Kreuz-Debatte: Jüdischer Historiker fordert christliche Kirchen zu mehr Selbstachtung auf

„Sind Juden wie ich sozusagen die letzten Christen?“

Unter dem Titel „Das Kreuz mit dem Kreuz“ veröffentlichte die Online-Ausgabe der BILD-Zeitung am 10. Mai eine Stellungnahme des deutsch-jüdischen Historikers Dr. Michael Wolffsohn zur Debatte um den bayerischen Kreuz-Erlaß. 

Professor Wolffsohn hat sich bereits im Herbst 2016 kritisch über Kardinal Marx und den evangelischen Landesbischof Bedford-Strohm geäußert, weil die beiden kirchlichen Würdenträger auf dem Tempelberg und an der Klagemauer in Jerusalem jeweils ihre Amtskreuze abgelegt hatten – angeblich, um weder Muslime noch Juden zu provozieren; freilich stellte sich bald heraus, daß von jüdischer Seite überhaupt kein entsprechender Wunsch geäußert worden war.                             (Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2016/11/09/prof-wolffsohn-kritisiert-kreuz-verzicht-von-kardinal-marx-und-bischof-bedford-strohm/)

Der Historiker und Autor zahlreicher Bücher aus München schreibt, das Problem beider Kirchen in Deutschland bestehe nicht zuletzt darin, „dass sie ihren inneren Frieden als Christen verloren oder nicht gefunden haben.“

Wolffsohn sieht dies auch angesichts der jetzigen Kreuz-Diskussion bestätigt, hatte sich doch besonders der Münchner Erzbischof Reinhard Marx gegen den Söder-Entschluß geäußert, Kreuze in bayerischen Landesbehörden aufzuhängen.

Hierzu stellt der Geschichtsprofessor klar:Das Kreuz ist DAS christliche Zeichen schlechthin. Wie jedes Symbol beinhaltet es eine Fülle von Bedeutungen, sozusagen ein ganzes Inhaltspaket. Jede einzelne Bedeutung, die das Kreuz beinhaltet, signalisiert dem Betrachter: Hier hast du es mit Christlichem zu tun – religiös, kulturell, politisch, rechtlich.“

Es könne auf Dauer „nicht gutgehen“, wenn den Christen ihre eigene Identität verlorengeht: Wer keine Identität hat, denkt heute dies und morgen das – und kann leicht verführt werden.“

Prof. Wolffsohn fährt fort, unser Land sei trotz verschiedener Einflüsse „in erster Linie christlich geprägt“  –  selbst wenn das den Deutschen nicht mehr klar bewußt sei.

Zur Nächstenliebe gehöre auch die Selbstliebe der Christen – ihre Achtung vor der eigenen Identität und Überzeugung  – gemäß dem göttlichen Gebot: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Dazu sollten die Kirchen ihre Gläubigen erziehen, stellt der jüdische Historiker fest. Doch stattdessen werde Söders Kreuz-Entscheid ausgerechnet von Amtsträgern kritisiert. 

Wolffsohns klarsichtige Stellungnahme endet mit folgenden Worten:

Wie steht es um die Kirchen, wenn Juden wie ich sozusagen die letzten Christen sind?
Hoffentlich suchen – und finden! – Christen nicht nur auf Katholiken- und Kirchentagen sich selbst und dann den Frieden. Frieden mit sich selbst und in der Welt.“

 


Deutschjüdischer Historiker schrieb kritischen Brief an den EKD-Chef und an Kardinal Marx

Kürzlich haben wir im CHRISTLICHEN FORUM darüber berichtet, daß sich der Münchner Geschichtsprofessor Dr. Michael Wolffsohn sehr skeptisch über das Verhalten der beiden Kirchenleiter (Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm) äußerte, weil diese Herren auf dem islamisch kontrollierten Tempelberg sowie an der Klagemauer in Jerusalem ihr Amtskreuz abgenommen haben.  scannen00061

Der deutschjüdische Historiker (siehe Foto) kritisierte die Unterwürfigkeit der beiden Repräsentanten, wobei Bedford-Strohm den Rat der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland) leitet  – und Kardinal Reinhard Marx neben seine Amt als Erzbischof von München zugleich als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz fungiert.

Nun hat sich Prof. Wolffsohn am 14. November 2016 in „BILD“-online erneut zu diesem seit vielen Wochen debattierten Thema geäußert und einen Offenen Brief an Kardinal Marx und EKD-Chef Bedford Strohm veröffentlicht.

Das Schreiben beginnt mit den Worten: Verkehrte Welt: Sie, die höchsten Vertreter des Christentums in Deutschland, legen das Kreuz ab. DAS Symbol des Christentums.“ – 

Sodann stellt der Historiker klar:Als Jude habe ich Ihre Haltung kritisiert, denn ebenso wie Sie Muslimen und Juden gegenüber Toleranz leben, dürfen Sie umgekehrt Toleranz von Muslimen und Juden Ihnen gegenüber erwarten.“0022

Er kritisiert, daß die beiden Herren sich „der Forderung Ihres islamischen Gastgebers unterworfen“  hätten und fügt hinzu:

„Sie haben dann darauf hingewiesen, dass Sie auch an der Klagemauer das Kreuz abgelegt hätten, weil die jüdischen Verantwortlichen sie ebenfalls darum gebeten hätten.“

Dazu stellt Wolffsohn fest, daß diese Erklärung nicht zutreffe:

„Meine Recherchen in Israel ergaben, dass kein politischer, militärischer oder religiöser Vertreter Israels Sie hierzu aufgefordert hat. Nicht auszuschließen ist, dass irgendeine jüdische Privatperson Sie hierum gebeten hatte. Doch diese kann nicht im Namen Israels oder „der“ Juden auftreten.“

Sodann wendet sich der Autor direkt an Bischof Bedford-Strohm:

„Sie warfen Kritikern auf der Pressekonferenz der EKD-Synode in Magdeburg vor, diese würden einen „Kulturkampf“ inszenieren, „um zu zeigen, der Islam sei intolerant.“ Nicht der Islam ist das Thema. Sie sind es. Sie und Kardinal Marx unterwerfen sich als Christen. Wo bleibt Ihre Vorbildfunktion, wo Ihr Bekennermut, wo Ihre Zivilcourage?“

Quelle für die Zitate: http://www.bild.de/politik/ausland/michael-wolffsohn/antwort-an-kardinal-und-ekd-vorsitzendem-48758212.bild.html

 


Kreuzablegung an der Klagemauer: Israel weist Äußerungen des EKD-Chefs zurück

Wie die Webzeitschrift „Israel-Netz“ berichtet, wurden Kardinal Reinhard Marx und EKD-Chef Heinrich Bedford-Strohm bei ihrer Pilgerreise ins Heilige Land keineswegs von israelischen Sicherheitskräften darum gebeten, ihr Amtskreuz während des Besuches an der Westmauer bzw. der sog. „Klagemauer“ (siehe Foto) abzunehmen.   

Mitte Oktober 2016 hatten Kardinal Marx als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz sowie Bischof Bedford-Strohm als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) den Tempelberg sowie die Klagemauer in Jerusalem besucht.

BILD: Bezirk der Klagemauer in Jerusalem (Foto: israel. Tourismusministerium)

Laut Internetseite „evangelisch.de“ erklärte Heinrich Bedford-Strohm, die ökumenische Delegation sei nicht allein von muslimischer, sondern auch von jüdischer Seite aufgefordert haben, ihre Kreuze abzunehmen, um „angesichts der angespannten Lage in der Jerusalem“ eine Provokation zu vermeiden.

Der israelische Militärsprecher Arye Sharuz Shalicar weist diese Behauptung hinsichtlich der israelischen Seite indes entschieden zurück. Er forderte die Bischöfe auf, es öffentlich zu machen, welcher Sicherheitsdienst dies angeblich von ihnen gefordert haben solle. Shalicar schreibt auf Facebook, er habe den Vorwurf überprüft und man sei „empört über diese Behauptung“.

Major Shalicar hält den Kirchenvertretern zudem grundsätzlich vor, daß sie ihre Amtskreuze abgenommen haben. Es sei „fraglich genug“, so schreibt er in einem Offenen Brief an die beiden Würdenträger, „warum Sie vor den radikal-arabisch-muslimischen Gastgebern auf dem Felsendom eingeknickt sind“. Noch mehr empöre ihn jedoch die Behauptung, ähnliche Aufforderungen seien von jüdischen Gastgebern geäußert worden. israeltag2

Unterdessen bestreitet EKD-Pressesprecher Carsten Splitt laut „Israel-Netz“, Kardinal Marx oder Bedform-Strohm hätten jene Behauptung hinsichtlich der israelischen „Sicherheitskräfte“ überhaupt geäußert. Offenbar besteht er aber darauf, daß eine entsprechende Aufforderung seitens „jüdischer Gastgeber“ erfolgt sei.

Auf der Webseite „evangelisch.de“  –  immerhin das amtliche Internetportal der EKD –  liest sich das hinsichtlich Bedford-Strohms Aussage folgendermaßen:

„Er kritisierte auch die mediale Berichterstattung, in der nicht erwähnt wurde, dass er das Kreuz auch an der Klagemauer nicht getragen hatte. „Man inszeniert einen Kulturkampf mit dieser Sache, um zu zeigen, der Islam sei intolerant. Warum wird nicht gleichzeitig darauf hingewiesen, dass wir bei beiden Religionen, die wir besucht haben, von den Betreuenden gebeten wurden, das Kreuz nicht zu tragen, um nicht zu provozieren?“ kritisierte Bedford-Strohm.“

Quellen für die Zitate: http://www.israelnetz.com/gesellschaft/detailansicht/aktuell/israel-haben-bischoefe-nicht-um-abnahme-der-kreuze-gebeten-98239/
https://www.evangelisch.de/inhalte/140018/06-11-2016/bedford-strohm-kreuz-jerusalem-reinhard-marx
https://www.facebook.com/MajorAryeShalicar/

HINWEIS: Siehe zum Verhalten der beiden Kirchenvertreter die Stellungnahme des deutschjüdischen Historikers Michael Wolffsohn: https://charismatismus.wordpress.com/2016/11/09/prof-wolffsohn-kritisiert-kreuz-verzicht-von-kardinal-marx-und-bischof-bedford-strohm/


Warum die wachsende Verharmlosung des Islam durch die EKD verhängnisvoll ist

Von Peter Helmes 

Leider habe ich auf diesem Forum schon oft darüber Klage führen müssen, daß die evangelische Kirche offensichtlich ihre christliche Glaubensgrundlage verloren hat und versucht, dem Islam ihre Tore weit zu öffnen. peter-helmes-227x300

Das „verkünden“ ihre Vertreter  –  Pfarrer und Bischöfe  –  verharmlosend als „Toleranz“ und „Nächstenliebe“. (Es sei auch nicht verschwiegen, daß dies oftmals auch auf die katholische Kirche zutrifft – was die Sache auch nicht besser macht.)

Währenddessen werden im Nahen Osten und in deutschen Flüchtlingslagern Christen von radikalen Moslems gequält, unterdrückt, gepeinigt und ermordet. Doch was vernimmt man von der Kirche? So gut wie nichts! Ihre Fürsorge gilt den Moslems, den vermeintlich „armen Flüchtlingen“.

Aber keinerlei „Toleranz“ und „Nächstenliebe“ bringt die Kirche  –  anders als für unsere „unsere lieben muslimischen Brüder und Schwestern“   –  für die (vorwiegend) christlichen Mitglieder der AfD auf, denen sie Haß vorwirft – meist in einem für Kirchenvertreter völlig inakzeptablen Haßton. Von „christlicher Nächstenliebe“ kann schon gar keine Rede sein.

O-Ton Bischof Bedford-Strohm  in „Chrismon“ vom 1.11.2016: „Einen programmatischen Vorrang der Christen darf es nicht geben.“   – Das ist mehr als deutlich  –  und eine Ohrfeige für alle Christen, die vom Islam verfolgt werden.

Was soll das? Bekennende Christen werden bekämpft, Christen bekämpfende Imame aber hofiert und unterstützt. Welche Kirche vertreten Bedford & Genossen eigentlich? Was ist christlich daran, sich nicht zuerst um die eigenen „Schäfchen“ zu kümmern?“ (Siehe dazu auch: https://conservo.wordpress.com/2016/11/03/unglaublich-die-kirchen-unterstuetzen-offiziell-den-deutschen-islam/) afd_-300x298

Hierzu sei ein Beitrag unseres Autors Dr. Hans Penner wiedergegeben,  der sich in einem Offenen Brief an den ev. Landesbischof Dr. Dröge in Berlin wendet und dabei die Allergie der EKD gegen die AfD anspricht:

„Sie behaupten, „die Kirche habe die moralische Pflicht, sehr deutlich zu sagen, dass wir die Unterstützung einer Partei, die die Grundwerte unserer Gesellschaft aushöhlt, nicht gutheißen können(Laut IDEA vom 27.10.2016). Gemeint ist mit dieser Lüge die AfD.

Das eigentliche Ärgernis besteht darin, daß Sie die AfD beurteilen, ohne deren Parteiprogramm zu kennen und sich nur auf minderwertige Medienkommentare verlassen. Ihr Statement ist verantwortungslos, weil es auf mangelnder Sachkenntnis beruht.

Im Parteiprogramm der AfD steht:

7.6. Der Islam im Spannungsverhältnis  zu unserer Werteordnung. Die AfD bekennt sich uneingeschränkt zur Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit. Sie fordert jedoch, der Religionsausübung durch die staatlichen Gesetze, die Menschenrechte und unsere Werte Schranken zu setzen. Einer islamischen Glaubenspraxis, die sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung, unsere Gesetze und gegen die jüdisch-christlichen und humanistischen Grundlagen unserer Kultur richtet, tritt die AfD klar entgegen. Die Rechtsvorschriften der Scharia sind mit unserer Rechtsordnung und unseren Werten unvereinbar. Dies wird auch durch die für die islamische Staatenwelt bedeutendste Kairoer Erklärung vom 4.8.1990 dokumentiert. Moschee-Bonn-4

In der Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam (hier) haben 1990 die Mitgliedsstaaten der Organisation der Islamischen Konferenz die Scharia als alleinige Grundlage von Menschenrechten definiert. Die mit Abstand wichtigsten islamischen Organisationen haben mit dieser Erklärung der UN-Menschenrechtecharta, also dem Fundament unseres Grundgesetzes, den Kampf angesagt.

Konkret bedeutet das, daß die AfD die einzige Partei in Deutschland ist, welche in ihrem Parteiprogramm Stellung gegen die Kairoer Erklärung bezieht. Fakt ist, daß die AfD im Gegensatz zu den anderen Parlamentsparteien die freiheitliche Demokratie gegen den Islam verteidigt. Das Gegenteil Ihrer Behauptungen ist wahr.

Die Evangelische Kirche fördert massiv den gesetzwidrigen Islam, der permanent Christen ermordet:

Der braunschweigische Landesbischof behauptet fälschlicherweise, der Islam sei eine Religion des Friedens. – Der württembergische Landesbischof behauptet, der Islam würde zu Deutschland gehören, was Geschichtsklitterung ist. Der bayerische Landesbischof fordert, daß flächendeckend in öffentlichen Schulen der verfassungsfeindliche Islam gelehrt wird.“

Ähnlich Dr. Christoph Heger, der hinsichtlich jenes Crismon-Interviews von Bedford-Strohm darüber informiert, wie dieser Bischof auf den Leserbrief eines Schreibers reagiert, er müsse sich doch zuerst für die Christen einsetzen.

Der EKD-Chef antwortete, dass er „die Haltung einiger europäischer Länder, nur christliche Flüchtlinge aufzunehmen, ablehne.“  – Das hatte der Briefschreiber aber gar nicht Petrus-paulus - Kopieverlangt! Er hatte vielmehr gefordert, was auch der Apostel Paulus in seinem Brief an die Galater schreibt: „So lasset uns Gutes tun an jedermann, vor allem aber an des Glaubens Genossen!“ (Gal 6:10).

Und der EKD-Ratsvorsitzende schreibt weiter:

„Natürlich sind wir im engen Kontakt mit unseren christlichen Schwestern und Brüdern in anderen Teilen der Welt. Natürlich setzen wir uns für sie ein, wo sie verfolgt werden. Natürlich versuchen wir, wo immer wir können, legale Fluchtwege für sie zu eröffnen. Leider meistens ohne Erfolg. Durch unsere engen Beziehungen in alle Welt ­mögen diejenigen, für die wir uns einsetzen, überdurchschnittlich häufig Christen sein. Aber einen programmatischen Vorrang der Christen darf es nicht geben.“

Dies widerspricht aber nicht nur der christlichen Ethik, sondern mit Immanuel Kants Begrifflichkeit auch der „praktischen Vernunft“. Wo man nicht allen helfen kann, da ist es geboten, denen vorrangig zu helfen, gegenüber denen man besondere Verpflichtungen hat: der eigenen Familie, seinen Landsleuten, Freunden oder eben auch Glaubensgenossen.

Sollte der Bischof tatsächlich diesen Unterschied nicht kennen? Ist seine Bibelkenntnis so schlecht, daß ihm die Mahnung des Apostels Paulus unbekannt ist?

Ein klarerer Kopf scheint mir der Münchner Philosoph Prof. Dr. Robert Spaemann, der sich ebenfalls in „Chrismon“ äußert:

„…Uneingeschränkt kann die Hilfsbereitschaft sein, aber nicht die tatsächliche Hilfe. Es kann nicht unsere Pflicht sein, uneingeschränkt zu helfen, weil es nicht möglich ist. Wir können es nicht. Und wir sollten auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir unserer Hilfe Obergrenzen setzen. Zudem ist es so, dass, wenn es solche Grenzen gibt, man auswählen muss, wen man nimmt und wen nicht.

Es besteht das allgemeine Vorurteil, dass der Zufall immer das beste Kriterium sei, aber das ist Unsinn. Es gibt verschiedene Grade der Nähe und hier hat Augustinus den entscheidenden Begriff geprägt:

ordo amoris, also eine Rangordnung der Liebe. Wo unserer Hilfe Grenzen gesetzt sind, da ist es auch gerechtfertigt…auszuwählen, also zum Beispiel Landsleute, Freunde oder auch Glaubensgenossen zu bevorzugen.

Wenn es tatsächlich nicht möglich ist, beiden zu helfen – was man versuchen sollte –, dann ist es nicht falsch, sondern sogar vernünftig, Glaubensgenossen zu bevorzugen. Das ist ja auch in einigen Ländern gängige Praxis. Kultureller Pluralismus kann eine historisch begründete Gegebenheit sein, aber wir sollten ihn nicht zu einem Ziel hochjubeln. Er vergrößert das Konfliktpotential.“ 

Unser Autor Peter Helmes ist politischer Publizist und leitet die liberal-konservative Webseite www.conservo.wordpress.com 

Zitat-Quellen: https://chrismon.evangelisch.de/blog/auf-ein-wort/32744/henrich-bedford-strohm-hilfe-fuer-christen-hat-keinen-vorrang-bibel sowie http://www.fr-online.de/kultur/gespraech-mit-robert-spaemann–religionen–die-es-ernst-meinen–sind-intolerant-,1472786,32908406.html

HINWEIS auf den Offenen Brief einer buddhistischen Österreicherin an Papst Franziskus contra Islam: https://philosophia-perennis.com/2016/11/09/islam-papst/


München: Evangelikale ABC-Initiative kritisiert ev. Landesbischof wg. Islam-Forum

Pressemitteilung des Arbeitskreises Bekennender Christen in Bayern e.V. (ABC):

Man kann sich leicht vorstellen, dass es dem Apostel Paulus ein großes Anliegen gewesen sein muss, die kleine christliche Minderheit im Römischen Reich als friedliebend und gemeinnützig darzustellen und sich nach Kräften für mehr Toleranz für alle religiösen Minoritäten einzusetzen  –  und dabei (öffentlichkeitswirksam!) die friedliebenden Menschen auf allen Seiten zu stärken – doch nichts von dem tat er!  Herz-Jesu_01

Dabei war die Wirkung, die von den kleinen christlichen Gemeinden ausging, weithin eine friedliche und wohltuende. Doch Paulus verstand sich in erster Linie als „Schuldner“ aller Menschen, die nicht an Jesus Christus als ihren Herrn und Erlöser glaubten. Daher war es sein ganzer „Wunsch und Wille, das Evangelium zu verkündigen“ und sich dafür „nicht zu schämen“ (Röm 1,14-16).

Da Kirchenvertreter weder staatliche Mediatoren noch UN-Sonderbeauftragte sind, gehört es nicht zu ihren vornehmlichen Aufgaben, sich für Frieden und Verständigung verschiedener (auch religiöser) Gruppierungen in der Gesellschaft einzusetzen. Der gesellschaftliche Friede ist und bleibt zuerst eine staatliche Aufgabe, während der Kirche zuerst andere, geistliche Aufgaben gegeben sind.

Dabei ist es genauso selbstverständlich wie in der Anfangszeit der Kirche, dass der einzelne Christ, sei er in einem weltlichen Beruf oder sei er Pfarrer oder Bischof, in seinem Umfeld „Friedensstifter“ ist (Mt 5,9) und dass von der christlichen Gemeinde als ganzer der Friede Gottes ausgeht.foto-dcubillas-www_freimages_com_

Es ist durchaus richtig, als Kirche verlauten zu lassen, dass die Politiker und alle Bürger und Bürgerinnen in der Gesellschaft gut daran tun, die toleranten Muslime zu stärken. Im gleichen Atemzug sollte aber ausgesprochen werden, dass es die besondere Aufgabe der Christen ist und bleibt, auch Muslimen das Evangelium von Jesus Christus zu bezeugen.

Ob dies der EKD-Ratsvorsitzende Prof. Heinrich Bedford-Strohm im „Kuratorium“ des „Münchner Forums für Islam“ wirklich tut und ob die Annahme seiner Berufung in dieses Gremium in der Öffentlichkeit so verstanden wird, bezweifle ich.

Um aber dort eine rein gesellschaftspolitische Funktion wahrzunehmen in dem Sinne, „friedliebende Muslime in Deutschland zu stärken“, wie er selbst sagt, gibt ihm weder das Amt des Bischofs noch das des EKD-Ratsvorsitzenden ein Mandat. Ein kirchlicher Amtsträger hat in einem muslimischen Verein nichts zu suchen.

Till Roth, 1. Vorsitzender des Arbeitskreises Bekennender Christen in Bayern e.V.

www.abc-bayern.de


Evangelikaler ABC-Kreis in Bayern feiert mit dem Landesbischof sein 25-jähriges Bestehen

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (siehe Foto) hat dem evangelischen Dachverband ABC (Arbeitskreis Bekennender Christen) für sein Engagement in der evangelischen Landeskirche gedankt. 25 Jahre_ABC_Landesbischof im Gespru00E4ch

Der ABC sei eine wichtige Stimme in der Kirche, die gehört werden müsse, so der Landesbischof vor rund 150 Besuchern der 25-Jahr-Feier des ABC Bayern im Heilig-Geist-Spital in Nürnberg.

Der ABC nehme die Grundlagen des Christseins sehr ernst und könne der Kirche dabei helfen, dass bei allem öffentlichen Reden immer wieder deutlich werde, welche geistlichen Grundlagen dahinter stünden. Wörtlich sagte er: „Da können Sie uns Beine machen.“

Probleme mit einzelnen Positionen innerhalb des ABC hätte er nur dann, wenn dem Gegenüber der rechte Glaube abgesprochen würde. Alle Strömungen in der Kirche müssten sich immer wieder neu demütig an Christus selbst ausrichten.

Kritik an Auswirkungen vorgeburtlicher Diagnostik

Ethische Fragen seien nicht immer leicht zu beantworten. So sei auch er für den Schutz des ungeborenen Lebens, aber die Frage, wie Abtreibungen wirksam verhindert werden könnten, sei nicht einfach zu beantworten.

Es mache ihm allerdings große Sorge, dass in der Öffentlichkeit immer weniger Menschen mit Down-Syndrom zu sehen seien; offenbar wirkten sich die Möglichkeiten der vorgeburtlichen Diagnostik so aus, dass diese Kinder gar nicht mehr geboren würden. DSC_0048

Ähnlich wie der Landesbischof wandte sich auch der Vizepräsident der Landessynode, der Ansbacher Dekan Hans Stiegler, gegen ein Auseinanderdividieren verschiedener Strömungen in der Kirche. Er habe den ABC bereits in seiner Entstehungszeit kennengelernt und dabei gespürt, wie schnell Menschen, die sich im ABC engagierten, in Schubladen einsortiert worden seien.

Zur Kirche gehöre aber immer das gemeinsame Hören auf die Heilige Schrift und das gegenseitige Hören darauf, wie der jeweils andere die Bibel auslegt.

Neues Grundvertrauen in die Heilige Schrift

Der Vorsitzende des ABC, Pfarrer Till Roth, dankte Landesbischof Bedford-Strohm für seinen Aufruf zu einer „neuen Erweckungsbewegung“ in der Kirche und bat ihn zugleich, deutlich zu machen, welche Rolle dabei ein erneuertes Grundvertrauen in die Heilige Schrift spiele. P1020947

Die Kirchenleitung sollte Initiativen entwickeln, mit denen ein geistlicher Umgang mit der Bibel gefördert werde. Aber auch in den Gemeinden vor Ort solle der Umgang mit der Heiligen Schrift neu eingeübt werden, z.B. durch Bibelgespräche und Bibelwochen.

Ehem. ABC-Sprecher kritisiert EKD-Familienpapier

Der frühere ABC-Sprecher und Synodale Dr. Wolfhart Schlichting beklagte, dass sich die evangelische Kirche in vielen Stellungnahmen und Beschlüssen der jüngeren Zeit von den Grundlagen von Schrift und Bekenntnis verabschiedet habe – als Beispiel nannte er das EKD-Familienpapier.

Positionen hingegen, die lange Zeit einhellige Überzeugung gewesen seien, könnten für Theologen heute ein Anstellungshindernis sein. Dr. Schlichting rief dazu auf, den Aussagen der Bibel zu trauen, auch der Aussage, dass in keinem anderen das Heil sei als in Jesus Christus.

Daraus folge, dass die Kirche allen Menschen das Zeugnis des Evangeliums schuldig sei, auch Muslimen: Wenn das römische Reich christlich werden konnte, könne ihm niemand erzählen, dass es unmöglich sei, dass auch die muslimische Welt christlich werde, so Schlichting.

Das kulturelle Ghetto überwinden

In seinem Festvortrag forderte der Theologische Referent im EKD-Zentrum für Mission in der Region, Heinzpeter Hempelmann, ein völliges Umdenken, wenn die Kirche Zukunft haben solle. DSC06228

Die Kirche sei heute viel zu sehr in ihren Strukturen gefangen und müsse neue Wege gehen, um Menschen für das Evangelium zu begeistern. Dabei habe sie sich immer wieder neu an Jesus Christus zu orientieren, der sich aus Liebe selbst aufgegeben habe, um den Menschen nahe zu kommen.

Konkret folge daraus auch eine Überwindung von Milieugrenzen, die in der Kirche heute noch dominierten – seien es konservativ-bürgerliche Milieus, seien es ökologisch-soziale Milieus.

Grüße zur 25-Jahr-Feier überbrachten unter anderem Magister Wilfried Kerling vom Arbeitskreis Bekennender Christen in Österreich, Matthias Schmidt von der Sächsischen Bekenntnisinitiative sowie Stadträtin Christine Kayser (SPD) im Namen von Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly.

Schriftliche Grußworte hatten u.a. der Vizepräses der EKD-Synode, der frühere bayerische Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein, und der Landesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CSU, Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, übersandt.

Im ABC haben sich Verantwortliche aus rund 20 kirchlichen Gemeinschaften, Verbänden und Werken zusammengeschlossen, so die landeskirchlichen Gemeinschaftsverbände, die Geistliche Gemeindeerneuerung und der CVJM. Sie vertreten damit bekenntnislutherische, bruderschaftlich-kommunitäre, charismatische, hochkirchliche und pietistische Prägungen innerhalb der evangelischen Landeskirche. Vorsitzender ist der Gemeindepfarrer Till Roth aus dem oberfränkischen Redwitz a.d. Rodach (Dekanat Michelau).


Ökumenische Donausegnung am Sonntag, den 12. Januar 2014 in Regensburg

Am Sonntag, dem 12. Januar 2014, findet erstmals in Regensburg eine ökumenische Donausegnung in griechisch-orthodoxer Tradition statt.

Nach der Vesper um 15 Uhr im Hohen Dom zu Regensburg begibt sich eine Prozession zur Steinernen Brücke.

Dort wird nach orthodoxer Tradition das Wasser gesegnet. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, Bischof Vassilios von Aristi und Dekan Eckhard Herrmann als Vertreter des Landesbischofs Dr. Heinrich Bedford-Strohm werden die Feierlichkeiten leiten.

Alle evangelischen, orthodoxen und katholischen Christen und weitere Interessierte sind zur Teilnahme herzlich eingeladen.

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