Zur Debatte um Organspende: CDL verbreitet „LifeCard“ gegen Organentnahme

Aktuelle Aktion der Christdemokraten für das Leben (CDL)

Wer keine Organe spenden möchte, kann dies jetzt auf einer Karte dokumentieren: Die in den Unionsparteien engagierte Initiative „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) bietet dazu eine „LifeCard“ (Lebenskarte) an, die man in der Brieftasche aufbewahren kann.

Auf ihr erklärt der Unterzeichner in sieben verschiedenen Sprachen: „Ich bin kein Organspender und widerspreche hiermit einer Entnahme meiner Organe und Gewebe.“ kein-organspender-cdl_62e181e432

Damit reagierte die CDL auf das am 1. November in Kraft getretene Transplantationsgesetz. Es sieht vor, dass sich die Krankenkassen in Briefen an ihre Versicherten wenden und sie auffordern, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen und bei Zustimmung einen beiliegenden Organspende-Ausweis auszufüllen.

Wie es in einer Mitteilung der CDL heißt, klärten weder die bisherigen Schreiben der Krankenkassen noch der Ausweis darüber auf, „zu welchem genauen Zeitpunkt, unter welchen Bedingungen und wofür tatsächlich einem Organspender Organe und Gewebe entnommen werden können“.

Als Kriterium für die „postmortale“ Organspende gelte  der sog. Hirntod. Dessen Definition gehe davon aus, dass zwar noch nicht alle Lebensfunktionen  –  insbesondere Herztätigkeit und Kreislauf  –  endgültig erloschen seien, aber wegen der als unumkehrbar angesehenen Schädigung des Gehirns der Todeseintritt unwiderruflich sei.

„Hirntote“ sind in Wirklichkeit Sterbende

Laut CDL gibt es in der Fachwelt aber inzwischen massive Zweifel daran, dass der Hirntod eindeutig diagnostiziert und mit dem Tod gleichgesetzt werden könne. Hirntote seien nicht Tote, „sondern eigentlich Sterbende“.  Deshalb würden ihnen vor der Organentnahme auch starke Schmerz- und Betäubungsmittel zugeführt.

Abschließend heißt es in den CDL-Erläuterungen für Empfänger der „LifeCard“:

„Sollten Sie bis heute noch keine Entscheidung zur Organspende getroffen haben, wird im ‚Ernstfall‘ Ihr ‚matmaßlicher Wille‘ herangezogen werden, und andere Menschen werden für Sie entscheiden (müssen).“

Diese Personen würden oft unter Zeitdruck bedrängt, unmittelbar nach der Diagnose „Hirntod“ der Organentnahme bei einem Angehörigen zuzustimmen.

Bundesvorsitzende der CDL mit Sitz in Münster ist Mechthild Löhr.

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur http://www.idea.de