Gewerkschaftsmitglieder werden von linker Seite politisch vereinnahmt

Von Gregor-Maria Röhr

Der 1. Mai gilt in vielen Ländern der Erde als Tag der Arbeiter. Auch in Deutschland finden dabei jedes Jahr Arbeiterkundgebungen statt, die meist von den Gewerkschaften  veranstaltet werden.

Formal geben sich die Gewerkschaften neutral, betonen aber ihre Herkunft aus den sozialen Parteien. Sie geben sich fortschrittlich, sind aber seit ihrer Gründung in Wahrheit strukturell konservativ, denn den industriellen Wandel gestalteten sie nicht, sondern reagierten nur darauf.

Wie die Gewerkschaften selber zugeben, wird der 1. Mai von linksextremen Gruppierungen als Plattform missbraucht. Katholische Arbeitergruppen wie KAB, CAJ und Kolping sind vielerorts schon nicht mehr anwesend.

Auf den Mai-Kundgebungen wird man von einer Vielzahl kommunistischer Parteien begrüßt. Dort wehen die roten maoistischen und leninistischen Fahnen mit Sowjet-Sternen oder mit Hammer und Sichel, das Che-Guevara Konterfei, die Fahne der DKP, die Linkspartei, der „schwarze Block“ der Antifa, die Grünen und diverse linksextreme Splittergruppen.

Zudem kommt es vielerorts gerade durch diesen Gruppierungen zu Gewaltexzessen in den Innenstädten –  wie alljährlich in Hamburg und in Berlin.

Als Arbeitnehmer erkennt man schnell, dass eine Gewerkschaft ein sinnvolles Instrument ist, um seine Rechte gegen eine übermächtige Firmenleitung durchzusetzen. Nur durch die Gewerkschaften konnte in den letzten Jahrzehnten ein sehr faires Verhältnis von Arbeitzeit zur Entlohnung in Deutschland erzielt werden.

Stück für Stück wurde die 5-Tage-Woche erkämpft, die 40-Stunden-Woche mit erhöhten Urlaubsansprüchen bis hin zur teils 35-Stunden-Woche mit vielen Feiertagen und speziellen Überstunden- und Nachtvergütungen.

Aber auch heutige Forderungen der Gewerkschaften nach Tarifbindung der Arbeitsverträge und die Kritik am Pflegenotstand sind sicher berechtigt. Aus diesen Gründen ist ein Großteil der Arbeitnehmer Mitglied in Gewerkschaften.

Jedoch stellt die Arbeitnehmerschaft politisch ein Sammelsurium von unterschiedlichster Parteiaffinität dar. Man möchte sogar behaupten, dass der bürgerlich gesinnte, fleißige Arbeiter eher dem konservativen Spektrum zuzuordnen ist als dem extrem nach links gerutschtem politischen Lager.

Somit war es für die Gewerkschaften ein Novum, als man nach der letzten Bundestagswahl im Herbst 2017 feststellte, dass mehr als 15% der Mitglieder die volksnahe, konservative AfD gewählt hatten. Im Vergleich dazu stimmten 29% für die SPD und 24% für die CDU.

Aus dem Programm der AfD wird deutlich, dass der Arbeitsmarkt von unnötiger Bürokratie befreit werden muss. Die AfD steht für die Beibehaltung des Mindestlohnes, denn er verteidigt die Niedriglohn-Empfänger und ermöglicht eine bescheidene Altersversorgung, für die sonst der Staat aufkommen muß. Auch proklamiert die AfD das Lohnabstandsgebot. Wer arbeitet, soll auf jeden Fall mehr Geld zur Verfügung haben als derjenige, der nicht arbeitet, aber arbeitsfähig ist.

Um sich der politischen Korrektheit anzubiedern und aus falschem Bewusstsein der eigenen Identität versuchen die Gewerkschaften zurzeit noch einen Kampf gegen alles Konservative, insbesondere gegen AfD-Sympathisanten in den eigenen Reihen.

Jedoch merkt man erst allmählich, dass sich dieser Kampf gegen die eigenen Mitglieder richtet, die sich mit extrem linken Kravallmachern und oft arbeitslosen Demonstranten der Mai-Kundgebungen nicht identifizieren können.


„Vater des Glaubens“ in Kamerun: Festliches Gedenken an Bischof Heinrich Vieter

Was für die Deutschen der hl. Bonifatius ist, jener Missionar, der das Christentum nach Germanien brachte, das ist für die Gläubigen in Kamerun der Pallottinerpater Bischof Heinrich Vieter (siehe Foto). 1

1890 brach er in das afrikanische Land auf, um die Gottes Botschaft zu verkünden. Auch 100 Jahre nach seinem Tod (7. November 1914) ist seine Mission aktuell wie eh und je.

In Gedenken und Dank an Bischof Vieter haben am Sonntag, dem 9. November 2014, anläßlich seines 100. Todestags in Limburg einige Feierlichkeiten stattgefunden.

Mit Domdekan Dr. Günther Geis wurde zunächst ein Hochamt im Dom, wo Pater Heinrich Vieter 1905 die Bischofsweihe erhielt, zelebriert, ehe danach im Missionshaus der Pallottiner ein Festakt gefeiert wurde.

Zu Beginn des Gottesdienstes gab der Provinzial der Pallottiner, Pater Helmut Scharler, einen kurzen Abriß über Leben und Wirken Heinrich Vieters.

Dabei zitierte er einen kamerunischen Priester, der zum 100. Bischofsjubiläum Vieters (2005) davon sprach, daß der Pallottinerpater in Kamerun vielerorts als „Vater des Glaubens“ angesehen wird. 1890 verkündete er in der damaligen deutschen Kolonie den katholischen Glauben, wofür die Kameruner weiter sehr dankbar sind.

Der Festakt nach dem Hochamt begann im Missionshaus der Pallottiner mit einer multimedialen Präsentation von Missionssekretär Bert Meyer, der z.T. mit Original-Fotos den Aufbruch Pater Vieters in Afrika skizzierte.

Hier wurde erneut deutlich, wie der glaubensstarke Geistliche an der Jahrhundertwende trotz erheblicher Widrigkeiten seine Mission für Kamerun verwirklichte. 5

Den Bogen zur Gegenwart schlug der kamerunische Pfarrer Dr. Marcelinus Zang (siehe Foto) mit seinem anschließenden Vortrag über das Apostolische Schreiben „Evangelii gaudium“ von Papst Franziskus. Dieses sei eine „kleine missionarische Bombe“, sagte der im Usinger Land (Hessen) wirkende Priester, denn es lade uns ein, wagemutig bei der Evangelisierung zu sein.

Beim abschließenden Empfang hatten die rund 100 Gäste, unter ihnen zahlreiche Bischof-Vieter-Anhänger aus dessen Heimatort Cappenberg (heute ein Ortsteil der Stadt Selm), Gelegenheit zum Austausch und zur Begegnung.

VITA von Bischof Heinrich Vieter:

Am 13. Februar 1853 im westfälischen Cappenberg geboren, wäre er gerne Priester geworden. Doch die Familie konnte sich ein Studium nicht leisten; so wurde er Schreiner und arbeitete als Geselle in verschiedenen Städten Deutschlands und der Schweiz. In Köln wurde er Mitglied der Kolpingfamilie, in der er sein ganzes Leben Heimat und Halt fand. 2

FOTO: Die ersten Missionare in Kamerun (Pater Vieter: Fünfter von links)

Über Bern verschlug es ihn nach Rom  –  und nachdem er schon zuvor bei Diözesen und Orden wegen seines Alters abgelehnt worden war, lernte er hier die Pallottiner kennen und wurde in den Orden aufgenommen. Mit 34 Jahren wurde er zum Priester geweiht  –  und wirkte zunächst in Oberitalien, dann in Brasilien.

Hier ereilte ihn 1890 der Ruf nach Kamerun. Trotz widriger Umstände, trotz Krankheit und ständigem Geld- und Personalmangel gründete er mit seinen Mitbrüdern und den Ordensfrauen der Pallottinerinnen immer neue Missionsstationen. Nicht ohne Grund nennt man bis heute die Pallottiner in Kamerun „Väter des Glaubens“.

Am 22. Januar 1905 erhielt Pater Vieter im Dom zu Limburg die Bischofsweihe zum ersten Oberhirten von Kamerun und setzte sich weiter für die Verbreitung des Evangeliums ein. Dabei waren ihm gute Bildung und eine deutliche Verbesserung der Lebensverhältnisse der Einheimischen ein großes Anliegen.

Er verstarb am 7. November 1914 im kamerunischen Jaunde.

Kontaktdaten:
Herz-Jesu-Provinz der Pallottiner
Vinzenz-Pallotti-Straße 14 in 86316 Friedberg (Bayern)
Tel.: 0821.600 52-520 Fax: 0821.600 52-506
info@pallottiner.org
http://www.pallottiner.org

Kolpingwerk kritisiert PID-Zulassung, vorgeburtlichen Trisomie-21-Test und geplantes „Sterbehilfe“-Gesetz

Bundesverband des katholischen Sozialverbands fordert klares Ja zum Lebensrecht

„Wir brauchen dringend einen vertieften Dialog und einen breiten gesellschaftlichen Konsens zum uneingeschränkten Schutz des menschlichen Lebens von seinem Anfang bis zu seinem Ende.“ 

Das forderte der Bundesvorstand des Kolpingwerkes Deutschland auf seiner Sitzung am Wochenende in Köln.

„Wir vermissen in zunehmendem Maße einen Aufschrei aus Gesellschaft und Politik, wenn die Grenzen zwischen technisch oder medizinisch Machbarem und ethisch Vertretbarem überschritten werden. Selbst in einer Partei wie der CDU ist inzwischen ein heftiger Widerstand gegen diese Entwicklungen nicht mehr erkennbar“, stellt das Leitungsgremium des Katholischen Sozialverbandes mit mehr als 250.000 Mitgliedern fest.  

Schon mit der Gesetzgebung zur Präimplantationsdiagnostik (PID) haben Politik und Gesetzgeber im vergangenen Jahr wichtige  Grundsätze zur Unverfügbarkeit des Lebens über Bord geworfen.

Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist die jetzige Zulassung der Markteinführung eines vereinfachten Tests auf Trisomie 21, das sog. Down-Syndrom:

„Neue Methoden dürfen nicht zu einer Diskriminierung behinderten Lebens und zu einer Selektion führen, bei der die Forscher einen Maßstab vorgeben, welches Leben lebenswert sein soll und welches nicht.“ 

Seit dem 20. August sei der Test nun in mehr als 70 Praxen und Kliniken in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz verfügbar. Die Markteinführung betrachtet der Bundesvorstand mit großer Sorge:

„Die Gesellschaft muss  wachsam sein, dass die Einführung derartiger Gen-Checks nicht zu einem Einfallstor für weit umfassendere Tests wird, die schon frühzeitig jeder genetischen Abweichung hinterherjagen. Man muss befürchten, dass die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche durch die Zulassung solcher Test weiter zunehmen wird“, beschreibt der Kolping-Bundesvorstand die Sorge.

Auch die geplante Gesetzgebung zur „Sterbehilfe“ ist mit der Unverfügbarkeit menschlichen Lebens nicht in Einklang zu bringen:

„Die Beschränkung der Strafbarkeit auf die gewerbsmäßige Hilfe zur Selbsttötung führt nicht nur dazu, dass alle anderen Hilfen zur Selbsttötung immer mehr als normal angesehen werden. Sie öffnet auch Tür und Tor für die so genannten Sterbehilfevereine, die möglicherweise gerade nicht gewerbsmäßig tätig werden.“

„Der Schutz des Lebens von seinem Beginn bis zu seinem Ende muss die Maxime jeden politischen Handeln sein“, heißt es in der Stellungnahme:

„Die Mütter und Väter unseres Grundgesetzes haben den Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit aus gutem Grund in den Grundrechtskanon aufgenommen und in Artikel 2 Grundgesetz geregelt. Sie taten es auch und vor allem als Reaktion auf die Missachtung menschlichen Lebens in der NS-Diktatur.  Diese Wachsamkeit müssen Politik und Gesellschaft auch heute an den Tag legen.“

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