Sievernich: Unsinnige „Kernbotschaft“ an Manuela Strack, die „kleine Blume“

Die Seherin sieht sich als „kleine Gebetsperle“

Der Förderverein der Gebetsstätte Sievernich – es handelt sich wohlgemerkt nicht um eine kirchlich anerkannte Erscheinungsstätte –  wirbt seit langem mit den „Botschaften“, die der Himmel angeblich an Manuela Strack übermittelt hat (siehe hier:  https://maria-die-makellose.de/botschaften_themen.html).

Frau Strack ist die „Seherin“ von Sievernich, einer kleinen Pfarrei im Bistum Aachen unweit der Grenze zum Bistum Köln.

In den letzten Jahren ist es stiller um die selbsternannte Visionärin geworden, die mit 33 Jahren reichlich Staub in frommen Kreisen aufwirbelte, als sie zu Beginn der Jahrtausendwende mit ihren angeblichen Privatoffenbarungen viele Pilger und Neugierige in die kleine Gemeinde zog.

Obwohl selber in Düren lebend, verkündete die Familienmutter seinerzeit jahrelang einer (leicht)gläubigen Schar zu Sievernich ihre jüngsten „Botschaften“ von oben.

Merkwürdigerweise ist die kirchliche Obrigkeit – sprich: die zuständige Bistumsleitung von Aaachen – nicht gegen den offensichtlichen Unfug dieser „Botschaften“ und Phänomene vorgegangen, sondern ließ den falschmystischen Geschehnissen ungehindert ihren Lauf.
Wie dieses Nicht-Eingreifen mit dem kirchlichen Wächteramt, Gläubige vor abergläubischen Gefahren zu schützen, vereinbart werden kann, ist wohl das Geheimnis des bischöflichen Ordinariats.

Wie theologisch unsinnig viele der „übernatürlichen“ Einsprechungen und Visionen von Frau Strack tatsächlich sind, haben wir bereits mehrfach aufgelistet und erläutert: https://charismatismus.wordpress.com/category/irrgeistige-erscheinungen/sievernich-manuela/

Interessanterweise veröffentlichte die erwähnte Sievernich-Werbeseite auch die „Kernbotschaft“, welche der Seherin Strack  – in ihrer Fangemeinde schlicht als „Manuela“ bezeichnt – am 19. Mai 2003 zuteil geworden sein soll.

Während die Erscheinungs-„Madonna“ Manuela bei Überreichung von drei „Schlüsselgeheimnissen“ (!) am 7.10.2002 bereits als „Kleine Gebetsperle“ würdigte, wurde sie von „Jesus“ gar als „meine kleine Blume“ angeschwärmt.

Als ob der wahre Gottessohn und Erlöser  mit solchem Kitsch jemals den Hochmut und Eigendünkel von Personen begünstigen würde, die sich ohnehin mit ihren „Botschaften“ bereits im Lampenlicht von Medien und Öffentlichkeit befinden (Sievernich wurde damals nicht nur zuhauf von neugierigen Pilgerscharen „heimgesucht“, sondern auch von Presseleuten usw.).

Die verfehlte „Kernbotschaft“ von Manuela Strack

Unter dem Titel „Die Kernbotschaft von Sievernich“ wird berichtet, Jesus sei für Manuela am 19. Mai 2003 in der Pfarrkirche von Sievernich direkt sichtbar geworden („Nun sah ich in der heiligen Hostie das Antlitz Jesu“).

Dann habe die Erscheinung („seine Stimme klang männlich, sanft, einfühlsam…“) sie mit den folgenden Worten begrüßt:

„Ich grüße und segne dich, meine kleine Blume. Erkennst du Mich?“

Danach habe jene Stimme sie aufgefordert, auf die Marienbotschaften zu hören, die sie bislang erhalten habe. Weiter heißt es, erneut der Eitelkeit der Visonärin schmeichelnd: „Durch dich dürfen die Menschen erfahren, dass Ich zu jedem von euch komme, wenn Ich nur eingeladen werde. Allen Menschen schenke Ich Heil und Segen.

Nun gibt es zwar den allgemeinen Heilswillen Gottes, aber das tatsächliche Heil wird keineswegs „allen Menschen“ zuteil, sondern hängt von ihrem Glauben und ihrer Nachfolge Christi ab. Gott wirkt grundsätzlich nicht gegen den freien Willen seiner Geschöpfe.

Diffamierung der katholischen Priesterschaft

Nachdem Frau Strack mit Lob und Preis überschüttet und ihr „Erwählungsbewußtsein“ massiv gestärkt wurde, zieht der irrgeistige „Jesus“ über die Priesterschaft her:

„Meine Priester, Meine Nachfolger, wo seid ihr? Seht Mich an, könnt ihr vor Mir bestehen? Liebt ihr Mich oder geht ihr den irdischen Genüssen des weltlichen Lebens nach? Meine Kleine, bevor Ich die Welt mit Meinen Füßen betrat, liebten die Pharisäer Meinen Vater nicht mehr… Meine Kleine, wie ist es heute?

Kurz vor Meiner Wiederkunft in Herrlichkeit schaue Ich auf Meine Nachfolger. Wer liebt Mich heute noch? Wer handelt nach Meinem Wort?“

Das sind freilich skeptische Fragen an die Geistlichkeit „kurz vor meiner Wiederkunft“. Das Jesus-Phantom beklagt sich weiter wortreich über den katholischen Klerus:

„Zu Meinen Lebzeiten auf der Erde wurde Ich geschunden und gemartert…Wie ist es heute? Werde Ich von Meinen Priestern geliebt und verkündet oder werde Ich von ihnen verleugnet um ihrer selbst willen?…. Wegen eurer Vergehen wird die Kirche, Mein Leib, in Deutschland geschunden, weil ihr nicht mehr wahrhaftig seid….“

Abschließend fordert der Erscheinungs-„Jesus“ dazu auf: „Dient dem Vater im Himmel, Mir, dem Sohn, und Seiner Mutter treu und redlich.“

Hier wird Maria als die Mutter des Vaters im Himmel bezeichnet, was eindeutig verfehlt ist, denn die Madonna ist keine Muttergottheit, sondern als Geschöpf die menschliche Mutter des Gottessohnes. Es müßte also heißen: „Dient dem Vater im Himmel, Mir, dem Sohn, und meiner Mutter treu und redlich.“

Solange eine Botschaft noch nicht einmal zwischen Gott-Vater und Gott-Sohn unterscheiden kann – und das gilt erst recht für eine „Kernbotschaft“  –  kann auch der ganze „Rest“ nicht von oben stammen.

Während die Priesterschaft also denkbar schlecht wegkommt, ist es mit dem Mitarbeiterteam von Manuela bestens bestellt:

„Deine Helfer dürfen sich in Mir geborgen fühlen gegen Anfeindungen und Versuchungen des Feindes…Sind sie Mir und Meiner Mutter treu, so bringen sie reiche Frucht.“

Es handelt sich eindeutig um eine pseudo-konservative, in Wirklichkeit häresieverdächtige und pauschale Herabsetzung von katholischen Geistlichen, verbunden mit einer Aufwertung erscheinungstüchtiger Laien, die sich um eine kirchlich nicht anerkannte „Seherin“ gruppieren.

Im Grunde geht es hier um die Aufrichtung einer schwarmgeistigen Laienherrschaft auf spiritueller Ebene.

Noch offensichtlicher kann sich Pseudomystik und Falschprophetie kaum präsentieren!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Der Regensburger Oberhirte feierte am 26. Januar den 7. Jahrestag seiner Bischofsweihe

Am Sonntag, dem 26. Januar 2020, hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer eine Pontifikalvesper anlässlich des siebten Jahrestags seiner Weihe zum Bischof gefeiert. Der Regensburger Oberhirte wurde am 26. Januar 2013 zum Bischof geweiht.

Im Anschluss an den Gottesdienst im Regensburger Dom zeichnete er verdiente Priester und Weltchristen (Laien) aus. Die Feierstunde fand im Kolpinghaus Regensburg statt.

Im Namen der Diözese dankte Generalvikar Michael Fuchs dem Bischof „für Ihre Orientierung, Ihren Glauben und Ihr rechtes Maß“.

Die Vesper im Dom St. Peter feierten das Domkapitel, zahlreiche Priester sowie Vertreter der benachbarten Kollegiatstifte und Gläubige, die als Fahnenabordnungen der Verbände fungierten sowie viele weitere Teilnehmer.

In seiner Predigt sagte der Bischof, dass er sieben Jahre zuvor an diesem Ort versprochen hat, die Treue zum Weiheversprechen zu halten.

Erzbischof Reinhard Marx fragte ihn damals nach seiner Bereitschaft, im Dienst am Evangelium Christi dieses treu und unermüdlich zu verkündigen und somit das Glaubensgut rein und unverfälscht weiterzugeben. Darauf habe er jeweils geantwortet: „Ich bin bereit.“

„In den vergangenen Tagen haben mich viele Menschen gebeten, meinem Weiheversprechen treu zu bleiben“, erklärte der Oberhirte weiter.

Er erinnerte außerdem daran, dass er fünf Jahre zuvor bei dieser Gelegenheit im Dom angekündigt hatte, die „noch ernsthaftere Aufarbeitung der Missbrauchsfälle“ anzugehen: „Bei der Kooperation mit den Opfern sind wir einen guten Weg gegangen.“

Der Aktivist Matthias Katsch vom „Eckigen Tisch“ sowie Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, hätten das Bistum Regensburg mit seinen Bemühungen bei der Aufarbeitung als Leuchtturm bezeichnet.

Der Bischof verwies auf die Sorgen von Papst Franziskus, der in seinem Schreiben auf den Rückgang der Glaubenspraxis, des Gebets und der Teilnahme an der sonntäglichen Eucharistiefeier hingewiesen hat. Insgesamt gehe es um die tiefere Liebe zu Christus.

Dagegen verwies er auf andere kirchliche Gemeinschaften, in denen es die derzeit infrage gestellten „Hemmnisse“ eines verpflichtenden Zölibats sowie weiterer Regelungen nicht gibt, wo aber auch nicht der Glaube aufblühe.

„Wir müssen viel tiefer ansetzen“, sagte der Bischof. Er machte auf Jesus Christus selbst aufmerksam, der den Menschen in der entscheidenden Situation nicht nachgelaufen ist. Vielmehr fragte er, als sich die meisten von ihm abwandten: „Wollt auch ihr gehen?“ –  Und Petrus erklärte daraufhin: „HERR, wohin sollen wir gehen?“-  Papst Franziskus hat in diesem Sinne zur Evangelisierung geraten.

Deshalb werde es darauf ankommen, sich in einem ersten Schritt fragen, wie mit der eigenen Liebe zu Christus bestellt sei  – ob sie eventuell erkaltet ist? „Was aber in mir nicht brennt, kann nicht auf andere überspringen.“

Dann aber gehe es darum, im Sinne des 2. Vatikanum dem Weltauftrag und Weltdienst nachzukommen und in Wissenschaft, Kultur, Medien die Welt aus dem Geist des Evangeliums heraus zu gestalten.
Dr. Voderholzer sprach von einer Verlebendigung des Glaubens im Bistum Regensburg. 

Während des folgenden Festaktes im Kolpinghaus würdigte der Bischof verdiente Priester und Laien.

BILD: Der Regensburger Bischof mit den ausgezeichneten Priestern und Laien (Foto: Dr. Veit Neumann)

Die Auszeichnung zum Päpstlichen Ehrenkaplan (Monsignore) erhalten Pfarrer Martin Martlreiter aus Dingolfing-St. Johannes und Pfarrer Anton Schober aus Thalmassing-Wolkerin

Bischof Dr. Voderholzer verlieh außerdem Ehrungen als Bischöflich-Geistliche Räte an: Pfarrer Stefan Anzinger, Ergoldsbach-Bayerbach Pfarrer Thomas Jeschner, EschenbachPfarrer Holger Kruschina, Roding  – Pfarrer Andrzej Kuniszewski, Tegernheim Pfarrer Varghese Puthenchira, Weiherhammer-Kaltenbrunn-Kohlberg  – Pfarrer Josef Schemmerer, Chammünster Pfarrer Andreas Weiß, Bruck

Die St. Wolfgangs-Verdienstmedaille erhielten Gerlinde Bayer (Ihrlerstein), Margaretha Fischer (Bodenmais) und Erich Weber (Regensburg).

Quelle (Text / Fotos): Bistum Regensburg


ZdK: Konservative Laien sind unerwünscht

Die Katholische Kirche kennt Heilige und Sünder. Das Zentralkomitee der Katholiken (ZdK) kennt dagegen gute und schlechte Laien.

Die guten Laien sind vor allem jene, die beim ZdK selbst mitwirken. Deren Präsident Thomas Sternberg ist zugleich CDU-Mitglied.

Das ist nichts Ungewöhnliches: Zu den 45 „bei-gewählten“ Mitgliedern des Komitees gehören und gehörten zahlreiche politische und mediale Vertreter, darunter SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer, der grüne Landesvater Winfried Kretschmann oder der ZDF-Journalist Peter Frey. 97 weitere Mitglieder entstammen kath. Organisationen wie Caritas oder  Kolpingwerk.

Die direkt gewählten Kandidaten aus den Bistümern sind gegenüber den Funktionären und den „Hinzugewählten“ in der Minorität.

Das mindert aber nicht die Funktion des ZdK, das öffentlichkeitswirksam auftritt und bei progressiven Projekten in vorderster Reihe steht: Abschaffung des Zölibats, Frauenweihe und mehr Unabhängigkeit von Rom sind das Ziel.

Daß es seit 500 Jahren bereits ein anderes deutsches Projekt mit dieser Zielvorstellung gibt, ist bisher nicht zu den Verantwortlichen durchgedrungen.

Quelle und FORTSETZUNG des Artikels hier: https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2019/zentralkomitee-der-katholiken-gegen-konservative-laien/


Synodaler Weg: Bischof Hendriks erinnert besorgt an das holländische „Pastoralkonzil“

Von Dr. iur. can. Gero P. Weishaupt

Der Koadjutor des niederländischen Bistums Haarlem-Amsterdam, Bischof Dr. Jan Hendriks, sieht eine Ähnlichkeit zwischen dem „Synodalen Weg“ der Kirche in Deutschland und dem „Pastoralkonzil“, das Anfang der 70er Jahre in den Niederlanden abgehalten worden ist.

Das schreibt er in seinem lateinischen Beitrag  der Seite „Quid Novi“ auf seiner Homepage „Arsacal“:

„Es sind dieselben Vorschläge, dieselben Argumente“, stellt Monsignore Hendriks fest, der das niederländische Pastoralkonzil als Schüler eines „kleinen Seminars“  miterlebt hat.

Über viele Jahre habe man in den Niederlanden als Folge dieses „Pastoralkonzils“ innerkirchlich eine Zeit der Uneinigkeit und Spaltungen erlebt, erinnert sich Msgr. Hendriks schmerzlich.  „Die Glaubensfreude, welche Einheit und Gemeinschaft schafft, hat lange gefehlt.“

Die Gläubigen hätten kaum ein Fundament des Glaubens gefunden.

Im Zuge jenes “Pastoralkonzils”, dem mehrheitlich Laien und wenige Kleriker als Mitglieder angehört hätten, habe man immer mehr über den katholischen Glauben und über Fragen der kirchlichen Disziplin diskutiert, was der Einheit und der Gemeinschaft der Kirche sehr geschadet habe. 

Themen wie die Struktur der Kirche, Zölibat, Sexualmoral und Ökumenismus hätten damals auch auf der Agenda gestanden.

Ihm habe damals  –  so Bischof Hendriks  –  auf dem Pastoralkonzil der Geist der Anbetung, die Anrufung des Heiligen Geistes, der Geist des Gebetes und die Feier der heiligen Eucharistie gefehlt.

Das niederländische „Pastoralkonzil“ sei vielmehr politisch und weltlich geprägt gewesen.

Zum Schluss schreibt Msgr. Dr. Jan Hendriks:

„Ich hoffe und bete, dass der Synodale Weg der Kirche Deutschlands für die Einheit, die Liebe und die Gemeinschaft segenreich ist. Mögen alle Spaltungen vermieden werden. Mögen alle dazu angespornt werden, dass sie Jesus Christus und seinem Evangelium folgen, nicht der Welt.“

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.kathnews.de/der-synodale-weg-erinnert-an-das-pastoralkonzil-in-den-niederlanden


Afrika: Bischöfe von Niger und Burkina Faso beklagen zunehmenden islamischen Terror

„Die Länder, die sich in unserer Bischofskonferenz zusammenschließen, Burkina Faso und Niger, sind seit einigen Jahren Opfer von Terroranschlägen“, erklären die Bischöfe der beiden westafrikanischen Staaten im Anschluss an die Vollversammlung, die vom 5. bis 15. Juni in Ouagadougou stattfand.

„Trotz des Engagements der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte verschärfen sich die Terroranschläge und haben durch gezielte Entführungen und Morde eine neue religiöse Dimension erreicht“, heißt es in dem gemeinsamen Dokument der katholischen Oberhirten, die ihr Entsetzen und ihre Enttäuschung im Zusammenhang mit „sinnlosen Verbrechen“ zum Ausdruck bringen.

Die Bischofskonferenz von Burkina Faso und Niger erinnert an die lange Liste von Morden, Entführungen und Übergriffen gegen Priester, Ordensleute und Laien sowie Kirchen seit dem 17. September 2018, die meist durch islamische Extremisten erfolgten; sie fordern die „Menschen, die den Frieden lieben“ dazu auf, „trotz des Wiederauflebens von Terroranschlägen einig zu bleiben und den Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Komponenten unserer Völker zu pflegen, um nicht in die Fallen der Terroristen zu treten.“

Quelle: Fidesdienst


Regensburger Bischof zum Frauenpriestertum und den Aufgaben des Kirchenvolkes

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer stellt aus aktuellem Anlaß zum Thema Priesterweihe für Frauen fest:

„Es führt uns keinen Millimeter weiter, wenn wir uns die Geschichte der Kirche zurechtbasteln, um uns dann am Ende etwa ein Frauenpriestertum zu genehmigen.

Christus hat sehr bewusst mit Blick auf die innere Logik des priesterlichen Dienstes einen Kreis von Männern ausgewählt und ihnen die apostolischen Vollmachten übertragen.

Das war keine Rücksicht auf seine Zeit. Im Gegenteil. Er entschied im Gegensatz zu fast allen Kulturen seiner Zeit, die weibliches Priestertum in den unterschiedlichsten Formen kannten.

Die Kirche hat kein Recht, von dieser Vorgabe abzuweichen. Das gilt heute und das galt zu allen Zeiten. Die Diakonissen erfüllten eben keinen apostolischen Dienst. Sie trugen kein Weiheamt. Das ist umfangreich erforscht und belegt und Papst Franziskus bezog sich mehrfach auf diese Forschungsergebnisse. Im Übrigen haben Gemeinde- und Pastoralreferentinnen heute weit mehr Kompetenzen als die altkirchlichen Diakonissen.“

Außerdem erklärt der Oberhirte von Regensburg (siehe Foto) Folgendes zur Berufung der Laien und zum Begriff des Weltchristen:

„Die Weltchristen sind berufen, sich als Christen prägend und gestaltend einzubringen in die Politik, die Wissenschaft, die Wirtschaft, die Medienwelt oder die Kunst. Als getaufte und gefirmte Christen sind sie befähigt, diesen Dienst in eigener Verantwortung auszuüben.

Das sind die Elemente weltchristlicher Berufung und sie zu leben, schenkt den Christen und der Kirche Ausstrahlung und missionarische Kraft.

Es war das Zweite Vatikanische Konzil, das sowohl die Christen im Weiheamt als auch die Laien in ihrer jeweils spezifischen Berufung gestärkt hat. Als Ort der spezifischen Berufung der Laien wurde der ‚Weltdienst‘ formuliert. Deshalb spreche ich auch lieber von Weltchristen als von Laien. Der Begriff des Laien ist in unserem Sprachgebrauch negativ besetzt. Man denkt an Menschen mit geringer Kompetenz. Das führt auf eine völlig falsche Fährte.

Ich warne erneut vor einer Klerikalisierung der Laien und einer Laisierung der Kleriker.“

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.bistum-regensburg.de/news/es-geht-um-heiligkeit-bischof-rudolf-voderholzer-zur-lage-der-kirche-und-zur-berufung-der-weltchristen-6725/


Warum die Thesen von Prof. Schockenhoff theologisch in die Irre führen

Von Rainer Kochinke

Die Thesen des Vortrags von Prof. Eberhard Schockenhoff bei der Frühjahrsvollversammlung der DBK lesen sich streckenweise wie ein Glaubensbekenntnis des zeitgenössischen Hedonismus.

Er fordert die Kirche zu einem radikalen Bruch mit der noch geltenden Lehre zur Sexualmoral auf. Auf den Seiten 6 und 7 verlangt er, die Kirche solle sich insbesondere die Kategorien des Luststrebens und Lustgewinns, des sexuellen Verlangens als anzuerkennende Prinzipien der sexuellen Partnerschaft zu eigen machen und in einem beliebigen Kontext aufwerten.

Die von Schockenhoff bemühte „Lebenswirklichkeit“ zeigt aber, dass die von ihm empfohlenen Kategorien ohnehin schon bei der großen Masse der Taufschein-Katholiken in der Lebensführung umgesetzt werden. Und die zweite Hälfte dieser Lebenswirklichkeit sind die katastrophalen Auswirkungen dieses von der kirchlichen Ethik losgelösten Sexualverhaltens.

Sexuelles Verlangen und Begehren sind ihrer Natur nach kurzlebig und können rasch den Adressaten wechseln. Das bewusste Streben nach Lustgewinn macht nicht nur egoistisch und rücksichtslos, sondern nutzt sich ab und verlangt nach Steigerung der auslösenden Reize.  Pädosex und Pornographie gedeihen auf diesem Nährboden.

Um aus diesem Teufelskreis ausbrechen zu können, bedarf es der Orientierung an der von der Kirche gelehrten göttlichen Schöpfungsordnung, in der auch die Beziehung der Ehegatten von einer keuschen Liebe getragen wird. Das bedeutet, dass die geistig-seelische Dimension der Partnerschaft, also das, was jenseits der körperlichen Attraktivität vom Willen gelenkt Beständigkeitscharakter hat, den Vorrang vor der leiblichen Komponente haben muss und somit die sexuelle Lusterfahrung nicht mehr und nicht weniger als eine sinnvolle Begleit-erscheinung der liebenden Hingabe ist.

Bei Schockenhoff kommt der Begriff „Keuschheit“ nicht vor, also das Schlüsselwort für das Gelingen einer beständigen und krisenfesten Partnerschaft, die nicht von der schwankenden Attraktivität des Partners abhängt.

Statt dessen liefern seine Thesen die Menschen gerade jenen Verhaltensweisen aus, die letztlich für das Elend der betrogenen Ehegatten, der Scheidungswaisen, der alleinerziehenden Mütter und der Patchworkfamilien verantwortlich sind.

Wie kann man angesichts der Tragödien einseitig erotisch geprägter Beziehungen, die rasch aufflammen, ebenso rasch verglühen und zu Asche werden, die Augen verschließen?

Prof. Schockenhoff zieht angebliche neuere Erkenntnisse der Humanwissenschaften, die oft genug nach wenigen Jahrzehnten ihre Irrtümer eingeräumt und durch neue Fragwürdigkeiten ersetzt haben, der geltenden kirchlichen Lehre vor.

Er beruft sich dabei auf die Meinung einer „gegenwärtigen theologischen Ethik“ und unterstellt, dass Gottes Geist die Kirche durch 2000 Jahre im Stich bzw. im Irrtum verharren ließ.

Der Theologe tritt nun als der Befreier von den „normativen Fesseln der traditionellen Sexualmoral“ auf (S. 6) und diffamiert dadurch die bisherige Orientierung an der geoffenbarten göttlichen Schöpfungsordnung als schädliche Beschneidung der Freiheit und der Lebensqualität.

Deshalb lässt er auch das traditionsgemäße Offenbarungsverständnis nicht gelten. Folgerichtig wird Gottes Gebot keine absolute, sondern nur eine relative Verbindlichkeit zugebilligt.

Dazu verwendet er den Taschenspielertrick, man solle bei der katholischen Ehelehre nicht von „Alleingeltung“, sondern von „Höchstgeltung“ reden. Um besser gegen den kirchlichen Standpunkt polemisieren zu können, entstellt er die tatsächliche Lehre der Kirche und baut auf Seite 6 einen Popanz auf.

So stellt er das Eheleben mit NER oder im unfruchtbaren Alter als von der Kirche unerlaubt dar, was den Tatsachen nicht entspricht. Aber im Gegensatz zu den tatsächlichen und den von ihm konstruierten Einschränkungen fordert er die Bischöfe auf, die aus seiner Sicht „positiven Gestaltungsmöglichkeiten der Bedürfnisfülle menschlicher Sexualität“  zu bejahen, das heißt wohl im Klartext, kirchlich beinahe alles abzusegnen, was bisher als sexuelle Verfehlung und schwere Sünde galt.

In nächster Zeit wird es sich ergeben, ob jetzt die auf progressiv getrimmten „engagierten Katholiken“ Deutschlands im Laien- und Klerikerstand bereit sind, Schockenhoffs Forderungen zu übernehmen und sich damit gleich den Lemmingen in den theologischen Abgrund zu stürzen.

Unser Gast-Autor Rainer Kochinke ist Religionspädagoge und wohnt in Rheine (Westfalen)