Kuba: “Damen in Weiß” bei friedlichem Protestmarsch mißhandelt und verschleppt

In Cárdenas (Provinz Matanzas) wurden am Sonntag elf Mitglieder der christlich geprägten Bürgerrechtsvereinigung „Damen in Weiß“ von Polizisten und Angehörigen der kommunistischen Staatssicherheit gewaltsam angegriffen und verschleppt.

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, war auch Berta Soler, die Sprecherin der „Damen in Weiß“, unter den mißhandelten Bürgerrechtlerinnen.IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Nachdem die „Damen in Weiß“ die hl. Messe in der kath. Immaculata-Kirche in Cárdenas besucht hatten, zogen sie friedlich durch die Calle Real, eine der Hauptstraßen der Stadt, um die Freilassung aller politischen Gefangenen zu fordern.

Polizisten und Angehörigen der kubanischen Staatssicherheit griffen sie daraufhin auf offener Straße an, schlugen sie und zerrten sie an den Haaren die Straße entlang. Wie Elizabeth Pacheco Lamas, Mitglied der „Damen in Weiß“ der IGFM berichtete, vertrieben die Angreifer die Passanten von der Straße, „damit die Passanten nicht beobachten konnten, was sie uns antun“. Wie es den anderen „Damen in Weiß“ ergangen sei, wisse sie nicht. Sie habe keine Ahnung, wo diese sich befinden, es sei nur bekannt, daß alle brutal geschlagen worden seien.

Sonia Garro ist seit dem 18. März 2012 ohne offizielle Anklage inhaftiert. Nach Angabe von Berta Soler wird Garro immer wieder von ihren Aufsehern mißhandelt. Kürzlich wurde sie geschlagen, weil sie forderte, dass ihre fundamentalen Menschenrechte respektiert werden.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Kuba:
http://www.igfm.de/Kuba.456.0.html


Mahnwache mit exil-kubanischen Bürgerrechtlern am 26. Juni 2012 in Bonn

Vor dem kubanischen Konsulat in Bonn protestierten am Dienstag, den 26. Juni 2012, einige „Damen in Weiß“  und andere kubanische Bürgerrechtler sowie Mitglieder der IGFM (Intern. Gesellschaft für Menschenrechte)  mit einer Mahnwache gegen die Verfolgung politisch Andersdenkener im kommunistischen Kuba.

Die Gruppe machte mit Transparenten, Flugblättern, Unterschriftenlisten und kurzen Redebeiträgen auf staatliche Übergriffe gegen die kubanische Demokratiebewegung, auf willkürliche Haft und auf die Zensur durch das kubanische Einparteienregimes von General Raul Castro aufmerksam.

Die IGFM wies besonders auf die Situation der christlich geprägten Bewegung „Damen in Weiß“ (Damas de Blanco) hin. Sie sind die bedeutendste und international bekannteste Bürgerrechtsgruppe in Kuba. Die Damen in Weiß sind ein Zusammenschluss von Ehefrauen, Töchtern und Müttern politischer Gefangener auf Kuba. Für ihren friedlichen Einsatz für die Freilassung politischer Gefangener wurden sie 2005 mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet.

Obwohl sie zunehmend Gewalt und Repressalien ausgesetzt sind, weigern sich die Frauen, ihren Kampf für Menschenrechte und Freiheit in Kuba aufzugeben. Regelmäßig werden sie von regimenahen Schlägergruppen angegriffen, von staatlichen Stellen an friedlicher Meinungsäußerung gehindert und mit Gewalt in ihren Menschenrechten behindert.  

Vor dem kubanischen Konsulat befanden sich auch rund 15 kommunistische Gegendemonstranten mit roten Fahnen, die sich bemühten, die Veranstaltung durch Schreie, Sprechchöre („Cuba si“) und laute Musik zu stören. 

Quelle: http://www.igfm.de