Ist „Osterruhe“ die erste Bürgerpflicht?

Von Peter Hahne

Das ist an Zynismus nicht zu überbieten. Die Corona-Chaos-Kanzlerin setzt nicht nur einen völlig unverhältnismäßigen Total-Lockdown durch, sie nennt das auch noch Osterruhe.

Osterruhe! Framing vom Feinsten, Orwell in Potenz. So twittert sie vor sich hin (Trump lässt grüßen), man müsse durch allgemeine Schließungen und „#WirbleibenzuHause“ eine „Phase der Osterruhe“ entwickeln.

Ich sage hier schon mal voraus: Eine Phase der Ramadan-Ruhe wird es nicht geben.

Nicht nur Gaststätten, Hotels und kleine Läden – wie auch Kirchen – bestens mit teuren Hygienemitteln ausgestattet, sollen hermetisch abgeriegelt werden, nein: die Kirchen mögen doch bitteschön auf Präsenzgottesdienste verzichten. 

So langsam wird jedem klar, dass Frau „Pfarrerstochter“ wohl in einem merkwürdigen Umfeld aufgewachsen sein muss. Osterruhe klingt wie Friedhofsruhe. Ostern feiert aber das Leben.

Offenbar hat sie keine Ahnung von den Restbeständen unserer christlichen Kultur. Armes Deutschland, arme C-Partei

Wenn sich die Kirchen darauf einlassen, fordere ich hier und jetzt Kurzarbeitergeld für Pfarrer. In der Bibel sagt der Apostel Paulus klar: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.“ Also null Lohn. Oder im Alten Testament sozusagen der Umkehrschluss: „Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden.“

Wer sich wie letztes Jahr den wichtigsten Feiertag und dessen Religionsausübung verbieten lässt, sollte gleich ganz zumachen.

Ich höre schon den Einwand: Aber wir machen doch online, wir sind präsent. Fehlgeleiteter kann man das Wort „präsent“ nicht interpretieren.

Das Wesen von Kirche ist der Präsenzgottesdienst, also die physische Anwesenheit der Gemeinde. Bibel: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind.“ – Die fehlenden „Geschwister“ waren der größte Horror für Juden und Christen in den Gefängnissen und Folterzellen der Diktaturen.

Es gibt keinen vernünftigen Grund (bei allen bereits vorhandenen und bewährten Hygieneregeln), sich das bieten zu lassen. Soll die gute Frau doch auf ihre kontaktarme Datsche fahren: Christen gehören zu Ostern in die Kirche.

Inzwischen sind auch die Merkel-hörigen Medien dahinter gekommen: Wir erleiden Kollateralschäden (nicht wegen Corona, sondern wegen der Zwangsmaßnahmen einer unfähigen Regierung), die alles Vorstellbare übersteigen – die jedoch (auch von mir) alle schriftlich vorausgesagt wurden.

Schon letzte Ostern (vor 360 Tagen) habe ich bei Tichys Einblick und in ARD/ZDF davor gewarnt, weil Menschen gerade in Krisenzeiten Gemeinschaft brauchen, Rückhalt und Trost.

Das hat sich alles nur noch dramatisch verschärft.

Kirche war über Jahrhunderte der letzte Zufluchtsort, heute sperren sie den Laden zu und weisen die Hilflosen ab.

Lieber Broschüren über Gender-Sprache oder Regenbogenfahnen an den Turm als Widerstand gegen den Vatikan. Widerstand gegen den Wahnsinn von Merkel, Söder & Co: Fehlanzeige. 

Wären die DDR-Kirchen in den 1980er Jahren auch so vorgegangen, die Wiedervereinigung hätte es nie gegeben.

Wir danken dem ehem. ZDF-Moderator und evangelischen Theologen Peter Hahne für seine freundliche Abdruckgenehmigung. – Erstveröffentlichung und Fortsetzung seines Beitrags hier: https://www.tichyseinblick.de/meinungen/merkel-fordert-zynisch-osterruhe/


Irak: Premier würdigt Beitrag der Christen

„Der Irak wäre nicht der Irak ohne Christen“, sagte der irakische Premierminister Mustafa Al-Kadhimi am gestrigen Donnerstag, dem 18. Februar, bei einem Treffen mit Vertretern der christlichen Kirchen im Nahen Osten.

„Wir Iraker sind stark durch unsere kulturelle und religiöse Vielalt, und wir werden trotz finsterer Aktivitäten von Gruppen, die mit ihren Plänen, unser wundervolles Land zu zerstören, gescheitert sind, ein Symbol für Koexistenz, Toleranz und echte Staatsbürgerschaft bleiben“.

“Die Präsenz eingeborener christlicher Gemeinschaften im Irak seit apostolischen Zeiten”, bemerkte der irakische Ministerpräsident, „bestätigt die Fähigkeit zur Offenheit, die diese Zivilisationen kennzeichnet, die seit der Antike im territorialen Raum Mesopotamiens lebten“.

Al-Kadhimi ist ein ehemaliger Journalist und war Chef des irakischen Geheimdienstes und ist ein Freund des saudischen Prinzen Mohammed Bin Salman. Er war in den 1980er Jahren nach Großbritannien ausgewandert, von wo er nach Erlangung der britischen Staatsbürgerschaft nach dem Sturz von Saddam Husseins zurückkehrte.

Der armenisch-apostolische Erzbischof Avak Asadourian würdigte im Namen der Delegation die Bemühungen der irakischen Regierung, den kulturellen und religiösen Pluralismus der Nation zu schützen.

Im Juni 2020, kurz nach seinem Amtsantritt als Premierminister, drückte al Kadhimi seine Besorgnis über den stillen Exodus aus, der die christlichen Gemeinschaften schwinden lässt, die seit Jahrtausenden in den Gebieten des antiken Mesopotamien verwurzelt sind.

Quelle: Fidesdienst


USA: Präsident Trump erinnerte an die großen Leistungen der Deutsch-Amerikaner

Proklamation eines jährlichen Deutsch-Amerikanischen Tages

Auszüge aus der Erklärung von Präsident Donald Trump:

Seit unserer Gründung waren Deutsch-Amerikaner von zentraler Bedeutung für unseren Fortschritt als Nation. Fleißig und gewissenhaft kamen frühe deutsche Einwanderer an unsere Küsten, um die Träume von wirtschaftlicher Möglichkeit und um ihren Glauben frei von Einmischung durch eine Regierung auszuleben.

Diese Männer und Frauen gründeten Familien und Existenzen, bewiesen Tugenden, welche halfen, unser einzigartiges amerikanisches Ethos zu formen. Sie gaben über Generationen Traditionen weiter, welche fortwährend unsere kulturelle Identität formen.

Heute, am Deutsch-Amerikanischen Tag, gedenken wir der außerordentlichen Beiträge der Deutsch-Amerikaner für unser Land und wir ehren die mehr als 43 Millionen Amerikaner, die – wie ich selbst – deutsches Erbe für sich in Anspruch nehmen.

Über die Jahre wurden auch deutsche Bräuche in die amerikanische Kultur eingebracht. Unsere geschätzten Weihnachts- und Ostertraditionen sind beeinflusst von den Bräuchen früher deutscher Ankömmlinge. Zu Weihnachten geben wir deutsche Kultur wieder, wenn wir Weihnachtsbäume schmücken und uns gegenseitig Geschenke machen. Zu Ostern verdanken wir deutschen Einwanderern unsere Ostereiersuche.

Diese traditionellen deutschen Bräuche sind Klammern amerikanischer Kultur geworden und vereinigen fortwährend Amerikaner mit allen möglichen Hintergründen.

Heute feiern wir die gesellschaftlichen Errungenschaften und die kulturellen Beiträge aller Deutsch-Amerikaner und wir gedenken des hart arbeitenden und tüchtigen Geistes, den sie in unseren nationalen Charakter eingebracht haben. Von Ingenieuren und Ärzten bis zu Bäckern und Erfindern haben sie unsere Wirtschaft gestärkt und unsere Gemeinden bereichert. Zum Teil dank ihrer Hingabe und harten Arbeit bleibt unser Land ein loderndes Leuchtfeuer von Freiheit und Wohlstand.

Deshalb erkläre ich, Donald J. Trump, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, kraft der mir durch die Verfassung und die Gesetze der Vereinigten Staaten verliehenen Gewalt, hiermit den 6. Oktober 2020 zum Deutsch-Amerikanischen Tag. Ich rufe alle Amerikaner auf, die Errungenschaften und Beiträge der Deutsch-Amerikaner für unsere Nation mit geeigneten Feiern, Aktionen und Programmen zu begehen.

Die Übersetzung dieser Proklamation vom 5.10.2020 ins Deutsche erfolgte hier: https://www.unzensuriert.at/content/121173-die-verschwiegene-botschaft-donald-trumps-fuer-die-deutschen/


Autor wegen Einsatz für Tibets Kultur verhaftet

Während der Fokus der Weltöffentlichkeit aktuell immer noch auf der Bekämpfung der Coronapandemie liegt, gehen die Menschenrechtsverletzungen im kommunistischen China weiter.

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, wurde der tibetische Schriftsteller Gendun Lhundup aus dem Kreis Rebkong in Nordost-Tibet am 2. Dezember 2020 von der chinesischen Polizei festgenommen. Der 46-jährige hatte sich für Meinungsfreiheit und für den Erhalt der tibetischen Sprache und Kultur eingesetzt.

Nach Angaben der in Frankfurt ansässigen IGFM sind sein Aufenthaltsort, sein Gesundheitszustand sowie das Strafmaß bisher unbekannt. „Der Fall von Gedun Lhundup zeigt wieder einmal, dass das kommunistische Regime Chinas die Menschenrechte von Tibetern, anderer Minderheiten und von Bürgerrechtlern mit Füßen tritt.

Es wird weiterhin alles dafür getan, die Kultur der Tibeter auszulöschen. Wer sich der

Kulturzerstörung widersetzt, wird schikaniert, bedroht und verhaftet.

Die IGFM fordert die chinesische Diktatur auf, die Autonomie Tibets zu respektieren und kritisiert die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in der Region aufs Schärfste“, so die IGFM.

Sprache wichtig für Wahrung der nationalen Identität
Der ehemalige Mönch des Klosters Rongwo in Rebkong, Gendun Lhundup, ist als Verteidiger der tibetischen Kultur und Sprache bekannt. Aus diesem Grund stand er bereits lange unter chinesischer Überwachung und saß deshalb auch in der Vergangenheit schon in Haft. Erst im Oktober 2020 forderte Lhundup im Internet, dass Autoren und Künstler die Freiheit haben sollten, ihre Gedanken und Gefühle ohne Furcht vor Repression auszudrücken.

Gendun Lhundup ist unter dem Künstlernamen „Lhamko“ bekannt und verfasst seit 1994 Essays. Einige seiner bekanntesten Werke sind „Schwarze Perlen“, „Lebenslieder“ oder „Das weiße Skriptbuch“. Seine Verhaftung wurde in den sozialen Medien vielfach diskutiert, wobei auch Kritik am Vorgehen der chinesischen Regierung laut wurde.

Wie die IGFM erläutert, hat der Spracherhalt im Hinblick auf die Wahrung der nationalen Identität der Tibeter im Laufe der letzten Jahre an Bedeutung gewonnen. Informell organisierte Sprachkurse werden jedoch von den Behörden häufig als „illegale Versammlungen“ betrachtet und die Lehrer deshalb verhaftet.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in China: www.igfm.de/china/


JINY LAN verteidigt die „alten weißen Männer“

Unter dem Titel „Werden die Falschen gecancelt? – Lob der alten weißen Männer“ veröffentlicht die klassisch-liberale Kulturzeitschrift CICERO-online einen nonkonformen Gastbeitrag der aus China stammenden Künstlerin Jiny Lan.

Die Malerin hat ein Atelier aus Düsseldorf und lebt seit Jahrzehnten bewußt in Deutschland, weil sie die hiesigen Werte und die Kultur der „alten weißen Männer“ zu schätzen weiß – jene Mentalität also, die von ultralinker, radikalfeministischer und „anti-rassistischer“ Seite gerne ins Zwielicht gerückt wird.

Diese sogenannte „Cancel Culture“ (die von jedweder Dialog-Kultur weit entfernt ist) läßt nur eine stramme rotgrüne Ideologie gelten, alles Konservative und Unangepaßte gilt als anrüchig.

Die Autorin widerspricht dieser intoleranten Ausgrenzungs-Strategie:

„Zu dieser „Böse-Menschen-Liste“ gehören auch ein paar Namen, die fast jeder in Deutschland kennt. Zum Beispiel Christian Lindner, der von der Zeitschrift Emma zum „Sexist Man Of The Year“ gekrönt wurde, mit dem ich mich dennoch freiwillig immer wieder treffe. 

Dieter Nuhr, der von verschiedenen Medien offiziell als Rassist bezeichnet worden ist…. Ich habe ihn einmal bei einer Reise nach China begleitet; er ist einer der wenigen weißen oder nicht weißen Männer, bei dem ich keine geringste Spur von Rassismus bemerkt habe. 

Till Brönner, bei dem ich gar nicht verstanden habe, aus welchen Grund er zu den Schlimmsten gehört, vielleicht weil er schon einmal ein Weihnachtkonzert gemacht hat?“

Sie fährt fort: „Diese Menschen seien böse, weil sie die Werte alter weißer Männer bewahren wollen. Warum haben diese schlimmen Menschen aber meinen Alarm für Rassismus und Sexismus nicht ausgelöst? Meine Sensoren für solche Dinge sind eigentlich relativ empfindlich. Vielleicht mag ich unterbewusst sogar diese Alte-Weiße-Männer-Werte?“

Schließlich habe sie doch gerade wegen dieser von linker Seite so verdächtigten Kultur ihre Heimat verlassen und sei ganz allein nach Deutschand gekommen: „Ich stimme zu, dass ich zurzeit in dieser von alten weißen Männern dominierten Gesellschaft lieber lebe als in einer anderen“, denn es handle sich bei ihnen um „Gentlemen im klassischen Sinn“.

Quelle für die Zitate: https://www.cicero.de/kultur/cancel-culture-lob-alte-weisse-maenner-dieter-nuhr-christian-lindner?utm_source=cicero_newsletter

Aktuelles BEISPIEL für die links-fanatische Cancel-Culture: https://philosophia-perennis.com/2020/12/03/aus-furcht-vor-linker-hexenjagd-literaturpreis-abgelehnt/


Die Wurzel europäischer Identität ist christlich

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

„Sind die islamistischen Anschläge in Frankreich und Österreich Angriffe auf Europas christliche Identität?“ lautet eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA, durchgeführt im Auftrag der Tagespost zwischen 6. bis 9. November bei 2030 Personen.

Nach dem Ergebnis der Befragung sind 56% der Deutschen der Meinung, dass die „islamistischen Anschläge auf Europas christliche Identität zielen“. Von den katholisch Befragten bejahen dies 61%, aber 13% teilen diese Meinung nicht, 17% wissen keine Antwort.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Die befragten Protestanten sind sogar zu 69% der Meinung, dass die islamistischen Anschläge auf die christliche Identität Europas abzielen. Nach der Partei-Affinität teilen diese Sicht 78% der AfD-Wähler, 71% der Unionswähler, 66% der FDP-Wähler, 57% der SPD-Wähler. Linke und Grüne teilen diese Ansicht mit der relativen Mehrheit von 49% und 46%.

Was lässt sich daraus schlussfolgern? Und was ergibt sich hieraus für das politische Handeln, die Kulturpolitik und auch für die Kirchen?

Interessant ist insgesamt die hohe Zustimmung, die in den Antworten zum Ausdruck kommt. Sie liegt bspw. über der Zahl der Deutschen, die sich als „Christen“ bezeichnen (54%) und weit höher als die der praktizierenden Christen, gemessen an der Teilnahme am sonntäglichen Gottesdienst. Diese beträgt bei Katholiken rund 9%, bei Protestanten ca. 3%. Wer die Identität als bedroht empfindet, gibt damit zu verstehen, dass er sich geschützt haben will.

Was heißt Identität?

Wikipedia definiert Identität so: „Identität ist die Gesamtheit der Eigentümlichkeiten, die eine Entität, einen Gegenstand oder ein Objekt kennzeichnen und als Individuum von Anderen unterscheiden. In ähnlichem Sinn wird der Begriff auch zur Charakterisierung von Personen verwendet.“

Die Bedrohten sehen durch den aggressiven Islamismus ihre kulturelle Gesamtheit gefährdet, wie sie sich bspw. im Verfassungsverständnis mit der menschlichen Würde, den Grundfreiheiten und Rechten ausdrückt. Dazu gehört nach deutschem Verständnis die Trennung von staatlicher Gewalt und Religion. Im Islam bilden sie eine Einheit.

Nach der INSA-Umfrage ergeben sich interessante Unterschiede im Gefühl der Bedrohung zwischen den Altersstufen. Die 18-29-jährigen sehen die christliche Identität nur zu einem knappen Drittel (32%) bedroht, während das Empfinden der Bedrohung bei den über 60-jährigen auf über 71% ansteigt.

Woran mag das liegen?

Zweifellos wollen auch die Jüngeren die Vorteile genießen, die ihnen unsere verfassungsmäßigen Rechte einräumen. Diese haben ihren Ursprung in der christlichen Kultur. Vielleicht halten die Jüngeren diese Rechte für selbstverständlich, weil sie noch nie eine Einschränkung ihrer Rechte hinnehmen mussten, oder weil ihnen die vom Christentum herrührenden Rechte aufgrund der zunehmenden Säkularisierung unserer Gesellschaft nie bewusst gemacht wurden. Sie halten die bestehende kulturelle Identität auch ohne Christentum für gesichert.

Ist das wirklich so?

Der frühere Präsident des italienischen Senats, Marcello Pera, ein bekennender Atheist, und der Kurienkardinal Joseph Ratzinger sind in einem Dialog der Frage nachgegangen, ob der Relativismus und die moralische Beliebigkeit einen demokratischen Staat und eine freie Gesellschaft bedrohen (in dem Buch „Ohne Wurzeln – Der Relativismus und die Krise der europäischen Kultur“, St. Ulrich Verlag, 2005)

Kann eine freie und menschliche Kultur ohne Verankerung im Christentum gesichert werden?

Joseph Ratzinger konzediert in diesem Dialog: „Der Katholik darf nicht auf dem Weg über die Gesetzgebung Wertordnungen auferlegen, die allein in Glauben zu erkennen und zu vollziehen sind. Er darf nur das anmahnen, was zu den, der Vernunft zugänglichen Grundlagen der Humanität gehört und daher für den Aufbau einer guten Rechtsordnung wesentlich ist“.

Aber „was ist denn dieses der gemeinsamen Vernunft aller Menschen zugängliche minimum morale?!

„Deswegen“ so Ratzinger weiter, „ist es sehr wichtig, eine philosophische Ethik zu entwickeln, die zwar mit der Glaubensethik in Harmonie steht, aber doch ihren eigenen Bereich und ihre denkerische Stringenz haben muss. Die Vernünftigkeit des Arguments sollte den Graben… aufheben und eine Ethik der Vernunft begründen.“

Ratzinger exemplifiziert seine These am „Problem des Personseins vom Augenblick der Empfängnis an.“ Er erinnert daran, „dass nach den Erkenntnissen der modernen Genetik schon vom ersten Augenblick an, eine feste Struktur dieses Lebewesens vorliegt: ein Mensch nämlich und zwar dieses konkreten menschlichen Individuums, das schon mit all seinen genau umschriebenen charakteristischen Merkmalen ausgestattet ist… Ein menschliches Individuum ist gegeben… wie sollte ein menschliches Inidviduum nicht eine menschliche Person sein?“

Daraus ergibt sich die ethische Schlussfolgerung: „Jedes menschliche Wesen muss – als Person – vom ersten Augenblick seines Daseins an geachtet werden… dann bedeutet die Autorisierung zur Tötung des Embryo, dass der Staat die Gleichheit Aller vor dem Gesetz leugnet. Die Frage des Lebensrechts Aller, die Menschen sind, ist für uns nicht eine Frage der Glaubensethik, sondern der Ethik der Vernunft“, so Ratzinger.

Nun ist der Kurienkardinal ein Realist und fügt in seinem Dialog an:

„In letzter Zeit fällt mir immer mehr auf, dass der Relativismus – je mehr er zu allgemein angenommenen Denkform wird – zur Intoleranz tendiert und in einen neuen Dogmatismus umschlägt. Die Political Correctness… will die Herrschaft des Denkens und des Sprechens aufrichten“.

Jeder, der schon an einer Demo für das Leben teilgenommen hat, kann bestätigen, dass solche Veranstaltungen nur mehr möglich sind, wenn sie von einem großen Polizeiaufgebot geschützt werden. Der Relativismus kann also zu einer Gefahr für eine humane Gesellschaft werden.

Unsere christliche Identität ist auch von innen her gefährdet, weil dieses Europa „die Überzeugung von seinen eigenen Prinzipien und der Glaube an die eigenen Werte, ohne die man keine wirkliche Verfassung erstellen kann“ (Marcello Pera) nicht mehr hat.

Pera stimmt im Dialog mit Ratzinger dessen Feststellung zu, dass der Westen „sich selbst nicht mehr mag“, dass Europa „von innen leer geworden, gleichsam gelähmt zu sein scheint“ und dass es einen „nur als pathologisch zu bezeichnenden Selbsthass des Abendlandes“ gibt, der „nur noch das Grausame und Zerstörerische sieht.“

Auch diese Etikettierung wird stärker für die jüngeren Jahrgänge zutreffen und sie ist zugleich eine Anfrage an die Unterrichtsfächer, die Geschichte und Kultur zum Inhalt haben. Sie ist gleichzeitig eine Aufgabe, das zu ändern.

Die christliche Identität ist nicht in erster Linie durch islamistische Terroristen gefährdet, sondern durch die Unwissenheit über die christliche Religion. Wie soll die christliche Identität für die Zukunft gesichert werden, wenn jene welche sie als bedroht empfinden, nicht mehr wissen, was der Inhalt des Christentums ist.

Wenn es durch Neuevangelisierung nicht gelingt, das christliche Lebensmodell als eine lebbare Alternative zu den immer leerer werdenden Vergnügungen, die die Freizeitgesellschaft bietet (Ratzinger) als faszinierend zu zeigen, dann hat die christliche Identität keine Zukunft.

Wir können aber nicht warten, bis der Staat das richtet. Mutige kreative Minderheiten sind gefragt, die das Evangelium Christi wie in der Zeit der ersten Jahrhunderte zu den Menschen bringen, auch zu den Moslems bei uns. Denn alle Menschen haben das Recht Jesus Christus kennenzulernen.


Italienischer Stardirigent Muti würdigt Vatikanische Museen als „Wiege der Kultur“

Seit kurzem sind die Vatikanischen Museen für das Publikum wieder zugänglich. Einer der ersten Gäste war der italienische Orchesterdirigent Riccardo Muti. Den bekannten Musiker drängte es, die Museen mit ihrem sieben Kilometer langen Ausstellungsparcours wiederzusehen.

Er sagte über die päpstlichen Kunstsammlungen:

„Die Vatikanischen Museen sind immer eine Erfahrung größter persönlicher Bereicherung. Das tut der Kultur und dem eigenen Geist sehr gut! Es gibt so viel Schönheit hier zu sehen – die Vatikanischen Museen gehören zu den wunderbarsten Einrichtungen auf der Welt.

Das wird sicherlich nicht mein letzter Besuch hier sein! Ich will nochmals kommen, um die Schönheit zu betrachten, die man hier sehen kann.

Hier kann man auch verstehen, dass Museen die Wiege der Kultur sind, und wie viel die Kirche der Menschheit im Laufe der Zeit geschenkt hat.“

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2020-06/vatikan-museen-star-dirigent-riccardo-muti-besuch-kultur-corona.html

 


Großelternschaft kommt wieder in Schwung: Hoffnung für die Kultur Europas

Von Christa Meves

Eine schon fast eingegangene, einst so fruchtbare Pflanze im Garten Eden ist nach reichlicher Wässerung zu neuem Leben erwacht und wächst nun im neuen Jahr neuem Leben entgegen. In symbolischer Darstellung ist damit von mir eine erstaunliche Neuheit gemeint: die Wiederbelebung der Wertschätzung einer schon fast verdursteten Randgruppe in den westlichen Gesellschaften: der Großelternschaft.

In der aufsprießenden Nachkriegsbevölkerung hierzulande war zunächst vor allem lange Zeit die Großmutter meist noch ein zwingend notwendiger Ersatz für die in großer Zahl gefallenen Väter gewesen.

Aber nachdem im zerstörten Deutschland die schlimmsten Notstände erst einmal überwunden waren, inszenierten die vaterlos aufgewachsenen jungen Söhne und Töchter eine wilde Revolte gegen das Bürgertum. Sie proklamierten, dass nun die bürgerliche Familie und überhaupt alles Tradierte zu verschwinden hätte, auch so etwas wie Großelternschaft  –  und das Ziel anzupeilen, in der Gesellschaft eine von ihnen allein diktierte Veränderung zu vollziehen.

Ich erinnere mich z. B., dass mir 1972 ein verzweifeltes Großelternpaar einen Brief ihres Sohnes vorlegte. Dieser teilte ihnen mit, dass sie zwar in einigen Tagen Großeltern werden würden. Sie möchten nun aber zur Kenntnis nehmen, dass er ein aktiver Akteur der Veränderung sei: So hieß es wörtlich: „Wir machen nun total Schluss mit jeglicher Tradition. Wir wollen deshalb nicht, dass unser Kind zu Euch als Großeltern in eine Beziehung tritt. Wir möchten Euch ersuchen, das zu akzeptieren.“

Abgeschaffte Großeltern – stattdessen also Selbstverwirklichung, statt familiärem Zusammenhalt antiautoritäre Szenerie. Wenn auch selten so drastisch, trat dieser Ungeist für die nächsten 40 Jahre voll auf die Mainstream-Bühne der Gesellschaft.

Aber nun, mächtig hervorgekehrt bereits 2019 durch ein Papstwort, trat die Großelternschaft wieder auf den Plan – wie durch ein Wunder. Die bisher geltende Ideologie lässt sich als Richtung in den Verhaltensweisen der Bevölkerung offenbar nicht mehr halten.

Das bekunden nun sogar mehrere Meinungsumfragen: In hohen Prozentsätzen gehört bei jungen Menschen, besonders bei denen zwischen 20 und 30, eine Familie – und damit gemeint ist ein zusammenhaltender Clan – hauptsächlich zu ihrer Lebensplanung!

Und das erweist sich keineswegs als eine Falschmeldung. Trotz oder gerade wegen all des Auseinanderdriftens in den vergangenen Jahrzehnten steht die Pflege familiärer Gemeinschaft neu in den dominanten Bemühungen der jungen Paare.

So berichtete mir jetzt die Großmutter eines jung verlobten Enkels, dass die in beiden Familien hochbetagten verwitweten Großmütter, obgleich sie ziemlich weit entfernt wohnten, häufig an den Wochenenden von dem verlobten Paar besucht würden, um auch den alten, verdienten Personen der Familien auf diese Weise aktiv Wertschätzung und Dankbarkeit zu beweisen. Und auch wenn sie erst eine Familie wären, würden sie das fortführen, um ihren Kindern auf diese Weise den hohen Wert einer lebendigen Beziehung zwischen Großeltern und Enkeln zu vermitteln.

Ein anderer, ein 15-Jähriger, erzählte mir, dass er seine Großeltern neu entdeckt hätte. Vor allem der Großvater sei ein hoch interessanter Mensch, mit dem sich viel anfangen ließe, der ihm so viele alte Geschichten erzähle!

Was für eine Wende, welche wichtigen Schritte zur Sanierung einer Gesellschaft, die per Verführung in eine falsche Richtung abgedriftet war.

Wie ist das ausgelöst worden? Nun, die Kinder heute erleben oft – in welcher Form auch immer – Eltern, die keine Zeit haben. Das Aufzuwärmende finden diese Jugendlichen im Gefrierschrank und auch in ihrer Seele erfahren sie ein unbewusstes Gefühl von seelischer Kälte: Hektisch, flüchtig, überfordert ist der elterliche Alltag.

In dieser Atmosphäre keimte deshalb bei den Kindern als Ersatz eine Naschsucht ohnegleichen auf. Aber Zucker ist auf die Dauer doch kein befriedigender Ersatz. Und so erleben z. Z. viele nachdenklich gewordene Jugendliche etwas, das innerlich zufriedener macht. Da ist eine Großmutter, die erst einmal einen schmackhaften Auflauf oder eine frische Suppe anbietet, die dann Ideen hat, etwas gemeinsam miteinander zu machen: mit den Mädchen zu backen, mit den Jungen zu basteln.

Und der Großvater kommt auf die Idee, mit ihnen draußen zu fußballern. Mit strahlenden Augen verkünden diese Kinder zum Abschied, dass sie auf jeden Fall wiederkommen wollen!

Großelternschaft kommt neu in Schwung!

Was dürfen wir daraus schließen und hoffen? Gehört so etwas wie ein gesunder Clan in Gottes Schöpfungsplan? Ist es deshalb förderlich, dass dadurch heute die Familienbildung in späteren Jahren stattfindet als früher, sodass es immer häufiger Großeltern gibt, die bereits in Rente gegangen sind und Zeit haben?

Für mich als Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin ist es geradezu befreiend, sich vorzustellen, dass hier gegen all die ideologischen Verführungen neu Kultivierung aufbricht.

Denn längst hat sich doch uns Fachleuten gezeigt, dass diese eine Voraussetzung in der liebevollen dualen Beziehung hat. Die Wahrheit ist: Die Menschheit ist eigentlich auf ein Lieben in nahen Gemeinschaften gestrickt, und dazu ist die Familie das Urmodell des Schöpfers. Aber das lässt sich nur neu begreifen, wenn wir bei unseren Entscheidungen hinauffragen zu sinnvollen, zu befriedigenden Tätigkeiten, die den Begabungen entsprechen.

Mit beglückender Zuwendung entdecken die Großeltern nun neu bei erfreulichen Enkel-Besuchen: Plötzlich kommen sie bei den Enkeln mit alten Brettspielen, mit Mühle und Mensch ärgere Dich nicht, in Gemeinsamkeit an.

Ein Enkel trägt nach großmütterlicher Anleitung mit schönsten Backwerken, mit neuen Schneidereien, ein anderer mit neuen Handwerksarbeiten oder auch mit kunstvollen Zeichnungen bei. Mit strahlendem Lächeln sagen sie: „Ich habe jetzt mit großer Freude entdeckt, was mir wirklich Spaß macht – im Haus meiner Großeltern! Das ist für mich ein toller Fund, dass ich jetzt Sinnvolles für meine Freizeit gefunden habe.“

Eine kaum für möglich gehaltene Hoffnung für die Kultur in Europa!


Zu WDR-Falschmeldungen über die JVA Kleve

Wie „FOCUS-online“ kürzlich berichtet hat, konnten zwei Fernsehmagazine des WDR in Zusammenhang mit einem Vorfall in der JVA (Justizvollzugsanstalt) Kleve durch einen staatsanwaltlichen Bericht der Verbreitung unwahrer Tatsachenbehauptungen überführt werden.

Hintergrund war ein selbstgelegter Zellenbrand, bei dem ein syrischer Migrant ums Leben gekommen ist. Laut Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Kleve haben Mitarbeiter der Sendung „Monitor“ einem Mithäftling des Verstorbenen nach dessen Angaben 300 Euro gezahlt, um ihm eine unzutreffende Aussage zum Tatablauf in den Mund zu legen.

Weiterhin haben die Sendungen „Monitor“ und „Westpol“ versucht, der Justiz fälschlicherweise ein Mitverschulden am Tod des Häftlings anzuhängen.

Auch Äußerungen von Georg Restle, Leiter und Moderator von „Monitor“, wonach es sich bei dem verstorbenen Syrer um ein unbescholtenes Blatt handele, stellt „Focus online“ klar: Der Inhaftierung gingen zahlreiche Gewalt-, Drogen- und sexuelle Delikte voraus; er sei ein „Problemfall“ gewesen.  

Zu dieser WDR-Berichterstattung erklärt der AfD-Kulturbeauftragte und Bundestagsabgeordnete Thomas Ehrhorn:

„Was WDR-Magazine hier veranstaltet haben, ist ein weiterer Medienskandal. Ein Journalismus, der auf diese Art und Weise manipuliert, hat im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nichts zu suchen.

Wenn der WDR nicht vollends seine Glaubwürdigkeit verlieren will, muss er jetzt personelle Konsequenzen ziehen und die verantwortlichen Personen, allen voran Georg Restle, umgehend entlassen.“


Israel unterstützt die christlichen Aramäer

Mit verschiedenen Maßnahmen fördern israelische Kultureinrichtungen die aramäische Sprache und Identität.

Am Sonntag, den 1. Dezember, versammelten sich Vertreter und Experte der assyrischen und syrischen christlichen Gemeinden aus aller Welt in Jerusalem, um an einer Konferenz teilzunehmen, die vom Komitee zur Förderung der aramäischen Sprache veranstaltet wurde.

Es geht um die Wiederaufnahme des Aramäischen, einer antiken Sprache, die im gesamten Nahen Osten gesprochen wurde.

Das dem Hebräischen verwandte Aramäische, das auch von Christus gesprochen wurde, gibt es heutzutage nur noch in einigen Dörfern Syriens, wie z.B. in Maalula; zudem wird es zum Studium des Talmud verwendet, der in pseudo-aramäischer Sprache verfaßt ist.

An der Konferenz nahm auch Amir Halul, ein Vertreter der von den israelischen Medien als „christlich-aramäisch Gemeinde in Israel“ bezeichneten Gemeinschaft teil, der verschiedene Psalmen in ihrer aramäischen Übersetzung vorlas.

Im September 2014 beschloss das israelische Innenministerium, die aramäische Identität als eigenständige Identität anzuerkennen und in die Liste nationalen Identitäten aufzunehmen.

Dabei sollten sich fortan palästinensischer Christen, die Staatsbürger Israels sind, in ihren Personalausweisen als „aramäische“ Christen und nicht mehr als „arabische“ Christen bezeichnen.

Laut Statistiken des israelischen Innenministeriums sollen heute etwa 115.000 christliche Araber in Israel leben, die das Recht hätten, den Zusatz „arabisch“ durch „aramäisch“ zu ersetzen zu lassen.

Quelle: Fidesdienst