Kein Christentum ohne Kreuz: Angepaßter Glaube ohne die Kraft des Evangeliums

„Eine der großen existenziellen Tendenzen unserer heutigen Welt ist es, alles ’schmerzfrei‘ gestalten zu wollen. Viele Christen in Afrika träumen von einem friedlichen Leben ohne Leiden und Opfer. In der Praxis träumen wir von einem schmerzfreien Christentum“, so Pater Donald Zagore, ivorischer Theologe von der Gesellschaft der Afrikamissionen.

„Wir träumen von einem Leben ohne Leiden, Schmerz und Not. Diese existentielle Herangehensweise, die von Ängsten und Buße bereinigt ist, zeigt sich auch in der Realität der religiösen Erfahrung. Und doch“, so Zagore weiter, „führt ein schmerzfreies Christentums dazu, dass der Einzelne Gefangener einer illusorischen Realität wird. Es wird zu einer spirituellen Illusion. Die afrikanische Kirche muss zeigen, dass es kein echtes Christentum gibt, ohne die Kraft und die Macht des Kreuzes, den Weg zur Erlösung.“

„Der gesamten missionarischen Tätigkeit Christi, aus der die missionarische Tätigkeit der Kirche hervorgeht, wohnt das Kreuz inne. Im Leiden, im Schmerz, in den Tränen, in den Enttäuschungen, in den Missverständnissen, in den Widersprüchen manifestiert sich die Kraft des Evangeliums Christi. Dies ist die existenzielle Realität des Glaubens und der Missionstätigkeit, der sich jeder Christ, der durch die Taufe auch Missionar ist, nicht entziehen kann“, so Pater Zagore weiter.

„Das anästhesierte Christentum, das auf den Straßen, in Afrika und in Teilen der Welt verkündet wird und die Massen anzieht, kommt nicht von Jesus Christus, sondern ist ein rein menschliches Unternehmen, das in einer im Wesentlichen wirtschaftlichen Dynamik aufgebaut und als ‚Produkt‘ die Nachfrage befriedigen soll. Aus diesem Grund kann das schmerzfreie Christentum in keiner Weise zu authentischem und prophetischem Glauben und missionarischer Tätigkeit führen“, betont der Ordensmann abschließend.

Quelle: Fidesdienst


Israel: Vier Schüler finden antike Goldmünze

Bereits im Februar 2019 entdeckten vier Schüler aus dem Kibbuz Yifat im Jesreel-Tal auf den Feldern eine Goldmünze auf dem Boden; sie erkannten sofort, dass dies ein bedeutender Fund war und berichteten ihrem Geographie- und Geschichtslehrer Zohar Porshyan davon, der sich an die israelische Altertumsbehörde wandte.

Die Schüler übergaben die Münze an den Diebstahlinspektor der israelischen Antiquitätenbehörde und zeigten ihm die genaue Stelle des Fundortes. Distelfeld verlieh den Jungen Zertifikate für ihre Aufmerksamkeit und umsichtige Reaktion: „Es ist ungewöhnlich, einzelne Goldmünzen zu finden. Da sie sehr wertvoll waren und die Personen gut Acht gegeben haben, sie nicht zu verlieren, bedanke ich mich bei den Schülern und ihrem Lehrer für ihre staatsbürgerlichen Dienste.“

Die Numismatikerin, eine Expertin für Münzdruck, Dr. Gabriela Bijovsky erklärte: „Die Goldmünze ist ein Solidus, der vom Kaiser Theodosius II. in Konstantinopel (heute Istanbul) um 420 – 423 n. Chr. geprägt wurde. Ähnliche Münzen sind aus dem ostbyzantinischen Reich bekannt, aber dies ist die erste ihrer Art, die in Israel entdeckt wurde. Eine Seite zeigt das Bild des Kaisers und die andere das Bild der Göttin des Sieges, die den Stab des Kreuzes hält.“

Theodosius II. war einer der einflussreichsten Kaiser des Byzantinischen Reiches.

Yair Amitzur, Chefarchäologen der Israelischen Altertumsbehörde erklärte:

„Der von der Altertumsbehörde initiierte Sanhedrin-Wanderweg erzählt die Geschichte der jüdischen Vormachtstellung in Galiläa zur Zeit der Mischna und des Talmud in der römischen und byzantinischen Zeit. Es ist symbolisch, dass die Goldmünze, die am Sanhedrin Wanderweg entdeckt wurde, die Periode dramatischer Ereignisse widerspiegelt, in der der Sanhedrin in Galiläa nicht mehr aktiv war und das Zentrum des jüdischen Lebens von Galiläa nach Babylon verlegt wurde.“

Quelle (Text / Foto): https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/1600-Jahre-alte-Goldm%C3%BCnze-gefunden.aspx


Aus der Kreuzweg-Andacht von Kardinal Ratzinger zum Karfreitag im Jahre 2005

.
„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“ (Joh 12, 24). Der HERR deutet damit seinen ganzen irdischen Weg als Weg des Weizenkorns, der nur durch den Tod hindurch zur Frucht führt.
.
ER deutet sein irdisches Leben, sein Sterben und   Auferstehen auf die heiligste Eucharistie hin, in der sein ganzes Geheimnis zusammengefasst erscheint. Weil ER seinen Tod als einen Akt der Hingabe, der Liebe vollzogen hat, darum ist sein Leib in das neue Leben der Auferstehung hinein verwandelt worden. Darum ist ER, das fleischgewordene Wort, nun unsere Nahrung zum wirklichen, zum ewigen Leben hin…
.
So wird der Kreuzweg zu einem Weg ins eucharistische Geheimnis hinein: Die Volksfrömmigkeit und die sakramentale Frömmigkeit der Kirche verbinden sich und gehen ineinander.
.
Das Beten des Kreuzwegs ist so verstanden als ein Weg in die innere, geistliche Kommunion mit Jesus hinein, ohne die die sakramentale Kommunion leer bliebe. Der Kreuzweg erscheint als „mystagogischer“ Weg.

Glaube ist mehr als Gefühl

Diese Sicht steht einem bloss sentimentalen Verstehen des Kreuzwegs entgegen, deren Gefahr der HERR in der 8. Station den weinenden Frauen von Jerusalem entgegenhält. Blosses Gefühl reicht nicht; der Kreuzweg soll eine Schule des Glaubens sein – jenes Glaubens, der seinem Wesen nach „in der Liebe wirksam“ wird (Gal 5, 6).

Aber das bedeutet doch keinen Ausschluss der Gefühle. Die Väter haben als ein Grundlaster der Heiden ihre Fühllosigkeit angesehen; sie führen damit die Vision Ezechiels weiter, der dem Volk Israel die Verheissung Gottes weitergibt, dass ER das Herz von Stein aus ihrer Brust nehmen und ihnen ein Herz von Fleisch geben werde (Ez 11, 19)…

Der mit-leidende Gott, der Mensch wurde, um unser Kreuz zu tragen, will unser steinernes Herz verwandeln und uns zum Mit-leiden rufen; uns das „Herz von Fleisch“ geben, das nicht an der Not des anderen vorübergehen kann, sondern sich verwunden lässt und zur heilenden und helfenden Liebe führt.

Was NACHFOLGE bedeutet

Damit kehren wir wieder zurück zu Jesu Wort vom Weizenkorn, das er selber in die Grundformel christlicher Existenz übersetzt, die so lautet: „Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren ins ewige Leben“ (Joh 12, 25  – vgl. Mt 16, 25; Mk 8, 35; Lk 9, 24; 17, 33: „Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren; wer es dagegen verliert, wird es gewinnen“).

Damit sagt ER uns zugleich, was der Satz bedeutet, der in den synoptischen Evangelien diesem Zentralwort seiner Botschaft vorangeht: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mt 16, 24).

In all diesen Worten zusammen deutet ER uns selber, was „Kreuzweg“ ist – wie wir ihn beten und gehen sollen: Der Kreuzweg ist der Weg des Sichverlierens, das heisst der Weg der wahren Liebe.

Diesen Weg ist ER uns vorangegangen, diesen Weg will uns der gebetete Kreuzweg lehren. Und damit sind wir wieder beim gestorbenen Weizenkorn – bei der heiligsten Eucharistie angelangt, in der immerfort die Frucht von Jesu Sterben und Auferstehen unter uns gegenwärtig wird… 

Quelle und FORTSETZUNG hier: https://www.papstbenediktxvi.ch/?m=7&s=6


Eine „Wolke von Zeugen“ umgibt uns

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Hebr 12,1-4:

Brüder! Da uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt, wollen auch wir alle Last und die Fesseln der Sünde abwerfen. Lasst uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist, und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens.
.
ER hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten, und sich zur Rechten von Gottes Thron gesetzt.
.
Denkt an den, der von den Sündern solchen Widerstand gegen sich erduldet hat; dann werdet ihr nicht ermatten und den Mut nicht verlieren. Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut widerstanden.

Chiara Lubich und der „verlassene Jesus“

Von Felizitas Küble

Vom Theologen Detlev Fleischhhammel aus Berlin stammt die „steile“ Aussage: Der einzige Mensch, der je wirklich von Gott verlassen gewesen ist, war Jesus Christus am Kreuz.

Bei Chiara Lubich, der Gründerin der katholisch-ökumenischen Fokolar-Bewegung, war die Verehrung des „verlassenen Jesus“ sogar eine der beiden „Säulen“ ihrer besonderen Spiritualität  – die zweite Säule war der Einheitsgedanke, wobei sie nicht nur an eine geeinte Christenheit dachte, sondern ihr Anliegen auf alle Religonen ausdehnte und den Eine-Welt-Gedanken propagierte.

Lubich  – deren mögliche Seligsprechung bereits kirchlich diskutiert wird –  bezeichnete Christus oft als den „verlassenen Jesus“ oder „verlassenen Gekreuzigten“. Über diese spezielle Frömmigkeitsform gibt es ausführliche Literatur, zB. das Buch „Jesu Gottverlassenheit als Heilsereignis in der Spiritualität Chiara Lubichs.“

Frau Lubich starb am 14. März mit 87 Jahren in Rocca di Papa bei Rom; im selben Jahr feierte ihre geistliche Gemeinschaft das 50-jährige Bestehen.

Wie steht es nun mit der „Verlassenheit“ Christi am Kreuz? War unser HERR und Erlöser wirklich von seinem himmlischen Vater gleichsam im Stich gelassen, von IHM getrennt?

Es wäre ein Kurzschluß, dies zu schlußfolgern, zumal unser Heiland GOTT und MENSCH in einer Person ist – und seine göttliche Natur kann ohnehin nicht „gottverlassen“ sein.

Jesu Ausruf am Kreuz stammt aus Psalm 22

Das Rätsel dieses Rufes Jesu löst sich, wenn wir bedenken, daß Christus hier den 22. Psalm betete, einen sog. „Klagepsalm“ aus dem AT, der mit den Worten beginnt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ 

Doch die niedergedrückte Stimmung weicht dann zunehmend einem großen Gottvertrauen, ja tiefer Dankbarkeit gegenüber dem himmlischen Vater. 

Im ersten Teil von Psalm 22 werden Nöte, Bedrängnisse und bittere Verfolgung erwähnt. Doch bald dringt schon der Lobpreis Gottes durch, begleitet von vertrauensvollen Bitten.

Im zweiten Teil steht der Dank im Mittelpunkt; gerühmt werden Gottes große Heilstaten, die er an Israel und den Völkern gewirkt hat bzw. noch vollbringen wird, wie es der Psalmist  im letzten Vers freudig ausruft; das erinnert uns an Christi weiteres Wort am Kreuz: „Es ist vollbracht.“  –  Dies entspricht inhaltlich dem Schlußsatz von Psalm 22. (In der Septuaginta  –  der griechischen Übersetzung des AT –  ist es übrigens der Psalm 21, weil dort eine andere Zählung gilt, nachdem der erste und zweite Psalm zusammengezählt werden.)

Die beklagte „Gottverlassenheit“ ist also gleichsam der Einstieg, der dann in Lob und Dank, in Vertrauen und Zuversicht einmündet.

Dieses Gebet ist ein „messianischer Psalm“

Es handelt sich bei diesem Gebet zudem um einen „messianischen Psalm“, der im Hinblick auf das Heilswirken Christi zu verstehen ist. Somit hat der Gekreuzigte durch seine Anrufung die messianische, auf IHN bezogene Bedeutung dieses Psalms bestätigt.

So heißt es in Vers 8 und 9: „Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf: Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.“ 

In Vers 17 ist davon die Rede, daß „die Rotte der Bösen mich umringt; sie haben meine Hände und Füße durchgraben“.

Die Vers 18 und 19 lauten: „Ich kann alle meine Knochen zählen; sie aber schauen zu und sehen auf mich herab. Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand“.

Es ist daher theologisch mißverständlich, vom „verlassenen Jesus“ zu sprechen  – und geradezu irreführend, daraus auch noch eine spezielle Spiritualität zu entwickeln und in den Mittelpunkt zu rücken, wie dies durch die Gründerin der Fokolar-Bewegung geschah.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Paulus würdigt Christen aus den heidnischen Völkern als „Hausgenossen Gottes“

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Eph 2,12-22:

Brüder! Einst wart ihr von Christus getrennt, der Gemeinde Israels fremd und von dem Bund der Verheißung ausgeschlossen; ihr hattet keine Hoffnung und lebtet ohne Gott in der Welt. Jetzt aber seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, durch Christus Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen.
Denn ER ist unser Friede. ER vereinigte die beiden Teile – Juden und Heiden – und riss durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft nieder…
 
Durch IHN haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater. Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.
Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlußstein ist Christus Jesus selbst. Durch IHN wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im HERRN. Durch IHN werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut.

Unser neues PLAKAT für das Kreuz

POSTER aus dem ECCLESIA-Plakatdienst in Münster:

Dieses PLAKAT kann beim KOMM-MIT-Verlag bestellt werden. Es ist im großen Din-A-2-Format erschienen (60 x 40 cm) und kostet 3 € inkl. Versandkosten (bitte in Briefmarken beilegen), vier Stück kosten nur 6 € inkl. Porto. – Per Tel. 0251-616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de