Kardinal Sarah hat recht: Zelebration zum Osten hin ist liturgisch erlaubt

Von Dr. Gero P. Weishaupt

Petersplatz mit Gero P. Weishaupt

Die Aufregung war groß, als Kardinal Sarah, der Präfekt der Gottesdienstkongregation anlässlich einer liturgischen Tagung in London vorige Woche die Priester er

mutigte, unter Berücksichtigung der pastoralen Klugheit am dem 1. Adventssonntag dieses Jahres die heilige Messe zum Osten (ad Deum / versus orientem) zu zelebrieren.

Kardinal Vincent Nichols, der Erzbischof von Westminster, in dessen Diözese die Tagung stattfand, hat umgehend einen Brief an die Priester seines Bistums geschrieben, mit dem er sie aufforderte, der Aufforderung von Kardinal Sarah nicht zu folgen. Er begründete seine Verweigerung u. a. mit geltenden Bestimmungen.

Was aber sind die geltenden Bestimmungen? Was sagt das liturgische Recht der Kirche hierzu?

Bekanntlich hat sich das Zweite Vatikanische Konzil zur Zelebrationsrichtung nicht geäussert. Ebensowenig wird in der Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium des Konzils etwas über die Errichtung neuer Altäre vorgeschrieben.

Das erste nichtkonziliare Dokument, das hierüber etwas sagt, ist die Instruktion Inter Oecumenici vom 26. September 1964, die mit ihren Normen den Anspruch erhebt, eine konkrete Ausführung der Liturgiekonstitution zu sein. Der Text der Instruktion sei hier zuerst lateinisch und dann in meiner deutschen Übersetzung zitiert:hv2001_07

„Praestat ut altare maius extruatur a pariete seiunctum, ut facile circumiri et in eo celebratio versus populum peragi possit…”(Sacra Congregatio Rituum[1964] 898, Nr. 91).

„Es ist besser, dass der Hauptaltar von der Rückwand getrennt errichtet wird, so dass man ihn leichter umschreiten und auf ihm die Feier zum Volk hin erfolgen kann.“

An dem gesamten Satz fällt zweierlei auf

  • die Hauptaussage des Satzes ist die Trennung des Altares von der Wand (a pariete seiunctum)
  • es wird nur eine Empfehlung ausgesagt in Bezug auf die Trennung des Altares von der Rückwand (praestat = es ist besser; es ist wünschenswert
  • es wird nur von einer Möglichkeit der Zelebration zum Volk hin als Folge der Trennung des Altares vom der Rückwand gesprochen (ut … possit= so dass … kann).

Fasst man also die lateinische Konjunktion ut konsekutivisch auf, wäre die Umschreitung und die Zelebration eine Folge der Freistellung des Altares. Durch diese kausallogische Änderung der Aussagen wäre der Hinweis auf die Zelebration nochmals abgeschwächt. Es kommt dem Gesetzgeber auf die Möglichkeit der Trennung des Altares von der Rückwand an, nicht auf die Zelebration versus populum. Letzteres bleibt eine untergeordnete Nebenaussage.

Die Instruktion von 1964 spricht nur von der Möglichkeit der Zelebration zum Volk hin. Es handelt sich hier also auf keinen Fall um eine Vorschrift. Anders ausgedrückt: Die Zelebration versus populum (zum Volke hin) wäre durch „Inter Oecumenici“ zwar erlaubt, nicht aber verpflichtet.

Quelle und Fortsetzung hier: http://www.kathnews.de/die-zelebration-versus-orientem-ist-geltendes-liturgisches-recht


Papst-Twitter auf Latein sehr erfolgreich

Latein ist anscheinend doch keine tote Sprache. Sogar bei Twitter ist sie sehr beliebt. So haben sich beim lateinischen Twitter-Konto von Papst Franziskus mehr als 126.000  Follower angemeldet. Das sind mehr als die Anmeldungen in deutscher Sprache.  

Die Twitter-Kommunikation mit dem Papst auf Latein sei sehr lebendig, teilte der US-amerikanische Philosophieprofessor Timothy Noone  der katholischen Nachrichtenagentur CNA mit. Er sei überrascht, wie viele Menschen in der Kirchensprache schreiben könnten. Er selbst und einige seiner Kollegen könnten sich sogar lateinisch unterhalten.

Papst Benedikt XVI. hatte das päpstliche Twitter-Konto im vorigen Dezember eröffnet. Ab Januar konnte man auch in Latein „zwitschern“. Nach seinem Rücktritt am 28. Februar wurde das Konto stillgelegt. Papst Franziskus ließ es bald nach seinem Amtsantritt am 13. März wieder aktivieren. Am beliebtesten sind Spanisch mit 2,8 Millionen und Englisch mit 2,7 Millionen Followern (Lesern, „Nachfolgern“).

Quelle: http://www.idea.de


Papst wünscht stärkeren Dialog zwischen Künstlern und Kirche

Die Kunst soll ein „Wächter der Schönheit“ sein


Papst Benedikt hat zu einem intensiveren Dialog zwischen katholischer Kirche und Künstlern aufgerufen. Ein solches Gespräch sei „notwendig und unerlässlich“, heißt es in einer amvergangenen Mittwoch veröffentlichten Botschaft anläßlich der 17. öffentlichen Sitzung der päpstlichen Akademien in Rom.

Jede Form wahrer Kunst eröffne ein tieferes Verständnis vom Menschen und von der Welt, so der Papst.

Die Schönheit des Glaubens sei „vitaler Lebensnerv und letzter Horizont“ für die Schaffung des Schönen in der Kunst.

Zugleich rief Benedikt XVI. die Künstler auf, einen Beitrag für einen neuen „christlichen Humanismus“ zu leisten. Als „Wächter der Schönheit der Welt“ könnten sie auch in besonderer Weise Zeuge für die Schönheit des Glaubens sein.

„Latein als kultureller Schatz“

Ein Programmpunkt auf der öffentlichen Sitzung der päpstlichen Akademien war die Vorstellung der neuen Akademie für die Pflege der lateinischen Sprache, die Benedikt XVI. am 10. November gegründet hatte.

Die Akademie „Latina Lingua“ nahm am Mittwoch ihre Arbeit auf. Am Nachmittag hatte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone ihrem Präsidenten Ivano Dionigi sowie einem Dutzend weiterer Mitglieder im Vatikan die Ernennungsurkunden überreicht.

Der Papst gibt in der Botschaft vom Mittwoch seiner Hoffnung Ausdruck, daß die Akademie zu einer Vermittlung des kostbaren kulturellen historischen Erbes an die jungen Generationen beitragen kann.

Präsentiert wurde die neue Akademie von ihrem ersten Präsidenten Ivano Dionigi. Der Altphilologe lehrt lateinische Literatur an der Universität Bologna und ist gegenwärtig deren Rektor.

Päpstliche Akademien sind der „Think Tank“ des Vatikans

Die jährlich stattfindende öffentliche Sitzung der päpstlichen Akademien stand dieses Mal unter der Überschrift „Pulchritudinis fidei testis“ – „Zeuge der Schönheit des Glaubens. Der Künstler ist, wie die Kirche, Zeuge der Schönheit des Glaubens“. Eröffnet wurde sie durch den Präsidenten des päpstlichen Kulturrates, Kardinal Gianfranco Ravasi.

Es gibt insgesamt elf päpstliche Akademien. Die bekanntesten unter ihnen sind die Akademien für die Wissenschaften, die Sozialwissenschaften und für das Leben. Sie sind eine Art „Think Tank“ des Vatikans. Ihnen gehören internationale renommierte Wissenschaftler aus der ganzen Welt an, darunter auch Nichtkatholiken.


Der Papst betont die Bedeutung der lateinischen Sprache für Liturgie und Wissenschaft in der Kirche

Benedikt XVI. errichtete heute eine Akademie pro Latein


Papst Benedikt ruft eine neue Institution zur Förderung der lateinischen Sprache ins Leben.

Mit einem Motu Proprio gründete er am heutigen Samstag die Päpstliche Akademie „Latina Lingua“. Sie wird zunächst „ad experimentum“ für fünf Jahre eingerichtet und Teil des Päpstlichen Kulturrates sein.

Sie wird aus einem Präsidenten, einem Sekretär und einem fünfköpfigen akademischen Rat bestehen. Dazu sollen weitere, ehrenamtlich arbeitende Mitglieder kommen.

Zum ersten Präsidenten ernannte der Papst den italienischen Latinisten Ivano Dionigi. Er ist Latein-Professor an der Universität Bologna.

In seinem Begleitschreiben betont der Papst, daß die lateinische Sprache in der Geschichte der Kirche immer die Universalität der Botschaft Christi garantiert habe.

Auch wenn seit dem Pfingstfest die Kirche in allen Sprachen der Welt spräche und betete, so habe das Lateinische  –  neben dem Griechischen  –  seit Beginn der Kirche den Austausch mit der Umwelt ermöglicht.

Die Kirche sei nach der Übernahme dieser Weltsprache so etwas wie die Schützerin und Förderin der lateinischen Sprache geworden. Liturgie und Dokumente der Kirche seien immer auf Latein geschrieben worden. Dies geschehe auch heute noch, so der Papst.

Deswegen sei das Erlernen dieser Sprache nicht nur für die Erschließung der Quellen des Christentums unumgänglich. Als Beispiel-Disziplinen nennt Benedikt u.a. das Kirchenrecht und die Patristik.

In der zeitgenössischen Kultur würden die Lateinkenntnisse und das Wissen über die lateinische Kultur immer oberflächlicher, erklärte der Papst weiter. Das sei etwa auch im Bereich der Priesterausbildung zu beobachten.

Dagegen wolle die Kirche die Einrichtung der Akademie „Latina Lingua“ setzen, die sich um neue Vermittlungsformen, um Tagungen, wissenschaftliche Kongresse und generell um die Förderung der lateinischen Sprache in der Kirche und darüber hinaus in der Begegnung mit der Kultur kümmern soll.

Die 1976 von Papst Paul VI. errichtete Stiftung Latinitas geht in der neuen Einrichtung auf.

Quelle: Radio Vatikan


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