Chinas Bevormundung in Tibet: Wenn die Muttersprache zur Fremdsprache wird

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, trat Anfang September ein Erlass des kommunistischen Bildungsministeriums in China in Kraft, wonach alle tibetischen Kinder im Vorschulalter Mandarin lernen müssen.

Die IGFM kritisiert diese Maßnahme anlässlich des Welttags der Lehrer am 5. Oktober als „weiteren Schritt der systematischen Sinisierung Tibets“ und bezeichnet sie als „Mittel, um die nächste Generation der Tibeter von ihrer eigenen Sprache und Kultur zu entfremden“.

Das chinesische Erziehungs-Ministerium hatte den Erlass bereits im Juli angekündigt und damit begründet, dass dadurch schon „von klein auf ein Gemeinschaftsgefühl für die chinesische Nation entsteht“. Offiziell soll das Bildungsniveau in der Autonomen Region Tibet angehoben werden.

Alle Kindergärten in Tibet wurden angewiesen, Mandarin als Unterrichtssprache bei den Vorschulaktivitäten zu verwenden. Die Vorschulerziehung betrifft Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren. Lehrer/innen müssen bis 2025 einen mehrstufigen „Kurs zur Anwendung der nationalen gemeinsamen Sprache“ absolvieren.

In Hungerstreik getretene Lehrerin festgenommen
Am 1. August 2021 wurde Rinchen Kyi, eine der dienstältesten Lehrerinnen, an der am 8. Juli 2021 geschlossenen Sengdruk-Taktse-Schule im Kreis Darlag (chin. Dari) in der tibetischen autonomen Präfektur (TAP) Golog (chin. Guoluo) von den örtlichen Sicherheitskräften wegen „Anstiftung zum Separatismus“ festgenommen. Sie war nach der Schließung der Schule in einen Hungerstreik getreten.

Tibetische Schüler nach Einreichen von Petition verhaftet
Am 16. August 2021 wurde eine Gruppe tibetischer Schüler festgenommen, die beim örtlichen Regierungsbüro eine Petition eingereicht hatten. Darin forderten sie, dem Unterricht in tibetischer Sprache in der Gemeinde Trotsik in Ngaba den Vorzug zu geben. Alle Schüler der Gruppe wurden wieder freigelassen – mit Ausnahme des 19-jährigen Sherab Dorjee.

Weitere Infos zu Menschenrechten in China


Unsere Defizite in der Innen- und Außenpolitik

Von Herbert Nowitzky

Die LINKE ist durch die Bundestagswahl deshalb ziemlich unbedeutend geworden, weil vor allem die CDU neben der SPD und den Grünen unter Merkel sehr linkslastig geworden ist und etliche Programmpunkte quasi übernommen hat, die vorher in der CDU/CSU undenkbar waren.

Zu erwähnen sind u.a. die nahezu uneingeschränkte „Abtreibung“, das Morden von Kindern vor der Geburt; die Einführung der „Ehe für alle“; der hysterische Kampf gegen das Klima, das von Menschen nicht beeinflusst werden kann, sondern von Anbeginn ein elementares Naturereignis ist; die

Verweigerung, die Kultur des einst christlich geprägten Abendlandes weiterhin als gesellschaftliche Grundlage und als hohes Gut zu erhalten; die Aufnahme von Millionen kultur- und glaubensfremder Muslime, die bereits heute unsere Gesellschaft stark negativ verändert haben – ganz im Gegensatz zu anderen Ausländern, denen wir durchaus vieles zu verdanken haben, die sich auch in unsere demokratische Gesellschaft einbringen.

Nicht alle Muslime lehnen unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaftsordnung ab, aber dann sind sie gemäß Koran bereits „Abtrünnige“ und werden als „Ungläubige“ behandelt. Bitte bei denen informieren, die als ehemalige Muslime Kritik am Islam üben.

Besonders in den letzten Jahren ist unsere Demokratie dem Sozialismus nahe gekommen. Wichtige Entscheidungen wurden von der Kanzlerin ohne Parlament allein gefällt. Kein Land in Europa hat inzwischen seine Nationalität so sehr in den Hintergrund gestellt wie Deutschland. Dazu gingen üppige Zahlungen deutscher Steuergelder nach Brüssel. Sogar die Nationalmannschaft wurde zur „Mannschaft“.

Besonders schmerzlich ist, dass unter der CDU/SPD-Regierung die deutsche Staatsraison, fest an der Seite ISRAELS zu stehen, aufgegeben wurde. Milliarden (!) deutscher Steuergelder wurden unkontrolliert und nicht zweckgebunden an die Terroristen in Gaza und in die PA-Autonomie gepumpt. Nach Recherchen des IWF (2004) konnte Arafat so immerhin 900 Millionen Euro „Entwicklungshilfe“ auf seine Privatkonten in der Schweiz umlenken. Eine Rückzahlung wurde nach seinem Tode nicht verlangt.

Die Einstellung von US-Hilfsgeldern an die „Palästinenser“ in Höhe von ca. 350 Millionen Euro jährlich, die Ex-Präsident Trump angeordnet hatte, wurde von der Bundesregierung stillschweigend übernommen – auch ganz ohne Parlamentsbeschluss. Der deutsche UN-Botschafter Heusgen, ein Vertrauter der Kanzlerin, hat auftragsgemäß bei Resolutionen gegen ISRAEL gestimmt oder sich der Stimme enthalten. Das sagt eigentlich alles.

Wer u.a. im Bundestag die Reden z.B. von Dr. Curio gehört hat, weiß, dass die AfD viele gute Vorschläge sowohl zur Innenpolitik als auch zur Außenpolitik gemacht hat und deshalb gesprächsbereit war. Nur die anderen wollten es nicht annehmen. Dazu gehört allerdings auch die ständig betriebene Isolation der AfD durch unsere zwangsbezahlten öffentlich-rechtlichen Medien, die eigentlich ihrem Auftrag entsprechend zu Neutralität, Wahrheit und Ausgewogenheit verpflichtet sind.

Was die öffentlich-rechtlichen Medien anbetrifft, so muss sich hier dringend etwas ändern. Es gibt zu viele Sendeanstalten, die alle in ihrer Produktion nur geringe Unterschiede aufweisen, aber über 35.000 sehr gut bezahlte Mitarbeiter haben. Die Aufgabe der Medien ist es auch, die Regierungsarbeit kritisch zu begleiten. Inzwischen haben sie sich zum Sprachrohr der Regierung entwickelt – zum Schaden für unser Land.

Die Politik sollte mehr Rechte für die Polizei einfordern, gegen Gewalttäter vorzugehen. Zur Erinnerung: beim G-8-Gipfel in Hamburg (Bürgermeister Scholz!) wurden mehr als 750 Polizisten von gewalttätigen „Autonomen“ zum Teil schwer verletzt. Geschäfte wurden von Linken geplündert, Autos und Geschäfte in Brand gesteckt – wie es auch in Berlin an der Tagesordnung ist. Olaf Scholz hatte damals die Polizei zur Zurückhaltung aufgefordert, obwohl es hier um schwersten Landfriedensbruch ging.
Die jährlichen „Feiern“ zum 1. Mai in Berlin, Hamburg und Hannover sind zu einem Fanal der linken Gewalttäter gegen die Gesellschaft geworden. Dort werden Polizisten auch mit Stahlkugeln aus Katapulten beschossen.

Zu erwähnen sind auch die jährlichen martialischen al Quds-Märsche in Berlin (Jerusalem-Märsche, von Ajatollah Chomeini 1979 angeordnet), wo ganz offen von Moslems und LINKEN (!) die Vernichtung ISRAELS gefordert wird. Ich habe dort auch schon Transparente mit der Forderung „Juden ins Gas!“ gesehen.

Die begleitende Polizei hatte wohl die Anweisung vom Innensenator, nicht einzugreifen. Die Staatsanwaltschaft Berlin lehnte später eine Strafverfolgung wegen „mangelnder Beweise“ ab. Diese Märsche werden aber immer wieder genehmigt.Und der Bundespräsident gratulierte nun schon zweimal den Mullahs in Teheran zum Jahrestag der Islamischen Revolution.


Epochenwechsel: Abschied vom Bewährten

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Wir erleben jetzt einen Epochenwechsel. Es ist der Abschied von gewohnten Ansichten:

  • In der Politik seitens der „Volksparteien“. Eine Partei, die kaum 25% der Wähler hinter sich scharen kann, verdient diesen Namen nicht. Wenn zwei Wochen vor der Bundestagswahl rund 40% der Wähler nicht wissen, wem sie ihre Stimme geben, zeigt das die Profillosigkeit der Parteien. Das Wahlergebnis wird Konsequenzen haben für die Bildung der Regierung und danach für klare, weitreichende Entscheidungen.
  • Die Gesamtgesellschaft ändert sich rasant. Die demographische Situation mit ihrer Kinderarmut ist das Ergebnis einer fehlenden Wertschätzung der Ehe und unzureichender staatlicher Unterstützung kinderreicher Familien. Die Massenabtreibung verschärft die Entwicklung. Die Auswirkungen auf Schule und Arbeitswelt sind nicht mehr zu übersehen. Versuche, die gesetzwidrige, aber straffreie Abtreibung aus dem Strafgesetzbuch zu streichen und ein „Recht auf Abtreibung“ als gesellschaftliche „Erungenschaft“ zu installieren, werden das ohnehin schwache Bewusstsein des „Rechts auf Leben“ eliminieren. Da die einheimische Bevölkerung die eigene Geschichte und Kultur kaum wertschätzt, können die von außen Hinzugekommenen nicht integriert werden, was jahrhundertelang im Römischen Reich gelungen ist. Ob dennoch die für unsere Gesamtgesellschaft verbindliche Verfassung gesichert werden kann, ist daher fraglich.
  • Wir nehmen Abschied von der „Volkskirche“. Es ist eine Tatsache, dass kaum mehr 5% der „Gläubigen“ am Sonntag den Weg zur Kirche finden, der sakramentale Mitvollzug darniederliegt und jedes Jahr Hunderttausende ihren Austritt aus der Kirche erklären. Bedeutsamer ist jedoch die Bewusstseinsänderung, dass Kirche und Glaube mit dem realen Leben nichts zu tun haben. Trotz der nominellen Kirchenzugehörigkeit wird das neue Bewusstsein immer deutlicher. Die Versuche mit dem „Synodalen Weg“ und mit mehr Anpassung an die Erwartungen der „Welt“ zeigen, dass das „Machertum“ auch in der Kirche Einzug gehalten hat.

Das „Machertum“, ausgedrückt im bekannten Satz „Wir schaffen das“ hat überall abgewirtschaftet. Angesichts der Corona-Pandemie wird es auch nicht mehr ernsthaft geglaubt. Was sich ausbreitet, sind Ratlosigkeit, Verwirrung und Mutlosigkeit.

Was können wir ändern und wie können wir die Neuheiden mit der Botschaft Jesu erreichen?

Joseph Ratzinger äußerte bereits 1958 (!): „Nur wenn die Kirche anfängt, sich selbst wieder als das darzustellen, was sie ist, wird sie das Ohr der neuen Heiden mit ihrer Botschaft zu erreichen vermögen“. – Es ist das, was die Heiden in den ersten Jahrhunderten mit Erstaunen feststellten: „Seht, wie sie einander lieben“!

Offensichtlich hatten sie ein Gespür und eine Sehnsucht, wie das menschliche Verhalten eigentlich sein sollte. Auch säkulare Menschen, die von Gott nichts halten, bewundern z.B. Mutter Teresa von Kalkutta wegen ihrer aufopfernden Fürsorge für Arme und Entrechtete. Sie fragen aber nicht, woher sie ihre Kraft für ihren Einsatz bezog. So versperren sie sich den Weg zu Gott.

Benedikt XVI. hat den weiterführenden Hinweis in seiner ersten Enzyklika „Gott ist Liebe“ gegeben. Er schreibt darin: „Am Anfang des Christseins steht nicht ein ethischer Entschluss oder eine große Idee, sondern die Begegnung mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont und damit eine entscheidende Richtung gibt“. – Wir können diesen Hinweis aufgreifen und so Suchenden eine Perspektive geben.

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN und die Monatszeitschrift DER FELS


Ein (farben)frohes PLAKAT für unsere Ideale

POSTER aus dem KOMM-MIT-Jugendverlag in Münster:

Dieses PLAKAT kann beim KOMM-MIT-Verlag bestellt werden. Es ist im großen DIN-A-2-Format erschienen (60 x 40 cm) und kostet 3 €, vier Stück nur 6 €  – jeweils inkl. Porto (Betrag evtl. vorweg in Briefmarken beilegen). – Per Tel. 0251 – 616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de

Gemälde: Evita Gründler


Sprache begründet Kultur: Offener Brief an den Theaterintendanten Dieter Hallervorden

Lucia Tentrop, Wundtstraße 40-44 in 14057 Berlin

An den Intendanten
des Schlosspark-Theaters in Berlin                                                                              

Sehr geehrter Herr Hallervorden,

großartig! Sie tun genau das, was seit eh und je Aufgabe eines Theater-Leiters ist: Sie schützen unsere Kultur,  hier unser Kulturgut Sprache, vor dem destruktiven Zugriff einer zu allen Zeiten trägen bzw. geistlosen Masse, die den Menschen nicht zum Guten erhebt, sondern herunterzieht, assimiliert und verschlingt.

Die hochentwickelte Sprache unserer Kulturvölker ist neben der christlichen Religion, in der das WORT seinen höchsten Sinn erreicht, eine Grundlage unserer europäischen Geisteswelt.

Sprache dient der gemüthaften, sozialen und sachlichen Verbindung eines Volkes oder einer Gruppe untereinander, aber auch dem Einzelnen zum Begreifen, Verstehen und Ausdrücken seiner inneren Welt.

Wenn wir Menschen unsere Erkenntnisse und Gefühle nicht mehr sprachlich gestalten und mitteilen können, werden wir krank. Sprechen und Denken gehören zusammen. Albert Einstein konnte schwierige Probleme nur im Abseits seiner Englisch sprechenden Kollegen in seiner deutschen Muttersprache durchdenken.

Maßgeblich für die Kraft und des Niveaus  unserer deutschen Sprache sind die Werke unserer Religion, Dichtung, Literatur und vor allem des Theaters. Die Franzosen wissen das besser als wir, weil sie sich im Gegensatz zu uns Deutschen das Selbstbewusstsein ihrer Sprache als hohes Gut bewahrt haben. Wir haben nicht so etwas wie die Académie francaise. Jeder macht, was er will.

Aber noch in meiner eigenen Schul-, Gesang- und Theaterausbildung war die Bühnen-Hochsprache offizieller gesellschaftlicher Maßstab im Deutsch- und Sprechunterricht. Wo ist er geblieben?

Entspricht die öffentlich geduldete Zerstörung unseres Kulturguts dem ausgeleierten Freiheits-Begriff einer Demokratie, die nicht mehr die Kraft hat, die Freiheit des Menschen von egozentrischer Willkür zu unterscheiden?        

Während eine frühere deutsche Mentalität der männlichen Ich-Vergöttlichung sich des weiblichen Mediums unserer Geisteswelt, der Muse, bemächtigte und unser melodisches Liedgut und die deutsche Oper politisch vereinnahmte, so vereinnahmt heute eine weiblich betonte deutsche Politik das männliche Prinzip unserer Kultur: unsere gemeinsame Sprache, das Wort, den Logos.

Ist das feministische Klagen über die ewige Benachteiligung der Frau, der es in unserm Land noch nie so gut ging wie heute, nicht die weibliche Strategie einer ehemals maskulinen Hybris?

Natur Mensch Umwelt

Wer sicht nicht unterwirft und mitmacht, macht sich verdächtig, bekommt schlechtere Noten an der Universität, wird am Arbeitsplatz gemobbt oder erhält erst gar keinen usw. Über Strategien der Angst kann man  auch heute wieder Kultur und Gesetz außer Kraft setzen. Schon 2006 kippte eine lautstarke öffentliche Meinung de facto die staatlich garantierte  Freiheit der Wissenschaften zugunsten ihrer eigenen Politik (Vorlesung von Papst Benedikt XVI. in der Regensburger Universität).   

Auf jeden Fall haben Sie, sehr geehrter Herr Hallervorden, einen Orden für den Schutz unserer Sprache als Grundlage des Denkens und unserer Kultur verdient.

Wie viele Theatermacher sonnen sich mit ihren verqueren Inszenierungen und ihrer Lust am Negativ an den Ufern der Gosse und fördern die destruktiven Orgien unserer Medien und Mänaden, die den Geist unserer Kultur zerrei- reißen!

Ihr mutiger Einsatz für unsere Sprache aufgrund eigener Erfahrungen in einer unseligen Zeit verdient allgemeinen Dank. Er sollte zum Denken anregen und und sachlich reflektiert werden.    

Mit aufrichtiger Hochachtung: 
Lucia Tentrop    

Unsere Autorin Lucia Tentrop ist katholische Theologin, Musikerin, Malerin und Pädagogin; hier ihre Homepage: www.lucia-tentrop.de                                 


Der religiöse Faktor als Schlüssel zur Deutung der Vorgänge in Afghanistan

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Was in Afghanistan geschieht, ist ein Desaster“ – so ist das Interview mit dem deutschen Innenminister Horst Seehofer überschrieben (Augsburger Allgemeine Zeitung, 16.8.2021, S. 4).

Seehofer erklärt weiter:

„Das große Ziel war es, die Lebensbedingungen für die Menschen zu verbessern und Stabilität ins Land zu bringen. Heute muss man leider festhalten: Das ist gescheitert. …

Die Motivation für den Einsatz in Afghanistan war berechtigt… aber im Ergebnis ist der langfristige Einsatz nach 20 Jahren relativer Stabilität gescheitert. Trotzdem würde ich nicht sagen, dass man sich damals anders hätte entscheiden müssen…

Ich war immer kritisch, was den Einsatz betrifft. Aber mir wurde gesagt, dass deutliche Verbesserungen für die Frauen, für die Bildung, für die Schule erreicht würden. Das habe ich akzeptiert.“

Auf die Frage, ob der Westen zu naiv sei, denn die afghanische Gesellschaft sei grundlegend anders, antwortet Seehofer:

„Es ist eine völlig andere Kultur. Trotzdem sollte man immer wieder versuchen, die Grundwerte, die uns prägen und die uns auch hier in Europa stabile Demokratien beschert haben, in anderen Ländern zu etablieren.“

Wie auch sonst im Leben wird die eigene Motivation, auch wenn sie noch so gut gemeint ist, von Anderen nicht akzeptiert. Die Verbesserungen für Frauen, Bildung und Schulen werden sicher von einem bestimmten Teil der afghanischen Bevölkerung befürwortet – von wie vielen wissen wir nicht.

Wenn Seehofer und viele Europäer und US-Amerikaner meinen, „man sollte versuchen, die Grundwerte, die uns prägen und die auch hier in Europa stabile Demokratien beschert haben, in anderen Ländern zu etablieren“, so ist fraglich, wenn das von außen geschieht und mit militärischem Einsatz erzwungen wird.

Seehofer hat mit der Feststellung recht: „Es ist eine völlig andere Kultur“.

Hier liegt der Schlüssel für das Verständnis. Jede Kultur gründet auf Religion. Auch unsere Grundwerte, z.B. das Prinzip von der Gleichwertigkeit aller Menschen hat eine christliche Basis – selbst wenn das viele Politiker nicht mehr wissen.

Vielleicht sollten die politisch Verantwortlichen die in Afghanistan geltende Kultur, die im Koran ihre Grundlage hat, studieren. Ein entscheidender Punkt, der das Unverständnis zu den Vorgängen in Afghanistan erklärt, ist die Tatsache, dass in diesen Ländern die Religion – im Gegensatz zu Westeuropa und den USA – nicht nur eine dekorative, sondern eine wirkliche Rolle für das alltägliche Leben und auch für die Politik spielt.

Peter Scholl Latour, ein Kenner der islamisch geprägten Welt, hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Probleme in diesen Ländern nur im Inneren, d.h. unter Berücksichtigung der Kultur, gelöst werden können.

Die Tatsache, dass die Taliban sich durchaus auch auf Zustimmung in der Bevölkerung stützen können, erklärt den geringen Widerstand der Bevölkerung gegen die „Gotteskrieger“. Das neuheidnische Denken der Westeuropäer und US-Amerikaner kann das nicht verstehen.

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN und die Monatszeitschrift DER FELS


Hirnforschung und Spiritualität: Der Mensch neigt von Natur aus zur Religion

Ist der Mensch nicht nur als eine höhere Stufe seiner Kulturentwicklung, sondern vielmehr seit alters her „unheilbar religiös“? Sind das Bedürfnis nach Glaube und Frömmigkeit, nach einem „höheren“ Lebenssinn und „Spiritualität“ tief in seinem Wesen verankerte Neigungen?

Hat der Schöpfer in der menschlichen Natur und sogar in den „Hirn-Regionen“ gleichsam seine Spuren hinterlassen – auch in physiologischer Hinsicht? Oder läßt sich die menschliche Religions-Sehnsucht allein neurologisch oder psychologsich erklären?

Diese Fragen werden zwischen Theologen, Philosophen, Psychologen, Ethnologen und Neurowissenschaftlern seit langem teils kontrovers, teils übereinstimmend diskutiert.

In einem Artikel des Deutschlandfunks vom 15. Juli 2021 heißt es unter dem Titel „Spiritualität ist tief in der menschlichen Natur verwurzelt“ u.a.:

„Neurowissenschaftler konnten nachweisen, dass Spiritualität und Religion in einem überraschend alten Teil des Gehirns verankert sind.“

Christian Röther schreibt weiter über das „aquäduktale Grau“, mit dem ein „ziemlich alter Teil des menschlichen Gehirns“ definiert ist und das auch „zentrales Höhlengrau“ genannt werde:

„Dieses Grau ist an ganz grundlegenden Gefühlen beteiligt, wie Schmerz, Angst und Fluchtreflexen. Und offenbar hat es auch mit Religion und Spiritualität zu tun. Das hat ein US-amerikanisches Forscherteam jetzt herausgefunden, um den Neurowissenschaftler Michael Adam Ferguson.

Laut Verfasser ist Prof. Ferguson Dozent an der medizinischen Fakultät der Harvard University und Neurowissenschaftler in Boston: „Er hat sich spezialisiert auf „Neurospiritualität“ – also auf eine Mischung aus Hirnforschung und Spiritualitätsforschung.“

Der Neuro-Forscher erklärt, die „biologischen Grundlagen“ für die „religiöse Musikalität“ seien nicht in einem „einzelnen Gottesknopf“ zu suchen, vielmehr seien „unterschiedliche Hirnareale an religiösen Gefühlen beteiligt“.

Gleichzeitig gelte natürlich: „Dass alle Menschen diese Hirnareale haben, bedeute aber nicht automatisch, dass auch alle Menschen religiös sein müssten.“

Gemälde: Evita Gründler


Das kulturelle Versagen in der Coronakrise und die deutsche Neigung zur Anpassung

Der Philosoph Julian Nida-Rümelin lehrt an der Universität München. Zusammen mit Nathalie Weidenfeld verfasste er das Buch „Die Realität des Risikos“, in dem die Autoren warnen, dass der Verfall der politischen Kultur Deutschlands die Fähigkeit des Landes zur Bewältigung von Krisen schwäche. Dies sei im Verlauf der Corona-Krise deutlich sichtbar geworden.

Die Ansätze und Strategien südostasiatischer Staaten wie Taiwan und Südkorea seien auch deshalb erfolgreicher gewesen als die Deutschlands, weil deren politische Kultur krisentauglicher sei und deshalb bessere Lösungen, die mit weniger Kollateralschäden verbunden gewesen seien, habe finden können.1 Deutschland müsse man hingegen ein „umfassendes Staatsversagen“ bescheinigen.

Dieses Versagen habe vorwiegend kulturelle Ursachen, welche die gesamte Gesellschaft beträfen. Während der Krise sei in Deutschland allgemein „keine differenzierte und rationale Auseinandersetzung“ mit Risiken möglich gewesen. Es sei deutlich geworden, das in Deutschland eine „Unkultur“ vorherrsche, in der viele Teilnehmer der öffentlichen Diskussion „sämtliche Maßnahmen der Regierung bedingungslos befürworteten“ und Kritiker grundsätzlich als „Spinner, Verschwörungstheoretiker und Fake-News-Fans“ abzutun versucht hätten...

Nur „mit einer entwickelten politischen Urteilskraft können Länder die großen Herausforderungen in Krisenzeiten bestehen“. Urteilskraft „setzt aber voraus, dass wir uns unsere Fähigkeit zur Kritik und zur eigenständigen Stellungnahme jenseits von Konformismus auch in Zeiten der Angst nicht nehmen lassen.“

Quelle und vollständiger Artikel hier: https://renovatio.org/2021/06/julian-nida-ruemelin-deutschlands-politische-kultur-ist-nicht-krisentauglich/


Türkei: Sängerin wg. kurdischer Lieder bestraft

Dramatische Lage politischer Gefangener

Die kurdische Sängerin Nûdem Durak wurde mit einer Kontaktsperre bestraft, weil sie im Gefängnis ein Lied auf Kurdisch gesungen hat. Der wöchentliche Telefonkontakt mit ihrer Familie wurde ihr daraufhin untersagt, wie die Familie am 9. Juni mitteilte.

Die 1988 geborene Kurdin wurde im Juli 2016 zu 19 Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt die Kriminalisierung der kurdischen Sprache und fordert die türkische Regierung auf, die Kultur und Sprache von Minderheiten zu respektieren und Nûdem Durak freizulassen.

Nûdem Durak ist eine von zehn politischen Gefangenen, für die sich die Gefängnispost-Initiative der IGFM durch Briefmarken aus Künstlerhand einsetzt (siehe Foto). 

Laut der Gefängnisverwaltung in Bayburt im Nordosten Anatoliens habe Durak ein Lied in „einer verbotenen Sprache, die wir nicht verstehen“ gesungen. Wie ihre Familie mitteilte, sei die Sängerin daher aufgrund „Ungehorsam“ mit einer Disziplinarmaßnahme bestraft worden, deren Ausmaß bisher nicht bekannt ist. Die politische Gefangene durfte bisher einmal wöchentlich mit ihrer Familie telefonisch Kontakt halten.

Der Vorfall steht laut IGFM exemplarisch für die systematische staatliche Diskriminierung von ethnischen und religiösen Minderheiten in der Türkei. Seit Jahrzehnten werden armenische und orthodoxe Christen, Pontos-Griechen und Kurden staatlich diskriminiert und verfolgt.

Durak wurde 2016 ursprünglich unter der Anklage „Terrorpropaganda auf Basis ihrer Konzerte in kurdischer Sprache“ zu zehn Jahren Haft verurteilt, im Juli 2016 wurde die Haftstrafe auf 19 Jahre erhöht. Der eigentliche Grund jedoch ist das Singen und Weitergeben von kurdischen Volksliedern und der Einsatz für den Schutz ihrer Landsleute.

Systematische Verfolgung kurdischer Aktivisten

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte weist auf die sich dramatisch zuspitzende Situation der kurdischen Minderheit hin. Vor wenigen Tagen wurde die kurdische Rechtsanwältin Sevda Celik Özbingöl in Şanlıurfa im Südosten der Türkei aufgrund fadenscheiniger Vorwürfe zu elf Jahren Gefängnis verurteilt, sie vertritt Hinterbliebene eines Anschlags der Terrormiliz IS.

Gegen die prokurdische Partei HDP geht die türkische Regierung und die türkische Justiz systematisch vor, im Rahmen des aktuellen Verbotsverfahrens wurden am 9. Juni in Istanbul mehrere HDP-Funktionäre festgenommen. Zehntausende Mitglieder der HDP sind in der Türkei inhaftiert – weil sie Kurden sind. Laut Aussage von vielen Menschenrechtlern lässt die Türkei ihre Gegner in den Gefängnissen verrotten und gefährdet aufgrund fehlender medizinischer Versorgung aktiv das Leben der politischen Gefangenen.

IGFM-Briefmarkenaktion Very Important Stamps

Im Rahmen der Gefängnispost-Initiative Very Important Stamps setzt sich die IGFM für die Freilassung von Nûdem Durak und die weiterer Gefangener ein. Ein anonymer Künstler unterstützet die Aktion mit einer eigens für Nûdem Durak kreierten Briefmarke, welche kostenlos bei der IGFM bestellt werden kann, um der Kurdin einen solidarischen Brief oder eine Postkarte direkt ins Gefängnis schicken zu können.

Weitere Infos zu Menschenrechten in der Türkei


Ist „Osterruhe“ die erste Bürgerpflicht?

Von Peter Hahne

Das ist an Zynismus nicht zu überbieten. Die Corona-Chaos-Kanzlerin setzt nicht nur einen völlig unverhältnismäßigen Total-Lockdown durch, sie nennt das auch noch Osterruhe.

Osterruhe! Framing vom Feinsten, Orwell in Potenz. So twittert sie vor sich hin (Trump lässt grüßen), man müsse durch allgemeine Schließungen und „#WirbleibenzuHause“ eine „Phase der Osterruhe“ entwickeln.

Ich sage hier schon mal voraus: Eine Phase der Ramadan-Ruhe wird es nicht geben.

Nicht nur Gaststätten, Hotels und kleine Läden – wie auch Kirchen – bestens mit teuren Hygienemitteln ausgestattet, sollen hermetisch abgeriegelt werden, nein: die Kirchen mögen doch bitteschön auf Präsenzgottesdienste verzichten. 

So langsam wird jedem klar, dass Frau „Pfarrerstochter“ wohl in einem merkwürdigen Umfeld aufgewachsen sein muss. Osterruhe klingt wie Friedhofsruhe. Ostern feiert aber das Leben.

Offenbar hat sie keine Ahnung von den Restbeständen unserer christlichen Kultur. Armes Deutschland, arme C-Partei

Wenn sich die Kirchen darauf einlassen, fordere ich hier und jetzt Kurzarbeitergeld für Pfarrer. In der Bibel sagt der Apostel Paulus klar: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.“ Also null Lohn. Oder im Alten Testament sozusagen der Umkehrschluss: „Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden.“

Wer sich wie letztes Jahr den wichtigsten Feiertag und dessen Religionsausübung verbieten lässt, sollte gleich ganz zumachen.

Ich höre schon den Einwand: Aber wir machen doch online, wir sind präsent. Fehlgeleiteter kann man das Wort „präsent“ nicht interpretieren.

Das Wesen von Kirche ist der Präsenzgottesdienst, also die physische Anwesenheit der Gemeinde. Bibel: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind.“ – Die fehlenden „Geschwister“ waren der größte Horror für Juden und Christen in den Gefängnissen und Folterzellen der Diktaturen.

Es gibt keinen vernünftigen Grund (bei allen bereits vorhandenen und bewährten Hygieneregeln), sich das bieten zu lassen. Soll die gute Frau doch auf ihre kontaktarme Datsche fahren: Christen gehören zu Ostern in die Kirche.

Inzwischen sind auch die Merkel-hörigen Medien dahinter gekommen: Wir erleiden Kollateralschäden (nicht wegen Corona, sondern wegen der Zwangsmaßnahmen einer unfähigen Regierung), die alles Vorstellbare übersteigen – die jedoch (auch von mir) alle schriftlich vorausgesagt wurden.

Schon letzte Ostern (vor 360 Tagen) habe ich bei Tichys Einblick und in ARD/ZDF davor gewarnt, weil Menschen gerade in Krisenzeiten Gemeinschaft brauchen, Rückhalt und Trost.

Das hat sich alles nur noch dramatisch verschärft.

Kirche war über Jahrhunderte der letzte Zufluchtsort, heute sperren sie den Laden zu und weisen die Hilflosen ab.

Lieber Broschüren über Gender-Sprache oder Regenbogenfahnen an den Turm als Widerstand gegen den Vatikan. Widerstand gegen den Wahnsinn von Merkel, Söder & Co: Fehlanzeige. 

Wären die DDR-Kirchen in den 1980er Jahren auch so vorgegangen, die Wiedervereinigung hätte es nie gegeben.

Wir danken dem ehem. ZDF-Moderator und evangelischen Theologen Peter Hahne für seine freundliche Abdruckgenehmigung. – Erstveröffentlichung und Fortsetzung seines Beitrags hier: https://www.tichyseinblick.de/meinungen/merkel-fordert-zynisch-osterruhe/