Das Buch „Endlich zuhause“ unter der Lupe

Der Interview-Band „Endlich zuhause – Mein Weg zur Kirche“ aus dem Augsburger Dominus-Verlag enthält ein Gespräch zwischen Felizitas Küble und dem ehem. evangelischen Kirchenhistoriker Volker Jordan, der nach vielen Wegen und Umwegen in die katholische Kirche eintrat.

Auf dem Buchportal von Amazon finden sich dazu drei Kommentare, darunter eine von Prof. Dr. Hans Schieser und eine ausführlichere Rezension von einer kath. Naturwissenschaftlerin, die wir hier gekürzt hier wiedergeben:

„Insgesamt finde ich (als praktizierende Katholikin) es sehr interessant, zu erfahren, was Konvertiten oder neu Getauften dazu bewegt, in die katholische Kirche einzutreten. Ich selber habe ja eher die Innensicht, auch wenn ich nicht immer der Einstellung war wie heute.

Der Autor hat sich sehr umfassend und ausführlich mit den verschiedenen Konfessionen auseinandergesetzt. Lange Zeit war die katholische Kirche für ihn ein Irrweg, was (nach eigener Aussage) auf einige Missverständnisse beruht, aber auch darauf, dass er im evangelikalen Spektrum die Antworten nicht gefunden hat.

VOLKER JORDAN

Bezüglich der Missverständnisse ist mir durchaus bewusst, dass viele Punkte häufig völlig falsch wahrgenommen werden:
– Päpstliche Unfehlbarkeit: Bezieht sich nicht auf die Person des Papstes und all seinen Äußerungen, sondern auf sehr wenige Lehraussagen, nur im Jahre 1950 hat ein Papst seit dem Unfehlbarkeitsdogma davon Gebrauch gemacht. Jordan erläutert es in seinem Buch sehr schön.
– Heilige Schrift und Tradition: Auch das wird im Buch sehr umfassend erläutert. Die Schrift und die Tradition haben eine gemeinsame Geschichte. Tradition widerspricht der Schrift nicht.

– Marien- und Heiligenverehrung: Wir sind davon überzeugt, dass die Verstorbenen leben und Fürbitte halten können, genau wie ich für andere Menschen beten kann und andere für mich. Sie werden grundsätzlich nicht angebetet. Viele Katholiken nehmen es nicht in Anspruch. Die Verehrung von Jesus Christus ist deutlich höher angesiedelt. Maria ist keine Göttin, sondern erste Christin und Gottesmutter.
Eucharistieverständnis: Zur Kommunion („Abendmahl“) gehört nicht nur das Sakrament der Taufe, sondern auch das Sakrament der Versöhnung (Beichte). Dieser Punkt wird in der öffentlichen Diskussion um das gemeinsame Abendmahl gar nicht erwähnt oder ignoriert. Sicher ist das Glaubensverständnis (wahrer Leib und Blut Christi, der in den Hostien im Tabernakel verbleibt) von ebenso hoher Bedeutung.
– Aberglaube: Dieses Missverständnis war mir bislang unbekannt. Die katholische Kirche lehnt Aberglaube (Spiritismus etc.) rigoros ab. Aberglaube gibt es aber in allen Kulturen und Religionen, auch unter Unreligiösen.

Bemerkenswert finde ich auch seinen „Umweg“ über die Orthodoxie: Er hat sich quasi die Mühe gemacht, trotz der sprachlichen Barrieren. Hier in Deutschland gibt es nur sehr wenige deutschsprachige orthodoxe Gemeinden (z.B. in Düsseldorf). Bemerkenswert finde ich es auch deswegen, weil orthodoxe Gemeinden in der deutschen Öffentlichkeit nur wenig beachtet werden.

Was die von Jordan beschriebenen Unterschiede zur katholischen Kirche betrifft, so kann ich dazu nur begrenzt etwas sagen. Es stimmt, dass die Kirche auf internationaler Ebene nicht so vertreten ist. Weiterhin sind z.B. die Fastengebote wesentlich strenger. Was das Zuspätkommen zum Gottesdienst angeht, so kenne ich das aus der katholischen Kirche auch. Die Gottesdienste (in der „alten“ lateinischen Form), die Jordan in der Basilika St. Clemens in Hannover besucht, sind da eher eine Ausnahme. Ich kenne die lateinischen Gottesdienste in St. Clemens und gehe auch gelegentlich hin, weil ich finde, dass sich beide Formen gut ergänzen. Auch hier gibt es Verspätete, aber deutlich weniger als bei Gottesdiensten in der deutschsprachigen Messe dieser Kirche.

Zur Verteidigung der Orthodoxie muss ich sagen, dass die Gottesdienstform mir etwas offener erscheint als in katholischen und protestantischen Gemeinden. Es ist üblich, zwischendrin Kerzen anzuzünden, etc. Die Leute stehen aber auch sonst in den langen Gottesdiensten die ganze Zeit, da ist ein bisschen Bewegung und Offenheit auf der anderen Seite vielleicht auch nicht verkehrt...

Was den Konservativismus von Volker Jordan angeht, so bin ich auch überrascht darüber, dass er sich zum Kreationismus bekennt. Diese Haltung ist unter Katholiken eher die Ausnahme. Papst Johannes Paul der II. hat sich 1996 sehr positiv zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen Evolution geäußert, was nicht bedeutet, dass die Kirche die Evolution erst seitdem anerkannt, es scheint aber zu viele Kontroversen darüber gegeben haben, weswegen er sich letztlich dazu Stellung genommen hat. Trotz der Äußerungen des Papstes darf Jordan diese Ansichten haben, aber es ist eine Randerscheinung. Ich hingegen lehne Kreationismus und Intelligent Design ab, besonders als Naturwissenschaftlerin...

Und damit komme ich schon zu meinen Kritikpunkten am Buch, weswegen ich einen Punkt bei der Bewertung abziehe. Es treten einige Fehlinterpretationen auf. Jordan geht zum Beispiel davon aus, dass die Idee, dass der Einzelne vor Gott besteht, dem Katholischen fremd sei und betont die Gemeinschaft der Gläubigen. Ja, die Gemeinschaft hat einen hohen Stellenwert (auch über den Tod hinaus), aber auch der persönliche Glaube und die Beziehung zu Gott sind ebenso wichtig.

Grundsätzlich richtig liegt er in der Annahme, dass der häufige Kommunionsempfang seitens der Kirche empfohlen wird, aber er wird nicht überall so praktiziert. So gibt es im Ausland (z.B. Polen) viele Gläubige, die sehr selten (eigentlich nur zu Ostern) die heilige Kommunion empfangen, somit trifft einer seiner Kritikpunkte an der orthodoxen Kirche (seltener Kommunionsempfang) zum Teil auch auf die katholische Welt zu…

Ich finde das Buch und die Gedankengänge darin sehr interessant. Es ist viel Wissen darin enthalten und er hat sich tief mit der Materie auseinandergesetzt, auch wenn es Punkte gibt, die nicht ganz richtig sind. Angesichts seines sehr wortwörtlichen Bibelverständnisses bin ich mir allerdings nicht sicher, ob Jordan nicht seitens der katholischen Kirche früher oder später erneut enttäuscht gewesen wäre, hätte er noch länger gelebt. Seine Konfessionswechsel waren schon sehr häufig. Vielleicht wäre er auch darin hineingewachsen. Aber es obliegt mir nicht darüber zu urteilen, denn nur Gott kennt die Herzen der Menschen.“

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.amazon.de/gp/customer-reviews/R38KQ6GUGUCJTT/ref=cm_cr_dp_d_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=3940879290

HIER weitere zwei dutzend Rezensionen über dieses Buch: https://charismatismus.wordpress.com/category/konvertit-volker-jordan/

Das Konversionsbuch kann portofrei für 14,80 Euro bei uns bezogen werden: felizitas.kueble@web.de – oder Tel. 0251-616768


Atheistischer Wissenschaftler wurde durch stichhaltige Argumente schöpfungsgläubig

Früher war der angesehene Paläontologe überzeugter Atheist. Eher aus Zufall beschäftigte er sich mit Argumenten von Kreationisten (Menschen, die an eine göttliche Schöpfung glauben)  – und wurde überzeugt.

Heute glaubt Dr. Günter Bechly an die Existenz eines Schöpfergottes, denn die Argumente gegen die Evolutionstheorie waren für ihn zu stark.

Der Paläontologe war am Naturkundemuseum in Stuttgart für die Sonderausstellung zum Darwin-Jahr 2009 verantwortlich. Der anerkannte Experte für Bernstein war gern gesehener Gast in Fernsehsendungen zum Thema Paläontologie, acht fossile Insektenarten sind nach ihm benannt. 

Bechly sollte 2009 die Sonderausstellung „Evolution – Der Fluss des Lebens“ zum 200. Geburtstag von Charles Darwin in Stuttgart entwickeln. Da Bechly die kreationistischen Bücher für die Installation bestellen musste, warf er einen kurzen Blick in die von ihm verachtete Literatur. Er musste feststellen, dass die dort vorgestellten Argumente gar nicht so schlecht waren, wie er immer angenommen hatte.

In einem halbstündigen Film der Produktionsfirma Morija berichtet Bechly seine Wandlung vom materialistischen Atheisten zum gläubigen Vertreter des ID (Intelligent Design). „Das klingt ja gar nicht so religiös begründet, sondern das sind ja wissenschaftliche Argumente“, musste Dr. Bechly feststellen, als er die evolutionskritische Literatur las.

Vielen kritischen Fragen konnten die etablierten Evolutionsanhänger nicht mit guten Antworten begegnen, bemerkte er. Mehr noch: Hinter dem Rücken lehnten Wissenschaftler die öffentliche Debatte mit ID-Vertretern aus Angst ab, argumentativ nicht dagegen halten zu können. Nach außen hin wurde die Absage damit begründet, man wollte Kreationisten kein Forum bieten.

Für den Insektenforscher Bechly stand vor allem die Frage offen, wie Lebewesen in sehr kurzen Zeiträumen große evolutionäre Schritte machen konnten. Mathematisch gesehen könnten diese Zeiträume nicht mit der Evolutionsgenetik in Einklang gebracht werden. Die wenigen Generationen in der Entwicklung etwa einer Resistenz gegen Malaria-Erregern unter Insekten könne mit der evolutionär angenommenen Mutationsrate nicht erklärt werden.

Einen weiteren Knackpunkt sah Bechly im Mangel an Fossil-Funden von Übergangsarten zwischen den angeblich evolutionär voneinander abstammenden Gruppen.

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2017/09/27/vom-atheistischen-wissenschaftler-zum-glaeubigen-evolutionskritiker/