Kardinal Müller: Abtreibung ist ein Mord, der als „Recht“ dargestellt wird

Der Präfekt der römischen Glaubenskongregation warnt vor dem „Druck eines ideologischen Totalitarismus“ auf die Länder Lateinamerikas, wobei Entwicklungshilfe davon abhängig gemacht werde, Abtreibung und Gender-Ideologie zu akzeptieren. Müller

Kardinal Gerhard Müller erhob diese Anklage in einem exklusiven Interview mit der italienischen Ausgabe von CNA (ACI Stampa):

„Die Staaten und die Gesellschaft Lateinamerikas stehen  –  wie auch jene in Europa und Nordamerika –  unter dem Druck eines neuen ideologischen Totalitarismus, der sich allen Ländern aufzwingen will, indem er die Entwicklungshilfe an die Akzeptanz seiner Postulate koppelt, wie es bei der Gender-Ideologie und dem freien Zugang zur Abtreibung geschieht, die ein Mord ist, der als Recht dargestellt werden soll.

Das sind Bedrohungen, die die Fundamente der modernen Staaten schwächen.“

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: http://de.catholicnewsagency.com/story/kardinal-muller-lateinamerika-wird-gedrangt-die-gender-ideologie-anzunehmen-1466

Foto: Bistum Regensburg


Starke Frauen in Lateinamerika: Christinnen, die sich für Arme und Entrechtete einsetzen

Buchbesprechung von Lucia Tentrop

War es nur Zufall, dass mir ausgerechnet gegen Ende der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 ein Buch in die Hand kam, in dem 12 voneinander unabhängige Autorinnen und Autoren aus dem deutschen Sprachraum die Lebensgeschichten von  12 starken Frauen in Lateinamerika vorstellen?  tentrop1

Stellvertretend für viele andere Frauen, die in den Ländern dieses Kontinents ihr Leben für die Menschenrechte einsetzen oder verloren haben, werden 12 Frauen namentlich genannt. „Es sind Lebensgeschichten von Wut und Verzweiflung, von  Mut und hartnäckigem Gottvertrauen, von Gewalt und Mord, aber auch … von Träumen, die wahr werden.“

Seit Jahrzehnten gaben bzw. geben ungewöhnliche Frauen den Ärmsten in Lateinamerika erfolgreich Hilfe zur Selbsthilfe:  Sie gründen Bildungsstätten, Gewerkschaften für Hausmädchen, Produktionsbetriebe für Frauen,  solidarische Gemeinschaften. Oft leben sie als Arme mit den  Armen zusammen. Sie teilen mit ihnen das Leben, unter Umständen aber auch deren Schicksal:   

„Der Tod des Waldes ist das Ende unseres Lebens“ stand auf dem T-Shirt der 2005 auf offener Straße erschossenen Dorothy Stang.

Die aus Ohio stammende brasilianische Ordensschwester hatte sich angesichts der Abholzung des Regenwaldes und des Elends gnadenlos vertriebener oder ermordeter Kleinbauern Brasiliens beharrlich für eine Agrarreform eingesetzt  und war so den Mächtigen als “Unruhestifterin“ lästig geworden –  zumal sie in Armut mit den Armen lebte und als Christin verehrt  und geliebt  wurde.

„Stang war alles andere  als eine Heilige“,  verkündete der Präsident  der Holz- und Agrar-Lobby,  „sondern hat uns zwanzig Jahre lang nur Probleme gemacht.  Sie ist für ihren Tod selbst verantwortlich…“  –  Andere „Unruhestifter“  lässt der Staatsterrorismus mit oder ohne Verhaftung  „verschwinden“. Das erregt weniger Aufsehen. Mit_Leidenschaft_leben_01

Von der aus Spanien stammenden peruanischen Rechtsanwältin Pilar Coll Torrendes, die sich u.a. um den „verschwundenen“   Präsidenten der Menschenrechtskommission bemühte, wird immerhin berichtet, dass  ihr 1998 der nationale Menschenrechtspreis in Peru verliehen wurde…..

Von der ursprünglich französischen Schwester Alice Cathy Domon in Argentinien aber wird angenommen, dass man sie wie viele Andere „abgelegt“,  d.h. nach Verhören und Folterungen aus dem Flugzeug über dem Meer abgeworfen hatte.  Sie lebte mit den Armen in deren Elendsvierteln, arbeitete als Putzfrau und Haushälterin, um den Leidenden in solidarischem Mit-Sein beizustehen.

Sie stand auch der politisch bedeutsamen Gruppe der „Madres“ nahe,  Mütter, deren Angehörige „verschwunden“ waren…..

Ich habe mich lautstark über jedes deutsche Tor gefreut und ab Halbfinale sogar dafür gebetet. Nun ist die WM vorbei. Die großen Stadien in Brasilien sind leer. Die Armen dieser Welt haben uns reich beschenkt: Wir hatten tolle gemeinschaftliche Abende.  Nicht nur die FIFA, sondern unzählige Gaststätten, Firmen und Medien auf der ganzen Welt haben gute Geschäfte gemacht.

Was bleibt der Welt von dem großartigen Event erhalten?  –  Hatten die Spiele einen Ausblick, der über sie selbst hinausweist?

Ich sehe innerlich immer wieder die Szenen, in denen die siegreichen Spieler der deutschen Mannschaft, statt sich in protzigen Siegerposen zu gefallen, die lateinamerikanischen Verlierer spontan umarmten. Erst im Nachhinein werden mir diese Umarmungen der Gegensätze, der Gewinner und Verlierer, der reichen und der armen Welt, als Anstoß des Fußballs in eine andere Ebene bewusst.

Die ganze Welt war dabei. Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, diese TV-Bilder für uns weiterleben zu lassen, sie zu vergrößern und medial aufzubereiten, damit sie in unserer Seele wirken und sich der  Welt als Botschaft der Hoffnung zu erkennen geben?

Das Buch „Mit Leidenschaft leben und glauben – 12 starke Frauen Lateinamerikas“ wurde von 3 Theologen im Verlag Peter Hammer herausgegeben:  Annegret Langenhorst, Johannes Meier und Susanne Reick; ISBN 978-3-7795-0285-2

Unsere Autorin ist Musikwissenschaftlerin und Religionslehrerin, geboren in Westfalen, heute in Berlin lebend
 
Kontaktdaten: Lucia Tentrop, Wundtstraße 40-44 in 14057 Berlin                                                  
http://www.Lucia-Tentrop.de

Afrikanische und lateinamerikanische Bischöfe besorgt über Vormarsch von Sekten

Die Bischöfe der portugiesisch-sprachigen Länder zeigen sich besorgt über das Vorrücken von Sekten in ihren Diözesen. Die neue Attraktivität der Sekten war das Hauptthema des internationalen Treffens der Bischöfe aus Angola, Brasilien, Guinea-Bissau, Mosambik, Portugal, São Tomé und Príncipe, sowie Osttimor, das am gestrigen Montagabend in der Hauptstadt Osttimors zu Ende ging.

Der Erzbischof von Palmas in Brasilien, Pedro Brito Guimarães, erklärt im Interview mit Radio Vatikan die Kennzeichen der neuartigen Sekten:

„Die Sekten sind praktisch alle gleich. Wir könnten sie mit einem weltweiten Konzern vergleichen. Sie wechseln von einem Land zum anderen, entstehen an einem Ort und zeigen sich an einem anderen. Vor allem diejenigen nordamerikanischer und brasilianischer Prägung weisen Gemeinsamkeiten auf, die sie als sehr ähnlich erscheinen lassen: Ihre Arbeitsweise, ihr spirituelles Angebot und auch die Zielgruppen.“

Die Länder, die sich dem portugiesischen Sprachraum zurechnen, vereinen eine Bevölkerung von etwa 250 Millionen Menschen. Vor allem pfingstlerische und charismatische Sekten fänden gerade hier ein fruchtbares Umfeld, so der Erzbischof weiter, denn:

„Die Menschen brauchen etwas Neues, das unmittelbar ihre Probleme löst. Sie brauchen jemanden, der eine Heilung vornimmt oder eine Befreiung, ein Wunder, das das hergibt, was man auf normalem Weg nicht erhalten kann. Die katholische Kirche arbeitet nicht auf diese Weise.“

Quelle: Radio Vatikan