USA: Projekt zur Bespitzelung der Kardinäle

Von Felizitas Küble

Auf dem neokonservativen und erscheinungsbewegten Nachrichtenportal „Kath.net“ wurde gestern eine neue Initiative aus den Vereinigten Staaten geradezu bejubelt: http://kath.net/news/65343

Der österreichische Chefredakteur Roland Noe´ mit Nicknamen „Gandalf“ erklärt dazu enthusiastisch bei den Leserkommentaren: „Ich sag nur: Die STUNDE der LAIEN hat geschlagen 😉 Auf die USA kann man wirklich stolz sein!“

Die sogenannte „Stunde der Laien“ hat auf Kath.net bereits vor über fünf Wochen geschlagen – siehe damals unsere Kritik: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/23/generalverdacht-gegen-die-priesterschaft/

Der Titel des neuen Artikels klingt zunächst recht seriös: „US-Laien-Organisation kündigt Untersuchung aller Kardinäle an!“

Ja, wer möchte das nicht gutheißen?

Sodann heißt es: „Katholische Laien haben genug von Vertuschungen von Missbrauchsfällen durch Kardinäle. „The Better Church Governance Group“ erstellt bis 2020 einen “Red Hat Report”. Dabei werden etwa 100 Journalisten und ehemalige FBI-Mitarbeiter mitarbeiten.“

Auch erfahrene Geheimdienstler spielen also mit bei diesem Projekt, das 1,1 Millionen US-Doller für „Nachforschungen“ kostet, wobei „alle 124 zukünftigen Papst-Wähler genau unter die Lupe genommen“ werden sollen. 

Der Gründer und Leiter des Projekts ist Jacob Imam, der vor drei Jahren vom Islam zur katholischen Kirche konvertierte. Hierbei stellt sich die Frage, ob eine sage und schreibe dreijährige Erfahrung im christlichen Glauben eine sonderlich gediegene Basis ist, um solch eine ehrgeizige Initiative anzuführen…

Der Ex-Muslim möchte sich zunächst die Kardinäle vorknöpfen, weshalb die Bespitzelungs-Aktion als „Red-Hat-Report“ (Roter-Hut-Bericht) bezeichnet wird. Geht es hierbei schon um die nächste Papstwahl?

Genau das – denn es heißt weiter: „Im Endbericht ist ein Rating für jeden Kardinal vorgesehen.“  – Sollen die Kardinäle beim nächste Konklave erst die „Rating-Liste“ dieser Organisation studieren, bevor sie „ans Werk“ gehen?

Abschließend schreibt „Kath.net“: „Auf die Frage bei der Gründungsveranstaltung, ob auch mögliche homosexuelle Kardinäle bekannt gemacht werden sollen, erklärte der Direktor, dass man bei entsprechenden Gerüchten dies sehr sorgfältig anmerken werde.“

Wie bitte? „Gerüchte“? – Gehts noch?

Wenn dies geschieht, wird nicht einmal das ABC der Fairneß eingehalten, denn das „Hörensagen“ hat für eine gerechte und sorgfältige Wahrheitsfindung nichts zu bedeuten.

Die ganze Aktion scheint zudem auch praktisch gesehen auf Sand gebaut:

Die Initiative wird kaum an brisante Akten und Internas herankommen – mit welchem juristischen Recht auch? Schließlich handelt es sich weder beauftragte Kirchenrechtler noch um Rechtsanwälte bei der Bearbeitung einer Strafcausa. Was bleibt also übrig für eine „Durchleuchtung“? Das Sammeln von Zeitungsberichten (was nichts Neues bringt) und das Einsammeln von Indiskretionen und Spekulationen, was vielleicht etwas Neues, aber wohl kaum etwas Seriöses erbringt.

Auch bei der Erforschung von Mißbrauchsfällen gilt immer noch das sittliche Prinzip: Der Zweck heiligt nicht die Mittel.

Abschließend eine aufschlußreiche Beobachtung:

Während sich Neo-Konservative wie „Kath.net“ und Traditionalisten wie „Katholisches.info“ ansonsten in Distanz, ja Abneigung gegenüberstehen, sind sich diese beiden so unterschiedlichen Strömungen bei diesem Thema wunderbar einig – denn auch auf der bekanntesten Tradi-Seite wird das Projekt völlig kritiklos, ja betont wohlwollend präsentiert: https://www.katholisches.info/2018/10/alle-kardinaele-werden-durchleuchtet/

Dort ist man freilich insofern ehrlicher, als ausdrücklich zugegeben wird, daß es keineswegs nur um die Erforschung von Mißbrauchsproblemen geht, sondern um eine allgemeine „Durchleuchtung“ von Kardinälen: „Insgesamt sollen Informationen gesammelt werden, um Biographien und Dossiers über die einzelnen Papstwähler zur Verfügung zu stellen.“

 

 


Internationale Debatte um das Konklave 2013: Gab es zuvor ein „Team Bergoglio“?

Die bemühten Versuche der „Sala Stampa“, das Thema „Lobbying beim Konklave 2013“ aus der Öffentlichkeit verschwinden zu lassen, wollen nicht gelingen. media-521118-2

Nachfolgend eine Übersetzung des Artikels von Marco Tosatti in der italienischen Zeitung „La Stampa“ zum Thema Konklave 2013: zum Original klicken
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Das KONKLAVE und das TEAM BERGOGLIO:
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„Etliche Websites der angelsächsischen Welt haben in den vergangenen Tagen einen „Fall“ veröffentlicht, der sich auf die von Austen Ivereigh geschriebene Papst-Franziskus-Biographie bezieht, die in Italien bei Mondadori unter dem Titel „Zeit der Barmherzigkeit. Leben des Jorge Mario Bergoglio“ erscheint.   Petrischlüssel
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Hier also die Geschichte dieses merkwürdigen Falles, in dessen Zentrum die Wochen vor dem Konklave 2013 stehen.
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In dem Buch wird bekräftigt, daß eine bestimmte Gruppe von Kardinälen, die der Autor „Team Bergoglio“ nennt, sofort nach dem Rücktritt Benedikts XVI damit begann, ein Netz zu spinnen, um den Erzbischof von Buenos Aires auf dem Thron Petri zu installieren.
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Diese Causa wurde vom Daily Telegraph veröffentlicht und in der Folge von diversen Web-Sites übernommen.
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Was nun im Daily Telegraph berichtet wurde, bringt ein Problem mit sich: es widerspricht den Regeln des Konklaves, bekräftigt durch „Universi Dominíci Gregis“, Nr. 81:
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„81. Die wahlberechtigten Kardinäle müssen sich außerdem jeder Form von Verhandlungen, Verträgen, Versprechen oder sonstiger Verpflichtungen jeder Art enthalten, die sie binden können, einem oder einigen die Stimme zu geben oder zu verweigern.
 
Käme es tatsächlich dazu, so erkläre ich eine solche Bindung für nichtig und ungültig, auch wenn sie unter Eid eingegangen worden wäre, und niemand soll verpflichtet sein, sich daran zu halten; ich belege ab sofort die Übertreter dieses Verbotes mit der Exkommunikation latae sententiae. Dennoch beabsichtige ich nicht zu verbieten, daß während der Sedisvakanz ein Gedankenaustausch über die Wahl stattfinden kann.
 
82. Desgleichen untersage ich den Kardinälen, vor der Wahl Wahlkapitulationen einzugehen, d.h. gemeinsame Abmachungen zu treffen mit dem Versprechen, sie für den Fall einzulösen, daß einer von ihnen zum Pontifikat erhoben würde. Auch solche Versprechungen, sollten sie vorkommen, erkläre ich für nichtig und ungültig, selbst wenn sie unter Eid abgegeben worden wären.“
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Nach dem Dafürhalten einiger Beobachter wäre ein „Team Bergoglio“ ein Fall für das kanonische Recht (Kirchenrecht) hinsichtlich der Gültigkeit der Wahl Bergoglios.
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Quelle und vollständiger Artikel in diesem katholischen Frauen-Blog: http://beiboot-petri.blogspot.de/2014/12/der-fall-team-bergoglio-das-konklave.html#more
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Weitere Ergänzung hier: http://beiboot-petri.blogspot.de/2014/12/die-parabel-vom-rucktritt-und-den.html

Kritik am Konklave: Die „Süddeutsche Zeitung“ verteilt wieder Seitenhiebe

Von Felizitas Küble

Die linksliberale „Süddeutsche Zeitung“ will auf ihre traditionellen Sticheleien gegen die katholische Kirche auch jetzt ungern verzichten; ihr Redakteur Matthias Dobrinski gab sie am 1. März online unter dem Titel „Geheimnistuerei als Instrument der Macht“  zum Besten. 

Foto: Kopten ohne GrenzenDie vorwurfsvolle Überschrift gibt bereits den Ton an und beweist zugleich das theologische Unverständnis des Autors, denn daß die Wahl eines neuen Papstes nicht unter den Augen und dem Getöse der Weltöffentlichkeit stattfindet, hat nachvollziehbare religiöse Gründe:

Die Kardinäle sollen in Ruhe und Besonnenheit  – und vor allem durch Gebet in aller Stille  –  dem Willen Gottes nahekommen und den Heiligen Geist herabflehen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche soll frei von Intrigen, Lobbygruppen und Druck von außen gewählt werden.  Selbst die Vorschläge und Ansichten der „Süddeutschen Zeitung“ spielen im Konklave einfach keine Rolle.

Das mag eine herbe Enttäuschung für SZ-Redakteure und all jene sein, die zwar selten ein Gotteshaus von innen sehen, aber umso lieber von außen in die katholische Kirche hineinregieren würden, um sie flugs nach ihren linksgestrickten Vorstellungen umzugestalten.

Das Münchner Blatt schreibt gleich einleitend: „Die katholische Kirche setzt immer noch bewusst auf geheimnisvolle Riten. Dabei sollte sie lieber mehr Offenheit pflegen.“

Die schlichte Tatsache, daß sich Kardinäle zwecks Papstwahl zu Gebet und Stille zurückziehen, wird von Dobrinski wie folgt kommentiert:

„In wenigen Tagen wird das Mittelalter in die Moderne zurückkehren. Mehr als hundert Männer, 53 bis 80 Jahre alt, ziehen in die Sixtinische Kapelle ein, sie singen „Komm Schöpfer Geist“ – veni creator spiritu.“

Immerhin kommt dem SZ-Redakteur ein psychologischer, wenngleich eher oberflächlicher Aspekt in den Sinn: „Manchem wird die Zeit der Abgeschiedenheit eine willkommene Auszeit vom Stress des Alltags sein.“    –  Zudem räumt er ein: „Das ist eine der Stärken der katholischen Kirche: Ihr stehen Riten zur Verfügung, die das Alltägliche vom nicht Alltäglichen scheiden.“

Daß jedoch die Pressewelt mit ihren Debatten und Zwischenrufen nicht mitmischen kann, gefällt Dobrinski keineswegs:

„Problematisch ist nicht das Konklave, problematisch ist die Geheimnistuerei rund um die Versammlung. Nichts soll im Vorfeld offen diskutiert werden, alles soll vor der bösen und missgünstigen Welt verborgen bleiben. Warum sollten die Kardinalsdebatten vor dem Konklave nicht öffentlich sein, nicht der Untersuchungsbericht zur Vatileaks-Affäre?  Die katholische Kirche könnte die Zeit zwischen den Päpsten zur offenen Debatte über ihre Zukunft nutzen. Denn die Wahl, die die Männer in Purpur in den kommenden Tagen da treffen müssen, wird eine Richtungswahl sein“.

Eben  –  und für eine gute „Richtungswahl“ benötigt die katholische Kirche den Heiligen Geist und nicht den Ratschlag der „Süddeutschen Zeitung“.

 Foto: Koptisch.wordpress.com


Kardinal Ratzinger kurz vor seiner Wahl zum Papst: „Mir wurde ganz schwindelig zumute…“

„Wir sind nicht für die Bequemlichkeit, sondern für das Große, für das Gute geschaffen.“

Es begann mit einem „Fallbeil“  –  so formulierte es der neue Papst vor 8 Jahren kurz nach seiner Wahl bei einer ersten Audienz für deutsche Pilger:

„Als langsam der Gang der Abstimmungen mich erkennen ließ, dass sozusagen das Fallbeil auf mich herabfallen würde, war mir ganz schwindelig zumute. Ich hatte geglaubt, mein Lebenswerk getan zu haben und nun auf einen ruhigen Ausklang meiner Tage hoffen zu dürfen. 1_0_668126

Ich habe mit tiefer Überzeugung zum HERRN gesagt: Tu mir dies nicht an! Du hast Jüngere und Bessere, die mit ganz anderem Elan und mit ganz anderer Kraft an diese große Aufgabe herantreten können.“

Doch ein Mit-Kardinal habe ihm in diesem Moment einen kleinen Brief zugeschoben, der dem Zögernden ins Gewissen redete:

„Der Mitbruder schrieb mir: Wenn der HERR nun zu Dir sagen sollte „Folge mir“, dann erinnere Dich, was Du gepredigt hast. Verweigere Dich nicht!  Sei gehorsam, wie Du es vom großen heimgegangenen Papst gesagt hast.  –  Das fiel mir ins Herz. Bequem sind die Wege des HERRN nicht, aber wir sind ja auch nicht für die Bequemlichkeit, sondern für das Große, für das Gute geschaffen.“

Quelle (Text/Foto): Radio Vatikan