IGFM-Appell an Papst: Irak-Reise für Einsatz pro religiöse Gleichberechtigung nutzen

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) dankt dem Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Franziskus, für seinen mutigen Entschluss zur Irak-Reise am Freitag dieser Woche trotz Ansteckungs- und Terrorgefahr.

Zugleich appelliert die Menschenrechtsorganisation an Papst Franziskus diese Gelegenheit zu nutzen, um mit deutlichen Worten für die volle Gleichberechtigung aller religiösen Strömungen im Irak einzutreten.

Die aktuelle Sicherheitslage im Irak ist sehr fragil, insbesondere für alle religiösen Minderheiten, wie Christen, Juden, Jesiden und schiitische Muslime, die in der Autonomen Region Kurdistan oder im Gebiet der ursprünglich geplanten Autonomieregion in der Ninive-Ebene leben.

Prof. Thomas Schirrmacher, Internationaler Präsident der IGFM erklärt dazu:

„Das in den Jahren 2006 und 2007 geplante autonome Gebiet „Ninive-Plains-Project“, sah eine Selbstverwaltung durch die christliche und jesidische Minderheit vor und scheiterte in der Umsetzung. Weder die Kräfte der irakischen Zentralregierung noch die der kurdischen Autonomieregion waren imstande, Christen, Jesiden und Schiiten vor der Terrormiliz IS zu schützen.

Es droht aktuell der Exodus von ca. 150.000 bis 250.000 verbliebenen Christen. Die volle Gleichberechtigung aller Religionsgemeinschaften ist die Basis für friedliche Entwicklung. Dies sollte Papst Franziskus in Bagdad und Erbil thematisieren!“

Dr. Schirrmacher begrüßt, dass der Papst mit dem Programm die kurdische Regierung stärkt. Inzwischen schreitet in der kurdischen Region die Religionsfreiheit stark voran.

BILD: IGFM-Referentin Michaela Koller mit dem jesidischen Geistlichen Baba Chawish im Nordirak.

Die Minderheiten sehen die Region als Zufluchtsort im Irak. Schirrmacher kritisiert aber auch, dass im Irak bis heute keine Aufarbeitung über die Ursachen des IS-Terrors stattfinde. So seien zwar die IS-Gebiete weitgehend unter Kontrolle der Regierung, aber von einem Sieg gegen den Islamismus könne keine Rede sein. Christen, Mandäer, Jesiden und Juden seien lange bevor der IS aufkam, aus dem historischen Gedächtnis ausradiert worden. In den Schulen werden die vier Minderheiten verschwiegen. Intellektuelle und physische Auslöschung folgen aufeinander.

Eine weitere massive Gefahr ist der von Strafe bedrohte Glaubenswechsel und die Religionszugehörigkeit Minderjähriger, diese ist im Zweifel immer islamisch: Während der Schreckensherrschaft zwischen den Jahren 2014 und 2017 betrieben die Islamisten einen systematischen Menschenhandel mit jesidischen Frauen und Mädchen.

Mit der militärischen Niederlage im Dezember 2017 konnten viele jesidische Frauen und Mädchen aus der IS-Gefangenschaft fliehen oder wurden freigekauft. Viele Kinder aus diesen Verbindungen leben jedoch weiterhin in den Familien der Islamisten oder in kurdischen Kinderheimen.

Laut irakischem Recht ist ein Kind eines muslimischen Elternteils von Geburt an ebenfalls muslimisch, das Sorgerecht für das Kind steht dem Vater zu, das gilt auch für Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat. Unter dem Deckmantel des irakischen Rechts können die Gewaltverbrecher ihre Vernichtungsideologie an den Jesiden fortführen, was eine Sekundärfolge des Genozids darstellt, so die IGFM.

Weitere Infos: https://www.igfm.de/so-hilft-die-igfm-fluechtlingen-im-nordirak/


Israel: Nein zur PKK, Ja zu Kurdistan

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu hat sich auf Twitter zur Lage der Kurden geäußert und dabei seine Ablehnung der kommunistisch-kurdischen PKK erklärt. Zugleich bejaht er einen kurdischen Staat:

„Israel lehnt die PKK ab und betrachte sie als Terrororganisation – das unterscheidet es von der Türkei, die die Terrororganisation Hamas unterstützt. Israel lehnt Terrorismus jeglicher Art ab, es unterstützt jedoch die legitimen Bemühungen des kurdischen Volkes, einen eigenen Staat zu erlangen.“


Kurdenführer Barzani wirbt bei Christen für ein unabhängiges Kurdistan im Irak

Mit folgenden Worten wandte sich der Präsident der autonomen Provinz Kurdistan, Masud Barzani, am 6. August 2017 an die einheimischen Christen im Nordirak:

„Da sich Kurdistan auf dem Weg zur Unabhängigkeit befindet, werden die Erfordernisse und die Rechte unserer christlichen Brüder und Schwestern in Kurdistan auf allen Ebenen geschützt, wodurch das harmonische Zusammenleben in Kurdistan konsolidiert werden wird”. 

Barzani versucht sich damit die Unterstützung der Christen bei der Proklamation der Unabhängigkeit Kurdistans zu sichern. Diese autonome Provinz will die Einwohner der Region am 25. September hierüber abstimmen lassen.

Der Anlass, bei dem Barzani sich mit seinen Zusagen an die Christen wandte, ist folgender:

In diesen Tagen wird an die Massenmorde erinnert, die Soldaten des damaligen irakischen Reichs 1933 an chaldäischen, armenischen und assyrischen Christen verübten, wobei man ihnen separatistische Absichten vorwarf.

In seiner Botschaft an die Christen vergleicht Barzani diese Massaker in gewisser Weise mit der jüngsten Gewalt der Kämpfer des Islamischen Staates (IS) gegen die Einwohner der Region: „Das einzige Gegenmittel gegen all unseren Schmerz, und die einzige Garantie, dass solche Katastrophen sich nicht wiederholen, ist der Weg zur Unabhängigkeit“.

Der Kurdenführer schreibt weiter: “Anlässlich des 84. Jahrestages dieser Katastrophe, die mit dem dritten Jahrestag des brutalen Angriffs des IS auf unsere christlichen Brüder und Schwestern und andere Gemeinden in der Ninive-Ebene zusammenfällt, wiederhole ich, dass die Christen und alle anderen Gemeinschaften in Kurdistan in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft den Schmerz und gute Zeiten miteinander teilen und dasselbe Schicksal haben”.

Quelle: Fidesdienst


Irak: Kurdistan zahlt Gehälter an geflüchtete christliche Familien

Die Regierung der Autonomen Provinz Kurdistan verpflichtet sich bis Ende 2016 zur Zahlung der Gehälter an christliche Beamte und Mitarbeiter öffentlicher Institutionen, die in Mosul, der Ninive-Ebene und anderen, vom Islamischen Staat (IS) besetzten Gebieten arbeiteten und nun nach der Flucht in Erbil in der Autonomen Provinz im Nordirak leben.

Wie einheimische Beobachter berichten, wurde der Beschluss der Zahlung von Gehältern an irakische Beamte, die vor den Dschihadisten fliehen mussten, bereits im März vom Ministerrat der Provinz getroffen. Damit will man Tausenden von christlichen Familien helfen, die nach einer möglichen Rückeroberung der Gebiete auf eine Rückkehr in die eigenen Dörfer und Städte hoffen.


Frankfurt: IGFM verteilt 1000 deutsche Weihnachtspakete an Flüchtlinge im Nordirak

Deutsche Helfer feiern Weihnachten mit 700 Christen

Im November starteten die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und das Menschenrechtszentrum Cottbus (MRZ) die Hilfsaktion „Wir schenken ein Weihnachtsfest – und eintausend Pakete“ zugunsten der im nordirakischen Lager Dawdye lebenden Flüchtlinge. P1020947 - Kopie

Im Lager Dawdye im Nordosten der Millionenstadt Dohuk in den Bergen Kurdistans sind zurzeit 785 Familien, insgesamt über 4600 Jesiden, Christen und einige muslimische Turkmenen untergebracht. Sie leben in 900 Metallcontainern, die zwar den harten Witterungsverhältnissen angepasst sind, doch die Versorgungslage ist nach wie vor sehr schlecht.

Nach der Rückkehr von einem Hilfseinsatz in Irakisch-Kurdistan Ende Oktober 2015 beschlossen die zwei Menschenrechtsorganisationen, anlässlich des Weihnachtsfestes den Flüchtlingen in Dawdye zu helfen und ihnen zu zeigen, dass Menschen in Deutschland an sie denken. Jede Familie in dem Flüchtlingslager Dawdye erhält ein Weihnachtspaket. Die restlichen Pakete werden an Flüchtlingsfamilien verteilt, die in wilden Lagern, wie z.B. auf Baustellen oder unter Brücken in der nahen Umgebung leben. Fokus-menschenrechte-IGFM_2_02

Eine achtköpfige Reisegruppe von IGFM-Mitgliedern aus verschiedenen Teilen Deutschlands wird unter der Leitung von Sylvia Wähling die Weihnachtstage in Dohuk und Dawdye verbringen und die Verteilung der Pakete vornehmen. Sie ist Vorstandsmitglied der IGFM und geschäftsführende Vorsitzende des Menschenrechtszentrums Cottbus.

In nur vier Tagen wurden 1.000 identische, jeweils rund 13 kg schwere Pakete mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, einigen Kleidungsstücken und einem Christstollen als Weihnachtsgruß, bei der IGFM in Frankfurt am Main von ehrenamtlichen Helfern gepackt. Dank eines großzügigen Sponsors werden die Pakete nach Erbil in den Nordirak geflogen.

Am 23. Dezember werden die Weihnachtspakete am Flughafen von Erbil von der kurdischen Peschmerga übernommen und in das 240 km entfernte Flüchtlingslager transportiert, wo sie von den IGFM-Mitgliedern aus Deutschland an die dort lebenden Jesiden, Christen und Muslime verteilt werden.

Dass die Peschmerga sich bereit erklärt haben, die Spedition der Weihnachtspakete zu übernehmen, ist für die IGFM eine frohe Weihnachtsbotschaft, dass eine Zusammenarbeit über die Religionsgrenzen hinweg weiterhin möglich ist. „Im Iran und Pakistan müssen Christen und besonders Konvertiten um ihr Leben fürchten, aber nicht im benachbarten irakischen Kurdistan, wo der 25. Dezember sogar ein offizieller Feiertag ist“, erklärt Sylvia Wähling.

Gemeinsam mit den ca. 700 Christen des Lagers und des Dorfes Dawdye wird die Gruppe aus Deutschland am 27. Dezember an einem Gottesdienst in der katholischen Kirche des Dorfes teilnehmen und anschließend zu einer Weihnachtsfeier mit Essen und Musik entsprechend den kulturellen Traditionen der Kurden einladen. Auch dies soll das Leben der Flüchtlinge für einige Stunden verschönern und ihnen zeigen, dass sie nicht in Vergessenheit geraten.

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Borsigallee 9 in 60388 Frankfurt a. Main
Tel.: 069-420108-0, Fax: 069-420108-33, info@igfm.de, www.menschenrechte.de


IRAK: Chaldäisch-kath. Bischöfe fordern gemeinsames Vorgehen gegen ISlamisten

Die irakische Zentralregierung und die Regierung der Autonomen Region Kurdistan müssen “die notwendigen Fonds für die von den Dschihadisten vertriebenen Familien bereitstellen”. Nachrichten_Kopfbalken_1 - Kopie

Außerdem sollen nationale und internationale Kräfte gemeinsam für die Befreiung der besetzten Gebiete kämpfen und Maßnahmen zum Schutz der Christen und aller Iraker ergreifen, damit sie “in die Heimat zurückkehren und dort ein sicheres und würdiges Leben führen können“.

Dies fordert die außerordentliche katholische Bischofssynode, zu welcher der chaldäische Patriarch Louis Raphael seine Bischöfe am 7. Februar in das Patriarchat in Bagdad eingeladen hat.

Im Rahmen der Arbeiten bekräftigten die chaldäischen Bischöfe auch die Unterstützung des Projekts über die Schaffung einer “chaldäischen Liga”. Die beiden Weihbischöfe von Bagdad, Shlemoun Wardouni und Basilius Yaldo wurden mit der Vorbereitung einer Gründungskonferenz für die Schaffung einer solchen Liga beauftragt.

Quelle: Fidesdienst