Ein evangelischer Autor über Bischof Dyba und sein Einsatz für die Einheit Deutschlands

Von Kirchenrat Dr. Rolf Sauerzapf

Als Dr. Johannes Dyba zum Bischof von Fulda ernannt wurde, ging ihm lediglich der Ruf voraus, ein „Konservativer“ zu sein. Er sorgte bald selbst dafür, zu zeigen, dass es sich hier nicht nur um Stilfragen handelte.

In den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts lief die Abtreibungskampagne der politischen Linken auf Hochtouren. Dem stellte sich die „Lebensrechtsbewegung“ des Ulmer Arztes Siegfried Ernst entgegen.

Erzbischof Dyba sorgte für einen besonderen Eklat:

Er ordnete an, dass am „Tag der unschuldigen Kinder“, dem 28. Dezember, im Bistum Fulda alle Kirchenglocken geläutet wurden. An diesem Tag gedenkt die Kirche des Kindermords des Königs Herodes in Bethlehem, durch den dieser verhindern wollte, dass der dort geborene „König der Juden“ ihm oder seinen Nachfolgern gefährlich werden konnte. Joseph hatte Maria und das Kind aber längst in Ägypten in Sicherheit gebracht.

Das Glockenläuten von Fulda hatte ein ungeheures Echo: Die politische Linke schäumte. „Stoppt Dyba!“ wurde auf die Hände gestempelt. In einem Gespräch, zu dem mich der Bischof aufgrund eines Hinweises von Dr. Siegried Ernst nach Fulda einlud, zeigte es sich, dass leider kein evangelischer Bischof sich als „ökumenisches Pendant“ zur Verfügung stellen wollte. Trotzdem: Erste Ansätze zu einer „Bekenntnis-Ökumene“ zeichneten sich ab.

In den 90er Jahren kam es zu einer weiteren Begegnung: Der Bremer „Bohnenkönig“ war in Fulda gefunden worden. (Ein Prominenten-Club „wählt“ jährlich einen „Bohnenkönig“: Wer eine Kaffeebohne im Essen vorfindet, wird damit zum „Bohnenkönig“.)

Der damalige hessische Ministerpräsident Hans Eichel lud ins Fuldaer Schloß ein. Das Grußwort des Bischofs erinnerte an ein solches des einstigen katholischen Landesherrn, der sich in großer Souveränität darstellte.

BILD: Dieser Beitrag von Dr. Sauerzapf erschien zuerst in unserem Sammelband „Der Löwe von Fulda“: 33 Autoren (darunter auch eine Reihe evangelischer Verfasser) würdigen Erzbischof Johannes Dyba von Fulda

Im Frühjahr 1989 stellte der Bischof auf meine Bitte die Weichen für ein historisches Geschehen: Der Zusammenschluss fast aller nichtkatholischer Kirchen, der „Ökumenische Rat der Kirchen“ oder“ Weltrat der Kirchen“ hatte zu Gebeten aufgerufen für die Freiheit des von Südafrika verwalteten Südwestafrika/Namibia. Viele evangelische Kirchen in der Bundesrepublik und der DDR beteiligten sich an dieser Gebets-Kampagne.

Nun wusste ich, dass sich am 17. Juni die Deutsche Burschenschaft an der Zonengrenze bei Fulda traf, um für die Freiheit der Deutschen in der DDR zu demonstrieren.

Nachdem die Deutsche Burschenschaft ihr Interesse an einem Gottesdienst nach dieser Demonstration bekundet hatte, in dem für die Freiheit und Einheit Deutschlands gebetet werden sollte, kam Bischof Dybas große Stunde:

Er stellte auf meine Bitte hin die karolingische St. Michaelskirche neben dem Dom zur Verfügung. In einem ökumenischen Gottesdienst, an dem 250 Burschenschafter und Bundesgrenzschutzangehörige teilnahmen, konnte ich für die Einheit unseres Landes in Frieden und Freiheit beten.

Am 9. November 1989 fiel die Mauer in Berlin und die innerdeutsche Grenze. Unsere Gebete waren erhört worden.

Auch später traf ich Bischof Dyba öfters bei Veranstaltungen der Militär-Seelsorge, zu denen er als der Katholische Militärbischof mich einlud. Für den Auftrag der Bundeswehr waren seine klaren und eindeutigen Aussagen eine große Hilfe. Leider gab es keinen evangelischen Bischof, der seiner Haltung „Unverschämt katholisch“  – so der Titel einer Veröffentlichung 2002  –  mit einem „Unverschämt evangelisch“ entsprochen hätte.

Die von dem Tübinger Theologen Professor Peter Beyerhaus angeregte „Bekenntnis-Ökumene“ kam erst später. Dazu trug entscheidend ein Gespräch mit Bischof Dyba in Fulda bei, zu dem er Prof. Dr. Peter Beyerhaus, den damaligen Präsidenten der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, seinen Stellvertreter, Prof. Dr. Horst Beck, und mich eingeladen hatte.

Zu unserem evangelischen Autor: Kirchenrat Dr. Rolf Sauerzapf, geb. 1937 in Stuttgart, Abitur 1958 in Eßlingen, Studium der Theologie und Geschichte 1959 bis 1965 in Tübingen, Berlin und Genf; verheiratet, vier erwachsene Kinder.
Im Dienst der Evangelischen Landeskirche von 1965 bis 1972 in Eßlingen, Göppingen und Stuttgart, Dr. theol. 1975 an der Universität in Pretoria, 1972 bis 1978 Oberpfarrer der Evangelischen Seelsorge im Bundesgrenzschutz in Bonn, 1979 bis 2000 evangelischer Grenzschutzdekan in Kassel, seit 1.1.2001 im Ruhestand, Mitarbeit in der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften. 10 Jahre lang Vorsitzender der Hilfsaktion Märtyrerkirche. Präsident des Preußeninstituts eV.


Namhafte Katholiken unterzeichneten eine Petition für Kardinal Woelki

Von Felizitas Küble

Schon nach wenigen Tagen haben sich weit über 1000 Unterzeichner mit einer Online-Petition solidarisiert, die sich für „Fairness in der Kirche“ einsetzt und dies auch gegenüber dem derzeit hart attackierten Erzbischof von Köln fordert: https://fairness-in-der-kirche.de/die-unterstuetzer/

Laut „Welt am Sonntag“ vom 8. Februar hat der Vatikan bereits entschieden, daß sich Kardinal Woelki kirchenrechtlich korrekt verhalten habe. Zuvor hatte der Kölner Oberhirte den Papst um Klärung gebeten hinsichtlich der gegen ihn erhobenen Vorwürfe angeblicher Vertuschung im Missbrauchsfall eines inzwischen verstorbenen Klerikers: https://charismatismus.wordpress.com/2021/02/08/wams-vatikan-steht-hinter-kardinal-woelki/

Die erwähnte Fairness-Petition, die von dem bekannten Publizisten Martin Lohmann (siehe Foto) moderiert wird, ist von namhaften Katholiken unterzeichnet worden, darunter den Historikern Dr. Michael Feldkamp und Michael Hesemann, vom früheren Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Werner Münch ebenso wie vom Papst-Biographen Peter Seewald oder dem ehem. Chef von Radio Vatikan, Pater Eberhard von Gemmingen SJ.

Vor allem aus Kreisen der Lebensrechtsbewegung haben sich leitende Persönlichkeiten der Petition angeschlossen, darunter Prof. Dr. Paul Cullen (siehe Foto), Vorsitzender der Ärzte für das Leben und führender Labormediziner im Münsterland, Dr. Bernward Büchner (Juristen für das Leben) oder Cordula Mohr (ALFA-Vorsitzende Nordmünsterland, CDL-Vorständlerin in NRW).

Zu den Solidarisierenden gehören außerdem namhafte Publizisten wie Regina Einig (Tagespost), die Theologin Petra Lorleberg (kath.net), die Verlegerin und Buchautorin Ursula Zöller (FELS, ehem. Bildpost, Neue Kath. Frauenbewegung), Jürgen Liminski (Tagespost, Junge Freiheit, FELS), außerdem Verbandsleiter wie Prof. Dr. Hubert Gindert oder Alois Fürst zu Löwenstein (beide Dachverband“Forum Deutscher Katholiken“) oder Reinhard Dörner (Kardinal von Galen-Kreis) und viele weitere Persönlichkeiten des katholischen Spektrums


Widerspruchslösung abgelehnt – ALfA: „Großer Erfolg für die Lebensrechtsbewegung“

Der Bundestag hat den Vorstoß von Gesundheitsminister Spahn, wonach künftig jeder als Organspender gelten sollte, der nicht widerspricht, mit einer klaren Mehrheit abgelehnt und im Anschluss für die erweiterte Zustimmungslösung gestimmt, die auf eine umfassendere Information der Bevölkerung hinausläuft.

Er hält an der Organspende als ungeschuldeter Gabe fest und respektiert das Selbstbestimmungsrecht der Menschen.

Die ALfA (Aktion Lebensrecht für alle), die sich im Vorfeld intensiv gegen die Widerspruchslösung eingesetzt hatte, begrüßt ausdrücklich diese Entscheidung des Deutschen Bundestags.

„Es gibt, wie aus den Redebeiträgen der Befürworter der Widerspruchslösung hervorging, zahlreiche traurige Einzelschicksale von betroffenen Patienten. Daraus erwächst jedoch kein allgemeiner Anspruch auf ein fremdes Organ. Und es ist sehr erfreulich, dass eine große Mehrheit der Abgeordneten dies erkannt hat“, erklärt die ALfA-Vorsitzende Cornelia Kaminski (siehe Foto).

Die erweiterte Zustimmungslösung setzt darauf, dass das 2019 geänderte Transplantationsgesetz ausreicht, um die Zahl der Organspender zu erhöhen. Die im Gesetz vorgesehene umfassendere Information der Bevölkerung über die Vorgänge bei einer Organspende ist begrüßenswert – noch begrüßenswerter wäre es jedoch, wenn auch über die bestehenden Zweifel zahlreicher Wissenschaftler am Hirntodkriterium zur Todesfeststellung informiert würde.

Die Erkenntnisse anerkannter Neurologen, Chirurgen und Anästhesisten lassen es nicht länger zu, bei einem Patienten, bei dem ein Ausfall sämtlicher Hirnfunktionen diagnostiziert wurde, von einem Toten zu sprechen.

Es mag durchaus möglich sein, dennoch lebensnotwendige Organe zu entnehmen – jedoch sollte bei der Information der Bevölkerung hierüber nicht weiter von „postmortaler“ Organspende gesprochen werden.

Angesichts des Leidensdrucks der Betroffenen und des steigenden Bedarfs an Organen bestünde sonst die Gefahr, dass zusehends der Spender und sein Recht auf Würde und Selbstbestimmung aus dem Blick geraten, so Kaminski. Der nun beschlossene Gesetzesentwurf schiebt dem vorerst einen Riegel vor.

Die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) tritt für das uneingeschränkte Lebensrecht jedes Menschen ein – ob geboren oder ungeboren, behindert oder nicht, krank oder gesund, alt oder jung. Die ALfA hat mehr als 10.000 Mitglieder und ist Mitglied im Bundesverband Lebensrecht (BVL).

 


FDP will nichtkommerzielle Leihmutterschaft und Eizellspende erlauben

Die Freien Demokraten wollen das in Deutschland geltende Verbot von Leihmutterschaft und Eizellspende lockern.

Eizellspende und nicht-kommerzielle Leihmutterschaft könnten „unter bestimmten Umständen eine richtige Entscheidung sein“, erklärte FDP-Generalsekretärin Nicola Beer im Interview mit der katholischen Zeitung „Die Tagespost“.

Allerdings dürften weder Eizellspende noch Leihmutterschaft zum Erwerbszweig mutieren. Auch sei eine psychologische Betreuung der Betroffenen notwendig.

Beer sagte, bei Paaren, die auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen könnten, gebe es „viel Schmerz und Trauer“.  Es sei „nicht angebracht“, dem „Lebensglück von Menschen rigorose Riegel vorzuschieben.“ – Andererseits sollte niemand „beispielsweise die Not einer Frau ausnutzen können, um sie durch Zahlungen hoher Summen zur Spende von Eizellen oder zum Austragen eines Kindes zu bewegen“.

Die Lebensrechtsbewegung in Deutschland spricht sich hingegen eindeutig für die weitere Beibehaltung des Verbotes aus.

Quelle: ALfA-Newsletter