Adventsfeier im Jahre 1000 mit streitbaren Nonnen und einem weinenden Bischof

Wie der hl. Bernward sich mit dem Kloster versöhnte

Am Fest des hl. Apostels Thomas, den 21. Dezember des Jahres 1000, kam Bischof Bernward von Hildesheim in das Kloster Gandersheim. Die berühmteste Ordensfrau dieser Benediktinerinnenabtei, Schwester Hroswitha, eine begnadete Dichterin, war wenige Monate zuvor gestorben.

Die Leitung des Klosters lag in den Händen einer ebenso klugen wie selbstbewußten Frau: der Äbtissin Gerberg, einer Schwester der Herzogin von Schwaben.

Der hl. Bischof Bernward, der Erzieher Kaiser Ottos III., stammte aus dem sächsischen Hochadel. 993 wurde er Bischof von Hildesheim. Er förderte und gründete Klöster. Die schulische Bildung lag ihm ebenso am Herzen wie die Unterstützung der Armen.

Um sein Bistum vor den Einfällen der Normannen und Slawen zu schützen, baute er Burgen und Stadtmauern. Bischof Bernward war jedoch vor allem ein Seelsorger, daneben aber auch ein sehr kunstsinniger Oberhirte.

Eigentlich hätten sich Äbtissin Gerberg und die Schwestern von Gandersheim freuen müssen, dass der Bischof sie besuchte. Ihre Freude hielt sich freilich in Grenzen.

Zwischen dem Bischof von Hildesheim und dem Kloster bestand ein Konflikt:

Während Bernward davon ausging, dass die Abtei zu seinem Bistum gehöre und damit auch seiner geistlichen Aufsicht unterstehe, waren Äbtissin und Konvent der Überzeugung, als kaiserliches Kloster habe nicht der Ortsbischof die Zuständigkeit, sondern der Metropolit und damit der Erzbischof von Mainz als Reichskanzler und Kurfürst.

Mainz war fern, und Hildesheim lag nah. Die sehr selbstbewußten Damen aus dem Adel machten Bischof Bernward deutlich, dass der Erzbischof von Mainz und nicht er hier das Sagen habe. Nun konnten sie ihn, nachdem er an ihre Klosterpforte kam, nicht abweisen. Damit hätten sie sich gegen die Gastfreundschaft versündigt, die der hl. Benedikt in seiner Regel sehr stark betont.

Bischof Bernward wurde mit der gebotenen Ehrfurcht empfangen, und da er den Gottesdienst feiern wollte, zog man zur Kirche.

Die Schwestern sangen altüberlieferte Weisen und Lieder, die Schwester Hroswitha gedichtet und vertont hatte. Man hätte meinen können, es sei nun aller Streit begraben, aber beim Gabengang kam es zu einem Eklat.

Die Schwestern, die dem Bischof die Gaben überreichen sollten, legten sie ihm nicht in die Hände, sondern vor die Füße. Manche behaupten sogar, sie hätten sie ihm vor die Füße geworfen.

Der mächtige Bischof Bernward war über diesen Affront bei der heiligen Messe so erschüttert, dass er zu weinen begann, sich niederkniete und für die Schwestern betete. Er war außerstande die Feier der heiligen Messe in dieser Atmosphäre des Streites fortzusetzen.

Äbtissin Gerberg und ihre Mitschwestern begriffen, dass man zu weit gegangen war. Es gab andere Wege, um eine von den Schwestern behauptete Rechtsunsicherheit zu klären. Es hätte sie gegeben, aber nach diesem Vorfall war man in der Schuld Bernwards.

Die Tränen Bernwards bewirkten, was sonst keine Macht der Welt fertiggebracht hätte, die Schwestern von Gandersheim unterstellten sich ohne Vorbehalt und unwiderruflich dem Bischof von Hildesheim und seinen Nachfolgern.

Bischof Bernward hat mit seinem Verhalten sehr viel anders reagiert, als es andere Bischöfe in seinem Fall getan hätten. Man war zur damaligen Zeit sehr schnell bereit, die Exkommunikation auszusprechen und den Bann zu verhängen.

Damit wäre das Kloster ohne die heilige Messe und ohne die Sakramente gewesen. Keine Glocke hätte mehr zum Gebet gerufen, und die Toten wären ohne ein christliches Begräbnis geblieben.

Das alles wurde den streitbaren Nonnen von Gandersheim erspart, weil sie sich von den Tränen des Bischofs Bernward rühren ließen.

Diese Episode der Geschichte zeigt, dass die Frauen des Mittelalters keine so untergeordnete Rolle in der Kirche spielten, wie häufig behauptet wird.

Die Geschichte stammt aus dem inhaltsreichen, sehr empfehlenswerten Weihnachts-Buch „Christ, der Retter ist da“ (siehe Foto) von Ludwig Gschwind – bestellbar hier für nur 5 Euro: https://www.fe-medien.de/Christ-der-Retter-ist-da

3. Foto: https://bistum-augsburg.de/Heilige-des-Tages/Heilige/BERNWARD-VON-HILDESHEIM

 


Paulus schildert den urchristlichen Konflikt zwischen Juden- und Heiden-Christen

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Gal 2,1-2.7-14:

Brüder! Vierzehn Jahre später ging ich wieder nach Jerusalem hinauf, zusammen mit Barnabas; ich nahm auch Titus mit. Ich ging hinauf aufgrund einer Offenbarung, legte der Gemeinde und im besonderen den „Angesehenen“ das Evangelium vor, das ich unter den Heiden verkündige; ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin.
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Im Gegenteil, sie sahen, dass mir das Evangelium für die Heiden anvertraut ist wie dem Petrus für die Juden – denn Gott, der Petrus die Kraft zum Aposteldienst unter den Juden gegeben hat, gab sie mir zum Dienst unter den Heiden  – und sie erkannten die Gnade, die mir verliehen ist.
Deshalb gaben Jakobus, Petrus und Johannes, die als die „Säulen“ Ansehen genießen, mir und Barnabas die Hand zum Zeichen der Gemeinschaft: Wir sollten zu den Heiden gehen, sie zu den Juden. Nur sollten wir an ihre Armen denken; und das zu tun, habe ich mich eifrig bemüht.
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Als Petrus aber nach Antiochia gekommen war, bin ich ihm offen entgegengetreten, weil er sich ins Unrecht gesetzt hatte. Bevor nämlich Leute aus dem Kreis um Jakobus eintrafen, pflegte er zusammen mit den Heiden zu essen. Nach ihrer Ankunft aber zog er sich von den Heiden zurück und trennte sich von ihnen, weil er die Juden fürchtete. Ebenso unaufrichtig wie er verhielten sich die anderen Juden, so dass auch Barnabas durch ihre Heuchelei verführt wurde.
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Als ich aber sah, dass sie von der Wahrheit des Evangeliums abwichen, sagte ich zu Petrus in Gegenwart aller: Wenn du als Jude nach Art der Heiden und nicht nach Art der Juden lebst, wie kannst du dann die Heiden zwingen, wie Juden zu leben?

Anhaltender Streit zwischen den USA und der Türkei wegen Pastor Brunson

Der  evangelische Pastor Andrew Craig Brunson stammt aus den USA und wurde in der Türkei verhaftet wegen angeblicher Komplizenschaft mit Anti-Erdogan-Kreisen. Am 25. Juli wurde er aus dem Gefängnis entlassen und konnte auf Bewährung in sein Haus in Izmir zurückkehren, wobei er einen weiteren Urteilsspruch erwartet.

Die Gewährung des Hausarrests für Brunson wurde vom Gericht in Izmir erwirkt, als der Präsident Erdogan sich außer Landes befand.

Die Causa Brunson hat eine neue Eskalation im Disput zwischen USA und Türkei losgetreten, der seit langem die Grenzen des Einzelfalls überschritten hat.

US-Präsident Doald Trump hat erneut den Ton im Fall Brunson verschärft: Am 26. Juli definierte er den Pastor auf Twitter als „einen großen Christen, einen Familienmenschen und ein wunderbares menschliches Wesen“ , der „schweren Leiden unterworfen ist“, und forderte seine umgehende Freilassung.

Auch US-Vizepräsident Mike Pence hat bekräftigt, dass Brunson unschuldig sei, dass es keine glaubhaften Beweise gegen ihn gebe, und mit umfassenden Sanktionen gegen die Türkei gedroht, falls keine schnellen Schritte für eine beschleunigte Freilassung erfolgen.

Die türkische Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Außenminister Mevlut Cavusoglu hat zurück getwittet: „Niemand kann die Türkei zu etwas zwingen“ und das von Erdogan regierte Land toleriere „von niemandem Drohungen“.

Der Fall stand auch im Mittelpunkt von Gesprächen zwischen amerikanischen und türkischen Diplomaten.

Pastor Brunson ist Leiter der evangelischen Wiederauferstehungskirche in Izmir; er war im Oktober 2016 von der türkischen Einwanderungsbehörde zusammen mt seiner Frau, Lyn Norine, einbestellt worden.

Anfänglich wurde dem Ehepaar mitgeteilt, es müsse die Türkei verlassen mit der vagen Begründung, sie hätten Mittel vom Ausland erhalten, um missionarische Initiativen zu finanzieren.

Danach wurde die Ausweisung in eine Haftstrafe verwandelt. Am 28. September 2017 erklärte Erdogan, den evangelischen Pfarrer nur dann freizulassen, wenn die US-Behörden Fethullah Gülen, der seit 1999 als Flüchtling in den USA lebt, an die Türkei überstellen.

Mit der Zeit wurden die angeblichen Straftaten Brunsons als immer schlimmer dargestellt: Geheime Zeugen, die vom Gericht in Izmir ernst genommen wurden, beschuldigten Brunson sogar, die Entstehung eines Phantom-Staates namens „kurdischer Christenstaat“ zu unterstützen, dessen Aufgabe es sei, auch Teile türkischen Territoriums zu besetzen.

Quelle: Vatikanischer Fidesdienst


Fakten zur einseitigen EU-Kennzeichnung gegen Israel: „Die EU sollte sich schämen“

Am 10. November 2015 hat das Europäische Parlament mit großer Mehrheit einem Antrag zugestimmt, der „Richtlinien zur Kennzeichnung von israelischen Siedlungsprodukten“ vorschreibt  –  aus Gebieten, die als Folge des Sechs-Tage-Krieges 1967 unter israelische Kontrolle gerieten.

Der israelische Ministerpräsident Netanyahu reagiert darauf mit den Worten: „Dies ist ungerecht. Es ist einfach eine Verzerrung der Wahrheit und der Logik und ich glaube, dass dies auch dem Frieden schadet. Die Wurzel des Konflikts sind nicht die Gebiete und die  Siedlungen. Wir haben ein historisches Gedächtnis, was geschehen ist, als Europa jüdische Produkte kennzeichnete.“

Grafik: Von über zweihundert umstrittenen Gebieten weltweit hat sich die EU allein Israels Siedlungsprodukte ausgesucht

Zudem erkärte der Premier: „Die Kennzeichnung von Produkten des jüdischen Staates durch die Europäische Union, bringt dunkle Erinnerung zurück. Die EU sollte sich vor sich selbst schämen. Sie traf eine unmoralische Entscheidung.

Von den Hunderten von territorialen Konflikten in der Welt, hat sie sich entschieden, Israel auszusondern und nur Israel, während es mit dem Rücken zur Wand gegen die Terrorwelle kämpft. Die EU wird der israelischen Wirtschaft nicht schaden. Sie ist stark genug, um dies zu überstehen, aber es sind die palästinensischen Arbeiter, die in den israelischen Unternehmen in Judäa und Samaria arbeiten, denen geschadet wird.“


Ukraine-Konflikt: Rußland sieht seine Interessen durch den Westen gefährdet

Analyse von Dr. Markus Ehm (Hanns-Seidel-Stiftung):

Der Machtwechsel in Kiew wird in Russland von der Regierung und großen Teilen der Bevölkerung ähnlich eingestuft: als gewaltsamer Staatsstreich. Die Bevölkerung spricht sich zudem für eine Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der Ukraine aus.  050504-08_Heimat-und-Brauchtum_Messestand_190_07

Als Folge der politischen Neuorientierung im Nachbarland sieht Russland seine geopolitischen Interessen stark gefährdet; Kulminationspunkt dieser Befürchtung ist der Verlust der Krim als Standort für die Schwarzmeerflotte.

FOTO: Infostand der Hanns-Seidel-Stiftung

Der Konflikt mit dem Westen und der Ukraine könnte nach Einschätzung des Autors in einen friedlichen Kompromiss münden.

1. Russlands Auffassung über den Regierungswechsel in der Ukraine

Aus der Sicht der russischen Regierung fand in der Ukraine ein gewaltsamer Staatsstreich statt. Moskau lehnt den Dialog mit der geschäftsführenden Staatsführung ab und fährt die zwischenstaatlichen Kontakte auf eine niedrigere protokollarische Ebene zurück.

Russische Gesprächspartner aus dem Umfeld der Staatsduma skizzieren die Absichten der neuen Regierung in Kiew in den dunkelsten Farben. Die neue Staatsspitze in Kiew stütze sich auf westukrainische Nationalisten um den extremistischen und militanten „Rechten Sektor“ und die rechtsradikale Partei „Freiheit“. Deren Ziel sei es, nach der seit Januar gewaltsamen Eroberung des Maidan nun das gesamte Land rücksichtslos auf Linie zu bringen.

Als Musterbeispiel für die angeblich radikalen und intoleranten Absichten wird am häufigsten die sofortige Abschaffung des ukrainischen Sprachengesetzes angeführt, das Minderheiten bei einem zehnprozentigen Bevölkerungsanteil in einer bestimmten Gegend die Möglichkeit gab, ihre Sprache als Amtssprache zu benutzen. Dies habe zur Eskalation im Osten des Landes wesentlich beigetragen.

Tatsächlich räumen auch kremlkritische Gesprächspartner des Autors in Moskau ein, dass die Annullierung dieses Gesetzes ein Fehler war, sehen jedoch die Nationalisten nicht in der führenden Rolle auf dem Maidan. Dies tun aber gegenwärtig praktisch alle Vertreter der politischen Elite Russlands

Sie sagen, dass bei der Wahl des provisorischen ukrainischen Staatspräsidenten der paramilitärische „Rechte Sektor“ das Parlament umstellt und „unschlüssige“ Abgeordneten gezwungen habe, für Oleksandr Turschinow zu stimmen. Nicht zuletzt deshalb habe keine freie Willensäußerung vorgelegen, weshalb der im Westen akzeptierten Staatsführung die demokratische Legitimation fehle.

Diese Auffassung werde auch dadurch bestätigt, dass sich die neue Regierung weigere untersuchen zu lassen, wer die Scharfschützen auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz in Stellung gebrachtvhabe.

Für den Kreml ist eindeutig, wer tatsächlich die Macht auf dem Maidan hatte: aggressive Nationalisten und keineswegs die Zehntausende gegen den Staatspräsidenten Wiktor Janukowitsch protestierenden Demonstranten.

FORTSETZUNG des Beitrags HIER: http://www.hss.de/fileadmin/media/downloads/Berichte/140311_PB_Russland_Ukraine.pdf
Quelle für Text und Foto: http://www.hss.de/

Wir danken der Hanns-Seidel-Stiftung für die Genehmigung zur Veröffentlichung dieses Artikels