Kardinal Burke: Mediziner sind dazu berufen, Zeugnis für das Leben zu geben

Von Dr. med. Edith Breburda

Kardinal Raymond Burke, der die Festrede für die alljährliche „Weisse Messe” am 19. Oktober 2019 hielt, war den katholischen Ärzten der US-amerikanischen Diözese in Phoenix schon immer sehr dankbar für ihre klare moralische Haltung.

Der Kurienkardinal, der zusammen mit Bischof Thomas Olmsted an der Päpstlichen Thomas-Universitätin Rom studierte, ermutigte bereits in seiner Predigt in der Kapelle des ‚Headquarters’ des Bistums, sich nicht entmutigen zu lassen, sondern weiter treu zur katholischen Lehre zu stehen.

In der heutigen Zeit sehen wir eine Perversion ethischer Prinzipien, erklärte er weiter. Diejenigen, die dennoch an ihnen festhalten, werden oft als Extremisten angesehen und erleiden ein „weißes“ Martyrium (ohne Blutvergießen)  – nicht zuletzt, weil sie den ideologischen Grundlagen eines moralischen Relativismus, dessen Ziel es ist egoistische Wünsche zu erfüllen, im Wege stehen.

„Bereits Papst Benedikt“, sagte Kardinal Burke, „kritisierte beim Weihnachtsempfang für das Kardinalskollegium im Jahre 2010 die heute gängige Ansicht: “Das in sich Böse gebe es so wenig wie das in sich Gute.“ Angeblich existiere nur ein „besser als“ und „schlechter als“. Nichts sei in sich gut oder schlecht.

Alles hänge von den Umständen und von der Zwecksetzung ab. Je nach den Zwecken und Umständen könne alles gut oder auch schlecht sein. Moral wird somit durch ein Kalkül der Folgen ersetzt und hört damit auf, als solche zu bestehen.”

Eine Ethik, so erläuterte Kardinal Burke, die sich irrtümlich allein auf den individuellen Zweck des menschlichen Handelns beschränkt, sei verwirrrend und könnte den Zusammenbruch der katholischen Moraltheologie heraufbeschwören.

Katholische Mediziner sollten niemals vergessen, welchen Einfluss ihr Vorbild auf ihre Kollegen ausübt, wenn sie eine medizinische Ethik aufrechterhalten, die dem menschlichen Leben Respekt zollt. So wie die ersten Jünger Jesu leben wir in einer Zeit des Heidentums.

Unsere Welt hat sich von Gott als unserem Schöpfer verabschiedet. Die uns von ihm in unser Herz geschriebenen Gesetze werden nicht mehr wahrgenommen.

Deshalb ist eine Neuevangelisierung unabdingbar. Wenn wir unser Leben in Jesus Christus ausrichten und in der Wahrheit seiner Kirche leben, ist es leicht, den Irrtümern entgegenzutreten, die zu den vielen schwerwiegenden moralischen Übeln unsere Zeit führen.

Ein Leben, das im Einklang mit der Wahrheit steht, macht uns nicht nur frei, sondern auch glücklich und gibt denen, die den großen Übeln verfallen sind, einen sittlichen Halt und eine neue Perspektive.

Himmel und Erde trafen in Jesus Christus, Gottes menschgewordenem Sohn zusammen, um die Dunkelheit des Irrtums und der Sünde zu zerstören und unsere Seelen mit Licht, Wahrheit, Schönheit und Güte zu füllen.

„Wenn wir mit Christus verbunden sind, können wir unseren Brüdern und Schwestern, die unter den Irrtümern eines moralischen Relativismus in die Verzweiflung getrieben wurden, eine neue Hoffnung und Richtung geben, nach der sie sich sehnen und suchen,“ sagte Kardial Burke in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Speisesaal des Diözesanzentrums Downtown in der Halbwüsten-Metropole Phoenix.

Es bedarf einen gläubigen Menschen, damit er die in der Schöpfung vorhandenen Naturgesetze erkennt, so der Würdenträger weiter.

Gottes menschgewordener Sohn zeigt uns die Schönheit des Lebens auf. Durch Christus sehen wir auch den Sinn des Leidens als einer Teilnahme an seinem Kreuzweg.

Wir können uns nicht selbst erlösen. Unser Heil hängt auch nicht von einer magischen Formel ab, sondern besteht in der Alltagsheiligung, die sich an Jesus Christus ausrichtet, und in einer täglichen Hinkehr zu IHM besteht.

Seit unserer Taufe sind wir zur Heiligung berufen, indem wir uns der Anforderung stellen, die hohen Standards eines dennoch gewöhnlichen christlichen Lebens zu erfüllen. Eine nur mittelmäßige und minimalistische Einhaltung sittlicher Prinzipien hat darin keinen Platz.

Unsere Heiligung baut auf der Wahrheit auf und dazu gehört der Respekt vor dem menschlichen Leben und eine soziale Gerechtigkeit. Die Attacken auf ein unschuldiges Leben, das uns im Mutterleib schutzlos ausgeliefert ist, haben ihren Ursprung darin, dass wir den Respekt vor der Integrität von Ehe und Familie verloren haben.

So entstand eine falsche Sichtweise der menschlichen Sexualität, welche durch chemische oder mechanische Intervention die Entstehung eines neuen menschlichen Lebens unterbindet. Menschliche Sexualität wird nicht mehr als ein Geschenk Gottes angesehen, mit dem wir an seiner Schöpfung teilhaben.

Der Kardinal sage zudem:

„Das „Einswerden“ und die Selbsthingabe an den Ehegatten ist durch künstliche Verhütung missbraucht worden. Anstatt offen für neues Leben zu sein, wird dieses verhindert. Der sexuelle Akt dient vielfach nur noch der persönlichen Befriedigung. Diese Manipulation trägt letztendlich zur Zerstörung der Familien bei und schadet unserer ganzen Gesellschaft.

Diese Kontrazeption fürchtet das Leben, und wendet sich vom Schöpfungsauftrag Gottes ab. Bereits Papst Benedikt schrieb, dass Sexualität nicht  lediglich als Entertainment oder Vergnügen ausgelebt werden soll. Die  Sexualaufklärung in den Schulen besteht oft darin, Kindern technische Anweisungen zu geben mit dem einzigen Ziel, Sexualkrankheiten abzuwenden, oder die Entstehung eines neuen Menschen mit allen Mitteln zu verhindern.“

Der Redner deutete besonders auf die verheerenden Folgen der Multi-Billion-Dollar-Industrie der Pornographie hin.

Deshalb sei es unabdingbar, späteren Generationen bewusst zu machen, dass die Institution von Ehe und Familie den tiefsten Bedürfnissen und vor allem der Würde des Menschen entspricht.

Um Zeugnis für diese Wahrheit geben zu können, müssen wir im Glauben verankert sein. Dies erlangen wir durch das täglich Gebet und ein ‚Studium‘ des katholischen Katechismus. Dadurch formen wir unser Gewissen und handeln nach dem Willen Gottes.

Das Gewissen ist eine Botschaft Gottes, die uns im Verborgenen lehrt, leitet und zu uns spricht. Viele berufen sich aber fälschlicherweise auf ihr Gewissen und rechtfertigen damit sündhaftes Verhalten.

Für Kardinal Newman ist ein geschultes Gewissen nicht nur notwendig, um die Wahrheit zu erkennen, sondern es verpflichtet uns auch, ihm zu flogen. Es offenbart sich jedem, der nach ihm mit einem offenen Herzen sucht und lässt ihn erkennen, was gut und richtig ist. So kann es niemals zu einer Diskrepanz zwischen Glauben und Wahrheit kommen. 

Weiterhin verdeutlichte Kardinal Burke, dass die Natur der menschlichen Person aus der Einheit von Körper und Seele besteht. Alle unsere Freuden und unser Leid werden geistig und körperlich empfunden. Menschliches Leid nimmt immer eine physikalische und spirituelle Dimension an.

Der hl. Papst Johannes Paul II. war von Jugend an durch Leiden geprägt. Später verfasste er als Papst das Apostolische Schreiben Salvifici Doloris über das Geheimnis des Leidens als ein Mittel, das für die Heiligung der Welt einen unermesslichen Werte hat.

Menschliches Leiden ist eine Einladung, tiefer an der göttlichen Liebe teilzuhaben. 

In der Fastenzeit 2005 schrieb Papst Johannes Paul II. über das große Geschenk des Leidens. Wenn wir es verständen, würden wir uns anders gegenüber unseren kranken Brüdern und Schwestern verhalten. Wir würden ihnen beistehen, in ihnen das Antlitz Jesu Christi sehen und ihnen helfen, sich mit dem Leiden Christi zu vereinigen.

Bereits zu Beginn seiner Rede erwähnte Kardinal Burke die großen Übel unserer Zeit, „in der es sogar legitim erscheint, das Leben selbst zu manipulieren und damit Agenten des Todes zu werden. Zu oft wird der Entschluss einer Mutter damit gerechtfertigt, dass sie frei wählen könne, ob sie ihr Kind austragen will.“ 

Der Oberhirte sprach von einer künstlichen Generation, in welcher Menschen während ihrer embryonalen Entwicklung zerstört werden, damit man Unfruchtbarkeit therapieren kann bzw. Krankheiten heilen. Unter sie zählt nicht zuletzt die sog. „mercy-killing“ (Euthanasie), wenn die Lebensqualität von Schwerkranken oder Behinderten beeinträchtigt ist.

Unsere Zeit definiert Ehe und Familie neu, um eine gleichgeschlechtliche Verbindung zu rechtfertigen. Dazu kommt die sogenannte Gender-Theorie, welche im Namen der Toleranz erlaubt sei. Man redet von alternativen Formen der menschlichen Sexualität, ganz so, als ob die von unserem Schöpfer und Erlöser beabsichtigte Form der Sexualität nicht existieren würde und die in unsere Herzen geschriebene Wahrheit austauschbar wäre.

Bereist Papst Benedikt sprach, von der „Tyrannei des Mammons, der die Menschheit verhindert“ und „von einem fatalen Missverständnis der Freiheit, welche diese letztendlich zerstört“.

“Man lebt so, als ob Gott nicht existiert“, zitierte Kardinal Burke den hl. Papst Johannes Paul II.

„Diese Manifestationen der Sünde haben ihre Wurzeln im Stolz. Wir erkennen Gott nicht mehr als unseren Schöpfer an, dessen Sohn uns nach dem Sündenfall von Adam und Eva erlöst hat. Dies sind Anzeichen einer Torheit.

Man ist der Ansicht, man könne Freiheit auf einem anderen Weg als durch Gottes Willen erlangen. Wir erkennen nicht, dass wir uns versklaven, wenn wir unsere Freiheit und das Glück in anderen Werten wie Alkohol, Eßlust, sexuellem Missbrauch, Drogen, Pornographie usw. suchen. Letztendlich zerstört uns diese kulturelle Sucht.“

Um diesen erschreckenden Herausforderungen einer „Kultur des Todes“ entgegenzutragen, verwies Kardinal Burke am Ende seines Vortrages auf die Fürsprache der Gottesmutter.

Unter den Zuhörern befand sich der Dekan der medizinischen Fakultät der Universität von Arizona sowie viele Ärzte und Priester, die an diesem Samstag einen weiten Weg auf sich nahmen und bis aus Tucson oder Falstaff anreisten, um Kardinal Burke anzuhören.

Die Ärzte-Gilde in Phoenix ist sehr aktiv und lädt jeden Monat zu verschiedenen Gesprächen oder Exerzitien ein. Oft weilt Bischof Olmsted unter ihnen, denn die Diözese Phoenix hat ein besonderes Verhältnis zu ihren katholischen Ärzten, weil 1987 Johannes Paul II. die damalige St. Josefs-Klinik besucht hatte. Es war das einzige Krankenhaus, dass der Papst in USA auf einer seiner Pastoralreisen aufsuchte.

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist eine versierte Bioethik-Expertin; sie lebt in den USA und veröffentlichte mehrere medizinethische Sachbücher, zuletzt „Gentopia“: https://charismatismus.wordpress.com/2019/08/29/unser-boethischer-buch-tip-gentopia-das-gelobte-land-von-dr-e-breburda/


Afrikanischer Kurienkardinal Sarah kritisiert die Migrations-Ideologie des Papstes

Der prominente Kardinal Robert Sarah (siehe Foto) sprach sich oft gegen die derzeitige Asylpolitik aus und warnte vor einer Islamisierung Europas.

Jetzt legte er nach. In einem Interview mit Valeursactuelles.com, besprach der Kurienkardinal sein neu erschienenes Buch „The Evening draws near“ (auf Deutsch: Der Abend naht)“.

Im Gespräch mit den Journalisten kritisierte er die Äußerungen des Papstes, der immer wieder die Bibel benutze, um die Masseneinwanderung nach Europa zu befürworten. Dafür finde sich jedoch „keine Argumentationshilfe in der Heiligen Schrift“, so der Kardinal und fügte hinzu: „Es ist besser, wenn man den Menschen hilft, in ihrer eigenen Kultur aufzublühen, als sie nach Europa zu holen.“
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Bereits in der Vergangenheit war Kardinal Sarah immer wieder als Franziskus-Kritiker im Vatikan aufgefallen, weil er vom nahenden Untergang Europas sprach, der durch die Migration, den Werteverlust und den offensiven Islam herbeigeführt werde.
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Seine jüngsten Äußerungen sind noch schärfer und er bestand darauf, dass „die neue Migration eine Art Sklaverei“ sei, die die Menschen ihrer Würde beraube. Auch werde „Europa verschwinden und mit ihm seine zeitlosen und kostbaren Werte des alten Kontinents. Der Islam wird die Welt erobern und die gesamte Kultur verändern, ihre Moral und Vision.“
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In seinem Buch beklagt er den Untergang des Westens, der laut ihm nahezu sicher scheint, wenn keine großen Veränderungen mehr kommen sollten.
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Quelle und vollständiger Text hier: https://www.journalistenwatch.com/2019/04/02/kardinal-robert-sarah/

Kardinal Cordes widerspricht Kardinal Marx: „Das erscheint nun wirklich frevelhaft“

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Wie das Nachrichtenportal „Kath.net“ am heutigen Mittwoch, dem 7. Februar, berichtet, hat sich der deutsche Kurienkardinal Paul Josef Cordes gegen den Vorschlag von Kardinal Reinhard Marx gewandt, homosexuelle Partnerschaften in Einzelfällen kirchlich zu segnen. 
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Der vatikanische Würdenträger kritisiert, der Müncher Erzbischof habe nicht einmal erwähnt, daß praktizierte Homosexualität „immer“ dem Willen Gottes „widerspricht“.
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In seiner Stellungnahme erklärt Kardinal Cordes bereits eingangs: Der Vorstoß von Kardinal Marx missachtet die eindeutige Offenbarung Gottes.“
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Die Kirche sei aber in ihrer Pastoral (Seelsorge) an die Heilige Schrift und die Verkündigung des Lehramts gebunden; sie sei kein „Ausdruck von sentimentalem Einverständis“.
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Er verweist sodann auf den Römerbrief (1,18 ff), auf die Erklärung der Glaubenskongregation vom 29.12.1975 und den Weltkatechismus (Nr. 2357). Daraus ergäbe sich eine „verbindliche Weisung der Kirche“.
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Cordes bezeichnet die Zustimmung zu homosexuellen Paar-Segnungen als „beängstigend naiv“ und erläutert, daß hierbei nicht Menschen nur „je für sich“ Gottes Beistand wünschen: „Sie wollen die „Segnung“ ihrer sündhaften Verbindung“ und damit deren kirchliche „Aufwertung“.
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Der römische Kardinal lehnt den Vorstoß des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz klar ab: „Kirchlicher Segen als Bestätigung einer Gott-widrigen Paarbeziehung? Das erscheint nun wirklich frevelhaft.“

Foto: Vatican-Magazin


Glaubenspräfekt Müller über Migration und Moral, Kinderehen und Sittengesetz

Im September dieses Jahres erschien im Herder-Verlag das programmatische Buch „Die Botschaft der Hoffnung“ mit dem Untertitel: „Gedanken über den Kern der christlichen Botschaft“.

Darin antwortet Kurienkardinal Gerhard Müller (siehe Foto) auf die Fragen des Theologen Prof. Dr. Carlos Granados, einem spanischen Alttestamentler. 

Dabei beklagt der Glaubenspräfekt z.B. den Niedergang der westlichen Kultur und Größe:

„Diese westliche Kultur, die sich auf der Grundlage falscher philosophischer und theologischer Ansätze eingeredet hat, sie bräuchte Gott nicht als Fundament des Seins und des Menschen, hat nicht nur den Glauben, sondern auch die Hoffnung und damit ihre Größe verloren.“

Redakteur Clemens Fütterer von der Medienplattform „O-Netz“ aus der Oberpfalz nahm die Neuerscheinung zum Anlaß, ein Interview mit dem Präfekten der Glaubenskongregation zu führen und ihm einige Fragen hinsichtlich der Buchthemen zu stellen.

Das Bistum Regensburg gehört in die bayerische Region Oberpfalz. Kardinal Müller war Bischof von Regensburg, bevor der von Papst Benedikt nach Rom berufen wurde, um dort sein Amt als „Hüter des Glaubens“ wahrzunehmen.

Das erwähnte Interview erschien am heutigen 2. Dezember 2016 auf O-Netz unter dem Titel: Gerhard Kardinal Müller für den „mühsamen Weg“.

Derzeit sehr aktuell wirkt die Stellungnahme des Glaubenspräfekten zur Asyl- und Einwanderungspolitik. Er erklärt, daß wir heute vor der Herausforderung ständen, zwei jeweils berechtigte Prinzipien miteinander in Einklang zu bringen:

„Einerseits müssen wir aus christlichen und humanitären Gründen offen sein für Menschen, die als Flüchtlinge unsere Hilfe suchen und brauchen. Andrerseits gibt es das Anliegen, die gewachsene kulturelle Identität eines Landes und Volkes zu bewahren. Es können fremde Kulturen auch kreativ integriert werden, ohne dass die eigene Sprache und Lebensweise an den Rand gedrängt werden.“ mueller-cover

Hinsichtlich der osteuropäischen Staaten, die von westlichen Politikern und Medien wegen ihrer restriktiven Asylpolitik vielfach harsch kritisiert werden, erklärt Kardinal Müller:

„Wir müssen bedenken, wie unseren östlichen Nachbarn die schreckliche Erfahrung präsent ist, dass z.B. ein Stalin durch einen radikalen Bevölkerungsaustausch ganze Kulturen und Staaten ausgelöscht hat. Bei der Kritik an unseren osteuropäischen Nachbarn sollten wir in Westeuropa zurückhaltender sein.“

Sodann unterscheidet der Glaubenspräfekt zwischen Hilfeleistung bei akuter Notlage und einer „gezielten Politik der Einwanderung von Menschen in unsere klassischen Nationalstaaten“. Er erwähnt, daß das „enge Zusammenleben von Deutschen, Polen, Italienern, Spaniern, Franzosen in einem einzelnen europäischen Land kaum noch als Problem empfunden“ werde.

Anders sieht es allerdings aus, so Müller weiter, „wenn es sich um Zuwanderer handelt, die sich in Religion, Kultur, Mentalität und dem moralischen Wertekanon erheblich von uns nicht nur unterscheiden, sondern die uns nicht verstehen können.“

Er erwähnt dabei als Beispiel, daß Kinderehen nicht nur „unserer Kultur“ widersprechen, sondern nach christlicher Auffassung „auch dem natürlichen Sittengesetz“ widerstreiten  – und dieses Sittengesetz gehe „der staatlichen Gesetzgebung voraus“, sei also fundamental gültig und bindend.

Zudem warnt der Kardinal davor, die vielzitierte Religionsfreiheit nur interessengeleitet zu vereinnahmen, sie aber nicht wirklich zu respektieren:

„Man soll von der Religionsfreiheit nicht nur dann reden, wenn man sich in einer Minderheit befindet, sondern auch dann, wenn man einmal einer Mehrheit angehören sollte. Die grundlegenden Menschenrechte darf niemand nur funktional anerkennen, wenn sie einem gerade einen Vorteil bringen, sondern man muss sie prinzipiell sich zu eigen machen als moralische Maximen unter allen Bedingungen.“

Quelle für die Interview-Zitate aus O-Netz: https://www.onetz.de/amberg-in-der-oberpfalz/vermischtes/interview-mit-dem-praefekten-der-glaubenskongregation-gerhard-kardinal-mueller-fuer-den-muehsamen-weg-d1714224.htm

Erstes Foto: Bistum Regensburg


Kardinal Gerhard Müller: Benedikts Regensburger Rede war eine „Sternstunde“

Vor gut zehn Jahren, am 12. September 2006, hatte Papst Benedikt mit seiner sogenannten „Regensburger Rede“  –  einer Vorlesung an der dortigen Universität  –  eine breite Debatte und massive Proteste in der islamischen Welt ausgelöst, wobei die türkische Regierung eine Entschuldigung forderte. Er hielt diese Ansprache während seines fünftägigen Besuches im Freistaat Bayern. AL-0004

Dabei ging es dem Pontifex in seinen Ausführungen nicht in erster Linie um das Thema Islam als solches, sondern vor allem um den positiven Zusammenhang von Glaube und Vernunft (fides et ratio), wenngleich er dabei eine islamkritische Äußerung des byzantinischen Kaisers Manuel II. zitierte. (Der mittelalterliche Regent hatte  gegenüber einem islamischen Gelehrten gesagt: „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden, wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.“)

Benedikt beleuchtete dabei nicht allein des Islam kritisch, sondern durchaus auch jene theologischen Entwicklungen, die es auch innerhalb der Christenheit gab, welche die Religion von der Vernunft bzw. philosophischen Fundamenten ablösen wollten, zB. der Nominalismus oder Fideismus. Beide Strömungen konnten sich aber in der katholischen Kirche nicht durchsetzen.

Der deutsche Kurienkardinal Gerhard Müller hat gestern in Regensburg jene bekannte Rede Benedikts als „Sternstunde der großen deutschen Universitätstradition“ gewürdigt. 

Die Vorlesung sei „das rechte Wort, zur rechten Zeit, am rechten Ort“ gewesen, erklärte der Präfekt der römischen Glaubenskongregation. Der Pontifex habe damals geradezu prophetisch gesprochen, als er diese vieldiskutierten Themen ansprach, deren Aktualität sich heute deutlich erweise.  

Foto: Bistum Regensburg

 


Kardinal Leo Burke warnt Kirche und Welt vor der islamischen Bedrohung

Die US-amerikanische Lebensrechts-Webseite „Lifesitenews“ veröffentlichte am 22. Juli 2016 ein Interview mit Kurienkardinal Raymond Leo Burke, dem ehem. Präfekten des höchsten vatikanischen Gerichts, der Apostolischen Signatur. Heute amtiert er als Patron des weltweiten Malteserordens. 220px-Archbishop_Raymond_Leo_Burke

Unter dem Titel, die Kirche solle „wirklich vor dem Islam Angst haben“, warnte der amerikanische Kardinal (siehe Foto) vor einer naiven Verharmlosung des Islam; er erinnte an dessen Unfähigkeit, „mit anderen Religionen friedlich zu koexistieren“.

Die Redaktion nimmt bezug auf sein neues Buch „Hoffnung für die Welt“, das sich mit sittlichen Fragen (Ehe, Familie, Lebensrecht), aber auch mit theologischen und politischen Herausforderungen befaßt. Laut Burke ist der Islam eine „Bedrohung für die Christen und die westliche Zivilisation überhaupt“.

Der Islam strebe die Weltherrschaft an, bekräftigt der Kirchenmann  –  und er erinnert an die abendländische Abwehrschlacht von Lepanto im Jahr 1571 sowie an die Türken vor Wien 1683, die von europäischen Armeen gestoppt wurden, was vielfach als der Start für den Verfall des Osmanischen Reiches angesehen wird. 

Es sei wichtig, so Burke weiter, daß das Kirchenvolk die „radikalen Unterschiede zwischen Islam und Christentum“ wahrnehme, etwa hinsichtlich der Gotteslehre, dem Stellenwert des Gewissens, aber auch bezüglich der islamischen Identifikation von Religion und Staat.

Das Judentum sei hingegen grundsätzlich anders einzuschätzen; man könne diese beiden nichtchristlichen Religionen nicht miteinander vergleichen, erklärte der Kurienkardinal.

Eine angemesse Antwort auf die zunehmende Bedrohung sei es, „über den christlichen Ursprung unserer eigenen Nation und Europas gut informiert zu sein“; zudem müßten die christlichen Fundamente in Staat und Gesellschaft verstärkt werden. Cardinal_Robert_Sarah

Quelle für die Zitate: https://www.lifesitenews.com/news/cardinal-burke-the-church-really-should-be-afraid-of-islam

HINWEIS: Der schwarzafrikanische Kardinal Robert Sarah (siehe Foto), Präfekt der römischen Gottesdienst-Kongregation, kommentierte die Attentate der letzten Zeit wie folgt: „Wie viele Tote braucht es, wie viele abgeschlagene Köpfe, bis die europäischen Regierenden die Lage begreifen, in welcher sich der Westen befindet?“

Quelle: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2016/07/kardinal-robert-sarah-fassungslos-uber.html

WEITERE INFO: Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick erklärt mit Blick auf straffällig gewordene Flüchtlinge: „Wichtig ist auch, dass Menschen, die straffällig geworden sind oder drohen, straffällig zu werden, dass die entweder des Landes verwiesen werden oder auch im Land abgesichert werden, so dass sie nichts Böses anrichten können.“

Quelle: http://www.epd.de/zentralredaktion/epd-zentralredaktion/erzbischof-schick-ruft-nach-attentat-kirche-zur-wachsamkeit-au


Kardinal Müller auf Mallorca: Die Gebote Gottes nicht „herunterhandeln“ lassen

Kurienkardinal Gerhard Müller hat bei seinem Besuch auf Mallorca am Donnerstag (19.5.) eine Messe in der Basilika von Sant Francesc in Palma abgehalten. Bei seiner Predikt betonte er die Bedeutung des Priestertums für die Kirche. AL-0005

In einer Zeit der Identitätskrise dürfe man auf keinen Fall von den strengen Glaubensgrundsätzen der Kirche abweichen, erklärte der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation:

„Es kann nicht darum gehen, sich wie bei einem Sommerschlussverkauf herunterhandeln zu lassen bei den Auflagen der Sakramente, dem Leben als Christ, den Geboten oder der Seligkeit: Ein ‚Christentum light‘ interessiert niemanden.“

Offiziell besuchte Kardinal Müller die Insel, um an einer Feier anlässlich des Gedenkjahres zum 700. Todestag des mallorquinischen Denkers Ramón Llull teilzunehmen.

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.mallorcazeitung.es/gesellschaft/2016/05/20/christentum-light-interessiert-niemanden/43279.html