AM OSTERMORGEN von Friedrich Rückert

Am Ostermorgen

Am Ostermorgen schwang die Lerche
sich auf aus irdischem Gebiet
und, schwebend überm stillen Pferche
der Hirten, sang sie dieses Lied:
Erwacht! Die Nacht entflieht.
Das Licht zerbricht
die Macht der Nacht;
erwacht ihr Lämmer all, erwacht,
auf feuchtem Rasen kniet!

Es ward von einem Osterlamme
getan für alle Welt genug,
das blutend an dem Kreuzesstamme
die Schuld der ganzen Herde trug.
Des Sieges Stunde schlug!
Das Grab, es gab
den Raub vom Staub
zurück; nun weidet grünes Laub,
ihr Lämmer fromm und klug!

Der Baum des Lebens, fluchbeladen,
stand abgestorben, dürr und tot.
Des Lammes Blut ihn mußte baden;
nun wird es blühend rosenrot.
Gewendet ist die Not!
O seht, her geht
der Hirt, der wird
die Herde weiden unverirrt
im neuen Morgenrot

Friedrich Rückert


Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, doch das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Jes 40,1-11:

Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet zu Jerusalem freundliche und verkündet der Stadt, dass ihr Frondienst zu Ende geht, dass ihre Schuld beglichen ist; denn sie hat die volle Strafe erlitten von der Hand des HERRN für all ihre Sünden.

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

Eine Stimme ruft: Bahnt für den HERRN einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott! Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben.

Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN, alle Sterblichen werden sie sehen. Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen.

Eine Stimme sagte: Verkünde! Ich fragte: Was soll ich verkünden?

Alles Sterbliche ist wie das Gras, und all seine Schönheit ist wie die Blume auf dem Feld. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, wenn der Atem des HERRN darüberweht. Wahrhaftig, Gras ist das Volk. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, doch das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit.

Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! Sag den Städten in Juda: Seht, da ist euer Gott.

Seht, Gott der HERR, kommt mit Macht, ER herrscht mit starkem Arm. Seht, ER bringt seinen Siegespreis mit: Alle, die ER gewonnen hat, gehen vor ihm her.

Wie ein Hirt führt ER seine Herde zur Weide, ER sammelt sie mit starker Hand. Die Lämmer trägt ER auf dem Arm, die Mutterschafe führt ER behutsam.

 


Am Namensfest der heiligen Agnes segnete der Papst zwei Lämmer

Papst Franziskus hat am vergangenen Mittwochmorgen im vatikanischen Gästehaus „Santa Martha“ Besuch von zwei Lämmern bekommen. Rome%20-%20Around%20Piazza%20Navona_12

Der Papst segnete die beiden jungen Schafe, die anläßlich des Gedenktags der heiligen Agnes gebracht wurden.

Die hl. Agnes ist eine in der katholischen Kirche hochverehrte junge Märtyrerin und Jungfrau aus der Zeit der römischen Christenverfolgung, die auch liturgisch eine große Rolle spielt.

Aus der Wolle dieser Tiere werden traditionsgemäß die Pallien für neue Erzbischöfe hergestellt. Der Papst selber überreicht Ende Juni am römischen Patronatsfest von Peter und Paul die Pallien an die neuen Erzbischöfe.

Das Pallium ist ein liturgisches Zeichen der Ehre und Rechtsprechung, das vom Papst und von Erzbischöfen in ihren Kirchen getragen wird.

Für einen Erzbischof besteht das Pallium aus einem schmalen Stoffstreifen aus Wolle, das mit sechs Kreuzes aus Seide verziert ist.

Quellen: Radio Vatikan / KM


„Des HERRN Wort sprang vom Himmel herab“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Weish 18,14-16.19,6-9:

Als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht bis zur Mitte gelangt war, da sprang dein allmächtiges Wort vom Himmel, vom königlichen Thron herab als harter Krieger mitten in das dem Verderben geweihte Land. CaeciliaTrastevere - Kopie

Es trug das scharfe Schwert deines unerbittlichen Befehls, trat hin und erfüllte alles mit Tod; es berührte den Himmel und stand auf der Erde. Das Wesen der ganzen Schöpfung wurde neugestaltet; sie gehorchte deinen Befehlen, damit deine Kinder unversehrt bewahrt blieben.

Man sah die Wolke, die das Lager überschattete, trockenes Land tauchte auf, wo zuvor Wasser war; es zeigte sich ein Weg ohne Hindernisse durch das Rote Meer, eine grüne Ebene stieg aus der gewaltigen Flut.

Von deiner Hand behütet, zogen sie vollzählig hindurch und sahen staunenswerte Wunder. Sie weideten wie Rosse, hüpften wie Lämmer und lobten dich, HERR, ihren Retter.