Kardinal Müllers Klarstellung zur Überbetonung der „Barmherzigkeit“ Gottes

Gottes Barmherzigkeit gibt uns Kraft zur Erfüllung seiner Gebote

Kurien-Kardinal Gerhard Müller, der frühere Oberhirte von Regensburg, hat bereits im Herbst 2013 in der Zeitung „Die Tagespost“ deutlich erklärt, daß man Gottes Barmherzigkeit keineswegs gegen seine Gebote ausspielen kann und darf, wie dies in der heutigen Zeit (bis hinauf zu Papst Franzikus) leider bisweilen der Fall ist. AL-0004

Gottes Gnade gründet auf seiner Heiligkeit und Gerechtigkeit  – und hebt diese Wesenseigenschaften Gottes nicht etwa auf. 

Die Klarstellung des Präfekten der Glaubenskongregation (siehe Foto) wurde am 23. Oktober 2013 von der amtlichen Vatikanzeitung Osservatore Romano übernommen. In dem Grundsatzartikel Müllers heißt es u.a.:

„Die ganze sakramentale Ordnung ist ein Werk göttlicher Barmherzigkeit und kann nicht mit Berufung auf dieselbe aufgehoben werden. Durch die sachlich falsche Berufung auf die Barmherzigkeit besteht zudem die Gefahr einer Banalisierung des Gottesbildes, wonach Gott nichts anderes vermag, als zu verzeihen. Zum Geheimnis Gottes gehören neben der Barmherzigkeit auch seine Heiligkeit und Gerechtigkeit.

Wenn man diese Eigenschaften Gottes unterschlägt und die Sünde nicht ernst nimmt, kann man den Menschen letztlich auch nicht seine Barmherzigkeit vermitteln.

Jesus begegnete der Ehebrecherin mit großem Erbarmen, sagte ihr aber auch: ‚Geh und sündige von jetzt an nicht mehr‘ (Joh 8,11). Die Barmherzigkeit Gottes ist keine Dispens von den Geboten Gottes und den Weisungen der Kirche. Sie verleiht vielmehr die Kraft der Gnade zu ihrer Erfüllung, zum Wiederaufstehen nach dem Fall und zu einem Leben in Vollkommenheit nach dem Bild des himmlischen Vaters.“

Foto: Bistum Regensburg


Kardinal Müller und Erzbischof Gänswein stellen sich weiter vor Limburger Bischof

Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller, hat sich erneut gegen jene Medienkampagne gewandt, mit der Bischof Tebartz-van Elst im Vorjahr monatelang konfrontiert war. Müller

Laut einem heutigen Bericht von WELT-online sagte Kardinal Müller der ARD in Rom, dem Limburger Oberhirten sei nichts an Verfehlungen nachzuweisen, was das Bischofsamt unmöglich machen würde.

Die Entscheidung werde unabhängig von der Stimmungslage in Deutschland fallen, betonte der Glaubenspräfekt. Weder Papst Franziskus noch die Bischofskongregation ließen sich durch Druckausübung vereinnahmen.

Der Leiter des Päpstlichen Hauses und Privatsekretär von Benedikt XVI., Erzbischof Georg Gänswein, erklärte etwa zeitgleich, dem 54-jährigen Limburger Bischof sei viel Unrecht geschehen: „Und da muss man auch den Mut haben, sich dagegenzustellen und zu sagen: Das hat dieser Mann nicht verdient.“

Foto: Bistum Limburg