Korruption in Brasilien: Pastor Elveraldo Perreira und seine Pfingstbewegung

Von Felizitas Küble

Am 28. August 2020 wurde der brasilianische Politiker, Geschäftsmann und charismatische Prediger Everaldo Perreira durch die Bundespolizei des Landes festgenommen. Es geht dabei um Unterschlagung öffentlicher Gelder im Corona-Kontext bzw. um einen Korruptionsskandal, in dessen Zusammenhang auch Wilson Witzel, der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, verhaftet wurde. 
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„Pastor Everaldo“, wie er in seinen Kreisen genannt wird, ist der Sohn des pfingst-protestantischen Predigers Heraldo Perreira.
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Er gehört zu den führenden Gestalten in der extrem-charismatischen Bewegung Brasiliens mit ihrer Kirche Assemblies of God, einem Ableger des gleichnamigen internationalen Dachverbands (World Assemblies of God), der bereits im Jahre 1914 gegründet wurde, also in der frühen Zeit der pentekostalen (pfingstlerischen) Bewegung, die in Los Angeles ihren Anfang nahm und sich schon nach kurzer Zeit in Europa und weltweit ausbreitete.
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Im Laufe der Jahre gab es einige Abspaltungen wegen Lehrstreitigkeiten. Der erwähnte Dachverband ist dennoch weltweit der größte pfingstlerische Zusammenschluß, allein in den USA gehören ihm über 12.000 Gemeinden und Organisationen an, sodann über 200.000 Kirchen in 190 weiteren Staaten. 
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Die nationalen Netzwerke und Ableger mischen häufig in der Politik mit, vor allem in Lateinamerika und Afrika; zudem haben diese Pfingstkirchen vielfach große Reichtümer angehäuft, zumal sie von ihren Gläubigen den „Zehnten“ fordern (zehnter Teil des Einkommens) bzw. durch aufdringliche Spendensammelei auffallen oder beides zugleich.
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro gehört ebenfalls einer protestanischen Pfingstbewegung an, die sich als „Universalkirche vom Königreich Gottes“ bezeichnet.
Im Jordan getauft wurde das Staatsoberhaupt einst von Pastor Perreira, womit sich der spirituelle Kreis wieder schließt.
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Während konservativ-charismatische Medien wie „Kath.net“ vor zwei Jahren über die Wahl Bolsonaros jubelten, schrieben wir damals bereits einen kritischen Artikel über ihn:
https://charismatismus.wordpress.com/2018/10/26/warum-bolsonaro-kein-hoffnungstraeger-ist/

 


Ibiza-Skandal belegt medienpolitische Manipulation aus Deutschland

In Österreich wurden weitere fünf Minuten aus dem sog. Ibiza-Video veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass sowohl HC Strache wie Johann Gudenus jegliche Beteiligung an illegalen Aktivitäten abgelehnt hatten.

Die neueste Entwicklung kommentiert der Leiter des Auswärtigen Ausschusses der AfD-Bundestagsfraktion, Petr Bystron:

„Hier bahnt sich der größte medienpolitische Skandal der Nachkriegsgeschichte an. Eine erfolgreiche österreichische Regierung wurde mit Hilfe manipulierter Berichterstattung deutscher Medien auf der Grundlage illegal erstellter und gezielt manipulativ veröffentlichter Aufnahmen gestürzt.

HC Strache und Johann Gudenus wurden in eine mit geheimdienstlichen Methoden vorbereitete Falle gelockt. Auf hinterhältige Weise wurde versucht, sie zu illegalen Handlungen zu verleiten – und obwohl sie dies mehrfach und unmissverständlich ablehnten,  wurden zwei Jahre später über die Süddeutsche Zeitung und den Spiegel Auszüge des Videos lanciert, die den Verdacht der Korruption schüren sollten.

Dies ist eine klare Manipulation der öffentlichen Meinung durch zwei deutsche Medien mit dem Ziel, den Sturz einer erfolgreichen österreichischen Regierung herbeizuführen.

Es ist daher dringend geboten, die Hintergründe der Einmischung seitens Deutschlands aufzuklären.

Sollte sich zudem erhärten, dass nicht nur deutsche Medien, sondern auch deutsche Politik oder Geheimdienste involviert waren, wäre ein Untersuchungsausschuss unvermeidlich.“

Weitere Infos zum Thema hier: https://juergenfritz.com/2020/08/24/ibiza-affare-erscheint-in-neuem-licht-druck-auf-sz-und-spiegel-steigt/

 


Mexiko: Kath. Bischöfe beklagen „tödliche Seuche“ von Gewalt, Abtreibung u. Euthanasie

Die katholischen Bischöfe von Mexiko haben kürzlich in einer gemeinsamen Stellungnahme erklärt:

“Wir sind uns bewusst, dass das Jahr 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie, die in unzähligen Familien Schmerzen verursacht und die wirtschaftliche Situation ernsthaft beeinträchtigt hat, Spuren in der Geschichte der Welt und in der Geschichte Mexikos hinterlassen wird.

Dieses Jahr hat auch eine weitere tödliche Seuche nach Mexiko gebracht: Die Gewalt und Unsicherheit, die ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht haben, dürfen uns aufgrund ihrer Maßlosigkeit und Grausamkeit nicht gleichgültig sein.“

Sodann beklagen die Oberhirten eine „Kultur des Todes, die das mexikanische Volk hart und immer wieder im Herzen trifft“.  – Neben zunehmenden Gewalttaten erwähnen die Bischöfe die Tötung ungeborener Kinder, die „Sterbehilfe“ und die Legalisierung von Drogen, außerdem eine „falsche und verzerrte Sicht der Sexualität“ sowie weitverbreitete Korruption und sexuelle oder berufliche Ausbeutung.


Erneut Journalistin in Mexiko ermordet

Reporter ohne Grenzen (RSF) verurteilt den Mord an der mexikanischen Journalistin Maria Elena Ferral. Die Reporterin der Lokalzeitung Diario de Xalapa und Chefin der Online-Zeitung Quinto Poder starb am Montag im Krankenhaus, nachdem sie in Papantla im Bundestaat Veracruz niedergeschossen worden war.

Zwei Personen auf einem Motorrad sollen das Feuer auf sie eröffnet haben, als sie gerade in ihr Auto steigen wollte. Ferral hatte vor ihrem Tod mehrfach Morddrohungen aus der Lokalpolitik angezeigt

Im linkssozialistisch regierten Mexiko werden mehr Medienschaffende ermordet als in jedem anderen Land der Welt, in dem kein Krieg herrscht.

Im vergangenen Jahr wurden dort zehn Journalist/innen wegen ihrer Arbeit getötet. Die Verstrickung von Politik und organisiertem Verbrechen macht es lebensgefährlich, über sensible Themen wie Korruption oder Drogen- und Menschenhandel zu berichten.

Medienschaffende werden systematisch bedroht, verschleppt oder ermordet. Der Bundestaat Veracruz ist eine der gefährlichsten Regionen Mexikos.

Beinahe alle Journalistenmorde in Mexiko bleiben unbestraft. Deshalb ist es als wichtiges Signal zu werten, dass Mitte März im Mordfall Miroslava Valducea ein Mitglied einer kriminellen Bande schuldig gesprochen wurde. Es war der erste Schuldspruch nach einem Journalistenmord in Mexiko überhaupt.

Vollständige Meldung hier: www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/journalistin-in-mexiko-ermordet/


Mexiko ist das gefährlichstes Land der Welt für Journalisten und Medienleute

In den ersten sieben Monaten des Jahres 2019 sind in Mexiko mindestens acht Medienschaffende wegen ihrer Arbeit ermordet worden, mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Das letzte Opfer war Rogelio Barragán Pérez, Leiter des Nachrichtenportals Guerrero Al Instante, der am Dienstag im Bundesstaat Morelos tot aufgefunden wurde.

Bereits vor dem Mord an Barragán Pérez hatte sich jeder vierte Todesfall von Journalisten weltweit in diesem Jahr in Mexiko ereignet: 7 der 28 im Barometer der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (ROG) dokumentierten Fälle.

„Die Ermittlungsbehörden müssen unverzüglich der These nachgehen, dass Rogelio Barragán Pérez wegen seiner journalistischen Arbeit ermordet wurde. Nur so können die Verantwortlichen schnell gefunden und der Fall, anders als so viele andere in Mexiko, aufgeklärt werden“, sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske.

„Die Situation für Medienschaffende in Mexiko wird immer gefährlicher, trotz der Versprechen von Präsident López Obrador und seiner Regierung, Journalisten zu schützen. Die  Verantwortlichen müssen alles tun, um diese Spirale der Gewalt endlich aufzuhalten.“

Jedes Jahr werden in Mexiko Journalist/innen und Journalisten ermordet, die über das organisierte Verbrechen, Drogen- und Menschenhandel, Korruption und die Verbindung von Politik und Verbrecherkartellen berichtet hatten.

Allein bis zum 29. Juli dieses Jahres mussten Norma Garabia Sarduza, Francisco Romero Díaz, Telésforo Santiago Enríquez, Jesús Eugenio Ramos Rodríguez, Rafael Murúa Manríquez, Omar Iván Camacho Mascareño und Santiago Barroso wegen ihrer Arbeit sterben. Mehr als neun von zehn Journalistenmorden bleiben in Mexiko unaufgeklärt.

Der seit 1. Dezember 2018 amtierende Präsident  López Obrador und seine Regierung haben mehrfach angekündigt, Journalistinnen und Journalisten künftig besser zu schützen.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/gefaehrlichstes-land-der-welt-fuer-journalisten/


Venezuela: Bischofskonferenz klagt das linksfaschistische Regime Maduros an

Der Vorsitzende der Venezolanischen Bischofskonferenz, Erzbischof José Luis  Ayala von Maracaibo, hat sich bei der Eröffnung der ordentlichen Versammlung am 7. Januar in Caracas sehr kritisch über die sozialistische Regierung von Präsident Maduro geäußert.

Der katholischen Würdenträger erklärte zur zweiten Amtszeit Maduros, die am 10. Januar trotz erheblicher Einwände  internationaler Beobachter beginnen wird:

„Unser Land macht in allen Sektoren eine unverhältnismäßige Krise durch, aber jene, die in den letzten Jahren die Regierung angeführt haben, gehen ihren Weg weiter … und werden die Bürger an den Rand des Abgrunds bringen.“

Der Erzbischof erinnert sodann an die große Armut, an die vielen Patienten, die nicht in Gesundheitseinrichtungen behandelt wurden, die Zunahme von Drohungen und Repressionen, die unkontrollierbare Gewalt, die im Jahr 2018 mehr als 20.000 Menschen getötet hatte, die Hyper-Inflation und die Zerstörung des produktiven Sektors, die ungeheure Korruption und größte Fluchtbewegung in der venezolanischen Geschichte, Hunderte von politischen Gefangenen und Menschenrechtsverletzungen, die in dem Mord an dem 21-jährigen Pemón Charly Peñaloza und in der Unterdrückung der indigenen Gemeinden gipfelten.

Quelle: Vatikanischer Fidesdienst


Warum Bolsonaro kein Hoffnungsträger ist

Von Felizitas Küble

Für manche Konservative sieht die Welt ganz einfach aus, nämlich schwarz und weiß. Wenn ein Politiker gegen Abtreibung, Homo-Ehe und Genderwahn auftritt, kann er nur gut sein – seine sonstigen Ansichten und Hintergründe spielen dann offenbar keine Rolle. Mit dieser simplen „Logik“ könnte man aber auch zum Islam überlaufen….

Derzeit wird viel über den Wahlzirkus in Brasilien geschrieben. Der erfolgreiche Kandidat Bolsonaro (er bekam kürzlich beim Rennen um die Präsidentschaft 46% der Stimmen) tritt am kommenden Sonntag zur Stichwahl gegen seinen linken Kontrahenten (oder eher Konkurrenten?) Haddad an, der 29% erhielt. Die Chancen für den sogenannten „rechtspopulistischen“ Jair Messias (!) Bolsonaro stehen entsprechend gut.

Doch das Links-Rechts-Schema aus Deutschland läßt sich nicht eins zu eins auf Brasilien übertragen. Die dortige „linke“ Arbeiterpartei regierte auch schon mit ultrarechten Gruppierungen, das Parteiensystem ist völlig zersplittert und fast unüberschaubar.

Korruption ist im größten Staat Lateinamerikas an der Tagesordnung, Lynchmorde gibt es zu tausenden. Die Arbeitslosigkeit ist gestiegen, die Wirtschaftslage unsicher – alles ein geeigneter Nährboden für selbsternannte „Hoffnungsträger“ wie Bolsonaro, der sich nicht ohne Grund in seinem zweiten Vornamen als „Messias“ bezeichnet.

Konservative Meiden sollten sich genauer informieren, bevor sie in einen voreiligen Bolsonaro-Jubel ausbrechen, zumal der 63-jährige Politiker ausdrücklich die frühere brasilianische Militärdiktatur samt ihren Folter-Praktiken befürwortet.

Mehr nüchterne Vorsicht wünscht man auch dem charismatisch orientierten Nachrichtenportal Kath.net, das den vermeintlich „konservativen“ Präsidentschaftskandidaten am 22.10.2018 gar nicht genug loben konnte: http://www.kath.net/news/65586

Vielleicht fühlt man sich Bolsonaro auch deshalb verbunden, weil es sich bei ihm um einen schwarmgeistigen Pfingstler handelt, einen aktiven Vertreter der „Universalkirche vom Königreich Gottes“ mit ihrer kruden Lehre vom „Wohlstandsevangelium“ und ihren extrem-charismatischen Praktiken.

Leider werden diese pentekostalen (pfingstlerischen) Mega-Sekten in deutschen Medien oft als „evangelikal“ oder als „Freikirchen“ verharmlost.

Dabei handelt es sich bei bibelorientierten Evangelikalen doch seit jeher um die klassischen Kritiker der Charismatischen Bewegung (siehe „Berliner Erklärung“ schon Anfang des 20. Jahrhunderts). Folglich sollte man Pfingstler und Evangelikale – wenngleich beide Richtungen zum Protestantismus gehören – fein säuberlich auseinanderhalten.

Das dokumentiert auch der kritische Artikel des evangelikalen PRO-Medienmagazins über diese extrem-charismatische „Universalkirche des Königreichs Gottes“ in Brasilien, die Bolsonaro mit ihren finanzkräftigen Kampagnen und ihren fanatischen Aktivisten politisch nach vorne brachte: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2018/08/15/geld-macht-medien-das-imperium-des-selbsternannten-bischofs-der-universalkirche/

 

 

 

 

 


Filz und Betrug zu Lasten des Steuerzahlers

Von Klaus Moshe Pülz

Das derzeit diskutierte Thema „Kindergeld ins Ausland“ ist mir als Nahostexperten hinlänglich bekannt, auch daß staatliche Stellen im Ausland für ein Bakschisch Dokumente von nicht vorhandenen Kindern ausstellen, um diese deutschen Behörden zum Bezug von Kindergeld vorzulegen. 

Es handelt sich um einen Filz, um den deutschen Sozialstaat zu betrügen. Überhaupt ist Betrug und Korruption in der Dritten Welt gang und gäbe. Sogar in Israel wurde der wegen Korruption rechtskräftig verurteilte ehem. Innenminister und Vorsitzender der ultraorthodoxen SCHAS-Partei, Arie Deri, der drei Jahre lang inhaftiert war, von Premier Netanjahu erneut zum Innenminister ernannt.

So liegt es auf der Hand, daß dem Betrug am deutschen Steuerzahler freie Hand gelassen wird, wenn man sich nicht einmal auf behördliche Dokumente verlassen kann, wenn Bestechung dabei eine Rolle gespielt hat.

Immerhin wurde im Juni des Jahres für 268.336 Kindern, die außerhalb von Deutschland in der EU leben, Kindergeld ausgezahlt. Eine solche Handhabung gibt es weder in den USA noch in den klassischen Einwanderungsländern Australien oder Canada.

Wenn sich der Oberbürgermeister von Duisburg, Sören Link (SPD), über eine Zunahme einer Migration in das deutsche Sozialsystem beklagt, dann kann ich nur bestätigen, daß es in Duisburg Regionen gibt, wo man denkt, sich in einem arabischen Land zu befinden.

Als ich dort in der evangelischen Kirche in der Apostelstraße vor vielen Jahren eine Predigt zu halten hatte, wurde während meines Gottesdienstes der ganze Kollektenkasten gestohlen.

Daß unter diesen Umständen die EU-Kommission eine Neuregelung weiterhin ablehnt, da auch die Proportionalität der Lebenshaltungskosten in Deutschland beispielsweise in Rumänien oder Syrien nicht gegeben ist, sollte die deutschen Behörden nicht daran hindern, dem systematischen Betrug einen Riegel vorzuschieben. Dies ist die Regierung gegenüber dem deutschen Steuerzahler schuldig!

Gerade die Niederlande und Luxemburg sind sog. „Steuerparadiese“, wo Großunternehmen ihre Gewinne bunkern. Dies hat nichts mit „Generalverdacht“ zu tun, sondern mit eindeutigen Fakten, zumal die Armut in Deutschland bei Alleinerziehenden und alten Menschen rasant zunimmt.

Falls bei diesem Mißstand nicht energisch durchgegriffen wird, werden die Forderungen für Kindergeldzahlungen astronomische Höhen erreichen. Man kann dann nur noch solche Parteien wählen, die diesen kontinuierlichen Mißbrauch abstellen.

Unser Autor, der judenchristliche Publizist Klaus M. Pülz, wirkt als Schriftsteller und Prediger in Israel und Deutschland; er leitet den Verein “Zelem” (www.zelem.de) und bringt seit Jahrzehnten den “Bote Neues Israel” heraus. 

SPORT dient der Freude und Gemeinschaft, darf aber keine Ersatzreligion werden

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die Aussage „Sport ist die schönste Nebensache der Welt“ erinnert heute an Märchen, die mit dem Satz beginnen: „Es war einmal…“

Die Nebensache ist zur Hauptsache geworden. Der Sport ist heute ein gigantisches Wirtschaftsunternehmen, ein Milliardengeschäft mit Athleten, Trainern, Managern und Fans im Bund mit den Medien und der Werbeindustrie.

BILD: Prof. Hubert Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift DER FELS

In diesem Sport spiegeln sich, neben großen Leistungen, auch alle Negativerscheinungen wider, die wir aus der Wirtschaft kennen. Ausbeutung, Personenkauf, totale Vereinnahmung der Spitzensportler, Doping und Korruption.

„Fußball – ein Spiel wird zur Ersatzreligion“, schreibt Dr. Josef Bordat (vgl. Tagespost 14.6.2018). Er spricht damit den Massensport an, dessen „Bedeutung weit über den Fußball hinaus weist“.

Fußballklubs sind „Glaubensgemeinschaften. Sie erfassen die Totalität der Glaubensvollzüge“. Die „Spieler sind die Heiligen des Rasens“. Auswärtsspiele sind „Pilgerfahrten“ mit Gesängen, Fahnen und Farbensymbolik.

VIVA-Chef Joseph Blatter meinte einmal nicht ohne Hybris: „Fußball ist mehr als eine Religion, mehr als alle Religionen zusammen“. Die Frage stellt sich: Hat der Sport die Religion ausgelöscht –  oder ist er in das Vakuum der über 90% Christen eingedrungen, die am Sonntag in der Kirche fehlen und sich in irgendwelchen Freizeitparks tummeln? Trotzdem gibt es auch heute Sportler, die ihren Glauben praktizieren.

Die Kirche hat die gesellschaftliche Bedeutung des Sports früh erkannt. Von den Päpsten der neueren Zeit hatte Pius XII. ein besonders enges Verhältnis zum Sport. Das war in der Zeit, als die Radrundfahrt „Giro d‘ Italia“ noch nicht  –  wie heute –  im Schatten des Fußballs stand und Gino Bartoli sowie Fausto Coppi die großen Champions waren.

Johannes Paul II. war selbst ein begeisterter Kanupaddler, Skifahrer und Bergsteiger – bis zum Attentat auf ihn. Der Jesuit Ruppert Mayer feierte jeden Sonntag frühmorgens im Münchner Hauptbahnhof mit den Skifahrern und Bergsteigern die heilige Messe, bevor sie nach dem Süden aufbrachen. Von Leibfeindlichkeit keine Spur!

Vielleicht war Papst Franziskus von der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft inspiriert, als er am 1. Juni 2018 an Kardinal Kevin Farell einen Brief über „Die christliche Sicht des Sports und die menschliche Person“ mit dem zentralen Satz „das Beste seiner selbst geben“ schrieb. Kardinal Farell ist in der Kirche für „Laien, Familie und Leben“ zuständig.

Franziskus stellt in seinem Brief den Sport als ein Mittel der Begegnung, der persönlichen Bildung und Entwicklung, des missionarischen Auftrags und der Heiligung hin. Er legt dar, wie in einer vom Individualismus geprägten Gesellschaft Menschen ohne Unterschied von Rasse, Geschlecht, Religion oder Ideologie im Sport zusammenfinden. Sie erfahren dabei die Freude, wie man gemeinsam als Teil einer Mannschaft ein Ziel erreicht, Sieg oder Niederlage teilt und über sich hinauswächst.

Diese Gemeinschaft schließt die Mitkämpfer der Mannschaft, den Trainer, die Fans, die Familie und alle anderen Personen ein, die durch ihre Hingabe „das Beste seiner selbst“ ermöglichen, weil wir die „großen Ziele im Sport, wie im Leben“ gemeinsam erreichen.

Sport dient auch der persönlichen Bildung und Entwicklung. Noch bevor der eigentliche Prozess der Ausbildung beginnt, setzt eine umfassende Entwicklung mit Hilfe des Sports ein. Wir wissen, so Franziskus, wie Jugendliche auf die Sportler schauen und sich von ihnen begeistern lassen. Deshalb ist es wichtig, dass Sportler jeden Alters und Niveaus ein Beispiel von Großzügigkeit, Demut, Opfer, Ausdauer und Freude geben. Ebenso sollten sie zum Mannschaftsgeist, zur Achtung, ja zur Solidarität mit den Übrigen beitragen.

Schließlich stellte Franziskus in seinem Brief die Rolle des Sports als Mittel des Sendungsauftrags und der Heiligung heraus. Die Kirche sei gerufen, ein Zeichen Jesu inmitten der Welt durch den Sport zu sein, in Gebetsstätten, in Pfarreien, in Gemeinschaften. Es sei immer Gelegenheit, die Botschaft Christi in sie hineinzutragen, sei es „gelegen oder ungelegen“ (2 Tim 4,2).

Die Freude mit Hilfe des Sports mitzuteilen, bedeute nichts anderes als die Möglichkeit der Person, die Schönheit der Schöpfung und das Besondere des Menschseins zu entdecken, der nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen ist.

Der Weltfußballverband hat den Spielern auf dem Feld verboten, religiöse Botschaften, z.B. in Form des Kreuzzeichens, auf T-Shirts oder auf Stirnbändern zu tragen. Trotzdem praktizieren das eine Reihe von Sportlern – und sie sind Botschafter der guten Nachricht!


Südkorea: Sektennetzwerk um die Präsidentin Katholische Bischöfe fordern ihren Rücktritt

Die Spannungen haben sich in Südkorea angesichts einer politischen Krise, die das Land an seinen Grundfesten erschüttert, zugespitzt.

Seit über einem Monat kommt es zu Großdemonstrationen in Seoul und in anderen Städten des Landes, bei denen der sofortige Rücktritt von Präsidentin Park Geun-hye gefordert wird. bischof

Die im Jahr 2012 gewählte Präsidentin steht im Mittelpunkt eines Skandals um ihre Beziehung zu Choi Soon-sil, Tochter eines Sektenführers. In den vergangenen Jahren soll die Schamanenpriesterin die südkoreanische Politik beeinflusst haben.

Die Präsidentin selbst soll unter dem Einfluss ihrer Jugendfreundin Choi Soon-sil gestanden haben, die diese Verbindung ausnutzte, um Staatgeschäfte zu kontrollieren (indem sie sich Zugang zu geheimen Dokumenten verschaffte) und sich gleichzeitig selbst bereicherte, indem sie Spenden großer Unternehmen in die von ihr geleiteten Stiftungen umleitete.

Choi Soon-sil wurde inzwischen wegen Betrugs und Machtmissbrauch festgenommen.

Das südkoreanische Parlament wird am kommenden 9. Dezember mit einem Misstrauensvotum über dem Verbleib der Präsidentin in ihrem Amt abstimmen. Wie aus Umfragen hervorgeht, soll die Präsidentin nur derzeit noch 4% der Wähler hinter sich haben.

Angesichts der aktuellen Lage erklärte sich Park bereit, bereits im April 2017 vom Amt zurückzutreten, während Präsidentschaftswahlen erst für Dezember 2017 geplant waren.

„Die Präsidentin hat sich als ungeeignet und unfähig für das Amt erwiesen”, erklärt Bischof Peter Kang von Cheju: „Sie war nicht in der Lage, dem Land eine Richtung zu geben. Die Forderungen nach dem Rücktritt sind verständlich, denn es geht um das Wohl des Landes”. 

In den vergangenen Tagen hatte der Weihbischof von Gwangju, Simon Ok Hyun-jin, die Katholiken zur Teilnahme an friedlichen Kundgebungen aufgefordert. Bischof Vincent Ri Pyung-ho verlangte bei einem Gottesdienst in der Diözese Jeonju die „Wiederherstellung der Demokratie“ und erinnerte daran, dass „die Bürger aller sozialer Schichten einen Rücktritt fordern“.

Quelle: Fidesdienst