CSU-Chef Söder betreibt eine skandalöse Kehrtwendung in der Familienpolitik

Mathias von Gersdorff

Markus Söder, Ministerpräsident Bayerns und seit neuem Vorsitzender der CSU, malt seine Partei dunkelgrün und verkündet vollmundig in der TV-Sendung „Münchner Runde extra“ des Bayerischen Rundfunks: „Wir sind offen für jede neue Familienform.“

In derselben TV-Sendung ruft er das neue Leitprinzip für die Familienpolitik der CSU aus: „Das Leitbild der Familie heißt zunächst einmal: Verantwortung, wo Kinder sind.“

Zu Erinnerung: Das ist haargenau dasselbe Familienleitbild der rot-grünen Koalition unter Gerhard Schröder (1998 – 2005). Damals hatte Bundesfamilienministerin Renate Schmidt diesen Slogan ausgerufen und Entsetzen in CDU und CSU ausgelöst.

Ohne jegliche Notwendigkeit erklärt nun Markus Söder diese Parole zum Leitprinzip der neuen CSU  – ein Skandal.

Kampflos übergibt die C-Partei aus Bayern die Deutungshoheit über Ehe und Familie den Linksideologen, die maßgeblich in den letzten Jahrzehnten die Anti-Ehe-Revolution im Geiste der 1968er gesteuert haben. 

Die Agitation gegen den christlichen Begriff der Ehe ist stets ein Kernanliegen linker Revolutionäre gewesen. Denn sie erkannten, dass die christliche Ehe die Basis einer christlich-bürgerlichen Gesellschaft ist.

Aufgrund der Tatsache, dass die Ehe zwischen Mann und Frau (und die Familie) in der christlichen Gesellschaftsethik einen zentralen Platz einnimmt, ist die Akzeptanz des atheistischen Ehebegriffes der Grünen und der SPD ein historischer Schritt der CSU in die Dekadenz.

Selbst Kardinal Reinhard Marx, der zum liberalsten Flügel der katholischen Kirche gehört, kritisierte die „Ehe für alle“ und forderte eine Klage beim Verfassungsgericht. „Die Ehe sollte auf die Beziehung zwischen Mann und Frau bezogen bleiben.“ Der Staat dürfe den Ehebegriff nicht umdefinieren, „denn er basiert ja auf der Tatsache, dass die Ehe als Verbindung von Mann und Frau und auf Weitergabe des Lebens ausgerichtet schon vor ihm da ist, sie ist gewissermaßen die Voraussetzung dafür, dass es den Staat überhaupt gibt“. („Welt am Sonntag“ am 24. Dezember 2017).

Die familien- und gesellschaftspolitische Wende der CSU kommt genauer betrachtet nicht ganz überraschend:

Nachdem der Bundestag im Sommer 2017 die Öffnung des Ehegesetzes für gleichgeschlechtliche Paare beschlossen hatte, verzichtete die CSU bzw. die Bayerische Landesregierung –  denn damals regierte die CSU mit absoluter Mehrheit –  auf eine Klage beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

Die Entscheidung der CSU, nicht gegen die Homo-Ehe klagen zu wollen, hatte mitnichten nur juristische Gründe. Wie anfangs erwähnt, handelt es sich um den Verzicht, für den wahren Begriff der Ehe kämpfen zu wollen. Für die linksgrünen Gesellschaftsideologen ist ein kultureller Sieg viel wichtiger als ein juristischer.

Markus Söder hat im Kulturkampf um die Ehe auf jämmerliche Weise kapituliert.

Nicht nur politisch, sondern auch psychologisch: Er hat die falschen Vorstellungen der Linksideologen über die Ehe vollumfänglich aufgesogen.

Erstveröffentlichung dieses Beitrags von Mathias v. Gersdorff hier: https://www.aktion-kig.eu/2019/01/antichristliche-familienpolitik-csu-passt-sich-komplett-den-gruenen-an/


Bayern: CSU-Spitzenkandidat Söder will den Islam stärker kontrollieren

Der designierte Ministerpräsident und CSU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl Markus Söder hat sich live auf dem CSU-Facebook-Kanal den Fragen der User gestellt.

Auf die Frage, ob der Islam zu Bayern gehöre, hatte Söder eine klare Antwort: „Jeder Muslim, der in Bayern lebt und arbeitet, sich an unsere Gesetze hält und Steuern zahlt, ist natürlich Bestandteil unserer Gesellschaft.“

Klar sei aber auch, dass der Islam kulturgeschichtlich nicht zu Bayern gehöre: „Wir haben eine christlich-abendländische, eine jüdische Kultur mit Wurzeln in der Aufklärung“.

Der Islam in Bayern müsse außerdem noch besser kontrolliert werden: „Es kann nicht sein, dass wir nicht wissen, wie Moscheen finanziert werden. Es kann nicht sein, dass Imame nur aus fremden Ländern geschickt werden und wir überhaupt keine Kontrolle darüber haben. Wir arbeiten daran, das zu verbessern, damit die christlich-abendländische Prägung und das kulturelle Leitbild bestehen bleiben.“ 

Weiter stellte der CSU-Mann klar: „Wer hier lebt, muss sich an unsere Werte, Sitten und Gebräuche halten!“

Quelle (Text/Foto): http://www.csu.de/aktuell/meldungen/dezember-2017/kulturelles-leitbild-erhalten/

 


Evang. Landesbischof Jochen Bohl verteidigt die herkömmliche Ehe gegenüber dem EKD-„Familienpapier“

Das Zusammenleben von Mann und Frau befindet sich in der Krise. Zwar ist die Ehe mit 72 Prozent die meist gelebte Familienform in Deutschland. bohl_jochen_606_pr12_03_4ccfdabd87

Jedoch nähmen Ehescheidungen und Bindungsunfähigkeit deutlich zu. Darauf hat der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl (siehe Foto), auf der Synode seiner Kirche hingewiesen. Diese findet vom 15. bis 18. November in Dresden statt.

Der sächsische Landesbischof beschäftigte sich in seinem Bericht mit der umstrittenen EKD-„Orientierungshilfe“ zu Ehe und Familie. Diese hat eine heftige Debatte ausgelöst, weil sie von der traditionellen Ehe als alleiniger Norm abrückt und ein erweitertes Familienbild vertritt, das etwa auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften und sog.„Flickenteppich-Familien“ (Patchwork) einschließt.

Jochen Bohl zufolge hat der Text durch die „Dürre der theologischen Ausführungen“ Verstörung ausgelöst. Er lasse zudem an dem Willen zweifeln lassen, „über lange Zeiten hinweg als gut und sinnvoll Erkanntes zu verteidigen“.

Bohl ist stellv. Vorsitzender des EKD-Rates, der die Herausgabe der Orientierungshilfe verantwortete.

Kindermangel führt zur Krise

Nach den Worten Bohls kommt es derzeit zu einem fundamentalen Wandel der Familie. So würden in Sachsen 62 Prozent der Kinder nichtehelich geboren. Fast ein Drittel der 13 Millionen Kinder unter 18 Jahren in Deutschland hätten einen Migrationshintergrund.  1504

Die Zahl der Kinder in alleinerziehenden Familien steige seit Jahren an. 2010 seien bereits ein Fünftel aller Familien alleinerziehend gewesen, in den neuen Bundesländern deutlich mehr.

Zudem setze sich der Trend zur Ein-Kind- oder Zwei-Kinder-Familie fort; nur jedes fünfte Kind lebe mit zwei Geschwistern und lediglich 8 Prozent der Minderjährigen hätten drei oder mehr Geschwister. Es gebe viel zu wenig Kinder.

Dies führe die Gesellschaft unausweichlich in eine demographische Krise. Aufgabe der Christen sei es, für das Leben mit Kindern zu werben.

Viele trauen sich nicht zur Trauung

Der Landesbischof wies darauf hin, dass sich die Situation in den Lebensberatungsstellen der Diakonie verschärft habe. Die Zahl der Menschen nehme zu, denen in Konfliktsituationen eine andere Möglichkeit als die Trennung nicht in den Sinn komme. Schon leichte Störungen führten zur Trennung.

Bohl: „Inzwischen schließen nicht wenige die Ehe schon deswegen nicht, weil man sich gar nicht vorstellen kann, dass sie Bestand haben könnte.“

Leidtragende von Trennungen seien vor allem die Kinder. Diese bräuchten für eine gesunde seelische Entwicklung einen verlässlichen Rahmen, in dem sie sich angstfrei bewegen können.

Bohl: „Es ist ja offenkundig, dass ein besorgniserregend hoher Teil der Kinder und Jugendlichen erhebliche persönliche Schwierigkeiten hat  –  Angststörungen, Konzentrationsschwächen und Lernstörungen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen.“

Angesichts der Zerbrechlichkeit der Beziehungen habe aber auch die Sehnsucht nach einer lebenslangen Gemeinschaft von Mann und Frau mit Kindern zugenommen. Die allermeisten Jugendlichen hofften darauf, eine Familie zu gründen und in dieser dauerhaft zusammenzuleben.

Die biblischen Berichte bezeugten, dass auf der Ehe als Lebensgemeinschaft von Mann und Frau ein besonderer Segen liegt und sie als Ausdruck der Nähe Gottes zu den Menschen gelten könne. Aus der Heiligen Schrift ließen sich grundlegende Orientierungen mit normativem Anspruch für die Gegenwart ableiten. 120505471_B_Brautwalzer

Mit Blick auf die Ehe zählten dazu etwa folgende Aussagen: 1. „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei… Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen und sie werden ein Fleisch sein“ (Gen 2, 18ff.). 2. „Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden“ (Mk 10,9). 3. „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“ (Gal 6,2).

Keine Ehe für Homosexuelle

Der Landesbischof ging auch auf die Frage ein, ob die Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften geöffnet werden solle. Der Gesetzgeber habe mit der eingetragenen Lebenspartnerschaft eine Institution geschaffen, die Homosexuellen einen geschützten Raum eröffnet. Die Verbindung von Mann und Frau unterscheide sich davon jedoch gravierend, weil sie die Möglichkeit zur Fortpflanzung habe.

Bohl hierzu: „Die Bibel lässt an dieser fundamentalen Gegebenheit keinen Zweifel und denkt die Ehe immer im Zusammenhang mit der Weitergabe des Lebens“.

Diese fundamentale Differenz rechtfertige eine unterschiedliche Gestaltung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft. Bohl wies darauf hin, dass die Zahl der Kinder, die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aufwachsen, mit etwa 13.000 Kindern verschwindend gering sei. Nahezu alle diese Kinder seien zuvor in eine Vater-Mutter-Konstellation hineingeboren worden.

Quelle: http://www.idea.de


Evangelische Kritik an zeitgeistbeflissener Kirche: „Gottes Wort bleibt auf der Strecke!“

Von Pastor Frank-Georg Gozdek

In den vergangenen Monaten ist viel in Kirche und Welt geschehen. Leider meistens nicht zum besten  –  und doch spüren wir trotz allem: „Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl!“

Das ist uns Trost und Zuversicht, bei allem was uns anficht  –  auch wenn wir spüren, wie gläubigen Christen in unserer Gesellschaft infolge des linksliberalen, mehr und mehr totalitär werdenden Mainstreams der Wind immer eisiger um die Nase weht.

Gesinnungsschnüffelei und „Denunziantenstadl“ inbegriffen, wie das –  nur ein kleines Beispiel  –   etwa die Veranstalter und Teilnehmer des „Marsches für das Leben“ jedes Jahr aufs neue erleben. Trotz alledem und alledem: „es wird regiert!“   –  Gott läßt sich das Heft nicht aus der Hand nehmen. Im Gegenteil: „Der im Himmel wohnet, lachet ihrer, und der HERR spottet ihrer.“ (Psalm 2)

Beliebigkeit statt Bekenntnis

Ich nenne an erster Stelle die skandalöse „Orientierungshilfe“ der EKD: „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“, für die man sich als evangelisch-lutherischer Christ und Pfarrer einer Gliedkirche der EKD nur von Herzen schämen kann.

Denn hier bleiben nicht allein Ehe und Familie, sondern vor allem das Wort Gottes auf der Strecke, das dem Trend geopfert wird. Beliebigkeit tritt an die Stelle des Bekenntnisses.

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

Rückt doch dieses Dokument eines rot-grünen Zeitgeistes gegen das klare Zeugnis der Schrift von der Ehe als alleiniger Norm ab und vertritt  – ganz im Stile unserer kranken Epoche und ohne jede tiefere geistlich-biblische Begründung, ja das Wort Gottes gegen den Strich bürstend   –  ein erweitertes „Familienbild“, das zum Beispiel gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit Kindern einschließt.

Angeblich ist auch schon ein Papier der EKD zur Sexualität in Planung. Das läßt nichts Gutes ahnen.

Erfreulich allerdings ist die breite Ablehnung, auf die die „Desorientierungshilfe“ (so Prof. P. Beyerhaus) stößt. „Schwafelkirche in Selbstauflösung“ titelte das Magazin „Cicero“.   –  „Murks“ bemerkte die FAZ  –  und der ehemalige Verfassungsrichter Hans-Joachim Jentsch äußerte im „Wiesbadener Kurier“: „Es ist zum Katholischwerden.“

Ich nenne weiter natürlich die katholischen Bischöfe, die sich in sehr dezidierter Weise gegen das unglückliche „Familienpapier“ ausgesprochen haben. So Bischof Voderholzer (Regensburg), der der EKD zuruft:

„Kehrt bitte auf den Boden der Heiligen Schrift zurück! Welchen Sinn soll Ökumene haben, wenn das gemeinsame Fundament der Heiligen Schrift nicht mehr ernst genommen wird?“

Gegenwind zur „Desorientierungshilfe“

Nicht zu vergessen auch die Stimmen zahlreicher bekennender evangelischer Christen innerhalb und außerhalb der EKD  –  vor allem die Stellungnahmen der verschiedenen Kirchlichen Sammlungen, der Evangelischen Allianz (Dr. Michael Diener), der Konferenz bekennender Gemeinschaften (Pastor Ulrich Rüß), sowie von Professor Slenczka und Professor Peter Beyerhaus, der den Ratsvorsitzenden der EKD auffordert: „Treten Sie zurück!“

Kirche in Augsburg

Evangelische Kirche in Augsburg

Wunderbar auch das Hirtenwort von Bischof Hans-Jörg Voigt (SELK): „Ehe und Familie als Gaben Gottes entdecken“ vom 2. Juli dieses Jahres (St. Marien Heimsuchung), in dem die biblischen Positionen in deutlicher und liebevoller Weise dargelegt werden.

Kritik kommt inzwischen sogar aus den Kirchenleitungen der Mitgliedskirchen der EKD  –  unter ihnen Landesbischof Frank Otfried July (Württemberg), Altbischof Hartmut Löwe, die sächsische Landeskirche, Kirchenpräsident Joachim Liebig (Ev. Landeskirche Anhalt). Der Braunschweiger Landesbischof Dr. Weber, in der VELKD für die Ökumene zuständig, weist auf den Schaden hin, den das Papier für die ökumenischen Bemühungen verursacht hat. 

Wie gesagt, diese Breite der Ablehnung und Kritik ist erfreulich, auch wenn das Unglück nun einmal geschehen ist, und ein derart vom Worte Gottes entferntes und dem Zeitgeist verpflichtetes Elaborat das Licht der Welt erblickt hat.

„Wem wollen wir gehorchen?“

Immerhin stellt es uns Christen vor die Frage: Wem wollen wir gehorchen? Wer soll in Kirche und Gemeinde Maßstäbe setzen? Der aktuelle Trend, ein durchgedrückter gesellschaftlicher Konsens, die veröffentlichte Meinung?  Machtbewußt agierende Interessenverbände, der entschlossene Wille von Lobbyisten und karrierebeflissenen Politikern? Der staatliche Gesetzgeber mit eventuellen Sanktionen und Zwangsmaßnahmen  –   oder einzig das Wort Gottes?

Martin Luther sagt es uns: „Wir sind nicht getauft auf Könige, Fürsten, noch die Menge, sondern auf Christum und Gott selbst.“  –  Wenn wir Christen auch infolge der Auseinandersetzungen um das verunglückte Familienpapier von neuem erkennen, wem wir verpflichtet sind und wem nicht, dann hatte die Sache wenigstens etwas Gutes.  

Hoffnungszeichen: Proteste in Frankreich

Ein Hoffnungszeichen waren die großen Demonstrationen in Frankreich gegen die „Homo-Ehe“ und das Adoptionsrecht für ebensolche Paare. Hatte die sozialistisch-laizistische Regierung Hollande ihre Pläne als „Ehe für alle“ („Mariage pour tous“) deklariert, zogen nun Hunderttausende aus unterschiedlichsten welt-anschaulichen Lagern (sogar Homosexuelle) unter dem Leitwort „Manif pour tous“ („Demonstration für alle“) in mehreren großen Kundgebungen durch die Straßen von Paris. 1_0_661004

Bürgermeister weigerten und weigern sich, homosexuelle Paare zu trauen. Wer die Bilder aus Frankreich gesehen und die Ereignisse mitverfolgt hat, kann unsere westlichen Nachbarn nur für ihren Mut beneiden, auch wenn das Gesetz dann leider doch durchgepeitscht worden ist, womit freilich von Anfang zu rechnen war.

Natürlich versuchten sich die überwiegend linksliberal gleichgeschalteten Medien bei uns und in Frankreich mit der üblichen Strategie des Vertuschens und Verschweigens oder Verleumdens. Und die Regierung Hollande ging in gewohnter totalitär-sozialistischer Manier zum Teil brachial mit Knüppel und Tränengas gegen die Demonstranten vor: „On nous gaze!“ („Wir werden vergast!“) war als Schreckensschrei zu hören.

Auch wurde amtlicherseits (auch das aus dem real existierenden Sozialismus bekannt!) die Veröffentlichung von Fotos untersagt, die die Ausmaße der Demonstrationen deutlich machten, und Teilnehmerzahlen wurden nach unten abgerundet. Orwell läßt grüßen! Aber immerhin: die überlieferten Werte des christlichen Abendlandes sind doch noch nicht ganz untergegangen.

Junge Frauen unter dem Motto der Antigone

Dafür spricht in Frankreich auch die Entstehung einer Bewegung junger Frauen namens „Antigones“, deren Name von einer Vertrautheit mit klassischem Bildungsgut zeugt, die bei uns in Deutschland infolge der vielen „Bildungsreformen“ leider nicht mehr so selbstverständlich ist.

Unter dem Leitwort der Antigone aus der griechischen Tragödie: „Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da“ setzen diese jungen Frauen auf Ehe, Familie, Kinder, auf Weiblichkeit, auf Feminität statt Feminismus und schreiben einer biestigen, pseudowissenschaftlichen Gender-Ideologie ins Stammbuch:

„Wir erheben uns gegen die herrschende Ideologie. … Wir handeln gemäß unserer Feminität, wir kämpfen für eine würdige Zukunft unserer Söhne und Töchter. In einer Zeit, in der die Gender-Theorie in den Schulen gelehrt wird, sind wir die Revolutionäre!“

Im übrigen: Ein bißchen mehr Mut gegenüber dem immer totalitärer werdenden „gutmenschlichen“ Zeitgeist täte uns hier östlich des Rheins auch ganz gut!

Naher Osten: Christen bleiben auf der Strecke   

Während ich diese Zeilen schreibe, bewegt mich natürlich auch die Situation in Ägypten und Syrien. Hoffen und beten wir, daß sich eine Katastrophe wie im Irak für die teilweise uralten Kirchentümer in diesen Ländern nicht wiederholt!

Auch hier verschweigen und vertuschen ein Großteil unserer Medien die Übergriffe etwa der „Rebellen“ in Syrien gegen Christen: Bombenattentate im Christenviertel von Damaskus, Mord und Entführung von Klerikern und Laien. Und Hinweise auf diese akuten Christenverfolgungen werden gerade aus dem rot-grünen Umfeld häufig mit dem Hinweis heruntergespielt, daß auch andere verfolgt werden, und niemand bevorzugt werden dürfe.

Wir sagten wir zuhause? „Da hat der Deibel keine bessere Ausrede gewußt!“ – Auf alle Fälle aber wäre die Lieferung von Waffen an diese Terroristen, wie sie von einer sich steigernden Kriegspropaganda gefordert wird, oder gar ein aktives militärisches Eingreifen des Westens an der Seite der „Rebellen“ ein Verbrechen an den dortigen Christen.

Außerdem äußern die gleichen Vertreter einer veröffentlichten Meinung gelegentlich schon ihre Betroffenheit darüber, daß mit Mursi ein demokratisch gewählter Präsident vom Militär abgesetzt wurde. Frage nur: was ist eine Demokratie wert, die militanten Islamisten den Weg an die Macht bahnt, und Verfolgung, Diskriminierung, Leid und Tränen über Andersdenkende und Andersglaubende bringt?media-444757-2

„Bibel kann über dem Gesetz stehen“   

Zum Schluß noch eine Meldung aus Finnland von einer Ministerin, die ich mir auch für Deutschland wünschte, und von einem Erzbischof, der die erbärmliche, angepaßte Position einer saturierten Staatskirche vertritt: „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen“, erklärte die finnische Innenministerin Päivi Räsänen auf den evangelisch-lutherischen Missionstagen in Kankaanpää. 

Sie stellte fest, es gebe Fälle, in denen die Bibel über dem Gesetz stehe. Sie kritisierte, Tiere genössen in Finnland mehr Schutz als menschliche Embryonen. Es sei ein Skandal, daß Finnland neben Schweden das einzige Land sei, in dem medizinischen Personal nicht aus Gewissensgründen die Teilnahme an einer Abtreibung ablehnen könne.

Der finnische Erzbischof Kari Mäkinen dazu: man darf den Standpunkt der Ministerin in keinem Fall mit der Haltung der Kirche Finnlands verwechseln. – Bereits 2010 wurde die Politikerin für Kirchenaustritte verantwortlich gemacht, als sie gegen kirchliche Zeremonien für gleichgeschlechtliche Paare eintrat. (Quelle: EZ vom 21. Juli 2013/ Ausg. 29K, S. 5, nach: KNA)

Ministerin Räsänen bringt es auf den Punkt!

Bravo, Frau Räsänen! Sie bringen die Sachen auf den Punkt: für einen gläubigen Christen steht die Bibel über allem menschlichen Gesetz. Sie ist Gottes unfehlbares Wort, inspiriert vom Heiligen Geist.

Menschliche Gesetze sind vorläufige, irdische Ordnungen  –  und manchmal, natürlich mit dem reformatorischen Grundsatz „non vi sed verbo“, also nicht mit Gewalt, sondern einzig durch das Wort und mit der Bereitschaft zum möglichen Leiden bis hin zum Martyrium, muß der Christ unter Umständen menschlicher Macht widerstehen.

Denn mit der Kirche läßt sich kein Staat und mit dem Staat keine Kirche machen. Es sind zwei Reiche mit je eigener Würde und Aufgabe, wie uns das Bekenntnis der Kirche lehrt. Wer sie vermischt, erhält entweder eine geistliche Despotie wie bei Savonarola, Calvin und den Puritanern, oder eine servile Staatskirche, die das Evangelium dem Willen der Herrschenden opfert, ob dies nun, wie Vater Luther sagt, Könige und Fürsten sind, oder die „Menge“ und der „Konsens“ in einer Demokratie.

Unser Autor ist Pfarrer der evangelisch-lutherischen Gemeinde St. Ulrici-Brüdern in Braunschweig

Erstveröffentlichung des Beitrags in der Publikation „Brüdern – Ein Rundbrief für Christen Augsburgischen Bekenntnisses“, 65. Jg., Nr. 4/5, Juli-September 2013


EAK im Ländle protestiert: Rot-Grün wie der Titel ist der Inhalt des EKD-Papiers

Gegen Desorientierung durch die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) und Bevormundung der Christen durch die Partei Bündnis 90/Die Grünen wendet sich der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CDU in Baden-Württemberg. Er wirft der EKD vor, mit der umstrittenen Orientierungshilfe zur Familie eine Bestandsanalyse weiter Teile der heutigen Gesellschaft geleistet zu haben, „ohne über den Ist-Zustand hinauszuweisen“.

Das Papier verkenne, dass junge Menschen Ehe und Familie weiterhin als Ideal betrachteten und bewusst nach lebenslangen Beziehungen strebten. Nach Ansicht der EAK-Landesvorsitzenden, MdL Sabine Kurtz, hat sich die EKD „ganz offensichtlich von ihren Mitgliedern entfernt und völlig von ihrer Basis abgehoben“.

Anhängern von Grünen und SPD gelinge es zunehmend, die EKD von innen heraus zu vereinnahmen. „Nicht nur das Titelblatt der Orientierungshilfe ist rot-grün gehalten, sondern auch der Inhalt“, so Kurtz.

Laut EAK verfolgt die grüne Partei „kirchenkritische, wenn nicht sogar kirchenfeindliche Ziele“. Beispielsweise wolle sie christliche Feiertage durch solche aus anderen Religionen ersetzen. Christliche Symbole sollten aus der Öffentlichkeit entfernt werden. Dies bedeute eine Missachtung des prägenden Einflusses, den das Christentum auf Kultur und Gesellschaft habe. 

Quelle: http://www.idea.de


Evangelischer Landesbischof betont herausragende Bedeutung der Ehe

Jochen Bohl: „Es geht auch um die Weitergabe des Lebens“

In der Debatte um das „erweiterte“ Familienbild der EKD hat der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl (Dresden), sich nachdrücklich für eine besondere Stellung von Ehe und Familie ausgesprochen.

Im „Orientierungspapier“ rückt die EKD von der Ehe als alleiniger Norm ab und vertritt ein erweitertes Familienbild, das u.a. auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit Kindern einschließt. Bohl plädiert dafür, daß die Ehe als verbindliche Grundlage der Familie weiter einen besonderen Schutz genieße: „Wir tun das, weil wir davon überzeugt sind, dass die Ehe als Leitbild dem Willen Gottes für das Zusammenleben von Mann und Frau entspricht.“

Zur Frage, ob die Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften geöffnet werden solle, erklärte der Landesbischof, zweifellos gebe es auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften, in denen Menschen verlässlich und verbindlich füreinander einstünden. Aber nur die Verbindung von Mann und Frau eröffne die Möglichkeit zur Fortpflanzung:

„Die Bibel denkt die Ehe nicht ohne die Bedeutung der Weitergabe des Lebens. Damit ist eine Differenz zu jeder Verbindung von zwei Menschen des gleichen Geschlechts gegeben, die eine unterschiedliche Gestaltung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft rechtfertigt.“

Quelle: http://www.idea.de