Zeitzeugen im Zentrum: TV-Dokumentation über die deutschen Heimatvertriebenen

Von Susanne Habel

Zum ersten bundesweiten Gedenktag für Flucht und Vertreibung am 20. Juni 2015 sendete ARD-Alpha die Dokumentation „Zwischen Verlust und Verantwortung. Die Vertriebenen und ihre Heimat“. Hier wurde das Schicksal der deutschen Vertriebenen in den 70 Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs präsentiert. ST-1969

Der Zuschauer erlebte Filmsequenzen aus alten Wochenschauen und Nachrichtensendungen , die man selten oder nie zu sehen bekommt: Heimattreffen der fünfziger und sechziger Jahre und Videos von Reisen in die Tschechoslowakei während des kurzen politischen Tauwetters 1964 und kurz vor der Wende 1989 ließen die 70 Jahre seit der Vertreibung im Zeitraffer passieren.

BILD: Archivmaterial vom Sudetendeutschen Tag 1969 in Nürnberg

Als Berichterstatter kamen exemplarische Zeitzeugen zu Wort: Als Vertreter der Erlebnisgeneration und als Mitbegründer von Sudetendeutscher Landmannschaft und Sudetendeutscher Jugend erzählt Oskar Böse von der Anfangszeit, als sich die Vertriebenen im Westen in Verbänden sammelten, was die „Aussiedler“ in der späteren „DDR“ nicht durften – denn auch das Schicksal der Sudetendeutschen dort und der heimatverbliebenen Landsleute in der kommunistischen Tschechoslowakei wird angerissen.

Aus der „mittleren und jüngeren Generation“ beschrieb Günter Reichert, Ex-Präsident der Bundeszentrale für Politische Bildung, die schwierige politische Einbindung und die gelungene Integration der Vertriebenen, die keineswegs Assimilation bedeutet habe. Fendl

Wie das sudetendeutsche Kulturerbe gepflegt wird, erläuterte Peter Becher, der langjährige Leiter des Münchener Adalbert-Stifter-Vereins. Die Pflege von Literatur, Kunst, Musik und Traditionen der böhmischen Länder verknüpft der sozialdemokratische Literaturwissenschaftler immer mit einem hohen Anspruch beim Minderheiten- und Menschenrechtsschutz.

BILD: Vorstellung des Architektenmodells für das Sudetendeutsche Museum am gleichen Ort durch Museumsbeauftragte Dr. Elisabeth Fendl im Film

In dieser Richtung äußerte sich auch Katharina Ortlepp, Landesvorsitzende der SdJ-Landesgruppe Bayern, die sich in einem Interview auf dem diesjährigen Sudetendeutschen Tag vehement für die Aufnahme der Flüchtlinge aus aller Welt in Deutschland einsetzte.

Aber nicht nur aus Böhmen, Mähren und Schlesien sind die Millionen deutscher Vertriebener gekommen. Sie stammten aus allen deutschen Ostgebieten, wie zum Beispiel die Donauschwaben, deren gut ausgestattete Heimatstube in Haar bei München im Film vorgestellt wird.

Die sudetendeutschen Heimatsammlungen dagegen drohen an Personal- und Geldnot oft zu scheitern. Und so ist es gut, dass in einem positiven Ausblick die Planung des Sudetendeutschen Museums in München vorgestellt werden konnte. Dort sollen viele heimatliche Kulturschätze einmal unterkommen. Auch in diesem Museum soll die Geschichte dann so packend nahegebracht werden wie in der Dokumentation.

Die Dokumentation stammt von Martin Posselt, dessen väterliche Wurzeln im nordböhmischen Gablonz liegen und der Redakteur des Bayerischen Rundfunks ist  –  und der Film ist im Internet weiter zu sehen.

Im Internet: „Zwischen Verlust und Verantwortung. Die Vertriebenen und ihre Heimat“: www.br.de/mediathek/video/video/die-vertriebenen-und-ihre-heimat-100.html

Unsere Autorin Susanne Habel ist Redakteurin und Journalistin aus München

Fotos: ARD-Alpha

 


Dr. Konrad Adam: Einmarsch der Roten Armee war von Verbrechen begleitet

Anlässlich der Rede von Bundespräsident Joachim Gauck zum Kriegsende vor 70 Jahren erklärt AfD-Sprecher Dr. Konrad Adam: logo-afd-small

„Noch eine Verdrängung, die erkannt, bekämpft und ans Licht gezogen werden muss. Diesmal ging es angeblich darum, das Gedächtnis an die unmenschliche Behandlung wachzuhalten, der Millionen von kriegsgefangenen Russen in deutscher Lagerhaft ausgesetzt waren.

Bundespräsident Gauck hat das Gedenken ans Ende des Zweiten Weltkrieges zum Anlass genommen, an das traurige Schicksal dieser zu Untermenschen degradierten Soldaten zu erinnern.

Er hat aber zugleich der Roten Armee nämlich für den Beitrag gedankt, den sie zur Befreiung Deutschlands geleistet habe. Leider hat er vergessen, den Preis zu erwähnen, mit dem Millionen von vertriebenen Menschen, verwaisten Kindern und vergewaltigten Frauen für diese Befreiungstat zu bezahlen hatten.

Allein dieser Umstand sollte uns davor bewahren, den Einmarsch der Roten Armee mit dem der Westalliierten in einem Atemzug zu nennen. Der Krieg im Osten ist von Anfang an und von beiden Seiten nach anderen Regeln geführt worden als der im Westen.“