„Genderismus ist blanker Fanatismus“

PRESSEMELDUNG der evang. Nachrichtenagentur IDEA:

Scharfe Kritik an der Gender-Ideologie hat der katholische Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“,  Mathias von Gersdorff, geübt. Leipzig2014f

Sie sei „blanker Fanatismus und ein Sammelsurium von Postulaten, die man wissenschaftlich gar nicht untersucht hat“, sagte er am 14. März auf der Leipziger Buchmesse.

FOTO: M. von Gersdorff (rechts) auf der Leipziger Buchmesse

Das sog. Gender-Mainstreaming besagt, dass jeder Mensch unabhängig von seinem biologischen Geschlecht wählen kann, als Mann oder Frau zu leben.

Das stehe nicht nur konträr zum christlichen Verständnis der Ehe zwischen Mann und Frau. Es höhle auch das Grundgesetz systematisch aus, so von Gersdorff. Denn darin würden Ehe und Familie besonders geschützt.

Nach Ansicht des Publizisten ist es skandalös, dass Schulen in Baden-Württemberg gezwungen würden, sich am neuen grün-roten Bildungsplan zu orientieren. Dieser sieht vor, dass an allgemeinbildenden Schulen von der ersten Klasse an für sexuelle Vielfalt geworben wird. Dabei geht es um die Interessen von LSBTTI-Menschen (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle, Intersexuelle).

Hierzu von Gersdorff: „Warum können die Schulen nicht selbst entscheiden, ob sie gender-gerecht unterrichten wollen oder nicht? Dann würden wir ja sehen, wie viele Eltern ihre Kinder auf so eine Schule schicken.“

Der kath. Publizist stellte auf der Leipziger Buchmesse das Werk „Ehe und Familie im Sperrfeuer revolutionärer Angriffe“ vor, dessen Herausgeber er ist.

Quelle: http://www.idea.de


Leipziger Buchmesse mit dem Schwerpunkt „Deutschland und Israel“ eröffnet

Die gestern eröffnete Leipziger Buchmesse würdigt mit einem Messeschwerpunkt „1965 bis 2015. Deutschland – Israel“ im Jubiläumsjahr 2015 das einzigartige Verhältnis beider Staaten.

Israels Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, war neben zahlreichen offiziellen Vertretern und vielen interessierten Gästen bei der feierlichen Eröffnung des israelischen Standes dabei.

BILD: Eröffnung des Israel-Standes mit Buchmesse-Direktor Oliver Zille, Botschafter Hadas-Handelsman und Leipzigs Kulturbürgermeister Michael Faber (von links nach rechts)

Der Direktor der Buchmesse, Oliver Zille, und Leipzigs Kulturbürgermeister Michael Faber begrüßten die Anwesenden herzlich, ebenso Dr. Andreas Görgen, der Leiter der Kulturabteilung im Auswärtigen Amt; er sagte:

„Ohne Israel, ohne den großen Schritt, den Israel vor 50 Jahren auf Deutschland zu gemacht hat, wäre Deutschland nicht das, was es heute ist.“

Botschafter Hadas-Handelsman erklärte in seiner Rede:

„Die Leipziger Buchmesse spielt in unserem Jubiläumsjahr eine besondere Rolle. Wieder sind viele israelische Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Einladung nach Leipzig gefolgt. Es ist ein gutes Zeichen, dass das Publikum dieses Angebot annimmt und dass die Menschen in Deutschland der Literatur aus Israel aufgeschlossen und interessiert begegnen.  deutschland-israel-flag-300x214

Israelische Autoren wie zum Beispiel Amos Oz, Zeruya Shalev, David Grossman, Lizzie Doron, Meir Shalev oder Eshkol Nevo haben sich einen festen Platz auf der literarischen Bühne in Deutschland erobert. Hier in Leipzig treffen sie seit Jahren schon auf ihre deutschen Leser und auf deutsche Autoren-Kollegen.

Ich bin sicher, dass der diesjährige Messeschwerpunkt „1965 bis 2015. Deutschland-Israel“ ein lebendiges Forum sein wird für israelisch-deutsche Begegnungen und Gespräche zwischen Autoren und Lesern.“

Später besuchte er die Ausstellung „Streifzüge – Wanderings“ des Israelischen Cartoon-Museums in Holon.

Auf der Facebookpage ist ein Fotoalbum mit den ersten Impressionen vor Ort eingestellt.

Bis Sonntag können interessierte Besucher mit israelischen Autoren ins Gespräch kommen und israelische Neuerscheinungen entdecken. Die Botschaft ist in Halle 4 mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten.

Über die aktuellen Veranstaltungen können Sie sich über die Webseite der Buchmesse selbst oder über die Jubiläumswebseite informieren.

Quelle (Text/Foto): Israelische Botschaft in Berlin


Leipziger Buchmesse: Schwerpunkt sind die deutsch-israelischen Beziehungen

Aufgrund des Jubiläums „50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Israel und Deutschland“ widmet auch die Leipziger Buchmesse diesem Thema einen Schwerpunkt. deutschland-israel-flag-300x214

Vom 12. bis 15. März 2015 reisen rund 40 Autoren aus Israel und Deutschland zu insgesamt 74 Lesungen, Paneldiskussionen und Lesepartys nach Leipzig. Sie präsentieren unterschiedliche Facetten des deutsch-israelischen Verhältnisses und spiegeln das Leben der jeweils anderen Gesellschaft.

Am Stand der Botschaft in Halle 4, D 400 können Messebesucher aktuelle israelische Literatur kennenlernen und das Reiseland Israel entdecken.

In einem speziellen Forum neben dem Messestand sind Gesprächsrunden und Podiumsdiskussionen mit Autoren und Experten geplant. Die Zeichnerin Merav Salomon und die Autoren Hila Blum, Fredy Gareis, Carlos Strenger und Chaim Noll freuen sich am Donnerstag auf die Begegnung mit dem Messepublikum in Leipzig. israeltag2

Am Freitag sind Prof. Dan Diner, Lizzie Doron, Amichai Shalev, Norbert Kron, Meir Shalev und Fania Oz-Salzberger zu Gast am Stand der Botschaft.

Den Samstag nutzen die Schriftsteller Ron Segal, Yishai Sarid, Ayelet Gundar-Goshen, Anat Talshir und der Filmhistoriker Dr. Tobias Ebbrecht-Hartmann zur Vorstellung ihrer Bücher.

Am Sonntag schauen Sebastian Engelbrecht und Johannes Reichert am Stand vorbei.

Am Donnerstagabend gibt es außerdem die „Lange Nacht der deutsch-israelischen Literatur“ und den „Club Tel Aviv“ im Schauspiel Leipzig. Die Lange Nacht ist eine gemeinsame Veranstaltung von Deutschlandradio Kultur/Deutschlandfunk, dem Bertelsmann Club und der Botschaft des Staates Israel. Der Club Tel Aviv wird gemeinsam von der WELT, dem Bertelsmann Club und der Botschaft des Staates Israel in Berlin veranstaltet.

Ein E-Book mit Leseproben aller am Messeschwerpunkt beteiligten 40 Autoren ist kostenfrei auf allen gängigen Plattformen downloadbar.


Starker Kontrast zwischen der Medienberichterstattung in Deutschland und dem Glaubensleben in der katholischen Kirche

Mathias von Gersdorff

Seit mehreren Wochen ereifern sich unzählige Zeitungen, dem deutschen Publikum zu erklären, wie es innerhalb der katholischen Kirche aussieht und welche Reformen dringend notwendig sind.   

M. von Gersdorff

M. von Gersdorff

Es ist schon erstaunlich, welche Mühe sich dabei manche Journalisten geben, die wahrscheinlich der Meinung sind, die katholische Kirche sollte gar nicht existieren. Trotzdem tun sie so, als ob sie genau wissen würden, wie es innerhalb der Kirche aussieht, welche die wichtigsten Probleme sind und wie man sie aus der Welt schaffen kann.  

Für einen praktizierenden Katholiken wirkt die große Mehrheit dieser Texte seltsam unwirklich, als ob sie in einer Parallelwelt verfaßt worden wären. Viele Zeitungen sind durchaus in der Lage, viele Detailinformationen über Geschichte, Traditionen und Gebräuche der katholischen Kirche abzudrucken, doch irgendwie treffen sie nicht den Kern des betrachteten Objekts.

Die meisten Redakteure in den deutschen Tageszeitungen erfassen offenbar das Wesen der Kirche nicht und beschreiben sie, als ob sie von einem Verein oder eine politische Partei sprechen würden. Dementsprechend klingen die Forderungen nach Reformen, die tausendfach jeden Tag reproduziert werden: Zölibat abschaffen, Sexualmoral lockern, Haltung gegenüber Abtreibung und Homosexualität ändern und so weiter. Selbst in einigen sogenannten „Qualitätszeitungen“ sind die Kommentare über Kirche und Papst längst zu Formeln verkommen, die man ohne Reflexion wiederholt.

Wer von der katholischen Kirche nichts weiß, bekommt auf diese Weise eine Vorstellung des Lebens der Kirche, die zwar mit den Wünschen mancher Minderheiten, wie etwa „Wir sind Kirche“ (die auch nur dank der Medien überhaupt wahrgenommen werden) was Gemeinsames hat, doch nicht mit dem sich Tag für Tag real abspielenden Leben.

Kirchlicher Alltag in der Finanzmetropole FFM

Wie ist der Alltag beispielsweise in einer Finanzmetropole wie Frankfurt am Main? Die am meisten besuchte Kirche Frankfurts ist die Liebfrauenkirche, die gleichzeitig Klosterkirche der Kapuzinermönche ist. Werktags gibt es dort Heilige Messen um 7, um 10 und um 18 Uhr.  Außerdem ist sie die Beichtkirche Frankfurts, denn täglich sitzt ein Kapuzinerpater dort am Vormittag und am Nachmittag im Beichtstuhl. Aus diesen Gründen ist die Kirche nie menschenleer. 

Dr. Bernd F. Pelz

Dr. Bernd F. Pelz

Im Klosterhof befindet sich eine Statue der Madonna von Lourdes, die unbeschadet den Luftangriff auf Frankfurt im Zweiten Weltkrieg überstanden hat. Viele Menschen beten vor dieser Statue der Muttergottes. Hunderte von Kerzen werden täglich vor ihr angezündet  –  an wichtigen Marienfesten wie „Maria Verkündigung“ oder „Maria Himmelfahrt“ brennen sogar Tausende.

Wenige Meter von dieser Statue entfernt ist der Eingang zu einer Kapelle mit dem ausgesetzten Allerheiligsten, die von 6 bis 22 Uhr offen ist. Immer sind zu diesen Stunden Beter dort anzutreffen.

Ich erwähne hier bewußt Frankfurt, also eine Stadt, die nicht für ihre herausragende Frömmigkeit bekannt ist. Doch selbst in der Bankenstadt gibt es Orte in denen eine intensive und ernsthafte Religiosität gelebt wird. Wieviel mehr in Wallfahrtsorten wie Kevelaer, Walldürn oder Altötting! Oder in Innenstadtkirchen von Städten wie München.

Nun, die Menschen, die in den Orten des Gebets jeden Tag anzutreffen sind, tauchen als Einflußfaktor in den Analysen und Kritiken der deutschen Tageszeitungen so gut wie nie auf. Sie scheinen schlichtweg für die Journalisten nicht zu existieren oder sie meinen, man bräuchte sie nicht zu beachten, da sie außerhalb unserer Zeit leben.

Arroganz der meisten Journalisten

Durch diese eingrenzende Arroganz sind aber die meisten Journalisten nicht in der Lage, gewisse Vorgänge und Einflußfaktoren innerhalb der Kirche zu verstehen.

Die Menschen die Tag für Tag in die Kirche gehen, um dort die Heilige Messe zu besuchen oder und den Rosenkranz zu beten, tragen maßgeblich zur inneren Stimmung – man könnte auch sagen, zum Geist der Kirche   –  bei und sind so ein gewaltiger Fels gegen die Verweltlichung der Kirche.

Diese Menschen bilden mit ihrem Glauben und ihrer Ausdauer eine wahre Macht, die kein Pfarrer oder Bischof ignorieren darf, will er sein Territorium nicht einer Zerreißprobe unterziehen. Diese Menschen denken nicht an die Abschaffung des Zölibats oder der Duldung homosexueller Partnerschaften, sondern sie sind auf der Suche nach dem Sakralen, nach Heil und Trost für ihre Seelen und gehen in die Kirche, um eben Gott dort zu begegnen. Diese Realität, die ein Gläubiger problemlos spürt, geht viele Journalisten völlig ab und so wirken ihre Texte seltsam blutleer.

Provinzielle Berichterstattung

Doch ich möchte noch einen anderen Punkt anführen: Die Berichterstattung in Deutschland über die katholische Kirche geht nicht nur an der Sache vorbei, sie ist oft auch hoffnungslos provinziell.

Was in hiesigen Zeitungskommentaren in penetranter Form gefordert wird, entstammt einer ausschließlich deutschen Sicht der Dinge. Insbesondere die Journalisten und Kommentatoren linksliberaler Zeitungen nehmen überhaupt nicht zur Kenntnis, daß die katholische Kirche eine Weltkirche mit 1,2 Milliarden Mitgliedern ist. Sie scheinen tatsächlich der Meinung zu sein, die katholische Kirche müsse sich ihren Vorstellungen anpassen.

Foto von Jorge V. Saidl

Foto von Jorge V. Saidl

Die permanente deutsche Nörgelei geht aber den Afrikanern und Lateinamerikanern schlichtweg auf den Keks. Selbst politisch linksgerichtete Katholiken in Lateinamerika empörten sich in den vergangenen Jahren immer wieder über die unverschämte Art und Weise, wie in Deutschland gegen den deutschen Papst Benedikt XVI. gehetzt wurde.

Viele in den Medien scheinen noch gar nicht realisiert zu haben, daß die deutsche Kirche und vor allem die deutschen Theologen im Ausland kaum noch Einfluß haben. Dennoch tun viele hierzulande so, als müßten sie die Kirche reformieren, wenn nicht gar retten. Man darf sich von dieser Berichterstattung nicht beeinflussen lassen. 

Vergangene Woche betreute ich einen Stand mit katholischen Schriften auf der Buchmesse in Leipzig, also kein besonders katholisches Umfeld. Das Interesse war trotzdem erstaunlich hoch, insbesondere für einfache Glaubensbücher und Gebete. Während der vier Tage hatte ich sehr viele Gespräche. In keinem einzigen ging es um die von den Medien favorisierten Themen. Das gibt Hoffnung.

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Online-Ausgabe der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT

 FOTO unten von Jorge V. Saidl