Deutlicher Rückgang der Pille in Deutschland

Immer weniger Frauen verhüten mit der Anti-Baby-Pille. Das teilte der AOK-Bundesverband unter Berufung auf eine aktuelle Analyse der Verordnungsdaten der Gesetzlichen  Krankenversicherungen mit.

Demnach sank der Anteil der Verordnungen bei gesetzlich versicherten Mädchen und Frauen in den vergangenen zehn Jahren um fünfzehn von 46 auf 31 Prozent.

Die AOK erklärt den Rückgang mit einem gewachsenen Bewusstsein dafür, dass die Pille kein Lifestyle-Präparat ist, sondern in den Hormonhaushalt eingreift und auch Nebenwirkungen haben kann.

„So hat eine dänische Studie kürzlich auch auf ein höheres Risiko für Depressionen gerade bei jungen Erstanwenderinnen hingewiesen“, erklärte Eike Eymers, Ärztin im Stab Medizin des AOK-Bundesverbandes.

Als „positiven Trend“ verbucht Eymers, dass der Verordnungsanteil der sog. kombinierten oralen Kontrazeptiva von 72 Prozent (2009) auf 54 Prozent (2019) gesunken sei. Dennoch erhielten immer noch mehr als die Hälfte der Frauen, die die Pille auf Kosten der Krankenkassen verordnet bekämen, Pillenpräparate der neuen Generation, die ein nachweislich höheres Risiko für Thrombosen und Embolien besäßen.

Quelle: ALFA-Newsletter


TK-Report 2015: Höheres Thrombose-Risiko bei den neueren Pillen der 3. und 4. Generation

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In seinem Vorwort zum „Pillenreport“ schreibt Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der Techniker-Krankenkasse, unter anderem folgendes:
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„Im aktuellen Report hat uns die schnelle Marktdurchdringung des neuen oralen Kontrazeptivums Zoely® überrascht. Es sind bereits zahlreiche Präparate zur oralen hormonellen Kontrazeption auf dem Markt, und es bestehen noch Unsicherheiten bezüglich des Thromboserisikos der verschiedenen Präparate im Vergleich zueinander.  shutterstock_114300748-140x94
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Bei einem Blick auf die Verordnungsdaten fällt schnell auf, dass die neueren und moderneren Präparate der 3. und 4. Generation wesentlich häufiger verordnet werden als die Pillen der 1. und 2. Generation. Dabei ist neu nicht automatisch besser, im Gegenteil.
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Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat im März 2014 beschieden, dass in den Fachinformationen für einige Pillen der 3. und 4. Generation auf das größere Thromboserisiko hingewiesen werden muss. Gleichzeitig forderte es weitere Studien von den Herstellern für Produkte, bei denen das Risiko unklar ist. Für uns Grund genug, um uns kritisch mit dem Thema auseinanderzusetzen und ihm einen eigenen Report zu widmen.
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Die Techniker Krankenkasse sieht sich sowohl gegenüber den verordnenden Ärzten als auch den Frauen, die diese Präparate einnehmen, in der Pflicht, eine Orientierungshilfe anzubieten. Denn die Entscheidung für die Pille fällt meist im Teenageralter, und meist bleibt es über mehrere Jahre beim gleichen Präparat. Bis zum 20. Lebensjahr tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten, eine deutliche Informationshoheit liegt jedoch bei der pharmazeutischen Industrie.“
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Quelle: http://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/771128/Datei/67490/Pillenreport_2015.pdf