Berlin: Gedenkgottesdienst & Veranstaltungen für die koptischen Opfer in Libyen

Pressemitteilung des Koptischen Patriarchats in Deutschland:

Anläßlich der Enthauptung von 21 Kopten in Tripolis durch die „IS“ am letzten Sonntag beabsichtigt die Koptische Kirche in Deutschland in Berlin am kommenden Freitag, den 20. Februar, folgendes: 027_24

  •  Koptisch-Orthodoxer Gottesdienst in unserer Kirche am Roedeliusplatz 2 in 10365 Berlin-Lichtenberg: 11 – 12 Uhr
  •  „Agape-Mahl“, Besprechung des weiteren Ablaufs: 12 – 13 Uhr
  • Pressegespräch: 13 – 14 Uhr
  • Eintreffen am Berliner Dom und Schweigemarsch bis zum Brandenburger Tor: 14 Uhr
  • Kundgebung am Brandenburger Tor und Ende der Veranstaltung: 15,30 – 17 Uhr
  • Dr. Mohamed Higazy, der Botschafter Ägyptens, öffnet die Botschaft in Berlin, um zusammen mit Bischof Damian Kondolierende zu empfangen. Kondolenzbücher werden sowohl in der Botschaft als auch in der Koptischen Kirche in Berlin-Lichtenberg ausgelegt: 18 – 20 Uhr

Ein weiterer ökumenischer Wortgottesdienst ist Mitte nächster Woche geplant und wird bekannt gegeben.


Judenchristlicher Pater David Neuhaus SJ zum Tod der drei Schüler: „Tiefe Trauer“

Der Jesuitenpater David Neuhaus    –  er ist selber ein Sohn deutscher Juden  –   arbeitet als Vikar des lateinischen Patriarchats Jerusalem für die hebräischsprachigen Christgläubigen bzw. Katholiken jüdischer Herkunft. 8mJ4IBvC7SW4ceNRa4gnkg

Nach dem Mord an den jüdischen Jugendlichen Eyal, Gil-Ad  und Naftali sagte er: 

“Wir empfinden tiefe Trauer nach den gestrigen Ereignisse. Eine Trauer, die besonders schmerzt, weil wir in den vergangenen Tagen auf einen positiven Ausgang für die drei Schüler gehofft hatten.

Wir fühlen und mit den Angehörigen und den Freuden der Jugendlichen verbunden und beten zum HERRN, damit ER ihnen beistehen und die Kraft zum Weiterleben geben möge und sie in ihrem großen Schmerz tröste.“

Die drei Schüler waren in der Nähe von Hebron verschleppt worden. Ihre Leichen wurden gestern in der Nähe des Dorfes Halhul bei Hebron gefunden. Sie besuchten eine Schule in der jüdischen Kolonie.

Der Ordensmann erklärte weiter: „Wir leben in einem Kreislauf der Gewalt, der seit Jahrzehnten anhält und befürchten, dass das palästinensische Volk nun möglicherweise den Preis zahlen muss. Wir hoffen und beten dafür, dass die israelischen Verantwortlichen weise und weitsichtig handeln und nicht nur in die Vergangenheit blicken”.

Nach Ansicht des Paters sind die Aufrufe von Papst Franziskus zu Frieden und Aussöhnung besonders wichtig.

“Der Papst“, so P. Neuhaus “hat nie gesagt, dass es bereits Frieden gibt. Wir geben uns keiner Illusion hin und wir wissen, dass die Gewalt immer noch die Vorherrschaft hat und dass die Gesten des Papstes nur ein Versuch waren, Alternativen vorzuschlagen und aufzuzeigen.“

Quelle: Fidesdienst / Foto: Israelische Botschaft in Berlin


Israel: Zum Tod von Ariel Sharon

Am 11. Januar verstarb der ehemalige israelische Ministerpräsident Ariel Sharon im Krankenhaus in Tal HaSchomer.

Seitdem er im Januar 2006 nach einer Hirnblutung ins Koma gefallen war, hatte er nicht mehr das Bewusstsein erlangt.

Am Sonntag wurde der Sarg mit Sharons Leichnam vor der Knesset in Jerusalem aufgebahrt, damit die Öffentlichkeit von ihm Abschied nehmen konnte.

Am heutigen Montag, den 13. Januar, fand ab 9:30 Uhr die offizielle Trauerfeier statt, an der viele Staatsgäste aus dem Ausland teilnahmen, u.a. der US-amerikanische Vizepräsident Joe Biden und der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

Um 14 Uhr Ortszeit wurde Ariel Sharon auf seiner Farm Schikmim neben seiner Frau Lili beigesetzt.

KONDOLENZBUCH in der Israelischen Botschaft

In der Botschaft des Staates Israel in Berlin wird von heute an für drei Tage (13.1. bis 15.1.) ein Kondolenzbuch ausliegen, in das man sich jeweils von 13 bis 16 Uhr eintragen kann.

Präsident Shimon Peres erklärte am Samstag:

„Mein lieber Freund Arik Sharon hat heute seinen letzten Kampf verloren. Arik war ein tapferer Soldat und kühner Anführer, der sein Land liebte und den sein Land liebte. Er war einer der bedeutendsten Beschützer und wichtigsten Baumeister Israels. Er kannte keine Angst und fürchtete sich gewiss nicht vor Visionen. Er verstand es, schwierige Entscheidungen zu treffen und sie umzusetzen.

Wir alle haben ihn geliebt und werden ihn sehr vermissen. Ich spreche Familie Sharon mein Beileid aus. Möge er in Frieden ruhen.“

BILD: Präsident Peres legte am Samstag einen Kranz am Sarg Sharons nieder (Foto: GPO) 

Ministerpräsident Netanyahu sagte in Reaktion auf die Nachricht vom Tode Sharons:

„Der Staat Israel verneigt sich angesichts des Todes des ehemaligen Ministerpräsidenten Ariel Sharon. Ariel Sharon spielte für viele Jahre eine bedeutsame Rolle im Kampf um die Sicherheit des Staates Israel.

Er war vor allem anderen ein mutiger Kämpfer und herausragender General, und gehörte zu den größten Kommandanten, die die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte je sahen.

Von Jugend an diente er dem israelischen Volk auf dem Schlachtfeld, als Soldat im Unabhängigkeitskrieg, als Kommandant im Sinai-Feldzug 1956 und im Sechs-Tage-Krieg, bis hin zur Schlacht um den Suez-Kanal, wo er eine entscheidende Rolle spielte und die ein Wendepunkt im Yom-Kippur-Krieg war.

Nach seinem Ausscheiden aus der Armee arbeitete er weiter für das israelische Volk in vielen Regierungsämtern und als 11. Ministerpräsident des Staates Israel. Das Andenken an ihn wird für immer im Herzen der Nation bestehen.“

Der US-amerikanische Vizepräsident Joe Biden betonte in seiner Traueransprache, Sharon sei immer meinungsstark gewesen und habe eine klare Motivation gehabt:

„Wie alle bedeutenden Führungspersönlichkeiten hatte er einen Nordstern, der ihn leitete. Der Nordstern, von dem er nach meiner Beobachtung nie abwich. Sein Stern war das Überleben des Staates Israel und des jüdischen Volkes.“

BILD: Staatsgäste bei der Trauerfeier am Montag (Foto: GPO)

Der ehem. britische Premierminister Tony Blair zollte Israels ehemaligen Ministerpräsidenten ebenfalls Respekt und pries Sharons Leidenschaft im Kampf für das Wohlergehen des Staates Israel:

„Die gleiche eiserne Entschlossenheit, die ihn auf dem Feld auszeichnete, hatte er auch in der Diplomatie. Wenn dies hieß, zu kämpfen, dann kämpfte er, wenn es hieß, Frieden zu schließen, suchte er den Frieden.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel übermittelte Ministerpräsident Netanyahu ihre Anteilnahme am Tod Sharons. In einer Pressemitteilung erklärte sie:

„Ariel Scharon war ein israelischer Patriot, der sich große Verdienste um sein Land erworben hat. Mit seiner mutigen Entscheidung, die israelischen Siedler aus dem Gazastreifen abzuziehen, hat er einen historischen Schritt auf dem Weg zu einem Ausgleich mit den Palästinensern und zu einer Zwei-Staaten-Lösung getan.“

Der Vorsitzende der deutsch-israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe, nannte Sharon eine der „markantesten politischen Führungspersönlichkeiten Israels“.

Robbe sagte: „Scharon war Zeit seines Lebens stolz darauf, als Hardliner und Falke zu gelten. Als Konservativer ließ Scharon nie einen Zweifel an seinem Leitmotiv, nämlich sein Land mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen.

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin