Kuba: 20 Jahre Knast für Bürgerrechtler?

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert vom kommunistischen Kuba die sofortige Freilassung von José Daniel Ferrer García.

Ferrer, der Vorsitzende der größten Oppositionsgruppe UNPACU (Unión Patriótica de Cuba), ist seit dem 3. August in Santiago de Cuba in Polizeihaft. Wie die IGFM berichtet, war er zuvor in einen Verkehrsunfall mit dem Staatsicherheitsbeamten Dainier Suárez Pagán verwickelt. 

Pagán ist für sein gewaltsames Vorgehen gegen Menschenrechtler in Kuba bekannt. Ferrer wird „versuchter Mord“ vorgeworfen, da er Pagán angeblich absichtlich angefahren haben soll. Nach Aussagen von zwei Zeugen soll dieser den „Unfall“ jedoch inszeniert haben.

„Falls die Anklage bestätigt wird, drohen dem Bürgerrechtler 20 Jahre Haft. Es wäre nicht das erste Mal, das auf Kuba Regimekritiker durch gefälschte ‚Beweise‘ weggesperrt werden“, kritisiert der Vorstandssprecher der IGFM, Martin Lessenthin.

Der Kontakt zu seiner Familie und seinem Anwalt wird Ferrer verweigert. Ein Termin für den Beginn des Prozesses gaben die Behörden nicht bekannt.

Ferrer wurde bereits im Jahr 2003 aufgrund seines Einsatzes für Meinungsfreiheit und seiner Unterstützung des Varela-Projekts zu 25 Jahren Haft verurteilt. 2011 kam er nach einer internationalen Kampagne von Menschenrechtsverbänden vorzeitig auf freien Fuß, steht aber unverändert im Visier der Staatsmacht.

Die IGFM fordert die Bundesregierung auf, sich gegenüber Kuba für die sofortige und bedingungslose Freilassung von José Daniel Ferrer García einzusetzen.

Hintergrund: Tod von Oswaldo Payá bis heute nicht aufgeklärt:

Mitglieder von politische Oppositions- und Menschenrechtsgruppen werden nach Beobachtung der IGFM in Kuba immer wieder unter falschen Anschuldigungen verhaftet und verurteilt. Inszenierte Verkehrsunfälle sind eine perfide Methode, um einen Grund für die Verhaftung von bestimmten Aktivisten zu produzieren, so die IGFM weiter. International bekannt wurde dieses Vorgehen der kubanischen Staatssicherheit durch den Tod von Oswaldo Payá. Er war einer der bekanntesten kubanischen Bürgerrechtler und Initiator des Proyecto Varela. Wiederholt wurde er in mysteriöse Verkehrsunfälle verwickelt und kam schließlich im Juli 2012 bei einem Autounfall ums Leben, nachdem sein Wagen, laut Zeugenaussagen, vorher von einem anderen Auto von der Straße gedrängt worden war. Eine unabhängige Untersuchung des tödlichen Autounfalls ließen die kubanischen Behörden nicht zu.

Weitere Infos zu Menschenrechten in Kuba: http://www.menschenrechte.de/kuba

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Folter, Mord und Organraub in Rot-China

Am 20. Juli 2018 jährt sich Chinas Repression gegen die buddhistische Meditationsschule Falun Gong zum 19. Mal.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert von den EU-Staaten, insbesondere von der Bundesregierung, endlich mit der Führung in Peking Klartext zu reden. 

„Es ist nicht länger hinnehmbar, dass man mit Despoten intensiven Handel betreibt, aber die menschenverachtende Politik des chinesischen Regimes nicht öffentlich anspricht. Schweigen bedeutet zustimmen. Letztendlich macht man sich mitschuldig und gibt grünes Licht für weitere Menschenrechtsverletzungen“, so IGFM-Vorstandsmitglied Hubert Körper.

BILD: Plakat bei einer Protest-Aktion in Münster

Nach Auffassung der IGFM müssen Ignoranz und Tatenlosigkeit gegenüber Menschenrechtsverbrechen wegen wirtschaftlicher Vorteile beendet werden. Die Floskel „Wandel durch Handel“ habe im Falle Chinas nur zum Gegenteil geführt.

Dies zeige die Verfolgung der Falun Gong-Anhänger ebenso wie die anhaltende Unterdrückung der ethnischen Minderheiten wie Uiguren und Tibeter, oder die totale Kontrolle der Medien und die Inhaftierung von Menschenrechtsverteidigern und Regimekritikern.

Die ursprünglich staatlich geförderte Meditationsschule Falun Gong fand in China in den 90er Jahren zahlreiche Anhänger – nach amtlichen Schätzungen zwischen 70 und 90 Millionen, mehr als die allein regierende kommunistische Partei Mitglieder hatte.

Unmittelbar nach dem offiziellen Verbot am 20. Juli 1999 initiierte das kommunistische Regime eine seit Maos Tod beispiellose Kampagne, so die IGFM. Dafür wurden große Teile des Staatsapparates mobilisiert und ein Sonderbüro beim Zentralkomitee der Kommunistischen Partei einzig für die Verfolgung von Falun Gong geschaffen. Dieses sogenannte „Büro 610″ organisiert in ganz China die Verfolgung von Falun Gong und anderen Glaubensgemeinschaften.

Über die staatlich kontrollierten Medien und Bildungseinrichtungen wurde Falun Gong in ganz China als „böser Kult“ und verbrecherische Vereinigung sowie als Staatsfeind gebrandmarkt. Hunderttausende Falun Gong-Anhänger wurden in Arbeitslagern, Gefängnissen und Polizeistationen unter menschenunwürdigen Bedingungen interniert.

Kinder, deren Eltern Falun Gong praktizierten, durften weder Kindergarten noch die Schule besuchen, Falun Gong-Übende verloren ihren Arbeitsplatz, Studenten ihren Studienplatz und den Rentnern wurde die Rente nicht mehr ausgezahlt. Es liegen zudem bestätigte Berichte vor, wonach seit 1999 über 4.000 Falun Gong-Praktizierende Folter nicht überlebten oder gezielt hingerichtet wurden. Die tatsächliche Zahl liegt vermutlich viel höher. Experten sprechen von Völkermord.

Zudem sollen Falun Gong-Praktizierende als Hauptquelle zur Beschaffung von menschlichen Organen für Transplantationen dienen. Ermittler gehen seit dem Jahr 2000 jährlich von mehreren 10.000 Transplantationen mit unklarer Organherkunft aus. Freiwillige Organspender sind in China aus kulturellen Gründen kaum zu finden. Von 1977 bis 2009 wurden nach offiziellen Angaben in ganz China lediglich 130 freiwillige Spender registriert.

Auch gibt es bislang kein funktionierendes Spendersystem, vergleichbar mit der Stiftung Eurotransplant, die für die Zuteilung von Spenderorganen in acht europäischen Ländern verantwortlich ist.

Weitere Infos zu China hier: http://www.menschenrechte.de/china


Unterdrückte chinesische Dichterin Liu Xia durfte nach Berlin ausreisen

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) ist erleichtert über die Ausreise der chinesischen Künstlerin, Fotografin und Dichterin Liu Xia.

Nach rund acht Jahren unter Hausarrest hat die kommunistische Diktatur in China gestern die Witwe des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo zur medizinischen Behandlung nach Berlin ausreisen lassen (http://ogy.de/6bhl). 

„Liu Xia stand unter Hausarrest, weil sie die Frau des bekannten Regimekritikers Liu Xiaobo war. Ihre Ausreise war längst überfällig“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr: „Es wird höchste Zeit, dass auch die chinesische Journalistin Gao Yu endlich ausreisen darf.“

Liu Xia leidet aufgrund der Isolation und Schikanen durch die Behörden an Depressionen und einer Herzerkrankung (http://ogy.de/nuf2). Sie steht seit 2010 unter Hausarrest, obwohl sie nie angeklagt oder von einem Gericht verurteilt wurde. In dem Jahr war ihr Mann Liu Xiaobo, der sich unermüdlich für Meinungsfreiheit eingesetzt hat, in seiner Abwesenheit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

Im Juli vergangenen Jahres starb der seit 2008 inhaftierte Dissident, kurz nachdem er aus dem Gefängnis in ein Krankenhaus verlegt worden war (http://ogy.de/is1u). Ende Mai war bei ihm Leberkrebs im Endstadium diagnostiziert worden. Trotz seines Zustands hatten ihm die chinesischen Behörden die Ausreise verweigert. Im Jahr 2004 erhielt Liu für sein Engagement für eine freie Presse den ROG-Menschenrechtspreis. 

„Reporter ohne Grenzen“ fordern Freiheit für Gao Yu

Die schwerkranke Journalistin Gao Yu (siehe Foto) darf seit Anfang 2016 nicht zur medizinischen Behandlung im Ausland ausreisen (http://ogy.de/9eo5).

Die bekannte Regimekritikerin und ehem. Deutsche-Welle-Autorin war 2015 wegen vermeintlichen Verrats von Staatsgeheimnissen zu einer Haftstrafe verurteilt und später in den Hausarrest entlassen worden.

Nach ROG-Informationen stellten die Behörden Gao und ihrem Sohn Zhao Meng Ende 2015 Reisepässe aus. Zudem erhielten beide deutsche Visa. Kurz vor der geplanten Ausreise signalisierten die Behörden Gao jedoch, dass zunächst die Führung der Kommunistischen Partei grünes Licht geben müsse (http://ogy.de/uf5a).

Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht China auf Platz 176 von 180 Staaten. In keinem Land sitzen mehr Medienschaffende wegen ihrer Arbeit in Haft als in China. Das kommunistische Regime verweigert inhaftierten Kritikern vorsätzlich eine angemessene Gesundheitsversorgung und nimmt in Kauf, dass sie in an den Folgen sterben (http://ogy.de/nuf2).

Weitere Infos über die Lage der Pressefreiheit in Rot-China finden Sie unter www.reporter-ohne-grenzen.de/china.

Fotos: IGFM (1), ROG (2)


Kardinal Müller verurteilt die Gender-Ideologie

In dem Vakuum, das der Zusammenbruch des Nationalsozialismus und des sowjetischen Kommunismus im 20. Jahrhundert hinterlassen hat, ist die Gender-Theorie gleichsam als „neue Religion“ aufgeblüht, erklärt Kardinal Gerhard Müller. Zugleich stecke der Kapitalismus in einer Krise. 

Dies sei eine besondere Chance für die christliche Religion gewesen: „Doch die Menschen zogen es vor, eine neue Religion zu erfinden, die an den Menschen glaubt statt an Gott“, sagte der frühere Präfekt der Glaubenskongregation gegenüber CNA am 25. Mai.

Der Kardinal sprach vor dem Vortrag von Daniel Mattson an der Päpstlichen Universität vom Hl. Kreuz in Rom.

Müller betonte auch, dass „man in der Gender-Ideologie Dutzende Geschlechter aufzählen kann, der Mensch jedoch als Mann und Frau erschaffen ist: Das ist unsere Natur –  und der Wille des Schöpfergottes ist darin ausgedrückt“. Klassifizierungen nach Genderart seien ein Konstrukt marxistischen Denkens. Der Marxismus behaupte, der Geist erkenne nicht die Wirklichkeit, sondern konstruiere sie.

Der deutsche Würdenträger unterstrich weiter, dass „denen die Stirn geboten werden muss, die sich als ideologische Gruppe organisieren und die gesamte Gesellschaft ändern wollen, ihre Denkweise allen anderen aufzwängen wollen.“

Ideologische Gruppen organisierten sich als Lobby mit dem Ziel, ihre Sichtweise anderen aufzuerlegen. Dabei „greifen sie alle Menschen an, die nicht so denken wie sie es tun, beschimpfen diese, zerstören sogar die menschliche Würde derer, die anders denken als sie“, warnte der Kurienkardinal.

Quelle: https://de.catholicnewsagency.com/story/kardinal-muller-gender-theorie-floriert-im-ideologischen-vakuum-3240

Weiteres Info dazu: https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/online/Kardinal-Mueller-Der-Gender-Ideologie-widersetzen;art4691,189180

Foto: Bistum Regensburg


Bewegende Kurzporträts über katholische Märtyrer und Bekenner in Diktaturen

Rezension von Thomas May

Buch-Daten: Eduard Werner, Helden und Heilige in Diktaturen. – Media Maria Verlag, Illertissen 2017, 256 Seiten, gebunden, ISBN: 978-3-9454013-0-9. – 17,99 Euro

Über Jahre veröffentlichte der promovierte Historiker Eduard Werner in der katholischen Monatsschrift „Der Fels“ auf der letzten Seite Lebensskizzen von Persönlichkeiten, die in den Diktaturen des Nationalsozialismus und des Kommunismus des 20. Jahrhunderts als Zeugen ihres christlichen Glaubens in Erscheinung traten.

Jetzt sind die bewegenden Kurzporträts gesammelt als Buch erschienen. Unter den 108 bekannten, kaum bekannten oder unbekannten Gestalten finden sich Märtyrer („Heilige“, „Selige“), die für ihre Glaubenstreue mit dem Leben bezahlten, aber auch tapfere Männer und Frauen, welche die Verfolgun­gen ihrer Peiniger überlebt haben und heute als „Bekenner“ und Helden verehrt werden.

WARNUNGEN VOR DER NS-IDEOLOGIE

Schon in der Einleitung tritt der Autor dem immer wieder zu Unrecht erhobenen klischeehaften Vorwurf, Papst, Bischöfe und Kirche hätten vor Hitler und der NS-Diktatur versagt und sich insbesondere für die verfolgten Juden zu wenig eingesetzt, mit Verweisen auf gewichtige amtliche Verlautbarungen und Gegeninitiativen entgegen.

So verwarf das Heilige Offizium (Glaubenskongregation) bereits 1928 die widergöttliche Ideologie des Rassismus; noch vor der „Machtergreifung“ verkündeten die katholischen Bischöfe Deutschlands einstimmig, dass Katholiken die NSDAP nicht wählen dürften; 1934 setzte der Vatikan Alfred Rosenbergs „Der Mythus des 20. Jahrhunderts“, die „Bibel“ der Nazis, auf den Index der für Katholiken verbotenen Bücher, gefolgt von der katholischen Gegenschrift „Studien zum Mythus des 20. Jahrhunderts“, in welcher die Rassenlehre des Autors wissenschaftlich begründet zurückgewiesen wurde; schließlich das Weltrundschreiben „Mit brennender Sorge“ Papst Pius‘ XI. 1937 gegen das NS-Un­rechtsregime.

Dass die Verurteilung der nationalsozialistischen Weltanschauung von „oben“ auch im katholischen Kirchenvolk „ankam“ und entschiedenen Widerstand bis zur Ge­fährdung des eige­nen Lebens hervorrief, belegt die facettenreiche Sammlung praktischer Glaubenszeugnisse von Klerikern und Laien.

SKIZZIERUNG DER PERSONEN

Unterteilt nach Kriegsdienst- und Befehlsverweigerern, Juden und Judenhelfern, Opfern des Kommunismus (Sowjetunion, Weißrussland, Estland, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien, Tschechoslowakei, Albani­en, DDR, Vietnam, Korea), Priestern im Widerstand und katholischen Lai­en im Widerstand, wird das Profil jeder Person auf zirka zwei Seiten erstellt.

Zu Beginn steht meist ein ins Zeitgeschehen oder in das nähere Umfeld einführender „Aufhänger“, gelegentlich unterfüttert mit Grundinformationen zum „Dritten Reich“, am Schluss ein nicht selten im Hinblick auf die heutige Wohlstandsgesellschaft und den „Zeitgeist“ kritisches oder mahnendes Resümee, das zum Nachdenken anregt.  

Genannt werden in der Regel die Lebensdaten, Geburtsort, Heimat, Ausbildung sowie beruflicher Werdegang. Den Schwerpunkt bilden Schlüsselerlebnisse mit den Nazis und die verschiedenen Formen des Widerstands bzw. Einzelaktionen, die Gründe der Verhaftung durch die Gestapo von „Feindradiohören“ über Verstöße gegen das „Heimtückegesetz“ und „Wehrkraftzersetzung“ bis zu streng verbotenen Formen der Seelsorge, welche oft Priestern zum Verhängnis wurden. Zur Sprache kommen auch Methoden der Überwachung, Verfolgung, des In-die-Falle-Lockens, Schwere der Folter, Drangsalierung und Peinigung, ebenso Art und nähere Umstände der Hinrich­tung oder im Überlebensfall das weitere Wirken nach Kriegsende einschließlich Sterbedatum.

Als besonders einprägsam erweisen sich wörtlich wiedergegebene Sätze der Todgeweihten, welche die Persönlich­keit und ihr Schicksal noch einmal wie in einem Lichtkegel erfassen.

HOHER BLUTZOLL DER PRIESTER

Unter den Glaubenszeugen ragen die Priestergestalten heraus. Da sie im Unterricht, in der Predigt und in der Seelsorge viel eher Farbe bekennen mussten als Menschen in anderen Berufen, gerieten sie auch schneller mit den Nazis in Konflikt; vor allem beliebte, wortgewaltige Jugendseelsorger (unter anderem Kurt Habich, Alexander Alef, Gerhard Hirschfelder, Bernhard Wensch), die junge Menschen für ein Leben aus dem katholischen Glauben zu begeistern wussten, waren für die Einpeitscher der Hitlerjugend eine lästige, gefährliche Konkurrenz, die es auszuschalten galt.

Anderer­seits mussten sie als Zölibatäre keine Rücksicht auf eine Familie nehmen und waren daher risikobe­reiter. Auch die vergleichsweise geringere Nähe der katholischen Kirche zum Staat machte sie „frei­er“. Der entscheidende Grund für den hohen Blutzoll dieser Berufsgruppe (ca. 4.000 Ermordete) dürfte in der Liturgie zu finden sein: Der Opfercharakter der heiligen Messe – so sieht es Werner –, der in vorkonziliarer Zeit noch im Vordergrund stand und dem der Priester bei der täglichen Zelebration „ausgesetzt“ war, ließ die Einsatzbereitschaft für den Nächsten und die totale Hingabe als etwas Selbstverständliches er­scheinen.

Verhaftet, gefoltert und hingerichtet wurden Priester unter anderem, weil sie in ihren Sonntagspredigten die grundsätzliche Unvereinbarkeit von Nationalsozialismus und katholischem Glauben hervorhoben und Rechtsverletzungen, Akte der Gewalt, Einschrän­kungen der Glaubensfreiheit und Religionsausübung kritisierten, Juden zur Flucht verhalfen, mit Verschwörern gegen das NS-Regime in Verbindung gebracht wurden sowie im Rahmen der Sakramentenspendung mit staatlichen Verboten kollidierten:

So stand auf Seelsorge, insbesondere die Einbeziehung von Polen, auf Taufe und Beichte in den Konzentrationslagern die Todesstrafe; in Einzelfällen bezahlten Priester wegen des gegenüber der Gestapo gewahrten Beichtgeheimnisses mit Haft und Misshandlungen (Josef Averesch, Emil Kiesel, Johann Steinmayr). Als extrem brutal ist die Hinrich­tung des Tiroler Pfarrers Otto Neururer dokumentiert, der im KZ Buchenwald an den Füßen am Fenstergitter aufgehängt wurde, bis nach 34 qualvollen Stunden der Tod eintrat.

TODESMUTIGE FRAUEN

Demgegenüber nimmt sich die Zahl der Laien – für die Gruppe der Männer seien stellvertretend der Südtiroler Eidverweigerer Josef Mayr-Nusser, der deutsche Oberst der Wehrmacht und „Judenretter“ Rudolf Graf von Marogna-Redwitz, der konvertierte württembergische Schriftsteller und Kulturkritiker Theodor Haecker genannt – und vor allem der 16 in das Buch aufgenommenen Frauen geringer aus; in ihrem furchtlosen Glaubenszeugnis, ihrer Entschlossenheit und Leidensbereitschaft stehen sie den Klerikern kaum nach.  

Während sich im Lehrerberuf die Männer auffallend anfällig für die neue Ideologie mit ihren sportlichen (Olympiade 1936) und wirtschaftlichen Erfolgen sowie technischen Neuerungen zeigten, verhielten sich ihre Kolleginnen in Deutschland und im seit 1938 „angeschlossenen“ Österreich weitgehend kirchentreu, manchmal sogar widerständisch gegenüber dem Nationalsozialismus.

BILD: Prälat H. Moll spricht über die katholisch-jüdische Märtyrerin Edith Stein

Für die katholische Seite stehen beispielhaft die promo­vierte Dozentin am Fürsorge-Seminar in Berlin-Friedenau Margarete Sommer, die als uner­schrockene „Judenretterin“ später mit dem Yad-Vashem-Titel „Gerechte unter den Völkern“ geehrt wurde, die schlesische Volksschullehrerin Charlotte Holubars, die Heppenheimer Re­ligionslehrerin Katharina Katzenmaier oder die Grundschullehrerin Änne Meier aus dem Saarland; die drei Letztgenannten wurden ins berüchtigte Frauen-KZ Ravensbrück (Provinz Brandenburg) deportiert, wo sie bestialischen Behandlungen durch die SS-Leute, aber auch perversen und kriminellen Mithäftlingen ausgesetzt waren.

Dort war ebenfalls Dr. Gertrud Luckner inhaftiert, die beim Deutschen Caritasverband im Auf­trag des Freiburger Erzbischofs Conrad Gröber unter anderem politisch oder rassisch Verfolgten un­terzutauchen und zu fliehen geholfen hatte; für ihr Lebenswerk wurde sie nach dem Krieg mehrfach ausgezeichnet.

Als „Engel“ von Konzentrationslagern sind wegen ihres unter Lebensgefahr geleisteten übermenschlichen Einsatzes in Form von Versorgung mit Essensra­tionen, Medikamenten, Tröstung der Mithäftlinge und Pflege der Kranken, Schmuggel- und Nachrichtendienst die Klosterschwester Angela Maria Autsch (Ravensbrück, Auschwitz), die Krankenschwester Maria Stromberger (Auschwitz) und die Klosterkandidatin Josefa Mack (Dachau) in dankbarer Erinnerung geblieben.

Viele Frauen, häufig Ordens­frauen, wurden ermordet, weil sie sich einer Vergewaltigung widersetzten, deren Anzahl der Hambur­ger Professor für Verfassungs- und Völkerrecht, Ingo von Münch, für die Jahre 1944/45 im Osten Deutschlands mit geschätzten 1,4 bis 1,9 Millionen angibt.

Zu ihnen zählt die in der Krankenpflege und Kinderfürsorge tätige „Graue Schwester“ M. Paschalis (Magdalena) Jahn, die als Zeugin der Menschenwür­de ein „Reinheitsmartyrium“ erlitt, als sie sich einem sowjetrussischen Soldaten mit den Worten „Erschießen Sie mich, Christus ist mein Bräutigam, nur ihm gehöre ich!“ verweigerte und von die­sem niedergestreckt wurde.

UNERSCHÜTTERLICHER GLAUBE

Was machte die Kriegsdienstverweigerer, Widerstandskämpfer, Judenretter, Saboteure des NS-Unrechtsstaats, Zeugen der Mitmenschlichkeit, Verteidiger christlicher Prinzipien und der Menschen­würde so stark, dass sie sogar ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten?

Zweifellos handelten sehr viele von ihnen aus einem gefestigten Glauben heraus, der ihnen zur damaligen Zeit noch von den kirchlichen Autoritäten und in der familiären Erziehung unverkürzt und geduldig ver­mittelt wurde. Papst, Bischöfe, Priester – die Front der Ablehnung der Rassenideologie und des menschenverachtenden Regimes war nahezu einhellig, wenn auch im praktischen Einzelfall die Vorgehensweise oder Reaktion unterschiedlich ausfallen konnte; das geschlossene katholische Milieu gewährleistete in­neren Halt.

Zu der für Nachgeborene sehr schwer zu beurteilenden Frage, wann öffentliche Bloßstellung und Verurteilung staatlicher Gewalt und Willkürmaßnahmen oder taktisches „Stillschweigen“ und Agieren im Verborgenen das richti­ge Mittel war, sei auf eine im Buch erwähnte Episode aus dem Leben des Clemens August Kardinal Graf von Galen verwiesen: Nach der sogenannten „Reichskristallnacht“ vom 9./10. November 1938 bot der Müns­teraner Oberhirte dem Rabbiner der dortigen Gemeinde an, auf die Kanzel zu gehen, um die gegen Juden verübten Gräueltaten öffentlich anzuprangern. Erst auf dessen inständige Bitte hin „Tun Sie’s nicht, sonst wird es ja noch schlimmer!“ verzichtete von Galen darauf.

BILD: Menora (siebenarmiger Leuchter) in der Synagoge von Münster

Auch die Tatsache, dass von 25.000 Priestern in Deutschland nur 0,34 Prozent als nazihörig einzustufen sind, während mehr als 12.000 von ihnen unter ständiger Überwachung durch die Geheimpolizei standen, spricht für sich. Bischö­fe wie der Berliner Konrad Graf von Preysing predigten den Gläubigen: Der einzelne Mensch darf niemals in der Rasse, im Volk, im Staat ganz aufgehen, weil er als Einzelner eine unsterbliche Seele hat. Solche Rede verfehlte ihre Wirkung nicht.

Wie sehr sich dessen nicht wenige Märtyrer im Angesicht des Todes vor ihrer Hinrichtung bewusst waren, bezeugen auf erschütternde Weise Abschiedsbriefe an Angehörige (meist Ehefrau, Kinder, Mutter), aus denen im Buch mehrfach zitiert wird: Die felsenfeste, versöhnte Gewissheit, im nächsten Augenblick vor Gott zu stehen und dass es ein freudiges Wiedersehen mit denen geben werde, die man jetzt im Leid zurücklassen muss, ist atemberaubend (Franz Jägerstätter, Josef Ruf, Wilhelm Paul Kempa, Rudolf Graf von Maro­gna-Redwitz, Anton Schmid, Karoline Maria Redler u. a.).

Sie hatten die Worte der Heiligen Schrift von Gottes Gericht und von der Verheißung, dass ihre guten wie schlechten Werke eine Ewigkeit lang gelten, verinnerlicht. Und vor allem: dass der Mensch im Ernstfall Gott mehr gehorchen muss als den Menschen.

„ANREGER“ ZUR VERTIEFENDEN LEKTÜRE

Eduard Werners sprachlich leicht verständliches, überlegt gegliedertes Buch würdigt mit seiner Sammlung nicht zuletzt in der öffentlichen Wahrnehmung unbekannt gebliebene Helden und Heldinnen, hinter deren Namen sich oftmals ein bewegendes Schicksal verbirgt.

Die umrisshaften Lebensbilder gehen verständlicherweise nicht in die Tiefe, sondern sind in erster Linie „Anreger“: Sie machen betroffen und laden dazu ein, sich anhand weiterer Literatur mit Leben, Kämpfen, Leiden und Sterben der fast ausnahmslos katholischen Glaubenszeugen eingehender zu befassen. Soweit es sich dabei um inzwischen hei­lig- oder seliggesprochene Personen handelt, wird man in dem von Professor Helmut Moll im Auf­trag der Deutschen Bischofskonferenz herausgegebenen (mit 100 Euro allerdings recht teuren) zweibändigen Werk „Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“ fün­dig.

Für die „Bekenner“, welche die Verfolgungen der Nazi-Diktatur überlebt haben, ist die Literatur kaum überschaubar. Im Literaturverzeichnis des Buches selbst sind Titel von einigen Opfern (zum Beispiel Jean Bernard, Theodor Haecker, Marianne Hapig, Theolinde Katzenmaier, Hermann Scheipers, Josef Spieker) und wichtigen Zeitzeugen (zum Beispiel Pinchas Lapide, Johannes Neuhäusler) aufgeführt.

Darüber hinaus geben die einzelnen Lebensschicksale dem Leser Anstöße, sich mit seinem eigenen Glaubenszeugnis zu konfrontieren und über Erscheinungsformen des Totalitarismus und der Diktatur in der Welt von heute nachzudenken. Enthauptet, aufge­hängt oder erschossen für sein Bekenntnis zum christlichen Glauben und sein konsequentes Handeln danach wird in Deutschland keiner mehr; die Methoden der Beseitigung politisch oder gesellschaftlich missliebiger Personen sind raffinierter und subtiler geworden. Soziale Vernichtung und mediale Hinrichtung sind nur zwei davon.

Eine Erstveröffentlichung (gekürzte Version dieser Besprechung von Thomas May) erschien im katholischen PUR-Magazin (Fe-Verlag, Kisslegg)

 

 


Bamberger Erzbischof Schick ist besorgt über die Lage der Christen in China

Anlässlich des diesjährigen Gebetstags für die Kirche im kommunistisch beherrschten China ruft der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Dt. Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), die Katholiken in Deutschland auf, für einen guten Verlauf der Verhandlungen zwischen der chinesischen Regierung und dem Vatikan zu beten. 

Zu den offenen Fragen, für die in dem geplanten Abkommen eine Lösung gesucht werde, gehöre ein Verfahren für die künftige Ernennung von Bischöfen. Derzeit gebe es in China mehr als 30 gültig geweihte katholische Bischöfe, die keine staatliche Anerkennung haben. Zudem gebe es sieben Bischöfe, die ohne Zustimmung des Papstes geweiht wurden.

Besorgt zeigt sich Erzbischof Schick über die im Februar dieses Jahres in Kraft getretenen Vorschriften zur Verwaltung der Religionen:

„Wenn religiöse Aktivitäten wie Glaubensunterweisung, Bibellesen oder gemeinsame Gebete mit harten Strafen belegt werden können, nur weil sie in Räumen stattfinden, die nicht vorher als religiöse Räumlichkeiten registriert worden sind, so liegt hierin eine gravierende Beschneidung der Religionsfreiheit.“

Er betont, dass die Christen in China mehr denn je auf das Gebet und die gelebte Solidarität der Weltkirche angewiesen seien: „Bezeugen wir unseren Schwestern und Brüdern in China, dass sie nicht vergessen sind, indem wir am 24. Mai gemeinsam mit ihnen für die Einheit und Freiheit der Kirche in China beten.“

Am 24. Mai jedes Jahres findet die traditionelle Wallfahrt zum größten chinesischen Marienheiligtum Sheshan in der Nähe von Shanghai statt. Die katholische Kirche begeht weltweit an diesem Datum den Gebetstag für die Kirche in China, den Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 eingeführt hat.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.bistum-regensburg.de/news/es-geht-darum-dass-die-christen-in-china-ihren-glauben-frei-praktizieren-koennen-erzbischof-schick-ruft-zum-gebet-fuer-die-kirche-in-china-am-24-mai-auf-6075/


Trier: Tagung mit Tschechiens Ex-Präsident Vaclav Klaus gegen das Marx-Denkmal

An diesem Wochenende findet anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx in Trier eine feierliche Enthüllung einer Karl-Marx-Statue statt. Diese war der Stadt vom kommunistischen Regime in China geschenkt worden. 

Dazu erklärt die AfD in einer Pressemeldung:

Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft sowie die AfD können dem kritiklosen Umgang mit Karl Marx wenig abgewinnen, der die tödlichen Folgen der marxistischen Ideologie völlig ausblendet.

Die AfD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz lädt deshalb am Freitag zu einer Veranstaltung mit Vaclav Klaus, dem ehem. tschechischen Staatspräsidenten, sowie Petr Bystron, AfD-Bundestagsabgeordneter, nach Trier ein.

BILD: Kritisches Buch über Marx vom Politikwissenschaftler Prof. Dr. Konrad Löw (480 Seiten, fest gebunden). Das fundierte Werk gibt es bei uns statt für 24,80 € (Ladenpreis) zum Sonderpreis von nur 9,80 €. 

Am Samstag gibt es zusätzlich einen Schweigemarsch, der gegen die am gleichen Tage stattfindende Enthüllung der Karl-Marx-Statue protestiert.

Dem Kommunismus, der so viel Leid über viele Völker gebracht hat, sollte kein Denkmal gesetzt werden.

Veranstaltungs-Daten: 

Freitag, 3. Mai 2018 um 19 Uhr: Vaclav Klaus (ehem. tschechischer Staatspräsident), Petr Bystron (MdB), Michael Frisch (MdL) und Uwe Junge (Fraktionsvorsitzender AfD im Landtag Rheinland-Pfalz) im Best-Western-Hotel, Kaiserstraße in Trier

Samstag, 4. Mai 2018 um 10 Uhr: Schweigemarsch der Jungen Alternative, AfD Trier, AfD Rheinland-Pfalz und AfD-Stadtratsfraktion Trier ab dem Viehmarkt Trier.