Ägypten: Koptische Kirche informiert gegen Genitalverstümmelung bei Mädchen

Die koptische Kirche startet unter ihren Gläubigen eine intensive Kampagne gegen die Verstümmelung der weiblichen Genitalien, die nicht allein bei Muslimen, sondern in einigen Gegenden Ober-Ägyptens auch unter koptischen Christen vorkommt. 

Der Aufruf bezieht sich auch auf Gefahren und schwere physische und psychologische Folgen dieser Praxis; er kam nach Angabe von Medien direkt von Patriarch Tawadros II.

Für die Sensibilisierungskampagne werden verschiedene Mittel herangezogen, wie z.B. Warnschilder gegen die Infibulation (weiblichen Genitalverstümmelung), die in der Nähe von Kirchenräumen angebracht werden, in denen Taufen stattfinden.

Aber sowohl der Patriarch als auch die koptischen Bischöfe zählen vor allem darauf, dass die Gläubigen sich selber kritisch mit dieser Praxis auseinandersetzen, und dass vermehrt Ehe-Vorbereitungskurse zu diesem Thema angeboten werden.

Die Praxis der Infibulation ist in der koptischen Kirche zwar verboten, hält sich aber nach wie vor neben Oberägypten auch in christlichen Gemeinden am Horn Afrikas, in Eritrea und Äthiopien sowie im Niger als ein Überrest archaischer (uralter) Stammessitten.

Quelle: Fidesdienst – Foto: IGFM


Ökumenische Pilgerreise mit Bischof Damian zur Koptischen Kirche in Ägypten

Von Christian Hohmann

„Einfachheit und Schönheit gehen gut zusammen“, betont Bischof Anba Thomas, als er uns durch das Anaphora-Zentrum der Koptischen Kirche führt. Es liegt an der Autobahn, die von Kairo nach Alexandrien führt und in unmittelbarer Nähe zum Wadi Natrun mit seinen berühmten Wüstenklöstern liegt.

Anaphora besticht durch seine Einfachheit und Schönheit. Eine blühende Oase und ein Tagungszentrum mitten in der Wüste. Neben einem Bibeldorf und einem Zentrum für traumatisierte Mädchen und junge Frauen  gibt es hier ein berufsbildendes Ausbildungszentrum und Öko-Landwirtschaft. Freiwillige aus der ganzen Welt arbeiten hier mit Menschen zusammen, die aus der ärmsten Region Ägyptens, aus Oberägypten, stammen.

Dort liegt das Bistum von Bischof Thomas. Es sind vor allem junge Frauen und einige Männer, die hier eine Ausbildung absolvieren, um dadurch ihren Familien helfen zu können.

„Hinter jedem Mädchen steht eine Geschichte“, sagt Bischof Thomas leise und fährt fort: „In jedem Menschen sollten wir Gottes Schönheit entdecken und mit diesem Bewusstsein andere Menschen aufrichten. Wir bilden auch Führungskräfte aus, um unsere Gesellschaft zu verändern.“

Ägypten leidet unter Armut, Analphabetismus und unter einer hohen Arbeitslosigkeit, wozu auch der deutliche Einbruch des Tourismus beigetragen hat. Die zahlreichen und großzügig angelegten Ferienanlagen am Golf von Suez, die wir auf dem Weg zum St. Pauluskloster sehen, stehen weithin leer. Trotzdem wird eifrig weitergebaut in der Hoffnung, demnächst Touristen aus China und aus Russland zu gewinnen.

Das St. Paulus-Kloster am Roten Meer gilt als das älteste christliche Kloster überhaupt und geht zurück auf Paulus von Theben, der als erster Wüsten-Eremit im 4. Jahrhundert hier 90 Jahre lang gelebt hat und im Pauluskloster auch begraben ist.

Hier feiern wir – eine ökumenische Pilgergruppe – zusammen mit Bischof Anba Damian einen koptischen Gottesdienst in einer der vier alten Kirchen des Klosters. Sehr herzlich werden wir vom Abt des Klosters, Bischof Anba Daniel, zu einem einfachen Mittagessen in ein Pilgerhaus auf dem Klostergelände eingeladen.

Zur Zeit ist Fastenzeit. Daher ist es eine große Ausnahme, dass wir als Pilgergruppe im Kloster nicht nur begrüßt, sondern auch bewirtet werden. Bischof Daniel beherbergt in diesem Pilgerzentrum vor allem ältere Menschen und Menschen mit wenig Einkommen, um ihnen eine Möglichkeit zu bieten, Erholung und seelische Stärkung zu finden.

„Unsere Klöster sind die Lunge der koptischen Kirche“, betont Bischof Damian. Sie sind geistliche Zentren, die nicht nur von Pilgergruppen regelmäßig aufgesucht werden, sondern in den letzten Jahren einen enormen Zulauf zu verzeichnen haben.

In den vier Klöstern im Wadi Natrun gibt es jeweils mehr als 100 Mönche. In der Regel müssen die Mönche, bevor sie überhaupt ins Kloster eintreten können, einen Beruf erlernt oder ein Studium abgeschlossen haben.

In der Nähe des Paulus-Klosters befindet sich das Antonius-Kloster, das älteste dauerhaft bewohnte christlichen Kloster – ebenfalls aus dem 4. Jahrhundert. Dort zeigt uns Bischof Anba Youstos, der als Abt dem Antoniuskloster vorsteht, eine große Solaranlage außerhalb der Klostermauern. Damit können sie zwei Drittel des Energiebedarfes im Kloster decken. Eine Wasserquelle innerhalb der Klosteranlage trägt dazu bei, dass die Mönche ihren täglichen Bedarf an Trinkwasser zur Verfügung haben und nur wenig Wasser zusätzlich mit Hilfe von Tankwagen für die Bewässerung im Bereich der klostereigenen Landwirtschaft heranholen müssen.

Ohne Sicherheitsbegleitung ist eine solche Pilgerreise zur Koptisch-Orthodoxen Kirche in Ägypten zur Zeit noch nicht möglich. Auf dem Weg zurück nach Kairo werden wir von zwei Sicherheitsfahrzeugen begleitet.

Im koptischen Viertel von Kairo (Alt-Kairo) empfangen uns die Schwestern des St. Georgs-Klosters mit Obst und Gebäck. Jede Woche versorgen sie Menschen, die unter Armut leiden, mit Kleidung, Essen und medizinischer Hilfe. Ihr Kloster untersteht direkt der Aufsicht des koptischen Patriarchen, Papst Tawadros II., der seinen Sitz gegenüber der St. Markus-Kathedrale in Kairo hat.

Ein besonderer Moment ist die Audienz bei Papst Tawadros. Das Gruppenbild für die Pressestelle des Patriarchats arrangiert der Papst selber. Unserer Gruppe gegenüber betont er das ökumenische Miteinander der Christen heute. Dass während unseres Aufenthalts koptische Christen, darunter auch ein Priester und Kinder auf der Sinaihalbinsel von IS-Terroristen ermordet worden sind, erwähnt er nicht.

Wie bedroht koptische Christen in Ägypten sind, sehen wir in der Kirche St. Peter und Paul, die sich direkt neben der St. Markus-Kathedrale befindet. Die heftigen Auswirkungen des Anschlags vom 11. Dezember 2016 sind noch zu sehen. Neue Holztüren wurden inzwischen eingesetzt, auch das Dach, das durch die Druckwelle nach oben weg geflogen war, ist erneuert worden. Damals starben 29 Menschen durch die Tat dieses Selbstmordattentäters.

Wir erfahren, dass er sich einen Tag zuvor erkundigt hatte, wann in der St. Georgs-Kirche Gottesdienst gefeiert wird mit dem Hinweis darauf, dass er am Christentum interessiert sei. Gemeinsam beten wir für die Opfer und ihre Angehörigen und für die große Zahl der verletzten Menschen. Doch die sich derzeit vollziehende Flucht koptischer Christen aus dem Sinai zeigt, dass die Lage für die Christen in Ägypten sehr  besorgniserregend ist und sie immer wieder bedroht werden.

Christian Hohmann ist Regionalpfarrer des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe

Foto: C. Hohmann  –  Gemälde: Evita Gründler


Koptische Kirche lädt den ägyptischen Präsidenten zur Ostermesse ein

Die koptische Kirche lädt den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi zum Ostergottesdienst ein, den Patriarch Tawadros II. am Abend des 11. April in der St. Markus-Kathedrale zelebriert. afc127c26a

Präsident al-Sisi war bereits bei der Christmesse in der koptischen Kathedrale am vergangenen 6. Januar anwesend, wo ihn der Patriarch und die Gläubigen begeistert empfingen.

“Die persönliche Teilnahme des ägyptischen Präsidenten an der weihnachtlichen Mitternachtsmesse der orthodoxen Kopten”, so der koptisch-katholische Bischof von Guizeh, Antonios Aziz Mina, „war ein historisches Ereignis in der Geschichte Ägyptens:

In der Vergangenheit entsandten die Präsidenten jeweils einen Vertreter. Einige der ägyptischen Präsidenten, darunter Hosni Mubarak und Mohamed Mursi, übermittelten ihre Weihnachtsglückwünsche telefonisch, während andere, wie zum Beispiel Abd el- Nasser und der Interims-Präsident Adli Mansour, in den Tagen vor dem koptisch-orthodoxen Weihnachten einen Höflichkeitsbesuch abstatten”.

Quelle: Fidesdienst


Unionsfraktion verurteilt Brandanschlag auf koptische Kirche in Berlin

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, hat am heutigen Montag die koptische Kirche besucht, gegen die vor zwei Tagen ein Brandanschlag verübt wurde. Nach seinem Besuch erklärt Volker Kauder: orthodox-koptische Messe

„Angriffe auf Gotteshäuser sind immer ein schwerer Anschlag gegen die Religionsfreiheit insgesamt. Sie müssen uns alarmieren, egal, welche Religion betroffen ist.

FOTO: Koptische Meßfeier in Deutschland

Gerade in Anbetracht der blutigen Auseinandersetzungen mit religiösem Hintergrund im Mittleren Osten und vielen anderen Teilen der Welt müssen wir in Deutschland solche Vorkommnisse mit größter Aufmerksamkeit verfolgen, selbst wenn die Schäden noch überschaubar sind.

Angesichts der Leiden, die die Kopten in den vergangenen Jahren in Ägypten durchgemacht haben, muss uns der Anschlag in Berlin-Lichtenberg besonders besorgen. Die Polizei muss alles tun, um den Anschlag aufzuklären. Die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“

Hintergrund:
Der Brandanschlag richtete sich gegen die einzige koptische Kirche in Berlin. Der Pfarrgemeinde gehören nach eigenen Angaben rund 200 Familien an, rund die Hälfte davon ist erst in den vergangenen Monaten nach Berlin gekommen. Kauder sprach u.a. mit dem stellv. Bischof der Kopten in Deutschland, Fouad Khalil, und dem Priester der Gemeinde, Guirgis El-Moharak.


Berlin: Brandanschlag auf Kopten-Kirche

Unbekannte haben am Morgen des 4. Oktober einen Brandanschlag auf eine koptische Kirche in Berlin verübt. Ziel war die Glaubenskirche St. Antonius im Bezirk Lichtenberg. 4077304320

Nach Angaben der Polizei schoben die Täter gegen sechs Uhr eine Mülltonne vor die Kirchentür und zündeten sie an. Das Feuer griff auf die Eichentür über. Zeugen alarmierten die Feuerwehr, die ein Ausbreiten des Brandes verhindern konnte. Dennoch wurde der Eingangsbereich stark beschädigt.

Zur Tatzeit übernachtete ein Asylbewerber mit Duldung der Gemeinde in der Kirche. Der 27-Jährige bemerkte den Anschlag zunächst nicht. Die koptische Gemeinde hatte die frühere evangelische Kirche 1996 übernommen.

In Deutschland bestehen acht koptische Gemeinden mit rund 6000 Mitgliedern. Von den 83 Millionen Einwohnern Ägyptens sind etwa zehn Prozent Kopten.

Quelle: http://www.idea.de


Ägypten: Zerstörung einer koptischen Kirche

Diese erschütternden Bilder zeigen den jetzigen Zustand der koptischen Kirche St. Theodorus in Minia (Mittelägypten) nach dem Brandanschlag durch Islamisten.

Fotos: Sami Wahib sami wahib (12)sami wahib (3)sami wahib (5)


Ägypten: Erklärung der koptischen Kirche kritisiert westliche Medien

Die ägyptische koptische Kirche verfolgt mit großer Unruhe die Entwicklung der tragischen Ereignisse in unserem Land Ägypten.

Sie bestätigt ihren Beistand zur ägyptischen Polizei, zur Armee und zu allen Institutionen, in ihrem Kampf gegen die Gewalttaten der bewaffneten, terroristischen Gruppen im In- und Ausland, und deren Attacken gegen staatliche Gebäude und friedliche Kirchen, und das Einschüchtern der islamischen und koptischen Bevölkerung, was gegen alle menschlichen und moralischen Prinzipien ist, sowie gegen alle Religionen.

Orientalische Ikone  Wir schätzen die aufrichtige und freundliche Einstellung der Länder, die Verständnis gegenüber den Ereignissen zeigen; und wir verurteilen gleichzeitig die falschen Informationen, die in den Medien der westlichen Länder verbreitet werden.

Wir laden diese ein, die Tatsachen objektiv zu betrachten. Wir bitten sie diesen terroristischen Gruppen und ihren Anhängern keine internationale oder politische Sicherheit zu geben, denn sie wollen Chaos und Zerstörung in unserem geliebten Land verbreiten.

Wir bitten die westlichen und internationalen Medien darum, das wahre Bild der Ereignisse ganz ehrlich und treu zu übertragen.

Wir teilen unser Beileid allen Opfern und Märtyrern der Pflicht mit, und wünschen allen Verletzten eine schnelle Genesung. Wir halten uns an die nationale Einheit, und lehnen jeden Versuch ab, das Land in einen religiösen Streit zu führen. Wir lehnen jede ausländische Einmischung in ägyptischen Angelegenheiten ab.

Wenn die Hand des Bösen sich nähert um zu verbrennen, zu töten und zu vernichten, so ist die Hand Gottes schneller da, um zu schützen, zu stärken und aufzubauen. Wir verlassen uns auf Gottes Hilfe, die dem ägyptischen Volk helfen wird, diese kritischen Tage seiner Geschichte zu überleben. Wir hoffen auf eine bessere Zukunft, voller Gerechtigkeit, Frieden und Demokratie, die unser Volk verdient.

Es lebe Ägypten frei und würdevoll !

Die ägyptische koptisch-orthodoxe Kirche

Quelle: http://kopten.at/index.php/de/nachrichten/91-intern/1037-mitteilung-der-aegyptischen-koptisch-orthodoxen-kirche