Kunsthandel, Kulturschutz und der Staat: Ein Ausverkauf deutscher Kultur?

Von Peter Helmes

Ach wie gut, daß wir Griechenkrise haben! Jeden Tag ´ne neue Folge  –  ganz wie bei „Dallas“. Die Nation sitzt Abend für Abend vor der Glotze und kann nicht erwarten, welche Schweinereien „das Biest“ sich gerade wieder ausgedacht hat.    peter-helmes-227x300

Derweil läuft bei uns auf einem Nebengleis ein anderes Abenteuer – aber mangels öffentlichen Interesses eher als Stummfilm oder nur für ein Fachpublikum.

Der Titel des Films lautet „Kulturschutz“ und umfaßt alles, wovon der gemeine Bürger nichts, der Staat aber alles versteht, besser: sich anmaßt zu verstehen.

Ist schon der Begriff Kultur ein schwer zu definierendes Ding  –  es sei hier nur an Joseph Beuys´ ranzige Butter erinnert  –  gestaltet sich der „Schutz der nationalen Kulturgüter“ weitaus schwieriger.

Es stehen  –  auf einen ethischen Kern heruntergebrochen  –  zwei Herausforderungen auf dem Spiel: Das Recht auf (privates) Eigentum und das Recht auf die Wahrung nationaler Symbole bzw. Interessen.

Kunst ist ein Kulturgut und prägt die kulturelle Identität eines Landes. Kunst ist aber zugleich ein Gegenstand (auch ein ideeller), der im Regelfall von privater Seite geschaffen und „erwirtschaftet“ wird. Der Künstler schafft nicht nur ein Kunstwerk, sondern auch Besitz, also Eigentum. Ein Sammler erwirbt es und wird dadurch Eigentümer.

Deutsches Kulturgut retten

Nun tritt Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, aufs künstlerische Parkett und schickt sich an, „deutsches Kulturgut“ zu retten. Der Titel ihres Vorhabens ist so sperrig wie die Problematik selbst: „Kulturgutschutzgesetz.“

Was als gute Tat gedacht war, erweist sich als schwieriger, strittiger Brocken. Im wahrsten Sinne des Wortes steckt der Teufel im Detail. Das geplante Gesetz soll nach Angaben der Bundesregierung „bestehende Gesetze zusammenführen, neues EU-Recht berücksichtigen und deutsches Recht an internationale Standards anpassen“. Dementsprechend sind u. a. strikte Ein- und Ausfuhrregelungen und eindeutige Sorgfaltspflichten beim Erwerb von Kulturgut geplant.038_35

Am Kunstmarkt und bei Kunstfreunden braust Widerstand auf. Es werden schwere Geschütze aufgefahren: „Kalte Enteignung“, “eine Katastrophe“, „bürokratische Willkür“, „staatlicher Kontrollwahn“, „bürokratische Zwangsverwaltung“, „Guillotine für den Kunsthandel“ – das ist eine kleine Auswahl wenig schmeichelhafter Etiketten, die Grütters´ Gesetzentwurf aufgeklebt werden.

Auch die Feuilletons lassen am Kulturgutschutzgesetz kein gutes Haar: Die FAZ meint, Ministerin Grütters solle alles unternehmen, um den Anschein bürokratischer Willkür zu verhindern, während die TAZ diese schon vorab gegeben sieht. Der Kunsthandel beschwert sich, das neue Gesetz sei eine „kalte Enteignung“.

„Dieses Gesetz ist eine Katastrophe“

Für den Rechtsanwalt und Kunstsammler Peter Raue, Berlin, ist das Gesetz eine “Katastrophe” – und eine Enteignung derjenigen, die Kunst besitzen. Er wehrt sich vehement gegen das geplante neue Kulturgutschutzgesetz. Im Deutschlandradio Kultur (14.7.) sagte er, die angestrebten Regelungen seien eine „Katastrophe“ für Kunsthändler, Sammler und Museumsdirektoren.159481-3x2-teaser296

Der Staatsministerin für Kultur, Monika Grütters, machte er schwere Vorwürfe. Frau Grütters wolle erreichen, daß der Staat Zugriff auf Kulturgüter erlange. Das Gesetz führe zur Enteignung der Sammler und sei vom Gedanken geprägt, wie der Staat billig an Kunst komme. Im Kapitalismus dürfe man das, was man mit versteuertem Geld ehrlich erworben habe, auch behalten, betont Raue.

Raue weiter: „Das gilt für die Wohnung, die ich vor 20 Jahren günstig gekauft habe und heute für das Fünffache verkaufen kann, und das gilt auch für ein Bild, das ich für 10.000 Euro gekauft habe und das heute 100.000 wert ist.“  –  Wenn der Staat dies haben wollte, müsse er den international üblichen Preis bezahlen. Besonders die Ein- und Ausfuhrregelungen sind Raue ein Dorn im Auge. Selbst wenn jemand ein Kunstwerk ins Ausland nur ausleihen wolle, werde die Ausfuhr nach dem Gesetz verboten.

Wenn aber Sammler ihre Kunst nicht mehr ins Ausland verkaufen könnten, würden sie vom internationalen Markt abgeschnitten – wo sich aufgrund der viel höheren Nachfrage automatisch in der Regel höhere Preise bilden.Kennel_Bilder

Künftig sollen Kunstwerke nämlich ab einem gewissen Wert und Alter nur noch mit einer staatlichen Ausfuhrgenehmigung außer Landes gebracht werden dürfen. Der Kunsthandel fürchtet um seine Geschäfte; denn international läßt sich mit Kunstverkäufen weit mehr Geld erzielen als im Inland.

Noch einmal Peter Raue: „Was Frau Grütters erreichen will, ist, daß der Staat auf all die Kunstgegenstände, Kulturgüter Zugriff nehmen kann, indem sie diese Arbeiten dem Kulturgutschutzgesetz, scheußliches Wort, unterstellt.“

Grütters versichert, daß es bei Privatbesitz nur um wenige besonders herausragende Kulturgüter gehen werde. Doch die Kunsthändler wenden ein, daß die Einstufung als national wertvolles Kulturgut einen nominalen Wertverlust bedeutet; schließlich kann er es dann nicht mehr zu internationalen Marktpreisen veräußern.

Doch Grütters macht geltend, daß Kunst nicht nur Geldwert, sondern auch ideellen Wert besitze. Zudem will sie die öffentliche Hand dadurch in die Lage versetzen, beim Erwerb von national wertvoller Kunst für Museen mitzubieten. Schwammig bleibt, was das eigentlich ist: national wertvolle Kunst. Bislang führt jedes Bundesland eher willkürlich Listen. Künftig könnten laut Grütters einheitlich die Kriterien des internationalen Museumsbundes gelten: Danach ist zum Beispiel national wertvoll, was „für eine Region identitätsstiftend“ ist.

„Kunsthandel aus dubiosen Quellen verhindern“

Eine gute Regelung(-sabsicht) darf man gleichwohl jetzt schon begrüßen: Händler werden nach dem Grütters-Entwurf zum Nachweis gezwungen, daß die Werke nicht aus dubiosen Quellen stammen. Fehlten entsprechende Nachweise oder bestehe der Verdacht auf illegale Ein- oder Ausfuhr, könnten Behörden die Objekte beschlagnahmen, heißt es in dem Entwurf. image

Unter anderem soll damit der Handel mit antiken Kunstschätzen unterbunden werden, die aus Plünderungen in Kriegs- und Krisengebieten im Nahen und Mittleren Osten stammen.

Die von Künstlern, Kunsthändlern und Sammlern beklagte „kalte Enteignung“ kann man entweder mit Bernhard Schulz im TAGESSPIEGEL, „um das Mindeste zu sagen, grob fahrlässig” finden und die Kunsthändler der Verfechtung „eines vollständig unregulierten Marktes und des größtmöglichen Profits“ zeihen, oder man hält es mit Brigitte Werneburg von der TAZ, die anprangert, daß hier deutsche Kunst „unter bürokratische Zwangsverwaltung“ gestellt werden soll.

Andere tun sich indessen auch hier schwer mit der Positionierung: So findet Rose-Maria Gropp in der FAZ zwar „einen Anlaß“ für die Annahme, daß Künstlern, Sammlern und Händlern eine Art „Ausfuhrverbot“ droht, mahnt die Ministerin aber gleichwohl, „alles (zu) tun, um den Anschein drohender bürokratischer Willkür, der Unbehagen auslöst, aus dem endgültigen Gesetz herauszuhalten“.zeitungen

Grütters wendet hingegen (auf ihrer Internetseite) ein: „Nur Kulturgut, das ‘dauerhaft in den Bestand einer solchen Einrichtung eingegliedert wurde, sei als nationales Kulturgut zukünftig geschützt’. Bei einem Leihvertrag sei ‘dies natürlich nicht der Fall, da solche Werke nicht, in den Bestand eingegliedert’ sind. (…)

In den vergangenen anderthalb Jahren haben wir ein Kulturgutschutzgesetzt erarbeitet, zum einen, weil uns der Koalitionsvertrag dazu ausdrücklich verpflichtet, und da ist im Übrigen auch der Abwanderungsschutz explizit erwähnt, zum anderen aber auch, weil das kulturelle Erbe auch unseres Landes der staatlichen Fürsorge durchaus bedarf.“

Schutz vor Abwanderung sei noch keine Enteignung, stellt Grütters klar. Allerdings sei sie nach wie vor offen für Veränderungen. Der Diskussionsprozess sei noch nicht abgeschlossen, betonte Grütters. Sie wolle mit ihrem Gesetz den Kulturgutschutz stärken.

Erlischt Kulturgutschutz für Leihgaben in Museen?

Auf der anderen Seite soll auch deutsches Kulturgut vor der Abwanderung ins Ausland geschützt werden. Auch Kunstwerke in Privatbesitz, die als national wertvoll eingestuft werden, dürfen danach nicht mehr ins Ausland verkauft werden. DSC_0177_ShiftN

Deutschland will darüber hinaus, wie bereits in vielen anderen Ländern üblich, pauschal alle Museumssammlungen unter Abwanderungsschutz stellen, darunter auch private Dauerleihgaben in Museumsbesitz.

BILD: Ansprechende Kunst von Helga Pelz-Wagner

Daran war in den vergangenen Wochen heftige Kritik von Sammlern und Kunsthändlern geübt worden, von kalter Enteignung war die Rede, Georg Baselitz und andere Künstler hatten angekündigt, ihre Leihgaben aus den Museen zurückzuziehen. Hierzu stellte Grütters klar:

„Da möchte ich nur sagen, wir haben ausdrücklich Formulierungen da rein genommen, daß das im Benehmen mit den privaten Leihgebern geregelt werden soll. Und dass sie dieser Unterschutzstellung ausdrücklich widersprechen können. Das kann Herr Baselitz auch tun.“

National wertvolles Kulturgut definieren!

Grütters verteidigte nach einer Meldung des DLF (15.7.) vehement das Recht des Staates, national wertvolles Kulturgut zu definieren und unter Abwanderungsschutz zu stellen. Dies sei überall auf der Welt üblich. Italien, England und Frankreich hätten etwa viel schärfere Gesetze.

In Deutschland werde zudem schon seit 1955 Kulturgut als national wertvoll in eine Liste eingetragen, zuständig dafür sind die Länder. Bisher sei aber nicht ausdrücklich geregelt, was national wertvolles Kulturgut ist. DSC00001

Dies solle nun im Gesetz klar und rechtsverbindlich definiert werden, in Anlehnung an die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz.

Danach gilt als national wertvoll, wenn ein Kulturgut „besonders bedeutsam für das kulturelle Erbe Deutschlands, der Länder oder einer historischen Region“ ist, oder: wenn es „ein besonders bedeutsames Werk eines Künstlers von internationalem Rang ist, das dauerhaft in Deutschland verwahrt wird“ – allerdings nur dann, wenn sein Verbleib im Bundesgebiet „im besonderen öffentlichen Interesse liegt“.

Also auch nichtdeutsche Künstler könnten darunter fallen, sagte Grütters. Die Hürde aber müsse hoch sein, versicherte die Kulturstaatsministerin.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung traut dem Braten nicht so recht:

„Monika Grütters versichert, in der Praxis werde auch künftig fast jede Ausfuhr genehmigt. Wenn das so ist, sollte sie dies ausdrücklich in ihr ‘Kulturschutzgesetz’ hineinschreiben. Sonst weiß niemand, was hinterher tatsächlich in den Verordnungen von Bund und Ländern stehen wird. Was ein Maler wirklich wert ist, zeigt sich erst auf dem internationalen Markt: Für das Pekuniäre gilt das genauso wie für das Renommee. Wenn der Staat auf einzelne Kunstwerke die Hand halten will, muss er die Eigentümer angemessen entschädigen”, fordert die FAZ (16.7.). 35ef66fd71

Die Leipziger Volkszeitung (16.7.) sieht es so: „…wirft der Gesetzentwurf vor allem eine Frage auf: “Was ist ‘nationales Kulturgut’? Kurz gesagt ist es all das, was auf der betreffenden Liste steht. Die Länder führen sie, Experten entscheiden, was drauf kommt. Es sollen Werke sein, die ‘für eine Region identitätsstiftend’ sind. Das ist schwammig, historischem Wandel unterlegen und kann vom bayerischen Bierseidel bis zur norddeutschen Orgelpfeife alles sein.“

Das „Handelsblatt“ (16.7.) zeigt sich empört und wird wesentlich deutlicher:

„Das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung wird aufgehoben, Privatsammler müssen Inspektionen ihres Kunstbestandes akzeptieren. Solche Maßnahmen machen den Kulturstaat zum Überwachungsstaat. Monika Grütters verteidigt ihre Haltung mit einer politischen Floskel: ‘Schutz heißt in meinen Augen nicht Enteignung’. Enteignung, zumindest Teilenteignung, bleibt in ihrem Gesetzentwurf bestehen. Das ist ein Akt politischer Willkür, der den globalen Kunstverkehr nationalistischen Zielen opfert.”

„Tot menses, quot senses“ nannten das die alten Lateiner („So viele Köpfe, so viele Meinungen!“)  –  Wer blickt noch durch? Oder anders gefragt: Ist Dante Alighieri ein italienisches Kulturgut oder ein europäisches? Gehören die oft kunstvoll gebauten Moscheen in Deutschland demnächst auch zum „nationalen Kulturgut“? Demnächst ja, ganz gewiß!

Aber über deren Behandlung brauchen wir uns heute keinen Kopf zu machen. Muslimisch regierte Länder wie Irak oder Afghanistan haben es uns schon gezeigt: Westliches Kulturgut kommt gnadenlos unter den Presßlufthammer oder in die Schredderei. Vielleicht sind die Rest-Autochthonen dann froh, daß ein wenigstens ein paar „deutsche Kunstwerke“ vorher ins Ausland verschafft wurden. Sic transit gloria mundi.

Unser Autor Peter Helmes ist politischer Publizist und ehem. Bundesgeschäftsführer der JUNGEN UNION; er betreibt die liberal-konservative Webseite www.conservo.wordpress.com

Foto: Dr. Bernd F. Pelz, Evita Gründler, Felizitas Küble, Archiv


Der israelische Regierungschef zum Unabhängigkeitstag: “Wiedergeburt der nationalen Freiheit”

Israels Unabhängigkeitstag ist ein Tag aufrichtiger Freude. Juden feiern die Wiedergeburt der nationalen Freiheit in ihrer historischen Heimat, dem Land Israel. Wir feiern, dass das jüdische Volk nicht länger staaten- und machtlos ist, sondern dass wir wieder Herr über unser eigenes Schicksal sind.

Wir feiern den Umstand, dass Juden, wo auch immer sie sind, das Recht genießen, das ihnen über Generationen verwehrt war, und zwar das Recht der Einwanderung, um auf diese Weise ein Teil des modernen Staates Israel zu sein.

FOTO: Ministerpräsident Benjamin Netanjahu

Aber wir können auch die vielen Leistungen Israels feiern. Wir haben Einwanderer aus allen Ecken dieser Erde in unsere Gesellschaft integriert. Wir haben erfolgreich unsere Freiheit gegen Angriffe feindlicher Nachbarn verteidigt. Wir haben buchstäblich die Wüste zum Blühen gebracht und eine florierende und dynamische High-Tech-Industrie aufgebaut.

Wir haben eine stabile und gesunde Demokratie etabliert, in der die Freiheit unantastbar ist und in der die Menschenrechte in unseren Gesetzen für alle verankert sind. Wir haben eine Gesellschaft errichtet, in der alle Bürger Israels vor dem Gesetz gleich sind, Araber genauso wie Juden.

Wir sind Zeugen einer echten Renaissance unserer nationalen Kultur geworden. Wir sind stolz auf das, was Israel erreicht hat.

Auch wenn noch viel zu tun ist, können wir an diesem Tag vereint die vielen Erfolge Israel feiern. Und dies machen wir ausgehend von Jerusalem, der Hauptstadt des modernen Staates Israel seit 67 Jahren, und der historischen Hauptstadt des jüdischen Volkes seit 3000 Jahren.

Quelle (Text/Foto): Israelische Botschaft in Berlin


Archäologische Funde belegen den Einfluß der ägyptischen Kultur auf die Israeliten

Einzigartige Entdeckungen in einer israelischen Höhle

“Die Israeliten haben Ägypten verlassen, dennoch sieht es so aus, als ob Ägypten auch nach ihrer Rückkehr die Israeliten und ihre Nachfahren nicht losgelassen hatte“, sagte Archäologe Amir Ganor der Israelischen Antiquitätenbehörde, der im vergangenen Jahr eine Ausgrabung in einer Höhle in der Umgebung des Kibbutz Lahav geleitet hat.

Auf einer Pressekonferenz, die kurz vor dem Pessachfest in Jerusalem stattfand, präsentierte die Israelische Antiquitätenbehörde einen einzigartigen archäologischen Fund, der das Bestehen eines ägyptischen Verwaltungszentrums in der Region vor 3400 Jahren beweist.

Die Ausgrabung offenbarte beeindruckende archäologische Funde vor allem aus der späten Bronzezeit (ca. 1500 v. Chr.) und der Eisenzeit (1000 v. Chr.).

In der Höhle wurden mehr als 300 Tongefäße verschiedener Art gefunden, einige von ihnen unversehrt. Ebenfalls wurden Dutzende Schmuckstücke aus Bronze, Perlmutt und Fayencen gefunden, einzigartige Gefäße aus gelblichem Alabaster, Siegel, Siegelabdrücke und kosmetische Gefäße. Die Objekte waren in die Höhle gelegt worden und hatten sich dort über Jahrhunderte hinweg angesammelt.

Der Archäologe Amir Ganor berichtete zu dem Fund: 1426245_577880468934571_1029821405_n

„Unter den Artefakten, von denen die meisten charakteristisch sind für die judäische Kultur im Süden des Landes, fanden wir Dutzende von Steinsiegeln. Einige davon haben die Form eines geflügelten Käfers (Skarabäus) und weisen Symbole und Bilder auf, die typisch sind für die ägyptische Kultur, die in der Region in der späten Bronzezeit vorherrschte. Einige der Siegel befinden sich zudem auf Halbedelsteinen, die aus Ägypten und von der Sinaihalbinsel kamen.“

Dr. Daphna Ben-Tor, Kuratorin für ägyptische Archäologie am Israel Museum, sagte:

„Die Mehrheit der in der Ausgrabung gefundenen Skarabäus-Siegel können auf das 15. bis 14. Jahrhundert vor Christus datiert werden. In dieser Zeit wurde Kanaan von Ägypten regiert. Die Namen von Königen tauchen auf einigen Siegeln auf.

Neben anderen Dingen konnten wir eine Sphinx identifizieren, die gegenüber dem Namen von Pharao Thutmose liegt, der von ungefähr 1504 bis 1450 v.Chr. regierte. Ein anderer Skarabäus zeigt Ptah, den Hauptgott der Stadt Memphis.“       

Ganor erklärte dazu: „Es stimmt, dass die Israeliten Ägypten verließen, aber die Zeugnisse der Ausgrabung zeigen, dass die Ägypter die Israeliten und ihre Nachfahren nicht losließen. Dies kann durch archäologische Ausgrabungen bewiesen werden, wo wir Zeugnisse aus den Jahren nach dem ‘Exodus’ fanden, die einen Einfluss der ägyptischen Kultur auf die judäische Bevölkerung des Landes beweisen.“

Text und Foto: Israelische Antiquitätenbehörde


Leipziger Buchmesse: Schwerpunkt sind die deutsch-israelischen Beziehungen

Aufgrund des Jubiläums „50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Israel und Deutschland“ widmet auch die Leipziger Buchmesse diesem Thema einen Schwerpunkt. deutschland-israel-flag-300x214

Vom 12. bis 15. März 2015 reisen rund 40 Autoren aus Israel und Deutschland zu insgesamt 74 Lesungen, Paneldiskussionen und Lesepartys nach Leipzig. Sie präsentieren unterschiedliche Facetten des deutsch-israelischen Verhältnisses und spiegeln das Leben der jeweils anderen Gesellschaft.

Am Stand der Botschaft in Halle 4, D 400 können Messebesucher aktuelle israelische Literatur kennenlernen und das Reiseland Israel entdecken.

In einem speziellen Forum neben dem Messestand sind Gesprächsrunden und Podiumsdiskussionen mit Autoren und Experten geplant. Die Zeichnerin Merav Salomon und die Autoren Hila Blum, Fredy Gareis, Carlos Strenger und Chaim Noll freuen sich am Donnerstag auf die Begegnung mit dem Messepublikum in Leipzig. israeltag2

Am Freitag sind Prof. Dan Diner, Lizzie Doron, Amichai Shalev, Norbert Kron, Meir Shalev und Fania Oz-Salzberger zu Gast am Stand der Botschaft.

Den Samstag nutzen die Schriftsteller Ron Segal, Yishai Sarid, Ayelet Gundar-Goshen, Anat Talshir und der Filmhistoriker Dr. Tobias Ebbrecht-Hartmann zur Vorstellung ihrer Bücher.

Am Sonntag schauen Sebastian Engelbrecht und Johannes Reichert am Stand vorbei.

Am Donnerstagabend gibt es außerdem die „Lange Nacht der deutsch-israelischen Literatur“ und den „Club Tel Aviv“ im Schauspiel Leipzig. Die Lange Nacht ist eine gemeinsame Veranstaltung von Deutschlandradio Kultur/Deutschlandfunk, dem Bertelsmann Club und der Botschaft des Staates Israel. Der Club Tel Aviv wird gemeinsam von der WELT, dem Bertelsmann Club und der Botschaft des Staates Israel in Berlin veranstaltet.

Ein E-Book mit Leseproben aller am Messeschwerpunkt beteiligten 40 Autoren ist kostenfrei auf allen gängigen Plattformen downloadbar.


Goethe: “Die Ehe ist der Gipfel aller Kultur”

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“Die Ehe ist der Anfang und der Gipfel aller Kultur. Sie macht den Rohen mild  –  und der Gebildetste hat keine bessere Gelegenheit, seine Milde zu beweisen. cropped-ZIM_5640
 .
Unauflöslich muß sie sein; denn sie bringt so vieles Glück, daß alles einzelne Unglück dagegen gar nicht zu rechnen ist.
 .
Und was will man von Unglück reden? Ungeduld ist es, die den Menschen von Zeit zu Zeit anfällt, und dann beliebt er, sich unglücklich zu finden.
 .
Lasse man den Augenblick vorübergehen, und man wird sich glücklich preisen, daß ein so lange Bestandenes noch besteht!”
 .
Quelle: Johann Wolfgang von Goethe: “Die Wahlverwandtschaften” (I,9)

“Kultur pur” beim Regensburger Katholikentag

Über 300 kulturelle Schmankerl in fünf Tagen

Konzerte, Kino Kunst- und Literaturprojekte, Ausstellungen, Kabarett und Theater – rund 300 kulturelle Veranstaltungen laden beim Katholikentag in Regensburg zum Erleben und Staunen ein. Das sind fünf Tage Kultur pur. DSC00001

Im Regensburger Mehrgenerationenhaus stellte der Katholikentag nun diese Fülle vor.

„Das Kulturprogramm ist nicht schmuckes Beiwerk, sondern eine Chance für die Kirche“, erklärte der Vorsitzende des Arbeitskreises Musik, Theater und Kleinkunst, Domkapitular Thomas Pinzer, in Regensburg.

BILD: Dieses Gemälde der Regensburger Künstlerin Evita Gründler zeigt die schöne Altstadt mit ihren wesentlichen Wahrzeichen.

„Wir möchten mit dem vielfältigen Kulturprogramm auch jene begeistern, die zunächst den Katholikentag nicht als ihre Veranstaltung sehen. Daher wurde ein vielfältiges und kreatives Programm auf die Beine gestellt, bei dem für jeden etwas dabei sein müsste“, erläutert Dr. Maria Baumann, Vorsitzende des Arbeitskreises Kultur.

Der Katholikentag setzt sich mit Zukunftsfragen der Gesellschaft und der Zukunft von Glaube und Kirche kritisch auseinander. Auch das kulturelle Angebot „soll anstößig sein – im doppelten Sinn – und Sicherheiten infrage stellen“, so Baumann.

Ein Schwerpunkt sei die Musik. Es soll ein klingender Katholikentag werden. So eröffnen die Regensburger Domspatzen im Dom St. Peter am Donnerstag eine Konzertreihe, in der die „Säulen der Kirchenmusik“ präsentiert werden.Plakat

Die Nacht der Musik klingt am Freitag Abend in Krypten, Kapellen, im Kreuzgang und in der Basilika St. Emmeram.

Und am Samstag wird die Nacht der Glocken einen besonderen Akzent setzen: mit einem Schellenflug, bei dem Tauben mit Schellen im Gefieder zu Antonin Dvoraks sinfonischer Dichtung “Holoubek. Die Waldtaube” während eines Gottesdienstes aufsteigen, mit Carillonspiel auf der Donau, mit einer Glocken-Klang- Performance in der Niedermünsterkirche und dem Regensburger Te-Deum, das zum Abschluss des Kulturprogramms von den Glockentürmen erklingt.

Aber auch Jazz, Rock, Pop und südländische Rhythen kommen nicht zu kurz. Neben bekannten Headlinern wie den Wise Guys, Judy Bailey, Quadro Nuevo und dem Jugendkonzert treten die Künstlerin Dotschy Reinhard mit Band und die in Tschechien berühmte Rockband Traband auf.

Highlights sind die Lesungen in der „Literaturarche“, einem Ausflugsschiff auf der Donau: von Harald Grill über Andreas Meier, der Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff, die aus ihrem Roman Blumenberg liest über Alois Prinz, Petra Morsbach, Ulrike Draesner und viele andere.

Dutzende Theater- und Kinovorstellungen, an jeder Ecke Kleinkunst, Improvisationstheater und mehr als 50 Kabarettvorstellungen runden das Programm ab.

Während des gesamten Katholikentages gibt es vier große Ausstellungen mit Werken von insgesamt 37 internationalen Künstlern, in der gotischen Dominikanerkirche, im Donaueinkaufszentrum, im Museum Obermünster und im ehem. Kloster St. Klara. Die Ausstellung „Geburt und Tod und das Dazwischen“ dort stellt zahlreiche Facetten der menschlichen Existenz in den Mittelpunkt.

Eduard Winklhofer ist einer der Künstler. Er beantwortete Fragen u. a. zu seinem Werk „Ohne Titel“, ein Refektoriumstisch mit zwölf Stühlen, für das er 2005 den Premio David di Michelangelo erhielt.

Das gesamte Programm durchstöbern können Sie unter http://www.katholikentag.de/pgd sowie ab Mitte April in der Programm-App des Katholikentags (www.katholikentag.de/app).

Bildmaterial und die Pressemappe zur Kultur-PK finden Sie unter http://www.katholikentag.de/presse

Kontakt:  Silke Jäger, Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 941.584 390 152
Fax +49 941.584 390 155
silke.jaeger@katholikentag.de


Das gesamte deutsche Kabinett reiste nach Israel zu Regierungskonsultationen

“Israel und Deutschland geben der Welt ein Beispiel”

Am 25.2.2014 fanden in Jerusalem unter der Leitung von Ministerpräsident Binyamin Netanyahu und Bundeskanzlerin Angela Merkel die fünften Deutsch-Israelischen Regierungskonsultationen statt. Für die Konsultationen war fast das gesamte deutsche Kabinett nach Israel gereist.

BILD: Gruppenfoto mit den Regierungen beider Länder (Foto: Shlomi Amsalem)

In der gemeinsam veröffentlichten Erklärung beschlossen die Regierungen beider Länder, die Zusammenarbeit weiter zu stärken, u.a. in den Bereichen Wirtschaft, Verteidigung, Energie, Umweltschutz, Landwirtschaft, Verkehr, Forschung, Sport, Kultur und Gesundheit.

Auch auf konsularischer Ebene wollen beide Seiten noch enger kooperieren: israelische Staatsangehörige können sich zukünftig in Drittstaaten, in denen Israel über keine diplomatische Vertretung verfügt, an die deutschen Kontaktstellen vor Ort wenden.

Künftig mehr Arbeitschancen für junge Menschen

Zudem beschlossen die Regierungen, ein Working-Holiday-Programm ins Leben zu rufen. Dank dieses neuen Programms können sich junge Menschen von 18 bis 30 länger im jeweils anderen Staat aufhalten und dort für ihren Lebensunterhalt arbeiten.

Ein weiteres Thema der Erklärung ist die Erhaltung und Restaurierung der sog. „Weißen Stadt“ in Tel Aviv, dem weltweit größten Ensemble von Bauhaus-Architektur. Hier planen das deutsche Bundesbauministerium und die Stadtverwaltung von Tel Aviv-Jaffo eine Kooperation bei der Erforschung, Dokumentation und Erhaltung.

Den Wortlaut der gesamten Erklärung finden Sie hier: http://bit.ly/Regierungskonsultationen2014

Gemeinsame Entwicklungshilfe in Afrika

Ein weiterer Schwerpunkt bestand im Ausbau der deutsch-israelischen Afrika-Initiative. Bereits 2012 wurde diese gemeinsame Initiative des Entwicklungsministeriums und der israelischen Entwicklungshilfeorganisation MASHAV auf den Weg gebracht und heute in drei Ländern, Kenia, Äthiopien und Ghana, in Umweltschutz- und Landwirtschaftsprojekten umgesetzt.

Neu hinzukommen sollen nun Projekte in Burkina Faso, Burundi und Kamerun. Dabei geht es unter anderem um die Bekämpfung der Folgen des Klimawandels, wie der Austrocknung von Böden, unter denen insbesondere die ländliche Bevölkerung leidet. 

BILD: von links: Daniel Carmon, Leiter von MASHAV; Zeev Elkin, stellv. Außenminister Israels; Gerd Müller, Entwicklungshilfeminister; Dr. Elke Lobel. (Foto: MFA)

Nach dem Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel äußerte sich Ministerpräsident Netanyahu u.a. zum Boykott gegen Israel. Er sagte:

„Entscheidend ist, dass wir einen sehr komplexen Konflikt mithilfe von Verhandlungen lösen und wir hoffen, dabei weiter Fortschritte zu machen. Boykotte sind kein moralischer oder produktiver Weg, den Frieden voranzubringen. Es wirft den Friedensprozess sogar zurück. Darum hoffe ich, dass andere in Europa Ihrem Beispiel, Angela, folgen werden, Boykotte abzulehnen und stattdessen die Bemühungen von Außenminister Kerry zu unterstützen.“

BILD: Bundeskanzlerin Merkel und Ministerpräsident Netanyahu während der Pressekonferenz (Foto: Shlomi Amsalem)

Weiterhin sagte der israelische Ministerpräsident:

„Ich denke, dass unsere Verbindungen ein Beispiel dafür liefern, wie sich die Beziehung unserer beiden Völker  –  trotz der Schrecken der Vergangenheit, die wir nie vergessen werden  –  in eine besondere und konstruktive Freundschaft verwandeln.

Und ich denke, dass Israel und Deutschland hier der ganzen Welt ein Beispiel geben. Wir zeigen, wie sich Geschichte wandeln lässt, um die Welt zu einem besseren Ort zum Leben zu machen – besser und, wie ich meine, sicherer und prosperierender.

In unseren Beziehungen praktizieren wir das auf vielen Ebenen und Gebieten, und ich möchte nochmals meinen Dank für diese einzigartige Kooperation und für Ihre Führung aussprechen.“ 

FOTO: Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Peres während der Zeremonie (Foto: Shlomi Amsalem)

“Möge GOTT Sie segnen!”

Ein Höhepunkt des Besuches der Bundeskanzlerin in Israel war die Verleihung der Ehrenmedaille des Präsidenten durch Präsident Shimon Peres. In seiner Laudatio brachte Präsident Peres die hohe Wertschätzung Israels zum Ausdruck. Er sagte:

„Für Ihren Beitrag zu Israels Erblühen und seiner Sicherheit. Für Ihren Beitrag zum Frieden in der Region und für Ihren unermüdlichen Einsatz zur Schaffung einer besseren Welt. Dafür, dass Sie eine Staatsfrau mit großem Mut, Bescheidenheit und einer Vision nicht nur für jetzige, sondern auch für zukünftige Generationen sind.

Als Präsident des Staates Israel verleihe ich die Ehrenmedaille des Präsidenten an die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Angela Merkel. Möge Gott Sie segnen.“

Quellen: Israelische Botschaft / Außenministerium des Staates Israel / Präsidialamt in Jerusalem


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