Will der Vatikan die gläubigen Katholiken Chinas an die Kommmunisten verraten?

Mathias von Gersdorff

In ihrer Ausgabe vom 11. April 2018 berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, dass Papst Franziskus selber auf eine Einigung des Vatikans mit dem kommunistischem Regime Rotchinas drängt.

Kardinal Joseph Zen, der prominenteste Gegner eines fatalen Konkordates zwischen dem Vatikan und Rotchina unter den gegenwärtigen Umständen, betonte in einem Vortrag in Bonn anlässlich der Verleihung des „Stephanus-Preis für verfolgte Christen“, dass Kardinalstaatssekretär Parolin ein Abkommen vorantreiben wolle, das eine weitgehende Übergabe der katholischen Untergrundkirche in China in die Hände der Kommunisten vorsieht.

Wie die FAZ schreibt, will Papst Franziskus damit einen großen diplomatischen Coup landen. Ähnliches hatte er schon in Kolumbien in den Verhandlungen der Regierung mit den kommunistischen Farc erreicht. Die linke Farc-Guerilla konnte alle ihre Forderungen durchsetzen, ohne von ihrer marxistischen Ideologie abrücken zu müssen.

Das Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba im  Jahr 2015 war ebenfalls sehr günstig für die kommunistische Regierung.

Ob nun Papst Franziskus hinter den letzten diplomatischen Demarchen des Vatikans stand oder nicht, ist zumindest für die Zukunft zweitrangig.

Als die „Katholische Nachrichtenagentur“ Kardinal Zen fragte, ob er „fest überzeugt sei, dass der Papst nur schlecht informiert“ ist, antwortete Zen: „Inzwischen ist er es nicht mehr. Inzwischen ist er in Sorge über die Angelegenheit. Am Anfang waren da nur Leute, die einem solchen Abkommen das Wort redeten. Doch immer mehr besonnenere, ältere Leute haben ihn mittlerweile gewarnt. Ich denke, der Papst ist vorsichtiger geworden.“

Das vorgesehene geplante Konkordat wird deshalb so scharf kritisiert, weil die katholische Kirche praktisch keinen Einfluss auf die Ernennung von Bischöfen hätte. Der Papst bekäme maximal ein Veto-Recht. Zudem hat die chinesische Regierung in den letzten Monaten unmissverständlich klargemacht, dass sie die totale Kontrolle über die katholische Kirche erreichen will; sie duldet keine Unabhängigkeit.

Die Untergrundbischöfe würden vom Staat zwar akzeptiert werden, doch die bestehende Bischofskonferenz der „Patriotischen Kirche“ ist nichts anderes als eine staatliche Behörde. Zudem hat China die Religionsgesetze verschärft, den Verkauf von Bibeln erheblich erschwert und eine halbwegs unabhängige Kommission für Religionsfragen aufgelöst. In der Karwoche wurde schließlich der Untergrundbischof Guo Xijin verhaftet, um seine Beteiligung an den liturgischen Feiern der Osterwoche zu verhindern.

Für Kardinal Zen ist es unverständlich, dass der Vatikan unter solchen Umständen verhandeln will. Es kann nur ein fauler Kompromiss herauskommen, der die katholischen Interessen in China massiv belasten wird und der einen Verrat an den eigenen Gläubigen darstellt.

Quelle: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2018/04/faz-papst-franziskus-drangt-auf.html


Konkordat zwischen Vatikan und Ost-Timor: Kath. Kirche förderte die Unabhängigkeit

Am kommenden 15. August 2015 feiert Ost-Timor das 500-jährige Jubiläum der Evangelistisierung. Am selben Tag soll das Konkordat zwischen Osttimor und der katholischen Kirche unterzeichnet werden. Im Auftrag des Papstes wird Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin die Vereinbarungen unterzeichnen. bildma1

Die Evangelisierung begann mit der Ankunft der Portugiesen auf der Insel im Jahr 1615.

Über das Konkordat habe man seit 2006 verhandelt, doch erst vor zwei Monaten seien die Verhandlungen angeschlossenen worden, erklärte Premierminister Rui Maria de Araujo.

„Osttimor ist eines der Länder mit der größten katholischen Prägung”, so Araujo, der hinzufügte, dass der Katholizismus und die portugiesische Sprache „die beiden Elemente sind, die unsere Identität als Nation geformt haben und das ist gut so”.

In einer offiziellen Verlautbarung erinnert die Regierung daran, dass die katholische Kirche in den vergangenen 500 Jahren „einen großen spirituellen, menschlichen und materiellen Beitrag unter der Bevölkerung geleistet und dadurch ausschlaggebend zum Prozess der Unabhängigkeit beigetragen hat“.

Quelle: Fidesdienst


Die „Kölner Kircheninitiative“ plädiert für Bischofswahl durchs Kirchenvolk

Die „Kölner Kircheninitative“ fordert eine stärkere Beteiligung des Kirchenvolkes an der Bischofswahl und macht dafür einen konkreten Vorschlag: Aus der Dreier-Liste, die aus Rom kommt, sollen die Domkapitulare den wählen, den das Volk will. bischof

Nun zeugen diese Ideen von einer gewissen Kreativität, haben aber nichts, wie behauptet wird, mit alten Formen der Volksbeteiligung zu tun, die nebenbei schon im hohen Mittelalter kaum mehr als Formalien waren. Die Kirche kannte früher nämlich die Akklamation:

Das Volk bestätigt die Wahl des Kandidaten. Das dahinterstehende Prinzip kommt aus der Zeit der römischen Republik, wo die Volksversammlungen dem zustimmen durften, was der Senat sich ausgedacht hatte. Beteiligung in unserem heutigen Sinne war das also nicht.

Politikertypen in der Kirchenleitung?

Jetzt zum aktuellen Fall. Wenn das Volk dem Domkapitel vorschlägt, wen von den aus Rom Übersandten es zu wählen hat, dann wählt faktisch nicht mehr das Domkapitel, sondern das Volk, genauer die Gremien, den Kandidaten aus.

Faktisch müssen sich dann die drei in Frage kommenden Kandidaten einer Art Wahlkampf stellen und erklären, warum sie denn Bischof werden sollten. Es wird also nicht jener gewählt, der am besten geeignet ist, es aber eigentlich nicht will, sondern derjenige, der es will und sich am besten verkaufen kann – wie in der Politik eben. 

Im Konkordatsrecht steht: „Unter Würdigung dieser Listen benennt der Heilige Stuhl dem Kapitel drei Personen, aus denen es in freier, geheimer Abstimmung den Erzbischof oder Bischof zu wählen hat.“

Wenn das Domkapitel sich verpflichtet, den zu wählen, den die Gremien bzw. das Volk will, ist diese Wahl dann noch frei und geheim?

QUELLE und vollständiger Text hier: http://demut-jetzt.blogspot.de/2013/12/wir-wollen-ein-kurzkommentar-zur-kolner.html