Afrika: Bischöfe von Niger und Burkina Faso beklagen zunehmenden islamischen Terror

„Die Länder, die sich in unserer Bischofskonferenz zusammenschließen, Burkina Faso und Niger, sind seit einigen Jahren Opfer von Terroranschlägen“, erklären die Bischöfe der beiden westafrikanischen Staaten im Anschluss an die Vollversammlung, die vom 5. bis 15. Juni in Ouagadougou stattfand.

„Trotz des Engagements der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte verschärfen sich die Terroranschläge und haben durch gezielte Entführungen und Morde eine neue religiöse Dimension erreicht“, heißt es in dem gemeinsamen Dokument der katholischen Oberhirten, die ihr Entsetzen und ihre Enttäuschung im Zusammenhang mit „sinnlosen Verbrechen“ zum Ausdruck bringen.

Die Bischofskonferenz von Burkina Faso und Niger erinnert an die lange Liste von Morden, Entführungen und Übergriffen gegen Priester, Ordensleute und Laien sowie Kirchen seit dem 17. September 2018, die meist durch islamische Extremisten erfolgten; sie fordern die „Menschen, die den Frieden lieben“ dazu auf, „trotz des Wiederauflebens von Terroranschlägen einig zu bleiben und den Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Komponenten unserer Völker zu pflegen, um nicht in die Fallen der Terroristen zu treten.“

Quelle: Fidesdienst


Regensburger Bischof zum Frauenpriestertum und den Aufgaben des Kirchenvolkes

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer stellt aus aktuellem Anlaß zum Thema Priesterweihe für Frauen fest:

„Es führt uns keinen Millimeter weiter, wenn wir uns die Geschichte der Kirche zurechtbasteln, um uns dann am Ende etwa ein Frauenpriestertum zu genehmigen.

Christus hat sehr bewusst mit Blick auf die innere Logik des priesterlichen Dienstes einen Kreis von Männern ausgewählt und ihnen die apostolischen Vollmachten übertragen.

Das war keine Rücksicht auf seine Zeit. Im Gegenteil. Er entschied im Gegensatz zu fast allen Kulturen seiner Zeit, die weibliches Priestertum in den unterschiedlichsten Formen kannten.

Die Kirche hat kein Recht, von dieser Vorgabe abzuweichen. Das gilt heute und das galt zu allen Zeiten. Die Diakonissen erfüllten eben keinen apostolischen Dienst. Sie trugen kein Weiheamt. Das ist umfangreich erforscht und belegt und Papst Franziskus bezog sich mehrfach auf diese Forschungsergebnisse. Im Übrigen haben Gemeinde- und Pastoralreferentinnen heute weit mehr Kompetenzen als die altkirchlichen Diakonissen.“

Außerdem erklärt der Oberhirte von Regensburg (siehe Foto) Folgendes zur Berufung der Laien und zum Begriff des Weltchristen:

„Die Weltchristen sind berufen, sich als Christen prägend und gestaltend einzubringen in die Politik, die Wissenschaft, die Wirtschaft, die Medienwelt oder die Kunst. Als getaufte und gefirmte Christen sind sie befähigt, diesen Dienst in eigener Verantwortung auszuüben.

Das sind die Elemente weltchristlicher Berufung und sie zu leben, schenkt den Christen und der Kirche Ausstrahlung und missionarische Kraft.

Es war das Zweite Vatikanische Konzil, das sowohl die Christen im Weiheamt als auch die Laien in ihrer jeweils spezifischen Berufung gestärkt hat. Als Ort der spezifischen Berufung der Laien wurde der ‚Weltdienst‘ formuliert. Deshalb spreche ich auch lieber von Weltchristen als von Laien. Der Begriff des Laien ist in unserem Sprachgebrauch negativ besetzt. Man denkt an Menschen mit geringer Kompetenz. Das führt auf eine völlig falsche Fährte.

Ich warne erneut vor einer Klerikalisierung der Laien und einer Laisierung der Kleriker.“

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.bistum-regensburg.de/news/es-geht-um-heiligkeit-bischof-rudolf-voderholzer-zur-lage-der-kirche-und-zur-berufung-der-weltchristen-6725/


Warum die Thesen von Prof. Schockenhoff theologisch in die Irre führen

Von Rainer Kochinke

Die Thesen des Vortrags von Prof. Eberhard Schockenhoff bei der Frühjahrsvollversammlung der DBK lesen sich streckenweise wie ein Glaubensbekenntnis des zeitgenössischen Hedonismus.

Er fordert die Kirche zu einem radikalen Bruch mit der noch geltenden Lehre zur Sexualmoral auf. Auf den Seiten 6 und 7 verlangt er, die Kirche solle sich insbesondere die Kategorien des Luststrebens und Lustgewinns, des sexuellen Verlangens als anzuerkennende Prinzipien der sexuellen Partnerschaft zu eigen machen und in einem beliebigen Kontext aufwerten.

Die von Schockenhoff bemühte „Lebenswirklichkeit“ zeigt aber, dass die von ihm empfohlenen Kategorien ohnehin schon bei der großen Masse der Taufschein-Katholiken in der Lebensführung umgesetzt werden. Und die zweite Hälfte dieser Lebenswirklichkeit sind die katastrophalen Auswirkungen dieses von der kirchlichen Ethik losgelösten Sexualverhaltens.

Sexuelles Verlangen und Begehren sind ihrer Natur nach kurzlebig und können rasch den Adressaten wechseln. Das bewusste Streben nach Lustgewinn macht nicht nur egoistisch und rücksichtslos, sondern nutzt sich ab und verlangt nach Steigerung der auslösenden Reize.  Pädosex und Pornographie gedeihen auf diesem Nährboden.

Um aus diesem Teufelskreis ausbrechen zu können, bedarf es der Orientierung an der von der Kirche gelehrten göttlichen Schöpfungsordnung, in der auch die Beziehung der Ehegatten von einer keuschen Liebe getragen wird. Das bedeutet, dass die geistig-seelische Dimension der Partnerschaft, also das, was jenseits der körperlichen Attraktivität vom Willen gelenkt Beständigkeitscharakter hat, den Vorrang vor der leiblichen Komponente haben muss und somit die sexuelle Lusterfahrung nicht mehr und nicht weniger als eine sinnvolle Begleit-erscheinung der liebenden Hingabe ist.

Bei Schockenhoff kommt der Begriff „Keuschheit“ nicht vor, also das Schlüsselwort für das Gelingen einer beständigen und krisenfesten Partnerschaft, die nicht von der schwankenden Attraktivität des Partners abhängt.

Statt dessen liefern seine Thesen die Menschen gerade jenen Verhaltensweisen aus, die letztlich für das Elend der betrogenen Ehegatten, der Scheidungswaisen, der alleinerziehenden Mütter und der Patchworkfamilien verantwortlich sind.

Wie kann man angesichts der Tragödien einseitig erotisch geprägter Beziehungen, die rasch aufflammen, ebenso rasch verglühen und zu Asche werden, die Augen verschließen?

Prof. Schockenhoff zieht angebliche neuere Erkenntnisse der Humanwissenschaften, die oft genug nach wenigen Jahrzehnten ihre Irrtümer eingeräumt und durch neue Fragwürdigkeiten ersetzt haben, der geltenden kirchlichen Lehre vor.

Er beruft sich dabei auf die Meinung einer „gegenwärtigen theologischen Ethik“ und unterstellt, dass Gottes Geist die Kirche durch 2000 Jahre im Stich bzw. im Irrtum verharren ließ.

Der Theologe tritt nun als der Befreier von den „normativen Fesseln der traditionellen Sexualmoral“ auf (S. 6) und diffamiert dadurch die bisherige Orientierung an der geoffenbarten göttlichen Schöpfungsordnung als schädliche Beschneidung der Freiheit und der Lebensqualität.

Deshalb lässt er auch das traditionsgemäße Offenbarungsverständnis nicht gelten. Folgerichtig wird Gottes Gebot keine absolute, sondern nur eine relative Verbindlichkeit zugebilligt.

Dazu verwendet er den Taschenspielertrick, man solle bei der katholischen Ehelehre nicht von „Alleingeltung“, sondern von „Höchstgeltung“ reden. Um besser gegen den kirchlichen Standpunkt polemisieren zu können, entstellt er die tatsächliche Lehre der Kirche und baut auf Seite 6 einen Popanz auf.

So stellt er das Eheleben mit NER oder im unfruchtbaren Alter als von der Kirche unerlaubt dar, was den Tatsachen nicht entspricht. Aber im Gegensatz zu den tatsächlichen und den von ihm konstruierten Einschränkungen fordert er die Bischöfe auf, die aus seiner Sicht „positiven Gestaltungsmöglichkeiten der Bedürfnisfülle menschlicher Sexualität“  zu bejahen, das heißt wohl im Klartext, kirchlich beinahe alles abzusegnen, was bisher als sexuelle Verfehlung und schwere Sünde galt.

In nächster Zeit wird es sich ergeben, ob jetzt die auf progressiv getrimmten „engagierten Katholiken“ Deutschlands im Laien- und Klerikerstand bereit sind, Schockenhoffs Forderungen zu übernehmen und sich damit gleich den Lemmingen in den theologischen Abgrund zu stürzen.

Unser Gast-Autor Rainer Kochinke ist Religionspädagoge und wohnt in Rheine (Westfalen)


Erzbistum Freiburg: „Bußfeier“ bietet statt Buße reichliche Trostpflaster fürs eigene Ich

Von Felizitas Küble

Seit der allgemeinen Verbreitung von „Bußgottesdiensten“ in den 70er Jahren hört man viele Beschwerden von Gläubigen zu diesem Thema. Teils wird dadurch in der Praxis die persönliche Beichte verdrängt (wenngleich es kirchenamtlich wohl heißt, die Bußfeier sei bei schweren Sünden kein Ersatz für das Bußsakrament), teils wirken die Texte dieser Gottesdienste ziemlich flach und theologisch wenig gehaltvoll.
.
Doch was die Erzdiözese Freiburg den Pfarrgemeinden offiziell als „Bußfeier“ anbietet bzw. zumutet, übertrifft alle bisherigen Mißstände.
Das Seelsorgsamt des Bischöflichen Ordinariats hat sich als“Bußfeier in der Adventszeit 2018″ etwas ganz Besonderes einfallen lassen: https://www.seelsorgeamt-freiburg.de/html/media/dl.html?i=799325
.
Der Clou in diesem Fall: Es geht hierbei nicht mehr um die eigenen Sünden, für die Gott um Vergebung angerufen wird, sondern vielmehr um das glatte Gegenteil: nämlich emotionale Streicheleinheiten für das eigene Ego, wobei der christliche Glaube für diese psychologische Trostveranstaltung lediglich als Verstärker und „spirituelles“ Sahnehäubchen eingesetzt wird.
.
Da muß man nicht die Flöhe husten hören, um einen solchen pseudo-therapeutischen Stuhlkreis im religiösen Gewande für absonderlich zu halten  – genauer: komplett das Thema verfehlt, ja sogar in sein Gegenteil verkehrt.
.
Dabei ist die flapsig-kitschige Bezeichnung „Herzbube“ und „Kreuzbube“ für den Sohn Gottes zwar sprachlich unangemessen, aber noch lange nicht das Ende vom Lied bzw. Seelentrip.
.
In dieser Bußfeier steht das eigene Ich  – das nach seelischem Trost und der „Heilung“ von oben lechzt – ganz im Zentrum des Geschehens. Allerdings nicht in Form selbstkritischer innerer Einkehr und Sündenerkenntnis, sondern unter Verabreichung ständiger Streicheleinheiten für eigenes Seelenleid, Seelenschmerz, „innere Verletzungen“, Trostbedürftigkeiten usw.
.
Passenderweise lautet das Motto dieses kuriosen Gottesdienstes: „Sich mit dem inneren verletzten Kind versöhnen“  – auf normaldeutsch gesagt: Es geht also um das sog. „Innere Kind“ (eine bekannte Formel aus der Vulgär-Psychologie), das natürlich „verletzt“ ist   – aber nicht etwa durch eigene Sünden, sondern durch schmerzvolle Erfahrungen, zumal in der Kindheit, ist also somit durch  a n d e r e  beeinträchtigt (wohl nicht zuletzt durch die Eltern?!).
.
Das Wort „Sünde“ kommt folglich in dieser Bußfeier kein einziges Mal vor, „Schuld“ ist auch nicht von Interesse, die göttlichen „Gebote“ werden sowieso nirgends erwähnt.
.
Daher wird der Allmächtige logischerweise nie um Vergebung und Verzeihung, sondern immer allein um „Heilung“ gebeten.
Heilung und Versöhnung sind bekanntlich zwei entscheidende Kernbegriffe aus der charismatischen Bewegung. Tatsächlich klingt vieles in diesem „Gottesdienst“ (der letztlich ein Menschendienst ist) wie eine Mischung aus schwarmgeistiger Heilungsveranstaltung und dem selbstwehleidigen Psycho-Stuhlkreis einer Selbsterfahrungsgruppe oder gruppendynamischen Sitzung.
.
Wenig erstaunlich erscheint es dann, daß Palottinerpater Jörg Müller zum dreiköpfigen Redaktionsteam dieser Bußfeier gehört. Der Geistliche, Autor und Psychotherapeut ist nicht nur Medjugorje-Anhänger, sondern schreibt seit langem positiv über weitere „Marienerscheinungen“ inklusive solcher Privatoffenbarungen (wie z.B. Marpingen), von denen sich die zuständige Kirchenleitung ausdrücklich distanziert hat.
.
Die Autoren dieser Psycho-Veranstaltung gehen davon aus, daß eine sogenannte „Leitungsperson (LP)“ der Bußfeier vorsteht, wobei das kein Priester oder Diakon sein muß. Vielmehr scheint die Leitung durch Laien als Regelfall vorgesehen. Bei den Eingangs-Hinweisen heißt es jedenfalls:
„Wir unterscheiden nicht zwischen Priester, Diakon oder Leiter/Leiterin. Es wird die Formulierung für die Leitung durch Laien aufgeführt. Priester und Diakone werden gebeten, die jeweiligen Text auf sich hin anzupassen.“ 
.
In der programmatischen Einführung zu dieser „Bußfeier“ des Erzbistums Freiburg geht es gleich eingangs entsprechend larmoyant zu, denn dieser Gottesdienst lade dazu ein, „das innere verletzte Kind … bewusst zu trösten und den Vater um Heilung zu bitten….Es geht in dieser Bußfeier um die Frage, wie mir mit Verletzungen, die unser Leben geprägt haben, „versöhnt“ umgehen. Manch innere Verletzung prägt das Handeln unbewusst sehr.“
.
Unentwegt steht das zu streichelnde ICH im Mittelpunkt, dem es aber gar nicht gut geht, ist es doch (von anderen natürlich!) „verletzt“ worden, weshalb es himmlischer „Heilung“ bedarf (nicht etwa der göttlichen Vergebung).
In der wenig bußfertigen Adventsfeier ist sodann auch mal von Jesus die Rede, „der unserer Überlieferung  nach in einem Stall geboren wurde“. – Nur „unserer Überlieferung nach“ – oder auch wirklich?
.
Während biblisch bezeugte Tatsachen indirekt infrage gestellt werden, steht eines unbeirrbar fest: Unser „inneres Kind“ ist schmerzlich verletzt und „bedarf immer wieder der Heilung“ – und der Versöhnung – mit uns selber nämlich!
.
Der Gottesdienst beinhaltet sodann eine Bild-Meditation, ausgehend von einer modernen Marienstatue mit Christkind, der als „Herzbube“ der Madonna bezeichnet wird, wenig später aber zum „Kreuzbuben“ hinaufgeadelt wird.
Dabei geht es selbst beim Stichwort „Kreuz“ erneut nicht um Erlösung  u n s e r e r  Schuld; vielmehr wird gut kitschpsychologisch erläutert: „Dieser Kreuzbube ist ein Bild des Urvertrauens“. 
.
In den weiteren Fragen zur Selbstsuche, Ichfindung und-so-weiter heißt es:
„Wo habe ich in meiner Kindheit den Mut zum Sein empfangen?…Wo bin ich vielleicht tief verletzt worden? Welches Erlebnis, welche Prägung oder Begegnung hat schmerzliche Spuren hinterlassen, die ich bis heute spüre?…Durfte ich als Kind meine Gefühle zum Ausdruck bringen, auch meinen Zorn, meinen Schmerz? Oder trage ich bis heute ein zorniges Kind in mir?“
.
Nicht genug mit dem Blick zurück im Zorn, auch die Gegenwart verliert sich im endlosen Kreisen um sich selbst:
.„In vielen Alltagssituationen kann ich fragen:
Was hat mich verletzt?
Was macht mich zornig?
Was braucht das innere Kind in mir?
Wonach sehne ich mich wirklich?
Was möchte ich tun?
Wie möchte ich mich zeigen?“
.
Es geht hier erkennbar um das, was in der Ideologie der sog. Humanistischen Psychologie (die bitte nicht mit der wissenschaftlichen Fachpsychologie zu verwechseln ist) als „Selbstverwirklichung“ und Bedürfnisbefriedigung verstanden wird.
.
Wenn es dann nach dieser wehleidigen Litanei zur Sache bzw. „Zeichenhandlung“ übergeht, nimmt das Klagelied weitere Fahrt auf:
Die Gläubigen werden aufgefordert, aufzustehen und ein Kreuzzeichen auf ihren Kopf zu zeichnen:
.„Beten wir gemeinsam: Vater, ich bitte dich  um Heilung.  –  Unsere Schultern tragen viel. Einiges wird uns auferlegt, anderes bürden wir uns selber auf. Wir sind Lastenträger.“
.
Es geschehen freilich noch Zeichen und Wunder, denn diesmal weitet sich der Blick ausnahmsweise mit einem einzigen Satz in Richtung der lieben Mitmenschen: „Aber manchmal werden wir auch anderen zur Last.“  – Das ist der Höhepunkt dessen, was man vielleicht als „Schuldbekenntnis“ im allerweitesten Sinne auffassen könnte.
.
Abgesehen von der theologischen Zielverfehlung dieser „Bußfeier“ ist diese sentimentale Jammerseligkeit auch rein psychologisch ein durchsichtiger Irrweg:
Hier wird nämlich eine innere Flucht angetreten von der Eigenverantwortung und einer ehrlichen Selbsterkenntnis hin zum vorpupertären Wehklagen, zum kindischen Selbstmitleid. Ein mutiger und zugleich demütiger Blick auf sich selbst sieht anders aus!
.
So werden also die katholischen Christen im Erzbistum Freiburg zur „Buße“ (oder zum Hobby-Psychologen?) geführt: Schlimmer gehts nimmer!
.
Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Generalverdacht gegen die Priesterschaft?

Von Felizitas Küble

Auf Kath.net erschien heute ein Artikel des katholischen Verlegers Bernhard Meuser, wobei es teils um den von ihm mitherausgebrachten „YOUCAT for kids“ (siehe Foto) geht, teils um die kirchlichen Skandale in den USA: http://www.kath.net/news/64853

Zum einen frage ich mich schon lange, warum auch katholische Kreise zunehmend die deutsche Sprache vermeiden und aufs Englische ausweichen – und das noch dazu oft nicht einmal korrekt.

YOUCAT steht für Jugend-Katechismus – und „for Kids“ bezieht sich auf die Kinder-Ausgabe des Youcat. Allerdings heißt Kinder auf englisch „children“ und nicht „Kids“ (was vielmehr Kitzlein bzw. junge Geiß bedeutet). Also kein einziges deutsches Wort im Titel – bei einem deutschen Kinder-Katechismus erscheint mir das schon recht merkwürdig.

Sodann meldet sich Meuser zur aktuellen Mißbrauchskrise zu Wort und zieht eine grundsätzliche Schlußfolgerung: „Die Dinge müssen neu justiert werden. Die Laien müssen endlich aus ihrer religiösen Konsumentenhaltung herausspringen. Die Laien müssen übernehmen. Sonst ist es zu Ende mit katholisch.“

Zwar räumt er danach ein, auf dem Weltfamilientreffen in Dublin sei er positiven Priestergestalten begegnet, doch das ändert nichts an seiner prinzipiellen These, die ich für überzogen halte.

Sicher ist es richtig, daß die Laien aus ihrer „religiösen Konsumentenhaltung“ herausspringen sollten – wer erzählt mir das? Ich bin seit vierzig Jahren apostolatisch zugange, teils hauptamtlich (durch den KOMM-MIT-Verlag), teils ehrenamtlich (im Christoferuswerk), zudem war ich schon vorher in meiner Jugendzeit kirchlich aktiv.

Unsinnig ist aber aus meiner Sicht Meusers Aufforderung: „Die Laien müssen übernehmen. Sonst ist es zu Ende mit katholisch.“

Genau das behaupten reformkatholische Initiativen wie „Kirche von unten“ oder „Wir sind Kirche“ schon lange, indem sie ständig mehr Laien-Beteiligung forden und die Priesterstellung bzw. das „Amtspriestertum“ relativieren. 

Plötzlich kommt ein solcher Aufruf aus der sonst konservativen Kath.net-Ecke.

Doch eine derartige Reaktion auf den Mißbrauchsskandal erscheint mir überzogen. Warum? Weil damit indirekt die Priesterschaft als solche unter Generalverdacht gerät („Die Laien müssen übernehmen“).

Hat denn die Geistlichkeit allgemein versagt?

Nicht daß ich wüßte. Es handelt sich erstens bei den Kinderschändern um eine marginale Minderheit unter den Priestern, zweitens waren es überwiegend Kleriker aus homosexuellen Seilschaften, die sich schuldig machten.

Folglich geht es vor allem darum, den päderastischen Sumpf auszutrocken, auch  mit den Strafmaßnahmen des Kirchenrechts. Das hat Kardinal Leo R. Burke unlängst klargestellt: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/17/kardinal-burke-zu-sex-skandalen-diese-schwere-krise-trifft-das-herz-der-kirche/

Zudem liegt letztlich das Hauptversagen bei den Hirten, den Bistumshirten, Oberhirten, auch beim Obersten Hirten, dem Papst, der soeben eine Stellungnahme zur Mißbrauchskrise veröffentlicht, die nicht nur unzureichend ist, sondern das Hauptproblem verschweigt, nämlich das Treiben der Päderastenclique innerhalb des schwulen Klerus. (Es geht also um den Teil eines Teils der Geistlichkeit.)
Hieran hat ganz zu Recht der mutige US-amerikanische Bischof Robert Morlino erinnert: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/21/us-amerikanischer-bischof-morlino-warnt-vor-schwul-klerikaler-subkultur-in-der-kirche/

Abgesehen davon hat Christus seine Kirche auf die Apostel gegründet („apostolische Kirche“) und ihr ein sakramentales Wesen verliehen, folglich beruht sie vor allem auf dem Bischofsamt und der Priesterweihe: „Wer euch hört, der hört mich!“ – Und der Völkermissionar Paulus schrieb: „Wir ermahnen euch an Christi Statt: Laßt euch versöhnen mit Gott!“

Auch die sicherlich verheerende Mißbrauchskrise rechtfertigt es daher nicht, dieses Grundgesetz der Kirche und ihrer Priesterschaft direkt oder indirekt an den Rand zu drängen.

Kleriker aus der Hierarchie haben in der Kirchengeschichte schon oft versagt, gerade leitende Vertreter, trotzdem wurde – zu Recht – nie die „amtliche Ordnung“ infrage gestellt. Daran sollten glaubenstreue Katholiken mit guten Grund auch weiter festhalten.

 


Wegweisende Predigt von Pfr. Lankeit in Phönix (USA) zu den Missbrauch-Skandalen

Von Dr. Edith Breburda

Pfarrer John Lankeit ist Direktor der Kathedrale der hl. Simon und Judas Thaddäus im Bistum Phoenix im US-Bundesstaat Arizona und bekannt für seine einzigartigen Predigten, die auch international zitiert wurden.

Am Sonntag, dem 19. August 2018, trat der Priester (siehe 2. Foto) sichtlich betroffen zum Ambo.

Er berichtete, dass er sich vor ein paar Tagen mit einer Dame unterhielt, die in ihrer Jugend von einem Priester missbraucht worden war. Pfr. John beschrieb die Frau als heldenhaft.

All das, was sie erlebte, wurde durch die Geschehnisse der letzten Woche schmerzlich wieder präsent, als die Medien über den horrenden sexuellen Missbrauch von Klerikern berichteten. Wir hörten vor allem über die Praktiken im Bistum von Pennsylvania; über die Vertuschung der Straftaten und eine meist erfolgende Versetzung der Täter.

Doch trotz all dem, was der Frau durch einen Menschen im Priesterkragen angetan wurde, ist sie der Kirche treu geblieben; obwohl sie derart misshandelt wurde von einem Geistlichen, der noch dazu vorgab, ein Mann Gottes zu sein.

Der Täter hatte innerlich schon lange zuvor die Kirche verraten, der er einst zu dienen versprach. Die heroische Reaktion des Opfers, ihren katholischen Glauben nicht zu verlassen, versetzte Pfarrer Lankeit so sehr in Erstaunen, dass er im ersten Moment nicht wusste, wie er der Frau beistehen könnte.

Trotz eines inständigen Gebetes zum Hl. Geist blieb er zunächst sprachlos. Er dachte an den Skandal, der sie in diese Situation brachte. Pfarrer John sagte ihr: „Ich bin völlig entsetzt über das, was Sie durchmachen mussten und weiß nicht, wie ich Ihren Schmerz lindern kann.“ – Zu seinem Erstaunen bedankte sich die Frau bei ihm. Zu lange hatte sie solchen Trost und Zuwendung vermisst: „Herr Pfarrer, ich bin froh über Ihre Antwort, denn bisher hüllten sich alle in ein verschämtes Schweigen.“

Pfarrer John bemerkte in ihr einen Mut, den nur der Hl. Geist vermitteln kann.

In der Lesung des 20. Sonntages im Jahreskreis  –  Eph 5,15-20  –  schrieb der heilige Paulus: „Brüder! Achtet sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht töricht, sondern klug. Nutzt die Zeit; denn diese Tage sind böse. Darum seid nicht unverständig, sondern begreift, was der Wille des HERRN ist.“

„Als die Frau und ich versuchten, herauszufinden, was der Wille Gottes in unseren Tagen ist, kamen mir zwei Dinge in den Sinn, die ich ihr erläuterte“, erklärte der Kathedralrektor in seiner Predigt: „Unabhängig davon, was jemand in oder außerhalb der Kirche bemerkt, müssen wir bedenken, dass der Wolf im Schafspelz unschuldige Opfer verschlingt. Priester, die solche Dinge tun, sind der Kirche untreu.“ 

Durch ihre Laster sind sie nicht im Stand der Gnade und haben sich insofern von der Communio, der „Gemeinschaft der Gläubigen“ getrennt. Wer schwer sündigt, darf die hl. Eucharistie nicht empfangen.

Jesus sagte im Matthäusevangelium: „Wer auch immer den Willen Gottes erfüllt, der ist mein Bruder, meine Schwester, meine Mutter.“ – Jene gehören also zur geistlichen Familie Christi, die Gottes Gebote einhalten.

Priester, welche Christus und seine Botschaft verraten haben, und Bischöfe, die sie deckten, handeln gegen ihre Berufung und Sendung. Einst hat auch der Apostel Judas Iskariot sich selber von Christus und der Urkirche abgewendet, wie Pfarrer Lankeit erklärte.

Es komme nicht auf den Stand und die Farbe der Klerikerkleidung an (ob schwarz, rot oder violett etc), sondern darauf, treu zum Glauben und zum Willen Gottes zu stehen. Christus ist das Haupt, wir sind die Glieder. Die unschuldigen Opfer, die so sehr unter den Taten falscher Hirten leiden, stehen Christus sehr nahe, weil sie Anteil an seiner Passion nehmen; sie leiden in einer unvorstellbaren Form.

Wenn Jesus das Haupt ist und wir seine Glieder, dann sind die missbrauchten Opfer sein „leidendes Herz“.

Wenn wir jemals aus dieser Krise herauskommen wollen, besteht der einzige Weg darin, dass Priester und Laien es zur obersten Aufgabe ihres Lebens machen, sich selber zu heiligen.

Das bedeutet auch, so der Prediger weiter, die Taten all jener aufzudecken, die zum sexuellen Missbrauch beitrugen. Wir müssen eine gerechte Aufklärung und eine Beendigung der Korruption verlangen. Es muss uns möglich sein, Missbrauch zu ahnden, ohne die Täter weiterhin zu schützen. So viele von uns sind ärgerlich, frustriert und verwirrt. Wir wissen nicht, wie wir die Opfer trösten können.

Viele von denen, die zum katholischen Glauben übergetreten sind, hören in diesen Tagen von jenen, die diesen Schritt schon vorher nicht verstanden haben: „Haben wir nicht immer davon abgeraten, zur katholischen Kirche zu konvertieren?“  

Doch wenn wir wegen unseres Glaubens gedemütigt werden, sind wir unserem leidenden HERRN nahe, sagte Pfarrer Lankeit weiter.

Ziel der Attacken gegen die Kirche ist es letztendlich, dass wir aufgeben und unseren Glauben verleugnen. So wie die Apostel Jesus verließen, als er am meisten gelitten hat für seine Kirche und das Heil der Welt. Die Strategie des Widersachers ist es, uns zu entmutigen. Aber wenn wir aufgeben und die Kirche verlassen, dann lassen wir auch jene, die trotz allem treu zur Kirche standen, allein in ihrem Leid. Sie wurden bereits von Priestern alleine gelassen, die ihre Berufung missbrauchten.

Deswegen sollten Priester und Ordensleute auch in unserer Zeit unbeirrbar ihre geistliche Kleidung tragen, auch wenn sie deswegen spöttische Blicke oder Bemerkungen zu hören bekommen, sagte der Prediger: „Diese Zurücksetzung sollten wir als Wiedergutmachung aufopfern, so wie Jesus seine Leiden dem himmlischen Vater aufopferte für die Rettung der Seelen.“

Hier der Link zur erwähnten Predigt: https://www.youtube.com/watch?v=cu6W51ER-cI

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin, Schriftstellerin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA.  – Edith Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/

Gemälde: Evita Gründler


Professor Wolfgang Ockenfels weist Vorwürfe von ZdK-Präsident Sternberg zurück

Der katholische Publizist und Professor Dr. Wolfgang Ockenfels (siehe Foto) hat die Kritik für sein Engagement bei der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung zurückgewiesen. „Wir leben in hysterischen Zeiten, in denen auch manche Katholiken durchdrehen“, sagte Ockenfels der Wochenzeitung JUNGEN FREIHEIT.

Zuvor hatte der Präsident des „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ (ZdK), Thomas Sternberg, dem Dominikanerpater dessen Mitarbeit im Kuratorium der Stiftung als „skandalös“ vorgehalten. „Wie kann ein Dominikanerpater und früherer Berater der CDU sich dazu hergeben, sich im Kontext einer rechtsradikalen Partei zu engagieren?“ teilte er auf Twitter mit.

„Herr Sternberg bewegt sich ‘im Kontext’ einer C-Parteienfixierung und ist von Kopf bis Fuß auf Angela Merkel eingestellt“, kritisierte Professor Ockenfels: „Statt parteipolitische Wahlkampfparolen von sich zu geben, sollte er sich … besser für die Geltung christlicher Sozialprinzipien einsetzen.“

Dies müsse im offensiven Gespräch mit allen Parteien geschehen. „Doch hier fehlt es an der sonst so oft beschworenen Dialogfähigkeit und der Bereitschaft, ‘nach allen Seiten offen’ zu sein und ‘an die Ränder’ zu gehen“, verdeutlichte der Geistliche.

Ockenfels verteidigte die AfD gegen den Vorwurf, sie sei eine rechtsradikale Partei: „Die pauschale Abstempelung der AfD als rechtsradikal ist dem Wörterbuch der Diffamierung entnommen.“ 

Spätestens seit dem Zweiten Vatikanum seien zudem die „Zeiten einer parteipolitischen Bevormundung von Seiten kirchlicher Amtsträger vorbei“. Mittlerweile seien „kirchliche Laien in Ordnungsfragen die eigentlichen Fachleute, die aus eigener Verantwortung zu entscheiden haben, ob, wo und wie sie sich parteipolitisch engagieren“.

P. Ockenfels leitet das Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg in Bonn, das sich dafür einsetzt, Prinzipien der katholischen Soziallehre Geltung in der Politik zu verschaffen. Zudem ist er Chefredakteur der Zeitschrift Die Neue Ordnung. Von 1985 bis 2015 war er Professor für Christliche Sozialwissenschaft in Trier.

Im März hatte die Desiderius-Erasmus-Stiftung Ockenfels’ Berufung in das Kuratorium bekanntgegeben. Dem 27-köpfigen Gremium gehören unter anderem auch der Biologe und bekennende Atheist Ulrich Kutschera, die frühere DDR-Oppositionelle Angelika Barbe sowie der Theologe David Berger an. Vorsitzender ist der Ökonom Max Otte. 

Quelle und vollständiger Text hier: https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2018/afd-nahe-stiftung-ockenfels-wehrt-sich-gegen-kritik/

Foto: Andreas Kobs in FaireMedien: https://fairemedien.de/im-internet-wird-zurueckgeschrieben/ockenfels02/