Widerspruch zur Predigt von Bischof Genn und zu Äußerungen von Dr. Sonja Strube

Die „Westfälischen Nachrichten“ aus Münster veröffentlichten am 18. Januar 2017 einen Leserbrief von Thomas May aus Sendenhorst, in dem sich der katholische Theologe kritisch mit der Silvesterpredigt von Bischof Dr. Felix Genn befaßt. May

Der katholische Oberhirte hatte in dieser Ansprache erklärt, es gäbe keinen Grund, eine Islamisierung in Deutschland zu befürchten oder sich vor einer Vermischung von Religionen und Kulturen abzuschotten.

Der Autor (siehe Foto) schreibt über diese Bischofspredigt folgendes:

„Die durch „Islamisierung“ beunruhigten Menschen haben sich ihre Angst nicht ausgesucht. Sie ihnen zum Vorwurf zu machen oder gar über sie zu spotten ist unanständig und kränkend. Da hat Bischof Genn noch reichlich pastorale Luft nach oben.

Sein Versuch, der Angst mit dem biblischen Appell „Fürchtet euch nicht“ entgegenzutreten, greift zu kurz und ist ebenso der Wirklichkeitsferne geschuldet wie jener, mit der Bergpredigt Realpolitik betreiben zu wollen.

Die Redeweise von der angeblich als unaufhaltsam hinzunehmenden Vermischung der Religionen kommt nicht nur einer Kapitulation vor dem Islam gleich, sondern steht auch im Widerspruch zur kirchlichen Lehre von der Einzigartigkeit und Heilsuniversalität Jesu Christi (vgl. z. B. die Erklärung „Dominus Iesus“ der Glaubenskongregation aus dem Jahr 2000).“

Außerdem widerspricht der Verfasser einem Leserbrief von Dr. Sonja Strube aus Osnabrück; die linkskatholische Dozentin lehrt dort „Islamische Theologie“ am Institut für Kath. Theologie. Wenig erstaunlich also, daß sie die Silvesteransprache des Bischofs heftig verteidigt und zugleich den Eindruck zu erwecken versucht, als gäbe es keine seriöse Sachkritik an dieser Predigt, sondern nur ultrarechte Hetze.

Dazu stellt Thomas May folgendes fest:

„In ihrer Ereiferung verfällt Frau Dr. Strube selbst genau in den Modus der „verbalen Gewalt“, die sie „Rechten“ vorwirft, und bringt sich so um ihre Glaubwürdigkeit. Das Feindwort „rechts“/„Rechte“ dient der katholischen Dozentin dabei durchgängig als Dreschflegel.

Wer jedoch die Legitimität einer politischen Rechten bestreitet, offenbart ein reduziertes Demokratieverständnis. Denn erst das gesamte politische Parteienspektrum ist in der Lage, Meinungen und Willen des Volkes differenziert und vollständig abzubilden.

„Hetze“, sofern es sich um solche handelt und sie nicht bloß unterstellt wird, ist ausnahmslos strafrechtlich zu verfolgen: Hetze von „rechts“ wie Hetze gegen „rechts“. Hier ist wohl nicht nur im Kopf der Autorin eine „Normalitätsverschiebung“ vonnöten.“

 

 

 


Bischof Felix Genn: Angst vor einer Islamisierung Deutschlands nicht nötig

„Vermischung der Religionen nicht aufzuhalten“

Unter dem Titel „Bischof von Münster warnt in Silvesterpredigt vor Angst  –  Genn: Christen müssen Islamisierung nicht fürchten“ berichtet die Online-Ausgabe der Bistumszeitung „Kirche und Leben“ am 31. Dezember 2016 über die Silvester-Ansprache von Bischof Felix Genn in der Lambertikirche zu Münster in Westfalen.  Genn

Die zeitgeist-liche Predigt war von Beruhigungspillen geprägt, wobei Dr. Genn (siehe Foto) betonte, Christen seien immer Friedensstifter gewesen, denn das Wort Gottes biete ihnen das Fundament für ein „friedliches Zusammenleben in einer Gesellschaft“.

Offenbar hat der katholische Oberhirten hierbei das Thema verfehlt: Es geht nicht um eine Angst vor dem Christentum, sondern vor einer Islamisierung Deutschlands. Vermutlich hat er auch seinen Schiller und dessen bekannten Spruch vergessen: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“

Anscheinend haben aber eine Reihe Katholiken dieses Dichterwort verinnerlicht, denn der Bischof beklagte sich darüber, daß es auch in den Kirchengemeinden des Bistums Münster „Tendenzen der Angst vor Überfremdung und ein Misstrauen gegenüber Flüchtlingen“ gäbe.

Statt diese Befürchtungen vieler Bürger wenigstens ernst zu nehmen, weil sie immerhin u.a. auf einer Reihe von Terror-Ereignissen beruhen, lamentierte der Bischof darüber, mit derlei Sorgen „könne man Politik betreiben“, auch werde dieses Thema das „Wahljahr 2017 bestimmen“.

Er fügte ironisch hinzu: „Manche sehen schon in der Stadt Münster eine Zukunft, in der die Lamberti-Kirche zur Moschee umgewandelt wird.“

Will der Bischof sich durch derlei Übertreibungen über wohlbegründete Besorgnisse von Bürgern hinwegsetzen und sie der Lächerlichkeit preisgeben?

Islamexperte: Deutschland integriert sich in den Islam

Derweil warnt z.B. der deutsche Islamwissenschaftler und Politologe Ralph Ghadban im FOCUS sehr wohl vor einer Islamisierung, wie IDEA berichtet. Er schreibt sogar, nicht die Muslime würden sich in unseren Rechtsstaat integrieren, sondern umgekehrt: RTEmagicC_IGFM_Plakat_Art_18_Religionsfreiheit_02_jpg

„Anstatt Muslime in das bestehende Rechts- und Wertesystem einzubinden, vollzieht sich gegenwärtig eine Integration Deutschlands in den Islam. Die Verbreitung des Multikulturalismus in den neunziger Jahren habe diese Entwicklung begünstigt: „Die Kritik am Islam wurde als politisch inkorrekt verpönt. Auf alle Ebenen, der politischen, der juristischen und der Sicherheitsebene, begann der Rückzug des Staates aus Angst, rassistisch zu handeln und die Minderheiten zu stigmatisieren.“  –  Diese Art der Öffnung der deutschen Gesellschaft habe aber nichts gebracht.“

Das eigentliche Konfliktfeld bestehe darin, so der Publizist Ghadban, daß der offizielle Islam die Menschenrechte von Nicht-Muslimen nicht respektiere: „Außer den erfolglosen Islamreformern, die meistens in Exil leben, erkennt der Islam weder andere Religionen noch andere Menschen als gleichwertig an.“

Statt Islam-Sachkunde ein einseitiger Ausflug in die weite Welt

Statt sich nun inhaltlich mit diesem Problem und dem Gewaltpotential, das systemimmanent im Islam (etwa durch diverse Koransuren) vorhanden ist, zu befassen, weicht Bischof Genn lieber aus in die weite Welt bzw. internationale Politik: IGFM_Scharia

„Der Wahlkampf in den USA hat nach seiner Einschätzung gezeigt, wie in einer komplexen Welt einfache Parolen mehr Gewinn einstreichen würden als die notwendige geistige Auseinandersetzung.“

Damit unterstellt er in seiner Silvesterpredigt den vom Volk gewählten Präsidenten der Vereinigten Staaten, dieser habe lediglich aufgrund „einfacher Parolen“ gesiegt, statt eine „notwendige geistige Auseinandersetzung“ zu führen.

Ist dem katholischen Würdenträger etwa entgangen, daß auch Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton sich nicht als Freundin komplexer Argumentationen erwiesen hat? Was hat seine – noch dazu einseitige  –  Kritik am US-Wahlkampf in einer Silvesterpredigt zu suchen? Wo führt denn er, der Bischof, die „notwendige geistige Auseinandersetzung“? 

Ist es nicht sehr wohl eine „einfache Parole“, wenn er ohne Wenn und Aber zum Besten gibt, man brauche sich vor einer Islamisierung nicht fürchten?

Bischof Genn warnt vor einer „Abschottung“

Zudem erklärte der Bischof laut Bericht der Bistumszeitung, es führe „nicht weiter“, wenn man sich gegenüber fremden Religionen und Kulturen „abschotten“ wolle. Wörtlich heißt es zu Genns Predigt: „In einer globalisierten Welt sei die Vermischung von Kulturen und Religionen nicht aufzuhalten.“

Mit anderen Worten: Er sieht keinen Grund, irgendetwas gegen eine „Religionsvermischung“ zu unternehmen, denn „Abschottung“ ist ja nicht angesagt. foto-dcubillas-www_freimages_com_

Eine „Vermischung von Kulturen und Religionen“ geht bei Licht betrachtet sogar noch über die naiv-grüne Multikulti-Ideologie hinaus, denn diese glaubt blauäugig an ein friedliches Nebeneinander verschiedener Kulturen und Religionen innerhalb eines Landes. Es wird eine Koexistenz, aber kein Synkretismus, keine Vermischung der Religionen angestrebt.

Will der Bischof von Münster die offensichtlich gescheiterte Multikulti-Traumtänzerei noch toppen, indem er einer Religionsvermischung das Wort redet?!

Hätte er sich statt dieser weitgehend oberflächlichen bis irreführenden Zeitgeist-Predigt doch selber an jenes Dichterwort von Andreas Knapp gehalten, das er in seiner Predigt so wohlwollend zitierte:

»im gedroschenen stroh
des leeren geredes
kein körnchen wahrheit mehr
täglich wächst der hunger
dass ein wort geboren werde
nahrhaft wie ein weizenkorn«

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Siehe ergänzend unser Bericht über ein von Bischof Genn verfügtes Predigtverbot für einen islamkritischen Pfarrer, das er durch vatikanischen Beschluß zurücknehmen mußte: https://charismatismus.wordpress.com/2015/07/13/vatikan-hebt-predigtverbot-fuer-islamkritischen-pfarrer-paul-spaetling-auf/

HIER der volle Wortlaut der Bischofs-Predigt: https://www.kirche-und-leben.de/artikel/dokumentiert-die-predigt-von-bischof-felix-genn-zum-jahresschluss-2016/

Inzwischen gibt es auch auf kath.net eine lebhafte Leserdebatte: http://www.kath.net/news/58061


DHV ehrt deutschjüdischen Historiker Michael Wolffsohn als „Hochschullehrer des Jahres“

Der DHV (Deutsche Hochschulverband) wird den Münchner Historiker und deutschjüdischen Autor Prof. Dr. Michael Wolffsohn am 3. April 2017 als „Hochschullehrer des Jahres“ würdigen.Foto: http://www.wolffsohn.de/

„Herr Kollege Wolffsohn ist ein herausragender Wissenschaftler, Publizist und Querdenker, der den Beruf des Professors stets von seinem lateinischem Wortstamm ‚profiteri’ her, dem Verb für ‚bekennen’, verstanden hat“, erläuterte der Präsident des DHV, Professor Dr. Bernhard Kempen. 

„Wolffsohn findet klare Worte, auch wenn die Gefahr besteht, sich unbeliebt zu machen. Auf die kulturelle Diskussion in Deutschland übt er durch sein Auftreten in der Öffentlichkeit großen Einfluss aus.

Aber er ist nicht nur ein Mann der Worte, sondern auch ein Mann der Tat: In Berlin hat er unter hohem persönlichen finanziellen Risiko mit der Restaurierung der Gartenstadt Atlantic ein einzigartiges interkulturelles Wohnprojekt verwirklicht.“

Das denkmalgeschützte Ensemble aus 49 Häusern mit ca. 500 Wohn- und 25 Gewerbeeinheiten sowie rund 1.200 Mietern feierte in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen. Es fiel Wolffsohn in einem verwahrlosten Zustand als Familienerbe zu. Nachdem sein Großvater Karl die Gartenstadt mitbegründet und erbaut hatte, war er als jüdischer Eigentümer von den Nationalsozialisten enteignet worden.

Erst nach jahrelangem Rechtsstreit erhielt der Vater Max die Wohnanlage zugesprochen, ehe sie unter der Ägide von Professor Michael Wolffsohn und seiner Frau Rita aufwändig saniert werden konnte und wieder erblühte:

„Seit 2001 wird die Gartenstadt Atlantic von beiden als deutsch-türkisch/muslimisch-jüdisches Kultur-, Bildungs- und Integrationsprojekt mit allgemein zugänglichen gemeinnützigen Einrichtungen vorwiegend für Kinder und Jugendliche geführt.

Es ist inzwischen ein überregionales Vorzeigeprojekt für ein gelungenes Miteinander unterschiedlicher Kulturen und Religionen und führt damit das Vermächtnis von Wolffsohns Großvater Karl fort, attraktiven Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten anzubieten“, betonte Kempen.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird Herrn Professor Wolffsohn am 3. April 2017 im Rahmen der „Gala der Deutschen Wissenschaft“ in München verliehen.

In diesem Jahr 2016 ging der Preis an Professor Dr. Hans-Werner Sinn, em. Lehrstuhlinhaber für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der LMU München und ehem. Präsident des ifo Instituts, der den öffentlichen Diskurs in vielen volkswirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Fragen prägt und ein meinungsfreudiger Freigeist und unabhängiger Mahner jenseits des politischen Mainstreams ist.


Quelle: https://idw-online.de/de/news664366 – Foto: http://www.wolffsohn.de

Die frühe Bronzezeit in Deutschland und der Fürstengrabhügel „Bornhöck“ im Saalekreis

Gehörte das Grab einem Herrn der „Himmelsscheibe“?

In der frühen Bronzezeit lässt sich in Mitteldeutschland erstmals eine hierarchische Gesellschaftsstruktur fassen, die ihren Ausdruck in »normierten« Grabausstattungen findet. An der Spitze stehen sog. Fürsten, die sich über mehrere Jahrhunderte hinweg (vom 20. bis 17. Jh. v. Chr.) in riesigen Grabhügeln bestatten lassen – siehe hier z. B. den Grabhügel von Leubingen (Foto: Landesdenkmalamt Sachsen-Anhalt, Juraj Lipták). Der Grabhügel von Leubingen

Der größte dieser Fürstengrabhügel ist der »Bornhöck«, Gemeinde Raßnitz, Saalekreis, der seit 2014 vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt im Rahmen von Lehrgrabungen in Zusammenarbeit mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg untersucht wird.

Ziel der diesjährigen, insgesamt 6 Wochen dauernden Kampagne unter der Leitung von Torsten Schunke M. A. war es, die außergewöhnlich wichtigen Erkenntnisse der vergangenen Jahre zu überprüfen und weitere Hinweise zu Aufbau und Alter dieses Monumentes zu finden. Insbesondere galt das Forschungsinteresse der wechselvollen Geschichte des Grabhügels seit seiner Entstehung vor nahezu 4000 Jahren bis zu seiner Zerstörung in der zweiten Hälfte des 19. Jhs.

Der imposante Tumulus mit einem Durchmesser von ca. 65 m und einer Höhe von ca. 15 m in der Bronzezeit wies eine hölzerne Grabkammer auf und wurde frühestens im 19. Jh. v. Chr. errichtet. Er ist damit eindeutig jünger als das Begräbnis in dem bekannten »Fürstengrab« von Leubingen, Lkr. Sömmerda (1942 v. Chr.). Er könnte etwa zeitgleich oder etwas jünger sein als das ebenso bedeutende Fürstengrab von Helmsdorf, Lkr. Mansfeld-Südharz (1840 v. Chr.).

Obwohl die zentrale Grabkammer des »Bornhöck« bereits vor langer Zeit beraubt worden ist und daher erwartungsgemäß keine Goldfunde mehr zu Tage kamen, erhärten die Ergebnisse die Vermutung, dass im »Bornhöck« einer der »Herren der Himmelsscheibe« bestattet war.

(Infos über die „Himmelschreibe von Nebra“, der ältesten astronomischen Darstellung: http://www.lda-lsa.de/himmelsscheibe_von_nebra/)

So wurde zum einen etwa zur selben Zeit, als der Grabhügel vor 150 Jahren abgetragen wurde, in der Nähe ein angeblicher Hortfund mit zahlreichen Goldobjekten gefunden, die in Wirklichkeit wohl aus dem Grabhügel stammen und ursprünglich zur Grabausstattung des Fürsten gehört haben dürften. 03190

BILD: Die Himmelsscheibe von Nebra (Quelle: LDA Sachsen-Anhalt, Foto: Juraj Lipták)

Metallurgische Untersuchungen dieses Goldfundes bestätigen Übereinstimmungen mit diversen Goldobjekten aus den Fürstengräbern von Leubingen und Helmsdorf, bislang jedoch nicht mit den Auflagen auf der Himmelsscheibe von Nebra.

Gleichwohl ergibt sich aus dem schichtweisen Aufbau des »Bornhöcks«, dass hier möglicherweise mehrere Fürsten in einer Art dynastischer Folge bestattet worden waren. Dagegen lag in den älteren Hügeln von Leubingen und Helmsdorf jeweils nur eine Person. Danach scheint sich der »Bornhöck« als zentraler Bestattungsort einer Dynastie von Fürsten fest etabliert zu haben.

Der herausragende Fund dieses Jahres wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, ist aber ein weiteres Indiz für eine solche Interpretation, belegt er doch jenseits der herausragenden Gold- und Bronzefunde die enge Einbindung der Dieskauer Fürsten in ein überregionales Kommunikations- und Handelssystem. Es handelt sich um ein wegen seiner Form sog. Brotlaibidol, von denen bislang aus dem südlichen Sachsen-Anhalt und Thüringen nur drei mögliche, schlecht erhaltene Vergleichsstücke bekannt sind.

Auf der Oberseite dieses länglichen Tonobjektes sind Querstriche und kleine eingestempelte Kreise zu erkennen. Im 19. – 16. Jh. v. Chr., der Zeit der frühbronzezeitlichen Fürstengräber und der Himmelsscheibe von Nebra, tauchen im südlichen Mitteleuropa, v. a. in der Slowakei, Ungarn und Norditalien, sehr ähnliche viereckige bis ovale Tontäfelchen auf, die immer wiederkehrende »Verzierungen« aus Linien und Stempeleindrücken tragen.

Ihre wirkliche Funktion wird erst seit wenigen Jahren deutlich. Offensichtlich spielten diese Objekte im Fernhandel, möglicherweise von Metallen, eine Rolle.

Waren sie eine Art Frachtschein oder etwa Siegelstempel als Echtheitszertifikat? Sind auf ihnen vielleicht sogar Zahlen oder andere Informationen verschlüsselt, wie wir es aus derselben Zeit von den noch komplexeren Tontäfelchen der ersten europäischen Hochkultur, der minoischen Kultur auf Kreta (»Linear A«-Schrift), kennen?  Dort sind sie Zeichen eines hoch differenzierten Wirtschaftssystems und gleichbedeutend mit der Einführung der Bürokratie.

Der Fund zeigt, dass der im »Bornhöck« Bestattete mit den Eliten der Kulturen im südlichen Mitteleuropa in engem Kontakt stand. Waren und Informationen wurden über viele hundert Kilometer getauscht, ein einheitliches Zeichensystem wurde verstanden. Im Gegensatz zu den südlichen Regionen war ein solcher Kontakt allerdings nur wenigen Personen und ihrem Umfeld vorbehalten, wie die geringe Zahl an »Brotlaibidolen« nahelegt. Der Herrscher aus dem »Bornhöck« gehörte zu ihnen.

Die Untersuchungen werden voraussichtlich im nächsten Jahr fortgeführt.

Quelle: http://www.lda-lsa.de/aktuelles/meldung/datum/2016/08/24/eine_verschluesselte_botschaft_aus_der_fruehbronzezeit/


Schweiz/Bistum Chur: Bischof Huonder übt scharfe Kritik am Genderismus

Wort des Bischofs

GENDER  –  DIE TIEFE UNWAHRHEIT EINER THEORIE

Wort zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2013

Von Dr. Vitus Huonder, Bischof von Chur

Brüder und Schwestern im Herrn,

in meinem letztjährigen Wort zum Tag der Menschenrechte habe ich daran erinnert, dass die Menschenrechte ihren Grund in der Menschenwürde haben. Diese wiederum hängt mit der Schöpfungsordnung zusammen und ist gottgegeben. images

In diesem Jahr möchte ich diese Überlegungen konkretisieren und mich zur Ideologie des Genderismus, kurz Gender, äußern. Ich tue dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sich immer wieder Gläubige in dieser Sache an mich wenden. Sie sind beunruhigt durch die staatliche Vereinnahmung ihrer

Kinder zugunsten des Genderismus und durch die politische Infragestellung von Ehe und Familie.

Was bedeutet der Begriff Gender?

Der Begriff Gender leitet sich vom lateinischen Wort Genus ab, ein Begriff, der vor allem für das grammatische Geschlecht verwendet wird. Während der Begriff der Sexualität das biologische, von der Natur gegebene Geschlecht meint, soll der Begriff Gender das sogenannte soziale Geschlecht bezeichnen. Dieses sei vom biologischen Geschlecht unabhängig und bedeute, dass jeder Mensch sein

Geschlecht und seine sexuelle Orientierung frei wählen könne, ob er Mann oder Frau sein wolle, ob er hetero-, homo-, bi- oder transsexuell leben wolle.

Was ist das Ziel der Ideologie des Genderismus?

Das Ziel des Genderismus ist, dass jede „sexuelle Identität“ als gleichwertig akzeptiert wird. In diesem Sinn geschieht die konkrete gesellschaftliche Durchsetzung dieser Ideologie unter anderem durch das vermeintliche Recht gleichgeschlechtlicher Paare, zu heiraten und Kinder zu adoptieren, oder durch die (Homo-)Sexualisierung der Kinder in Kindergarten und Schule.

Wie ist der Genderismus zu beurteilen?

Vordergründig geht es im Genderismus um die Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen.

Die Unterdrückung der Frau zum Beispiel, wie sie in manchen Gesellschaften und Kulturen noch immer vorherrscht, wird zu Recht beklagt. Sie entspricht nicht der Ebenbürtigkeit von Mann und Frau, die in der Schöpfungsordnung grundgelegt ist und in der Heilsordnung entfaltet wird. Insofern hat der Genderismus etwas Bestechendes an sich. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Ideolgie aber um einen

Angriff auf Ehe und Familie als die tragenden Strukturen unserer Gesellschaft. Ungerechtigkeit im Verhältnis der Geschlechter kann durch die Leugnung der Geschlechterpolarität nicht behoben werden. Deshalb lehnt die Kirche die Ideologie des Genderismus ab. Dazu die folgenden Punkte:

Der Genderismus leugnet die Schöpfungsordnung

Die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau ist eine Vorgabe des Schöpfers. Darüber kann und darf der Mensch nicht verfügen. Der Schöpfungsbericht sagt, dass Gott den Menschen in seiner Bipolarität erschaffen hat: „Als Mann und Frau schuf er sie“ (Gen 1,27).

Er schließt mit der Feststellung, dass alles, das ganze Schöpfungswerk, sehr gut war, somit auch die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau (Vgl. Gen 1,31).

Der Genderismus leugnet die Vorgabe der Natur

Der Mensch existiert, so die Schöpfungsordnung, als Mann oder Frau. Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse sagen uns: Jede seiner Körperzellen ist entweder männlich oder weiblich. Dies ist eine klare Vorgabe seiner Existenz. Die unterschiedliche kulturelle Prägung als Mann oder Frau hebt diese Polarität nicht auf.

Der Genderismus ist wissenschaftlich unhaltbar

Obwohl sich der Genderismus wissenschaftlich gibt, halten seine Grundlagen der Wissenschaft nicht stand. Viele ausgewiesene Forscher widersprechen den Ergebnissen der „Gender-Studies“. Dass es psychische und physische Störungen der Geschlechtsidentität gibt, hebt die grundsätzliche Verschiedenheit von Mann und Frau nicht auf.

Der Genderismus zerstört Ehe und Familie

Darauf wurde bereits hingewiesen. Die Ehe beruht auf der gegenseitigen Ergänzung von Mann und Frau. Ehe und Familie sind die Grundeinheit der Gesellschaft (vgl. die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948). Sie sind die Bedingung für den Erhalt der Gesellschaft und ihre kulturelle

Entfaltung. Sie setzen die verbindliche und dauerhafte Einheit von Mann und Frau voraus. Der Genderismus betrachtet jede sexuelle Praxis (lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell) als gleichwertig mit der Heterosexualität. Alle Lebensformen sollen zur „Ehe“ und damit zu künstlichen Reproduktionsmethoden und zur Kinderadoption berechtigen.

Dem Menschen wird auf diese Weise die moralische Orientierung für den rechten Gebrauch seiner Freiheit genommen, der ihn zur Elternschaft befähigt, zur Aufgabe einer Mutter oder eines Vaters.

Der Genderismus schadet der Frau

Wie bereits angedeutet, kann die Geringachtung der Frau nicht durch das Verwischen der natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau überwunden werden, auch nicht durch ein Streben der Frau nach Gleichheit mit dem Mann.

Die Frau muss besonders auch in ihrer lebenserhaltenden Aufgabe der Mutterschaft von der Gesellschaft geachtet werden. Ihre Leistung darf nicht nur an ihrem beruflichen Einsatz gemessen werden. Sie muss vielmehr für ihr Muttersein anerkannt werden, zum Beispiel im Steuer- und Rentenrecht.

Der Genderismus schadet dem Mann

Im Machtkampf gegen den Mann stigmatisiert der feministische Genderismus den Mann als „Täter“ und verklärt die Frau als „Opfer“. Dieser klischeehafte Dualismus entspricht nicht der Realität und beschädigt die Identität des Mannes sowie dessen Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Der Genderismus schadet dem Kind

Das Kind muss sich in der stabilen Ehe seiner (biologischen) Eltern entfalten können. Die Zerstörung von Ehe und Familie durch den Genderismus führt bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger zu psychischen Störungen.

Man schafft staatliche Ersatzstrukturen, die Kindern und Jugendlichen aber niemals die gleiche Liebe und Geborgenheit geben können, wie dies in der Familie der Fall ist. Die Auslieferung von Kindern an gleichgeschlechtliche Paare beraubt sie der Grundlage einer gesunden psychischen Entwicklung.

Eine unmoralische sexuelle Aufklärung zerstört in den Heranwachsenden jedes Feingefühl.

Der Genderismus nimmt totalitäre Züge an

Mit großer Sorge sieht die Kirche, dass in öffentlichen Diskussionen und in den Medien mehr und mehr nur noch die Argumente des Genderismus toleriert werden. Wer anders denkt, wird gesellschaftlich ausgegrenzt und muss mit juristischen Sanktionen rechnen. Auf diese Weise werden die Grundrechte des Menschen bezüglich Religion und freier Meinungsäußerung zunehmend beschnitten.

Der Genderismus verdunkelt den göttlichen Sinn der Liebe zwischen Mann und Frau

Das Verhältnis Gottes zum Menschen, von Jesus Christus zur Kirche, wird in der Heiligen Schrift in der Sprache der ehelichen Liebe beschrieben. Gott liebt sein Volk wie der Bräutigam seine Braut. Jesus Christus ist seiner Braut, der Kirche, in treuer Liebe hingegeben bis zum Tod am Kreuz.

Die Braut erwartet voll Sehnsucht ihren Bräutigam. In der lebendigen Beziehung zu Christus und der Kirche können die Rivalität, die Feindschaft und die Gewalt, welche die Beziehung von Mann und Frau belasten und entstellen, überwunden werden. Diese Sicht des Glaubens wird durch den Genderismus verdunkelt.

Die Quintessenz75743_14122011

Papst Benedikt XVI. sagte in seiner Ansprache vor dem Kardinalskollegium und der Kurie am 21. Dezember 2012 zum Genderismus: 

„Die tiefe Unwahrheit dieser Theorie und der in ihr liegenden anthropologischen Revolution ist offenkundig … Wo die Freiheit des Machens zur Freiheit des Sich-selbst-Machens wird, wird notwendigerweise der Schöpfer selbst geleugnet und damit am Ende auch der Mensch als göttliche Schöpfung, als Ebenbild Gottes im Eigentlichen seines Seins entwürdigt.

Im Kampf um die Familie geht es um den Menschen selbst. Und es wird sichtbar, dass dort, wo Gott geleugnet wird, auch die Würde des Menschen sich auflöst. Wer Gott verteidigt, verteidigt den Menschen.“

Ich ermutige alle Gläubigen, ihre gesellschaftlichen und politischen Rechte und Pflichten wahrzunehmen, damit die in der Schöpfungs- und Erlösungsordnung grundgelegte Würde des Menschen auch in der rechtlichen Ordnung unseres Gemeinwesens weiterhin und umfassend zum Ausdruck kommt.

Für jeden diesbezüglichen Einsatz danke ich herzlich.

Ich empfehle alle und alles der Mater divinae gratiae, der Mutter der göttlichen Gnade, und erteile allen meinen bischöflichen Segen

+ Vitus, Bischof von Chur

Quelle: http://www.bistum-chur.ch/Wort_des_Bischofs_VIII_2013.pdf


Rostock: 170 Schüler lernen Israel in seinen zahlreichen Facetten kennen

Ein Meer mit Sandstrand bietet Rostock genauso wie die israelische Hafenstadt Tel Aviv. An den Temperaturen müsste noch etwas gearbeitet werden…

Trotzdem kamen am vergangenen Montag gut 170 Schüler aus ganz Mecklenburg-Vorpommern in die Hansestadt, um einen Tag lang „Israel-Luft“ zu schnuppern.

Unter dem Motto „Israel – anders kennen lernen“ wurde unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Erwin Sellering in Seminaren und einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion Israel in seinen unterschiedlichen Facetten aufgezeigt.

Begrüßt wurden die Schüler vom Rektor der Universität Rostock, Prof. Dr. med. Wolfgang Schareck, sowie der Präsidentin des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern, Sylvia Bretschneider.

„Nutzen Sie die Gelegenheit, ihr Bild von Israel an diesem Tag zu erweitern und sich anderen Kulturen zu öffnen“, sagte die Landtagspräsidentin während ihrer Begrüßung.

In den nachfolgenden Seminarblöcken beschäftigten sich die Jungen und Mädchen mit den Themen Jugendkultur, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Religionen in Israel sowie mit den Erlebnissen einer jungen deutschen Freiwilligen in Israel.

Podium mit dem israelischen Botschafter 
 
Höhepunkt des Tages war eine Podiumsdiskussion zwischen Botschafter Yakov Hadas-Handelsman, der Justizministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Uta-Maria Kuder, sowie Elisa Skiba, Schülerin am Friedrich-Franz-Gymnasium in Parchim.

FOTO: Podium mit Elisa Pauline Skiba, Justizministerin Kuder und Botschafter Hadas-Handelsman (von rechts nach links).

Der Botschafter unterstützte die Idee von mehr Begegnungen: „Es gibt schon eine gute Zusammenarbeit zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Israel und meiner Meinung nach schlummert hier ein riesiges Potenzial.“   –   Dies gilt es nun auszubauen, was die Justizministerin unterstützt: „Vor allem bei Schulpartnerschaften“.

Der Projekttag wurde von der Staatskanzlei des Landes Mecklenburg-Vorpommern, dem Bildungsministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern, dem Zentrum für deutsch-israelische Projekte Neustrelitz sowie der Botschaft des Staates Israel organisiert.

Quelle: Israelische Botschaft

PS: Die Botschaft führt seit 2006 regelmäßig Projekttage „Israel – anders kennen lernen“ auf Bundeslandebene durch. Weitere Infos finden Sie hier: http://bit.ly/IsraeltageSite
 


Werte und Gefühle aus zwei Kulturen: Jugendliche aus Deutschland und Israel per Filmprojekt im Dialog

Liebe, Freundschaft, Angst, Zukunftsvorstellungen  – das sind Begriffe, die junge Leute weltweit mit ähnlicher Intensität beschäftigen. Die interessante Frage dabei ist: In welchen Punkten gleicht oder unterscheidet sich diese Auseinandersetzung in verschiedenen Ländern, Religionen, Kulturen?

Eine filmische Antwort auf diese Frage suchen die Kinder- und Jugend-Aliyah und das Deutsche Filminstitut in Frankfurt im gemeinsamen Projekt „Gefühle und Werte aus zwei Kulturen: Israelische und deutsche Jugendliche im filmischen Dialog“.

Je zwölf Jugendliche aus einem von der Aliyah betriebenen Jugenddorf in Israel und aus Frankfurt nehmen von 7. bis 14. April 2013 an dem Modell-Projekt teil.

Unter Anleitung des Regisseurs Jack Rath drehen je sechs von ihnen in gemischten Gruppen aus beiden Ländern einen Kurzfilm zum weit gefassten Thema „Zwischenmenschliche Werte“. Die Ergebnisse werden zu einem vierteiligen Episodenfilm zusammengefaßt, der am 14. April im Kino des Frankfurter Filmmuseums (siehe Foto) präsentiert wird.

„Die Idee ist, dass sich die einzelnen Kleingruppen auf einen Begriff einigen, den sie filmisch darstellen wollen, etwa ‚Liebe‘, ‚Freundschaft‘ oder ‚Angst‘“, erläutert Pava Raibstein, Geschäftsführerin der Kinder- und Jugend-Aliya. „Was verbindet uns? Was trennt uns? Welche Spannungsfelder gibt es innerhalb der jeweiligen oder auch zwischen den Gesellschaften? Um diese Fragen soll es in den Filmen gehen.“

Die 15- bis 16-jährigen Elftfklässler aus Israel beschäftigen sich bereits seit einigen Wochen in einer AG intensiv mit dem Thema Film. Die israelischen Schüler leben in einem von 125 Jugenddörfern, die die Aliya in Israel für sozial benachteiligte Jugendliche betreibt. Die deutschen Schüler besuchen die multikulturell geprägte Max-Beckmann-Schule in Frankfurt.

Sechs Tage sind für Filmaufnahmen, Vorbereitung und Schnitt vorgesehen. Daneben stehen Austausch und Begegnung im Zentrum der Projektwoche, die mit Yom ha-Shoah beginnt und Programmpunkte wie den Besuch des alten Jüdischen Friedhofs und einer Synagoge, ein gemeinsames Schabbatessen und eine Stadtrallye vorsieht.

Quelle: Deutsches Filminstitut Frankfurt  –  Foto: Deutsches Filmmuseum