Katholische Ordensfrau als beste Lehrerin für Naturwissenschaften ausgezeichnet

Die Ordensfrau Christine Brück bzw. Schwester Christamaria aus Vallendar ist von der EWE-Stiftung als beste deutsche Lehrerin für Naturwissenschaften mit dem Klaus-von-Klitzing-Preis 2020 geehrt worden. Die Auszeichnung ist mit 15.000
Euro dotiert ist und bezieht sich im Titel auf den Physik-Nobelpreisträger Klaus von Klitzing.

Die EWE-Stiftung würdigt gemeinsam mit der Universität Oldenburg
mit diesem Preis hervorragende Leistungen und Einsatz in den MINT-
Fächern
(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).

Die 44-jährige Nonne, die sich gegen 48 Bewerber durchsetzte, unterrichtet an der Schönstätter Marienschule – einer reinen Mädchenschule – in Vallendar katholische Religion, Mathematik und Informatik.

Gewürdigt werden mit der Auszeichnung ihre Informativ-Erfolge in der Realschule mit Gymnasium, ihre Praxiskontakte in die Wirtschaft und ihr Einsatz auch außerhalb des Unterrichts sowie ihre Arbeitsgemeinschaft Robotik, eine mobile Einsatzgruppe bei digitalen Pannen in der Schule.



Wundervolle Story: Wie Mrs. Thompson ihren Schüler Teddy Stoddard besser verstand

Ihr Name war Mrs. Thompson. Als sie am ersten Tag vor ihrer fünften Klasse stand, hat sie den Kindern eine Lüge erzählt.

Wie viele Lehrer schaute sie ihre Schüler an und sagte, dass sie alle unterschiedslos gern habe. Aber das war unmöglich, denn in der ersten Reihe saß – unansehnlich und flegelhaft – ein Junge namens Teddy Stoddard.

Frau Thompson hatte Teddy im vergangenen Jahr beobachtet und festgestellt, dass er mit den anderen Kindern nicht gut konnte, dass seine Kleidung ungepflegt war und er selbst dringend ein Bad bräuchte. Er konnte auch ziemlich aufmüpfig werden.

Als Frau Thompson die erste Klassenarbeit korrigierte, hatte sie ihren Spaß daran, Teddys Arbeit mit einem dicken roten Stift zu markieren, fette X zu verteilen und schließlich ein großes ‚D‘ (für Durchgefallen) auf den Kopf seiner Arbeit zu schreiben.

An der Schule, an der Frau Thompson unterrichtete, bekam sie außerdem die Aufgabe, die Schüler-Unterlagen zu überprüfen, wobei sie Teddy’s bis zum Schluss aufhob.

Als sie es dann schließlich tat, war sie überrascht. Teddy’s Lehrer in der ersten Klasse schrieb: Teddy ist ein kluges Kind mit einem umwerfenden Lachen. Er macht seine Aufgaben ordentlich und ist gut erzogen… Es ist eine Freude, ihn dabei zu haben. 

Sein Lehrer in der 2. Klasse schrieb: Teddy ist ein ausgezeichneter Schüler, beliebt bei seinen Mitschülern, aber er hat schwere Sorgen, weil seine Mutter an einer unheilbaren Krankheit leidet und das Familienleben ein einziger Kampf ist.

Sein Lehrer aus der 3. Klasse schrieb: Der Tod seiner Mutter hat ihn stark getroffen. Trotzdem bemüht er sich, aber sein Vater unterstützt ihn nicht  – und die Lebensumstände daheim werden in Kürze seine Leistungen in der Schule beeinträchtigen – sollten sich die Verhältnisse nicht bessern.

Teddy’s Lehrer in der 4. Klasse schrieb: Teddy ist zurückgezogen und zeigt nicht viel Interesse in der Schule. Er hat nicht viele Freunde und manchmal schläft er sogar in der Klasse.

Nun wurde Frau Thompson bewusst, wo das Problem lag  –  und sie schämte sich.

Und sie fühlte sich noch schlechter, als ihre Schüler zu Weihnachten Geschenke mitbrachten, in leuchtendes Papier gewickelt und mit schönen Schleifen versehen, außer Teddy’s Geschenk.

Es war in braunes Packpapier eingewickelt, das er von einer Einkaufstüte aus dem Supermarkt hatte. Frau Thompson gab sich große Mühe, sein Geschenk in der Mitte aller anderen Geschenke auszupacken.

Einige Kinder fingen an zu lachen, als sie eine Halskette aus Kieselsteinen auspackte, bei der einige Steine fehlten, und eine Parfümflasche, die nur viertelvoll war. Sie aber unterdrückte das Lachen der Kinder, indem sie die Schönheit der Kette bewunderte und etwas von dem Parfüm auf ihr Handgelenk tupfte.

An diesem Tag blieb Teddy noch so lange  nach dem Unterricht in der Schule, dass er sagen konnte: Frau Thompson, heute haben Sie geduftet wie meine Mutter früher. Als alle Schüler gegangen waren, brach sie in Tränen aus und weinte länger als eine Stunde.

An genau diesem Tag hörte sie auf, bloß Lesen, Schreiben und Rechnen zu unterrichten. Stattdessen fing sie an, Kinder zu unterrichten!

Frau Thompson schenkte Teddy besondere Aufmerksamkeit. Sein Geist, sein Verstand schien aufzublühen, wenn sie mit ihm arbeitete. Und je mehr sie ihn forderte, desto schneller reagierte er. Am Ende des Jahres war Teddy einer der gescheitesten Kinder in der Klasse – und trotz ihrer Lüge, alle Kinder gleichermaßen zu mögen, wurde Teddy einer ihrer Lieblinge.

Ein Jahr später fand sie unter ihrer Tür ein Notiz von Teddy, dass sie die beste Lehrerin war, die er in seinem Leben hatte.

Es vergingen sechs Jahre, bis sie wieder eine Notiz von Teddy bekam. Jetzt schrieb er, dass er das Gymnasium als Drittbester in seiner Klasse beendet habe und sie immer noch die beste Lehrerin sei, die er in seinem ganzen Leben hatte.

Nach weiteren vier Jahren erhielt sie erneut einen Brief, in dem stand, dass er, obwohl es zeitweise ziemlich hart gewesen sei, weiter an seiner Bildung arbeite und kurz vor dem Abschluss an der Universität stehe. Und wieder versicherte er ihr, dass sie die beste Lehrerin in seinem ganzen Leben gewesen sei.

Nach weiteren vier Jahren kam ein neuer Brief von Teddy, in dem er erklärte, dass er nach dem Bachelor noch ein bisschen weitermache, und ihr wiederum versicherte, dass sie die beste Lehrerin war, die er jemals hatte. Nur dieses Mal war der Name ein bisschen länger –  unterzeichnet mit: Theodore F. Stoddard, MD. (Doctor of Medicine)

Die Geschichte endet aber noch nicht. Im folgenden Frühjahr kam ein weiterer Brief, in dem Teddy erzählte, dass er ein wunderbares Mädchen kennengelernt habe und sie heiraten möchte. Sein Vater sei vor einigen Jahren verstorben und er frage, ob Frau Thompson einverstanden sei, bei seiner Trauung auf  dem Platz, der normalerweise für die Mutter des Bräutigams reserviert ist, zu sitzen.

Selbstverständlich war Frau Thompson einverstanden.

Und an der Trauung trug sie die Halskette, an der einige Steine fehlten, und sie benutzte auch das Parfüm, das Teddy an das letzte gemeinsame Weihnachtsfest mit seiner Mutter erinnerte.

Sie umarmten einander, und Dr. Stoddard flüsterte in Frau Thompson’s Ohr: „Danke, dass Sie an mich geglaubt haben, vielen Dank dafür, dass Sie mein Selbstbewusstsein gefördert haben und mir die Zuversicht gaben, dass ich etwas aus mir machen könne.“

Frau Thompson flüsterte mit Tränen in den Augen zurück: „Teddy, Du hast nichts verstanden. Du warst derjenige, der mich richtig zu unterscheiden gelehrt hat. Ich habe nicht gewusst, wie man gut unterrichtet – bis ich auf Dich traf.“

Die Übersetzung aus dem Englischen erfolgte durch Peter Kiefer

Gemälde: Evita Gründler


Ägypten: Junge christliche Lehrerin muß wegen „Beleidigung des Islam“ in Haft

Eine christliche Grundschullehrerin ist am gestrigen Sonntag in letzter Instanz wegen angeblicher „Beleidigung des Islam“ zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Vor einem Jahr war die Lehrerin zu einer beispiellos hohen Geldstrafe von 100.000 Ägyptischen Pfund (rund 10.000 Euro) verurteilt worden. CIMG0825

Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hatte daraufhin nicht nur die koptische Grundschullehrerin Demiana Ebeid Abdelnour Berufung eingelegt, sondern auch der Staatsanwalt, weil er forderte, die Beleidigung des Islam müsse mit Gefängnis bestraft werden.

Die bei ihrer Verhaftung 23-jährige Lehrerin war von drei zehnjährigen Schülern der Sheikh Sultan Grundschule in Luxor beschuldigt worden, in ihrem Unterricht über die Geschichte der Weltreligionen den Islam und den Propheten Mohammed beleidigt zu haben.

Die Eltern der drei Schüler warfen ihr vor, jedes Mal, wenn sie den Namen des islamischen Propheten Mohammed erwähnte, ihre Hand auf ihren Magen oder ihren Hals zu legen. RTEmagicC_logo_Homepage_quad_gif

Die Grundschullehrerin wurde nach Angaben der IGFM umgehend vom Unterricht suspendiert und musste sich zunächst vor drei Untersuchungsausschüssen verantworten, die sie jeweils freisprachen. Im folgenden Gerichtsverfahren wurden die Entlastungszeugen der Lehrerin nicht angehört.

Ägyptische Menschenrechtler wiesen darauf hin, dass die Lehrerin lediglich den im Lehrplan festgelegten Inhalt vermittelt habe.

Die IGFM betonte, dass die Zahl der Anklagen und Prozesse wegen angeblicher Gotteslästerung sprunghaft gestiegen sei. Unter dem ehemaligen Diktator Mubarak gab es pro Jahr im Schnitt ein bis zwei Blasphemie-Prozesse. Diese Zahl sei unter der folgenden Herrschaft des Obersten Militärrates angestiegen.

Mit der Machtübernahme der Muslimbrüder seien Blasphemie-Vorwürfe schließlich von einem Randphänomen zu einem Machtmittel geworden, so die IGFM.