Wo bleibt der Respekt vor dem Bürger ?

Von Dr. Axel Bernd Kunze

Es sind „ver-rückte“ Zeiten: Zeiten, in denen alle Maßstäbe und ethischen Grundlagen unseres Zusammenlebens „ver-rückt“ werden. Für mich sind alle Parteien desavouiert, welche diese Freiheitseingriffe zu verantworten haben.

Stefan Rehder schrieb in diesem Monat in der „Tagespost“:

„Der Körper ist das Hoheitsgebiet des Bürgers und kein sozialpflichtiges Eigentum, über das dessen Angestellte auf Zeit, denn das sind Regierende in der Demokratie, nach Gutsherrenart entscheiden könnten.

Am Dienstag [gemeint: 10.8.2021] haben Merkel, Söder und Müller nicht etwa für das Impfen geworben. Dazu hätten sie die Ängste und Sorgen der Menschen ernst nehmen müssen. Stattdessen haben sie ihren mangelhaften Respekt vor dem Souverän demonstriert.“

Als Sozialethiker habe ich mich viel mit staats- und politikethischen Fragen beschäftigt. Alexander Gauland hat Recht, wenn er dieser Tage gesagt hat, dass es diesem Staat [gemeint ist wohl: dieser staatlichen Führung] nicht einmal mehr gelingt, einen letzten Rest an Würde und Anstand zu wahren. Ich sage dies nicht um der Parteipolitik willen, die parteipolitische Bewertung der aktuellen Situation mag jeder für sich vornehmen.

Aber ich sage dies als Mitautor eines Bandes mit dem Titel „Wiederentdeckung des Staates in der Theologie“, das im vergangenen Jahr, gemeinsam verfasst mit drei weiteren Kollegen, erschienen ist.

Gemeint ist allerdings ein freiheitlicher Rechts- und Verfassungssstaat, der wieder in der Lage ist, seine Kernaufgaben zu erfüllen, nicht die Fratze eines affekt- und ressentimentgeladenen „Coronaintensivstaates“ (so war es im „Tagesspiegel“ zu lesen, was schon sprachlich an „Intensivstation“ erinnert).

Ich bin davon überzeugt, dass wir Freiheit und Würde nicht wahren werden, wenn wir nicht auch bereit sind, von Vaterland, Volk und Nation zu sprechen. Denn wer das Eigene nicht liebt, wird am Ende gefühlskalt, unsolidarisch und unfreiheitlich.

Alle politischen Konstrukte, die den Nationalstaat zu ersetzen versuchen, bleiben technokratisch. Das zeigt sich gerade in der Krise.

Wenn Bürger aber nicht mehr glauben, Teil desselben Gemeinwesens zu sein, kann das politische Zusammenleben auf Dauer nicht funktionieren. Identität ist ohne Emotion nicht zu haben; ihre starke Bindekraft zeigt sich mitunter erst dann, wenn andere Mechanismen versagen: Sie hilft, so hat es Francis Fukuyama ausgedrückt, „Gesellschaften, ihre Tiefpunkte zu überstehen, wenn die Vernunft allein zu Verzweiflung über die Arbeit ihrer Institutionen führen würde.“

Und einen solchen Tiefpunkt erleben wir derzeit.

Unser Autor, der Sozialethiker Dr. Axel Bernd Kunze, veröffentlicht viele informative und zeitgeistkritische Beiträge auf seinem bildungsethischen Blog: https://bildung-und-ethik.com/


Das Christentum ist die „Religion des Leibes“

Von Felizitas Küble

Bei der heutigen Predigt anläßlich des Hochfestes der Aufnahme Marias in den Himmel erklärte der Priester in der St.Aegidii-Kirche, auch dieser Feiertag bezeuge einmal mehr, daß das Christentum eine „Religion des Leibes“ ist – weit entfernt von jener angeblichen „Leibfeindlichkeit“, die ihr von unwissender Seite oft und gerne unterstellt wird.

Bereits im Altertum hat die Kirche jahrhundertelang den Versuchungen der Gnosis und des Manichäismus

widerstanden, die damals dem philosophischen Zeitgeist entsprachen; diese Geistesströmungen (irr)lehrten, die Seele bzw. die Vernunft des Menschen sei zwar gut, aber die Materie schlecht – und damit auch der Leib, der das „Gefängnis“ des Geistes sei.

Daher konnte sich die gnostische Richtung – auch jene, die sich ein christliches Mäntelchen zu geben versuchte – nie mit dem vollen Menschsein Christi anfreunden. Teilweise wurde seine Gottheit durchaus nicht geleugnet – jedoch war aus dieser dualistischer Sicht eine Verbindung von „gutem“ Gott und „böser“ Materie so undenkbar wie ein rundes Viereck.

Daher gab es damals die Sekte der Doketisten, die davon ausgingen, Christus habe keinen wirklichen menschlichen Körper gehabt, sondern lediglich einen Scheinleib. Die katholische Kirche hat den Doketismus von Anfang an abgelehnt und betont: Der Sohn Gottes ist voll und ganz Mensch geworden, er hat die menschliche Natur angenommen und ist in allem uns gleich geworden – außer der Sünde.

Gerade die Zentralwahrheit des Christentums – nämlich die Menschwerdung des Erlösers – bezeugt in aller Klarheit, wie sehr dieser Glaube nicht allein die unsterbliche Seele des Menschen schätzt, sondern daß sie auch den Körper würdigt, zumal er einst in verklärter Weise zur Auferstehung berufen ist, so daß Leib und Seele dann in der Ewigkeit wieder vereinigt sein werden.

Die Wertschätzung des Leibes kommt auch zum Ausdruck nach seinem Tod durch die Erdbestattung. Während im Heidentum schon zu Beginn des Christentums die Leichenverbrennung weit verbreitet war, hat die Kirche und ihre Gläubigen stets an der Grablegung des Leibes festgehalten.

Die Christen haben in der Verfolgungszeit drei Jahrhundete lang sogar sehr aufwendig unterirdische Katakomben errichtet, um ihre Märtyrer und sonstigen Verstorbenen zu bestatten. Der von Gott erschaffene und durch die Taufe geheiligte Leib erfuhr großen Respekt, denn er ist ein Tempel des Heiligen Geistes, wie Paulus schreibt – und zur ewigen Herrlichkeit berufen.

Die Wertschätzung des ganzen Menschen mit Leib und Seele kommt auch bei dem katholischen Dogma von der Aufnahme Marias in den Himmel voll zum Tragen:

Nicht allein die Seele der Madonna, sondern die ganze voll-erlöste Frau und Mutter, die Christus einst in ihrem Leibe getragen hat, wurde von Gott in sein Reich aufgenommen. So wurde an ihr gleichsam „vorweggenommen“, was alle Menschen, die im Frieden Christi heimgehen, am Jüngsten Tage erfahren werden: die Auferstehung ihres Leibes in Herrlichkeit und damit das vollendete Glück der Seligen.

Ja, das Christentum – und besonders der katholische Glaube – ist eine Religion des Leibes, weit entfernt von seiner Verachtung, aber tief geprägt vom Schöpfungsglauben, vom Menschen als Ebenbild Gottes, von der Würde des Leibes, den sogar Christus selbst in seiner „Knechtsgestalt“ angenommen hat.

Der HERR, der aus eigener göttlicher Kraft auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist, hat auch seine eigene Mutter – das höchste Geschöpf auf Erden – heimgeholt in sein ewiges Reich.


Vom Intensivmediziner zum Krebspatienten

Neuerscheinung „Ins Mark getroffen“ von Prof. Thomas Bein:

„Ich habe mich als Intensivmediziner über Jahrzehnte mit der Hightech-Medizin identifiziert. Meine Krebserkrankung traf mich wie ein Schlag. Am eigenen Leib habe ich erfahren, was es bedeutet, vom erfolgreichen Mediziner zum ausgelieferten Patienten im Getriebe der Hochleistungsmedizin zu werden.“

Prof. Dr. Thomas Bein leitet eine Intensivstation am Universitäts-Klinikum Regensburg, als bei ihm Knochenmark-Krebs (Leukämie) diagnostiziert wird. Fortan ist der Spitzen-Mediziner Patient im Getriebe der Hightech-Medizin:

Er erlebt, wie es sich anfühlt, eine Krebs-Diagnose zu bekommen, was es bedeutet, eine Chemo-Therapie auszuhalten, die Kontrolle über den eigenen Körper zu verlieren und mit der Krankheit Krebs leben lernen zu müssen.

Immer schwingen die Erfahrung und das Wissen des Intensiv-Mediziners mit, der sich vor seiner Erkrankung schon gefragt hat, wie das, was er als Arzt tut, auf seine Patienten wirkt.

Thomas Bein beschreibt, was er über die Autonomie und Würde schwerstkranker Patienten im Klinik-Alltag gelernt hat – und was sich dringend ändern muss, in den Abläufen wie auch im Verhältnis Arzt und Patient. Weil er als Medizin-Ethiker an der Uni-Klinik Regensburg ausgebildet hat, haben seine Erfahrungen als Krebs-Patient ein besonderes Gewicht.

Prof. Dr. Thomas Bein war viele Jahre Ärztlicher Leiter der (intensivmedizinischen) Operativen Station 90 an der Klinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Regensburg sowie Vorsitzender des Klinischen Ethikkomitees des UKR. Seit seiner Knochenkrebserkrankung ist die Beschäftigung mit Fragen der Medizin-Ethik, vor allem die Beziehung zwischen Arzt und Patient im Klinikalltag der Hochleistungsmedizin ins Zentrum seines Interesses gerückt. 

Infos und Bestellungen hier: https://www.mynewsdesk.com/de/verlagsgruppe-droemer-knaur/pressreleases/vom-intensivmediziner-zum-ausgelieferten-patienten-prof-dr-thomas-bein-ueber-segen-und-abgruende-der-hochleistungsmedizin-3070203


Japans Forschung mit Mensch-Tier-Wesen

Eine Gesetzesänderung der japanischen Regierung soll Wissenschaftlern die Forschung mit Mensch-Tier-Wesen erleichtern. Das berichtet das Internetportal „Forschung und Wissen“. 

Bislang mussten Wissenschaftler in Japan Tiere, in die sie menschliche Zellen einbrachten, binnen 14 Tagen töten. Inzwischen vertrete das Wissenschaftsministerium jedoch die Ansicht, „dass das Risiko, bei der Forschung ein Mischwesen mit tierischen und menschlichen Elementen zu schaffen, technisch bei null liegt.“ 

Die Gesetzesänderung soll Forschungen voranbringen, bei denen Wissenschaftler menschliche Organe in Tieren züchten wollen. Die Forscher hoffen, die so gezüchteten Organe in der Transplantationsmedizin einsetzen zu können.

Wie das Portal schreibt, wollten japanische Wissenschaftler schon bald einen Schweine-Embryo erschaffen, in dessen Körper sich eine menschliche Bauchspeicheldrüse heranbilden soll.

Quelle: ALfA-Newsletter

HINWEIS: Genau über diese Thematik und Problematik  – Mischwesen-Experimente in der Gentechnik  – spricht Professor Dr. med. Paul Cullen morgen in Rheine. Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/04/16/rheine-alfa-und-cdl-veranstalten-am-7-mai-einen-vortragsabend-mit-prof-paul-cullen/


Psycho-Beraterin über die MEHR-Konferenz: Hochsensible Menschen „total erschlagen“

Von Felizitas Küble

In dieser Sendung von „Radio Maria“ mit der österreichischen Lebensberaterin Dr. Margarethe Profunser geht es um die speziellen Vorzüge und Probleme hochsensibler Menschen: http://www.radiomaria.at/player3.php?s=18000

Bei den Fragen von Ratsuchenden am Schluß des Gesprächs beschwert sich eine Anruferin über allzu lautstarke Musik beim „Lobpreis“, damit könne sie nicht umgehen. Worauf Dr. Profunser antwortet, hochsensiblen Menschen würde eine „Reizüberflutung“ und „aufgebauschte Stimmung“ nicht gut tun, das beeinträchtige ihre innere Sammlung.

BILD: Dr. Johannes Hartl organisiert die charismatische MEHR-Konferenz in Augsburg

Laute Lobpreisveranstaltungen seien eine Glaubenserfahrung, die „auf der Ebene des Gefühls oder des Körpers“ verbleibe, „aber das Herz hat Gott nicht gefunden.“

Frau Profunser kam sodann von sich aus auf die „MEHR-Konferenz“ zu sprechen, die das Gebetshaus Augsburg bzw. der katholische Theologe Dr. Johannes Hartl mit großem äußeren Erfolg (hohe Teilnehmerzahlen) organisiert.

Dazu erklärte sie wörtlich: „Ich habe jetzt einige hochsensible Menschen in der Beratung, die dort waren, sie sind total erschlagen zurückgekommen.“   Diese Personen würden sich fragen, ob sie noch normal seien. Eine von ihnen habe gesagt: „Ich habe Tage gebraucht, um wieder in die Ruhe und in die Stille zu finden.“

Die anrufende Frau fragte ein zweites Mal wie erleichtert: „Dann ist es normal, wie es mir ergeht?“, was die Beraterin bestätigte. Sie erklärte abschließend noch: „Diese Art von Spiritualität ist nicht dienlich, um in diese Begegnung mit Gott zu kommen.“

HIER 15 weitere Artikel über das Gebetshaus Augsburg und die MEHR-Konferenz: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/gebetshaus-augsburg-j-hartl/

Foto: https://gebetshaus.org/


AfD kritisiert EKD-Magazin „Chrismon“ wegen abtreibungsfreundlicher Äußerungen

Die Chefredakteurin des evangelischen Monatsmagazins „Chrismon“, Ursula Ott, fordert in der aktuellen Online-Ausgabe, das Werbeverbot für Abtreibung (§219a) abzuschaffen.

Frau Ott schreibt mit keinem Wort, dass es dabei um die Tötung menschlichen Lebens handelt. Es geht ihr vorrangig um ihr eigenes Leben als „Gesamtkunstwerk“ und um den weiblichen Körper.

Der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz, ist darüber empört:

„Es ist ein Skandal, dass ein Magazin, das von der EKD finanziert und vom EKD-Ratsvorsitzenden herausgegeben wird und das angeblich christliche Werte vermitteln will, nicht zum ersten Mal elementare christliche Werte verrät.

Ich schäme mich für diese Kirche, in der ich mich auf lokaler Ebene als Kirchengemeinderats- und Bezirkssynodenmitglied engagiere. Wann distanzieren sich hochrangige EKD- und Landeskirchenvertreter von den Aussagen, die den biblischen Geboten widersprechen?

Die Kirche sollte sich für das Lebensrecht von Ungeborenen, für die Familie und für eine Willkommenskultur für Kinder einsetzen.“ 

 


Neue Forschungen könnten Therapie bei Multiple Sklerose verbessern

T-Zellen sind ein wichtiger Teil des Immunsystems. Sie können aber nicht nur Krankheitserreger ausschalten, sondern auch selbst zu einer Gefahr werden. Forscherinnen und Forscher der Technischen Universität München (TUM) und der Universitätsmedizin Mainz haben herausgefunden, wann bestimmte T-Zellen zu krankheitserregenden T-Zellen werden, die mit Multipler Sklerose in Verbindung gebracht werden.

Die Ergebnisse erklären, warum bestimmte Behandlungsansätze nicht zuverlässig wirken. Sie sind in der aktuellen Ausgabe von „nature immunology“ veröffentlicht.

FOTO: Die dendritische Zelle und die T-Zelle bei der Clusterbildung (rechts im Bild)

Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung, also eine Krankheit, bei der das Abwehrsystem des Körpers die eigenen Zellen angreift. In diesem Fall sorgen veränderte T-Zellen dafür, dass die Myelinhülle von Nervenzellen abgebaut wird. Diese Schicht schützt die eigentliche Nervenbahn und sorgt erst dafür, dass Informationen übertragen werden können.

Welche Ziele im Körper T-Zellen ansteuern und welche Wirkung sie dort entfalten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Professor Thomas Korn, Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle Neuroimmunologie der TUM, konnte bereits in einer früheren Studie zeigen, dass im Fall der T-Zellen, die zur Schädigung von Myelinhüllen im zentralen Nervensystem führen, ein Stoff namens Interleukin-6 eine wichtige Rolle spielt.

Die „Anleitung“ dafür, gewebeschädigende Wirkung zu entfalten, erhalten die T-Zellen in Lymphknoten. Sie treffen dort mit einer bestimmten Variante sogenannter dendritischer Zellen zusammen. Diese zeigen den T-Zellen an, beim Kontakt mit welchen Substanzen sie in anderen Teilen des Körpers eine Immunreaktion auslösen sollen. Im Fall von Fremdantigenen, z. B. Bestandteilen von Viren oder Bakterien ist das sinnvoll. Sie können dadurch aus dem Gewebe eliminiert werden. Handelt es sich aber um Autoantigene, also um Bestandteile köpereigener Substanzen wie der Myelinhülle, leiten die T-Zellen eine Immunreaktion gegen den Körper selbst ein.

Foto: HMKWenn dendritische Zellen nicht nur das Myelin als „Zielsubstanz“ anzeigen, sondern zugleich den Botenstoff Interleukin-6, kurz IL-6, ausschütten, wird in den T-Zellen eine Art molekularer Schalter umgelegt. Sie werden dann pathogen, entfalten also besonders gewebsschädigende Eigenschaften.

„Mit diesem scheinbar klaren Zusammenhang gab es aber ein großes Problem“, erzählt Thomas Korn. „Die T-Zellen wurden nicht immer pathogen, wenn IL-6 ausgeschüttet wurde.

Gemeinsam mit Forscherinnen und Forschern um Professor Ari Waisman, Leiter des Instituts für Molekulare Medizin an der Universitätsmedizin Mainz, haben Korn und sein Team jetzt eine Erklärung für dieses Phänomen. „Entscheidend ist nicht nur, ob die dendritischen Zellen den T-Zellen mit IL-6 Signale senden“, sagt Ari Waisman, „Es geht darum, auf welchem Weg sie das tun.“

Bislang waren zwei Wege bekannt, auf denen die dendritischen Zellen IL-6 an die T-Zellen weitergeben. Sie können den Botenstoff zum einen in ihr Umfeld abgeben, die Moleküle sind löslich und bilden eine Wolke im engen Umfeld der dendritischen Zelle. Zum anderen können lösliches IL-6 und löslicher IL-6 Rezeptor einen Komplex bilden, der in bestimmten Zielzellen ein Signal auslösen kann („Trans-Signaling“).

Korn und Waisman fanden heraus, dass IL-6 weder auf die eine noch auf die andere Weise die entscheidende Veränderung in den T-Zellen auslöst. Stattdessen identifizierten sie einen dritten Weg. Die dendritischen Zellen können IL-6 auch direkt über ihre Oberfläche weitergeben. Diesen Modus der Signalübermittlung bezeichnen Korn und Waisman als „Cluster Signaling“. Namensgebend ist der Haufen (engl. Cluster), den die dendritische und die T-Zelle dabei bilden.

Das Besondere an diesem „dritten“ IL-6-Signalmodus ist, dass es eine enge zeitliche Kopplung des IL-6 Signals mit anderen Signalen gibt, die die T-Zelle von der dendritischen Zelle empfängt. Wahrscheinlich führt diese zeitliche Kopplung dazu, dass die T-Zelle besonders aggressiv wird und ihr Zielantigen hocheffizient angreift. Derzeit untersucht das Team um Thomas Korn das genaue Zusammenspiel der verschiedenen Signale.

Quelle und Fortsetzung hier: http://www.unimedizin-mainz.de/presse/pressemitteilungen/aktuellemitteilungen/newsdetail/article/multiple-sklerose-neu-entdeckter-signalmechanismus-macht-t-zellen-pathogen.html


Evangelisches Plädoyer für die Erdbestattung und die Würde unseres Leibes

Von Dennis Riehle

Wir hören in der Diskussion über Erd- oder Feuerbestattung immer wieder von der Abwandlung des biblischen Verses: „Asche zu Asche, Staub zu Staub“. Und wir entnehmen daraus nicht nur die Rechtfertigung, sondern gar eine Bestärkung in unserem Denken, das Verbrennen des Leibes sei die Form des Beerdigens, die wir als Christen guten Gewissens befolgen können. Riehle, Dennis_5

Die Heilige Schrift kennt unterschiedliche Bezeichnungen für den „Staub“. Nicht jeder ist so zu verstehen, wie wir es mit unserem einzigen Begriff tun. Viel eher zeigt uns ein Blick auf die zentrale Stelle, aus der das oben genannte Sprichwort immer wieder abgeleitet wird, wie vielseitig die Bibel in ihrer so bildlichen Darstellung ist:

In Prediger 12,7 verweist die Schrift uns auf Kapitel 3,20 des gleichen Buches, wo wir lesen, dass dieser „Staub“ wieder dorthin zurück muss, wo Gott ihn hergeholt hat. Aber eben nicht durch unsere Hand, das macht auch die Bedeutung von דכא an dieser Stelle deutlich. Sie bezieht sich nämlich mit diesem Verb auf Genesis 2,17, wo es der HERR ist, der die Asche aus dem Lehmboden formt und ihm den Odem einhaucht.

Zu Staub werden – aber nicht durch unsere Hand

Nicht wir sind die Aktiven, sondern Gott selbst lässt uns aus dem Staub des Ackerbodens zum Menschen werden. Mit seiner Hilfe erwachsen wir – und allein mit seinem Zutun kehren wir wieder in diesen Zustand der Asche zurück.

Für mich spricht die Bibel eine eindeutige Sprache: Es liegt nicht an uns, der Rückkehr in Gottes Hand durch unser Werk hinein zu pfuschen. ER holt uns zu sich, so wir ER uns schuf.

Das funktioniert auf ganz natürliche Weise, unser Eingreifen ist dabei nur ein modisches Phänomen, das von Kostendruck, Ängsten und sozialer Isolation wahrhaftig und nicht nur sprichwörtlich „befeuert“ wird.

Trauerkultur statt Fixierung auf „Kostenzwänge“

Statt sich diesen Zwängen zu unterwerfen, brauchen wir mutige und besonnene Stimmen, die eine Lösung der zugrunde liegenden Ursachen mahnen. Hätten wir mehr Vertrauen, würden wir uns nicht vor dem Tod sorgen.014_11

Die Schrecken machenden Bilder, die uns mit unserem Ableben von allen Seiten genannt werden, sind zweifelsfrei Grund, sich ein schnelles Ende zu wünschen: verbrannt, vergessen, aus dem Sinn. Was für eine traurige Botschaft entnehmen wir solchen Vorstellungen!

Wo ist die Zuversicht auf unser Geborgensein? Wenn das Begräbnis zu teuer wird und eine Urne dem Sarg vorgezogen wird, weil das Geld für nicht mehr reicht, müssen wir uns fragen, wie wichtig uns unsere Trauerkultur denn wirklich ist!

 Das Sterben ist nichts, was man möglichst kostengünstig hinter sich bringen kann. Bewusstsein für diesen Prozess, der ein Leben beschließt, so umfangreich, wie es beginnt, findet auch Ausdruck darin, wie ernst wir unser letztes Geleit nehmen.

Wir können der Ewigkeit nicht entrinnen

Bloß weg von dieser Welt – viele von uns möchten davonrennen, obwohl wir wissen, dass wir der Ewigkeit nicht entrinnen können, egal, wie wir sie verstehen. Spuren bleiben, Erinnerungen können nicht gelöscht werden, auch nicht durch das Feuer im Krematorium.

Und das Menschenrecht jedes Einzelnen muss es erlauben, dass wir eine Bestattung erhalten, die dem Leben würdig ist. Ob wir am Ende alleine waren – oder viele von uns Abschied nehmen möchten.

Wohin geht unsere Gesellschaft, wenn wir aus Einsamkeit die Verbrennung dieses einen Körpers, mit dessen Gabe uns Gott eine Verantwortung übertragen hat, ob in 1. Mose 2,15 oder in Kapitel 3,22, der Rückgabe in seine Hand, in die Erde, bevorzugen?

Nicht ohne Grund schreibt auch Martin Luther in seinem Text „Nun legen wir den Leib ins Grab“ davon. Nein, wir verbrennen ihn nicht, weil wir stattdessen die Hoffnung haben: „… durch Gottes Gab wird, was wir hier verweslich sä’n, einst unverweslich auferstehn“ (EG 520,1).

Dennis Riehle, Martin-Schleyer-Str. 27 in 78465 Konstanz
Webpräsenz: www.Dennis-Riehle.de

Ergänzender Artikel dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2013/05/17/5-punkte-fur-eine-kultur-des-todes-warum-die-erdbestattung-empfehlenswert-bleibt/

 


Experten und Mediziner über die fatalen Folgen des Rauschgifts Christal-Meth

Mathias von Gersdorff

Die Rubrik „Natur und Wissenschaft“ der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ hat am 9. März 2016 die Wirkung der Droge „Crystal Meth“ ausführlich beschrieben und dabei mehrere Experten befragt. Podium5

Michael Christ, Chef-Notfallhelfer an der Paracelsus-Privat-Universität in Nürnberg erläutert, dass die Droge nicht nur für die Konsumenten gefährlich sein kann, sondern auch für das Krankenhauspersonal, das sich um die Patienten kümmert. Die Droge mache so aggressiv, dass die Patienten kaum zu bändigen seien. Michael Christ: „Das soll nicht abwertend klingen, aber sie kommen mir manchmal vor wie wilde Tiere. Sie kämpfen, ohne eine emotionale Regung zu zeigen und sind überhaupt nicht ansprechbar.“

Boris Quednow, Leiter der Forschungsabteilung für Pharmapsychologie an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, erläutert die Unterschiede zu anderen harten Drogen: „Das Gefährliche an „Crystal Meth“ ist: Es wirkt länger als andere Drogen, hat ein höheres Suchtpotential und verursacht langfristige Schäden im Hirn.“

Diese Droge macht euphorisch: „Man spürt weder Hunger noch Durst und hält sich für unbesiegbar.“  –  In dieser Stimmung meinen die Konsumenten, „die Welt aus den Angeln heben zu können“, schreibt die FAZ. Fotolia_23885701_Konzert_470x_

Michael Bernhard, leitender Oberarzt der Zentralen Notaufnahme am Uniklinikum Leipzig, schildert die geradezu neurotische Geistesverfassung der eingelieferten Patienten: „Die Betroffenen sind total unruhig, haben große Pupillen und einen wahnsinnig schnellen Herzschlag. . . . Manche zittern oder halluzinieren, im schlimmsten Fall bekommen sie keine Luft mehr oder sterben durch Herzstillstand.“

Nicht wenige Patienten werden dermaßen aggressiv, dass sie brüllend auf das Krankenhauspersonal einschlagen.

Auch der Bundestagsabgeordnete Volker Beck (Grüne) kam im Artikel vor: „Crystal Meth führt dazu, dass man sich unschlagbar fühlt und alles im Griff zu haben scheint.“  – Boris Quednow erläutert, besonders Menschen mit hohem Leistungsdruck und wenig Selbstbewusstsein seien anfällig.

Was die Droge mit den Konsumenten anrichtet, ist grauenhaft: Nervenzellen werden beschädigt, Gedächtnis, räumliches Vorstellungsvermögen und Konzentrationsfähigkeit lassen nach. Einige werden depressiv, aggressiv, ängstlich oder bekommen Halluzinationen.

Auch für den Körper ist die Wirkung verheerend. Schon junge Menschen bekommen kaputte Zähne und Hautausschläge. Aufgrund der Euphorie essen und schlafen die Konsumenten kaum noch, wodurch sie schnell zu einem Wrack werden. Außerdem verengt Crystal Meth die Blutgefäße.

Eine Droge, die dermaßen destruktiv wirkt, muss aufs Schärfste bekämpft werden. Dass Personen, die eine solche Substanz zu sich nehmen, nicht für staatliche Ämter geeignet sind, liegt auf der Hand: Ein Konsument von Crystal Meth (und sonstiger harter Drogen) soll nicht über die Geschicke eines Landes entscheiden dürfen.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und die Webseite „Kultur und Medien online“


Israelische Studie über den individuellen Zusammenhang von Nahrung und Diabetes

Welches Nahrungsmittel treibt den Blutzuckerspiegel eher in die Höhe: Sushi oder Eis?  – Nach einer Studie des israelischen Weizmann-Instituts variiert die Antwort von Person zu Person.

Die Studie, welche am 19. November im Magazin „Cell“ veröffentlicht wurde, hat den Blutzuckerspiegel von 800 Menschen eine Woche lang konstant überprüft. Dabei kam heraus, dass die körperliche Reaktion auf Nahrungsmittel hochgradig individuell war.  CIMG0769

Professor Eran Segal, einer der Autoren der Studie, sagte: „Wir haben und entschieden, uns auf den Blutzucker zu konzentrieren, weil erhöhte Blutzuckerwerte einen entscheidenden Risikofaktor für Diabetes, Fettleibigkeit und das Metabolische Syndrom darstellen. Die großen Unterschiede, die wir bei den Blutzuckerwerten von Menschen, die die gleichen Mahlzeiten zu sich nahmen, feststellten, macht deutlich, weswegen ein personalisiertes Essverhalten Menschen eher dabei helfen kann, gesund zu bleiben, als allgemeingültige Diätempfehlungen.“

Tatsächlich fanden die Forscher heraus, dass verschiedene Menschen auf sehr unterschiedliche Weise auf einfache sowie komplexe Mahlzeiten reagierten. Bei einem großen Teil der Studienteilnehmer stieg beispielsweise der Blutzuckerwert, nachdem sie eine Standard-Mahlzeit mit Glukose zu sich genommen hatten. Bei vielen anderen hingegen stieg der Blutzuckerwert stark an, nachdem sie Weißbrot gegessen hatten – nicht aber nach Glukose.

Die Studienteilnehmer wurden mit kleinen Monitoren ausgestattet, die ständig ihr Blutzuckerlevel maßen. Außerdem sollten die Teilnehmer alles dokumentieren, was sie aßen, und auch Lebensstil-faktoren wie Schlaf und körperliche Aktivitäten vermerken.

Auf Grundlage dieser Faktoren entwickelten die Forscher einen Algorithmus, der die individuelle Reaktion auf Nahrungsmittel für jede Person vorhersagen sollte. In einem letzten Schritt entwarfen die Wissenschaftler Diätempfehlungen, die sich an dem jeweiligen Algorithmus orientierten.

Quellen: Israelische Botschaft, Weizmann-Institut