Uni Mainz sucht Teilnehmer von 11 bis 17 Jahren für Studie über Ängste/Beschwerden

Etwa 25 Prozent aller Kinder und Jugendlichen leiden unter wiederkehrenden körperlichen Beschwerden wie zum Beispiel anhaltenden Bauch- oder Kopfschmerzen. Das häufige Auftreten und die damit verbundenen psychosozialen Beeinträchtigungen der Betroffenen sowie die gesundheitsökonomischen Folgen stehen in Kontrast dazu, dass Störungen mit körperlichen Symptomen im Kindes- und Jugendalter in der Forschung ein vernachlässigter Bereich sind.

Das Psychologische Institut der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (JGU) führt daher eine Studie durch, um mehr über Kinder und Jugendliche mit körperlichen Beschwerden zu erfahren.

Dazu sucht die Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren für drei Untersuchungsgruppen:
– Kinder und Jugendliche mit körperlichen Beschwerden
– Kinder und Jugendliche mit Ängsten oder Sorgen und
– Kinder und Jugendliche ohne körperliche Beschwerden oder Ängste als Kontrollgruppe

Die Studienteilnehmer/innen erhalten eine angemessene Aufwandsentschädigung. Wenn gewünscht, geben die Studienleiter zudem eine individuelle Rückmeldung zum Untersuchungsbefund.

Fragen zur Studie oder Anmeldungen können per Mail an Studie-klinische-Psychologie@uni-mainz.de gesendet werden.

Kontakt:
Dr. Stefanie Jungmann, 55099 Mainz

Tel. o6131 39-39201
E-Mail: jungmann@uni-mainz.de

https://klipsy.uni-mainz.de/

 

 


Israelische Studie belegt: Parkinson-Kranke können besonders kreativ sein

Ärzte auf der ganzen Welt haben festgestellt, dass Menschen, die wegen Parkinson behandelt werden, ein ungewöhnliches Interesse an Kunst zeigen und ihre künstlerischen Seiten ausdrücken wollen. Israelische Forscher haben nun zum ersten Mal versucht, einen wissenschaftlichen Grund für dieses Phänomen zu finden.

BILD: Professorin Rivka Inzelberg (Foto: Nir Keidar)

Professor Rivka Inzelberg von der Sackler-Fakultät für Medizin der Tel Aviv Universität erklärte zu ihrer Studie:

„Es begann mit meiner Beobachtung, dass Parkinson-Patienten ein besonderes Interesse an Kunst haben. Sie haben kreative Hobbys, die unvereinbar sind mit ihren körperlichen Einschränkungen.

In meiner letzten Forschungsarbeit haben wir die erste umfassende Studie zur Messung des kreativen Denkens bei Parkinson-Patienten durchgeführt. Dies war keine leichte Aufgabe: Wie misst und bestimmt man nämlich Kreativität? Wir selbst mussten dafür kreativ werden.“

Für die Studie führten Inzelberg und ein Team aus Forschern von der Universität Tel Aviv, dem Sheba Medical Center und der Bar-Ilan-Universität eine Serie von Tests mit 27 Parkinson-Patienten durch. Alle Patienten nahmen Medikamente gegen Zittern.

Die Wissenschaftler vergleichen die Resultate der Patienten mit einer Testgruppe von Menschen, die vom Alter und ihrer Bildung her zu den Personen der ersten Gruppe passten, jedoch nicht an Parkinson litten.

Die Gruppen absolvierten verschiedene Kreativitätstests, wie zum Beispiel den der Universität Tel Aviv. Dabei müssen die Testpersonen kreative Nutzungen von bestimmten Objekten, wie beispielsweise Sandalen, angeben.

In allen Phasen des Testprozesses lieferten die Menschen mit Parkinson-Erkrankung deutlich mehr originelle Antworten als die Kontrollgruppe.

Die Forscher folgerten aus den Ergebnissen, dass die Medikamente, welche Parkinson-Patienten nehmen, um das Zittern und ihre Schwierigkeiten bei der Koordination zu regulieren, die Kreativität ankurbeln. Dies scheint daran zu liegen, dass die Medikamente die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin stimulieren.

Laut Professor Inzelberg war schon vorher bekannt, dass es eine große Verbindung zwischen dem Vorkommen von Dopamin und dem künstlerischen Schaffen gibt: „Wir wissen, dass Van Gogh psychotische Schübe hatte. Dabei wird eine große Menge von Dopamin ausgeschüttet. Während dieser Schübe konnte er Meisterwerke malen.“

Für Parkinson-Patienten jedoch bedeute dies, so Inzelberg, dass man ihnen enorm helfen kenne, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und mit ihrer Umgebung in Kontakt zu bleiben, wenn man sie dabei unterstützt, Kunst auszuüben.

Quelle: israelische Botschaft in Berlin