ADVENTSgedicht von Theodor Fontane

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige,
Und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des HERRN,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.


Herkunft, Legenden und Verehrung des heiligen Nikolaus

Sankt Nikolaus oder Weihnachtsmann? 

Alle Jahre wieder gedenken vor allem katholische und orthodoxe Christen am 6. Dezember des heiligen Nikolaus. Fast jeder kennt die Geschichten rund um diesen Gabenbringer.

Mit seinem Begleiter Krampus bzw. Knecht Ruprecht zieht er von Haus zu Haus und besucht alle Kinder, um im goldenen Buch nachzulesen, ob sie denn artig genug waren. Weit verbreitet ist auch das Nikolaus Lied Lasst uns froh und munter sein, dessen Strophe den Heiligen als einen guten Mann besingt, dem man Dank entgegenbringen solle.

In den Einkaufsregalen stehen schon seit Wochen die kleinen weißbärtigen Männchen mit Mütze und rotem Umhang. Ein hl. Nikolaus oder doch der Weihnachtsmann? Scan0001

BILD: Die Zeichnung des hl. Nikolaus zeigt sowohl die bischöflichen Insignien als auch gebräuchliche Attribute und Begleiter: drei goldene Kugeln, ein Evangeliar und Kinder.

Sankt Nikolaus geht höchstwahrscheinlich auf den Bischof von Myra zurück, der Ende des dritten und Anfang des vierten Jahrhunderts in Lykien lebte und wirkte.

Eine Basilika in Myra, die schon früh von Pilgern besucht wurde, ist ein erster Hinweis auf die Verehrung des Bischof. Überliefert ist auch, daß Nikolaus im Jahre 325 n. Chr. auf dem Konzil von Nicäa rigide gegen die Irrlehren des Arius vorging, weil dieser Häretiker die Gottheit Christi leugnete und unseren Erlöser nicht als „gottgleich“ anerkannte, sondern lediglich als „gottähnlich“.

Das Grab des Heiligen Nikolaus kann noch heute in der Nikolauskirche von Bari besucht werden. Ausgrabungen zufolge stammten die dort unter dem Altar beigesetzten Reliquien tatsächlich von einem Mann aus dem vierten Jahrhundert, dessen Grab zunächst in Myra lag, dann durch Kaufleute nach Bari umgesiedelt wurde.

Es ist also gut möglich, daß wir es hier mit dem historischen Nikolaus zu tun haben.

Wie erkenne ich den „echten“ Nikolaus?

Der hl. Nikolaus ist zuerst an seinen Bischofsinsignien bzw. Amtszeichen zu erkennen. Zu Lebzeiten des Bischofs von Myra galt lediglich die Kathedra, also der Bischofsstuhl, als Insignie. Zur Kathedra kamen später der Bischofsring, der Stab, das Brustkreuz und die Bischofsmütze hinzu.

Der Ring wird vom Bischof als Zeichen der Treue und Verbundenheit mit seinem Bistum und der Kirche als Braut Christi getragen. Der Stab verweist auf die Hirtenfunktion des Bischofs. Wie Jesus, der gute Hirte, soll auch der Bischof die Gläubigen in seiner Diözese leiten und weiden.

Aus einer späteren Tradition geht das Pektorale bzw. Brustkreuz hervor; es wird deshalb im Unterschied zu den anderen Insignien nicht bei der Weihe verliehen. Die Mitra war ursprünglich dem Papst vorbehalten. Erst seit dem Mittelalter trugen sie auch Bischöfe als liturgische Kopfbedeckung.

Oftmals wird der Nikolaus zusätzlich mit den Attributen der drei goldenen Kugeln, einem Evangeliar oder auch mit Kindern dargestellt.

Die Legende mit den „drei goldenen Kugeln“

Die drei Kugeln sind der Legende von der Ausstattung der drei verarmten Jungfrauen entlehnt. Um standesgemäß verheiratet zu werden, bedurften die drei Töchter einer Mitgift. Der mittellose Vater sorgte sich sehr und befürchtete, seine Töchter in die Prostitution geben zu müssen. Als Nikolaus, dem ein großes Erbe zugefallen war, davon erfuhr, legte er nachts drei Kugeln aus Gold zu den Mädchen und ermöglichte so die Heirat der jungen Frauen.  Bischof Hanke

Diese Geschichte bildet die Grundlage für unser heutiges Bild eines schenkenden Nikolaus, der Strümpfe und Stiefel füllt.

Das Evangeliar, das Sankt Nikolaus auf einigen Abbildungen in Händen hält, verdeutlicht die frohe Botschaft, die er als Oberhirte den Menschen verkünden möchte.

FOTO: Bischof Hanke mit Mitra, Hirtenstab und Brustkreuz (Pektorale)

Die dem Bischof häufig beigestellten Kinder haben sich in der westlichen Tradition im Laufe der Zeit aus der Legende der Auferweckung der drei getöteten Schüler entwickelt:

Drei Studenten machen sich auf den Weg, um in Athen ein Studium aufzunehmen. Ihre Reise stellten sie unter den Schutz des heiligen Nikolaus. Als sie, müde von dem weiten Weg, in einer Gaststätte übernachten wollten, zerstückelte der Wirt die drei Knaben und steckte ihre abgehackten Glieder in ein Pökelfass. Nikolaus betete für die Toten und so geschah es, dass Engel erschienen und die Auferweckung der jungen Männer verkündeten.

In ikonographischen Darstellungen zeigt sich die Tendenz, die Studenten oder Schüler immer jünger werden zu lassen, sogar bis hin zu drei Säuglingen. Oft halten die Kinder auch Äpfel in den Händen, welche die drei Goldkugeln symbolisieren.

Schutzpatron vieler Berufe und Stände

Allerdings sollte das Nikolausfest nicht nur auf einen „Tag für Kinder“ reduziert werden, denn noch viele weitere Legenden weben sich um den Nikolaus. Durch die zahlreichen Erzählungen, in denen er sich für Andere einsetzt und Menschen in Not hilft, gilt er noch heute als Schutzpatron der Studenten, Metzger, Bäcker, Seefahrer, Kaufleute und weiterer Berufe und Stände.

Die Legenden erzählen von unterschiedlichsten Hilfeleistungen und Wundern, wodurch der Bischof für viele Menschen, die ihm um Fürsprache anriefen, von Bedeutung war. So kann er zum Wegbegleiter und Vorbild werden, sich immer wieder neu auf Gott und das Gebot der Nächstenliebe zu besinnen.

Auch wenn Nikolaus auf der ganzen Welt verschiedenste Namen trägt, gilt es, ihn vom Weihnachtsmann zu unterscheiden, einer verweltlichten Figur und Erfindung der amerikanischen Werbebranche.

Um sich bewusst in der adventlichen Vorweihnachtszeit auf den heiligen Wohltäter zurückzubesinnen, lohnt es sich, beim nächsten Einkauf für das Nikolausfest genau auf Schoko-Nikoläuse hinzusehen. Freilich sind dabei nicht immer alle Insignien und Attribute abgebildet.

Auf den meisten Darstellungen lassen sich aber wohl Mitra und Hirtenstab finden. Häufig sind auch Kinder mit Äpfeln dem Bischof beigestellt. Einen genauen Blick auf sämtliche Weihnachtsmänner in den Regalen zu werfen, ist es auf jeden Fall wert: Vielleicht versteckt sich ja ein Nikolaus zwischen ihnen!

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6. Dezember – Namensfest des heiligen Bischofs Nikolaus

Am 6. Dezember feiert die katholische Weltkirche den Gedenktag des Hl. Nikolaus von Myra aus dem Gebiet der heutigen Türkei. Der glaubensstarke Bischof gilt als Vorbild der Nächstenliebe und Freund der Kinder. bischof

Er verteilte sein Vermögen an Arme und setzte sich für Benachteiligte ein. Zudem bewies er diplomatisches Geschick und er setzte sich gegen religiöse Irrlehren ein. 

Die Verehrung des hl. Nikolaus entwickelte sich bereits in der spätantiken Zeit. Kaiser Justinian weihte ihm Mitte des 6. Jahrhunderts eine Kirche in Konstantinopel – dem heutigen Istanbul.

Der Kult verbreitete sich auch in Griechenland, wo Nikolaus hochverehrt und als „Hyperhagios“, gleichsam als Überheiliger, angesehen wird – danach gelangte die Verehrung auch in die slawischen Länder.

Über die byzantinische Tradition wurde Nikolaus einer der am meisten geschätzten Heiligen Rußlands, er folgt im Osten in der Verehrung unmittelbar nach Maria.

In Rom wurde Nikolaus ab dem 8. Jahrhundert verehrt, der Kult verbreitete sich anschließend in Süd- und Mitteleuropa. Um 980 entstand in Deutschland die erste Nikolauskirche in Brauweiler. Zwischen dem 11. bis zum 16. Jahrhundert wurden diesseits der Alpen mehr als 2.200 Kirchen nach dem heiligen Bischof benannt.

 Als Gabenbringer für Kinder ist Nikolaus ab dem Jahr 1555 belegt. Seit dem 17. Jahrhundert wurden dem gütigen Nikolaus furchteinflößende Begleiter zur Seite gestellt, die seine Schützlinge zu rechtem Verhalten anhalten sollten: In Deutschland ist das Knecht Ruprecht, in Frankreich Père Fouettard, in der Schweiz Schmutzli usw.

Ursprünglich gab es die Geschenke am Nikolaustag  –  und nicht an Weihnachten; in einigen Ländern ist dies heute noch der Fall.

Die katholische Kirche legt in der Weihnachtszeit besonderen Wert darauf, daß der heilige Nikolaus mit all den christlichen Idealen verehrt wird, für die er steht. Dies kann der von Geschäftemacherei, Kitsch und Werbung geprägte sog. „Weihnachtsmann“ nicht bieten. 

Quelle: Radio Vatikan, ökumen. Heiligenlexikon