Konstanz: Protestaktion von CDL und ALfA vor der Firma LifeCodexx wegen Praenatest

Mehr als 100 Menschen demonstrierten am 9.10.2018 in Konstanz vor dem Gebäude der Firma LifeCodexx, dem Marktführer bei vorgeburtlichen Gentests, gegen die Selektion von Menschen mit genetischen Besonderheiten.

Anlass dieser von der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) und den Christdemokraten für das Leben (CDL) gemeinsam organisierten Kundgebung war die aktuelle Debatte um eine Aufnahme der Bluttests auf Trisomie 21 und andere Normabweichungen in die – von den Krankenkassen finanzierte – Regelversorgung.

Nach einem Plädoyer von Josef Dichgans, Landesvorsitzender der CDL Baden-Württemberg, gefährliche Entwicklungen durch genetische Qualitätstests nicht Teil staatlicher Ordnung werden zu lassen, ergriff Hubert Hüppe, ehem. Behinderten-Beauftragter der Bundesregierung, das Wort.

Die von einem prominenten Befürworter der Kassenzulassung öffentlich gegebene Begründung, ein behindertes Kind sei doch deutlich teurer als ein Bluttest an Schwangeren, entlarve die Denkmuster einer neuen Eugenik, die Menschen selektieren will. Hüppe rief dazu auf, gemäß der Verfassung unseres Landes für die Würde jedes Menschen einzutreten. „Deshalb bin ich hier“, erklärte er. 

Aus demselben Grund war Prof. Dr. Holm Schneider, Kinderarzt am Uniklinikum Erlangen und langjähriger Begleiter von Kindern mit Trisomie 21, schon zum siebten Mal beim Protest vor den Toren von LifeCodexx dabei. Er kritisierte, dass die Aufklärung zu den vorgeburtlichen Gentests kaum Informationen darüber enthalte, „wie ein Leben mit Down-Syndrom tatsächlich aussieht“, und stellte fest: „Solche Tests bringen Frauen in die Bedrängnis, in der Frühschwangerschaft eine Entscheidung zu fällen, für die viele keine ausreichende Grundlage haben.“ 

„Das Leben ist schön – und das gilt nicht nur für mich, sondern auch für andere Menschen mit Down-Syndrom. Warum dürfen die meisten von ihnen nicht zur Welt kommen? Warum gibt es einen Test, mit dem sie vor der Geburt aussortiert werden?“, fragte Michaela Schatz, eine junge Frau mit Down-Syndrom, die zuvor aus ihrem Arbeits- und Lebensalltag erzählt hatte.

Weitere bewegende Zeugnisse junger Leute mit Down-Syndrom, die ohne Scheu nach dem Mikrofon griffen, sowie ihrer Eltern und Lehrer brachten das Anliegen der Kundgebung auf den Punkt: Eine gezielte Suche nach mutmaßlich Behinderten in der Frühschwangerschaft verstoße auf eklatante Weise gegen das Verbot, Menschen mit Behinderung zu diskriminieren.

Bemühungen um ihre Inklusion würden zum Hohn, wenn man sie anhand eines Gentests schon vor der Geburt gezielt aussondere. Rund 100 Menschen, unter ihnen betroffene Familien, unterstrichen mit ihrer erneuten Protestaktion, das das Leben jedes Menschen lebens- und liebenswert sowie wertvoll ist, unabhängig von dessen genetischer „Ausstattung“.

Quelle: Rechtsanwalt Josef Dichgans (CDL) und Prof. Dr. med. Holm Schneider (ALfA)

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Bundestag debattiert über „Bluttest“ zur Untersuchung auf Down Syndrom

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Der Deutsche Bundestag debattiert heute darüber, ob ein vorgeburtlicher Bluttest auf Down-Syndrom künftig von den Krankenkassen bezahlt werden soll oder nicht.
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Wie die Infografik zeigt, leben derzeit geschätzte 50.000 Menschen mit Trisomie 21 in Deutschland. Sie kämen in der gesellschaftlichen Debatte über die Tests bislang nicht zu Wort, kritisieren einige Abgeordnete.
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Würden Bluttests als Standard in Deutschland eingeführt, könnte sich die Zahl der Menschen mit Down-Syndrom in den nächsten Jahren weiter verringern.
Über 90% der ungeborenen Kinder, bei denen das Down-Syndrom festgestellt wird, werden nach dieser Diagnose abgetrieben.
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Quelle: https://de.statista.com/infografik/15758/down-syndrom-in-deutschland/

 


CDL äußert sich zum Anti-Abtreibungs-Statement von Papst Franziskus

Zu der vieldiskutierten Ansprache von Papst Franziskus über Abtreibung erklärt Christiane Lambrecht, die Landesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL) in Bayern:

„Abtreibung ist wie Auftragsmord! Darf der Papst das sagen? Ein Aufschrei geht durch die Medien – und ich bin dankbar dafür.

Denn das kollektive Schweigen zum Thema Abtreibung ist weder für die Frauen im Schwangerschaftskonflikt hilfreich, noch für deren ungeborene Kinder – die ja tatsächlich ohne eine faire Gerichtsverhandlung, ohne Verteidiger und unter enormen Zeitdruck und mangelnder Solidarität in der Gesellschaft durch Beauftragung eines Arztes getötet werden. Bezahlt von unseren Steuern. Das sind die traurigen Fakten.

Deswegen leitet Papst Franziskus das Thema auch ein, indem er fragt, ob es gerecht, sei jemanden umzubringen, um ein Problem zu lösen. Wohl niemand in der zivilisierten Welt wird Töten als etwas „Gerechtes“ sehen. Denn es gibt kein gutes, kein gerechtes Töten.

Darf aber der Papst wirklich sagen, Abtreibung sei wie ein Auftragsmord? Stellt er damit nicht alle betroffenen Frauen als Mörderinnen hin? Der Katechismus sagt: Abtreibung ist „moralisch verwerflich“, ein „schweres Vergehen“. Papst Franziskus spitzt zu, denn wie man sieht, hören dann die Menschen zu.

Immerhin geht es bei Abtreibung um ein Kind, das ohne Abtreibung leben würde und um eine Frau, die unser aller Hilfe bräuchte statt eine in der Regel kostenfreie Abtreibung.

Wer für Abtreibung ist, schützt nicht die Schwächsten unserer Gesellschaft: Schützt nicht die Frauen in der Not einer ungewollten Schwangerschaft. Er schützt nicht die ungeborenen Kinder, die laut Gesetz aber ihr Lebensrecht haben.

Abtreibung ist zudem immer ein mehrdimensionales Drama. Am Ende ist das Kind tot und die Mutter muss ein Leben lang damit zurecht kommen.  

Bei einer Abtreibung entscheidet sich eine Frau in der hormonell unstabilen Lage der frühen Schwangerschaft gegen ihr Kind; ihr fehlt Sicherheit und ein Netz an Mitmenschen, die ihr Mut machen. Ein Schritt, der immer Teil ihrer Lebensgeschichte sein wird und sehr oft tiefe, offene oder verdeckte seelische Wunden hinterlässt.

Also sagt der Papst nichts anderes, als was Konsens ist. Weltweit. Die Menschenrechte beginnen nämlich im Bauch. In Artikel 3 der UN-Menschenrechtscharta heißt es: „Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.“ – Das Recht auf Leben umfasst also alle Menschen und ist nicht nur ein Privileg derer, die schon geboren sind.

Abtreibung geht uns alle an. Wegschauen macht das nicht besser! Deswegen danke ich Papst Franziskus.

Es gehört gleichsam zur DNA von uns Christen, den Schwächsten eine Stimme zu geben und sich für ihr Lebensrecht und Lebensglück einzusetzen. Ein eigenes Kind ist keine Katastrophe, sondern ein Geschenk. Auch wenn es Situationen geben mag, die Frauen zunächst überfordern. Also lasst uns die Gesellschaft ändern, die politischen Rahmenbedingungen für Familien, eine echte Willkommenskultur etablieren.

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der keine schwangere Frau auch nur mit dem Gedanken ernsthaft spielt, ihr Kind töten zu lassen.

Anbei finden Sie einen Link zum Bild eines Fötus am Ende des dritten Schwangerschaftsmonats (11./12. Woche). Zu diesem Zeitpunkt erfolgen die meisten Abtreibungen in Deutschland.


6 Millionen getötete Kinder im Mutterleib

Von Peter Helmes

Sechs Millionen ungeborene Kinder werden „abgetrieben“. Sagen wir es deutlich: „Abtreibung“ ist die verharmlosende Bezeichnung für Tötung Ungeborener im Mutterleib. Eine brutale Methode, Kinder nicht das Licht der Welt erblicken zu lassen.

Und es wird nicht weniger: Seit 1974 wurden in Deutschland fast sechs Millionen Kinder abgetrieben – wobei die Dunkelziffer erheblich höher sein dürfte…

Diese Kindesvernichtung geht uns alle an. Ich mahne seit vielen Jahren davor, diese Verbrechen zu verharmlosen. Es gibt kein Recht auf Tötung!

Warum schweigen die Kirchen so laut, wenn es um den Schutz des Lebens geht? Das ist ein Skandal!

Es müßte jedes Wochenende in den Predigten gemahnt werden, unsere ungeborenen Kinder zu schützen. Das wäre die wichtigste Aufgabe der „Seelsorger“!  Oder sorgen sie sich mehr um Gaudi und Unterhaltung der Gläubigen?

Aber bei diesem Thema gehören Jux, Kurzweil und allerlei Ringelpitz, wie sie heute in den Kirchen gerne praktiziert werden, einfach nicht dazu. Soviel Ernst muß sein – auch und gerade in der katholischen Kirche.

Die Abtreibungsbefürworter haben jede Scham abgelegt und betreiben ganz offen ihr „Geschäft“:

So hat das EU-Parlament bereits eine Reihe folgenschwerer Beschlüsse gefaßt:

    • Unterordnung des nationalen Rechts unter EU-Recht,
    • Gender-Ideologie an Schulen,
    • Verpflichtung zur Anerkenntnis der Homo-Pseudo-„Ehe“,
    • Einschränkung der Meinungs- und Gewissensfreiheit und letztlich:
    • Abtreibung als Menschenrecht

Besonders brisant ist die Proklamation eines angeblichen „Menschenrechts auf Abtreibung“ in Punkt 77 des Dokuments des EP. Dies beinhaltet, daß beispielsweise die Abwesenheit von Abtreibungsmöglichkeiten künftig als Folter gewertet würde, weil eine Frau dadurch gezwungen sei, ihr Kind zur Welt zu bringen  –  oder daß ein Arzt, der sich weigert, eine vorgeburtliche Kindstötung vorzunehmen, sich – wider jegliche Logik – der Körperverletzung schuldig machen würde.

Medizinisches Personal soll dadurch seiner Gewissensfreiheit beraubt und Lebensschützer kriminalisiert werden.

Damit stellt die EU im Handstreich die Rechtsordnung ihrer Mitgliedsstaaten auf den Kopf und pervertiert den Begriff der Menschenrechte an sich.

Der Schutz des Lebens ist nicht verhandelbare und keine Ware, die man beliebig kaufen und verkaufen kann. „Werbung“ für Abtreibung ist moralisch mehr als fragwürdig, sie ist ein Vergehen gegen unsere Kultur.

FORTSETZUNG des Artikels von Peter Helmes hier: https://conservo.wordpress.com/2018/10/07/in-deutschland-findet-seit-jahren-die-groesste-kindstoetung-statt/


Frankfurt: Lebensrechtler-Mahnwachen vor „Pro Familia“ beschäftigen Politiker

Mathias von Gersdorff

Der Frankfurter Ordnungsdezernent, Markus Frank (CDU), lehnt aus rechtlichen Gründen die Errichtung einer Bannmeile von 150 Metern um die abteibungsfreundliche Beratungsstelle von Pro Familia ab.

Seit dem 26. September 2018 organisiert die internationale Organisation „40 Days for Life“ (in Zusammenarbeit mit dem Verein „Helfer für Gottes kostbare Kinder“) eine Gebetsaktion vor der Beratungsstelle von Pro Familia im Frankfurter Westend.

Die Mahnwache strebt einen Gesinnungswandel für das Lebensrecht ungeborener Kinder und ein Ende der Abtreibungen an.

Dagegen hat sich ein feministisches Bündnis gebildet, das eine Bannmeile von 150 Metern Abstand zur Beratungsstelle fordert. Das Ansinnen wurde im Stadtparlament von SPD, Grünen, LINKE und einigen Splitterparteien unterstützt.

So fand sich am vergangenen Freitag (28. September) eine Mehrheit, die die Schaffung einer solchen Bannmeile fordert. CDU, AfD und „Bürger für Frankfurt“ votierten gegen die Bannmeile.

Es war den Stadtverordneten allerdings von vornherein klar, dass die rechtlichen Bedingungen kaum vorhanden sind. Etliche Urteile höchster Gerichte verbieten ausdrücklich die Bildung von Bannmeilen in solchen Situationen. (Siehe: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/2018/09/trotz-klarer-rechtslage-frankfurter.html)

Dieser Argumentation schloss sich der Frankfurter Ordnungsdezernent, Markus Frank (CDU), an: Es gibt in diesem Fall keine Handhabe, die Versammlungs- und Meinungsfreiheit einzuschränken.

Inzwischen liegt sogar ein nagelneuer Beschluss des Verwaltungsgerichts Karlsruhe vor, das über einen identischen Fall in Pforzheim geurteilt hat. Die Richter erklärten: „Die Versammlung hat vielmehr das Recht, unter den geltenden Auflagen vor der Beratungsstelle abgehalten zu werden.“  Aufgrund der Aussichtslosigkeit zog die dortige Niederlassung von Pro Familia ihren Antrag zur Schaffung einer Bannmeile zurück.

Ein älteres Urteil aus Freiburg i. Br., in welchem eine Bannmeile beschlossen wurde, findet im Falle Frankfurts keine Anwendung: Die Beter von „40 Tage für das Leben“ haben laut Frank erklärt, auf ein Ansprechen der Besucher der Beratungsstelle und auf das Austeilen von Informationsmaterial zu verzichten. Sie wollen lediglich beten. Zudem hat sich „40 Tage für das Leben“ freiwillig bereit erklärt, in einem Abstand von 40 Metern zum Eingang der Beratungsstelle zu stehen.

Die Frankfurter Polizei bestätigte, dass die Beter von „40 Tage für das Leben“ die Besucher der Beratungsstelle nicht ansprechen.

Die Entscheidung des Ordnungsdezernenten wurde von der FDP scharf kritisiert. Die Liberalen hatten im Stadtverordnetenhaus den Antrag gestellt, eine Bannmeile zu errichten. Uwe Schulz, rechtspolitischer Sprecher der FDP, nannte die Entscheidung Franks eine „beispiellose politische Ignoranz“.

Nun könnte Frankfurts Oberbürgermeister, Peter Feldmann (SPD), seine „Richtlinienkompetenz“ anwenden und die Errichtung einer Bannmeile anbefehlen. Bislang hat er sich zum Fall nicht geäußert. Ob er sich aber angesichts der eindeutigen Rechtslage dazu bewegen lässt, ist zweifelhaft.

Die Abtreibungsaktivisten haben jedenfalls schon angekündigt, bis zum Ende der Mahnwachen am 4. November an den Werktagen mittags Gegendemonstrationen durchführen zu wollen.

Erstveröffentlichung des Beitrags hier: https://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/2018/10/mahnwachen-vor-pro-familia-in-frankfurt.html


Bischof Voderholzer (Regensburg) beteiligte sich am „Marsch für das Leben“ in Berlin

Den Schwächsten eine Stimme geben

„Menschenwürde ist unantastbar. Ja zu jedem Kind – Selektion und Abtreibung beenden“ war das Motto beim Marsch für das Leben 2018 in Berlin am vergangenen Samstag.

Zum vierten Mal beteiligte sich auch Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto) an der Kundgebung, am Marsch und am ökumenischen Wortgottesdienst. Er zeigte sich beeindruckt, dass wieder so eine große Anzahl von Menschen nach Berlin gekommen ist, um dem Lebensrecht der Schwächsten eine Stimme zu verleihen.

Nach Polizeiangaben waren es 7000 Teilnehmer, die Organisatoren hatten 5500 Teilnehmer als erste geschätzte Zahl angegeben.

Der Regensburger Oberhirte freute sich auch, dass 120 Teilnehmer mit zwei Reisebussen aus dem Bistum Regensburg angereist waren. „Zeigen wir gemeinsam Flagge“ – dazu hatte das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum eingeladen.

Der Marsch selbst führte durch Berlin-Mitte als Schweigemarsch. Die 7000 Mitmarschierenden trugen dabei zahlreiche Transparente, Schilder und Kreuze. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer marschierte in etwa in der Mitte des Zuges und sagte später, dass die Wegstrecke in diesem Jahr etwas länger war, er auch sehr gerne marschiere und sich freut, dass das Anliegen „Einsatz für das Leben“ von so vielen Menschen aus seinem Bistum sichtbar durch die Teilnahme mitgetragen wird.

Laut gesprochen wurde nicht, jeder konnte aber für sich leise beten oder seinen Gedanken nachhängen. „Das Gebet ist die stärkste Waffe, die wir haben“ sagte eine Jugendliche. Viele Teilnehmer bemerkten auch das 10 mal 10 Meter hohe „Lichtkreuz“ am Berliner Fernsehturm, auf den der Marsch für das Leben teilweise zuging.

Wie bereits bei der Kundgebung startete auch beim Schweigemarsch eine vergleichbar kleine Gruppe von Gegendemonstranten, oftmals jugendliche Störer, lautstarke Übergriffe. Parolen wie „Ihr seid hier nicht willkommen!“ waren noch harmlos und schmerzhaft laute Trillerpfeifen ertönten. Rauchbomben mit farbigem Rauch flogen in die Menschenmenge und nahmen Sicht und Luft, aber auch da und dort zeugten Eierschalen von den Wurfgeschossen.

Diese Gegendemonstranten, darunter radikale Feministen sowie Vertreter der Homo-Lobby, beschimpften die Demoteilnehmer und begleiteten ihren Marsch durch die Stadt protestierend. Der Versuch einer Sitzblockade scheiterte, da sie zu klein ausfiel und die Polizei kurzerhand den Marsch über den Bürgersteig umlenkte.

Die immer wiederkehrenden Parolen, die Beschimpfungen und Proteste dieser radikalen Gegendemonstranten stimmten viele der Marschteilnehmer sehr nachdenklich. So berichtete ein 68-jähriger Mann aus dem Bistum Regensburg, dass er mit seinem weißen Kreuz auf den Schultern ruhig marschierte, als sich eine Gruppe der Gegner vor ihn in den Zug reindrückte. Er schätzte die junge Frau auf Anfang 20, die sich zu ihm umdrehte, ihn fixierte und an seiner Hand mit dem Ehering hängenblieb. Die Frage „Sind Sie verheiratet?“ bejahte er und ein wehmütiger Blick und kurzes Schweigen folgten. Bald darauf wurde wieder gegröhlt und der Schweigemarsch gestört.

„Was beschäftigt diese jungen Leute? Welche Not haben sie?“ waren die Fragen, die sich der 68jährige und viele andere Teilnehmer stellten. Die „Obszönität des Protestes“ der aggressiven Gegendemonstranten kann man als Beweis dafür sehen, dass die Lebensrechtler etwas Wichtiges zu sagen und etwas Heiliges zu schützen hätten.

Acht Hundertschaften von Polizeibeamten hatten alle Hände voll zu tun, um die Gegendemonstranten in Schach zu halten, die wie „Hase und Igel“ immer wieder die Straßen und Plätze entlang des Zuges wechselten. Die Marschteilnehmer wirkten durch ihr ruhiges und leises Dasein anscheinend wie eine Provokation auf die Gegendemonstranten, eine stille und friedliche Provokation.

Am Straßenrand tauchten immer wieder teils bunt kostümierte, teils ganz in schwarz gekleidete Protestler auf, die Sternen- und Antifa-Flaggen schwenkend lärmten, teils der Demo den Mittelfinger zeigten. Mit dabei: die RAF Berlin. Mit einem Banner „RAF Berlin. Der Kampf geht weiter“ suchten sie, die das Banner hielten, den Konflikt mit Teilnehmern des Marsches, wie auch die Regensburger erzählten. „Komm her und halte mir Deine Wange hin. Du bist Christ, Du bist Idiot!“, sagte einer der Männer zu einer der Regensburger Teilnehmerinnen. Sie blieb ungerührt und „strafte“ ihn mit einem freundlichen Lächeln – und stillem Gebet.

Ein wichtiges Thema der Kundgebung war die Schwangerschaftskonfliktberatung. Hierzu sprachen eine Mutter aus Uganda, ein Vater aus Israel und eine erfahrene Beraterin, die deutlich machte, dass Frauen in diesem Konflikt Empathie, Zeit, Zuwendung und hilfreiche Lösungsansätze brauchen, keinesfalls aber eine Werbung für Abtreibung.

Gäste aus dem Ausland und die Jugend für das Leben machten deutlich, wie jung und vielfältig die Lebensrechtsbewegung ist. Das war auch bei den Teilnehmern sichtbar – vom Baby im Kinderwagen bis zum über 90-Jährigen waren alle Generationen, vor allem viele junge Menschen und junge Familien, vertreten.

Der evangelische Bischof Hans-Jürgen Abromeit aus Greifswald rief in seiner Predigt zur Hilfe für schwangere Frauen in Notsituationen auf. „Eine ungewollte Schwangerschaft ist eine Nagelprobe auf die Solidarität der Gesellschaft“, so der lutherische Bischof. 

„Wir brauchen aber noch ganz andere Unterstützungssysteme“, forderte Abromeit. Väter, Eltern, Nachbarn und Arbeitgeber müssten ihre Verantwortung noch viel intensiver annehmen, „damit die Frauen am Ende nicht alleine dastehen“.

Der katholische Weihbischof Matthias Heinrich aus Berlin sagte, der Marsch trete auch für die hungernden, kranken und flüchtenden Menschen ein, denen das Lebensrecht abgesprochen werde.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.bistum-regensburg.de/news/marsch-fuer-das-leben-zeugnis-fuer-die-wuerde-und-unantastbarkeit-des-menschen-6276/


Ultralinke Proteste gegen Marsch für das Leben CDU-Fraktionschef Kauder unterstützt ihn

Beim heutigen Schweigemarsch für das Leben in der Bundeshauptstadt gab es wie seit Jahren üblich erneut starken Gegenwind von linker, feministischer und grüner Seite, von Gewerkschaften sowie der „Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen“.

Ein sog. „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ hatte zu Protesten gegen die Lebensrechtler-Aktion aufgerufen, bei der christliche Abtreibungsgegner mit weißen Kreuzen durch Berlin zogen – und dies unter Beteiligung von katholischen und evangelischen Würdenträgern, darunter Erzbischof Koch (Berlin), Bischof Voderholzer (Regensburg), Weihbischof Heinrich (Berlin) und der evangelische Bischof Abromeit.

Im Demonstrations-Aufruf des BVL (Bundesverband Lebensrecht) hieß es: „Jeder Mensch, ob geboren oder ungeboren, hat das Recht auf Leben und Achtung seiner Würde“.

Die Deutsche Bischofskonferenz unterstützt die Lebensrechts-Initiative ausdrücklich. Kardinal Reinhard Marx schickte ein zustimmendes Grußwort. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer nahm persönlich an der Kundgebung teil.

Der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU) stellte sich ebenfalls hinter den Marsch für das Leben: „Sie setzen ein Zeichen für Menschen – geboren oder ungeboren, jung oder alt, gesund oder krank – deren uneingeschränktes Recht zu leben bedroht ist.