt es „nur einen Weg“ aus dem Dilemma: „Homosexuelle Priester willkommen heißen und sie als gleichwertig anerkennen.
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So kann man mit wohlfeil klingenden Worten, verqueerer Logik und zeitgeistangepaßter „Theologie“ versuchen, das Feuer mit Öl statt mit Wasser zu löschen – und das ausgerechnet auf dem Portal der Deutschen Bischofskonferenz.
Weitere ausführliche Infos hier zum Homo-Problem im Klerus hier: https://charismatismus.wordpress.com/2012/11/10/gibt-es-eine-verstarkte-einflusnahme-homosexueller-seilschaften-im-katholischen-klerus/
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Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.