Motto der hl. Edith Stein (1891 – 1942): Wie können wir an der Hand des HERRN leben?

Von Pfarrer Felix Evers

„Es ist im Grunde immer eine kleine, einfache Wahrheit, die ich zu sagen habe: Wie man es anfangen kann, an der Hand des HERRN zu leben.“ (Brief vom 28.4.1931)

Als Nesthäkchen einer großen jüdischen Familie in Breslau hatte Edith Stein eine behütete Kindheit. Nach ihrem Psychologiestudium wechselte sie an die Universität Göttingen – in einem steten Hunger nach der Wahrheit.

Die begeisterte Philosophiestudentin stieß bald an ihre Grenzen. Trotz ihrer hohen Begabung und ihres glänzenden Doktorexamens blieb ihr als Frau die berufliche Anerkennung verwehrt.

Als Edith Stein sich im Sommer 1921 nach der Lektüre der Autobiographie der heiligen Teresa von Ávila entschloss, um die Taufe in der katholischen Kirche zu bitten, wurde ihr Leben dadurch nicht leichter. Erst die judenfeindliche Gesetzgebung des Dritten Reichs, die ihr jede berufliche Tätigkeit verwehrte, öffnete ihr die Tür zum Kölner Karmel.

Aber wie litt Edith unter dem Schicksal ihres jüdischen Volkes, das auch bald das ihre werden sollte.

Edith Stein wird leider allzu oft ausschließlich als intellektuell beschrieben. In ihren Briefen hingegen begegnet uns die Mystagogin – die Frau, die uns lehrt, wie man es anfangen kann, an der Hand des HERRN zu leben und im Herzen nicht mehr „solo“, sondern „wie zu zweit“ mit Gott zu sein. Denn der wohl häufigste Grund, den Glauben an Gott zu verlieren, ist die Frage nach Gott und dem Leid: „Warum, Gott, müssen wir leiden, wenn du uns doch so sehr liebst?“

Hierauf gibt Edith Stein die einzig richtige Antwort: Sie stellt Gott nicht wegen ihres Leids und Schicksals infrage, sondern stellt Gott die Leidfrage – und Gott beantwortet sie mit seinem Mitleiden in Christus.

Edith Stein vertraut auf einen „sympathischen“, also „mitleidenden“ Gott  –  und dieser Gott kommt selbst in Jesus von Nazareth, um uns zu trösten.

In der Tradition Paul Gerhardts kann deshalb auch ein Dietrich Bonhoeffer dichten: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag; Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Am 28. April 1931 schreibt Edith an Schwester Adelgundis Jägerschmid: „Gott weiß, was er mit mir vorhat. Ich brauche mich darum nicht zu sorgen.“

Eine heilige Gelassenheit spricht aus diesen Worten, eine Gelassenheit, die offen bleibt für das Wirken des HERRN, an dessen Hand wir unterwegs sind.

Das lerne ich bis heute von Edith Stein: Die kleine und einfache Wahrheit, immer wieder neu – in Freud und Leid – die Hand Jesu zu ergreifen, der unsichtbar als Auferstandener meine Lebenswege treu begleitet.

 

 


AfD kritisiert Waffenexporte in Krisengebiete: Lügt die Bundesregierung?

Zur Waffenexportpolitik der Bundesregierung erklärt der AfD-Bundestagsabgeordnete Rainer Kraft:

„Aktuelle Presseberichte legen nahe, dass die Bundesregierung bei der Beantwortung von Parlamentarischen Anfragen die Unwahrheit sagt. So würden laut Bundesregierung Ausfuhrgenehmigungen für Waffen nur auf der Grundlage einer zuverlässigen vorherigen Kenntnis der Endverwendung im Endbestimmungsland erteilt.

Dies habe ich aufgrund zahlreicher anderslautender Medienberichte angezweifelt und von meinem parlamentarischen Fragerecht Gebrauch gemacht.

Am 4.4.2018 und am 20.4.2018 habe ich die Antwort der Bundesregierung auf meine Kleine Anfragen zu Lieferungen von Waffen in Drittländer (Drucksache 19/1539) und zur Rüstungsexportpolitik nach Zwischenbericht der Bundesregierung für das Jahr 2017 (Drucksache 19/1819) erhalten.

Auf meine Frage: ‚Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung weitere Fälle, in denen eine Sicherung des Endverbleibs nicht sichergestellt ist?‘ und welche Fälle dies waren, erhielt ich folgende Antwort:

‚Der Bundesregierung liegen keine aktuellen Informationen vor, die belegen, dass gegen Endverbleibszusicherungen von aus Deutschland ausgeführten Rüstungsgütern verstoßen würde.‘ – Und: ‚Wenn Zweifel am gesicherten Endverbleib beim Empfänger bestehen, werden Ausfuhranträge abgelehnt.‘

Nun zeigt der aktuelle Prozess gegen die Firma Heckler & Koch, dass schon in den Jahren 2006 bis 2009 fast 5000 Sturmgewehre in eine Krisenprovinz exportiert wurden. Die angeblich so ‚restriktive und verantwortungsvolle Rüstungsexportpolitik‘ der Bundesregierung ist damit einmal mehr das Papier nicht wert, auf dem sie vereinbart wurde.

Die Mexiko-Geschäfte der deutschen Waffenschmiede sind beschrieben in einer knapp 200-seitigen Anklageschrift und besagen, dass zwischen 2006 und 2009 Heckler & Koch für gut vier Millionen €uro insgesamt 4700 G36-Gewehre sowie Zubehör verkaufte. Die Massenentführung in Iguala 2014, bei der sechs Studenten von der Polizei mit mutmaßlich deutschen Waffen erschossen wurden, hat damit einen direkten Bezug zur unterlassenen Kontrolle der Bundesregierung.

Statt Waffengeschäfte mit Mexiko generell zu verbieten, tut die Bundesregierung dies nur für bestimmte Teile des Landes und geht sogar noch weiter. Nach Berichten der Süddeutschen Zeitung hat das Wirtschaftsministerium die Firma Heckler & Koch offenbar vorgewarnt: Es informierte die Waffenschmiede darüber, dass nun auch in Mexiko ermittelt werde.

Vielleicht ist das ja auch die laut Bundesregierung ‚sorgfältige Prüfung unter Einbeziehung außen- und sicherheitspolitischer Erwägungen.‘

Für mich ist diese Waffenexportpolitik moralisch, politisch und wirtschaftlich falsch. Sie führt zu Leid und Elend, befeuert die weltweite Massenmigration und schadet dem internationalen Ansehen unserer Nation.“

 


Zwischen Krippe und Kreuz, Himmel und Erde

Von Pfarrer Felix Evers

„Zwischen den Jahren“ heißt umgangssprachlich die Zeit direkt nach dem Weihnachtsfest; vermutlich geht dieser Begriff auf die Umstellung des Kalenders in der Sterbenacht Theresia von Avilas 1582 zurück, weil seitdem zwischen dem alten Julianischen und dem neuen Gregorianischen Kalender 13 Tage liegen. 

Somit befinden wir uns zwischen Weihnachten und Epiphanie in einer Zwischenzeit: Zwischen den Jahren, zwischen Freud und Leid, zwischen Altem und Neuem, zwischen Himmel und Erde, zwischen Krippe und Kreuz. Zwischendurch mal durchatmen, Rückschau halten, vorausschauen.

Während einer ökumenischen Pilgerreise nach Armenien im vergangenen Herbst entstand dieses Foto in Eriwan: Über der Hauptstadt erhebt sich die Gedenkstätte für den grausamen Völkermord vor mehr als einhundert Jahren, vorne im Bild zu sehen die Gräber der im Karabachkrieg gefallenen Soldaten.

Am türkischen Horizont das für Armenier unerreichbare Wahrzeichen des Ararat – dem Mythos entsprechend der Landeplatz der Arche Noah -; unzählige altehrwürdige Klöster laden zum Gebet ein.

Im Oktober erklangen zudem überall die Lieder des verstorbenen Sängers Charles Aznavour, der armenische Wurzeln hatte und als Volksheld verehrt wird; in Eriwan lauschten bei farbenfrohen Wasserspielen unzählige Bewohner friedlich-still seinen über etliche Lautsprecher verbreiteten Chansons.

Armenien als ein Zwischenland: Leben zwischen Krieg und Frieden. Abbild der ganzen Welt im Jahr 2018: Zwischen Gewalt und Versöhnung, zwischen Nationalismus und Einer Welt, zwischen Raubbau und Schöpfungsbewahrung.

Jesus führte ein Leben im Dazwischen: Zwischen Himmel und Erde, zwischen Leben und Tod, zwischen Betlehem und Golgotha; auf seinem Pilgerweg zwischen den biblischen Orten im Heiligen Land hatte er kaum eine Herberge mit Verweildauer.

Unsere Erlösung bewirkt das Kind in der Krippe und der Mann am Kreuz bis heute durch den heiligen Tausch: Wer an Jesus als den Sohn Gottes glaubt, weiß sich als bettelarmer Mensch von Gott mit der gleichen himmelreichen Liebe umfangen, mit der Gott seinen eigenen Sohn umfängt.

Jeder Lebenstag wird zu einem kleinen Weihnachtsfest im Zwischenland: Ich wache als bettelarmer Mensch auf, erneuere tagsüber mein Vertrauen in das wehrlose Christkind, das am Wegesrand in einer Höhle zur Welt kam, und den geschundenen Mann am Kreuz, der auf dem Müllberg Golgotha außerhalb der Stadtmauern entsorgt wurde, und gehe himmelreich beschenkt schlafen.

Selbst wenn ich unter einer Brücke schlafen muss, ist dieser Gott wirklich bei mir – sein Reich sind gerade die Zwischenorte dieser Erde, die von allen guten Geistern verlassen zu sein scheinen.

Die Lichterkrone, die am Fest der Heiligen Luzia getragen wird, ist das gleiche Vorausbild des Himmels wie die Königsgewänder und Kronen der Sternsinger, die zwischen den Jahren die Frohe Botschaft wieder über alle Türen schreiben werden: Zwischen Ohnmacht auf Erden und Königswürde im Himmel gehen Heranwachsende ihren Lebensweg; von vielen Menschen missachtet und gequält, von Gott aber von Ewigkeit her auserwählt und bedingungslos geliebt: Jedes Kind ist in Gottes Augen ein König, Priester und Prophet.

Dein letztes Hemd, auf der Flucht zerrissen und zerlumpt, ist in Wahrheit ein Hochzeitskleid; Deine himmlische Würde kann Dir niemand rauben.

In Eriwan erhebt sich über der nationalen Gedenkstätte zwischen dem Betrachter und der Stadt das Mahnmal wie ein übergroßer Dorn – ein Dorn im Auge -, wie ein viel zu großer Nagel; das Holz der Krippe hat die gleichen Nägel wie das Kreuz, und die Dornenkrone liegt bereits auf dem Kopf des Christkinds in Betlehem.

So sehr liebt Gott uns Menschen, dass er am Weihnachtsfest für immer zu uns ins Zwischenland und in jede Zwischenzeit zieht, damit wir in Freud und Leid seine tröstende Nähe erfahren: „Fürchte Dich nicht; denn ich mag Dich leiden!“

Gesegnete Weihnachten und trostreiche Zeit zwischen den Jahren!


Irak: Muslimischer Geschäftsmann ließ Riesen-Christbaum in Bagdad aufstellen

Bagdad wird in diesen Tagen von einem riesigen Weihnachtsbaum überragt. Er ist etwa 25 Meter hoch mit einem Durchmesser von rund 10 Metern und befindet sich im al-Zawra Park, einem Freizeitpark der irakischen Hauptstadt. 302469-weihnachtsbaum-in-bagdad

Das Projekt, das insgesamt 24.000 US-Dollar gekostet hat, wurde von einem muslimischen Geschäftsmann der Stadt initiiert – aus Solidarität gegenüber den Christen, wie er der Presseagentur AP erklärte.

Damit habe er das Ziel verfolgt, andere mit «unseren christlichen Brüdern in ihrem Fest» zu vereinen und den Irakern zu helfen, «ihr Leid zu vergessen, insbesondere den Krieg in Mossul».

Noch zu Beginn dieses Jahrtausends lebten im Irak über eine Million Christen. Doch seit Beginn des Krieges und durch das Wirken von ISIS sind sie zu Zehntausenden aus dem Land geflohen. Mittlerweile sprechen Experten von der Gefahr, dass es, wenn die Tendenz so weitergeht, bald in der Region, die als «Wiege des Christentums» gilt, keine Christen mehr geben wird.

Quelle: http://www.jesus.ch/themen/gesellschaft/international/asien/302470-muslimischer_geschaeftsmann_stellt_riesigen_weihnachtsbaum_auf.html


Gottes Antwort auf die Klage des Jeremias

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Jer 15,10.16-21:

Weh mir, Mutter, dass du mich geboren hast, einen Mann, der mit aller Welt in Zank und Streit liegt. Ich bin niemandes Gläubiger und niemandes Schuldner und doch fluchen mir alle. 131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c

Kamen Worte vom HERRN, so verschlang ich sie; dein Wort war mir Glück und Herzensfreude; denn dein Name ist über mir ausgerufen, HERR, Gott der Heerscharen.

Ich sitze nicht heiter im Kreis der Fröhlichen; von deiner Hand gepackt, sitze ich einsam; denn du hast mich mit Groll angefüllt.

Warum dauert mein Leiden ewig und ist meine Wunde so bösartig, dass sie nicht heilen will? Wie ein versiegender Bach bist du mir geworden, ein unzuverlässiges Wasser.

Darum – so spricht der HERR: Wenn du umkehrst, lasse ich dich umkehren, dann darfst du wieder vor mir stehen. Redest du Edles und nicht Gemeines, dann darfst du wieder mein Mund sein. Jene sollen sich dir zuwenden, du aber wende dich ihnen nicht zu.

Dann mache ich dich für dieses Volk zur festen, ehernen Mauer. Mögen sie dich bekämpfen, sie werden dich nicht bezwingen; denn ich bin mit dir, um dir zu helfen und dich zu retten – Spruch des HERRN. Ja, ich rette dich aus der Hand der Bösen, ich befreie dich aus der Faust der Tyrannen.

 


Eleonore Fürstin Reuß: „Das Jahr geht still zu Ende“

Das Jahr geht still zu Ende,
nun sei auch still mein Herz.
In Gottes treue Hände
leg ich nun Freud und Schmerz,
und was dies Jahr umschlossen,
was Gott, der HERR nur weiß:
die Tränen, die geflossen,
die Wunden brennend heiß.

Warum es so viel Leiden,
so kurzes Glück nur gibt?
Warum denn immer scheiden,
wo wir so sehr geliebt?
So manches Aug‘ gebrochen
und mancher Mund nun stumm,
der erst noch hold gesprochen;
du armes Herz: warum?

Daß nicht vergessen werde,
was man so gern vergißt:
daß diese arme Erde
nicht unsere Heimat ist.
Es hat der HERR uns allen,
die wir durch IHN erkauft,
in Zions goldenen Hallen
ein Heimatrecht erkauft.

Hier gehen wir und streuen
die Tränensaat ins Feld;
dort werden wir uns freuen
im seligen Himmelszelt.
Wir sehnen uns hienieden
dorthin ins Vaterhaus
und wissen’s: die geschieden,
die ruhen dort schon aus.

O das ist sicheres Gehen
durch diese Erdenzeit;
nur immer vorwärts sehen
mit seliger Freudigkeit!
Wird uns durch Grabeshügel
der klare Blick verbaut,
HERR, gib der Seele Flügel,
daß sie hinüberschaut.

Hilf du uns durch die Zeiten
und mache fest das Herz;
geh selber uns zur Seiten
und führ uns heimatwärts.
Und ist es uns hienieden
so öde, so allein,
o laß in deinem Frieden
uns hier schon selig sein!

Eleonore Fürstin Reuß